Jan Kuhl und Margarethe Fimmen – Lieber lesen 3/4: Geschichten-Kartei

Lieber Lesen 3/4 Finken Verlag

Lehrer stehen stets vor der großen Herausforderung einen spielerischen und motivierenden Zugang zu Sprache, Lesen und Schreiben zu schaffen. Sehr hilfreich sind anregende, dem Alter der Kinder entsprechende, breit gefächerte Angebote, die sowohl Mädchen als auch Jungen ansprechen. Diese Geschichten-Kartei aus dem Finken Verlag berücksichtigt vor allem den Aspekt des „selbstvergessenen“ Lesens, um bei den Kindern die Fähigkeit zum genießenden Lesen zu stärken.

In dieser Kartei wurden in sich abgeschlossene Geschichten zusammengetragen, die von den Kindern je nach individuellen Interessen frei ausgewählt werden können. Leistungsschwächere Kinder können sich hier kurze und leichte Texte aussuchen, während die Leistungsstärkeren zu langen und schweren Texten greifen können. Hier wäre für die Praxis ein kleines Symbol wünschenswert, damit die Kinder gleich erkennen können, ob es nun ein leichter oder schwerer Lesetext ist.

Folgende Themen wurden bei der Zusammenstellung berücksichtigt:

Lieber Lesen 3/4

Bei dieser Auswahl ist für jeden etwas Passendes dabei. Die Neigungen und Interessen von Mädchen und Jungen wurden sehr gut berücksichtigt. Oft sah es bei mir im Klassenraum so aus, dass Kinder vor der Kartei standen und sich nicht entscheiden konnten. Es kam auch vor, dass ein Kind sich einfach 5 Doppelkarten geschnappt hat, um am Platz reinlesen zu können. Zur eigenständigen Dokumentation des Gelesenen stehen den SuS Lesetagebücher zur Verfügung, in denen sie ihre Ergebnisse festhalten können. Wir haben uns für ein einfaches DIN-A5 Heft als Lesetagebuch entschieden. Vorher muss natürlich der Umgang gemeinsam besprochen werden, wie z.B. die Notation des Geschichtentitels und der bearbeiteten Aufgaben.

Lesetagebuch lieber lesen

 Auf der Vorderseite der stabilen Doppelkarten ist immer ein Bild zu finden, das neugierig auf den Inhalt machen soll. Im Innenteil setzt sich die Geschichte fort und wird schließlich mit einem Glossar abgerundet. In dieser blauen Box werden schwierige Begriffe (z.B. „auf jemanden einprasseln„) oder Redewendungen („einen Strich durch die Rechnung machen„) erläutert. Dies ist besonders für meine DAZ-Kinder sehr hilfreich, sodass sie mit jeder Geschichte ihren Wortschatz erweitern können.  Auf der Rückseite der Doppelkarten sind zwischen 3 und 7 Aufgaben zu finden.

Die Zusammenstellung der Aufgabenformate ist sehr abwechslungsreich. Es wird mit leichteren Aufgaben begonnen, wenn es z.B. darum geht den Abschnitten passende Überschriften zuzuordnen oder sich ein anderes Ende der Geschichte auszudenken. Sehr schön ist, dass der Anforderunsgbereich III ebenfalls Beachtung findet. Hier bearbeiten die SuS für sie neue Problemstellungen, die eigenständige Beurteilungen und eigene Lösungsansätze erfordern („Versetze dich in Billes Lage auf der Bühne. Erzähle von deinen Gedanken und Gefühlen.“).

Wir haben eine Geschichte aus der Geschichten-Kartei zuerst alle gemeinsam gelesen, besprochen und die Aufgaben bearbeitet. Anschließend war eine freigewählte Geschichte als verpflichtende Aufgabe im Wochenplan eingetragen und nun ist die Kartei ein begehrtes Freiarbeitsangebot. Wir haben uns jedoch darauf geeinigt, dass 3 Aufgaben verpflichtend sind und jede weitere Aufgabe als Sternchen im Lesetagebuch notiert werden soll.

Auf der mitgelieferten CD sind die Lösungen zu den Aufgaben, Beobachtungsbögen, ein Titelblatt für das Lesetagebuch und eine Übersicht mit Tipps zur Gestaltung des Lesetagebuchs zu finden.

