



BILDERBÜCHER, SACHBÜCHER für Kinder, UNTERRICHTSMATERIAL






Das Bilderbuch „Akim rennt“ thematisiert die Auswirkungen eines Krieges auf Kinder und die damit verbundenen Traumata. Das Buch handelt von Flucht, Angst, Verlust und Leiden eines kleinen Jungen, der nicht begreifen kann was um ihn herum geschieht. Auf 96 Seiten werden Bleistiftskizzen präsentiert, die das Grauen, das mit dem Krieg einhergeht, so verbildlichen, dass einem ein kalter Schauer den Rücken herunterläuft.
Die Textebene wird relativ sachlich, nüchtern und kurz gehalten, während die Illustrationen die eigentlichen Akteure dieser Geschichte sind. Sie vermögen mehr zu erzählen als bloße Worte. Es ist die Angst in den Augen, die Verzweiflung in den Bewegungen, der Schrecken und die Zerstörung in der Umgebung, die Grausamkeit im Überlebenskampf und die pure Sehnsucht nach den Liebenden, die diese Geschichte trägt. Die überwiegenden Bildanteile sind grau, versehen mit harten Linienstrichen, die Chaos und Zerstörung ausdrücken. Die Menschen sind Schatten ihrer selbst.
Dieses Bilderbuch trifft explosionsartig ins Herz und schnürt einem die Kehle zu. Es steckt so viel Realität, Schmerz und Unverblümtheit in diesem Buch, dass es emotional bewegt. Es schildert ein verstörendes Abbild des Krieges und das Happy-End am Schluss scheint lediglich ein kleiner Wermutstropfen, wenn man bedenkt, dass es vielen wehrlosen Kindern dort draußen ähnlich ergeht.
Amnesty International und PRO ASYL unterstützen Dubois‘ Bilderbuch und kämpfen für das Recht auf Schutz und Asyl.



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In diesem Bilderbuch von Saskia Hula wird die kleinkindliche Grundangst in Bezug auf die Trennung von Bezugspersonen thematisiert. Die Angst vor dem Verlassenwerden wird zugleich auf die Dunkelheit projiziert. Der kleine Gilbert wehrt die Angst mit Hilfe seiner Fantasie ab und erfindet somit grausame Tiere. Hier wird dem Phänomen Angst mit dunklen Räumen und einer bunten Schar von Ungeheuern aufgewartet.
Bisher kam Gilbert nicht an den Lichtschalter auf der Toilette und hat diesen Raum als bedrohlich empfunden. Durch das aufgrund der äußeren Umstände erzwungene Erfolgserlebnis, gewinnt der kleine Protagonist im Laufe der Geschichte immer mehr an Selbstvertrauen und Zuversicht. Er bringt den Mut auf die Angst vor dem Neuen und Fremden zu überwinden.
Es wäre schön gewesen einen Einblick in die Dimension der Mutter-Kind-Beziehung zu bekommen. Gilberts Angstbewältigungsstrategie in Form des imaginären Ansatzes resultiert aus dem Urbedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Vielleicht wäre es möglich die Angst vor Dunkelheit in Zusammenhang mit der entsprechenden Angst vor Einsamkeit zu bringen, indem am Ende der Geschichte ein Bogen zurück zur Mutter geschlagen wird.



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Die Angst vor der Dunkelheit beschäftigt viele Kinder. Die Thematik hat somit einen engen Alltagsbezug und spricht viele Kinder an. Oft spielt die Fantasie den Kindern einen Streich, sobald die Augen nichts mehr sehen können. In den sehr dunkel gehaltenen Illustrationen von Jon Klassen ist diese Erfahrung des Nicht-sehen-könnens wunderbar eingefangen. Lediglich die Taschenlampe in Leos Händen beleuchtet die Umgebung, so dass das Dunkel sehr viel Raum erhält.
Leos Angst ist für den Leser schon fast spürbar. Die Wirkung wird durch die Illustrationen verstärkt. Es empfiehlt sich das Bilderbuch nicht unbedingt vor dem Zubettgehen zu lesen. Ein gemeinsames Gespräch über den Ausgang der Geschichte ist ebenfalls sehr ratsam. Schließlich wird das Dunkel zum Schluss als etwas Notwendiges und vor allem Natürliches gesehen.
Als Leo ins Bett ging, war das Dunkel nicht mehr in seinem Zimmer, außer als er die Augen zumachte, um zu schlafen.
Diese Erkenntnis ist sehr beruhigend: Das Dunkel begleitet uns täglich wenn wir einfach nur die Augen schließen.



