„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

"Heute bin ich" Hout

 

Endlich war es soweit! Inspiriert von dem grandiosen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout gestaltete meine dritte Klasse eigene „Gefühlsfische“ mit Jaxonkreide.

Wir versammeln uns im Kinositz. Der Erzählstuhl ist bereits mit dem roten Umhang geschmückt. Ein Ritual, das die Kinder seit der zweiten Klasse kennen. Die Vorfreude steigt. Sie lieben Bücher! Ich erkundige mich bei den Kindern nach ihrer Gefühlslage. Auch das kennen sie und teilen ihren Gemütszustand freudig mit. An der Tafel notiere ich die genannten Adjektive und achte darauf die positiven Gefühlszustände von den negativen räumlich zu trennen. Darauf kommen wir später zurück.

Heute bin ich

Ich nehme mir Zeit und atme erst einmal tief ein und aus. Dann öffne ich langsam die erste Seite. Ich lese ein Wort vor und schwinge das Buch von links nach rechts, um allen Kindern die Gelegenheit zu geben das erste Bild ganz genau zu betrachten. Es ist mucksmäuschenstill. Nach dem zweiten Bild kommen bereits die erwarteten „Oh, ist das schön!“-Töne. Die Kinder sind gefangen, das sehe ich an ihren Gesichtsausdrücken. Sie imitieren die Fische.

"Heute bin ich" Mies van Hout

 

Nach dem Gefühlsbild „zornig“ habe ich sie endgültig. Sie springen ein Stück freudig erregt von den Bänken und müssen ihre Begeisterung ihren Mitschülern mitteilen. Es wird gelacht. Gleichzeitig spiegeln sie den Fisch wider. Das ist der Moment, um gemeinsam einige Gefühlszustände mimisch darzustellen. Dankbar nehmen sie meinen Vorschlag an und ich sehe ein Meer an Fingern in der Luft.

Die Kinder waren von der ersten Sekunde an emotional von diesem Bilderbuch berührt. Da fiel es ihnen auch gar nicht schwer Kriterien zu sammeln und die Identifizierung des Gefühls zu begründen. Es war eindeutig, dass der Gemütszustand des Fisches sich dem Betrachter erschließen sollte. Der Künstler musste also auf die Farbwahl achten, auf den Gesichtsausdruck und evtl. auch auf die Körperhaltung. Natürlich musste auch die Schrift, das Gefühlswort, dem Bild angepasst werden. Der Schriftzug „stolz“ wurde mehrmals nachgezogen, die Linien sind schließlich ziemlich breit. Ein Kind kam gleich auf die Idee Sonnenstrahlen im Buchstaben „o“ zu ergänzen, um die Freude zu unterstreichen. Die Kinder waren Feuer und Flamme!

Das Kunstkartenset diente später dazu sich noch einmal Inspirationen zu holen oder  um einfach ganz verträumt über die Schönheit der Fische zu staunen.

Heute bin ich

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ biete ich zu dem Bilderbuch ein Materialpaket an, bestehend aus 32 Wortkarten mit Adjektiven, einer möglichen Beurteilungskriterienliste,
Beispielen und Fotos aus der Praxis und Visualisierungshilfen als Differenzierung. 

Materialpaket Heute bin ich Mies van Hout Gefühle Unterricht

(Material-ID: #124984)

Milena Baisch – Anton taucht ab als Klassenlektüre

Anton taucht ab

Vor einigen Jahren wurde der Kinderroman von Milena Baisch auf diesem Blog rezensiert. Fast vier Jahre später lese ich nun „Anton taucht ab“ als Klassenlektüre in einem dritten Schuljahr. So war meine Neugierde natürlich groß, wie die Kinder auf diese Ganzschrift reagieren.

Jedes Kind arbeitete nebenher in einem Lesetagebuch und setzte sich intensiv mit dem Inhalt auseinander. In regelmäßigen Diskussionen  tauschten wir uns über besondere Stellen, die Bedeutung von „seltsamen“ oder unbekannten Ausdrücken aus oder stellten bestimmte Szenen in einem Rollenspiel dar. Neben Pflichtaufgaben konnten die Schülerinnen und Schüler außerdem Wahlaufgaben aus einem Ideen-Pool bearbeiten. Das Lesetagebuch kann erworben werden (siehe Link unten), vielleicht kann es ja jemand gebrauchen.

Insgesamt ist das Buch bei den Jungen besser angekommen als bei den Mädchen. Es kam oft die Frage, warum im Buch so viele „boshafte Ausdrücke“ oder auch gemeines Verhalten abgedruckt wurde. Darf man das überhaupt? Hier haben wir gemeinsam ausführlich diskutiert, was die Autorin wohl damit bezwecken wollte.