Lieber Lesen 3/4 Finken

Diese farblich ansprechend gestaltete Geschichten-Kartei ermöglicht einen Zugang zum Lesen bei allen Kindern. Die Geschichten sind spannend, unterhaltsam, fantasie- und geheimnisvoll, die anschließenden Aufgaben abwechslungsreich und motivierend. Die Lernenden haben hier die Möglichkeit ihren Weg individuell zu bestreiten. Der hohe Motivationscharakter des Materials überzeugte meine Mädchen und Jungen gleichermaßen.

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

Catarina Volkert – Jetzt machen wir Pop-Art!

Jetzt machen wir Pop-Art

Die Pop-Art Künstler machten sich gerne über das moderne Leben lustig und amüsierten mit ihren Bildern die Betrachter. Der Kunststil ist geprägt von leuchtenden, synthetischen Farben und humorvollen Darstellungen bekannter Gegenstände und Persönlichkeiten.

Diese Ideengrube rund um fünf der berühmtesten Pop-Art-Künstler ist für den unterrichtlichen Einsatz in den Klasse 2-4 geeignet. Die Gestaltungsideen orientieren sich an den Künstlern James Rizzi, Andy Warhol, Keith Haring, Roy Lichtenstein und Romero Britto. Die fünf Kapitel sind immer gleich aufgebaut: Farbige Schülerarbeiten führen in das Thema ein. Es folgen Hinweise zu zwei unterschiedlichen Gestaltungsvorschlägen je Künstler. Daran anschließend wird mithilfe von Arbeitsblättern auf das Leben und die Werke des Künstlers eingegagen. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung beschreibt das genaue Vorgehen beim Anfertigen des Schülerprodukts. Als weitere Inspirationen werden zum Schluss des Kapitels weitere farbige Beispiele von Schülerarbeiten präsentiert.

Inhaltliche Schwerpunkte sind:

  • Tiere zeichnen mit Andy Warhol
  • Magnetwände basteln nach Romero Britto
  • Briefmarken gestalten wie James Rizzi
  • Comic Porträts frei nach Roy Lichtenstein
Sehr gelungen in diesem Band ist die übersichtliche und ansprechende Präsentation des Inhalts. Vor allem die abwechslungsreiche Herangehensweise an die Biografien der Pop-Art-Künstler ist positiv hervorzuheben. Mal sind es kleine Rätsel, Puzzleteile, Lückentexte, dann wieder  Interviews, die die Kinder dazu bewegen sich mit den Künstlern intensiver auseinander zu setzen.

Durch die mitgelieferten Vorlagen ist der Zeitaufwand für Lehrkräfte sehr gering gehalten. Leider wird dadurch die Differenzierungsbandbreite ebenfalls eingeschränkt. Bei vielen Aufgabenformaten wird vordergründig auf die natürliche Differenzierung verwiesen: „Jeder Schüler kann entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten“.

Die Autorin hat darauf geachtet beim Zusammenstellen der Gestaltungsvorschläge verschiedene Techniken einzubinden. So dürfen Kinder bei Andy Warhol den Polystyroldruck ausprobieren und ihre eigenen Kühe drucken. Es bleibt aber nicht immer bei Bildern, sondern es werden auch Gebrauchsgegenstände wie Magnete oder Spardosen hergestellt, die einen Zweck erfüllen und nicht einfach in irgendeiner Schublade ein trauriges Dasein fristen.

Jetzt machen wir Pop-Art
Viele nützliche Ideen, gute Zusammenstellung, praxisnahe Vorlagen, hervorragende Arbeitsblätter zu Künstlern.

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Christina Siebenborn – Unvergessliche Einschulungsfeiern stressfrei gestalten

Unvergesslihe Einschulungsfeiern

 
Der Titel ist bereits vielversprechend: „unvergesslich“ und „stressfrei“ soll die Gestaltung der Einschulungsfeier werden. Da werden sich viele Lehrkräfte fragen „Geht das überhaupt?“. Schließlich ist dieser wichtige Tag im Leben von Kindern und Eltern mit sehr viel Vorarbeit und Zeit verbunden.

In diesem Buch geht es nicht, entgegen dem Titel, ausschließlich um die Gestaltung von Einschulungsfeiern. Es ist eine Fundgrube rund um das Thema Einschulung. Dazu gehört auch die Planung der allerersten Unterrichtsstunde, die Kontaktaufnahme zu den Erstklässlern und sogar ein Vorschlag für eine kurzweilige frische Begrüßungsrede als Auftakt zur Feier wurde ebenfalls integriert.

