Holde Kreul – Ich und meine Gefühle


Gefühle gehören zu uns, wie unsere Nasen oder unsere Hände. Das ist das wunderbare Schlusswort aus diesem Buch „Ich und meine Gefühle“ von Holde Kreul. Es verdeutlicht sehr schön, dass Menschen sowohl positive, als auch negative Gefühle haben. Doch nicht alle Emotionen darf man zeigen, sonst könnten sie andere Menschen verletzen. Ein hoch komplexes Thema, welches für Kinder heruntergebrochen wurde und von der studierten Psychologin sehr einfühlsam dargestellt wird.

Ein vorangestelltes Vorwort an die Erwachsenen, sensibilisiert sie für das Thema und zeigt die Komplexität dieses Themas auf. Kinder müssen lernen eigene Emotionen wahrzunehmen, die Gefühlswelt überhaupt erst kennen lernen und begreifen wie man mit ihnen verantwortungsvoll umgeht. Es wird explizit gesagt, dass dieses Bilderbuch Mut machen möchte, zu allen Gefühlen zu stehen und eigene Reaktionen zu überprüfen.

Der letzte Punkt, den ich auch sehr sinnvoll und für wichtig erachte, findet im Verlauf des Buches oft Erwähnung. Mädchen und Jungen freuen sich, toben, brüllen, weinen, schmusen, verkriechen sich. Sie sind auf ihre Geschwister eifersüchtig, stampfen vor Wut auf den Boden, erröten vor Scham, verteidigen sich, sind aufgeregt, zittern vor Angst und noch eine ganze Bandbreite mehr. Jede Seite ist einem Gefühl gewidmet und verdeutlicht auch illustrativ sehr gelungen die Gefühlsregung der jeweiligen Figuren. Beim Brüllen entgegnen dem Leser Blitze, die rote Farbe dominiert das Bild und die Körperhaltung ist angespannt und verkrampft. Die Gefühlsregung ist eindeutig und sehr präzise dargestellt.

Dieses Bilderbuch trägt zur Entdeckung der eigenen Gefühlswelt bei und zeigt, dass Gefühle zum „Menschsein“ dazugehören. Dieses Buch darf in keinem Kindergarten fehlen!

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