Felix Tolles und Steffen Schneider – Die Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschichte

In der Stadt Nazareth planen Maria und Josef ihre Hochzeit. Als der Engel Gabriel erscheint und beiden die frohe Botschaft verkündet, dass Gott Maria auserwählt hat, um Gottes Sohn Jesus zu gebähren, ist die Freude groß. Auf Königs Geheiss die ganze Bevölkerung zu zählen, machen sich Josef und die schwangere Maria einige Monate später auf den Weg nach Bethlehem. Nach der langen Reise ist Maria sehr erschöpft, doch leider hat kein Gasthaus mehr ein Zimmer für sie frei. So müssen sie sich in einem Stall ausruhen. In dieser Nacht wird Jesus geboren. Drei Hirten, denen ein Engel verkündete, dass der Neugeborene „Friede auf Erden für alle Menschen“ bringen werde, machen sich auf die Suche nach Gottes Kind. Sie verkünden die frohe Botschaft der ganzen Bevölkerung und auch die drei Könige aus den fernen Ländern möchten das Kind namens Jesus sehen und ihn reich beschenken.

Felix Tolles erzählt in einfachen, kurzen und gut verständlichen Sätzen die traditionelle Weihnachtsgeschichte. Der Autor bleibt nah am biblischen Text und verzichtet komplett auf komplizierte Bandwurmsätze. Formulierungen wie „Maria und Josef mochten sich sehr.“ bringen die Geschehnisse ohne viel Schnörkel direkt auf den Punkt.

Auch die Illustrationen von Steffen Schneider orientieren sich an der gleichen Devise. Dieses Exemplar der bereits oft erzählten Weihnachtsgeschichte besticht durch farbenfrohe, nicht überladene Illustrationen und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche. In allen Bildern ist das frohe Erwarten schon fast spürbar. Lachende Kinder bespritzen sich im Hof mit Wasser, das Spiel mit dem Licht der Lampen und des wegweisenden Sterns, sowie sich stets intensivierende Farben, kündigen das baldige Kommen Gottes Sohns an.

Besonders schön ist, dass die Weihnachtsgeschichte mit einem Gebet schliesst. Auch dieser Fünfzeiler ist kurz, prägnant, lässt sich leicht merken und rundet somit den harmonischen Gesamteindruck dieser gelungenen Weihnachtsgeschichte ab.

Die Weihnachtsgeschichte

Ein guter Einstieg für Kinder bereits ab 3 Jahren zum christlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes.

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Ingrid Uebe und Ute Thönissen – Die Geschichte von Sankt Nikolaus

Die Geschichte von Sankt Nikolaus

O, lieber heil’ger Nikolaus,
du bist, der Kinder Freund.
Du teilst uns deine Gaben aus,
willst nicht, dass eines weint.
Du willst – und das so lange schon -,
dass jedes fröhlich lacht.
Du bist ja unser Schutzpatron
und gibst gut auf uns acht.

Nikolaus war bereits als Kind sehr hilfsbereit und half bettelnden Kindern, indem er ihnen aus den Taschen seines roten Mantels Nüsse, Brot, Obst und manche Süßigkeit schenkte. Als junger Mann unternahm er eine Pilgerfahrt und zog los, um das Wort des Gottes zu verkünden und insbesondere den Kindern zu helfen. Mit seinem Wirken als Bischof von Myra, war er für seine Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bekannt und beliebt.

Die Autorin Ingrid Uebe erzählt in Reimform vom Leben des heiligen Nikolaus. Aufgrund der dadurch entstandenen Verdichtung der Informationsfülle ist das Buch eher für Kinder ab 6 Jahren zu empfehlen. Dabei sollte zwischendurch immer unterbrochen werden, um das Verständnis zu sichern.

Es werden die Lebensstadien der Kindheit, seine Unzufriedenheit aufgrund des ihn umgebenden Elends, seine erfüllende Pilgerfahrt und schließlich seine Hilfe für Seeleute in Not als Bischof beleuchtet. Seine Liebe insbesondere zu Kindern zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und endet schließlich in der Tradition den Kindern kleine Gaben in Form von Süßigkeiten zu hinterlassen. So schließt sich der Kreis der anfangs aufgeworfenen Fragestellung, ob die Leser den Sankt Nikolaus kennen, der mit seinem Esel durch die lange Winternacht stampft, um allen Kindern etwas in den Schuh zu stecken.

