Louise Fitzgerald und Kate Hindley – Die allerkürzeste Gutenachtgeschichte der Welt!

Mit diesem Bilderbuch wird die abendliche Schlafroutine spielerisch aufgelockert. Anders als der Titel vermuten lässt, lassen sich die 10 Worte, die die Geschichte ausmachen, Zeit. Vorher müssen die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer noch etwas erledigen. Es geht darum, die Kissen aufzuschütteln, sich die Zähne zu putzen, die Kuscheltiere nach Farben zu sortieren, sich zu strecken und zu recken und ausgiebig zu gähnen.

Wünschenswert wäre es, wenn die Reihenfolge der Aktivitäten von der Skala „aktiv“ bis hin zu „gemütlich und ruhig“ vorzufinden wäre, damit die Kleinen tatsächlich am Ende der Vorlesegeschichte zur Ruhe kommen und nicht aufgebracht im Bett landen. Dennoch hat es das Potential ganz individuelle Einschlafroutinen zu entwickeln, die zur familiären Tradition sich manifestieren.

Die eigentlichen zehn Worte entpuppen sich als ein wirklich schöner Reim, der auswendig gelernt und vor dem Zu-Bett-Gehen aufgesagt werden kann. Ein Exemplar verlose ich bis zum 5.04.2024 auf meiner Instagram-Seite.

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Heidemarie Brosche und Jana Moskito – Du bist nicht mehr mein Freund

Der kleine Biber überlegte hin und her.
Dann versuchte er es laut: „Wir waren beide blöd, aber lass uns wieder Freunde sein!“

Dieser Satz wird von einigen Kindern leichtfertig geäußert, kann jedoch beim Gegenüber eine große Verunsicherung auslösen. Für das verstoßene Kind ist es schmerzhaft diese Zurückweisung auszuhalten. Der angedrohte Verlust der Freundschaft kann gar körperliche Auswirkungen haben, die sich durch Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit äußern.

Dieses Bilderbuch rund um Freundschaft, Streit und Versöhnung stellt einen Biber und einen Hasen in den Mittelpunkt der Geschichte. Der Biber baut gemeinsam mit einem Iltis eine Burg. Der Hase schaut neidisch zu den beiden Freunden. Offensichtlich spielt hier Eifersucht eine Rolle, denn einen Freund zu teilen, fällt ihm schwer. Erbost läuft der Hase zur Sandburg und zerstört sie. Der Biber kann es nicht fassen, schubst den Hasen und ruft entschlossen: „Du bist nicht mehr mein Freund!“

Während der Biber und der Iltis ausgelassen miteinander spielen und fröhlich sind, zieht sich der Hase enttäuscht zurück. Das entgeht auch dem Biber nicht und etwas in seinem Bauch zieht sich zusammen. Die Schuldgefühle wiegen schwer. Als seine Mutter ihn abholt, merkt auch sie, dass etwas nicht stimmt. Er hat keinen Appetit und macht sich Vorwürfe, dem Hasen die Freundschaft gekündigt zu haben. Der Biber vertraut sich seiner Mama an und sie stellt ihm Fragen, die als wunderbare Denkanstöße dienen und den Perspektivwechsel fördern.

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Marlies Bardeli und Anne-Kathrin Behl – Anton und sein Gewissen

Das Gewissen ist eine immerwährende Baustelle, die sich aus Normen und Werten zusammen setzt. Dieses moralische Konzept, bezieht sich auf das innere Gefühl oder die innere Stimme, die einer Person sagt, was richtig oder falsch ist. Es fungiert als eine Art moralischer Kompass und beeinflusst das Verhalten und die Entscheidungen einer Person.