Lesetagebuch Anton taucht ab

Einige Meinungen zum Buch:

„Ich fand es toll, wie Anton sich um seinen Fisch gekümmert hat. Nicht so schön war, dass Anton gelogen hat.“

„Es war lustig, dass Anton zum See immer Pissbrühe gesagt hat.“

„Ich ekele mich nun auch ein bisschen vor dem See und den ganzen Schlingpflanzen.“

„Die erste Begegnung mit Pudel war nicht höflich. Das macht man nicht.“

„Meine Lieblingsstelle war, als Anton „Karramba!“ geschrien hat und in den See gesprungen ist. Da hatte ich Gänsehaut.“

„Mir hat nicht so gut gefallen, dass Anton so schlimm geredet hat.“

„Ich fand das gut, dass Anton mit mir geredet hat. Er sagte: „Hör auf zu lachen, sonst ist die Geschichte sofort zu Ende. Basta!“ Da habe ich richtig angefangen zu lachen. Das war cool.“

„Mir hat es nicht gefallen, dass wir nie erfahren haben wie Pudel wirklich heißt.“

„Anton sollte nicht so frech zu seinen Großeltern sein.“

„Anton hätte zum Pudel einfach freundlich sein können.  Dann wären sie vielleicht sogar Freunde geworden.“

„Ich finde, dass die Geschichte sehr gut ist, weil ich mich darin gut verlieren kann.“

Lesetagebuch_Anton taucht ab
(Lehrermarktplatz)

Das Lesetagebuch „Anton taucht ab“ steht zum Download auf meiner Lehrermarktplatz-Seite für unterrichtliche Zwecke bereit. Alternativ ist eine Leserolle zur Klassenlektüre vorhanden. Zum Abprüfen des Gelesenen, habe ich zwei Aufgabenformate entworfen. In einem Quiz (Material-ID: 150069) kann das Kind alleine oder in Partnerarbeit sein Wissen in einem Multiple-Choice-Fragenkatalog testen. Es kann auch zu Wiederholungszwecken für die anstehende Klassenarbeit zur Lektüre dienen.

bei amazon.de

Bernd Wehren – Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig 3

Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig

Die Krimi-Fälle an der Neu-Schule verlangen von Detektiv Pfiffig ganz schön was ab.  Der Kakaodieb muss gefunden, die Zaubertricks entlarvt und der „Kronen-Dieb“ unter den Cowboys an Karneval aufgespürt werden. Doch Detektiv Pfiffig heißt nicht umsonst so. Er hat ein gutes Gespür und löst auch die kniffligsten Fälle mit Bravour.
Als kleine Lesedetektive lösen die Schülerinnen und Schüler 22 Mini-Krimi Fälle und trainieren das sinnerfassende Lesen. Jeder Fall setzt sich aus einer Doppelseite zusammen. Auf der einen Seite gliedert sich der spannende Fall in vier kurze Abschnitte, unterstützt durch je eine Illustration, die zusätzliche Informationen für die Lösung des Falls bieten kann. Auf der anderen Seite werden sechs Aufgaben präsentiert, die die Kinder schrittweise zur richtigen Lösung führen.
Das selbstständige Arbeiten wird durch Lösungskarten zur Selbstkontrolle forciert. Im Detektivausweis können die bereits gelösten und kontrollierten Fälle eingetragen werden. Als Motivation lockt eine Urkunde für jeden Lesedetektiv.
Meine Drittklässler haben nach einem neuen spannenden Angebot für die Deutsch-Freiarbeitsecke verlangt. Detektiv Pfiffig aus Knobelhausen war den Kindern von der ersten Minute an sympathisch. Die Mini-Krimi-Fälle basieren auf alltäglichen Ereignissen im Schulleben, wie z.B. Karneval, Klassenfahrt, Vertretungslehrer, Ausflüge, Schulfest etc. Die Freude war groß zu sehen, dass die Kinder an der Neu-Schule ebenfalls den „Leisefuchs“ nutzen und dort auch wie bei uns an Karneval eine Polonaise durch alle Klassen und den Schulhof zieht.
Da die Fälle immer gleich aufgebaut sind, bedarf es lediglich einer einmaligen Erklärung. Danach arbeiten die Kinder selbstständig an den Krimi-Fällen. Diese sind in der Tat schön knifflig und man muss hin und wieder auch die Bilder zur Lösung des Falls heranziehen. Nach der Selbstkontrolle, darf im Detektivausweis die jeweilige Lupe angemalt werden. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Zur Differenzierung gibt es für die schwächeren Leser Tipps zu den Fragen mit kleinen Hinweisen. Für pfiffige Detektivkinder werden zu jedem Fall drei Lupenaufgaben angeboten, die zum Weiterdenken animieren.
Während meine schwächeren Leser die zusätzlichen Tipps gerne nutzen, werden die „Sternchen“-Aufgaben von pfiffigen Detektivlesern  seltsamerweise ignoriert. Vielleicht ist ja hierbei die Schrift zu klein oder die Freude über den gelösten Fall so groß, dass die Weiterarbeit nicht mehr so motivierend ist?
Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig
Diese Werkstatt hat einen großen Aufforderungscharakter und regt zum Mitdenken beim Lesen an. Die Kinder haben alle Figuren des Städtchens Knobelhausen sehr schnell ins Herz geschlossen. Dies liegt auch an dem dazugehörigen Kartenspiel. Hier werden alle Figuren auf farbigen Bildkarten präsentiert und von einer Steckbriefkarte begleitet. Während des Vorlesens von Hinweisen über das Aussehen der Person, muss diese möglichst bald gefunden werden. Ein sehr gern genutztes Lesespiel, das auch weitere Variationsmöglichkeiten erlaubt.
Motivierend, spannend, knifflig, lesefördernd!

