Min-ki Kim und Mun-hee Kwon – Abschied von Aika

Klappentext:

„Fast jedes Jahr bekommt Aika einen Wurf Welpen, doch eines Tages wird sie krank und bleibt in ihrem Korb liegen. Noch ehe der Tierarzt Aika behandeln kann, läuft sie fort. Für das kleine Mädchen beginnt die Suche nach der geliebten Freundin, doch schließlich heisst es Abschied nehmen für die beiden.“

Rezension:

Abschied von Aika handelt von Verlust,  Tod, aber auch von einer tiefen und innigen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem geliebten Hund Aika. Dieser wird in einem Jahr im Herbst krank, doch ehe der Tierarzt ihr eine Spritze geben kann, ist die Hündin auch schon verschwunden. Nun beginnt für das Mädchen, welches im Verlauf des Buches namenlos bleibt, eine Suche nach ihrem geliebten Hund. Sie sucht im Wald, auf dem Spielplatz, erkundigt sich bei jeglichen Menschen, bis sie von einer älteren Dame eine schreckliche Nachricht hört …

Besonders rührend finde ich die Erinnerungen von diesem Mädchen an ihre Hündin, ihre Träume und die offene Erkenntnis, dass sie Aika unglaublich vermisst und manchmal glaubt, sie zu sehen, wie sie auf sie wartet. Die Stimmung des Buches ist sehr gut in den Bildern festgehalten, die Farben sind trüb, vordergründig grau und braun. Die meisten Personen werden als dunkle Schatten dargestellt, nur Aika und das Mädchen sind genauer zu erkennen. Die Stimmung ist eher drückend, lediglich die letzten Worte bringen etwas Licht. Ich hätte mir nichtsdestotrotz eine positivere Grundstimmung gewünscht oder gar die Integration einiger Bewältigungsvorschläge, denn schließelich gehört der Tod zum Leben dazu …

Dieses Buch ist keine typische Gutenacht-Geschichte, es sollte schon für „besondere“ Anlässe eingesetzt werden. Wenn Kinder ein bestimmtes Ereignis zu verarbeiten haben: Verlust oder Tod eines Haustieres oder eines geliebten Menschen.

Es  könnte ebenfalls im Kunstunterricht in der Grundschule in der Farbenlehre eingesetzt werden, um mit den Kindern gemeinsam die Farbwahl und den Inhalt der Geschichte zu vergleichen.

Fazit:

Eine vorsichtige Annäherung an das empfindliche Thema „Leben und Tod“, mit welchem sich jeder früher oder später auseinandersetzen muss.

Bewertung:


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Karl Rühmann und Lena Hesse – Ole kann nicht schlafen

Klappentext:

„Was tun, wenn man nicht schlafen kann? Ole versucht es mit Zählen. Gar nicht so einfach, denn schließlich will er bis zu seiner Lieblingszahl kommen. Aber zum Glück hat Ole lauter gute Ideen. Und jedes Problem hat seine Lösung!“

Inhalt:

Ole liegt im Bett und kann einfach nicht einschlafen. Er lässt den Tag revue passieren und dadurch kommt er auf die Idee bis zu seiner Lieblingszahl, der 10 zu zählen, denn bekanntlich macht ja das Zählen müde. Doch was soll er bloß zählen? Die Murmeln! Leider hat er nur 6 davon und das ist zu wenig, da fehlen noch 4 bis zur 10. Also hält er Aussicht nach etwas anderem Zählbaren. Plüschtiere! Auch hier sind es keine 10! Was soll er bloß zählen? Die Sachen aus dem Kleiderschrank? Oder gar Bücher? JA! Ole schaut sich die vielen Bücher an und erinnert sich an die Geschehnisse, u.a. Nr. 5 „war groß, hatte ganz viele Seiten und erklärte, warum alle Menschen einen Bauchnabel haben“.  Und 10? Worum ging es da? „Um einen Jungen, der nicht schlafen konnte…“

Meinung:

Dieses Buch besticht zuerst mit seiner Aufmachung, denn die Darstellungsart empfand ich sehr außergewöhnlich, ja schon fast dreidimensional. Lena Hesse hat das Licht sehr gekonnt eingesetzt und dadurch sehr viel Tiefe geschaffen. Auch der Perspektivenwechsel (Frosch vs. Vogel) ist sehr beeindruckend!

