Mies van Hout – Heute bin ich

Mies van Hout entführt die Leser und Betrachter in eine Unterwasserwelt von insgesamt 20 unterschiedlichen Gefühlszuständen, die anhand von verschiedensten Fischarten verdeutlicht werden. Eine Doppelseite ist jeweils einem Gemütszustand gewidmet, wobei auf der einen Seite jeweils das Gefühl in Wortform und auf der anderen Seite ein dazu passender Fisch dargestellt wird. Die Emotionsbandbreite reicht von ängstlich bis zufrieden. Der Fisch thront in seiner Vollkommenheit auf einem schwarzen Hintergrund und erringt dadurch die höchst mögliche Beachtung des Betrachters. Dabei darf ruhig analysiert werden, woran man das jeweilige Gefühl so gut erkennen kann. Es wird schnell deutlich werden, dass die Stimmungen vor allem an den Augen, dem Mund, der „Körpersprache“ und der Farbwahl abgelesen werden können. Natürlich animieren die Darstellungen zum spielerischen Imitieren und erweitern den Grundwortschatz um einige sehr bedeutende Emotionen. Durch diese tolle Wachsmaltechnik lassen sich im Kunstunterricht sicherlich wundervolle Bilder von „Heute bin ich …“ herstellen und die zuvor erarbeiteten Kriterien zur Gemütsdarstellung anwenden.

Dank diesem besonderen und herzerwärmenden Bilderbuch, bin ich heute … GLÜCKLICH … und kann gar nicht aufhören das Buch immer und immer wieder von Neuem durchzublättern und mich daran zu erfreuen!

Ein wahrer Schatz in diesem Meer an Bilderbüchern zum Thema Gefühle!

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Jessica Meserve – Klein!

Die Kleine hat ein Problem: Sie steht im Schatten ihrer großen Schwester. Die große Schwester kann alles viel besser. Sie springt viel weiter, läuft viel schneller und bekommt die schönsten Geschenke. Die jüngere Schwester fühlt sich dagegen ganz klein und beschließt sich an ihrer großen Schwester zu rächen. Doch dadurch geht es ihr nur noch jämmerlicher zumute…

Die jüngeren Geschwister haben es manchmal ganz schön schwer! Sie stehen im Schatten ihrer älteren Geschwister und müssen sich erst beweisen und eigene Stärken entdecken. Jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten und Begabungen, die man zunächst herausfinden muss. Der Thematik zur Findung des eigenen Ichs und der Loslösung von dem Vergleich mit den Geschwistern und der damit verbundenen Rivalität wird in diesem Bilderbuch Rechnung getragen. Und so wird die kleine Protagonisten zunächst immer im großen Schatten ihrer Schwester dargestellt. Der Schatten folgt ihr immer und überallhin. Bis … nun ja … sie auch ihrer Stärke bewusst wird. Nach diesem Ereignis hat jede der beiden Mädchen ihren eigenen ebenbürtigen Schatten. Die fabelhaften Illustrationen zeichnen diese Unsicherheit und Angst des kleinen Mädchens ganz wunderbar. Thematisch werden sich ganz viele junge oder auch ältere Geschisterkinder mit diesem Buch identifizieren können. Wem erging es in einigen Situationen nicht so ähnlich?

Geschwisterrivalität und Selbstfindung in grandiose Illustrationen eingebettet.

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Heike Schütz – Prinzessin Kartoffelinchen

Prinzessin Kartoffelinchen ist eine ganz besondere Kartoffel, die mit ihren roten Punkten alle anderen Kartoffeln überstrahlt. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes und gehört zu der Sorte „Rotauge“. Als die anderen, gewöhnlichen Kartoffeln anfangen sie aufgrund ihrer Andersartigkeit zu hänseln, wird Kartoffelinchen ganz traurig. Die Traurigkeit  verfliegt jedoch schnell, als sie durch einen unvorhergesehenen Zufall auf eine interessante Reise gehen darf. Sie trifft auf Geschöpfe, die ihr mit Neid und Missgunst begegnen und ihr somit das Leben schwer machen. Allerdings hält ihr das Schicksal auch positive Begegnungen bereit, durch die der Jahreskreislauf seinen neuen Anfang nimmt.