bei amazon.de

beim Auer-Verlag

Dominique Lurz und Barbara Scherrer – 111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Die Autoren haben in diesem Werk, in Sinne einer Fundgrube, viele Ideen zusammengefasst, wie man unterschiedliche Lernprodukte mit Freude, Eifer und Kreativität vorstellen kann. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass auch sogenannte „Basics“ in diesem Sammelwerk ihren Platz finden, um ein rundes Paket zum Nachschlagen und Inspirieren  anbieten zu können.
Die 111 Ideen zum Präsentieren, Vorstellen und Dokumentieren wurden in folgende Kapitel unterteilt:
  1. Basics
  2. Ideen für wenig Aufwand/ Zeit
  3. Ideen für mittleren Aufwand
  4. Ideen für komplexere Präsentationen
  5. Ideen für musischen, künstlerischen und sportlichen Unterricht

Jede Idee gliedert sich in die Bereiche „Zeitbedarf; Jahrgangsstufe; Fächer; Sozialform; Ziele; Material/ Vorbereitung; So geht’s und  Tipps“. Einige Vorschläge werden mit passenden Zeichnungen unterstützt. Um eine bessere Vorstellung von den Inhalten zu bekommen, hier eine kleine Auswahl an Präsentationsideen:

  • Präsentationsteller, Marktplatz, Themenheft, Bodenbild, Weihnachtskoffer, Lapbook, Portfolio, Museumsgang, Ausstellungssockel, Pyramidenbau

Den Abschluss bilden einige Kopiervorlagen auf denen z.B. die einzelnen Schritte zur Erstellung eines Plakats festgehalten sind, Faltanleitungen für unterschiedliche Bücher oder aber auch ein Reflexionsbogen zur eigenen Mitarbeit an einem bestimmten Projekt.

Dieser praktische Ratgeber weist eine übersichtliche Gliederung auf und dient somit als Inspirationsquelle oder Nachschlagewerk, um sich als Lehrkraft weiterzubilden und neue Ideen bzw. Methoden in den Unterricht einfließen zu lassen. Besonders gelungen ist die gut zu überblickende Aufbereitung der Vorschläge. Um sich die jeweiligen Ideen besser vorstellen zu können und auch die Eigenmotivation zu steigern, wären Fotos aus der Unterrichtspraxis sicherlich noch anregender gewesen. Die Einbindung möglichst vieler Sinne steigert die Wahrscheinlichkeit der besseren Verarbeitung und Vernetzung mit dem bereits vorhandenen Wissen.

Die Unterteilung der Kapitel nach dem jeweiligen Aufwand ist für die Praxis durchaus sinnvoll. Hier hilft auch die Angabe, in welchem Fach der jeweilige Vorschlag gut umgesetzt werden kann. Wünschenswert wäre eine Tabelle im Anhang gewesen, die nach den Fächern unterteilt ist, sodass man sich schneller einen Überblick über die angebotenen Methoden und Ideen z.B.  zum Fach Mathematik holen kann. Die „Tipps“ zeigen worauf man im Vorfeld achten sollte oder welche Überlegungen noch anzustellen sind. Hier wird deutlich, dass die Autoren diese Vorschläge bereits selbst ausprobiert haben.
Insgesamt beinhaltet diese Sammlung ein breites Spektrum von bekannten bis nicht unbedingt alltäglichen Ideen, durch die das Präsentieren noch mehr Spaß macht und ein bisschen Abwechslung in den Schulalltag bringt. Schließlich verdienen die Lernergebnisse der Schüler einen angemessenen Rahmen und eine adäquate Würdigung.

