Sabine Hönnige und Martina Unterfrauner – Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg ist ein besonderes Zebra. An seinem Schwanz hängt ein großer, löchriger Zauberschwamm. Da es vor vielen Dingen Angst hat, zaubert es sich einfach mi dem Spruch „Schwämmchen, Schwämmchen, hör mir zu, ich will hier weg, dann hab ich Ruh!“ weg und taucht an einem anderen Ort wieder auf.

Der große Elefant macht dem Zebra Angst, genauso wie Dunkelheit, Höhe, Streitigkeiten, seltsame Geräusche und und und. Doch eines Tages ist sein Zauberschwamm einfach verschwunden und das ängstliche Zebra muss sich seinen Ängsten stellen. Bei einer Spinnen-Rettungsaktion merkt das Zebra, dass seine Angst oft unbegründet ist und man sich manchmal nur etwas trauen muss. Sein Mut wird belohnt und er lernt, dass es wichtig ist über seine Ängste und die unangenehmen Dinge zu sprechen.

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist eine Angstbewältigungsgeschichte. Der erste Schritt ist immer sich als Kind die eigene Angst einzugestehen. Damit umzugehen ist der nächste Schritt. Das Zebra flüchtet sich zunächst vor scheinbar bedrohlichen Situationen und dichtet sich die schrecklichen Ereignisse zurecht. Irgendwann ist es gezwungen sich der eigenen Angst zu stellen und merkt, dass diese auch überwunden werden kann.

Sehr schön ist der vorgeschlagene Zugang erst über die Angst und die bedrohlichen Situationen zu sprechen. Zur Bewältigung schaut das Zebra daraufhin genauer hin, um zu erkennen ob Flucht sinnvoll ist, wie z.B. bei einer Begegnung mit Löwen oder Hyänen oder ob die Situation durch die eigene Angst verzerrt wurde. So entpuppt sich das dunkle Monster schnell als der eigene Schatten. Diese Differenzierung ist für das Überleben von Mensch und Tier sehr wichtig.

Das Bilderbuch ist mit einem Seitenumfang von 40 Seiten ziemlich umfassend. Die Darstellung der Mimik und Körperhaltung lassen keinen Zweifel an der Gefühlslage des Zebras; allein das traurige Gesicht und die zusammengekrümmte  Haltung auf der Titelseite sprechen Bände. Erfreulicherweise widmet sich die Autorin dem befreienden Gefühl, das die Loslösung von der Angst mit sich bringt, sehr ausführlich. So entdeckt das Zebra nach und nach, was es zuvor aufgrund der beherrschenden Angst alles verpasst hat: den funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder den kitzelnden Windhauch hoch oben auf den Bergen. Hier zeigt sich auch, dass es Wirklichkeit als solche nicht gibt, sondern nur die von uns – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – konstruierte Wirklichkeit.

Das Zebra Wisch und Weg

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist ein aufbauendes Bilderbuch, das dazu einlädt, mit Kindern über ihre Ängste zu sprechen.

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Géraldine Elschner und Peggy Nille – Die Katze und der Vogel

Die Katze und der Vogel_Paul Klee

Die kleine Katze sitzt im goldenen Käfig. Eigentlich mangelt es ihr an nichts. Sie hat ein gemütliches Körbchen, warme Milch, Spielzeug und doch beneidet sie den Vogel im Garten um die Schönheit der Freiheit. Dort draußen leuchten die roten Blätter des Herbstes. Wenn sie die Augen schließt kann sie den Duft der Kastanien riechen und das weiche Moos unter ihren Pfoten spüren.

Der Vogel ist frei und die Katze gefangen. Und so bittet die Katze den Vogel ihre Gitterstäbe aufzupicken. Trotz des anfänglichen Misstrauens macht sich der Vogel an die Arbeit, schließlich hat die Katze ihm ihr Wort gegeben. Wird sie sich auch daran in der Freiheit halten?

