Drew Daywalt und Oliver Jeffers – Der Streik der Farben

Der Streik der Farben

Duncan findet in seiner Schublade einen Stapel Briefe. Seine Farbstifte wenden sich an den Jungen und schildern in Briefform ihren Einsatz. Der rote Stift erkundigt sich nach einer Pause und fühlt sich regelrecht überarbeitet, denn er muss sogar an Feiertagen arbeiten und all die Nokoläuse und Valentinsherzchen ausmalen.  Der ordnungsliebende Lieblingsfarbstift für Trauben und Zauberhüte beklagt sich darüber, dass zu viel Farbe für die Flächen außerhalb der eigentlichen Zeichnung verschwendet werden. Er bittet Duncan doch bitte innerhalb der Linien zu malen.

Die Beschwerdebriefe nehmen ihren Lauf. Und in jedem steckt eine große Prise Humor. Lediglich die Farbe grün tanzt aus der Reihe und schreibt einen glücklichen Brief und bedankt sich höflich für den fleißigen Einsatz. Natürlich möchte Duncan, dass alle seine Farbstifte glücklich sind und überlegt sich eine Lösung, für die ihm seine Lehrerin einen goldenen Stern für Kreativität verleiht.

Bei diesem Bilderbuch lacht das Lehrerherz doppelt. Zum einen wird die Briefform mit unterschiedlichen Anrede- und Schlussformen thematisiert. Hier könnten die Kinder im Deutschunterricht auf Entdeckungsreise gehen und in den insgesamt 12 Briefen stöbern und die verschiedenen Elemente heraussuchen. Daran anschließend wäre es denkbar den Perspektivwechsel im Briefeschreiben zu üben, indem Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen sich in eine Farbe hineinzuversetzen und ebenfalls einen (Beschwerde-) Brief zu schreiben. Hierbei sollte das Bilderbuch nicht zu Ende gelesen werden, damit eigene Ideen integriert werden können.

Zum anderen steht der Einsatz der Farbenlehre und einige  Anwendungstechniken der Farbstifte im Vordergrund, was wunderbar im Kunstunterrricht integriert werden kann. Dem fächerübergreifenden Einsatz steht somit nichts mehr im Wege. Jüngere Kinder könnten der Geschichte entnehmen welche Gegenstände mit welcher Farbe angemalt werden. Ein witziger Diskussionspunkt ist das Streitthema von Gelb und Orange: Welche Farbe hat nun die Sonne? Ältere Kinder orientieren sich an den Techniken des flächendeckenden Ausmalens (Lila), dem sorgsamen Umgang (Rosa) oder der Anwendung der Umrandungslinien (Schwarz). Dieses Bilderbuch bietet sehr viel!

Die äußerliche Gestaltung darf auch nicht unerwähnt bleiben. Oliver Jeffers ist ein Meister und zeigt auch hier sein Können. Die Illustrationen sind zum Verlieben und sehr kindgerecht gestaltet. Die letzte Seite wird den Kindern sicherlich ein „Oh, wie schön!“ entlocken. Auch die Texte sind mit einem Schmunzeln zu betrachten und decken viel Wahres auf. Mein Lieblingsbrief ist der von der Farbe Beige und die Zeichnung dazu einfach genial.

Der Streik der Farben

Ein neues Herzensbuch für den Kunstunterricht.

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Christel Dhom – Mit Kindern filzen

Mit Kindern filzen

Dieses Buch, das merkt man an den Fotografien, hatte Zeit zum Reifen. Es gibt liebevolle Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die mit vielen Fotos unterlegt sind. Die theoretische, sehr ausführliche Einführung dreht sich um die therapeutischen Wirkungsweisen des Filzens. Es geht um „Kontexteffekte“ bzw. den wohltuenden Einfluss auf Kinder, wie z.B. die Schulung der Auge-Hand-Koordination, die Willensschulung und die stimmungsaufhellende Wirkung.

Es gibt für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene wertvolle Tipps in Bezug auf das Material, die Vorbereitung des Arbeitsplatzes und didaktisch-methodische Hinführungshinweise. Die Anleitungen sind in folgende Bereiche eingeteilt: Fläche/Platte, Hohlform, Kordel/Seil, Dünne Fläche/Schal. Zu jedem Projekt gibt die Autorin den dreischrittigen Schwierigkeitsgrad an und fügt stets beispielhafte Bilder vom Ergebnis bei.

