LOGICO RONDO Übungsbuch – Bald komm‘ ich in die Schule

Der LOGICO-Übungsrahmen mit den dazugehörigen Übungsbüchern ist in der Grundschule mittlerweile zum festen Bestandteil der Freiarbeit geworden. Um das Konzept zu verdeutlichen folgt eine kurze Beschreibung der Vorgehensweise:

  • Das Übungsbuch wird in den Übungsrahmen geschoben
  • Jede Aufgabe ist mit einem farbigen Punkt gekennzeichnet
  • Die ausgewählte Lösung wird mit einem passenden beweglichen Farbknopf markiert und auf der Rückseite selbst kontrolliert
  • Auf der Rückseite gibt es zu den vorangegangenen Aufgaben ein Spiel oder eine zusätzliche Aufgabe, die ohne Knöpfchenschieben bewältigt werden kann
  • Durch die zusätzliche Übung wird das eben Geübte vertieft und gefestigt

Die Übungen wurden von Pädagogen entwickelt und sollen Freude am Lernen durch sofortige Selbstkontrolle (siehe Foto oben) und Erfolgsbestätigung fördern. Es gibt mittlerweile eine riesengroße Auswahl an unterschiedlichsten Übungsbüchern für Kinder von 3 bis 10 Jahren. Der Übungsrahmen ist ziemlich robust und kann, sofern man einmal das Geld (14,50) investiert hat, jahrelang benutzt werden. Die Spiralbindung ist ebenfalls sehr praktisch, sodass man keine losen Blätter herumfliegen kann, die verloren gehen könnten. Die Übungsformate sind abwechslungsreich und entwickeln bei diesem Übungsbuch, welches zur Schulvorbereitung dienen soll, ein Verständnis für Farben, Formen, Mengen und Zahlen. Feinmotorik und Geschicklichkeit wird genauso trainiert wie Konzentration, Wahrnehmung und logisches Denken. Viele der hier vorgestellten Übungen, wie z.B. das Heraushören von Wörtern mit demselben Anfangslaut werden ebenfalls in der ersten Klasse durchgeführt, sodass das Kind grundlegende Fähigkeiten für das Lesen und Schreiben vor der Einschulung erwerben kann, was den Start erleichtern könnte.

In den weiteren Übungen gilt es herauszufinden welche beiden Wörter sich reimen, identische Lebkuchenherzen zu finden, Buchstaben in unterschiedlichen Umgebungen zu suchen. Der von Brüggelmann und Brinkmann manifestierte Begriff des „Sichtwortschatzes“ wird ebenfalls getestet. Es müssen Hefte und Bleistifte gezählt, die Menge von Mäusen und Bonbons verglichen und logische Zahlreihen vervollständigt werden. Nachdem die Kinder die Farbknöpfe schieben konnten, kommt man dem kindlichen Bedürfnis nach und bietet ihnen ein Angebot zum aktiven Handeln, indem sie einkreisen, Spuren mit einem Stift nachlaufen, anmalen oder weiter schreiben dürfen.

Für lange Autofahrten, für eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung oder einfach im Wartezimmer lässt sich der LOGICO-Rahmen sehr gut einsetzen. Und die Hauptsache ist, dass es Kindern Spaß macht und sie so gewollt sind zu lernen und die Lösung herauszufinden. Das Köpfchen ist bei allen Aufgaben gefragt und es macht Freude Kinder zu sehen, die Ausdauer beweisen und die richtige Lösung herauszufinden versuchen, sich austesten, korrigieren und mit Strahlen das  Ergebnis vergleichen.

Ein guter und effektiver Begleiter!

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Zu erwerben beim Finken-Verlag.

Beong-gi Bae und Seung-min Oh – Mias Traumbär

Mia lebt in einem dunklen Zimmer in einer Großstadt und hat außer ihrem Bilderbuch über einen großen weißen Bären keine weiteren Spielzeuge. Ihre Mutter arbeitet als Kellnerin und ihr Vater ist Alkoholiker. Sie träumt von einer Welt, in der ihre Eltern sich Zeit für sie nehmen. Und so erscheint der große weiße Bär und nimmt sie auf eine lange  und fantastische Reise mit Taxi, Bahn und Bus mit zu ihren Eltern und in eine bessere Welt.