Neben Liedern und Aufführungen finden sich hier auch Tipps und Anregungen zur kreativen Gestaltung des Festsaals und Vorlagen für das Basteln von kleinen Präsenten für die i-Dötzchen. Die Begrüßungsblume oder auch – hand machen optisch sehr viel her, lassen sich schnell anfertigen und sind eine außerordentlich nette Geste. Ferner werden die Vorteile zur Integration einer Patenschaft und die detaillierten Aufgaben, die zu diesem Amt gehören,  übersichtlich präsentiert.

Die ausgewählten Liedtexte sind auf Melodien bekannter Lieder ausgerichtet. Leider ist aber auch keine CD dem Band beigefügt, sodass die weniger musisch begabten Lehrer sich auf Internetseiten schlau machen müssen. Die Texte sind inhaltlich auf Einschulungsthemen abgestimmt. Sehr schön und poppig ist der „Mitmach-Begrüßungs-Rock“, der mit passenden Bewegungen auch seitens der Zuschauer begleitet werden kann.

Die Sprechtexte der meisten Theaterstücke wurden so aufgeteilt, dass möglichst viele Kinder, z.T. auch als Statisten, teilnehmen können. Beispielhaft und sketchartig wird eine Unterrichtssituation mit einer Lehrerin nachgespielt. Sie möchte eine Anlaut-Übung mit ihren Schülern durchführen, dabei läuft jedoch nicht alles wie geplant…

Mein persönliches Highlight ist das lustige Handpuppen-Singspiel. Aus Socken angefertigte Figuren kommen durch Öffnungen in der Leinwand zum Vorschein und berichten singend von der Schule. Diese Idee ist mit wundervollen Überraschungseffekten verbunden, da man nie weiß aus welcher Öffnung die nächsten Figuren erscheinen.
Unvergessliche Einschulungsfeiern stressfrei gestalten
Eine schöne Inspirationsquelle für abwechslungsreiche Einschulungsfeiern! Leider fehlt mir persönlich eine CD, auf der die Melodien und evtl. die Playback-Tracks zu finden sind.

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Bernd Wehren – Der Bastel-Führerschein

Der Bastelführerschein

Zur Schulung feinmotorischer Fähigkeiten von Kindern in der Schuleingangsphase, bietet der Bastel-Führerschein eine Sammlung unterschiedlicher Angebote zu den Bereichen „Schneiden, Malen, Falten, Reißen, Kleben“. Der sichere Umgang mit Kleber und Schere wird anhand von 24 Bastelaufgaben trainiert und jede erledigte Aufgabe in einem Bastel-Führerschein notiert.

Bevor die Kinder ihre Urkunde abholen können, gilt es eine Führerschein-Prüfung zu bestehen. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Generalprobe müssten die Kinder gut für die Prüfung gewappnet sein. Eine Urkunde würdigt schließlich ihre Leistung und Mühe.

Ein Klassensatz farbiger Bastel-Führerscheine ist dem Band beigefügt und kann auch einzeln nachbestellt werden.

Eine gut ausgebildete Feinmotorik ist eine grundlegende Fertigkeit, die nicht nur im Kunstunterricht bedeutsam ist. Der richtige Umgang mit Schere und Kleber ist in allen Fächern im alltäglichen Unterricht essentiell.

Dieser Band beinhaltet Aufgabenformate, die Kinder darauf vorbereiten sollen und sich in ihrem Schwierigkeitsniveau stets steigern. Vorerst gilt es Vorübungen zum Schneiden zu bewältigen, indem Kinder entlang gestrichelter Linien schneiden sollen. Es folgen Ausschneideseiten, bei denen lediglich viereckige Figuren ausgeschnitten werden sollen, bevor sich Kinder an runde Formen herantrauen. Die dadurch entstandenen Ergebnisse, wie z.B. ein Schloss, dürfen auch für den fächerübergreifenden Unterricht genutzt werden. Ein Schloss dient somit als Inspiration zum Schreiben von Märchen oder anderen Geschichten. Für eine bessere Präsentation der Schreibergebnisse kann die Geschichte auch mitten ins Tor geklebt werden (siehe Bild unten).