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Ein Sammelwerk an bekannten und einigen nicht unbedingt alltäglichen Ideen, die den Schulalltag bereichern.

bei amazon.de

Gabi Scherzer – 5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

Dieser Ideenschatz beinhaltet kreative Kunstprojekte, die innerhalb einer Unterrichtsstunde durchgeführt werden können. Der Titel „5 Minuten Kreativität“ ist demnach etwas irreführend. Gabi Scherzer, selbst eine Grundschullehrerin, hat sämtliche kleine Aktionen aus allen im Lehrplan vorgesehenen Bereichen der Kunsterziehung in diesem Band zusammengefasst. Zu folgenden Techniken werden Unterrichtsvorschläge gemacht:

  • Grafisches Gestalten
  • Farbiges Gestalten
  • Drucken
  • Räumliches Gestalten
  • Szenisches Gestalten
  • Gestalten mit visuellen Medien

„Kreative Ideen für den Elternabend“ ergänzen das übersichtliche Inhaltsverzeichnis. Jeder Vorschlag ist in die Oberbegriffe „Material“, „Technik“, „Ziele“, „Durchführung“, „Variationen“ und „Bezug zur Kunstgeschichte“ untergliedert. Alle Ideen werden von zahlreichen Farbfotografien direkt aus dem Klassenzimmer begleitet. Zum Teil auch mit genauen Step-by-step Anleitungen und exemplarischen Ergebnissen.

Dieser Ideenschatz liest sich wie eine Sammlung spannender Blogeinträge einer engagierten Kunstlehrerin aus der Grundschule. Die zahlreichen fotografischen Schritt-für-Schritt Anleitungen, abfotografierte Tafelbilder und die unterschiedlichen Schülerergebnisse machen Lust die Vorschläge selbst in die Praxis umzusetzen.

An diese Aktionen können sich auch fachfremde Kollegen voller Zuversicht herantrauen. Zum einen werden nur einfache Materialien verwendet, die in jedem Kunstschrank zu finden sein müssten.  Zum anderen ist die Darstellung der einzelnen Schritte so detailliert, dass das Gelingen garantiert ist.

Sehr positiv bewerte ich die Einbindung des Punktes „Bezug zur Kunstgeschichte“. Hier werden zu den Projekten passende Künstler vorgestellt und sämtliche zum jeweiligen Vorschlag passende Kunstwerke eingebunden. Das ist eine wunderbare Überleitung zur Erkundung unterschiedlicher Kunstepochen. Es ermöglicht den Kindern  ihr Tun in einem größeren Zusammenhang zu sehen und erste Kenntnisse von Kunstgeschichte zu erlangen.

Die übersichtliche Darstellung erinnert mich an die beliebten Textil- bzw. Gestaltungs-Stunden aus dem ALS-Verlag. Auch der Aufbau ähnelt sehr stark diesem Format. Mir fehlt in diesem Band lediglich ein kleiner Hinweis darauf, für welche Klassenstufe die einzelnen Vorschläge geeignet wären.

Ansonsten bin ich von diesem Band mit der praktischen Ringbindung sehr angetan!

5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

Den Vorschlag „Die Kartoffel wird eckig“ (S. 74ff.) habe ich bereits mit meiner Klasse passend zum Thema „Weihnachten“ schon umgesetzt:

Weihnachtskarte Kartoffeldruck

Leicht umsetzbare, lehrplanorientierte, zahlreich bebilderte Kunstprojekte für die Grundschule.

bei amazon.de

Alexandra Ferrary – 77 motivierende Unterrichtseinstiege für die Grundschule

77 motivierende Unterrichtseinstiege

Abwechslungsreiche und motivierende Unterrichtseinstiege sind die Visitenkarten eines Lehrers. Dieses Werk gibt Hilfestellungen einem „Einstiegstrott“ zu entkommen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit diesem Buch erhalten Sie eine Menge Ideen für abwechslungsreiche, handlungsorientierte und motivierende Stundeneinstiege, die meist ohne großen Aufwand und leicht durchführbar sind. Dabei finden sich sowohl Stundeneröffnungsrituale, Einstiege in einzelne Stunden als auch Einstiege in einen neuen Themenkomplex oder eine neue Unterrichtseinheit (S. 4).

