Auf und davon

Papillionis ist auf Inspirations-Reise…

.. .und doch komme ich nicht umhin euch  einige englischsprachige Bücher vorzustellen, die aufgrund ihrer Einfachheit auch im Englischunterricht der Grundschule eingesetzt werden können.

Im neuen Jahr geht es hier dann wieder mit regelmäßigen Rezensionen weiter.

Viele Grüße aus der Ferne!

Daniela Kulot – Malte Maulwurf und sein wundersamer Fernseher

Malte Maulwurf hat zu seinem Geburtstag von seiner Freundin Mia Maus einen wundersamen Fernseher geschenkt bekommen. Es ist sogar in HD-Qualität, hat eine Fernbedienung, doch leider keinen Ton. Das jedoch stört den Malte nicht, denn er erzählt eh lieber einfach selbst dazu. Und so kommt es, dass Malte mit seinen Freunden vor einem riesigen Aquarium sitzen und in die Welt von spannenden, fantasiereichen und bunten Geschichten eintauchen. Malte ist ein toller Geschichtenerzähler und lockt viele Zuschauer und -hörer in seine Wohnung. Als der Molch auftaucht und einen richtigen Fernseher mitbringt, sind die Freunde glücklich, denn endlich haben sie eine vernünftige Sitzgelegenheit, um weiterhin Maltes wundersamen Geschichten zu lauschen …

„Weißt du (…), wenn du wunderbunt glücklich, froh und frei bist, dann kannst du Dinge sehen, die andere nicht sehen können, und du kannst Dinge erreichen, die andere nicht erreichen können.“

In dem neuen Bilderbuch von der sehr talentierten Daniela Kulot wird das Geschichtenerzählen und die Fantasie in den Vordergrund der Geschehnisse gestellt. Malte nutzt sein Aquarium als Anlass seinen Freunden die wundersamsten Dinge zu erzählen. Mit stets offener Körperhaltung präsentiert er ihnen die Früchte seiner Fantasie und kann sie an sein stetig wachsendes Aquarium fesseln. Die Farben des anfangs kleinen und eher unscheinbaren Aquariums, werden mit Maltes Erzählungen immer prächtiger, strahlender und bunter. Seine Zuschauer hat er alsbald für sich gewonnen und lässt die Kunst des Erzählens und ihre Bedeutsamkeit aufleben, sodass der „richtige“ Fernseher dagegen sehr blass aussieht.

Daniela Kulot schneidet das Thema Medienkonsum ohne den erhobenen Zeigefinger an und zeigt, dass die Mündlichkeit und das Beisammensein in der Gesellschaft sehr wertvoll ist. Natürlich können auch bestimmte Fernsehsendungen Wissenswertes vermitteln und die Fantasie anregen, dabei kommt es jedoch auf die Art der Sendung an. Manche können die kindliche Kreativität gar beflügeln (siehe Studie von Tillmann). Doch die Kunst des Erzählens entwickelt sich nun einmal durch das Sprechen.

Hier kann das Buch wunderbar bereits in der 2. Klasse als Aufhänger für das mündliche Erzählen genommen werden. Was heißt Geschichtenerzählen? Was bewirkt das bei den Zuhörern? Was macht einen guten Geschichtenerzähler aus? Das Aquarium kann durch einen Kamishibai-Rahmen ersetzt und mit den fantasievollen Beiträgen der Kinder gefüllt werden!

Wiedereinmal ein grandioses Bilderbuch von Daniela Kulot: die  Magie des kunstvollen Geschichtenerzählens!

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Mies van Hout – Freunde

Mies van Hout thematisiert in ihrem neuen Bilderbuch viele Situationen einer Freundschaft und daran gekoppelt Emotionen. In Szenen von jeweils zwei Monstern wird aufgezeigt, was Freunde alles miteinander machen können. Neben spielen, rumhängen und lachen, wird auch gestritten, geheult und geschmollt. Der Umgang mit Konfliktsituationen ist ebenso Thema, wie ihre Lösung.

