Anne-Kathrin Behl – Matze vor, tanz ein Tor!

Behl - Matze vor. tanz ein Tor

Passend zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, erleben wir in diesem Bilderbuch von Anne-Kathrin Behl ein Fußballabenteuer der ganz anderen Art.
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Matze und sein bester Freund Emil spielen gerne gemeinsam. Sie fahren Roller um die Wette, bauen Straßen, um darauf ihre Spielzeugautos sausen zu lassen oder buddeln in einem Sandkasten. Doch Matze hat auch ein anderes Hobby. Er tanzt leidenschaftlich gerne – Ballett! Seine Pirouetten sind unvergleichlich. Während die Mädchen seine Künste voller Bewunderung bestaunen, können die Jungen seine Leidenschaft für Ballett so gar nicht nachvollziehen. Schließlich ist Fußball doch viel cooler.

Beim großen Fußballspiel der Rummelsdorfer Raufbolde gegen die Kleinmunzheimer Kampfbolzer, steht Matze am Spielrand und drückt den Raufbolden die Daumen. Doch die Gegner scheinen die Führung zu übernehmen und als dann Ole auch noch verletzt vom Spielfeld getragen wird, hat sein bester Freund eine Idee: Matze soll einspringen! Auf dem Fußballplatz steht Matze vorerst ganz ratlos herum, bis der Ball ihm direkt vor die Füße hüpft. Dann beginnt er an zu tanzen…. mit dem Ball direkt ins Tor!

Anne-Kathrin Behl spielt in diesem Bilderbuch mit der stereotypischen Geschlechterrollenverteilung. Einerseits erleben wir das in pink dargestellte Mädchenuniversum inkl. Basteleien und Tänzereien. Andererseits sind da die wilden Kerle auf dem Fußballplatz. Matze ist genau dazwischen – von den Mädchen akzeptiert, von den Jungen keinesfalls gemieden.

Die Illustrationen kontrastieren diese beiden Welten sehr harmonisch. Matze fällt nicht als ein von der Norm stark abweichendes Wesen auf. Er gehört dazu und ist genau zwischendrin.
Matze vor, tanz ein Tor

Material

Zur vertiefenden Auseinandersetzung eignet sich die künstlerische Ausgestaltung des eigenen größten Fußballmoments oder die in Gruppenarbeit entwickelte digitale Aufzeichnung von Geräuschkulissen eines fiktiven Fußballspiels.

Talente und ihre Akzeptanz, auch in besonderen Situationen!

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Johanna Lindemann und Lucie Geöpfert – Das Regenmädchen

Das Regenmädchen

Das Regenmädchen ist tief traurig. Eine Regenwolke über ihrem Kopf ist ihr ständiger Begleiter. Es symbolisiert ihren Gemütszustand. Die Regenwolke stört das Mädchen nicht. Lediglich ihre Nachbarn machen sich Sorgen. Als sie versucht ein Lächeln aufzusetzen, fängt es nur zu donnern und zu blitzen an.
Eines Tages bekommt sie einen Brief aus Afrika. Der Staatspräsident lädt das Regenmädchen zu sich ein und hofft somit auf ein bisschen Regen für sein Land. Das Regenmädchen folgt prompt dieser Einladung und muss feststellen, dass eine Regenwolke auch etwas Gutes bewirken kann.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Traurigkeit eines Mädchens, dessen Ursprung wir als Leser nie erfahren. In diesem Bilderbuch werden die Symptome einer kindlichen Depression einfühlsam geschildert. Sie bekommt gut gemeinte Ratschläge von ihren Nachbarn, die eigentlich als Kritik an der Gesellschaft aufzufassen sind. Die Nachbarn raten dem Mädchen das Weinen einzustellen, damit ihre Tränen nicht in ihren Garten tropfen. Leider geht es ihnen weniger um das traurige Mädchen selbst, sondern eher um ihr eigenes Wohlergehen.