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Lena bekommt von K. Postkarten, die sich auf eine verrückte und aufregende Reise in die Glücksstadt gemacht hat. In einer Teekanne schwebend, berichtet K. von dem einengenden Gefühl ihres Heimatorts und ihrer Sehnsucht nach Träumen. Ansatzweise wird der verrückte Posseck und sein schweres Schicksal skizziert. Bruchstückhaft schildert K. die sonderbaren Wesen und Sinnbilder des Glücks, wie z.B. die japanische Winke-Katze, das vierblättrige Kleeblatt oder die rosigen Glücksschweine.
Doch was ist Glück überhaupt? K. kommt letztlich zu dem Entschluss, dass das Leben eine große Reise ist und die Zukunft uns grundsätzlich rosig blüht, auch wenn nichts für immer ist.
Dieses philosophische Bilderbuch ist ein Erwachsenenbuch mit vielen tiefgründigen Einsprengseln, die den Leser zum Nachdenken bringen. Als Textform wurden ausschließlich Postkartentexte berücksichtigt, sodass der Leser weder von der namenlosen Absenderin, noch von der Empfängerin nähere Informationen erhält. Es ist eine Aneinanderreihung an Briefen, die während der Reise in die Glücksstadt geschrieben werden. In dieser Entwicklung, kann der Leser eine Wandlung im Gemüt der Absenderin wahrnehmen. Von der anfänglichen Unruhe und den symbolisch ausgestreckten Fühlern, kommt recht bald die Erkenntnis: „Und ohne es zu bemerken, war ich am glücklichsten immer dann, während ich suchte.“
Die Briefe sind gespickt mit verschachtelten Sätzen, die sehr gut die innere Zerrissenheit der Protagonisten verdeutlichen. Wortneuschöpfungen wie „Dottergelbigkeit“ und die Einbindung vom anspruchsvollen Wortmaterial wie „behäbig“ oder „Quertreiber“ erschweren das Verständnis erheblich für jüngere Leser. Durch das fast vollständige Fehlen des Kontextes, ist eine breite Interpretationsebene gegeben.
Die Illustrationen von Sabine Wilharm laden in diese durcheinander gewirbelte Fantasiewelt ein. Es ist eindeutig eine chaotische Unruhe und gleichzeitig aber auch Neugierde zu erkennen. Allen Bildern wohnt jedoch ein Zauber inne, der die Symbolhaftigkeit des Glücks streichelt.


Lieselotte spielt in dem Pappbilderbuch „Wer versteckt sich hier?“ mit ihren Freunden den Klassiker Verstecken. Hinter den sechs Ausklappseiten verstecken sich die unterschiedlichsten Bauernhoftiere. Es lugt stets die Nasenspitze oder ein Schwänzchen hervor. Manchmal ist es aber auch nur eine Blume oder ein Schlauch – kleine Hinweise, die den Leser in die Irre führen möchte.
Diese sehr stabilen und handlichen Pappbilderbücher wecken den Entdeckerspaß bei den allerkleinsten Lesern. Durch den Ratecharakter trainieren sie ihre Antizipationskünste und üben sich im Vorhersagen. Die Fantasie wird angeregt und die Neugierde geschürt. Außerdem wird der Wortschatz im Bereich „Bauernhoftiere“ und „Alltagsgegenstände“ erweitert.
Nach mehrmaligem Lesen ist zwar der Überraschungseffekt weg, jedoch kann nun die Gedächtnisleistung trainiert werden. Wird sich das Kind an die Gegenstände bzw. die Bauernhoftiere erinnern? Gibt es Eselsbrücken, die beim Erinnern helfen können?
Obwohl beide Pappbilderbücher nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind, ist das Buch „Was passiert, da Lieselotte?“ eine Nasenlänge dem anderen Buch voraus. Hier sind die Illustrationen und die Hinweise ein wenig ausgereifter und spannender. Außerdem sind Gucklöcher, da sie in dieser Form im Vergleich zu Ausklappseiten nicht so oft vorkommen, für Kinder anregender. Der Wortschatz ist ebenfalls spezieller und auf das Landleben ausgerichtet. Hier können Begriffe wie „Strohballen“ oder „Dampflok“ thematisiert werden.
Die Allerkleinsten werden sicherlich mit beiden Büchern ihren Spaß haben und die Kultfigur „Lieselotte“ noch mehr in ihr Herz schließen können.