Inspiriert vom Bild „Katze und Vogel“ des Künstlers Paul Klee erzählt die Autorin eine bezaubernde Geschichte. Das Originalbild wurde auf der vorletzten Seite im Großformat abgedruckt und regt bereits zum Nachdenken an. Mitten auf der Stirn der Katze ist ein kleiner Vogel abgedruckt. Ist es Sehnsucht, Traum oder bloß Erinnerung? Das Tolle an der Kunst ist, dass man sich entführen lassen kann. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Die Bildbetrachtung kann bereits vor dem Vorlesen stattfinden, die Interpretationsansätze der Kinder sind äußerst spannend und fantasiereich.

Die Illustrationen sind im Stil von Paul Klee gehalten. So lassen sich  schon bald die typischen Merkmale von Paul Klees Malstil herausarbeiten – Vereinfachung in der Darstellung, unrealistische Farbwahl etc.. Als Leser spürt man regelrecht mit allen Sinnen die Sehnsucht der Katze ihrem goldenen Käfig entfliehen zu können. Und doch schwankt man zwischen Furcht und Hoffnung. Wird die Katze ihr Versprechen halten? Der Ausgang des Bilderbuchs ist eine Möglichkeit das Kunstwerk zu interpretieren.

Auf der letzten Seite finden sich sechs Fragen zum Künstler und zum Kunstwerk, die sehr kindgerecht beantwortet werden. Hier bekommt man zusätzlich Informationen zu seinem Lebenslauf und zu seiner Liebe zu Farben. Des Weiteren wird ein weiterer Ausgang zur Geschichte angeschnitten, was ich besonders interessant finde.

Die Katze und der Vogel

weiterarbeit
Es wäre denkbar im Deutschunterricht einige Kunstwerke als Anlass zu nehmen, um dazu eigene Geschichten zu erfinden.
Für den Kunstunterricht hält der Band Kinder entdecken Paul Klee: Die kunterbunte Fundgrube für den Kunstunterricht  einige Ideen parat, wie z. B. Linienbilder herstellen, Schnurdruck etc.

Eine bezaubernde Geschichte rund um ein Kunstwerk, mit vielen Einsatzmöglichkeiten in der Grundschule.

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Ruth Wielockx – Der kleine Christbaum

Der kleine Christbaum

Bald ist Weihnachten. Das kleine Christbäumchen freut sich ganz besonders darauf dieses Jahr in einem Haushalt auf viele glückliche Kindergesichter blicken zu dürfen. Die anderen Bäume befürchten jedoch, dass er noch zu klein ist und unter ihm nicht viele Geschenke Platz finden und nicht so viele Lichter aufgehängt werden können. Nachdem der starke, der knorrige, der stärkste und der schmale Christbaum verkauft wurden, bleibt der kleine Christbaum ganz allein auf dem Platz stehen. Langsam wird es kalt und dunkel. Doch bevor der Christbaumverkäufer das Tor schließen kann, kommt noch ein letzter, ganz besonderer Käufer …

Dieses nicht nur zauberhaft illustrierte, sondern auch herzzerreißend schön erzählte Bilderbuch hat sich in mein Herz der besten Weihnachtsbücher gebrannt. Es ist sehr emotional und schildert die Sehnsucht der kleinen Tanne endlich ein richtiger Christbaum zu werden.

Mithilfe der unterschiedlichen Käufer (Bäcker, Gemüsehändler, Bürgermeister etc.) und den damit verbundenen sich wiederholenden Elementen, steigt bei den Zuhörern die Ungeduld und die Vorfreude zugleich. Voller Inbrunst sangen wir den repetitiven Zusatz „Frohe Weihnachten!“, als ein Bäumchen nach dem anderen verschwand. Auf Nachfrage waren sich die Zuhörer einig, dass natürlich auch der kleine Christbaum einen Besitzer finden wird.

Als ich die Seite aufschlug, auf dem das Bäumchen einsam im Dunklen stand und für einen Moment innehielt, sah ich gleichzeitig in über 20 fassungslose und traurige Kindergesichter. Im Klassenraum herrschte absolute Stille und Unglaubwürdigkeit. Einem Kind stiegen vor lauter Verblüffung sogar die Tränen in die Augen. Solche Vorlesemomente verdeutlichen, dass Kinder in Geschichten emotional eintauchen und durch Bilder und Sprache tief berührt werden können. Was war die Erleichterung groß, als doch noch ein Käufer auftauchte! Dies wurde mit einem kräftigen und befreienden Applaus gewürdigt.