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Das Mädchen bemüht sich ein Lächeln aufzusetzen, aber es gelingt ihr nicht, ihre Traurigkeit zu überwinden. Erst als ihre Traurigkeit in einem fremden Land als etwas Positives und Erfreuliches wertgeschätzt wird, kann das Regenmädchen nun doch lachen. Dieses Bilderbuch vermittelt Kindern auf ansprechende Weise, dass Traurigkeit zum Leben dazugehört. Sie jedoch auch überwunden werden kann. Hier ist es vor allem die Zeit, die etwas vom Kummer mit sich nimmt und das Gefühl des „Gebrauchtwerdens“.

Die Atmosphäre prägenden Grundfarben Göpferts fangen die Gefühlslage des Regenmädchens entzückend ein. Die Typographie, die eine kindliche Handschrift imitiert und die selbst gemalten Linienstriche, verdeutlichen die innere Zerrissenheit des Mädchens. Auf allen Bild- und Textebenen arbeitet Das Regenmädchen mit der Verschränkung von an der Oberfläche liegenden Ereignissen mit dem in der Tiefenstruktur verarbeiteten Erleben. Der Leser wird mit einer komplexen Gefühlsbalance konfrontiert und erlebt die Entwicklung einer Kompensierung.

Das Regenmädchen

Material

Angeregt durch dieses Bilderbuch wäre es möglich mit Kindern Handlungsstrategien im Umgang mit Traurigkeit zu erarbeiten. Auf diesem Arbeitsblatt ist links ein trauriges Gesicht zu sehen. In der Mitte kann gezeichnet oder geschrieben werden, was bei Traurigkeit hilft, z.B. weinen zu können, jemandem von dem Kummer zu berichten oder sich trösten zu lassen. Ganz rechts erscheint schließlich ein fröhliches und entspanntes Gesicht als Konsequenz der Bewältigungsstrategien.

Traurigkeit Bewältigung

Alternativ bietet es sich hier an, den Perspektivwechsel in Briefen zu Texten zu trainieren. Das Bilderbuch wird hierzu lediglich bis zur Ankunft der Post vom afrikanischen Staatspräsidenten vorgelesen. Anschließend ist es die Aufgabe von den Kindern ihr Weltwissen einzubinden und aus der Sicht des Präsidenten den Brief zu vervollständigen. Dieses Vorhaben habe ich mit meinen 3. Klässlern ausprobiert und es sind richtig tolle Briefe entstanden!

 

Ein Bilderbuch vom Mut, traurig zu sein.

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Jonathan Meres – Oskar: Alles Banane!

Oskar - Alles Banane!

Oskar ist 13-Jahre alt und steckt mitten in der Pubertät. Seine jüngeren Brüder nerven unentwegt und als wäre das nicht genug, muss Oskar feststellen, dass seine Eltern pleite sind. Neben dem Umzug in ein kleineres Haus, entpuppt sich die Mutter als shoppingsüchtig und es stellt sich heraus, dass sein Großvater auch noch unter Spielsucht leidet. Da ist es für einen Teenager nicht einfach aus diesem Chaos an Umständen seine Hormone nebenher in Schach zu halten.

Das Chaos ist somit vorprogrammiert und ein verworrenes Ereignis jagt das nächste.

Der Comic-Roman ist ein Anziehungsmagnet für Jungen im Lesealter ab 10 Jahren. Die Hauptfigur wird Jungen an sich ziehen, die sonst eher schwer zum Lesen zu verlocken sind. Oskar liebt Mountainbikes, hält nicht viel von der Schule und ist in seinem Umgangston seinen Eltern und Geschwistern gegenüber auch manchmal schroff.

Trotzdem hält dieses Buch einige komische Situationen bereit. Es wartet mit schönen Kritzeleien auf und belebt somit das Lesen von insgesamt 320 Seiten. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten. Der Autor spielt mit der Darstellung vieler Wörter. Das Wort „nervtötend“ wird beispielhaft in zittriger Form sinnfällig gemacht und gibt den Gefühlszustand auch bildlich wieder.

Erwachsene werden sicherlich den nicht unbedingt vorbildlichen Umgangston und Wortwahl ankreiden. Auch die Eltern als „Vorbild“ sind sicherlich nicht so ernst zu nehmen. Hier überwiegt die Intention Kinder an das Lesen zu bringen und ihnen in ihren Interessen gerecht zu werden. Wünschenswert wäre natürlich aus pädagogischer Sicht eine lehrreiche Quintessenz, wie z.B. eine positive Entwicklung, die Oskar durchmacht oder das Dazulernen durch Fehltaten.