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Als eine Art Tagebuch werden die Ereignisse dementsprechend aus einer ganz persönlichen Sichtweise geschildert. Um der Einseitigkeit entgegen zu wirken, werden die Gedanken der anderen Tiere über den Kaiserpinguin angeschlossen. Auch hier bleibt der Autor seinem im ganzen Buch vorherrschenden Stil der Vermenschlichung der Tiere treu. So ist dieses Bilderbuch kein ausschließliches Sachbuch, sondern in erster Linie eine Geschichte über einen Pinguin. Das Sachwissen aus den Erzählungen herauszufiltern, bleibt die Aufgabe der Kinder. Hilfreich hierbei ist das Verzeichnis der „schwierigen Wörter“ mit kindgerechten und gut zu verstehenden Erläuterungen von Bezeichnungen wie z.B. „Balzen“, „Krill“ oder „Tentakel“.

Diese Lebensveränderung beschäftigt und bewegt Clara sehr. Sie erkundigt sich bei ihrem Opa und ihren Freunden, ob sie denn auch traurig wären, wenn sie wegziehe? Sie bejahen, doch keiner möchte mitkommen. Alle hält irgendjemand oder -etwas an ihrem Wohnort. Das versteht Clara.
Bald wird gepackt. Und ein kleines bisschen will Clara nun doch umziehen. Im neuen Haus ist schließlich alles anders. Es riecht anders, auch die Geräusche rund um das Haus haben sich verändert. Nur einer ist mitgekommen und leistet Clara weiterhin Gesellschaft …
Sehr rührend ist die Szene von Clara in ihrem Bett in der letzten Nacht vor dem Umzug. Sehr aufmerksam lauscht sie ihren gewohnten Geräuschen in der Umgebung und beschreibt diese ausführlich. Dies ist auch eine Art des Verarbeitens – die Umgebung bewusst wahrnehmen.
Pädagogisch sehr wertvoll ist der Ausgang der Geschichte. Trotz der neuen und ungewohnten Akustik im Schlafzimmer, findet Clara einen ständigen Begleiter, der ihr Halt und Zuversicht schenkt. Und schon muss sie feststellen: „Es ist fast wie immer.“



Diese Geschichte eignet sich hervorragend für eine Klasse, die ein Kind aufgrund eines Umzugs verabschiedet. Über ein Gespräch im Erzählkreis gelingt ein schöner Einstieg in die Thematik, indem Kinder die Gelegenheit bekommen zu erzählen, wer schon einmal umgezogen ist und wie das war.
Die Fischervelage stellen zu diesem Bilderbuch ein Bilderbuchkino zum Download bereit. Nach der Gesprächsrunde kann dieses Bilderbuch dazu dienen, dem Kind Mut zu machen und seine Unsicherheiten zu nehmen. Als Hausaufgabe wäre es denkbar, die SuS ihre Eltern, Freunde oder Verwandte interviewen zu lassen, um die kuriosesten Umzugsepisoden aufzuschreiben.

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„Schneller?!“ bringt den Betrachter zum Staunen. Besonders der Vergleich von Technischem mit Natürlichem ist phänomenal und schon fast angsteinflößend. Die letzte Seite ist dann doch einem Naturphänomen gewidmet, sodass die technischen Errungenschaften an die Wunder der Natur (noch) nicht herankommen.




Dieses Bilderbuch weckt das kindliche Interesse weiter zu forschen und trumpft mit außergewöhnlichen und verblüffenden Geschwindigkeitsvergleichen auf.
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