Ein Herz als Geschenkanhänger, Nadelkissen, Bälle, bunte Haargummis, Marienkäfer oder eine Kette lassen sich auch gut von Grundschulkindern umsetzen. Für die Initiierung einer AG-Filzen ist es ein überaus hilfreicher Leitfaden. Einige Projekte brauchen jedoch Zeit und Muße und sind daher auch für den häuslichen Rahmen oder vielleicht als Aktion für den Kindergeburtstag mit nicht allzu vielen Kindern empfehlenswert.

Mit Kindern filzen

Liebevoll gestaltetes, fundiertes Buch von einer ehemaligen Waldorfkindergärtnerin.

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365 Tage Kunstgenuss

365 Tage Kunstgenuss

Dieser immerwährende, jahreszahlunabhängige Kalender im quadratischen Format erheitert jeden Tag den Kunstliebhaber mit einem anderen Kunstwerk und einem zum Bild passenden Zitat. Auf jeder Doppelseite ist ein anderes Meisterwerk der Malerei abgebildet, darunter finden sich bekannte Künstler wie Paul Cézanne, Marc Chagall, Gustav Klimt, Joan Miró, Wassily Kandinsky etc. Besonders erfreut war ich das Mädchenbildnis von Paula Modersohn-Becker hier vorzufinden, dabei habe ich erst kürzlich eine Ausstellung zu ihren Kunstwerken besucht und mich anschließend mit sämtlichen Kunstpostkarten eingedeckt. Die Entwicklung ihrer Portrait-Malerei lässt sich wunderbar auch im Kunstunterricht aufgreifen.

Neben der Vielzahl an Kunstwerken, haben es mir auch die Zitate angetan, die wirklich zum Nachdenken bringen. Die Hinführung zu einem neuen Kunst-Thema setze ich gerne in Form einer Museumsausstellung mit anregenden Fragen zu bestimmten Kunstwerken oder auch gerne Zitaten um. Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen dabei in Keingruppen die entsprechenden Stationen und tauschen sich zu den Anregungen aus. Dieser Kalender bietet eine Fülle an tollen Gedankenanstößen zur Kunst und Kunstbetrachtung.

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können (Jean Paul)
zum Kunstwerk „Die Beständigkeit der Erinnerung“ von Salvador Dalí

Aufgrund des Umfangs der Seiten und der Bindung lässt sich das Buch jedoch schlecht aufschlagen. Vor allem die ersten und die letzten Seiten wollen so gar nicht liegen bleiben. Da muss man das Buch anderweitig beschweren. Vielleicht wäre eine Spiralbindung etwas handlicher. Im Künstlerverzeichnis finden sich alle Meisterwerke in alphabetischer Anordnung wieder, sodass man schnell nachschlagen kann. Auch die entsprechende Jahresspanne wurde vermerkt, um sich besser in den Epochen orientieren zu können. Bei den einzelnen Kunstwerken wurde neben dem Künstler, dem Namen des Kunstwerkes und der Jahreszahl auch das entsprechende Kunstmuseum vermerkt.

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Beschwingt durch den Tag mit täglich neuen Kunstinspirationen

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BildÖffner 1: Bildnerisches Gestalten- Vorschule und Unterstufe

BildÖffner 1

Heute  möchte ich mit euch meine Entdeckung des Jahres in der Kategorie „Unterrichtsmaterialien“ teilen. Wenn ich ehrlich bin, ist es vielleicht sogar DAS Buch in meinem Kunstregal überhaupt. Ich muss vorab zugeben, dass ich von diesem Material restlos begeistert bin.

Diese 222-seitige Ausgabe richtet sich an Lehrpersonen mit Kunstangeboten für Kindergartenkinder bis hin zur 2. Klassenstufe. Der Schulverlag bietet allerdings noch andere Bände für alle weiteren Klassenstufen an. Dieses Werk ist eine kompetente Ausarbeitung nach Unterrichtseinheiten. Jeder Referendar mit dem Fach Kunst, und zugegeben auch Mentor, wird sich über diese fachkundige Goldgrube freuen.

Im Inhaltsverzeichnis sind die Einheiten Themenkreisen (Gegenstand, Farbe und Form, Landschaft, Schrift, Werkbetrachtung etc.) und Verfahren (Grafische, Druckgrafische, Räumlich-plastische, Collage etc.) zugeordnet. Die Einteilung jeder Unterrichtseinheit ist sehr durchdacht, aber auch äußerst übersichtlich und daher sehr praktikabel und erleichtert zudem das Zurechtfinden ungemein. Folgende Überschriften sind hier zu finden: Einleitung, Begründung, Lernziele (hervorragend für den Unterrichtsentwurf), Hintergrundinformationen (wertvoll für die Lehrkraft, vor allem wenn sie fachfremd unterrichtet), Aufgabenstellung, Einstieg, Prozess und Reflexion. Im Ausblick finden sich weitere Abwandlungen oder alternative Arbeiten, aus denen weitere Ideen geschöpft werden können.