Wie bereits beim Bestseller „Heute bin ich“ sind es diese konsequent durchgehaltenen leuchtenden Farb-Kontraste, die den Blick des Betrachters an die Illustrationen fesseln. Auf dem schwarzen Hintergrund scheinen die großformatigen Bilder schon fast zu brennen. Diese werden von einem einzigen Verb unterstrichen und verleihen den wachsmalstiftähnlichen-Zeichnungen noch mehr an Gewicht und Bedeutsamkeit.

Die Kinder können durch das Cover und eine Impulsfrage dazu angeregt werden zu erzählen, was für sie persönlich Freundschaft ausmacht. Gewöhnlich wird jedes Kind zu diesem Thema etwas beitragen können und so kann schon auf das Buch übergeleitet werden. Hierbei können die Verben vorerst verdeckt werden, sodass die Kinder die Möglichkeit bekommen Mutmaßungen anzustellen und die Szene genauer zu betrachten. Das Bilderbuch verwirklicht den Anspruch der Sehschule durch die doch ziemlich eindeutige Darstellung der Mimik und Körpersprache der Figuren.

Neben der Wortschatzerweiterung zum Thema „Freundschaft“, bietet das Buch einen gelungenen Schreibanlass bereits für Erstklässler. Im Kunstunterricht können hierzu auf schwarzem Papier mit Wachsmalstiften Lieblingsaktivität mit dem besten Freund festgehalten werden. Im Deutschunterricht können mithilfe der Anlauttabelle bereits die ersten Wörter verschriftlicht werden. Das Bilderbuch ist für den unterrichtlichen Einsatz prädestiniert!

Ein weiteres qualitätvolles Werk Mies van Houts, das ich als sehr wertvoll erachte!

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Silke Vry – 13 optische Tricks, die du kennen solltest: Kunst für Kids

Silke Vry stellt ein Werk mit 13 unterschiedlichen optischen Täuschungen vor, die das menschliche Auge verwirren, betrügen und verzaubern. Die Räder auf der Titelseite fangen, beim längeren Betrachten an, sich zu drehen. Ein Porträtgemälde scheint aus dem eigenen Bilderrahmen zu steigen. Die Zeichnung der Wendeltreppe von Escher spielt mit den Gesetzen der Perspektive und sorgt für wahnsinnigen Spaß. Hier werden Rätselbilder und surrealistische Verwirrungen (siehe Bild unten) von Meisterwerken wie August Macke, M.C. Escher, Hans Holbein und anderen präsentiert und die Kunst der Illusion erklärt.

Optische Täuschungen haben einen ganz eigenen Reiz. Sie lassen sich nicht so einfach erklären und gewinnen dadurch noch mehr an Faszination. Dieses Buch für Kinder ab 8 Jahren gibt den Kunstwerken viel Freiraum und bildet sie in ihnen gerechten Größe ab. Zusätzliche Informationen zu den Bildern lassen sich jeweils um das Bild herum finden. Stets ist der Name des Bildes, des Künstlers, das Jahresdatum und oft auch der momentane Aufbewahrungsort angegeben.

Eine Zeitleiste oberhalb der Seiten gibt die wichtigsten historischen Ereignisse zur Entstehungszeit übersichtlich wieder. Unterhaltsame Quizfragen regen zum Nachdenken und Entdecken an und die dafür passenden Lösungen sind hinten im Buch zu finden.

Die Illusionen sind oft versteckt und die verwirrende Botschaft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die dargestellte Bandbreite der Tricks ist enorm und reicht von der römischen Wandmalerei bis hin zur Op-Art. Am Ende des Buches bleibt man mit dem Wunsch noch mehr optische Täuschungen entdecken zu wollen!

Unterhaltsame optische Täuschungen gepaart mit informativen Erläuterungen.

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Gisel Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne – Band 2

Nach dem ersten Band zu „Kinder entdecken ihre Sinne“ mit dem Schwerpunkt  Sehen, Hören, Riechen und Schmecken erscheint nun das nachfolgende Band, welches sich auf die Sinneswahrnehmungen Tasten, Bewegen und Gleichgewicht halten konzentriert.