Das Buch ist in vier Kapitel eingeteilt, für die jeweils eine Jahreszeit steht. Die Geschichte beginnt im Herbst mit der Ernte von Kartoffelinchen und endet im Sommer mit dem Heranwachsen der Karoffelkindern. Das Thema „Kartoffeln“ wird an vielen Grundschulen behandelt und lässt sich wunderbar fächerübergreifend in den Unterricht einbinden. Durch dieses Buch habe ich mir eine kindgerechte Herangehensweise an das Wachstum der Kartoffelplanze erhofft. Allerdings sind die Wachstumsphasen im Verlauf der Anbauzeit in diesem Buch nur nebensächlich behandelt worden. Die Austriebe wurden nur am Rande kurz erwähnt. Das Schrumpelig-werden kurz vor der Aussaat wurde leider völlig ignoriert. Hauptsächlich geht es um die Themen Ausgrenzung, Neid, Missgunst, Eifersucht und aber auch Freundschaft, Hoffnung und Liebe.

Die Bilder wirken so herrlich sympathisch in ihrer unprofessionell scheinenden Ausführung und unterstützen durch erdige Bleistiftfarben das Bild des Naturprodukts. Ich hätte mir allerdings großflächigere Zeichnungen und weniger Text gewünscht, da das Buch für Kinder ab 3 Jahren empfohlen wird. Allerdings wäre ich eher dafür die Altersempfehlung auf 5 Jahre anzuheben, denn die Geschichte ist durchaus lang und von der Wortwahl zum Teil zumindest für Dreijährige anspruchsvoll.

Eine nette Geschichte über die Reise einer ganz besonderen Kartoffel.


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Annette Breaux und Todd Whitaker – 50x Schülerverhalten verbessern

Todd Whitaker und Annete Breaux zeigen 50 praxistaugliche Ansätze, um Schülerverhalten zum Positiven zu verändern. Das Buch bietet sowohl Lösungen für die Bewältigung akuter Probleme im Klassenzimmer als auch Strategien, um eine Lernumgebung zu schaffen, in der Schüler nachhaltig gern lernen – und sich deshalb entsprechend verhalten.

Kinder legen eben kindliches Verhalten an den Tag. Sie tun nicht immer, was richtig und gut für sie ist. Sie testen gern die Grenzen aus. Die Autoren vertreten die Meinung, dass man die Schüler erst erreichen muss, ehe man ihnen etwas beibringen kann.

Die insgesamt 50 Rezepte sind nach einem Dreischritt strukturiert. Das jeweilige Rezept beginnt mit einem Denksanstoß, in dem das „Problem“ geschildert wird. Darauf folgend wird auf Lösungen und Strategien für den Unterricht eingegangen und aufgezeigt wie das Problem verringert bzw. behoben werden kann. Die Quintessenz fasst die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen.

Die Autoren sind beide in der Lehrerausbildung tätig und leben in Amerika. Dem Schreibstil ist dies anzumerken. Es ist selbstbewusst, erfolgsversprechend, imponierend, zum-Schmunzeln-bringend. Ein Beispiel gefällig?

Jeder Schüler hat einen Lehrer verdient, der an ihn glaubt. Wenn Sie dieses Buch lesen, davon sind wir überzeugt, dann sind Sie dieser Lehrer.

Ich mag Amerikaner und somit diese Art zu denken und zu schreiben. 🙂 Dabei darf man dieses Buch keineswegs in einem Rutsch durchlesen. Es braucht Zeit, um es auf sich wirken zu lassen, um sich selbst im Unterricht zu beobachten und das gezeigte Verhalten zu reflektieren. Viele Lehrer werden erfreut feststellen, dass sie das ein oder andere Verhalten bereits in ihr Repertoire aufgenommen haben. Einfach weil es funktioniert und den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Das andere muss man ausprobieren und sehen welche Ergebnisse erzielt werden. Seit einem Monat stellt dieses Buch meine Abendlektüre dar und ich habe schon etliche der am Abend gelesenen Tipps am nächsten Tag ausprobiert. Viele mit einem überraschend positivem Ergebnis. Ein Beispiel aus der Praxis gefällig?