Der kleine Christbaum

Eines der besten Weihnachtsbücher, die ich kenne!

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Astrid Henn und Stephanie Schneider – Elefanten im Haus

Elefanten im Haus

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen. Alle anderen Bewohner des Hauses warnen das Kind vor den „Neuen“ und behaupten, dass sie  wie Elefanten ständig trampeln würden. Überhaupt sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen.

Fines hofft, dass es in der Familie mehrere „Elefantenkinder“ gibt, mit denen sie spielen könnte und klingelt gleich an der Tür. Etwas verlegen bittet die dicke Elefantenfrau Fine herein und sie nimmt auch schon gleich einen etwas anderen Geruch wahr: „Irgendwie interessant“, stellt sie fest. Schnell freunden sich die Kinder an und ignorieren alle Vorurteile der Erwachsenen. Diese Toleranz schwappt schnell über:

… und so trotten alle Nachbarn brav hinter Papa her, um den Neuen zu sagen, wie gut es ist, dass sie da sind.

Dieses Bilderbuch hat eine fabelhafte Aufmachung und kommt inhaltlich sehr verschmitzt und schon fast frech daher. Stephanie Schneider spielt gekonnt in ihren Illustrationen mit Licht und  Schatten und verdeutlicht damit die Wechselwirkung zwischen Angst, Vorbehalten, Unsicherheit und aber auch Neugierde, Nächstenliebe, Offenheit.

Das kleine Mädchen verkörpert das Licht, während viele ihrer Nachbarn stets das Negative sehen und aufgrund ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten einfach nur geblendet werden. Astrid Henn zeigt ganz kindlich auch die Wahrnehmung der Andersartigkeit der neuen Bewohner und lässt ihre Protagonisten sehr realistisch den fremdartigen Geruch wahrnehmen oder dem Umzug anzulastende Unordnung. Und doch sind die natürlich übertrieben dargestellten „Elefanten“ den Bewohnern gegenüber offen und zuvorkommend. Sie bitten das Mädchen herein und zeigen sich herzensgut.

Die Autorin hat das Kinderlied „Was müssen das für Bäume sein“ sehr passend abgewandelt und fasst somit die Kernaussage des Bilderbuchs sehr humorvoll zusammen:

Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen,
ohne sich zu stoßen.

Elefanten im Haus

In der heutigen Flüchtlingskrise kann das Buch nicht oft genug vorgelesen werden. Hier können sogar viele Erwachsene sich etwas abschauen.

 

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Grégoire Reizac und Marion Arbona – Papillon

Papillon

Inmitten einer Wüste sitzt ein Schmetterling auf einem großen Stein. In der Nähe liegt ein Körnchen, das durch den Flügelschlag des Schmetterlings aufgewirbelt und von dem Windhauch weitergetragen wird. Der Windhauch entwickelt sich zum Windstoß und schließlich jagen tausend dunkle Wolken über den Himmel. Nach dem Regen beginnt sich die Wüste zu verändern und das Körnchen ist zum Leben erwacht.

Nur ein sanfter Flügelschlag – und die Welt hat sich verändert.

„Papillon“ umspielt kindgerecht die komplexe Thematik der berühmten Chaostheorie. Auch unter der Bezeichnung „Schmetterlingseffekt“ bekannt, behaupten Wissenschaftler wie Edward N. Lorenz, dass kleine Abweichungen enorme Auswirkungen haben können.

Das Bilderbuch schafft eine Symbiose aus Wissenschaft und Poesie. Das Bildnis des Neubeginns durch das Umherwirbeln eines Körnchens, verursacht durch einen einzigen Flügelschlag eines Schmetterlings, kitzelt das Bewusstsein in Bezug auf Aktion und Wirkung heraus.

In wunderschönen stillen Illustrationen der Französin Marion Arbona werden die einzelnen Schritte in der Reihe der folgenden Konsequenzen deutlich. Die vielen Schraffierungen schaffen Tiefe und Nachhaltigkeit und führen letztlich zur wahren Explosion des Lebens, festgehalten auf dem letzten Bild.