Neben fundierten Hintergrundinformationen werden Spiele, Experimente und Forscheraufträge zur Sinneswahrnehmung  vorgestellt. Die Sinne Tasten und Bewegen umfassen jeweils 50 Seiten, während dem Gleichgewicht 30 Seiten gewidmet wurden. Bei den Spielen und Experimenten wurde ein großer Wert auf die Beteiligung der Kinder gelegt. Das heißt sie machen, erforschen, erfinden und lernen. Bei allen „Spielen“ informiert ein kurzer Text den Leser über Sinn und Lernziel der Aktivität und gibt die dazugehröige Alters- und Zeitangabe.

Als zusätzliches Bonbon macht Gisela Walter die Sprachförderung in einigen Spielen schmackhaft und bindet Synonyme für Bewegen oder Tasten an, stellt passende Redensarten vor, die allesamt zum spielerischen und kreativen Sprachgebrauch anregen sollen.

Nicht alle Spiele sind als typische Spiele zu verstehen. Oft sind es einfach „nur“ Beobachtungs- und Forscheraufträge, wenn es z.B. darum geht gemeinsam die Haut auf der Handinnenfläche, dem Unterarm, der Nase, den Augen oder den Fersen abzutasten und gemeinsam die neuen Erkenntnisse festzuhalten. Zur Förderung der Berührungssensibilität ist der Vorschlag zum Erspüren der Seifenblasen sehr inspirierend. Die Begründungen warum z.B. der Rücken weitaus weniger Berührungen wahrnimmt und somit 3 von 5 Fingern nur schlecht unterscheiden kann, während die Fußsohle erheblich sensibler ist, wird in einem „Info-Kasten“ sehr nachvollziehbar erläutert.

Die Illustrationen von Simone Pahl gleichen erstaunlich den Bildern von Kerstin Heinlein, die das vorherige Band illustriert hat und verdeutlichen die unterschiedlichen Schichten der Haut, den Gehörgang oder bilden einfach den Spielvorgang ab.

Zum Schwerpunkt Bewegen werden Aktivitäten rund um Körperteile, Muskeln, Gelenke, Geschwindigkeit, Reaktion und Geschicklichkeit thematisiert, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Anregungen zu einem Thema abdecken. Die meisten Spiele können ohne viel Aufwand und Materialen durchgeführt werden und werden die Kinder das ein oder andere Faszinierende an ihrem Körper entdecken lassen!

Fundierte Sachinformationen in unterschiedliche und abwechslungsreiche Spiele und Wahrnehmungsaufträge verpackt, die die Kinder auf ihrem eigenem Niveau ansprechen und viel Wissen vermitteln.

 

 

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Hans Toman – Classroom-Management in der Grundschule

Classroom-Management, welches hier als Klassenführung übersetzt wird, kommt im Grundschulalltag sowohl aus der Schüler- als auch aus der Lehrersicht eine große Bedeutung zu. Diese Aufgabengebiete sind äußerst vielschichtig und komplex. Ein optimales Lernumfeld verlangt nicht nur eine perfekte Organisation des Unterrichtsalltags, sondern auch ein positives soziales Lernklima, eine fruchtbare Elternarbeit, abwechslungsreiche Methoden, Einsatz von unterschiedlichen Unterrichtsformen, Berücksichtigung der Heterogenität, Schülerbeobachtung und Beachtung von vielen weiteren Kernbereichen.

In diesem Band wird auf die Bedeutung und die einzelnen Komponenten des Classroom-Managements eingegangen, die zuvor in die folgenden drei Gruppen unterteilt wurden: Schülerperspektive, Lehrerperspektive und das Unterrichtsgeschehen. Der Aufbau des Buches gliedert sich nach eben diesen Hauptbereichen und stellt deren Vernetzung mit vielen wissenschaftlichen Belegen dar.