Einfache Bastelspiele, wie z.B. Memo, Domino oder ein Puzzle ergänzen das Angebot. Wünschenswert wäre die Beilage einer CD gewesen, auf der die vorhandenen Bastelangebote und der Führerschein an die Lerngruppe hätte angepasst werden können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für die Erst- und Zweitklässler die Anzahl der Angebote etwas erschlagend war und die Lust nach ca. 10 Bastelangeboten schwand. Das ist schade. Mit einer beiliegenden CD hätte man die Anzahl der Angebote und die Reihenfolge an die Kinder anpassen können.

Die Angebote eignen sich jedoch auch hervorragend für die Kunst-Freiarbeitsecke, auch in den höheren Jahrgängen. Durch die Angebote werden Kinder auch zur Weiterarbeit angeregt und so entstehen ganz wunderbare Produkte, wie z.B. eine Schatzkiste mit einem aufklappbaren Deckel. Diese Idee nutzte ein Kind aus meiner Klasse, um darin seine eigenen Lernwörter niederzuschreiben.

Der Bastel-Führerschein
Selbsterklärende Bastelangebote zum besseren Umgang mit Schere und Kleber.

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„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

"Heute bin ich" Hout

 

Endlich war es soweit! Inspiriert von dem grandiosen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout gestaltete meine dritte Klasse eigene „Gefühlsfische“ mit Jaxonkreide.

Wir versammeln uns im Kinositz. Der Erzählstuhl ist bereits mit dem roten Umhang geschmückt. Ein Ritual, das die Kinder seit der zweiten Klasse kennen. Die Vorfreude steigt. Sie lieben Bücher! Ich erkundige mich bei den Kindern nach ihrer Gefühlslage. Auch das kennen sie und teilen ihren Gemütszustand freudig mit. An der Tafel notiere ich die genannten Adjektive und achte darauf die positiven Gefühlszustände von den negativen räumlich zu trennen. Darauf kommen wir später zurück.

Heute bin ich

Ich nehme mir Zeit und atme erst einmal tief ein und aus. Dann öffne ich langsam die erste Seite. Ich lese ein Wort vor und schwinge das Buch von links nach rechts, um allen Kindern die Gelegenheit zu geben das erste Bild ganz genau zu betrachten. Es ist mucksmäuschenstill. Nach dem zweiten Bild kommen bereits die erwarteten „Oh, ist das schön!“-Töne. Die Kinder sind gefangen, das sehe ich an ihren Gesichtsausdrücken. Sie imitieren die Fische.

"Heute bin ich" Mies van Hout

 

Nach dem Gefühlsbild „zornig“ habe ich sie endgültig. Sie springen ein Stück freudig erregt von den Bänken und müssen ihre Begeisterung ihren Mitschülern mitteilen. Es wird gelacht. Gleichzeitig spiegeln sie den Fisch wider. Das ist der Moment, um gemeinsam einige Gefühlszustände mimisch darzustellen. Dankbar nehmen sie meinen Vorschlag an und ich sehe ein Meer an Fingern in der Luft.

Die Kinder waren von der ersten Sekunde an emotional von diesem Bilderbuch berührt. Da fiel es ihnen auch gar nicht schwer Kriterien zu sammeln und die Identifizierung des Gefühls zu begründen. Es war eindeutig, dass der Gemütszustand des Fisches sich dem Betrachter erschließen sollte. Der Künstler musste also auf die Farbwahl achten, auf den Gesichtsausdruck und evtl. auch auf die Körperhaltung. Natürlich musste auch die Schrift, das Gefühlswort, dem Bild angepasst werden. Der Schriftzug „stolz“ wurde mehrmals nachgezogen, die Linien sind schließlich ziemlich breit. Ein Kind kam gleich auf die Idee Sonnenstrahlen im Buchstaben „o“ zu ergänzen, um die Freude zu unterstreichen. Die Kinder waren Feuer und Flamme!

Das Kunstkartenset diente später dazu sich noch einmal Inspirationen zu holen oder  um einfach ganz verträumt über die Schönheit der Fische zu staunen.

Heute bin ich

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ biete ich zu dem Bilderbuch ein Materialpaket an, bestehend aus 32 Wortkarten mit Adjektiven, einer möglichen Beurteilungskriterienliste,
Beispielen und Fotos aus der Praxis und Visualisierungshilfen als Differenzierung. 