Dieses großformatige Bilderbuch thematisiert die Angst alleine und verlassen zu sein. Es zeigt eine andere Lebensweise auf und verdeutlicht, dass das Leben für Kinder, deren Eltern ganztägig arbeiten, mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Hinzu kommt die trostlose Umgebung und die Armut, die sehr schön durch dunkle Farben in Acryl hervorgehoben wird, und der Hang des Vaters zum Alkohol. Mia projiziert all ihre Wünsche und die Hoffnung auf Geborgenheit auf den weißen Bären, der hell erleuchtet in ihrem Zimmer dargestellt wird. Zeitweilen findet Mias Geschichte auch ein gutes Ende, doch manchmal bleibt es auch bei Träumen. Die Handlung findet in einer verschneiten Großstadt statt, wobei Schnee in Korea mit Schutz und Schönheit in Verbindung gesetzt wird.

Dieses Bilderbuch schneidet ein sehr sensibles Thema an und eignet sich hervorragend, um bei Kindern die Wahrnehmung für Armut zu sensibilisieren. Es ermuntert ebenso über die eigenen Ängste zu sprechen und einen Vergleich zur eigenen Lebensweise herzustellen. Es verdeutlicht, dass unser Leben auch Schattenseiten hat und nicht alle Kinder vom Schicksal verwöhnt werden.

Trotz des traurigen Endes, ist dieses Buch sehr einfühlsam und hoffnungsvoll erzählt.

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Achim Bröger und Wolfgang Slawski – Wunschbriefe an den Weihnachtsmann

In diesem Adventskalender sind 24 Wunschbriefe an den Weihnachtsmann zusammengestellt. Sie wurden von den unterschiedlichsten Kindern geschrieben mit noch unterschiedlicheren Wünschen. Der eine wünscht sich eine Tarnkappe, um verschwinden zu können, wenn er wieder einmal kein Tor geschossen hat. Noah würde sich unheimlich über ein ungewöhnliches Haustier freuen: einen Drachen! Alle Wünsche werden natürlich begründet und der Hintergrund näher beschrieben. Dabei sind es keineswegs nur materielle Wünsche, sondern es wird sich auch Zeit gewünscht, damit in der Familie nicht immer Hektik ausbricht. Ein Zauberstab, um den aufgeregten Lehrer wieder herunterzuholen und das nervtötende Geschrei zu unterbinden, ist ebenfalls dabei.

Jeder einzelne Brief steht  thematisch unabhängig von den anderen. Sie alle sind sehr unterhaltsam, einfallsreich und äußern Sehnsüchte und Wünsche der Kinder. Der ein oder andere Wunsch brachte mich zum Nachdenken, denn es sind auch etwas traurige Wunschbriefe dabei. Die Kinder beschäftigen nun einmal die unterschiedlichsten Sachen. So musste ich über den Zauberstab schmunzeln, der für einen Lehrer gedacht ist, der sich wohl öfter aufregt. Ich denke da werden sich einige Schüler angesprochen fühlen (und manche Lehrer auch!) Ausgerechnet in diesem Brief (19. Dezember), bei dem der Lehrer den Satz („Ihr seit zu laut und zu frech!“) in den Mund gelegen bekommt, hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Ein Fehler, den auch viele Schüler machen. Na, habt ihr ihn gefunden? 😀

Jeder Brief wird mit der Anrede Lieber Weihnachtsmann eingeleitet. Den Abschluss bildet die Formel Dein…. So lernen die Kinder ganz nebenbei den Aufbau von Briefen kennen. Dieser Adventskalender eignet sich daher sehr gut für die Unterrichtseinheiten zum Thema Wunschzettel, Briefe etc.

Zu jeder Geschichte gehört ein Bildausschnitt, der ausgeschnitten auf das beiliegende Adventsposter geklebt werden soll. Die jeweils weißen Felder sind durchnummeriert, sodass am 24. Dezember das Poster dann auch vollständig ist und aufgehängt werden darf.