Um das Werk zu komplementieren finden auch die traditionellen, konservativen Einstiege Erwähnung. Der Ideensammlung wurde ein theoretischer Teil, in dem der Begriff „Unterrichtseinstieg“ definiert wird, vorangestellt. Zur besseren Übersichtlichkeit lassen sich die Einstiege unter den folgenden Rubriken wiederfinden:

  • Stundeneröffnungsrituale
  • Übungen zum stofflichen Aufwärmen
  • Informierende Einstiege
  • Spielerische Einstiege
  • Problemorientierte Einstiege
  • Objektorientierende Einstiege
  • Kooperative Einstiege
  • Assoziative Einstiege
  • Kreative Einstiege

Neben allbekannten Einstiegen wie Hausaufgabenkontrolle, Begrüßung, Tageskalender oder Lied, werden in diesem Sammelwerk auch fächerspezifische Unterrichtseinstiege erläutert (z.B. Rechenkönig, Freies Spiel, Warmsingen). Besonders hilfreich für die Orientierung und das schnelle Wiederfinden bestimmter Einstiege ist das am Ende des Buches aufgeführte Alphabet-Verzeichnis und die Darstellung der Einstiege in einer Ideenfinder-Tabelle.

Das für mich wohl gelungenste und inspirierendste Kapitel gehört der Hauptkategorie „Objektorientierende Einstiege“ an. Neben einer beispielhaften Darstellung eines Wochenplans, wird auch ein Planungsbogen für die Arbeit im geöffneten Unterricht vorgestellt. Hierdurch wird das selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen gefördert, indem Kinder zu einem Projektthema ganz offen eigene Idee auf einem strukturierten Bogen notieren können, um ihren eigenen Lernprozess zu gestalten. Im Kapitel „Kooperative Einstiege“ finden typische Methoden wie fishbowl, placemat und Kugellager Beachtung.

Positiv hervorzuheben sind die eingefügten Zeichnungen eines Tafelbildes oder die Piktogramme für die unterschiedlichen kooperativen Methoden. Das erleichtert das Verständnis und anhand der Beispiele können die aufgeführten Unterrichtseinstiege besser nachvollzogen werden.

Dieses Buch ist als eine Art Fundgrube zu betrachten, die gerne ab und an zur Hand genommen werden kann, um sich inspirieren zu lassen und einige „neue“ Einstiege in den Unterricht einzubauen.

77 Umotivierende Unterrichtseinstiege

Altbewährte und einige neue Ideen für abwechslungsreiche Unterrichtseinstiege.

bei amazon.de

         

Julia Kamps und Andrea Muschkowski – Der Sprache auf der Spur • individuell und kooperativ

Der Sprache auf der Spur - individuell und kooperativ

Die Grammatikkartei Der Sprache auf der Spur aus dem Finken-Verlag bietet ein Angebot zum handelnden Umgang mit der Sprache an. Die Karteikarten richten sie an Kinder ab dem 3. Schuljahr.

Konzept:
Die Kinder
gehen mit der Sprache zunächst intuitiv um, betrachten sie daraufhin bewusst und wenden sie spielerisch an. In den einzelnen Themenbereichen (Nomen/Substantive; Verben; Adjektive; Wortarten; Sätze; Satzglieder; Sprachspiele) soll das sprachliche Wissen durch individuelle und aber auch kooperative Entdeckungen erworben werden.

Inhalt:
Die Kartei setzt sich aus insgesamt 105 Aufgabenkarten zu den in den Bildungsstandards verankerten Lernbereichen „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ zusammen. Hier sind alle grammatischen Phänomene, die in der Grundschule behandelt werden, aufgeführt. Zu jeder Aufgabenkarte wird in einem Lösungsheft das richtige Ergebnis präsentiert. Das Begleitheft beinhaltet eine CD. Hier stehen dem Nutzer Selbsteinschätzungsbögen, ein Lerner-Mini mit der dazugehörigen Faltanleitung, Tippkarten und Placemat-Vorlagen im PDF-Format zum Ausdrucken bereit. Des Weiteren werden für die Schülerhand 3 Folientaschen mit den dazugehörigen Folienstiften geliefert.

Aufbau:
Der Aufbau der Karteikarten beachtet die aufeinanderfolgenden Bereiche „Wort, Satz, Text“, sodass die Schüler zunächst die Wortgrammatik in den Blick nehmen, bevor sich die Satzgrammatik anschließt. Durch die klare Ordnung haben Kinder die Möglichkeit sich individuell ein Phänomen auszusuchen und interessengeleitet daran zu arbeiten. Durch eine gezielte Selbstreflexion, dank der Selbsteinschätzungsbögen, setzen sich Kinder gezielt mit grammatischen Mustern und Strukturen auseinander. In vielen Aufgabenstellungen ist die kooperative Lernform eingeschlossen. In kleinen Lerngruppen kann somit ein Austausch über sprachliche Entdeckungen stattfinden. Die Arbeitsaufträge sind so gestaltet, dass sie im Heft oder aber auch mithilfe einer Folientasche direkt auf der Karte bearbeitet werden können.