Materialpaket Heute bin ich Mies van Hout Gefühle Unterricht

(Material-ID: #124984)

Milena Baisch – Anton taucht ab als Klassenlektüre

Anton taucht ab

Vor einigen Jahren wurde der Kinderroman von Milena Baisch auf diesem Blog rezensiert. Fast vier Jahre später lese ich nun „Anton taucht ab“ als Klassenlektüre in einem dritten Schuljahr. So war meine Neugierde natürlich groß, wie die Kinder auf diese Ganzschrift reagieren.

Jedes Kind arbeitete nebenher in einem Lesetagebuch und setzte sich intensiv mit dem Inhalt auseinander. In regelmäßigen Diskussionen  tauschten wir uns über besondere Stellen, die Bedeutung von „seltsamen“ oder unbekannten Ausdrücken aus oder stellten bestimmte Szenen in einem Rollenspiel dar. Neben Pflichtaufgaben konnten die Schülerinnen und Schüler außerdem Wahlaufgaben aus einem Ideen-Pool bearbeiten. Das Lesetagebuch kann erworben werden (siehe Link unten), vielleicht kann es ja jemand gebrauchen.

Insgesamt ist das Buch bei den Jungen besser angekommen als bei den Mädchen. Es kam oft die Frage, warum im Buch so viele „boshafte Ausdrücke“ oder auch gemeines Verhalten abgedruckt wurde. Darf man das überhaupt? Hier haben wir gemeinsam ausführlich diskutiert, was die Autorin wohl damit bezwecken wollte.

Lesetagebuch Anton taucht ab

Einige Meinungen zum Buch:

„Ich fand es toll, wie Anton sich um seinen Fisch gekümmert hat. Nicht so schön war, dass Anton gelogen hat.“

„Es war lustig, dass Anton zum See immer Pissbrühe gesagt hat.“

„Ich ekele mich nun auch ein bisschen vor dem See und den ganzen Schlingpflanzen.“

„Die erste Begegnung mit Pudel war nicht höflich. Das macht man nicht.“

„Meine Lieblingsstelle war, als Anton „Karramba!“ geschrien hat und in den See gesprungen ist. Da hatte ich Gänsehaut.“

„Mir hat nicht so gut gefallen, dass Anton so schlimm geredet hat.“

„Ich fand das gut, dass Anton mit mir geredet hat. Er sagte: „Hör auf zu lachen, sonst ist die Geschichte sofort zu Ende. Basta!“ Da habe ich richtig angefangen zu lachen. Das war cool.“

„Mir hat es nicht gefallen, dass wir nie erfahren haben wie Pudel wirklich heißt.“

„Anton sollte nicht so frech zu seinen Großeltern sein.“

„Anton hätte zum Pudel einfach freundlich sein können.  Dann wären sie vielleicht sogar Freunde geworden.“

„Ich finde, dass die Geschichte sehr gut ist, weil ich mich darin gut verlieren kann.“

Lesetagebuch_Anton taucht ab
(Lehrermarktplatz)

Das Lesetagebuch „Anton taucht ab“ steht zum Download auf meiner Lehrermarktplatz-Seite für unterrichtliche Zwecke bereit. Alternativ ist eine Leserolle zur Klassenlektüre vorhanden. Zum Abprüfen des Gelesenen, habe ich zwei Aufgabenformate entworfen. In einem Quiz (Material-ID: 150069) kann das Kind alleine oder in Partnerarbeit sein Wissen in einem Multiple-Choice-Fragenkatalog testen. Es kann auch zu Wiederholungszwecken für die anstehende Klassenarbeit zur Lektüre dienen.

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Bernd Wehren – Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig 3

Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig

Die Krimi-Fälle an der Neu-Schule verlangen von Detektiv Pfiffig ganz schön was ab.  Der Kakaodieb muss gefunden, die Zaubertricks entlarvt und der „Kronen-Dieb“ unter den Cowboys an Karneval aufgespürt werden. Doch Detektiv Pfiffig heißt nicht umsonst so. Er hat ein gutes Gespür und löst auch die kniffligsten Fälle mit Bravour.
Als kleine Lesedetektive lösen die Schülerinnen und Schüler 22 Mini-Krimi Fälle und trainieren das sinnerfassende Lesen. Jeder Fall setzt sich aus einer Doppelseite zusammen. Auf der einen Seite gliedert sich der spannende Fall in vier kurze Abschnitte, unterstützt durch je eine Illustration, die zusätzliche Informationen für die Lösung des Falls bieten kann. Auf der anderen Seite werden sechs Aufgaben präsentiert, die die Kinder schrittweise zur richtigen Lösung führen.
Das selbstständige Arbeiten wird durch Lösungskarten zur Selbstkontrolle forciert. Im Detektivausweis können die bereits gelösten und kontrollierten Fälle eingetragen werden. Als Motivation lockt eine Urkunde für jeden Lesedetektiv.
Meine Drittklässler haben nach einem neuen spannenden Angebot für die Deutsch-Freiarbeitsecke verlangt. Detektiv Pfiffig aus Knobelhausen war den Kindern von der ersten Minute an sympathisch. Die Mini-Krimi-Fälle basieren auf alltäglichen Ereignissen im Schulleben, wie z.B. Karneval, Klassenfahrt, Vertretungslehrer, Ausflüge, Schulfest etc. Die Freude war groß zu sehen, dass die Kinder an der Neu-Schule ebenfalls den „Leisefuchs“ nutzen und dort auch wie bei uns an Karneval eine Polonaise durch alle Klassen und den Schulhof zieht.
Da die Fälle immer gleich aufgebaut sind, bedarf es lediglich einer einmaligen Erklärung. Danach arbeiten die Kinder selbstständig an den Krimi-Fällen. Diese sind in der Tat schön knifflig und man muss hin und wieder auch die Bilder zur Lösung des Falls heranziehen. Nach der Selbstkontrolle, darf im Detektivausweis die jeweilige Lupe angemalt werden. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Zur Differenzierung gibt es für die schwächeren Leser Tipps zu den Fragen mit kleinen Hinweisen. Für pfiffige Detektivkinder werden zu jedem Fall drei Lupenaufgaben angeboten, die zum Weiterdenken animieren.
Während meine schwächeren Leser die zusätzlichen Tipps gerne nutzen, werden die „Sternchen“-Aufgaben von pfiffigen Detektivlesern  seltsamerweise ignoriert. Vielleicht ist ja hierbei die Schrift zu klein oder die Freude über den gelösten Fall so groß, dass die Weiterarbeit nicht mehr so motivierend ist?
Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig
Diese Werkstatt hat einen großen Aufforderungscharakter und regt zum Mitdenken beim Lesen an. Die Kinder haben alle Figuren des Städtchens Knobelhausen sehr schnell ins Herz geschlossen. Dies liegt auch an dem dazugehörigen Kartenspiel. Hier werden alle Figuren auf farbigen Bildkarten präsentiert und von einer Steckbriefkarte begleitet. Während des Vorlesens von Hinweisen über das Aussehen der Person, muss diese möglichst bald gefunden werden. Ein sehr gern genutztes Lesespiel, das auch weitere Variationsmöglichkeiten erlaubt.
Motivierend, spannend, knifflig, lesefördernd!

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beim Auer-Verlag

Dominique Lurz und Barbara Scherrer – 111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Die Autoren haben in diesem Werk, in Sinne einer Fundgrube, viele Ideen zusammengefasst, wie man unterschiedliche Lernprodukte mit Freude, Eifer und Kreativität vorstellen kann. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass auch sogenannte „Basics“ in diesem Sammelwerk ihren Platz finden, um ein rundes Paket zum Nachschlagen und Inspirieren  anbieten zu können.
Die 111 Ideen zum Präsentieren, Vorstellen und Dokumentieren wurden in folgende Kapitel unterteilt:
  1. Basics
  2. Ideen für wenig Aufwand/ Zeit
  3. Ideen für mittleren Aufwand
  4. Ideen für komplexere Präsentationen
  5. Ideen für musischen, künstlerischen und sportlichen Unterricht

Jede Idee gliedert sich in die Bereiche „Zeitbedarf; Jahrgangsstufe; Fächer; Sozialform; Ziele; Material/ Vorbereitung; So geht’s und  Tipps“. Einige Vorschläge werden mit passenden Zeichnungen unterstützt. Um eine bessere Vorstellung von den Inhalten zu bekommen, hier eine kleine Auswahl an Präsentationsideen:

  • Präsentationsteller, Marktplatz, Themenheft, Bodenbild, Weihnachtskoffer, Lapbook, Portfolio, Museumsgang, Ausstellungssockel, Pyramidenbau

Den Abschluss bilden einige Kopiervorlagen auf denen z.B. die einzelnen Schritte zur Erstellung eines Plakats festgehalten sind, Faltanleitungen für unterschiedliche Bücher oder aber auch ein Reflexionsbogen zur eigenen Mitarbeit an einem bestimmten Projekt.