Die Autorin hat den Fokus auf  die Mildtätigkeiten von Nikolaus und seine Hilfen für die Bevölkerung gelegt. Die Bedeutung des 6. Dezembers, die Legende rund um „Knecht Ruprecht“ und das goldene Buch mit den guten und schlechten Taten finden somit keine Erwähnung.

Die Geschichte von Sankt Nikolaus

Material

Zum Thema „Nikolaus und das goldene Buch“ folgt ein Arbeitsblatt zur Reflexion des eigenen Tuns am Ende des Jahres:

Das goldenen Buch von Nikolaus

Eine Geschichte von Sankt Nikolaus als Gabenbringer der Kinder.

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Alexander Steffensmeier – Lieselotte ist krank

Lieselotte ist krank

Hust, schnief, hatschi! Und schon ist sie wieder da: die Erkältungszeit. Auch Lieselotte hat es erwischt. Die Postkuh hat sich beim ungemütlichen und windigen Postgang erkältet und fühlt sich schlapp und müde. Die Bäuerin nutzt alle möglichen Hausmitteln, um Lieselotte wieder fit zu kriegen. Es wird gegurgelt, inhaliert, warme Hals- und kalte Beinwickel angelegt. Auch der Tierarzt schaut vorbei und untersucht den Rachen, misst das Fieber und verschreibt Hustensaft und Bettruhe.

Und damit Lieselotte ganz bald wieder die alte Kuh wird, liest die Bäuerin ihr was vor, bringt ihr heißen Tee und verwöhnt sie auf jegliche erdenkliche Art. Nach fünf Tagen geht es Lieselotte schon viel besser, doch als sie draußen das nasse und trübe Wetter sieht, überlegt sie sich vielleicht doch noch ein bisschen länger krank zu sein …

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Bei kühleren Temperaturen im Herbst ist schnell eine Erkältung eingefangen. In diesem neuen Bilderbuch begleiten wir Lieselotte durch unschöne, aber auch gemütliche und wohltuende Phasen des Krankseins. Kinder werden sich mit dieser Situation und der Hauptfigur gut identifitzieren können, mit ihr mitleiden und freuen. Besonders amüsant ist das Krankstellen von Lieselotte – wie sie im Stall herumhopst, mit einem Ballon spielt und sich plötzlich auf den Boden plumpsen lässt, als der Postbote vorbei schaut, um nach ihr zu sehen.

Die Illustrationen von Alexander Steffensmeier sind immer wieder ein Genuss. Sie sind detailreich, mit ausdrucksstarken und lebhaften Mienenspielen versehen und so schön farbenfroh. Dieses Bilderbuch ist das perfekte Vorlesebuch für Kinder an Tagen, an denen es ihnen nicht so gut geht. Hier kann gemeinsam gelacht werden und fühlt sich danach sicherlich gleich viel besser! Besonders beim Anblick der letzten Seite scheint einem das Kranksein gar nicht mehr so schlimm zu sein.

Lieselotte ist krank

Das perfekte Vorlesebuch für kranke Kinder in der kühlen Jahreszeit! Einfach herzerwärmend und wohltuend.

 

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Nicola Davies und Mark Hearld – Mein erstes großes Buch von der Natur

Mein erstes großes Buch von der Natur

Im Frühjahr streckt sich der Löwenzahn der Sonne entgegen und die Vögel bauen eifrig ihre Nester. Im Sommer sammeln die fleißigen Bienen Blütenstaub und der wolkenlose, blaue Himmel lädt zum Staunen und Träumen ein. Während im Herbst nach dem ersten Frost die Spinnennetze glitzern, bereiten sich die Tiere schon bald auf den schläfrigen und trägen Winter vor. Nur um im Frühjahr die Wunder der Natur erneut zum Leben zu erwecken.