Dennis (Name geändert) geht in die zweite Klasse und spielt oft und gerne mit seiner Trinkflasche. Dabei benutzt er sie als Instrument und trommelt in unregelmäßigen Abständen damit unter seinem Tisch. Mit einem neugierigen Blick schaut er zur Lehrerin, um zu sehen, ob sie es gemerkt und gleichzeitig erkannt hat, woher denn das Geräusch kommt. Die Autoren interpretieren solches Verhalten als „Die Lust zu spielen“. In der Tat, Dennis meint es gar nicht böse, er ist nur experimentierfreudig. Die Empfehlung der Autoren war: Die Aufmerksamkeit des Schülers auf etwas anderes lenken, anstatt auf das störende Verhalten einzugehen. Also wurde Dennis von mir gebeten, mir doch bitte beim Herunternehmen meiner Transparenzkarten am Ende der Stunde zu helfen. Denn ich weiß  ja, dass er gerne mit Magneten spielt (wie schon erwähnt, er experimentiert gerne). Abrupt wurde die Flasche in die Tasche gepackt, ohne dass ich ihn darauf hinweisen musste und die Aufmerksamkeit war auf den Unterrichtsstoff gerichtet! Es wirkt!

Lehramtsanwärter, die sich auf die Prüfung vorbereiten und sich näher mit dem ersten Kolloquiumsthema „Leitideen pädagogischer Grundschularbeit“ beschäftigen, werden in diesem Buch einige hilfreiche Vernetzungen zu den im Seminar behandelten Themen finden. Dabei tauchen viele Beispiele aus der Praxis auf, die sich ebenfalls als hilfreich erweisen könnten, wenn das Thema „Unterrichtsstörungen“ angeschnitten wird.

Das grüne Cover, das Hoffnung symbolisiert und natürlich sehr erfolgsversprechend (beachte die Rakete!) gestaltet ist, finde ich gelungen und sympathisch. Oft sind die Rezepte wirklich Kleinigkeiten, die jedoch eine große Wirkung mit sich bringen. Die Auswirkung auf das Schülerverhalten eines lächelnden Lehrers, der den Klassenraum betritt, ist enorm. Ich würde viele der gegebenen Tipps am liebsten aufsaugen und lege dieses Buch allen Lehrern wärmstens ans Herz. Bevor Wissensvermittlung verwirklicht werden kann, müssen Bedingugen geschaffen werden, unter denen Lernen überhaupt stattfinden kann und dabei darf der Beziehungsaufbau nicht unterschätzt werden.

Ein äußerst gelungenes Fachbuch für die Praxis!

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Klaus Metzger – „Kopfzerbrecher“ – Sprachkompetenz entwickeln

„Kopfzerbrecher“ bietet unterschiedlichste Unterrichtsideen zur Entwicklung der Sprachkompetenz. Die Vorschläge aktivieren als sogenannte „gute Aufgaben“ das Sprachgefühl, Sprachwissen und die Spracherfahrung der SuS. Der Autor empfiehlt den Einsatz dieses Heftes auch für Kinder mit Migrationshintergrund. Die Kopiervorlagen wurden für alle Jahrgangsstufen konzipiert und weisen durch einen kleinen Vermerk auf der jeweiligen Seite für welche Jahrgangsstufe die Übung gedacht ist.

Es wurde darauf geachtet Aufgaben einzubinden, die alle etwas mit der Lebenswirklichkeit der Kinder zu tun haben. Welches ist das häufigste Wort im Deutschen? Welche „bedrohte“ Wörter gibt es und was bedeuten sie? Welches Wort passt nicht in die Reihe? Welchen Fehler hat der Ladenbesitzer bei der Formulierung seiner Werbung gemacht? Woher kommt das ’s eigentlich?

Die Kopiervorlagen sind sowohl im Deutschunterricht, als auch als isolierte Einheiten im Rahmen von Vertretungsstunden oder bei der Wochenplanarbeit einsetzbar. Die Übungen bauen nicht aufeinander auf, sondern stehen allein für sich.

Auf der mitgelieferten CD sind alle Kopiervorlagen als PDF-Datei und als individuell anzupassende DOC-Dateien zum Ausdrucken vorhanden.

Dr. Klaus Metzger hat bereits eine Vielzahl an den beliebten und sehr geschätzten Lehrerbücherei-Grundschule-Büchern veröffentlicht. Sie sind stets fundiert, anregend und innovativ. Auch dieses Band bietet inhaltlich eine Fülle an wunderbaren Ideen, die jedoch für mich persönlich besser hätten präsentiert werden können. Die Anordnung der Übungen ist willkürlich, sodass man für die Suche nach Kopiervorlagen für eine bestimmte Jahrgangsstufe das ganze Buch durchblättern muss. Hier wäre eine Anordnung nach Jahrgangsstufen sinnvoller gewesen.