Dieser praktische Ratgeber weist eine übersichtliche Gliederung auf und dient somit als Inspirationsquelle oder Nachschlagewerk, um sich als Lehrkraft weiterzubilden und neue Ideen bzw. Methoden in den Unterricht einfließen zu lassen. Besonders gelungen ist die gut zu überblickende Aufbereitung der Vorschläge. Um sich die jeweiligen Ideen besser vorstellen zu können und auch die Eigenmotivation zu steigern, wären Fotos aus der Unterrichtspraxis sicherlich noch anregender gewesen. Die Einbindung möglichst vieler Sinne steigert die Wahrscheinlichkeit der besseren Verarbeitung und Vernetzung mit dem bereits vorhandenen Wissen.

Die Unterteilung der Kapitel nach dem jeweiligen Aufwand ist für die Praxis durchaus sinnvoll. Hier hilft auch die Angabe, in welchem Fach der jeweilige Vorschlag gut umgesetzt werden kann. Wünschenswert wäre eine Tabelle im Anhang gewesen, die nach den Fächern unterteilt ist, sodass man sich schneller einen Überblick über die angebotenen Methoden und Ideen z.B.  zum Fach Mathematik holen kann. Die „Tipps“ zeigen worauf man im Vorfeld achten sollte oder welche Überlegungen noch anzustellen sind. Hier wird deutlich, dass die Autoren diese Vorschläge bereits selbst ausprobiert haben.
Insgesamt beinhaltet diese Sammlung ein breites Spektrum von bekannten bis nicht unbedingt alltäglichen Ideen, durch die das Präsentieren noch mehr Spaß macht und ein bisschen Abwechslung in den Schulalltag bringt. Schließlich verdienen die Lernergebnisse der Schüler einen angemessenen Rahmen und eine adäquate Würdigung.

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Ein Sammelwerk an bekannten und einigen nicht unbedingt alltäglichen Ideen, die den Schulalltag bereichern.

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Gabi Scherzer – 5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

Dieser Ideenschatz beinhaltet kreative Kunstprojekte, die innerhalb einer Unterrichtsstunde durchgeführt werden können. Der Titel „5 Minuten Kreativität“ ist demnach etwas irreführend. Gabi Scherzer, selbst eine Grundschullehrerin, hat sämtliche kleine Aktionen aus allen im Lehrplan vorgesehenen Bereichen der Kunsterziehung in diesem Band zusammengefasst. Zu folgenden Techniken werden Unterrichtsvorschläge gemacht:

  • Grafisches Gestalten
  • Farbiges Gestalten
  • Drucken
  • Räumliches Gestalten
  • Szenisches Gestalten
  • Gestalten mit visuellen Medien

„Kreative Ideen für den Elternabend“ ergänzen das übersichtliche Inhaltsverzeichnis. Jeder Vorschlag ist in die Oberbegriffe „Material“, „Technik“, „Ziele“, „Durchführung“, „Variationen“ und „Bezug zur Kunstgeschichte“ untergliedert. Alle Ideen werden von zahlreichen Farbfotografien direkt aus dem Klassenzimmer begleitet. Zum Teil auch mit genauen Step-by-step Anleitungen und exemplarischen Ergebnissen.

Dieser Ideenschatz liest sich wie eine Sammlung spannender Blogeinträge einer engagierten Kunstlehrerin aus der Grundschule. Die zahlreichen fotografischen Schritt-für-Schritt Anleitungen, abfotografierte Tafelbilder und die unterschiedlichen Schülerergebnisse machen Lust die Vorschläge selbst in die Praxis umzusetzen.

An diese Aktionen können sich auch fachfremde Kollegen voller Zuversicht herantrauen. Zum einen werden nur einfache Materialien verwendet, die in jedem Kunstschrank zu finden sein müssten.  Zum anderen ist die Darstellung der einzelnen Schritte so detailliert, dass das Gelingen garantiert ist.

Sehr positiv bewerte ich die Einbindung des Punktes „Bezug zur Kunstgeschichte“. Hier werden zu den Projekten passende Künstler vorgestellt und sämtliche zum jeweiligen Vorschlag passende Kunstwerke eingebunden. Das ist eine wunderbare Überleitung zur Erkundung unterschiedlicher Kunstepochen. Es ermöglicht den Kindern  ihr Tun in einem größeren Zusammenhang zu sehen und erste Kenntnisse von Kunstgeschichte zu erlangen.