Die Thematik eignet sich nicht nur zur Einführung der Kinder in die Welt der philosophischen Fragen, sondern auch zum Aufgreifen der Fragestellung „Was braucht eine Pflanze zum Wachsen?“ im Sachunterricht.

Papillon - Reizac

Eine sehr gelungene Symbiose aus Poesie und Wissenschaft.

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Britta Teckentrup – Wir gehören zusammen!

Wir gehören zusammen Britta Teckentrup

Rezension

In den Wiesen der Berge
kaut Gras voll Entzücken,
eine Herde Yaks
und wärmt sich die Rücken.

Senken ruhig ihre Köpfe,
sie mögen keinen Trubel.
Doch kannst du entdecken
das Yak und sein Double?

Welche beiden Tiere passen perfekt zusammen? Welche Vögel gleichen sich wie ein Ei dem anderen? Und welche Katzen haben genau das gleiche Halsband? Findest du auch die gleich schimmernden Fische oder Herrn und Frau Bär mit genau dem gleichen Schal?

 

In diesem sehr ansprechend gestalteten Such-Buch von Britta Teckentrup ist Konzentration gefragt. Hinter dem haptisch sehr überzeugenden Leineneinband mit einem kleinen, glatten Titelfenster verbirgt sich eine Welt voller Unterschiede. Fast jedes Tier unterscheidet sich in seiner Form, Felloptik, Farbe, Muster und vielen weiteren äußerlichen Merkmalen. Lediglich zwei Tiere sind auf jeder Doppelseite genau identisch. Diese gilt es zu finden.

Begleitet werden die farbenfrohen Zeichnungen von einem Gedicht in Reimform bestehend aus zwei Strophen. Hier werden dem Leser kleine Hinweise in Bezug auf das Suchziel gegeben. Gilt es nach dem Fell oder nach dem Halsband Ausschau zu halten? Doch auch ohne diese Tipps ist das Schema immer gleich, so dass auch schon kleine Kinder, die noch nicht lesen können mit diesem Buch selbstständig arbeiten können. Es kann auch wunderbar bereits zu Beginn des ersten Schuljahres in der Freiarbeit eingesetzt werden.

Das Tolle an diesem Such-Buch ist, dass Kinder sich in Geduld üben und einen hohen Grad an Aufmerksamkeit aufbringen müssen, um das Pärchen zu finden. Der Schwierigkeitsgrad unterscheidet sich von Seite zu Seite, Mal sind es 14 Tiere und ein anderes Mal ganze 40, die es ganz genau zu scannen gilt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Kinder die Möglichkeit bekommen ihren aktiven Wortschatz zu erweitern. Mich persönlich freut die Einbindung vom Yak sehr, ein Tier das vielen Kindern unbekannt ist und oft in der Anlauttabelle unter „Y“ erscheint.

Kinder werden dieses Buch immer und immer wieder in die Hand nehmen, weil es keine lineare Geschichte ist, die man sich nach dem ersten Lesen gemerkt hat. Die letzte Doppelseite wartet mit einer Überraschung auf. Hier gilt es aus den lustigen Zwillingspärchen, diejenigen zu entdecken, die sich nicht gleichen. Somit wird das vorherige Muster komplett umgeschmissen  – ein kleiner Wink in Richtung Manche sind anders…: Ein Such-Buch von Britta Teckentrup.

Blick ins Buch

Wir gehören zusammen - Britta Teckentrup

Fazit

Ein Such-Buch, das die Konzentration fördert und Spaß macht!

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Der Grüffelo – Mein bunter Kreativkoffer

Mein bunter Kreativkoffer - Grüffelo

In diesem Mitmach-Koffer versteckt sich eine Vielzahl an Beschäftigungideen für echte Grüffelo-Fans. Hier ist jede Menge Kreativität gefragt und gleichzeitig wird eine große Bandbreite an Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten, so dass Langeweile keinen Platz findet.