Die Texte und das Basteln wird für Kinder ab 5 Jahren empfohlen.

Dieser Adventkalender ist eine wundervolle Anregung für das Schreiben von Wunschbriefen. Es ist unterhaltsam, anregend und fantasievoll! Definitiv eine Empfehlung meinerseits.

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Holde Kreul – Ich und meine Gefühle


Gefühle gehören zu uns, wie unsere Nasen oder unsere Hände. Das ist das wunderbare Schlusswort aus diesem Buch „Ich und meine Gefühle“ von Holde Kreul. Es verdeutlicht sehr schön, dass Menschen sowohl positive, als auch negative Gefühle haben. Doch nicht alle Emotionen darf man zeigen, sonst könnten sie andere Menschen verletzen. Ein hoch komplexes Thema, welches für Kinder heruntergebrochen wurde und von der studierten Psychologin sehr einfühlsam dargestellt wird.

Ein vorangestelltes Vorwort an die Erwachsenen, sensibilisiert sie für das Thema und zeigt die Komplexität dieses Themas auf. Kinder müssen lernen eigene Emotionen wahrzunehmen, die Gefühlswelt überhaupt erst kennen lernen und begreifen wie man mit ihnen verantwortungsvoll umgeht. Es wird explizit gesagt, dass dieses Bilderbuch Mut machen möchte, zu allen Gefühlen zu stehen und eigene Reaktionen zu überprüfen.

Der letzte Punkt, den ich auch sehr sinnvoll und für wichtig erachte, findet im Verlauf des Buches oft Erwähnung. Mädchen und Jungen freuen sich, toben, brüllen, weinen, schmusen, verkriechen sich. Sie sind auf ihre Geschwister eifersüchtig, stampfen vor Wut auf den Boden, erröten vor Scham, verteidigen sich, sind aufgeregt, zittern vor Angst und noch eine ganze Bandbreite mehr. Jede Seite ist einem Gefühl gewidmet und verdeutlicht auch illustrativ sehr gelungen die Gefühlsregung der jeweiligen Figuren. Beim Brüllen entgegnen dem Leser Blitze, die rote Farbe dominiert das Bild und die Körperhaltung ist angespannt und verkrampft. Die Gefühlsregung ist eindeutig und sehr präzise dargestellt.

Dieses Bilderbuch trägt zur Entdeckung der eigenen Gefühlswelt bei und zeigt, dass Gefühle zum „Menschsein“ dazugehören. Dieses Buch darf in keinem Kindergarten fehlen!

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Nicolas Ancion und Annette Boisnard – Ferdinands fantastischer Schulweg

Wie jeden Morgen packt Ferdinand seine Schultasche, es muss alles mit, auch sein flauschiges Kuscheltier. Schließlich muss er für seinen Schulweg gewappnet sein. Ferdinands Schulweg ist nämlich sehr aufregend. Jeden Tag begegnet er den schlimmsten Ungeheuern, überwindet die tiefsten Schluchten, verzaubert schöne Prinzessinnen, segelt auf seinem Piratenschiff durch einen wilden Sturm und noch so einiges mehr! Der Schulweg ist halt fantastisch oder ist es doch nur alles aus Ferdinands Fantasie entschlüpft?

Dieses Bilderbuch lebt von seinen Illustrationen. Der kleine, niedliche Ferdinand mit dem überdimensionalen Kopf trottet seinen Schulweg entlang und es sieht alles so wunderbar „normal“ und friedlich aus. Eine alte Dame spaziert mit ihrem Hund, doch schwups hat man die Seite umgeklappt, wird aus dem Hund ein furchterregender, stacheliger Drachen, den es nun zu besiegen gilt. Auf jeder Doppelseite entdeckt der Leser eine erst gewöhnliche Szene, die beim Umblättern eine wahrhaftige Überraschung inne hat. Ferdinand ist natürlich mittendrin und rettet die Welt, immer in passender Verkleidung. Man kann die Seiten ellenlang betrachten und man entdeckt auch nach dem fünften Lesen bzw. Betrachten immer wieder neue Details. Den Kindern macht es Spaß Vermutungen zu äußern, welches Abenteuer denn nun dieses Mal auf Ferdinand wartet.