Das recht großformatige Sachbuch „Mein erstes großes Buch von der Natur“ gliedert sich nach den vier Jahreszeiten und behandelt die unterschiedlichsten, die für diese Jahreszeit typischen Phänomene in der Natur. Jede Doppelseite wird von einem literarisch anmutenden Text mit vielen sachkundigen Informationen begleitet, der die Wunder der Natur schon fast poetisch darstellt. Es wird auf das „Geräusch des Honigs“, den von Heu verströmten „Duft des Sommers“ oder die „im Wind schwankenden Weizenhalme“ hingewiesen. Praktiker dürfen sich an Tipps zur Aufbewahrung von Samen und der Herstellung vom schmackhaften Vogelfutter erfreuen.

Diesem Sachbuch wohnt ein besonderer Zauber inne. Vorrangig versprüht durch die von Mark Hearld stammenden Illustrationen. Dem schottischen Grafiker ist es gelungen die überwältigende Schönheit der Natur in bahnbrechende Bilder zu bannen. Dieses Buch fesselt. Nach dem allerersten Blick, fällt es schwer dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Es spinnt einen Kokon um den Betrachter und man ist mehr als gewillt in diese bezaubernde Welt einzutauchen. Dabei liegen diese Wunder direkt vor unserer Haustür. Ein wachsamer Blick wird belohnt. Es gibt viel zu entdecken und das beweist uns dieser Schatz eines Sachbuchs.

Diese gedruckten Muscheln und die collagierten Fische in ihrer vollen Farbpracht rauben mir den Atem. In all diesen Tieren und Pflanzen steckt Bewegung, Verwandlung, LEBEN.  Auf dieses Sachbuch warten noch einige Preise, ganz bestimmt!

Mein erstes großes Buch von der Natur

Ein außergewöhnliches Sachbuch, das wie ein Sog wirkt.

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Heidi Trpak und Laura Momo Aufderhaar – Gerda Gelse

Gerda Gelse

Gerda Gelse ist eine Stechmücke und weiht uns hochpersönlich in das Leben einer Gelse (österreichisch für Mücke) ein. Aus der Ich-Erzähl-Perspektive erfahren wir wie alt eine Mücke werden kann, wie viel sie wiegt, wovon sie sich ernährt, wie die Paarung und die anschließende Eierablage aussieht und wer ihre Feinde sind.

Auf dem mitgelieferten Plakat wird die Technik des Pflanzendrucks Schritt-für-Schritt erläutert. Die im Buch enthaltenen Illustrationen wurden schließlich mit echten Pflanzen und Blättern abgedruckt. Der Abdruck einer Ahornfrucht kann somit zum grazilen Körper einer Stechmücke oder zu ihren Flügeln werden. Wer es selbst ausprobieren möchte, hat hier eine sehr anschauliche Anleitung …

Ein wahrliches Bücherliebhaber-Exemplar liegt hier vor. Die von der Kindergartenpädagogin präsentierten Informationen über ein ganz und gar nicht lästiges Insekt, sondern eine schon fast symphatische Gelse, sind leicht verständlich und mit kindgerechten Vergleichen geschmückt. So sehen wir nicht nur die Popos von Larven, wie sie aus dem Wasser ragen, sondern auch eine witzige Zeichnung eines Kindes, wie es dasselbe ausprobiert.

Die außergewöhnlichen Illustrationen in der Technik des Pflanzendrucks und die sehr zurückhaltenden, vorrangig in Blau- und Grüntönen gehaltenen Farbflächen geben den winzigen Protagonisten viel Freiraum und Präsentierfläche. Auf dem Vorsatzpapier wurden liebevoll die unterschiedlichsten Bezeichnungen für eine Gelse in 35 Sprachen gesammelt. Hier ist es ganz spannend Ähnlichkeiten und Abwandlungen zu entdecken.

Liebevoller hätte man ein Sachbilderbuch mit allgemeinen Weisheiten über Stechmücken nicht gestalten können. Und so formuliert auch Gerda Gelse ihr Schlusswort in einer Liebeserklärung:

Denn ihr Menschen und wir sind ein super Team! Ich liebe euch alle!

Gerda Gelse

Material

Zur Unterrichtseinheit „Insekten“ kann dieses Sachbilderbuch eine Sternchen-Station darstellen, indem nach dem aufmerksamen Lesen das dazu passende Arbeitsblatt bearbeitet werden soll. Hier in Form eines Steckbriefs über eine Stechmücke:

Steckbrief_Stechmücke

Dieses Sachbilderbuch besticht durch außergewöhnliche Illustrationen und kindgerechte Sachinformationen.