Dieses Bilderbuch „Anton und sein Gewissen“ bestärkt die jungen Leserinnen und Leser auf den „inneren Schiedsrichter“ zu hören bevor die emotionale Last zu schwer wiegt. Im Kindergarten ist Spielzeugtag und das Feuerwehrauto von Jette fasziniert Anton. Als sie den Raum verlässt, spielt er damit und macht unbeabsichtigt die Leiter kaputt. Statt ihr seinen Fehler zu gestehen, verschweigt er lieber seine Tat. Das schwere Gefühl im Magen lässt ihn nicht mehr los. In einer fast durchsichtigen Gestalt plagt ihn das personifizierte Gewissen und macht ihm Mut, sich bei Jette zu entschuldigen.

Diese Botschaft ist pädagogisch wahnsinnig wertvoll und viele Kinder werden sich früher oder später darin wieder finden. Das Bauchgefühl ist ein recht zuverlässiger Kompass in unserem Leben. Auf seine Intuition zu hören und sich zu entschuldigen erfordert Mut. Das muss immerwährend geübt und lebenslang trainiert werden. Die für das Auge sehr ansehnlichen Illustrationen verdeutlichen sehr gut, dass das schlechte Gewissen und die damit einhergehende Reue und die Schuldgefühle, die Anton empfindet, sich verstärken, wenn man gegen die eigenen moralischen Grundsätze oder die Gesellschaftsnormen verstößt. Letztlich zeigt man sich auch verantwortlich, wenn man sich der Wiedergutmachung stellt.

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Ute Krause – Helma legt los

In der Hühnerschule zeigt die Lehrerin allen Hühnern, wie man schöne weiße Eier legt. Doch das perfekte Ei will bei Helma einfach nicht kommen. Stattdessen legt sie bunte Eier und fürchtet dafür nicht in die nächste Klasse zu kommen. Damit niemand von den bunten Eiern erfährt, setzt sich Helma Hasenohren auf und versteckt sie nachts im Garten.

Die Tiere auf dem Bauernhof sind ganz erstaunt und sammeln freudig die bunten Ostereier. Natürlich möchten sie wissen, von wem die besondere Osterüberraschung stammt. Helma gesteht, sie alle gelegt zu haben. Gerade als sie versucht ein Ei als Beweis auszubrüten, kommt das perfekte schneeweiße Ei der Klasse A.

Keines der Tiere glaubte somit Helmas Erzählungen. So enstand die Geschichte vom merkwürdigen Osterhasen, der zu Ostern bunte Eier verteilt. Ute Krause zaubert hier nicht nur eine humorvolle Idee, wie es dazu kommen konnte, dass zu Ostern die Eiersuche so wichtig wurde, sondern legt den Fokus auf Andersartigkeit und dem Bestreben dazuzugehören und so sein zu wollen, wie alle anderen. WDR hat den Bilderbuchklassiker als einen kurzen, sehenswerten Animationsfilm veröffentlicht.

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Kathrin Lena Orso – Otto, das Ostermäuschen

Was hat denn nur der Osterhase?
Er hustet und es tropft die Nase.
Zum Aufsteh´n ist er viel zu schlapp.
Doch, oje – die Zeit wird knapp.

Der Osterhase liegt mit einer dicken Erkältung im Bett und schafft es nicht mehr rechtzeitig vor Ostern die Ostereier zu färben. Doch Hilfe naht! Das Mäuschen wollte schon immer Ostermaus sein und springt ein. Doch wie werden Ostereier eigentlich bemalt? Sie befragt ihre tierischen Freunde und bittet um Rat.

Die Kuh empfiehlt braune Flecken als Muster. Die Spinne ist natürlich vom Netz als Gestaltungsmöglichkeit überzeugt. Was wird wohl ein Salamander raten? So sehen die Ostereier im Korb letztlich so aus, wie die Tiere selbst. Die Ostermaus kommt mit einem Sammelsurium an natürlich gefärbten Eiern mit sehr individuellen Mustern beim Osterhasen an. Der Osterhase kann glücklicherweise den Einfallsreichtum der Ostermaus nach anfänglicher Verwirrung schätzen und so sehen die Ostereier dieses Jahr eben etwas anders als als sonst. Die Kinder, die sie suchen müssen, haben ihre Freude beim Entdecken und das ist am Ende alles was zählt.