Die Protagonisten der Geschichten werden in diesem Koffer als bunte Aufstellfiguren aus fester Pappe geliefert. Zwei Fußteile pro jede Figur sorgen für einen sicheren Stand. Durch die kleine Rasenfläche ist sogar ein Teil der Kulisse vorhanden. Der Rest darf nach eigenen Ideen weiter ausgestaltet werden. Durch das Nachspielen einiger Sequenzen oder gar der ganzen Geschichte wird der mündliche Sprachgebrauch geschult und die Fähigkeit zum Nacherzählen und das Zusammenfassen wichtiger Inhalte.

Pappfiguren Grüffelo

Der Kreativblock bestehend aus einer Vielzahl an lustigen Rätseln und vielen Anregungen zum Weitermalen ist der ideale Zeitvertreib in der Sommerzeit. Besonders geeignet ist es für Vorschulkinder. Hier wird die Wahrnehmung geschult, in dem es darum geht bestimmte Muster zu entdecken oder gleich dem Prinzip „odd one out“ Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden. Eine Fertigkeit die für den Schriftspracherwerb besonders wichtig ist.

Kreativblock Grüfffelo

In den zahlreichen im Block angebotenen Schmuckrahmen werden die Kinder zum kreativen Ausgestalten eingeladen. Hierzu können die abwechslungsreichen Malschablonen oder auch Sticker genutzt werden. Des Weiteren werden Kinder in der Feinmotorik trainiert, wenn es darum geht bestimmte Muster nachzuspuren oder gleiche Bilder zu verbinden. Beim Übertragen eines Bildes in ein Gitterraster schulen sie die visuelle Wahrnehmung und machen sich mit einem Übungsformat vertraut, das im Mathematikunterricht ebenfalls oft angewandt wird.

Sticker Grüffelo Malschablonen Grüffelo

Eine schöne Freizeitbeschäftigung für Vorschulkinder und echte Grüffelo-Fans.

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William Joyce und Christina Ellis – Wie die Farben in die Welt kamen

Wie die Farben in die Welt kamen

 

Es war einmal eine Zeit, in der Zahlen die Welt bevölkerten und für Ordnung sorgten. Alles war formatiert, sortiert und gegliedert. Und doch war die Welt grau und langweilig. Eines Tages machten sich fünf Freunde daran, etwas zu erschaffen das anders war. Sie werkelten, tüftelten, grübelten  und erschuffen etwas, das zu Beginn noch etwas seltsam aussah. Es war ein Gemisch aus Zahlen und Buchstaben. Ihr Wille trieb sie immer weiter voran, bis die ersten Buchstaben entstanden und mit sich Farben in die graue Welt der Zahlen brachten. Die Welt füllte sich mit Freude. Ab diesem Zeitpunkt bekamen die Zahlen Namen, die Gebäude hatten keine langweiligen Nummern, sondern richtige Bezeichnungen. Alles ergab nun einen Sinn, dank der Buchstaben.

In diesem Bilderbuch geht es vordergründig nicht um Farben, wie der Titel es vielleicht suggeriert, sondern um die Vorteile von Erfindung der Schrift. Erst die Buchstaben bringen Farben in unsere Welt und verleihen dem Drumherum Sinnhaftigkeit.

Besonders gelungen ist in diesem Buch der Prozess der Erschaffung von etwas Neuem. Dazu gehört viel Mut, die Bereitschaft sich von der Norm, dem Gewohnten zu entfernen, etwas zu wagen und viel Zeit und Arbeit zu investieren. Diese Entwicklung verdeutlicht die wissenschaftliche Herangehensweise auf kindgerechte Art und Weise. Auch da gilt es die ersten Ergebnisse zu überarbeiten, zu reflektieren, dran zu bleiben und schließlich zu vollenden.

Die außergewöhnliche Gestaltung wird den Kindern sofort ins Auge springen. Der Illustrator spiegelt die Wendung der Erfindung in der Einbindung der Farben wider und bringt bei der Geburt der Buchstaben die mit Leben erfüllte Farbenpracht ins Spiel. Gleichzeitig spielt er mit den Formaten und springt vom Hoch- zum Querformat, um die damit einhergehende Unruhe zu symbolisieren und aber auch die große Bedeutung zu veranschlaulichen. Sogar das Buchcover kann sich dank des Umschlags von grau und trist zu bunt und lebendig verwandeln.