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Jonathan London – Froggy’s Halloween

Jonathan London - Froggy's Halloween

Froggy ist ganz aufgeregt. Schließlich ist bald Halloween! Völlig ratlos, als was er sich verkleiden soll, stellt er sich die unterschiedlichsten Kostümierungen vor, u.a. superfrog, ghost oder doch lieber vampire? Auch in der Schule kann sich Froggy kaum auf den Unterricht konzentrieren, ihm schweben weitere Halloweenkostüme vor: football player, comboy, zombie?

Die Eingebung kommt recht bald und so stolziert Froggy überglücklich auf der „Halloween parade“. Doch nicht nur er findet sein Kostüm äußerst gelungen, auch Frogilina hat ein Auge auf ihn geworfen…

Ich habe für den Englischunterricht in einer dritten Klasse, ein Bilderbuch gesucht, das die unterschiedlichen Kostümierungen thematisiert. Bei Froggy’s Halloween bin ich fündig geworden, obwohl ich es sehr schade finde, dass man nicht durchgehend an dem ursprünglich gruselig-angehauchten Charakter von Halloween festhält.

Der Originaltext wurde von mir umgeändert, vereinfacht und meiner Lerngruppe angepasst. Mir war es besonders wichtig sich wiederholende Satzstrukturen im Text zu haben. So haben die Kinder die wiederkehrende Frage von Froggy „What shall I dress up as for Halloween?“, sowie „No. It’s not spooky enough.“ stets mitgesprochen.

Die „kleine Liebesgeschichte“ hat leider etwas von der Halloween parade abgelenkt und in meiner Lerngruppe keinen großen Anklang gefunden. Das Ende der Geschichte konnte dafür etwas von der vorherigen Enttäuschung wettmachen. Damit konnten sich dann alle identifizieren und der besondere Witz ist bei allen angekommen.

Ebenfalls schön ist der integrierte „trick or treat“-Reim, den meine Kinder schon vorher kannten und somit durch eine äußerst amüsante Zeile erweitern konnten.

Froggy's Halloween

Material

Als post-activity sollten die Kinder sich eine eigene Kostümierung ausdenken, malen und mit den im Plenum gesammelten Satzanfängen „I’m wearing …“, „I’ve got …“ „My … is/are …“, „I can…“ einem Partner beschreiben.

Halloween costume

Für den thematischen Fokus rund um Halloween-Kostüme durchaus für den unterrichtlichen Einsatz geeignet, allerdings mit einigen Einbüßen in der inhaltlichen Ausgestaltung.

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Steve Cox – Bist du das, Monster?

Steve Cox - Bist du das, Monster

Ben und seine kleine Schwester freuen sich gemeinsam mit ihren Freunden ein nächtliches Zeltlager im eigenen Garten aufbauen zu dürfen. Doch was, wenn sich hinter den dunklen Büschen ein Monster versteckt? Die Kinder beschließen ihre nähere Umgebung vor dem Einschlafen erst einmal zu erkunden. Sie begeben sich in die Garage und glauben im Autohänger die Spucke vom Monster entdeckt zu haben, als sich herausstellt, dass es bloß Papas Malerfarbe ist.  Auch das angebliche Fell des Monsters entpuppt sich lediglich als ein kuscheliges Kaninchen. Spielt die Fantasie der Kinder ihnen einen Streich oder werden sie tatsächlich ein Monster antreffen?

Das Bilderbuch ist ein privilegiertes Medium für wirkungsvolle Inszenierungen psychischer Phänomene und Prozesse. Es spricht eine doppelte Sprache – die grafische und die literarische.

In diesem Bilderbuch wird die Erfahrung von Angst, die zu unserem natürlichen menschlichen Dasein gehört, thematisiert. Die kleinen Protagonisten werden angehalten, nicht ängstlich zu sein, sondern vielmehr forsch und mutig das Leben und somit ihre Unsicherheiten anzupacken. Dem Tastsinn wird in diesem Buch eine große Bedeutung zugeschrieben. Hinter fünf hervorstehenden Klappen verbergen sich mit Noppen versehenes Plastik, Klebepapier, Moosgummi etc. Durch das Befühlen sind die Kinder gezwungen zu beschreiben, wie sich das verborgene Material anfühlt. Gleichzeitig stellen sie Vermutungen auf, welcher Teil des Monsters es womöglich sein mag.