Es heißt ja so schön „Das Auge isst mit!“. Das gilt auch für Unterrichtsmaterialien, sie sollen stets motivierend und anregend gestaltet sein. Die in diesem Buch vorliegenden Kopiervorlagen sind jedoch etwas schlicht, schon fast einfallslos präsentiert. Außerdem befindet sich der die Übung beschreibende Kommentar für die Lehrerhand oft auf derselben Kopiervorlage, die für die Schülerhand gedacht ist. Man müsste daher als Lehrer die Kopiervorlage erst einmal trennen und dann erneut kopieren. Alles etwas umständlich und nicht unbedingt benutzerfreundlich. In diesem Fall erweisen sich die veränderbaren Kopiervorlagen auf der CD-ROM als Glücksgriff. Hier können die jeweiligen Arbeitsaufträge und die Übung an sich nach eigenem Geschmack gestaltet und ausgedruckt werden. Vielleicht sogar als eine Art Kartei zusammengestellt werden.

Die Bandbreite und die Zusammenstellung der Kopfzerbrecher ist, wie man es von dem Autor gewohnt ist, wirklich gelungen. Die Grammatik wird auf eine spannende und aufregende Art und Weise den SuS näher gebracht und ist keinesfalls so öde wie die Aufmachung.

Inhaltlich absolut empfehlenswert, äußerliche Gestaltung der Kopiervorlagen verbesserungswürdig.


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Alexander Randolph – A Portrait of Nellie

Nellie lebt in ihrem Mauseloch ein ganz normales Leben einer gewöhnlichen Maus. Sie ist eine Maus mit Prinzipien und doch ziemlich einsam. Eines Tages bekommt sie Besuch von Sammy. Sie heiraten und bekommen Kinder. Schon bald findet sie einige Punkte, die sie an Sammy stören. Er scheint ziemlich zutraulich und lässt sich von der Haushälterin aushalten. Er benimmt sich keineswegs wie eine richtige Maus. Es kommt immer häufiger zu Streitigkeiten. Nellie möchte diese selbstgewählte Abhängigkeit und dieses „unmously“ Verhalten nicht länger dulden und trifft vor allem in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder eine schwerwiegende Entscheidung…

Nellie hat eine sehr sture und konservative Haltung. Sie hängt an ihren Prinzipien und möchte sich an die veränderte Situation ihrer Umwelt nicht anpassen. Seit vielen Jahren fürchten sich die Mäuse vor Katzen und sollen es auch in der Zukunft tun. Mäuse klauen das Essen der Menschen und lassen sich nicht von ihnen aushalten. Ihre Traditionen sind ihr heilig. Sammy dagegen ist in dieser Hinsicht offener und passt sich den veränderten Umständen an. Er versteht nicht, was daran verkehrt sein soll das angebotene Essen anzunehmen und nicht unnötig zusammenzuzucken, wenn die Katze, die im Haus lebt, für sie keine Gefahr darstellt, da sie selber Angst vor Mäusen hat. Das unreflektierte Festhalten an Althergebrachtem kann ich nicht befürworten.  Und das Ende der Geschichte hat mich leider auch enttäuscht:

„It is plain to see, they are trying to change our traditions.“
Sammy was forced to agree.

Die Illustrationen von Alexander Randolph sind ein Meisterstück. Sie sind einfach gehalten und entfalten vor dem weißen Hintergrund ihre große Wirkung. Das Bild der beiden Mäusen mit ihren ineinander verstrickten Mäuseschwänzen ist ja schon fast Kult.

Das Eheleben mit ihren Schwierigkeiten bzw. Verstrickungen und die Problematik der sich ständig verändernden Umwelt bilden das Hauptaugenmerk dieses Buches. Daher würde ich es eher für Erwachsene empfehlen. Die dargestellte Problematik ist für Kinder im Grundschulalter meistens unbedeutsam und noch ziemlich abstrakt. Allerdings könnte ich mir duchaus vorstellen das Buch in einer „Philosophieren mit Kindern-AG“ mit Viertklässlern einzusetzen, um über die jeweiligen Ansichten der Mäuse zu diskutieren. Sollte man an seinen Prinzipien und Regeln immer und überall festhalten? Verhält sich Nellie richtig? Verhält sich Sammy richtig? Wie könnte eine Einigung aussehen? Was würde man selber in einer solchen Sachlage tun?