Dieses Autorenteam hat hier geballtes Wissen zusammengetragen. Ich kann mich kaum entscheiden, welche Einheit ist zuerst ausprobieren möchte. Hier nimmt man sich Zeit für Gespräche, Präsentationen, Würdigungen und das Zusammenarbeiten. Bei den Hintergrundinformationen habe ich genau das vorliegen, was ich bei vielen anderen Werken vermisse und zwar Hinweise zu Künstlern, Vorschläge für entsprechende Bilderbücher als Einstieg, Hinführungen, die motivieren sich mit der „Sache“ genauer auseinanderzusetzen oder anregende und zum Thema passende Kunstwerke bzw. Fotografien. Hier ist alles da. Das i-Tüpfelchen sind die farbigen Fotografien aus der Praxis, Kunstwerke der Kinder, auch Bilder aus dem Entstehungsprozess oder die anregende Gestaltung der Kreismitte. Dankbar bin ich auch für die Reflexionsvorschläge, die in der hier dargebotenen Bandbreite natürlich auf andere Projekte übertragbar sind.

Nach dem Lesen fühle ich mich beflügelt, nicht zuletzt weil bei uns sinnvolle Fortbildungsangebote im künstlerischen Bereich seit Jahren fehlen. Künstlerisches Gestalten wird wie ein verkümmertes Stiefmütterchen behandelt. Diese Bände sind ein Muss für die Lehrerbibliothek und eine gute Investition. Diese Werke müssen hinaus in die Lehrerhände, um Kinder in den Genuss eines kompetenten Kunstunterrichts kommen zu lassen.

BildÖffner 1

Mein „Herzensbuch“ für den künstlerischen Bereich!

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Bernd Wehren – Der Nadel- und Faden-Führerschein

Der Nadel- und Faden-Führerschein

Während ich mit den Schülerinnen und Schülern aus der 2. Klasse gerade an einem Bastelführerschein arbeite und sie das sorgfältige Falten, Kleben, Schneiden und Ausmalen üben, dürfen die Drittklässler sich an dem Nadel- und Fadenführerschein versuchen.
Als Beilage gibt es in diesem Heft einen Klassensatz farbiger Führerscheine, die jedoch in Bezug auf die Sticharten so umfangreich sind, dass ich eigene erstellt habe. Mir gefallen die Kopiervorlagen, die das Üben anregen, recht gut. Hier wird der „Einfädel-Trick“ mit dem Papierstreifen mit Bildern unterstützt erklärt. Auch die Schritt-für-Schritt-Erklärungen für den Knoten, das Annähen eines Knopfes oder für die einzelnen Stiche wie Vorstich, Steppstich, Überwendlingsstich oder den Zick-Zack-Stich werden verständlich erklärt. Diese Blätter können auch im Klassenraum ausgehängt werden, damit Kinder nach Bedarf nachlesen können.
Heiß begehrt war bei den Jungen die Kopiervorlage des Rennwagens, bei dem die Knöpfe als Reifen aufgenäht werden sollten. Die Mädchen wählten meist das Märchenschloss, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war. Sehr hilfreich ist das „Mini-Buch“ mit jeglichen Sticharten als Übersicht für die Hand der Kinder. Am Ende könnte eine Prüfung zu den Sticharten abgelegt werden, hierzu bietet das Heft eine Vorlage. Ich beließ es beim Abstempeln der jeweiligen Aufgabe, nach erfolgreicher Bearbeitung. Insgesamt ist es eine lohnenswerte Anschaffung, nicht zuletzt wegen der gelungenen Übersichten zu den Sticharten.
Der Nadel- und Faden-Führerschein
Gute Übersichten zu den Sticharten.

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Hans Witzig – Punkt, Punkt, Komma, Strich: Die Zeichenstunde für Kinder

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Der Klassiker „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ … fertig ist das Mondgesicht wurde neu auferlegt. Die Illustrationen sind die gleichen geblieben und mögen etwas nostalgisch auf Kinder wirken. Hier kann man den Lauf der Zeit auch an den Bildern ablesen.