Leider kommt Oskar an Greg nicht heran. Hier müssen sich wahre Fans noch weiter auf dem Büchermarkt umschauen oder mal Felix Rohrbach von „Knapp vorbei ist auch daneben“ unter die Lupe nehmen.

Oskar - Alles Banane!
Gute Aufmachung mit gelungener Situationskomik, aber einer fehlenden pädagogischen Quintessenz.

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Ute Krause – Minus Drei wünscht sich ein Haustier

Minus Drei wünscht sich ein Haustier

Der kleine Dinosaurier Minus Drei wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Mama Drei ist jedoch von dieser Idee gar nicht begeistert, denn schließlich ist mit so einem Haustier viel Arbeit verbunden. Der Käfig muss sauber gemacht, das Tier muss regelmäßig spazieren gegangen werden. Mama Drei fürchtet, dass diese Arbeit an ihr hängen bleibt.
Kurzerhand beschließt Minus Drei eine Anzeige zu schalten, um seiner Mama zu beweisen, dass er sehr wohl für ein Haustier selbstständig sorgen kann. Schon bald bekommt er seinen ersten Auftrag und muss feststellen, dass Haustiere ganz schön eigenwillig und anstrengend sein können. Als er nach dem dritten Auftrag ganz erschöpft ins Bett fällt und froh ist doch kein eigenes Haustier zu haben, hält seine Mama für ihn eine Überraschung bereit. Wird es etwa ein eigenes Haustier sein?
Viele Eltern kennen diese Problematik. Das eigene Kind ist nicht einmal in der Lage sein Zimmer sauber zu halten und wünscht sich trotzdem ein Haustier. Nur wenige können vorher einschätzen, wie viel Arbeit so ein Tier macht. In diesem wunderbaren Erstlesebuch von Ute Krause wird dieser Wunsch ganz zauberhaft und mit vielen humoristischen Einsprengseln beleuchtet.
Die Schriftgröße ist für Erstleser sehr passend und beschränkt sich auf wenige Sätze auf einer Seite. Das Leseverständnis wird mit tollen Illustrationen unterstützt und das Eintauchen in die Geschichte, mit der sich wohl viele Kinder identifizieren können, erleichtert.
Die Idee der Haustierbetreuung ist sehr schräg und witzig. Das überraschende Ende ist natürlich ein Garant für Lacher, da es so unerwartet ist. Die Erstleser haben sich unbedingt eine Fortsetzung gewünscht und da es mit „Band 1“ betitelt ist, gehe ich davon aus, dass weitere Abenteuer mit Minus Drei folgen werden. Die ersten Fans warten bereits sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Das Lesevergnügen ist ins Rollen gekommen!
Minus Drei wünscht sich ein Haustier
Tolle Charaktere, spannender und witziger Handlungsverlauf mit ansprechenden Illustrationen.

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Peter Turrini und Gerhard Haderer – Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Die vierjährige Theresa verbringt viel Zeit beim siebenundsechzigjährigen Peter-Ini. Gemeinsam gehen sie spazieren, frühstücken oder lesen ein bisschen. In allen Situationen grübeln sie über das Leben und es stellt sich bald heraus, dass das kleine Mädchen den intelektuellen Schriftsteller ganz schön herausfordert. Erwachsene wissen eben doch nicht immer alles. Peter-Ini weiß dagegen sehr gut sich auf die Gespräche mit Theresa einzulassen. Das Ergebnis sind offene, ehrliche, unverschleierte und manchmal sogar unerwartet tiefgründige und philosophische Gesprächswiedergaben, die laut dem österreichischen Schriftsteller Peter Turrini sich tatsächlich so abgespielt haben.

Die über 20 hier festgehaltenen kurzen Sequenzen geben in Form eines Comics authentische Kindergespräche wieder. Es sind alltägliche Situationen, in denen Kinder die besten Einfälle haben, die Peter Turrini stets festgehalten hat, um daraus ein Buch zu machen. Menschen, die mit Kindern in diesem Alter zu tun haben, merken schnell wie lebensnah und ehrlich diese Gespräche sind.