Die Geschichte von William Joyce regt Kinder dazu an sich Gedanken über eine Welt ohne Buchstaben zu machen. Gleich dem Prinzip „Was wäre wenn …“, wird uns klar wie wertvoll diese Erfindung für uns Menschen ist. Hier lässt sich sicherlich auch der Bogen zur tatsächlichen Erfindung beginnend in der Steinzeit schlagen. Wer hat die Schrift erfunden? Mit welcher Absicht? Wie unterscheidet sich die lateinische Schrift von der arabischen, kyrillischen oder chinesischen Schrift? Eine spannende Unterhaltung kann folgen, die zu vielen weiteren Fragen anregen darf …

Wie die Farben in die Welt kamen

Die Schrift und ihre Bedeutung auf kindgerechte Weise angestupst.

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Philippe Ug – Im Garten der Schmetterlinge

Im Garten der Schmetterlinge

Dieses kunstvolle Pop-up Buch schildert den Lebenszyklus eines Schmetterlings. Nach dem Erwachen sucht sich die Raupe ein passendes Plätzchen in der Falte eines Blattes. Hier verpuppt sie sich in aller Ruhe und wird schließlich als prächtiger Schmetterling geboren. Im Alltag geht es anschließend darum Nahrung zu finden und sich vor möglichen Feinden zu schützen.

Im Garten der Schmetterlinge

Philippe Ug hat bereits mit dem bezaubernden Papierkunstwerk „Komischer Vogel“ beeindruckt. In diesem Band ist die fein ausgestanzte Papierkunst, die beim Umblättern jeder Seite zum Vorschein kommt, nicht minder beeindruckend. Es eignet sich zum gemeinsamen Betrachten mit einem Erwachsenen, denn die Kunstwerke sind spitz und filigran. Die Schrift tritt im Vergleich zu den modernen Motiven in den Hintergrund und ist hin und wieder auch schwer zu entdecken. Besonders imposant ist die Geburtstagsseite des Schmetterlings, die das Wunder der Natur in all ihrer Pracht zur Schau stellt.

Im Garten der Schmetterlinge

Für Liebhaber besonderer Bücher mit einem Faible für Schmetterlinge!

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Celestino Piatti – ABC der Tiere

ABC der Tiere

Schon der Titel macht deutlich, wie dieses witzige ABC-Buch von Celestino Piatti funktioniert: Von A wie Alligator bis Z wie Zebra werden hier zu jedem der 26 Buchstaben Tiere präsentiert, begleitet von einem zum Tier passenden Reim. Das Leseerlebnis wird zu einem unterhaltsamen Spaziergang durch die Bandbreite der aufregenden und vielfältigen Tierwelt. Vor allem angehende i-Dötzchen werden ihre Freude am Bilderbuch haben und ganz nebenbei einiges über Tiere lernen.

Durch die Nächte klingen schöne
schluchzend süße Flötentöne –
von den vielen Vögeln allen
singen so nur Nachtigallen.

Die Einbindung der Endreime schult die Kinder im Sprachgefühl und lädt zum Nachdichten ein. Die einzelnen Buchstaben werden auf einer Seite, manche sogar kombiniert, dargestellt. Zur optischen Diskrimination werden die Buchstaben vergrößert vom Rest und in Druckschrift hervorgehoben. Zum jeweiligen Buchstaben finden sich im Reim mehr Wörter, die mit dem Buchstaben beginnen. So können Kinder spielerisch die Wörter jagen und trainieren ganz nebenbei die Erkennung der Anlaute.

Die Illustrationen von Celestino Piatti, der bereits große Erfolge mit seinem Bilderbuch „Eulenglück“ gefeiert hat, sind sehr einprägsam und haben durch die schwarze, breite Kontur hohen Erkennungswert.

ABC der Tiere
weiterarbeit
Durch die auffälligen schwarzen Konturen lassen sich die Tierbilder nach Piatti wunderbar im Kunstunterricht thematisieren. Jedes Kind kann sich seinen Buchstaben aussuchen und ein dazu passendes Tier gestalten.
Eine spielerisch-lustvolle Entdeckung des Alphabets, vor allem für Kinder die am Schulanfang über keine oder nur geringe Buchstabenkenntnis verfügen.
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