Das Zeichnen vor allem von Menschen muss gelernt sein. In der Grundschule kann die Entwicklung besonders gut beobachtet werden, wenn es zunächst vom Strichmännchen zu angezogenen Gestalten und dann schließlich zu ausgereiften Personen mit Fingern, Lippen, Ohren und all den anderen Einzelheiten geht. Menschen in Bewegung zu malen oder gar seitlich oder von hinten ist auch noch im vierten Schuljahr für viele noch schwierig.

In dieser „Zeichenstunde für Kinder“ werden aber auch einfache Zeichnungen von Zoo- und Bauernhoftieren, Häusern, Frühblühern, Wiesenblumen uvm. thematisiert, oft  begleitet von lustigen Reimgeschichten.

weiterarbeit

Angeregt durch diese Darstellungen habe ich ein kleines Büchlein „Zeichenstunde“ erstellt (s.u.). Hier geht es zunächst darum einen Menschen vor der Thematisierung zu malen. Nach einigen Übungen, deren Schwierigkeitsgrad sich stetig steigert und die ich dem Buch entnommen habe, sollen die Kinder den eigenen Lernzuwachs feststellen und zum Abschluss erneut eine Person zeichnen. Ich bin selbst auf die Ergebnisse und die Gegenüberstellung gespannt!

Menschen zeichnen

Zeichenstunde für Kinder

Anregungen für Kinderbilder

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Anne Desmet und Jim Anderson – Drucken ohne Presse

Drucken ohne Presse

„Drucken ohne Presse“ konzentriert sich auf die Darstellung von Druckverfahren, die ohne viel Aufwand und ohne teures Zubehör umgesetzt werden können und somit wenig kosten. Dieses Buch stellt eine Vielzahl von Drucktechniken vor und gibt wertvolle Tipps für die Umsetzung, nicht nur für die Grundschule. Sie reichen vom einfachen Stempel- (z.B. aus Plastilin), Kartoffel- oder Schablonendruck über mehrfarbigen Linoldruck, Siebdruck oder Collagentechniken mit verschiedenen Materialien.

Hier werden Tipps zur Ausrüstung und zum Material gegeben, die zum großen Teil schon im Haushalt vorhanden sind. Wichtige Hintergrundinformationen zur Druckfarbe und vor allem zum richtigen Papier runden die Einführung ab. Die Druckgrafik als Kunstform war bereits auf Felswänden vor vielen tausend Jahren zu finden und so bieten die Autoren als erste Drucktechnik das Drucken mit den Körperteilen an. Die Angebote werden stets von zum Teil farbigen Fotografien begleitet. Oft sind es Werke von Schulkindern oder auch hilfreiche Zeichnungen zum Vorgang ds Druckverfahrens oder als Hinweis auf die Beachtung von Besonderheiten.

Dieses Buch diente mir als Vorbereitung auf eine Projektwoche zum Workshop „Druckwerkstatt“ anlässlich unseres Schuljubiläums. Hier finden sich wertvolle Informationen für Neulinge, die man sonst in anderen Büchern kaum findet. Besonders hilfreich fand ich die Hinweise zum Papier, die einen großen Unterschied in Bezug auf die Druckqualität ausmachen. Auch die Darstellung der Materialien zur Herstellung eines Druckstocks waren für mich als fachfremde Lehrkraft in Kunst Gold wert. So fand ich sprachlich verständlich formulierte Ratschläge zum Umgang mit Polystyrol. Behälter zum Mitnehmen aus den Imbissbuden eignen sich z.B. wunderbar als preiswerte Alternative, jedoch nicht das Verpackungsmaterial von Elektrogeräten. Die Trittschalldämmplatten aus dem Baumarkt sind zwar geringfügig schlechter in der Qualität, jedoch für experimentelles Drucken auch gut zu gebrauchen. Da das Schulbudget oft recht gering ist, sind solche Hinweise sehr hilfreich.

Praktisch empfand ich auch die Darstellungen von vielseitigen Drucktechniken anderer Künstler, vor allem die jeweiligen Hinweise zum Material und zur Technik sind lesenswert. Viele Bilder sind großformatig abgedruckt und eignen sich somit auch zum Zeigen in einer Kleingruppe.

Als Vorbereitung auf die Druckwerkstatt war dieses Buch für mich ein kleiner Schatz, aus dem ich viele nutzbare Informationen für die Praxis ziehen konnte.