Eine wunderschöne Aufmachung mit einem für mich zwiegespaltenem Inhalt.

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Andrea Erkert – Hurra! Wir spielen draußen

Das Buch enthält vielfältige Spielideen für Aktivitäten im Freien, für unterschiedlichste Gelegenheiten und Bedürfnissen. Die Spiele eignen sich für Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren und können mit einer Kleingruppe oder einer gesamten Schulklasse durchgeführt werden.
Die einzelnen Kapitel wurden nach unterschiedlichen Schwerpunkten eingeteilt. Für jedes Speil werden die empfohlenen Altersangaben und ggf. die benötigten Materialien angegeben. Es werden gelegentlich Naturmaterialien wie Kastanien, Eicheln, Bälle, Springseile, Stoppuhren und Augenbinden benötigt.

Im ersten Kapitel liegt der Fokus auf Kreisspielen, die  für das Aufwärmen und Begrüßen beabsichtigt sind. Das zweite Kapitel enthält Spiele zum Werfen, Rollen und Fangen. Hier stehen Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und Bewegungskoordination im Vordergrund. Das dritte Kapitel beinhaltet Spiele zum Laufen und Verstecken. Das vierte Kapitel umfasst zahlreiche Spiele zum Hüpfen, Klettern und Balancieren. Es folgen Spiele zum Malen, Sandeln und Matschen. Das Buch wird durch Spiele zum Ruhigwerden und Entspannen abgerundet und bietet außerdem Vorschläge für Spiele, in denen Geschwister und auch Eltern eingebunden werden können.

Im Freien können Kinder so richtig in Bewegung kommen. Hier haben sie die Gelegenheit die Natur zu ertasten, zu riechen, zu erforschen, zu experimentieren und die Welt mit allen Sinnen zu begreifen. Sie haben die Gelegenheit ihr Können zu zeigen und ihre körperlichen Grenzen auszutesten. Draußen zu spielen macht den Kindern  meistens Spaß. Diese Freude sollte aufgegriffen und mit einigen motivierenden Ideen unter freiem Himmel weiter gefördert werden. Dieses Buch bietet eine umfangreiche Sammlung, die sowohl für zu Hause (Kindergeburtstage) als auch für Kindergarten, Grundschule und Freizeiten eingesetzt werden kann.

Die Bandbreite der Spiele ist groß und variiert von aktiven bis hin zu entspannten Spiele, bei denen die Kinder zur Ruhe kommen können. Sie träumen auf der Wiese, entspannen sich bei einer Streichelmassage oder meditieren beim Malen von Naturbildern. Es sind wirklich anregende Ideen dabei, von denen viele ohne viel Aufwand umgesetzt werden können. Bei diesem Buch hat man als Erwachsener Lust mit den Kindern nach draußen zu gehen und gemeinsam die Spielräume im Freien zu entdecken!
Und wieso nicht einmal einige Sportstunden für das Spielen im Freien nutzen? Dieses Buch ist die dazu passende Inspirationsquelle!

Anregend, vielfältig, übersichtlich, motivierend, gesundheitsfördernd!

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Mira Lobe – Das kleine Ich bin ich

Ein buntes Tier geht auf einer Blumenwiese spazieren und begegnet einem Laubfrosch, der ganz verwundert fragt, wer er eigentlich sei? Das bunte Etwas muss feststellen, dass es selbst gar nicht weiß welches Tier es ist und wird daraufhin vom Frosch als dumm bezeichnet. Auf seiner weiteren Reise trifft es verschiedenste Tiere, die nach genauer Betrachtung keine Ähnlichkeiten zu sich selbst erkennen können. Voller Verzweiflung und Enttäuschung ist das Tier den Tränen nahe und fragt sich, ob es am Ende denn gar nichts ist. Doch dann ruft es ganz laut zu sich: „Sicherlich gibt es mich! Ich bin ich!“

Mira Lobe hat mit diesem Bilderbuch einen Klassiker zur Thematik Förderung des Selbstwerts und der Selbstakzeptanz geschaffen. Auch der Umgang mit Unsicherheiten durch negative Rückmeldungen der Mitmenschen steht im Fokus.  Der Klassiker feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiliäum und erscheint in einer Jubiläumsausgabe mit Audio-CD. Florian Boesch liest die Geschichte gekonnt vor und imitiert die unterschiedlichen Tierarten sehr wirkungsvoll. Auf den insgesamt 21 Tracks werden die kurzen Texte durch Liedmelodien unterbrochen und von einem Chor mit einem passenden Lied zur ersten Textpassage auf das Buch eingestimmt.