Thematisch drehen sich die Gespräche um das Älterwerden, die Gefühle Traurigkeit und Angst, Geschwisterliebe, Schönheit, Freundschaft und vieles mehr… Gerhard Haderer interpretiert die jeweiligen Situationen in einer fantastischen Mimikdarbietung. Diese lebendigen Illustrationen, gemeinsam mit dem erfrischend natürlichen Text, machen dieses Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Manchmal ist ein Fasan eine Ente
– Ich bin fantastisch schön.
– Sicher. Weißt du überhaupt was das heißt?
– Was?
– Fantastisch schön?
– Das heißt, dass ich ganz viel schön bin.
– Und ich? Wie schau ich aus?
– Du bist nur ein bisschen schön, weil du schon ein bisschen alt bist.
Es ist ein wunderbares Geschenkbuch  für alle Hobby-Philosophen, Erzieher, Großeltern und alle Menschen, die Kinder lieben.

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Mies van Hout – Ãœberraschung!

Überraschung- Mies van Hout

Erziehung und Muttersein ist eine Lebensaufgabe!

Die niederländische Künstlerin und Illustratorin Mies van Hout präsentiert auf zwölf Doppelseiten die einzelnen Stationen einer Mutter-Kind-Beziehung. Als Protagonist dient ein farbenprächtiger Vogel mit einem sich stets ändernden Federkleid. Die unnachahmlichen Illustrationen der mehrfach prämierten Künstlerin ragen aus dem schwarzen Hintergrund empor und brennen sich sofort in das Gedächtnis des Betrachters ein.

Während das nun in der sechsten Auflage erschienene Bilderbuch „Heute bin ich“ die Emotionswelt von Fischen, die sonst nicht unbedingt für ihre abwechslungsreiche Mimik berüchtigt sind, in den Vordergrund stellt, widmet sich dieser Folgeband dem Brutverhalten von Vögeln. Auf der ersten Doppelseite strahlt uns ein hoffnungsvoller Vogel mit einem in die Luft gehobenen Schnabel und in aller Farbenpracht leuchtendem Gefieder in Form von kleinen Küken, an. Daneben pulsiert das für sich stehende Wort „WÜNSCHEN“ in all seiner Dringlichkeit. Die nach außen transparente Innerlichkeit dieses Vogels kann nicht anders, als den Leser bereits von der ersten Seite auf diese wundervolle Reise der Mutterschaft und des Lebens zu entführen.

Die bedeutsamen weiteren Lebensabschnitte menschlichen Heranreifens und die somit für die Mutter verbundene Rollenänderung werden in Form von Verben als Entwicklungsschritte dargestellt. Nach „hoffen“ und „erwarten“ kommt das „Staunen“ über dieses Wunder des Lebens. Doch auch die alltäglichen Erziehungsmethoden, zu denen auch das aufmerksame „Zuhören“ gehört, hier realisiert durch das von der Vogelmama zum Küken geneigte offene Ohr und die großen, weiten, aufmerksamen Augen, finden ihren Platz im Buch als essenzielle Aufgabe im Prozess der Entwicklung.

Das Herz wird beim Betrachten der letzten Seite auch etwas schwer, denn hier wird eine wehmütige Vogelmama skizziert, die viel von ihrer Innerlichkeit an die Kinder gegeben hat und sie in all ihren Regenbogenfarben mit frohem Lebensmut davon fliegen sieht. Das Muttersein mündet unweigerlich in einem elterlichen „Loslassen“, das zwischen Melancholie und aber auch Stolz pendelt.

Diese Sensibilität trifft ins Herz. Es ist ein Buch für Erwachsene, vor allem für Mütter, aber auch Pädagogen und allen im Reifeprozess von Kindern Beteiligten. Die rührende Wahrhaftigkeit wird mit wenigen Worten, dafür in umso umwerfenden und kostbaren Pastell- und Wachskreidezeichnungen übermittelt.

Mies van Hout - Überraschung
Dieses von innen heraus leuchtende Bilderbuch ist das perfekte Geschenkbuch für den Muttertag oder  für werdende Mütter.