Dieses Bilderbuch ist so richtig schön fantastisch!

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Friedl Hofbauer und Petra Probst – Wenn ein Löwe in die Schule geht

Rezension
So kurz vor dem Schulanfang möchte ich euch einen Kinderbuchklassiker vorstellen, der mir sehr am Herzen liegt und nun von dem Annette Betz Verlag neu aufgelegt wurde: Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei „Sachen“, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen.

Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Eine Doppelseite ist dabei jedem Protagonisten gewidmet, der einmal bildlich veranschaulicht und durch einen kurzen Reim erklärt wird, was es in der Schule lernt. Den Kindern hat es wahnsinnigen Spaß gemacht zu raten, was die jeweiligen Dinge denn nun lernen und sie genossen sichtlich vergnügt die Auflösung.

Einige Wortspiele trugen dazu bei, dass sie sich nicht mehr einkriegen konnten. Oder haben Sie schon was von „verstecksen“ gehört? Natürlich werden auch Kinder erwähnt und da fällt jedem Kind etwas ein, was es in der Schule lernen wird oder auch schon gelernt hat. Ich habe dieses Buch am Ende einer ersten Klasse eingesetzt und darauf aufbauend ein eigenes Klassenbuch erstellt, zu dem jedes Kind sich eine „Sache“ ausgedacht hat und erklärt hat, was es in der Schule lernen muss. Es sind sehr witzige und einfallsreiche Seiten entstanden: eine Gabel, die das Essen aufgabeln lernen muss; eine Blume, die gut riechen lernen muss oder eine Spinne, die ein Spinnennetz weben lernen muss. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt!

Das DIN-A5-Faltheft in 3-facher Differenzierung kann hier erworben werden.

Unterrichtsmaterial "Wenn ein Löwe in die Schule geht" Faltheft

Fazit

Ein grandioses Buch, welches ich nie mehr missen möchte! Dieses Buch bleibt für immer in meinem Bücherregal!


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Dagmar Geisler und Elisabeth Zöller – Kim kann stark sein

„Bitte! Lasst mich durch!“ Kim traut sich nicht weiter. Grit und Fritz, zwei größere Kinder aus dem Kindergarten, stehen ihr im Weg, schubsen sie und wollen ihren schönen neuen Schulranzen haben. Eigentlich möchte Kim laut um Hilfe rufen und sich wehren, aber stattdessen kauert sie sich nur ängstlich auf den Boden.
Auf sich selbst vertrauen und mutig sein ist nicht immer einfach. Aber in ihrer Kindergartengruppe lernt Kim, dass sie etwas ganz Besonderes ist und stolz auf sich sein kann. Das macht sie stark – so stark, dass selbst Grit und Fritz ihr nichts mehr anhaben können.

Kim hat zu ihrer kommenden Einschulung bereits einen Schulranzen erhalten, den sie unbedingt ihren Freunden in der Kindergartengruppe zeigen möchte. Auf dem Weg zum Kindergarten trifft sie jedoch zwei fiese Kinder, die ihr den Weg versperren und sie partout nicht vorbeilassen wollen. Kim bittet die Jungen sie in Ruhe zu lassen, doch diese Bitte findet kein Gehör. Stattdessen wird sie beschimpft, ausgelacht und geschubst. Kim macht sich klitzeklein, so klein wie ein Mäuschen, bis sie ein älterer Schüler entdeckt und die gemeinen Jungen wie der Blitz verschwinden. Kim hockt auf dem Boden und weint ganz fürchterlich. Auf Nachfrage was denn wohl hier los gewesen ist, traut sich Kim nicht die Wahrheit zu sagen, um nicht wie eine Petze dazustehen. Doch dies wird nicht die letzte Begegnung für Kim mit den beiden Jungen bleiben … Doch dann macht sie sich nicht klitzeklein, sondern wird ganz groß!