Die sehr gelungene Reimform vereinfacht das rhythmische Vortragen und die auf der Innenseite des Buches beigefügte Bastelanleitung ermöglicht die Herstellung eines Symbols für die Selbstfindung, die die Kinder auch tatsächlich mit nach Hause nehmen können.

Die Bilderbuchseiten wechseln sich mit farbigen und schwarz-weiß Illustrationen ab. Die bunten Seiten sind natürlich für Kinder viel attraktiver und eindrucksvoller. Hier würde man sich wünschen alle Seiten in bunter Gestaltung vorzufinden, um der Magie, die dieses Buch mit sich bringt, nichts an ihrer Faszination zu entziehen.

Wir sind alle einzigartig und das ist auch gut so.

 

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Sylvia Weve – Wie das Huhn beinahe vergaß, dass es ein Ei gelegt hatte

Henni, die Henne, legt ihr erstes Ei! Sie ist auf das Ergebnis so stolz, dass sie es unbedingt dem Hahn erzählen möchte. Ganz aufgeregt läuft sie los und bittet das Ferkel so lange auf ihr Ei aufzupassen. Also brütet das Schwein nun das Ei vorsichtig aus. Doch als es anfängt zu regnen, entschließt sich das Schwein sich selbst ins Trockene zu bringen und bittet wiederum die Frau Schaf das Ei zu schützen. Als es spät wird, verabschiedet sich das Schaf und der neue Schützling ist nun eine Schnecke, die ihr Haus zum Ausbrüten hergibt. Doch wo bleibt bloß die Henne? Das frisch geschlüpfte Küken freut sich auf seine Mutter und staunt nicht schlecht eine Schnecke vor sich zu haben. Jetzt liegt es an den Freunden die Mutter des frisch geschlüpften Kükens zu finden…

Sylvia Weve spielt auf die sehr einzigartige Verbindung zwischen Mutter und Kind an. Das Verantwortungsgefühl der Nebencharaktere und vor allem der Henne wird kritisch angeschnitten und doch die anfängliche Hilfbereitschaft der Bauernhoftiere positiv herausgehoben. Das Ei wird von einem Tier zum nächsten gereicht und kann kein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, da es sich ständig fragt wie die Mutter wohl aussehen könnte. Von Tier zu Tier und der damit verbundenen Enttäuschung, wächst die Frustration des kleinen Küken. Es scheint immer kleiner und verlorener in der großen Welt zu wirken. Adoption ist in vielen Familien Wirklichkeit und genauso wie das Küken fangen viele Kinder an sich irgendwann mit den Eltern zu vergleichen und stellen immer mehr Fragen. Für das Kind auf dem Selbstfindungsweg gehört das Wissen um die Erzeuger immer dazu.

Unterschwellig wird die Problematik der noch nicht vorhandenen Bindung zum Ungeborenen angeschnitten, die jedoch beim ersten Körperkontakt verfliegt. Beim Anblick des Küken werden die Muttergefühle der Henne so richtig wach und sie ruft stolz aus: „Du gehörst zu mir!“.

Dieses Bilderbuch sticht besonders durch die einzigartigen und sehr vereinfachten stilistischen Elementen heraus. Je nach Gefühlslage dominieren die entsprechenden Grundfarben. Der Hintergrund und die Charaktere werden mit groben Pinselstrichen umspielt, die schwarzen Konturen geben den Figuren ihre Gestalt. Die Illustrationen animieren zum Nachmachen und lassen sich wunderbar im Kunstunterricht bereits mit den Kleinen sehr gut imitieren.

Thematisch erinnert mich das Buch sehr stark an das englischsprachige Buch „Monkey Puzzle„, in dem es auch darum geht die Mutter des kleinen Äffchen zu finden. Die Parallelen sind verblüffend.