Drucken ohne Presse

weiterarbeit

Hier sind einige Ergebnisse des Schulgebäudes aus der Druckwerkstatt, die wir als Jubiläumspostkarten am Festtag verschenkt haben.

Druckwerkstatt Schulgebäude

Druckwerkstatt Schule Jubiläum

 

 

 

 

 

Ein praxisnahes Buch mit sehr hilfreichen Hintergrundinformationen zu Techniken und zu beachtenden Tücken im Arbeitsprozess.

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François und Jean Robert – Gesichter

Gesichter Francois Robert

Im Sommer feiert unsere Schule ein Schuljubiläum. Im Rahmen dieser Feierlichkeit planen wir eine Projektwoche zum Thema „Schule früher und heute“.  Im Laufe der Woche werden unterschiedliche Workshops angeboten, aus denen die Kinder wählen dürfen. Dieses Bilderbuch wäre ein toller Aufhänger, um die Schule etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und für den Tag des Schuljubiläums den Besuchern einige Rätsel bzw. Suchaufträge zu stellen.

Die Autoren von „Gesichter“ liefern eine tolle Bandbreite an leblosen Objekten, denen scheinbar Leben eingehaucht wurde. Durch den richtigen Winkel wird eine Rohrzange zu einem Vogelgesicht, ein Lederrucksack zu einem verschmitzt lächelnden Held und die geöffnete, leicht gezackte Schere zu einem gefährlichen Hai. Es bedarf ein bisschen Fantasie und vor allem den richtigen Ausschnitt, um verborgene Gesichter zu entdecken. Solche visuellen Spielereien machen Kindern Spaß, da sie noch viel unbefangener ihre Umgebung wahrnehmen.

Nach der gemeinsamen Entdeckungstour der Fotografien von Robert dürfen die Kinder selbstverständlich sich auf die Suche nach ihren Motiven begeben. Hierbei kann der Suchauftrag natürlich geöffnet werden, sodass nicht ausschließlich Gesichter gesucht werden dürfen, sondern interessante oder auch ungewöhnliche Ausschnitte der Schule fotografiert werden können. Warum nicht die Schule durch andere Augen sehen und Winkel und Ecken entdecken lassen, die man sonst vielleicht gar nicht zu sehen vermag?

Gesichter Robert Fotografie

Faszinierende Ausschnitte, die dem Betrachter die Augen öffnen  und die Welt aus vielen Winkeln sehen lassen.

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Andrea Wegener – Textile Klassen-Projekte

Textile Klassenprojekte

In der Kunstpädagogik scheinen textile Projekte  in der heutigen Zeit rückläufig zu sein. Das sehe ich an den Angeboten der Kunsthallen, Kreativaktionen in den Kinderkunstmuseen und den eingereichten Vorschlägen für Projekte an den Schulen seitens der Künstler. Hierfür bedarf es ein hohes Maß an Vorstellungskraft, viel Ausdauer, eine gute Feinmotorik und viel Kreativität.

Die Freude der Kinder über die Erschaffung eines textilen Produktes ist jedoch weiterhin enorm. Auch die Jungen üben sich fleißig und ausdauernd am Einfädeln und dem Vorstich. Im 3. Schuljahr ist das Nähfieber ausgebrochen. Begonnen haben wir mit einer kleinen Textilkunde zum Thema „unterschiedliche Stoffe“. Hierfür nutzte ich die Informationen aus diesem Band (s. Textilkunde), die ich mit passenden Bildern untermalt und die entsprechenden Stoffe zum Fühlen und Anfassen ausgelegt habe. Die Überraschung war groß, dass für Seide die Seidenraupen zuständig sind, wohingegen Bauwolle aus einer Pflanze gewonnen wird.

Nach diesem Einstieg folgte der Nadel- und Fadenführerschein, bei dem das Einfädeln, der Knoten, das Annähen eines Knopfes und der Vorstich geübt wurde. Nun konnte ich aus dem Ideenschatz dieses Bandes schöpfen und den Kindern einfache oder anspruchsvolle Objekte anbieten.