Auch Kinder kennen das, wenn man partout nicht einschlafen kann. Ole ist hier ein sehr niedliches Beispiel  und zeigt was man dagegen machen kann! Absolut top ist natürlich dieses Buch-im-Buch-Vorkommnis. Spoiler! Ole schläft letztendlich ein, indem er ein Buch über sich selbst liest! Eine wunderbare Idee! Auch die abschließende Illustration finde ich einfach grandios! Ende Spoiler.
Das bei Nr. 5 genannte Buch „Warum die Menschen einen Nabel haben“ wurde von mir ebenfalls rezensiert.

Fazit:

Ein wundervolles Buch über einen Jungen, der nicht einschlafen kann, sich jedoch zu helfen weiß. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung!

Bewertung:

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Anne-Sophie Baumann – Warum hat mein Käse Löcher?

Klappentext:

„Alle Kinder wollen die Welt um sie herum verstehen. Doch auf jede Antwort, die sie bekommen, stellen sich wieder neue Fragen. Warum hat mein Käse Löcher? Woher kommt die Milch?
Jedes Kind kennt den Geschmack von Käse. Doch nicht alle Kinder wissen, wie eine Kuh aussieht, die ihrem Kälbchen auf der Weide Milch gibt. Deswegen hat sich die Autorin dafür entschieden, den Kinderfragen in umgekehrter Reihenfolge nachzugehen. Vom Käse zurück zu der Kuh auf dem Weidegras.“

Inhalt und Meinung:

Das Sachbuch ist in zwölf kurze Kapitel eingeteilt, für welches je eine Doppelseite reserviert wurde. Es fängt mit den Käserädern im Keller an, geht mit der Käseherstellung, der Kuhmilch, der Kuh an sich, der Milch in der Fabrik, der Herstellung von Butter, Joghurt und Quark weiter und hört bei „Ich mache mir meine eigene Butter“ auf. Der Buchtitel „Warum hat mein Käse Löcher?“ ist somit etwas irreführend, weil sich das Buch nicht ausschließlich mit dem Käse beschäftigt, sondern alle Milchprodukte kurz anschneidet.  Die Doppelseiten schmücken ganz viele Fotos, welches ich sehr positiv bewerte, denn Zeichnungen würden das nicht so gut wiedergeben. Außerdem haben die Kinder dadurch einen direkten Bezug zur Realität und können sich so z.B. die Zitzen der Kühe viel besser vor Augen halten. Lediglich etwas kompliziertere Vorgänge wie die Erzeugnis der Milch in der Fabrik wurden anhand von sehr verständlichen Zeichnungen dargestellt. Was ich ebenfalls sehr schön finde, sind die Kinder, die auf jeder Seite zu finden sind und die Leser so durch das Buch begleiten. Sie leiten mit ihren Fragen jeweils auf das andere Kapitel über und geben oft wertvolle Tipps. Das letzte Kapitel „Wie mache ich meine eigene Butter“ lässt sich sehr gut im Sachunterricht in der Grundschule einsetzen. Die einzelnen Schritte im Entstehungsprozess sind durchnummeriert und jeweils mit einer Zeichnung dargestellt, sodass es für die Kinder ziemlich selbsterklärend sein müsste.

Fazit:

Eine sehr lehrreiche Sachgeschichte, die wohl sehr viele Kinderfragen beantworten wird und „Hunger“ auf mehr macht!

Bewertung:

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