Eine einfühlsame Geschichte über die verzweifelte Suche nach der Mutter.

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Ursula Salbert – Das Kinderyoga Spielebuch

Ursula Salbert möchte mit diesem Buch, nach eigener Angabe, „einen Beitrag zur Akzeptanz dieser wertvollen Methode leisten und sie als Möglichkeit zur Erhöhung der Lebensqualität der Kinder ins öffentliche Bewusstsein rücken“ (S. 8).

In diesem Praxis-Buch wurden 48 Kinderyoga-Übungen zusammengtragen.  Die Identifikationsfiguren Maus und Biene bilden die Hauptfiguren der Vorlesegeschichten. Sie verkörpern unterschiedliche Charaktere und reisen getrennt von einander nach Indien. Dort lernen sie die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen kennen und erlernen von ihnen auf abenteuerliche Art und Weise Yoga. Den Vorlesegeschichten folgen Spielgeschichten, hier haben Kinder die Gelegenheit in die Rolle der jeweiligen Hauptfigur zu schlüpfen und selbst Yoga- und Atemübungen durchzuführen. Die abschließende Traumgeschichte bietet die Möglichkeit alle Vorstellungsbilder und Empfindungen in Ruhe zu verinnerlichen.

Den Übungen vorangestellt sind wertvolle pädagogische Informationen über Kinderyoga, Hinweise zur Planung und Durchführung und Konzentrations- und Meditationsübungen. Eine sehr nützliche Beilage, ein Plakat mit 48 Bildkarten mit Yoga-Übungen aus den Spielgeschichten, rundet das Angebot ab.

Durch die ständige Reizüberflutung unserer Kinder und der mangelnden Zeit diese zu verarbeiten, werden immer mehr Kinder stressgeplagter. Der wachsende Zeit- und Leistungsdruck tut sein Übriges. So fehlt vielen Kindern die Zeit zum fantasievollen Spiel im Freien und die Möglichkeit sich selbst und ihre Umwelt ausgiebig zu erspüren, zu erleben, zu begreifen, zu experimentieren und auszuprobieren. Dieses Buch baut auf diesem Problem auf und möchte das spielerische Lernen mit dem Wechsel von Bewegung und Ruhe in den Vordergrund rücken.

Dieses sehr durchdachte Praxisbuch ist sehr schön nach 14 aufeinander aufbauenden Yoga-Spielgeschichten mit Übungsangaben und Traumgeschichten konzipiert. Neben der eigentlichen Spielgeschichte werden die jeweiligen Bewegungen herausgehoben und mithilfe eines Bildes noch einmal verdeutlicht. So weiß die Lehrkraft ganz genau, welche Bewegung zu welchem Textabschnitt durchgeführt werden soll.

Die 48 Yoga Übungen, die noch einmal getrennt von den Spielgeschichten mit Maus und Biene vorgestellt werden, werden nach dem Dreischritt (Vorstellungsbild, Übungsverlauf und Übungsziele) strukturiert. Im Vorstellungsbild wird eine Situation beschrieben nach der gehandelt werden soll. In der Kategorie Atemübung ist ein wehender Wind, der die Wolken, Blätter und Zweige wegpustet, als eine Art Sinnbild der Übung zu sehen. Natürlich können hierbei auch tatsächlich Blätter eingesetzt werden, um das Ausatmen sinnhafter zu gestalten. Die Übungsziele führen der Lehrkraft vor Augen welche Absicht die jeweilige Übung hat (z.B. Entschlackt den Körper, Stärkt das Lungengewebe, Fördert die Durchblutung, Hilft mental loszulassen etc.).

Dieses Kinderyoga-Spielebuch würde sich besonders gut für die Nachmittagsbetreuung eignen, sei es für eine AG oder den Ganztag. Die jeweiligen Stundenbilder sind durchdacht und so aufbereitet, dass sie gleich eingesetzt werden können. Ich würde mir persönlich zumindest für die Traumgeschichten eine CD mit schöner Entspannungsmusik wünschen. Vielleicht könnte hier die Geschichte sogar drauf gesprochen werden.

Ein praxisnahes Kinderyoga-Spielebuch, das viel Hintergrundwissen bietet und für Laien auf diesem Gebiet eine tolle Möglichkeit darstellt mit Kindern Yoga spielerisch zu praktizieren.

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