Glücklicherweise schaut das Pop-up Monster auf der letzten Seite nicht so gruselig drein, wie sein Vorgänger, der Wolf. Die rosafarbene Latzhose und der Lidschatten haben beinahe etwas Niedliches an sich, weshalb der Junge rechts eher neugierig auf das Monster zu blicken scheint.

Dieses Bilderbuch bietet einen tollen Gesprächsanlass für jüngere Kinder. Ich habe dieses Bilderbuch im ersten Schuljahr, in einer Förderstunde mit 5-Jährigen, zur Förderung der mündlichen Sprachhandlung eingesetzt. Durch die nicht einsehbaren Klappen sind die Kinder gezwungen zu beschreiben, wie sich das Befühlte anfühlt. Gleichzeitig werden sie angehalten nach den passenden Adjektiven zu suchen, weiterzudenken und Vermutungen anzustellen. Somit haben wir zusätzlich den Wortschatz in Bezug auf „Adjektive“ ganz spielerisch und am Kind orientiert erweitert.

Steve Cox - Bist du das, Monster?

Spannendes Bilderbuch, das sich hervorragend zur Förderung der mündlichen Sprachhandlung eignet.

 

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Anton Poitier und Sophia Touliatou – KrokoNil und ZebraFant

KrokoNil und ZebraFant

In diesem bunten Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren, verstecken sich insgesamt 4 Tiere. Mit einem lustigen Reim stellen sie sich vor, nennen ihre besonderen Eigenschaften und was sie als Tier ausmacht. Nun gilt es hinter den folgenden vier Lamellen-Klappen, durch die der Leser lediglich ein Augenpaar sieht, das richtige Tier auszumachen.  Das Suchsel wird stets durch die wiederkehrende Fragestellung „Ist (der Elefant) hier?“ eingeleitet.

Auf der letzten Seite wird der Leser zum erneuten Lesen mithilfe einer herausfordernden Frage animiert. Hier ist nun die Merkfähigkeit der Kleinen gefragt. Welche vier Tiere hatten sich noch einmal beim Löwen nebeneinander versteckt? Auch das Zählvermögen wird trainiert und die Kinder dazu angeregt die Gesamtzahl der im Buch abgebildeten Tiere zu nennen.

Dieses Bilderbuch erinnert mich von der Aufmachung sehr stark an „Kuckuck, wen bin ich?“ von Guido van Genechten. Auch hier werden Klappen integriert, die bei Kindern das Äußern von Vermutungen anstreben. Sehr bald werden die Kinder schlussfolgern können, dass das richtige Tier sich natürlich hinter der letzten Klappe verbirgt. Aber auch das ist eine Erkenntnis, die bei Kleinkindern eine große Denkleistung voraussetzt.

Ganz nebenbei wird die Behaltensleistung trainiert, indem die Kinder sich die Tiere merken sollen. Auch das Sprachgefühl wird durch die Reime erweitert und die Kinder anhand der sehr einfachen Phrasen zum Mitsprechen motiviert. Die sehr aufmerksamen Betrachter entdecken sicherlich schon bald den winzigen Vogel, der durch das Bilderbuch führt und mal hier, mal da auftaucht.

Positiv anzumerken ist außerdem die Einbindung von einigen nicht ganz so bekannten Tieren, wie z.B. dem Gnu oder dem Tukan. So kann auch der Wortschatz und das Weltwissen extendiert und evtl. vertieft  werden:  Wo leben diese Tiere? Was fressen sie? etc.

Lediglich der Buchtitel hat mich etwas verwirrt. Anhand der Bezeichnungen „KrokoNil“ und „ZebraFant“ könnte man fäschlicherweise mutmaßen, dass sich das Buch auf Wortverschmelzungen und Sprachspiele konzentriert.

KrokoNil und ZebraFant

Der Löwe hier hat scharfe Zähne.