Die Themen Mobbing, Gewalt an Schulen und die Fähigkeit einen Streit zu lösen sollten in jeder Schule zum Unterrichtsthema gemacht werden. Durch dieses Buch lernen die Kinder sich nicht unterkriegen zu lassen und erwerben einen Handlungsspektrum für unterschiedliche Gefahrsituationen und erfahren wie das „Ich“, die eigene Persönlichkeit, wachsen kann. Denn durch dieses Buch kann nicht nur Kim stark gemacht werden, sondern auch die jungen Leser.

Das Layout und die farbliche Gestaltung des Bilderbuchs „Kim kann stark sein“ ist sehr ansprechend. Die Mimik der Bösewichte ist hervorragend dargestellt: die Augenbrauen, der Mund, die Augen alles zeigt unmissverständlich den Gemütszustand der jeweiligen Personen an. Auch die Körpersprache, wie z.B. das Kleinmachen, symbolisiert wunderbar die Gefühlswelt der Protagonistin. Zur Verdeutlichung wird auch noch einmal die Perspektive gewechselt und der Schulhof erscheint wie eine übergroße Fläche, auf der Kim wie ein Winzling aussieht.

In diesem Buch werden beide Seiten angesprochen, sowohl die Täter, als auch die Opfer. Beide Seiten können sich wunderbar in die dargestellte Situation und die Figuren hineinversetzen und das eigene Handeln überdenken. Auf den ersten und den letzten Seiten des Buches werden Vorschläge gemacht, wie man sich stark machen und somit wehren kann z.B.: laut „Stopp!“ sagen, einen Schrei ausstoßen, sich ganz schnell zurückziehen, die Ärgerer ignorieren, jemanden um Hilfe bitten etc. Das Buch stellt nicht nur einen Konflikt dar, sondern bietet auch mehrere Lösungen an, was ich ganz besonders gut finde.
Es wird auch ein Schatzlied vorgestellt, welches die Erzieherin gemeinsam mit ihren Kindern singt und somit zur Stärkung der eigenen Fähigkeiten und zur akzeptierenden Haltung und Weiterentwicklung der Empathiefähigkeit in einer Gruppe beiträgt.

Zu diesem Bilderbuch stellt der Loewe Verlag eine Lehrerhandreichung, nach erfolgreicher Registrierung, zum Download bereit. Auf über 44 Seiten werden viele Vorschläge für die Arbeit mit dem Bilderbuch gegeben: kreatives Schreiben (Gedichte), szenischer Umsetzung, Bögen für die Buchbewertung, Klassenregelerstellung. Der Leser findet hier außerdem Hinweise zur Elternarbeit, allgemeine Informationen zum Thema Mobbing und lerntheoretische Vorbemerkungen. Insgesamt ist eine Sammlung an sehr ausführlichen und wertvollen Unterrichtshilfen, die sehr empfehlenswert und praxisorientiert sind.

Ein sehr wertvolles „Schatzbuch“, welches nicht nur in jedem Elternhaus, sondern auch in jeder Grundschulklasse Eingang finden sollte.

Verschlagwortet mit

Frauke Watson und Michaela Wagner – Unsichtbare Freunde „Lumley“

„Lumley ist cool und der beste Freund, den man sich wünschen kann. Er ist zwar ziemlich schüchtern, wenn es um Menschen geht, aber bei Monstern kennt er kein Pardon. Lumley sagt, dass es eine Zeit für ihn und eine Zeit für Freunde gibt. Aber wenn ich ihn brauche, ist er immer da.