Einsatz:
Die Aufgabenkarten können differenziert eingesetzt werden. Eine Möglichkeit ist, dass die Lehrkraft gemäß den unterschiedlichen Förderschwerpunkten, den Kindern eine festgelegte Reihenfolge und/ oder auch gezielte Karten empfiehlt. Eine zweite Möglichkeit ist, dass sich die Kinder nach eigenen Interessen die Karten aussuchen. Die Lehrkraft kann aber auch bestimmte Karten für den Einsatz im Förderunterricht auswählen.

Das Besondere an dieser Kartei ist die für den Finken-Verlag typische, sehr ansprechende Gestaltung des Unterrichtsmaterials. Auch hier sind die Karteikarten sehr übersichtlich, strukturiert, farblich sortiert zusammen gestellt, sodass die Kinder sich ohne viel Mühe zurecht finden können. Auch die bunten Zeichnungen sind sehr reizvoll and „catchy“. Zur Vertiefung der Thematik „Adjektive“ habe ich für den Förderunterricht eine Karteikarte herausgesucht, die sich auf die spielerische Anwendung der meist trockenen grammatischen Phänomene konzentriert. Es sollte ein Werbeplakat mit möglichst vielen Adjektiven gestaltet werden. Als Produktvorschlag wurde eine „Ferienverlängerungsmaschine“, ein „Hausaufgabenroboter“ und eine „Zimmeraufräummaschine“ präsentiert. Meine Schüler waren nach dieser zeichnerischen Darbietung „Feuer und Flamme“ und wollten natürlich ihre ganz eigene Version dieses Produkts entwickeln und integrierten so ganz nebenbei auf spielerische Art und Weise eine Unmenge an Adjektiven.

Grammatikkartei - Adjektive

Dieses Beispiel zeigt wie kindgerecht, motivierend und handlungsorientiert dieses Material ist. Des Weiteren sind die Tippkarten positiv hervorzuheben. Kategorisiert nach den jeweiligen Lernbereichen, können Kinder sich ganz selbstständig Tipps bei Unsicherheiten oder Fragen holen. Der Lernbereich „Sprachspiele“ wurde bisher mit sehr großer Beliebtheit bearbeitet. Die kooperativen Arbeitsaufträge kommen mir sehr entgegen, da ich im Förderunterricht nach dem Lerntandem-System arbeite, sodass lernschwächere und leistungsstärkere Kinder zusammen arbeiten und voneinander lernen können.

Es wäre wünschenswert die Selbsteinschätzungsbögen im Word-Format vorliegen zu haben, um noch nicht behandelte Punkte entfernen zu können und die Vorlage der Lerngruppe anzupassen. Ansonsten bin ich von der Grammatikkartei hellauf begeistert und freue mich auf viele weitere motivierende und entdeckende Aufgabenformate in Verbindung mit leuchtenden Kinderaugen!

Der Sprache auf der Spur

Eine lohnende Investition für alle, die den handelnden und entdeckenden Umgang mit dem Lernbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ schätzen.

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

Stefanie Scheid und Gabriele Schickel – Tiere in aller Welt

Tiere in aller Welt

Das Thema „Tiere“ und „Zoo“ stellt für Kinder im Grundschulalter immer einen Höhepunkt im Schulalltag dar. Tiere üben auf Kinder eine große Faszination aus und so bringen viele Kinder auch sehr viel Vorwissen zu diesem Themenbereich mit. Auf dieser Grundlage baut das dreifach differenzierte Themenheft aus dem BVK Verlag auf.  Mit diesem Heft erfahren SuS, auf welchen Kontinenten die Tiere beheimatet sind, wie ihr Lebensraum aussieht, wie sie jagen und sich ihrer Umgebung im Laufe der Zeit angepasst haben.