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Jakob M. Leonhardt – Knapp vorbei ist auch daneben

Knapp vorbei ist auch daneben

Felix Rohrbach ist ein Chaot und Loser. Er ist kurz davor von der Schule zu fliegen, doch es macht ihm nicht wirklich etwas aus. Mit seinen Freunden Lea und Musti schmiedet er regelmäßig Pläne wie er die Anerkennung seiner Mitschüler durch nonkonformes Verhalten gewinnen kann. Nach einer Sprayaktion an den schlulischen Mauern, bekommt er vom Rektor Toaster-Manni die allerletzte Chance das Ruder noch einmal umzuschmeißen und sein Leben in den Griff zu bekommen.
Genau dann taucht Charleen, das schönste Mädchen auf dem Planaten, auf. Sie geht in Felix‘ Klasse und verdreht ihm völlig den Kopf.
Stöhn und Doppelstöhn!
Wäre da nur nicht sein Nebenbuhler Robert Maschmann, der absolute Held der Schule, der ebenfalls ein Auge auf Charleen geworfen hat. Hier beginnt ein schonungsloses Stechen gegeneinander im Kampf um den Engel Charleen. Felix unterwirft sich einer Generalüberholung – alles damit Charleen sich bloß für ihn entscheidet.
Dieses Buch ist vorrangig für männliche Leser ab 11 Jahren zu empfehlen. Es schildert die Schwierigkeit sich als Teenager im Leben zurecht zu finden. Es dreht sich um Liebe, Freundschaft und vor allem um die Suche nach sich selbst und der eigenen wahren Identität. Was macht dieses Buch aus? Es ist diese Portion Witz, Leichtigkeit im sprachlichen Stil, Nähe zur Jugendsprache und das „Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen“, dass den Leser an dieses Buch bindet.
Wer hier rein schaut, ist selbst schuld!
Sehr gelungen sind die eingebundenen Comic-Illustrationen von Fréderic Bertrand, die den Inhalt geschickt verpackt in Szene setzen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und gespickt mit den vielen Zeichnungen, kommen auch die weniger Lesebegeisterten schnell voran. Die Charaktere werden sehr lebendig, schräg überspitzt und schon fast stereotypisch dargestellt. Der mollige Musti, der alles Mögliche in sich hineinstopft und mit einem herrlich übertriebenen „Ausländer-Deutsch“ glänzt. Dann wäre da das schüchterne Gothic-Mädchen Lea und die wunderschöne Charleen mit ihrer oberflächlichen Mädchen-Clique.
Dienjenigen, die Bücher wie „Gregs Tagebuch“, „Rick“ oder „Oskar“ mochten, werden hier einen ebenbürtigen Lesestoff finden.
Knapp vorbei ist auch daneben
Ein herrlich erfrischender Lesestoff mit tollen Comic-Illustrationen und einer guten Portion Witz!

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Guido van Genechten – Mamas mit ihren Kindern

Mamas mit ihren Kindern

Tierkinder haben auch Mamas. In diesem kunstvoll illustrierten Pappbuch mit besonders stabilen Seiten werden zehn verschiedene Mamas gemeinsam mit ihrem Nachwuchs präsentiert. In stets schwarz-weißen Collage-Darstellungen beschnuppert sich ein Pferd mit seinem Fohlen und das kleine Kätzchen folgt brav seiner Mama, um von ihr möglichst viel zu lernen.

Der Fokus ist ausschließlich auf die tierischen Darsteller gelenkt. Es gibt keine Distraktion in Form von ergänzender Hintergrundgestaltung. Ebenfalls schön ist, dass auf jeder Seite die Hintergrundfarbe von schwarz zu weiß wechselt. Dementsprechend verändert sich auch die farbliche Darstellung der jeweiligen Protagonisten.

Dieses Buch ist bereits für Kleinkinder ab 12 Monaten zu empfehlen. Es erweitert den Wortschatz und fördert die Sprachentwicklung. Hier lernen Kinder, dass manche Tierkinder auch eine andere Bezeichnung haben.