Fast jedes Kind hat irgendwann einen unsichtbaren Freund.
Zeugt das von blühender Phantasie oder sind es Schutzengel, die uns ein Leben lang begleiten, aber nur von Kindern gesehen werden können?“

Der Protagonist ist ein kleiner, rundlicher Junge mit blonden Haaren und Sommersprossen. Er hat einen unsichtbaren Freund, den Lumley. Dieser ist cool,  lustig, grün, albern, verständnisvoll, schlau, immer für einen da, wenn man ihn braucht und mutig. Alle Eigenschaften, die man sich von einem richtig guten Freund wünscht, vereint Lumley.
Lumley ist für den Jungen da, wenn er Aufmunterung braucht und von seinen „realen“ Freunden nicht beachtet wird. Er macht jeden Blödsinn mit. Er ist immer da, außer wenn der Junge Besuch von seinen Freunden bekommt. Da zieht er sich zurück und sagt, dass Leute wichtiger als Sachen sind. Doch der Junge findet, dass Leute und Lumley wichtiger als Sachen sind.

Das Buch endet mit der Frage, welchen unsichtbaren Freund der Leser wohl hat. Dazu werden sieben verschiedene Figuren vorgestellt, die als unsichtbare Freunde fungieren könnten: Feen, Tiere, Phantasiefiguren.

Die sehr niedlichen Illustrationen stechen bei diesem Buch natürlich dem Leser zuerst ins Auge. Der Junge als Figur ist einfach nur liebenswürdig, auch Lumley wird wunderbar in Szene gesetzt. Die Buntstiftschrift sticht besonders hervor und wurde hervorragend positioniert. Die Figuren dieses Buches werden beim Betrachten regelrecht lebendig und man ist schon fast enttäuscht je näher man zur letzten Seite des Buches kommt.

Ganz viele Kinder erfinden so einen unsichtbaren imaginären Freund, der ihnen Halt gibt. Das heißt aber nicht, dass die Kinder in eine Phantasiewelt flüchten, weil sie im realen Leben keine Freunde finden. Im Gegenteil, unsichtbare Freunde fordern die Kreativität und Intelligenz der Kinder. Lumley ist in diesem Buch eine Heldenfigur, die zur richtig Zeit da ist und weiß wann es sicher lieber zurück ziehen sollte…

Ein wunderbares Geschenkbuch oder Mitbringsel mit tollen Illustrationen.

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Max Kruse und Doris Eisenburger – 1000 Stiefel

Klappentext:

„Ein Märchen? Ja, aber eines, das auf einer realen Begebenheit beruht. Ein Schelmenstück? Ja, aber eines, in dem ein hübsches Mädchen das Schlauköpfchen ist, das über den Mächtigen triumphiert. Dazu eine Liebesgeschichte und ein Beispiel dafür, wie Geduld und Klugheit mit ein bisschen Glück, das nun einmal zum Leben gehört, zum Ziele führen.“

Inhalt:

Das Töchterchen Ninatschka des Schusters Pjotr Sohlewitsch kennt ihren passenden Schuh und das ist  Boris Rubelew, Söhnchen eines reichen Grundbesitzers der Stadt Mausopol. Der arme Schuster bekommt eines schönen Tages 1000 Stiefel von einem fernen Verwandten vererbt. Um diese Stiefel jedoch ins Land bringen zu können, muss erst ein saftiger Zoll auf jegliche Ware auferlegt werden. Bei dem Gedanken muss der arme Schuster fürchterlich schluchzen, sodass sein hübsches Töchterchen ihm den Rat gibt: „Kommt Zeit, kommt Rat. Und am Abend ist man schlauer als am Morgen.“ Er soll doch nur die 1000 linken Stiefel ins Land holen. So geschah es. Da staunte der Zöllner nicht schlecht, was man mit so vielen linken Stiefeln anstellen soll, zum Tragen waren sie jedenfalls nicht geeignet… Die hübsche Ninatschka hatte aber nicht nur diesen Rat auf Lager, sondern flüsterte hier und da so einiges. Für ihren Liebsten, den Sohn des örtlichen Fürsten hatte sie auch einige Ratschläge parat und schaffte es mit Klugheit und viel Geschick letztlich nicht nur die 1000 Stiefel ins Land zu holen, sondern auch den für sich passenden Schuh, den Boris Rubelew, an sich zu binden.