Aus dem Inhalt:

  • Europa (Wölfe, Wildschweine)
  • Afrika (Afrikanische Elefanten, Zebras)
  • Asien (Kamele)
  • Nordamerika (Bären)
  • Südamerika (Meerschweinchen)
  • Australien (Kängurus, Krokodile)
  • Antarktis (Pinguine)

Da jedes Thema in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, erkennbar an der Anzahl der Tiersymbole oben rechts, aufbereitet ist,  eignet sich das Themenheft besonders für Inklusion und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Je nach Vorwissen und Leistungsstand erweitern Kinder ihr Wissen zum selben Themenbereich nach unterschiedlichen Anforderungen. Zum Thema „Elefanten“ konzentrieren sich die Lernangebote auf der leichten Schwierigkeitsstufe auf das bloße Wahrnehmen und Anmalen der Unterschiede in der äußerlichen Erscheinung von afrikanischen und asiatischen Elefanten. Auf der zweiten Schwierigkeitsstufe sollen die beiden Elefantenarten verglichen und die Unterschiede in einer Tabelle eingetragen werden. Die höchste Anforderungsstufe verlangt die richtige Beschriftung von Körperteilen, die aus einem Fließtext herausgefiltert werden muss (siehe Bild unten).

Alle Kinder können so zu einem Thema gemeinsam arbeiten, jedoch ihr Wissen auf individuellem Niveau erweitern. Im Abschlusskreis können die gewonnen Erkenntnisse so spannend diskutiert und an die Mitschüler weitergegeben werden.

Fächerübergreifende Angebote, wie z.B. das Basteln einer Bärenmaske, ein Experiment zur Fragestellung „Warum frieren Pinguine nicht?“ und zwei Lernzielkontrollen („Was hast du behalten?“) für eine 1. und 2. Klasse, runden das zusätzliche Angebot ab. Falls die Kopiervorlagen als eine Werkstatt aufbereitet werden sollen, stehen der Lehrkraft Blanko-Auftragskarten zur Verfügung. Besonders wohlüberlegt ist der Beurteilungsbogen zur individuellen Rückmeldung des Arbeitsverhaltens für die SuS. So lernen sie sich besser einzuschätzen und bekommen ein zeitnahes, kindgerechtes (Smiley-Format) Feedback.

Unbedingt hervorzuheben ist die Orientierung vieler Lernangebote am entdeckenden Lernen. Hier werden Fakten nicht einfach auf dem goldenen Teller präsentiert, stattdessen werden Kinder herausgefordert diese selbst zu entdecken, wie z.B. anhand eines Wimmelbildes (wo beide Elefantenarten abgebildet sind und durch Vergleichen die Unterschiede entdeckt werden sollen).

Tiere in aller Welt 1./2. Klasse

Lehrplangerecht, differenziert und sehr gut einsetzbar in offenen Unterrichtsformen.

bei amazon.de

Christina Steurich – 20 x Musik für 45 Minuten – Klasse 1/2

20 x Musik in 45 Minuten

Das Buch „20 x Musik in 45 Minuten“ präsentiert fachfremden Lehrkräften und auch erfahrenen Musikfachlehrern 20 ausgearbeiteten Stunden mit Materialien und Musikstücken. Für die Autorin waren die Kriterien „dem Lehrplan entsprechend“, „einfach zu erarbeiten“ und „den Schülern viel Spaß bereiten“ besonders wichtig. Die vorgestellten Stunden können sowohl für Vertretungsunterricht als auch für zusammengefasste Unterrichtsreihen eingesetzt werden.

Das Buch ist so aufgebaut, dass zunächst eine kurze Inhaltsangabe vorangestellt ist. Hier werden die Kompetenzbereiche, die Materialliste und evtl. Vorbereitungen aufgelistet. Daraufhin folgt der Stundenverlauf, mit genauer Beschreibung des Einstiegs, des Hauptteils und der Reflexion. Am Ende jeder Stunde gibt es Differenzierungsvorschläge, die dazu genutzt werden können, eine Unterrichtsidee zu vertiefen.

Alle benötigten Kopiervorlagen sind  im Buch enthalten. Auf der mitgelieferten CD befinden sich sämtliche Musikstücke und Rhythmen.

Zur besseren Übersicht einige beispielhafte Stundenthemen:

  • Ein Zoo mit vielen Stimmen
  • Höhe und Tiefe
  • Un poquito cantas
  • Handtrommeln ausprobieren
  • Unsere Instrumente
  • Bilder und ihre Wirkungen

Mit der Überschrift „Ganz einfach Musik unterrichten!“ lockt dieses Buch alle fachfremd Unterrichtende, die sich oft nicht qualifiziert genug finden und in Vertretungsstunden lieber Deutsch oder Mathematik unterrichten. Ich gehöre ebenfalls zu dieser Fraktion und bin doch erstaunt über die hier vorgestellten 20 Stundenvorschläge. In der Tat traue ich mir das zu, was Frau Steurich hier für die Schuleingangsphase zusammengestellt hat.