Die übersichtliche Darstellung erinnert mich an die beliebten Textil- bzw. Gestaltungs-Stunden aus dem ALS-Verlag. Auch der Aufbau ähnelt sehr stark diesem Format. Mir fehlt in diesem Band lediglich ein kleiner Hinweis darauf, für welche Klassenstufe die einzelnen Vorschläge geeignet wären.

Ansonsten bin ich von diesem Band mit der praktischen Ringbindung sehr angetan!

5 Minuten Kreativität für Grundschulkinder

Den Vorschlag „Die Kartoffel wird eckig“ (S. 74ff.) habe ich bereits mit meiner Klasse passend zum Thema „Weihnachten“ schon umgesetzt:

Weihnachtskarte Kartoffeldruck

Leicht umsetzbare, lehrplanorientierte, zahlreich bebilderte Kunstprojekte für die Grundschule.

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Alexandra Ferrary – 77 motivierende Unterrichtseinstiege für die Grundschule

77 motivierende Unterrichtseinstiege

Abwechslungsreiche und motivierende Unterrichtseinstiege sind die Visitenkarten eines Lehrers. Dieses Werk gibt Hilfestellungen einem „Einstiegstrott“ zu entkommen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit diesem Buch erhalten Sie eine Menge Ideen für abwechslungsreiche, handlungsorientierte und motivierende Stundeneinstiege, die meist ohne großen Aufwand und leicht durchführbar sind. Dabei finden sich sowohl Stundeneröffnungsrituale, Einstiege in einzelne Stunden als auch Einstiege in einen neuen Themenkomplex oder eine neue Unterrichtseinheit (S. 4).

Um das Werk zu komplementieren finden auch die traditionellen, konservativen Einstiege Erwähnung. Der Ideensammlung wurde ein theoretischer Teil, in dem der Begriff „Unterrichtseinstieg“ definiert wird, vorangestellt. Zur besseren Übersichtlichkeit lassen sich die Einstiege unter den folgenden Rubriken wiederfinden:

  • Stundeneröffnungsrituale
  • Übungen zum stofflichen Aufwärmen
  • Informierende Einstiege
  • Spielerische Einstiege
  • Problemorientierte Einstiege
  • Objektorientierende Einstiege
  • Kooperative Einstiege
  • Assoziative Einstiege
  • Kreative Einstiege

Neben allbekannten Einstiegen wie Hausaufgabenkontrolle, Begrüßung, Tageskalender oder Lied, werden in diesem Sammelwerk auch fächerspezifische Unterrichtseinstiege erläutert (z.B. Rechenkönig, Freies Spiel, Warmsingen). Besonders hilfreich für die Orientierung und das schnelle Wiederfinden bestimmter Einstiege ist das am Ende des Buches aufgeführte Alphabet-Verzeichnis und die Darstellung der Einstiege in einer Ideenfinder-Tabelle.

Das für mich wohl gelungenste und inspirierendste Kapitel gehört der Hauptkategorie „Objektorientierende Einstiege“ an. Neben einer beispielhaften Darstellung eines Wochenplans, wird auch ein Planungsbogen für die Arbeit im geöffneten Unterricht vorgestellt. Hierdurch wird das selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen gefördert, indem Kinder zu einem Projektthema ganz offen eigene Idee auf einem strukturierten Bogen notieren können, um ihren eigenen Lernprozess zu gestalten. Im Kapitel „Kooperative Einstiege“ finden typische Methoden wie fishbowl, placemat und Kugellager Beachtung.

Positiv hervorzuheben sind die eingefügten Zeichnungen eines Tafelbildes oder die Piktogramme für die unterschiedlichen kooperativen Methoden. Das erleichtert das Verständnis und anhand der Beispiele können die aufgeführten Unterrichtseinstiege besser nachvollzogen werden.

Dieses Buch ist als eine Art Fundgrube zu betrachten, die gerne ab und an zur Hand genommen werden kann, um sich inspirieren zu lassen und einige „neue“ Einstiege in den Unterricht einzubauen.

77 Umotivierende Unterrichtseinstiege

Altbewährte und einige neue Ideen für abwechslungsreiche Unterrichtseinstiege.

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