Dieses Band gleicht eher einer wissenschaftlichen Arbeit, die nun veröffentlicht wird. Es ist sehr theoretisch, sachlich und zitiert viele namhafte Wissenschaftler. Es werden Thesen und Fragestellungen aufgeworfen, die es im weiteren Verlauf zu beantworten gilt. Unterschiedliche Termini werden definiert, Grafiken von Netzwerken und ihren Beziehungen zueinander zu verdeutlichen versucht, Komponenten der Kernbereiche untersucht und mit weiteren Studien verglichen und untermauert.

Erfahrene Lehrpersonen, die sich vielleicht zu diesem Thema praktische Tipps und Umsetzungsmöglichkeiten erhofft haben, werden von diesem Band eher enttäuscht sein. Studierende verschiedener Lehrämter dagegen eine übersichtliche und kompakte Analyse der unterschiedlichen Komponenten vom Classroom-Management vorfinden.

Die Erwähnung der Ergebnisse der PISA-Studie ist für mich als Begründung für das Thema Classroom-Management ganze 12 Jahre später, etwas unpassend. Das Thema wurde mehr als breitgetreten und bedarf aktuellerer Begründungen wie z.B. die stetig fortschreitende Technologisierung  des Lernens und damit wandelnde Aufgabengebiete für Lehrkräfte.

„Kommunikations- und Kooperationsformen besitzen im Unterricht einen hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang spielen die Gesprächsformen eine wichtige Rolle. Zu ihnen zählen das gelenkte Unterrichts-gespräch, die Vortragsformen sowie Mischformen mit der Zielsetzung, Methodenschulung als Aufgabe der Grundschule zu realisieren…“ (S. 43).

Für Studierende verschiedener Lehrämter als kompakte und fundierte Nachschlage- und Zitierquelle sehr zu empfehlen.

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Alexander Steffensmeier – Lieselotte versteckt sich

Die Kuh Lieselotte liebt es mit den anderen Bauernhoftieren Verstecken zu spielen. Aber da sie so groß ist, ist das Finden eines guten Verstecks für sie nicht so einfach. Als sie einen großen Baum erblickt, beschließt die kurzerhand in die schwindelerregende Höhe zu klettern. Ihre Freunde suchen sie vergeblich. So schön der Ausblick vom Baum auch ist, so ganz alleine wird es ihr dann doch langweilig. Leider erweist sich der Weg nach unten ziemlich gefährlich  und so gesellt sich ein Freund nach dem anderen zu ihr mit der vergeblichen Absicht ihr herunterzuhelfen … ist eine Rettung noch möglich?

In diesem Band wird ein neues Abenteuer der beliebten, durchaus verrückten und doch liebenswerten und abenteuerlichen Kuh Lieselotte festgehalten. Das Szenario ist ein Bauernhof mit vielen Tieren, ohne jegliche moderne Spielgeräte. Alles was die Tiere  für das Spielen in der Natur haben, ist ihre eigene Fantasie. Für eine mögliche Einstimmung auf einen Urlaub auf dem Bauernhof wird ein alltäglicher Freizeitvertrieb präsentiert, der Spaß macht und das Miteinander fördert.

Die Absurdität des Hochkletterns einer Kuh auf den Baum, verleiht dem Buch eine  heitere Stimmungswürze. Aus einer misslichen Lage wird versucht das Beste zu machen und es einfach mit Humor zu nehmen. Große Bilder voller Trubel sind besonders für jüngere Kinder sehr anschaulich und ansprechend gestaltet. Die vielfältige Mimik und die unbeholfene und meist täppische Körpersprache von Lieselotte sind stets ein Genuss.

Ich lese und betrachte das Buch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Der Geruch der Tiere und die bloße Fantasie und die einfache Umgebung, die für das Erfinden von eigenen Spielen genutzt wurde, kommen mir wieder in den Sinn. Dieses Bilderbuch spiegelt eine sorglose Unbefangenheit und gleichzeitig die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte wider, in die ich gerne abermals eintauche.

Eine heitere Rückbesinnung auf eine Kindheit in der Natur.