Er schüttelt seine Zottelmähne.

Sein Blick ist ernst, doch insgeheim

mag er auch mal albern sein.

Ein Bilderbuch zum Suchen, Anstellen von Vermutungen, Mitsprechen, Zählen, Erinnern, Merken und Spaß haben!

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Ingrid & Dieter Schubert – Oben oder unten?

Oben oder unten?-  Schubert

In diesem Tierreich geht es ganz schön turbulent zu. Wer ist oben und wer ist unten? Wer ist klein und wer ist groß? Wer ist fröhlich und wer ist traurig? Wer ist frech und wer ist lieb? Dieses kunterbunte Wimmelbuch ist reichlich versehen mit lustigen Tieren zum Suchen und Entdecken. Begleitet wird jede Doppelseite von einer Fragestellung, die das Thema „gegensätzliche Adjektive“ genauer beleuchtet.

In diesem liebevollen und farbenfrohen Universum ist eine Menge Raum zum Betrachten, Beschreiben und Entdecken. Dies ist kein Buch für ebenmal zwischendurch. Es braucht Zeit, um sich die Einzelheiten genau anschauen zu können und vor allem zu verbalisieren. Trotz oder vielleicht auch wegen des sparsamen Textes, lebt dieses Wimmelbuch von Kommunikation.

Die einzelnen Strukturelemente sind so eingesetzt, dass der Betrachter jegliche Ordnung und Orientierung verliert. Hier treffen reale und irreale Dinge aufeinander. Ein Pelikan fliegt kopfüber, während sich ein Frosch an seinen Beinen festhält. Ein Krokodil trauert um einen verstorbenen Artgenossen und gleich nebenan freut sich ein Eichhörnchen über eine Haselnuss.  Hier dominieren die Gegensätze, sodass  die Lebenswirklichkeit von Kindern und ihre Fantasie nebeneinander stehen und miteinander verschmelzen.

Oben oder unten? - Dieter Schubert

Material

Dieses Bilderbuch kann wunderbar im Förderunterricht oder zum Thema „gegensätzliche Adjektive“ eingesetzt werden. Mit diesem Wimmelbuch lässt sich der Wortschatz von Kindern spielerisch erweitern.

Nach dem gemeinsamen Beschreiben, kann dieses AB zur Festigung von Gegensätzen eingesetzt werden:

Bild_Gegensätze

Außergewöhnlich gelungene Illustrationen, die nicht viel Text brauchen.

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Wolfram Hänel und Constanze von Kitzing – Hast du den Troll gesehen?

Hast du den Troll gesehen

Der kleine Troll mit dem goldenen Ohrring lebt in einem Wald dicht am Meer.  Am liebsten spielt er Verstecken und kann sich sogar unsichtbar machen. In seiner Höhle aus Kiefernnadeln fühlt er sich am wohlsten und rennt gerne mit seinem besten Freund um die Wette.  Der Leser begleitet den liebenswürdigen Troll einen ganzen Tag lang und taucht mit allen Sinnen in diese verwunschene Welt voller Abenteuer ein.

Constanze von Kitzing schafft in ihren Illustrationen eine Balance zwischen einer gediegenen Ruhe und doch Lebendigkeit mit knuffigen, überraschenden Details, wie z.B. all der gut versteckten Tiere und Pflanzen im Wald. Die Bilder vibrieren in einer erdigen Farbwahl und überladen nicht, trotz ihres Wimmelbildcharakters.

Sehr ansprechend ist die Integration vieler Sinne am Ende jeder Doppelseite. Die Leser werden eingeladen gemeinsam mit dem Troll den Kopf zu schütteln und somit die Haare zum Fliegen zu bringen oder dem Summen der Bienen zuzuhören. Wir werden aufgefordert in eine Fantasiewelt einzutauchen, die zum Mitmachen und vor allem Einfühlen anregt. Dieses Bilderbuch kommt ohne viel Tamtam aus. Es ist weit weg vom Lärm, Betriebsamkeit und Hektik. Hier darf man sich zurücklehnen und ganz entspannt abtauchen.

Hast du den Troll gesehen?

Eine hervorragende Gutenachtgeschichte, die mit allen Sinnen ins Träumeland einlädt.

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