Der Aufbau ist klar gegliedert und enthält übersichtliche Lehrerinfos. Die Arbeitsblätter sind nicht überladen und enthalten sehr ansprechende Illustrationen. Besonders schön finde ich die anfängliche Sensibilisierung für die Höhen und Tiefen in der Musik und damit verbunden das Spiel mit der Stimme. Die anschließenden Aktivitäten inkludieren oft Strukturen des offenen Unterrichts (viel PA und GA) und sehr schöne Reflexionsvorschläge. Auch die Einbindung der Erarbeitung von Regeln für eine Vorstellung, sind im Musikunterricht äußerst bedeutsam. Die Einheit zu Instrumenten, bei der die Kinder auch selbst erproben, lauschen und untersuchen dürfen, entspricht der kindlichen Lernfreude und erweitert ihr Wissen in Bezug auf Name, Material und Klang. Und falls es etwas ruhiger zugehen soll, dürfen Kinder zu einer Geschichte und der dazu passenden Musik malen und kriteriengeleitet über die Bilder anderer reflektieren.
Insgesamt bin ich von diesem Buch positiv überrascht. Es ist sinnvoll aufgebaut, durchdacht konzipiert und mit entsprechenden Kompetenzen untermauert. Zwei Stundenvorschläge habe ich bereits ausprobiert und freue mich auf die kommenden!

20 x Musik für 45 Minuten

Sehr empfehlenswert, besonders für Fachfremde!

bei amazon.de

Manfred Kiesel – Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 3-4

KuKunst fachfremd unterrichten

Nach der Vorstellung des Basiswerkes und des Praxisbandes für die Schuleingangsphase, ist nun auch der Nachfolgeband für die Klassen 3 und 4 erschienen und wird ebenfalls genauer unter die Lupe genommen.

Während die Unterrichtseinheiten im Praxisband 1-2 nach  Arbeitsbereichen sortiert waren, erfolgt hier die Darstellung der exemplarischen Unterrichtsvorschläge themenorientiert. Zu den folgenden elf Themen werden fertige Stundenbilder präsentiert:

  • Schwarz auf Weiß – Weiß auf Schwarz
  • Frühling – Farbe in die Jahreszeiten bringen
  • Tiere in Kunst und Alltag
  • Miniprojekt „Schattenspiel“
  • Arbeiten mit Bildvorlagen
  • Arbeiten mit Tapetenkleister
  • Muster-Werkstatt
  • Miniprojekt „Tolly Typen tanzen“
  • Dreidimensionale Arbeiten mit unterschiedlichen Techniken
  • Grafische Techniken
  • Rund um das Feuer

Zu acht Themen werden unterschiedlich viele Vorschläge gemacht. Die Aufbereitung der jeweiligen Stundenbilder ist nach den bereits  bekannten Übersichtspunkten zusammengefasst: Thema und Vorbereitung; Kompetenzen; Benötigtes Material; Unterrichtsverlauf. Die Schülerarbeiten werden jeweils am Ende des Kapitels in einer Übersicht dargestellt. Hier würde sich die zusätzliche Seitenzahlangabe zum eigentlichen Beitrag als sehr hilfreich erweisen.

Im Anhang finden sich alle Kopiervorlagen und Jahrespläne für die Klassen 3 und 4.  Auf der mitgelieferten CD sind Kunstwerke, farbige Schülerarbeiten  und fachspezifische Anleitungen enthalten.

Wie bereits bei anderen Bändern, bewerte ich auch hier die Einbindung der sehr nützlichen Reflexionsfragen zu den jeweiligen Stundenbildern sehr positiv, genauso wie die authentischen Fotos von Schülerarbeiten, sodass man sich ein viel besseres Bild von den tatsächlichen Ergebnissen machen kann. Wer das Buch Kreativer Kunstunterricht in der Grundschule 3: Zwischenaufgaben (1. bis 4. Klasse) von Manfred Kiesel bereits kennt, wird einige bekannte Vorschläge auch in diesem Band wiederfinden. Insgesamt hätte ich mir eine breitgefächertere „Angebotspalette“, mit mehr zum Nachahmen anregenden und vor allem für die Klassen 3 und 4 mehr ausgeweiteten Unterrichtseinheiten gewünscht. Zusammenfassend muss man dennoch festhalten, dass das Buch für Fachfremde  eine große Hilfe für einen kompetenzorientierten Kunstunterricht mit kurzfristig umsetzbaren Unterrichtsvorschlägen darstellt.

Kunst fachfremd unterrichten

Übersichtliche Darstellung vollständig ausgearbeiteter Stundenbilder (inkl. Reflexionsfragen) für direkten Unterrichtseinsatz.

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 3./ 4. Klasse

(beim Auer Verlag inkl. Inhaltsverzeichnis, Musterseiten und der Möglichkeit im Buch zu blättern.)