Es wäre auch denkbar gewesen Tierkindern einzubinden, die so ganz anders aussehen als ihre Mamas wie z.B. Raupen oder Kaulquappen. Das wäre vielleicht noch als Highlight für die allerletzte Seite möglich.

Allen Illustrationen gemeinsam ist jedoch die Tatsache, dass alle Mamas stets ein seliges Lächeln auf den Lippen haben. Schließlich ist Mamasein doch was Tolles!

Mamas mit ihren Kinder
Ein hervorragendes Geschenkbuch zum Muttertag oder zur Geburt eines Kindes!

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PSSSST! Ab morgen könnt ihr dieses wundervolle Pappbuch gewinnen! 🙂

Luise Holthausen – Gutenachtgeschichten für die Allerkleinsten

Gutenachtgeschichten für die Allerkleinsten
Ben ist zwei Jahre alt und seine Schwester Bea ist vier. Die beiden sympathischen Kinder leiten durch das Buch mit insgesamt neun unterschiedlichen Gutenachtgeschichten. Als richtige Helden sind sie natürlich auch immer Teil dieser Geschichten. Auf der ersten Seite präsentiert sich ein Inhaltsverzeichnis, das ganz kindgerecht mit Bildern durch das Buch führt. So können Kinder durch einfaches Antippen sich jeden Abend eine neue Geschichte vor dem Schlafengehen aussuchen.
Eine Gutenachtgeschichte erstreckt sich genau über eine Doppelseite. Thematisch drehen sich die Geschichten um Tiere, Versteckspielen vor dem Zubettgehen, Vorlesen mit der Oma, Schlafen in der Kita, Zelten in der Nacht oder auch um den Mond. Es sind Schilderungen von Erlebnissen aus dem Alltag, mit denen sich Kinder schnell identifizieren können. Alle Geschichten haben die Gemeinsamkeit, dass sie das Müdewerden und „Zur-Ruhe-kommen“ ansprechen. Das Einschlafen gelingt somit im Handumdrehen.
„Schlaft gut, ihr beiden“, sagt der Mond leise und lächelt.
Gutenachtgeschichten für die Allerkleinsten
Lebensnahe Gutenachtgeschichten, die die Kinder zur Ruhe kommen lassen und in 5-10 Minuten vorgelesen werden können.

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Jennifer Gray und Amanda Swift – Fuzzi, Coco & co

Fuzzi, Coco & co

Fuzzi und Coco sind Meerschweinchen mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Während Fuzzi abenteuerlustig und sehr dynamisch ist, beruht sich Coco auf ihre königliche Herkunft und handelt stets vornehm wie eine richtige Dame. Ihre Vergangenheit im Königshaus möchte Fuzzi ihr jedoch nicht so ganz abnehmen, zumindest nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt …Fuzzi ist nämlich Hobbykoch und möchte seine Künste in einem Spitzenrestaurant verbessern. Als er eine Anzeige in der Zeitung sieht, ist für ihn klar, dass er sich dort schnellstmöglich anmelden muss. Auf Cocos Bedenken hört er nicht und witzelt lieber über ihre übervorsichtige Art.

„Fuzzi, Coco & co.“ ist ein Buch für Kinder ab 8 Jahren. Es hat mich vom Inhalt ein bischen an ein Walt Disney Film erinnert. Es ist eine leichte, rasante Unterhaltung, ohne viel lehrreiches Material. Schwerpunktmäßig wäre es sicherlich bei der Thematik „Abenteuer“ einzuordnen.
Positiv hervorzuheben ist der angemahnte Umgang mit den neuen Medien. Coco gerät beim Recherchieren nach dem Standort des Restaurants auf einen Internetbetrüger, der sich mit ihr treffen möchte. Beim Treffen muss Coco die Erfahrung machen, dass man den Menschen im Internet nicht blindlings vertrauen sollte.
Ansonsten sind die vielen Wendungen für den Leser schwer nachzuvollziehen und der Handlungsverlauf öfter doch fragwürdig. Allerdings könnten Meerschweinchen-Fans und Liebhaber von Walt Disney-Filmen mit diesem Buch doch ihre Freude haben. Die anderen können dieses Buch getrost ignorieren.
Fuzzi, Coco & co
Kurzweilige und leichte Unterhaltung.

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