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Martin Baltscheit – Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte

Der Löwe kann brüllen und Zähne zeigen, nur das zählen beherrscht er nicht. Aber das stört ihn nicht. Nun ja, bis er eines Tages einen Löwen trifft, der seiner Löwin einen Blumenstrauss schenkt und ihre Aufmerksamkeit somit für sich beansprucht. Das missfällt dem Löwen sehr. Als ein Schmetterling ihn auf seine Wut provozierend fragt: „Na, hör mal, kannst du nicht bis 3 zählen?“, beschliesst der Löwe sich auf den Weg zu machen, um jemanden zu finden, der bis 3 zählen kann…

Das Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ hat sich ja mittlerweile als Klassiker zur Einführung in das Thema Briefe schreiben fest etabliert. Die Illustrationen begeistern die Kleinen stets aufs Neue und das Mitsprechen der sich wiederholenden Strukturen geschieht wie von selbst. Umso erfreuter war ich eine Fortsetzung des überragenden Bilderbuchs in den Händen zu halten.

Die erste Illustration schliesst an das letzte Bild aus „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ an und zeigt den Löwen und die Löwin lesend auf der Wiese liegen. Durch ein Missverständnis verspürt der Löwe Minderwertigkeitsgefühle und beschliesst die anderen Tiere zu bitten, ihm das Zählen beizubringen, um seine Löwin wieder beeindrucken zu können. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht von Erfolg gekrönnt, denn jedes Tier hat für sich nur eine besondere Zahl auserkoren wie z.B. das Einhorn die eins, die Schwäne die 2 usw., das Aufsagen einer Folge von  Zahlwörtern kann leider keines dieser Tiere. Die Antworten der Tiere sind stets in Reimform  und sehr amüsant. Die wiederkehrende Satzstruktur „Total blöd!“ animiert auch hier zum Nachsprechen. Die Illustrationen geben geschickt versteckt die nun folgende Zahl z.B. durch den Uhrzeiger, Kerzenanzahl, Kinderzahl etc. wieder. Beim Vorlesen kann vor der Erwähnung der richtigen Zahl innegehalten werden, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Zahl von sich aus zu nennen.

Der Fokus liegt in diesem Bilderbuch, meiner Meinung nach, jedoch eher auf der Zweideutigkeit bestimmter Aussagen. Was meint der Schmetterling, wenn er fragt: „Kannst du nicht bis 3 zählen?“, als der andere Löwe die Aufmerksamkeit der Löwin mit einem tollen Blumenstrauß auf sich lenken konnte und dafür einen Kuss bekam? Oder was bedeutet die Äußerung des Löwen nach einem Zweikampf, dem Löwen Bruchrechnung beigebracht zu haben? Diese Aussagen dienen wunderbar als Aufhänger zur Thematisierung von Redewendungen.

Leider empfinde ich den Ausgang der Geschichte, pädagogisch betrachtet, nicht wirklich gelungen. Das Problem der Rivalität wird mit Fäusten und Gewalt gelöst. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass die Löwen in der Tierwelt es genauso tun, aber einen bitteren Nachgeschmack hat es für mich trotzdem.

Zum Thema Bilderbücher im Mathematikunterricht verweise ich auf dieses äußerst gelungene Bilderbuch zur Mengenerfassung: Zwölf und der Wolf.

Zur Thematisierung von Redewendungen und zweideutigen Aussagen sehr zu empfehlen.


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Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Ich wär so gern … dachte das Erdmännchen

Das kleine Erdmännchen lebt im Zoo und erledigt seine Aufpasserrolle ganz gewissenhaft: nach links … geradeaus … nach rechts … geradeaus. Doch im Zoo leben auch andere Tiere, wie z.B. die starken Bären, die lustigen Schimpansen oder die mächtigen Löwen. Wie gern wäre das Erdmännchen so wie die anderen Zoobewohner… Trotz seiner verträumten Bewunderung über die Wesensmerkmale der anderen Tiere, fällt dem Erdmännchen, so wachsam wie er ist, der große dunkle Schatten sofort auf. Schnell pfeift er seine Artgenossen in ihre Erdlöcher und steht nun selber im Mittelpunkt der Bewunderung!