Unter den fantasievollen Objekten befinden sich: Autos, Monster, Mäuse, Vögel, Bücher-Ecken-Monster, Fähnchen, Fische, Rollmäppchen, Spinnen im Netz, Stoffuhr, bunte Schlüsseltaschen etc. Hier ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen etwas dabei! Zu jedem Vorschlag finden sich farbige Fotos und Schablonen (sofern sie benötigt werden). Neben den Lernzielen ist eine mit Zeichnungen bebilderte, sehr ausführliche Anleitung beigefügt. Sehr witzig ist die Idee Tipps zum Einsatz im Unterricht aufzuführen. Oft werden die Produkte ausgestellt und verschwinden danach recht schnell. Die Autorin gibt Hinweise wie z.B. das soziale Gefüge durch Spiele mit den Objekten gestärkt werden kann.  Vor allem diese sinnvollen Nutzungsideen haben mich hier beeindruckt, sodass ich sicherlich in Zukunft mehr auf die Verwendung achten werde.

Die Bücher-Ecken-Monster werden nun an die Patenkinder aus den 1. Schuljahren verschenkt. Sie verlieren nämlich ständig ihre Klebezettel für die Lesebücher 😉

Textile Klassen-Projekte Grundschule

Praktische Anregungen für den Unterricht mit vielen  sinnvollen Nutzungsvorschlägen.

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Astrid Friedrich – Kunsthandwerken mit Kindern

Kunsthandwerken mit Kindern

Kunsthandwerkliches Gestalten bildet den Fokus in diesem Band. Mit der Erschaffung des Dreidimensionalen mit Säge, Hammer, Nägeln, Nadel und Faden oder Kleister halten die Kinder am Ende ihrer Bemühungen ein Produkt in der Hand, worauf sie oft mächtig stolz sind.

Thematisch orientieren sich viele Arbeiten an den jahreszeitlichen Themen wie Muttertag, Ostern, Herbst und Weihnachten. So lassen sich die Produkte auch wunderbar verschenken. Zur besseren Übersichtlichkeit sind die Vorschläge nach Techniken geordnet: Laubsägearbeiten, Nähen, Pappmaché und Dosen aus Weißblech. Die Kategorie „Dies & Das“ beinhaltet Pompon-Marienkäfer, Fliegenpilze aus Korken, Blumen aus Krepppapier oder Anhänger aus Wachs.

Besonders erfreulich ist, dass viele Ideen bereits mit einer ersten Klasse umgesetzt werden können. Astrid Friedrich gibt auch in Bezug auf die Organisation wertvolle Tipps. An Laubsägearbeiten habe ich mich persönlich noch nie herangetraut. Zum einen fehlt uns ein Werkraum, zum anderen ist meine Sorge vor Verletzungen zu groß. Der  wahre Grund ist wahrscheinlich, dass mir Organisationshinweise fehlen. Die Autorin geht auf die Erarbeitung von Regeln im Umgang mit den Werkzeugen ein und zeigt, dass die richtige Vorbereitung des Klassenraums und eine sinnvolle Einteilung der Gruppe oberstes Gebot ist.

Die Kriterien zur Leistungsbewertung erarbeite ich gewöhnlich gemeinsam mit den Kindern. Trotzdem ist es hilfreich sich vorab Gedanken zu machen wohin die Reise gehen soll. Astrid Friedrich gibt nette Impulse, die bei der Bewertung berücksichtigt werden können. Hin und wieder gibt sie auch zu bedenken, dass sich manche Produkte nicht zur Leistungsbewertung eignen.

Sehr erfreulich ist, dass zu jedem Vorschlag farbige Bilder aus der Praxis beigefügt sind, die so schön unperfekt sind. Außerdem sind zahlreiche Vorlagen vorhanden, obwohl auch darauf hingewiesen wird, dass diese vor allem unsicheren Kindern als Differenzierungsmittel dienen.

Sehr interessant und für mich persönlich neu ist der Bereich „Blechdosen“. Hier wird beispielsweise Kresse eingepflanzt und die Dose als Hase dekoriert oder mit einer geprickelten Goldfolie ummantelt. Es finden sich zahlreiche und zugegeben oft glücklicherweise einfache Ideen ohne viel Materialaufwand, die zur Umsetzung einladen.

Momentan nähen wir, nach dem bestandenen „Nadel- und Fadenführerschein“, das Kücken (siehe Foto). Die Kinder sind begeistert das erste eigene „Kuscheltier“ in den Händen zu halten. Während die Produkte eine Zeit lang im Klassenraum als Dekoration aufgehängt werden sollen, entstand die Idee selbst entworfene Gegenstände zu Bewertungszwecken zu nähen, um sie anschließend gleich mit nach Hause zu nehmen. Die Motivation ist groß!

Nähen Kücken Vogel

Dieser Ratgeber macht auch Fachfremden Mut auf kunsthandwerkliches Gestalten!

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