Rezension:

Das mit Musik untermalte Märchen wurde von Franz-David Baumann vertont und von Henk Flemming gelesen. An einigen Stellen finden sich leichte Abweichungen von der Printversion, was jedoch dem Inhalt keinen  Abbbruch macht. Auf jeder Seite im Buch ist ebenfalls vermerkt auf welchem Track man die Stelle auf der CD findet, sodass Lesen und Hören auch gleichzeitig funktionieren kann. Die Stimme des Vorlesers ist angenehm, die Erzählung ist zwischendurch immer mit schöner Musik untermalt, auch mit einigen Liedern. Der traditionell russischen Zeichenkunst hat Doris Eisenburger einiges abgeschaut, sodass die Illustrationen sehr authentisch wirken. Ein Samowar, die typischen Kopftücher, die Birken, der Akkordeon, die Karten, die Troika – Russland ist so wunderbar eingefangen in diesen Bildern! Das Betrachten und Entdecken ist ein Genuss!

Die Geschichte birgt neben dem Witz noch eine tolle Lehre in sich: Geduld und Köpfchen werden sich im Leben bewähren und früher oder später zum Erfolg führen!

Fazit:

Ein Buch und Hörbuch in einem, eingebettet in ein gelungenes Märchen!

Vielen Dank an den Annette Betz Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Lena Hesse – Fred & Anabel

Klappentext:

„Fred und Anabel haben einen traumhaften Sommer verbracht. Doch dann kommt der Herbst. Anabel beginnt zu frieren – sie muss in den Süden ziehen. Anabel hält es ohne Fred kaum aus. Und Fred vermisst Anabel. Doch auch der längste Winter geht irgendwann vorbei. Und tatsächlich sind sich Fred und Anabel die ganze Zeit über viel näher, als sie gedacht haben … “

Inhalt:

Fred, ein Kater und Anabel, eine Graugans, sind die besten Freunde und machen alles gemeinsam. Bis schließlich der Winter kommt und Anabel mit den anderen Graugänsen in wärmere Gebiete ziehen muss. Fred dagegen bleibt lieber auf dem warmen Ofen bei Paula Mai. Beide vermissen sich ganz schrecklich. Und so beschließen sie sich gegenseitig einen Brief zu schreiben. Und nun wussten sie, dass es dem anderen gut geht und die Zeit bis zum Wiedersehen schritt nun viel schneller voran!

Meinung:

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von den Illustrationen von Lena Hesse geworden, die Bilder haben einen Wiedererkennungswert und es ist jedes Mal ein Genuss im Buch zu blättern und die Bilder auf sich wirken zu lassen. Die Schatten der davon ziehenden Vögel, der Kater auf dem warmen Ofen, die Sehnsucht ist in den Bildern beeindruckend festgehalten. Auch inhaltlich bietet das Buch so einiges an Gesprächsstoff: Trennung und die damit verbundene Sehnsucht. Das Thema ist heute mehr denn je aktuell und betrifft so einige Kinder. Des Weiteren kann das Thema „Zugvögel“ aufgegriffen werden und mit den Kindern zusammen erarbeitet werden. Wieso ziehen die Vögel in ferne Gebiete? Woher kennen sie den Weg? Wann wissen sie, dass es Zeit ist zurückzukehren?

Ebenso  toll ist der Schriftwechsel beim Thema „Brief“; die Druckbuchstaben werden nun zu einer krakeligen Schrift, einige  Wörter sind durchgestrichen, man findet Tintenkleckse und einen Tatzenabdruck. Allerdings erging es mir inhaltlich manchmal so, dass ich nicht wusste weshalb bestimmte Details erwähnt wurde, die fand ich überflüssig und eher störend („Anabel konnte die Menschen nicht leiden“) Die Marienkäferdame konnte da auch durchaus anders eingeführt werden… Nichtsdestotrotz bleibt es ein gutes Buch mit wunderschönen Bildern!

Fazit:

Die Themen Freundschaft, Trennung, Sehnsucht und Liebe werden sehr einfühlsam aufgegriffen und bieten viel Diskussionsstoff.

Bewertung:

Vielen Dank an den Kinderbuchverlag Wolff für die Bereitstellung dieses Rezensionsxemplars!