Ich bin ein Erdmännchenfan. Diese niedlichen Tiere könnte ich im Zoo stundenlang beobachten. Ein niedliches Exemplar hat auch Stefanie Jeschke geschaffen. Werner Holzwarth hat seinen Text an die schnellen und ruckartigen Bewegungen eines Erdmännchen angepasst und so findet der Leser viele bruchstückhafte und äußerst knappe Gedankengänge des Erdmännchen.

„Ich wär so gern …“ – Das Erdmännchen würde am liebsten in die Haut anderer Tiere schlüpfen. Stets begründet, stellt er seine Bewunderung für andere dar und merkt gar nicht, dass auch er einiges bietet, was die anderen Tiere ebenso an ihm bewundern und worauf er stolz sein kann.

Dieses Bilderbuch konzentriert sich darauf die Wesensmerkmale unterschiedlicher Tiere herauszuarbeiten. Was macht ein Erdmännchen besonders? Natürlich seine Schnelligkeit und Wachsamkeit. Es geht darum seine eigenen Stärken zu erkennen und zu wissen was man besonders gut kann. Jeder hat seine eigenen Talente und Begabungen, die es zu schätzen gilt, statt andere wegen ihrer Fähigkeiten zu beneiden.

Das Bilderbuch bietet einen tollen Schreibanlass für Grundschulkinder, die erst kürzlich im Zoo waren. „Ich wäre so gern …, weil …“ – die Vervollständigungen wären sicherlich sehr spannend und aufschlussreich. 🙂

Ein wundervoll illustriertes Bilderbuch  über die eigenen Stärken. Kinder und Erwachsene werden gleichermaßen ihre Freude daran finden. Ganz bestimmt!

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Josephine Kronfli und Pit Budde – Fliegende Feder

Das Buch bietet eine große Zahl an indianischen Geschichten, Liedern, Tänzen, Flötenmelodien und Spielen. Die vorgestellten Bastelprojekte rund um Kleidung, Essen, und Spielzeuge ermöglichen ein intensives Eintauchen in das Leben, die Kultur und die Religion der Indianer. Ein beigefügter Bastelbogen erleichtert die Umsetzung der zahlreichen Gestaltungsideen. Die CD fasst viele Geschichten und alle Lieder, als optimale Ergänzung zum Buch, zusammen.

Die Indianer sind für viele Kinder ein faszinierendes Thema. Sowohl Mädchen als auch Jungen können sich gleichermaßen für diese Kultur begeistern. Dieses Buch betrachte ich als eine Inspirationsquelle für Lehrer und Erzieher, die ein Projekt rund um die Thematik „Indianer“ planen. Die Vorschläge sind breit gefächert und können im Kunst-, Musik-, Sachunterricht und Deutsch eingesetzt werden. Viele Ideen können ebenso in Stationen zum selbstständigen Arbeiten und Basteln angeboten werden.

Der Titel „Fliegende Feder“ orientiert sich an einem Kinderspielzeug, welches sehr leicht herzustellen ist und im Weit-, Hoch- oder Zielwurf Anwendung finden kann.

Das Inhaltsverzeichnis ist thematisch angelegt. Mir persönlich fiel hier die Orientierung schwer. Denn was kann sich schon unter der Überschrift „Wir sind die singenden Sterne“ oder „In Schönheit möge es auf uns regnen“ verbergen? Viel hilfreicher fand ich somit das Register im Anhang. Hier werden alle Geschichten, Lieder, Rezepte, Flötenmelodien, Spiele, Tänze und Basteleien unter den jeweiligen Kategorien alphabetisch sortiert dargestellt. Das Lied Taino Tee hat das Potenzial an mein Lieblingslied „Fly like an eagle“ heranzukommen.  Leider fehlt im Buch die eine Strophe mit dem englischen Text. Auf der CD vermisse ich  die Playback-Versionen zu den jeweiligen Liedern. Auch wäre es zeitsparender und praktischer bei der Übersicht der Lieder die jeweilige Seitenzahl zum Liedtext im Buch anzugeben.

Kennen lernen der indianischen Kultur mit einer Fülle an Spielen, Liedern, Tänzen, Geschichten und Basteleien. Eine schöne Inspirationsquelle!

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