Die Geschichte stellt Freundschaft und Hilfsbereitschaft in den Vordergrund und zeigt, dass Einfallsreichtum Mut bedeutet. Es stärkt das Selbstbewusstsein eigenen Ideen und der Kreativität zu vertrauen. Jede Doppelseite enthält vierzeilige Verse, die in Reime gepackt sind, was die Sprachentwicklung unterstützt. Eine wunderbare kurzweilige Ostergeschichte für die Kleinen.

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Anna Schindler – Stimmt das?

Es gibt Tintenfische, die haben drei Herzen und immer Tinte dabei. Damit schreiben sie Liebesbriefe.

Nachdenklich schaut das Mädchen auf der krummen Banane sitzend und schon fragt man sich, was dieser Reißverschluss da macht? Zum Nachdenken, Rätseln und Recherchieren lädt das Sachbuch „Stimmt das?“ ein. Doch auch das Lachen kommt nicht zu kurz.

Hier werden 42 ungewöhnliche und teils skurrile Behaupten aufgestellt. Diese sind ultrawitzig bebildert, sodass man beim Betrachten nicht nur schmunzeln, sondern manchmal wirklich lauthals lachen muss. Hat eine Schnecke tatsächlich einen Kopf, einen Fuß und vier Nasen? Kann ein Grönlandhai wirklich 500 Jahre alt werden? Hinten im Buch ist nicht nur die Auflösung zu finden, sondern auch einige hilfreiche und interessante Erklärungen, die mehr Informationen zur Thematik liefern.

Kinder haben viele Fragen. Dieses Buch liefert einige Antworten, möchte eigentlich aber noch mehr Fragen aufwerfen. Das Sinnieren über das Leben bekommt hier viel Raum und eine ganz eigene Bühne. Redewendungen und Sprichwörter sind zauberhaft in Bilder gepackt, sodass man täglich gemeinsam diskutieren, sich austauschen und dazulernen darf.

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Soledad Romero Mariño und Sonia Pulido – Tiere und ihre Superkräfte

Dieses Sachbuch „Tiere und ihre Superkräfte“ für wissbegierige Kinder präsentiert 22 Tiere mit Superkräften, die den Leser einfach nur staunen lassen. Junge Tierforsche entdecken spielend erstaunliche Tiere und ihre Eigenschaften. Auf jeder Doppelseite wird ein Tier ausführlich vorgestellt. Dabei muss es sich in Bezug auf bestimmte Fähigkeiten mit anderen Tieren messen. So werden für Kräfte 1-7 Sterne verliehen und die Tiere erhalten icons wie z.B. Super-Imitation, Super-Substanzen oder Super-Sehvermögen. In diesen Teilbereichen wird dann im Fließtext genauer auf die Fähigkeiten eingegangen.

Der Kugelfisch stellt sich als ein teuflischer Giftball heraus, der mit seinem Gift 30 Menschen zu töten vermag. Doch sein Wundermittel kann auch als Medizin verwendet werden. So werden aus seinem Gift Medikamente hergestellt, die gegen Schmerzen helfen. Der Stierkopf-Dungkäfer gilt als das stärkste Tier der Welt. Mit seinen Hinterbeinen rollt er den Dung, also den Tierkot, zum Vergraben durch die Gegend. Wer das Tier nicht kennt, dem sei ein Video online empfohlen, um eine Vorstellung von dieser Kunst zu erhalten. Der Narwal kann ebenfalls Faszinierendes vorzeigen. Mithilfe seiner Stoßzähne erkennt er nicht nur die Tiefe des Meeres, sondern kann auch spüren, wann es schneien wird.

Diese Talente und Anpassungen an die Umwelt können nur begeistern. Das Sachbuch vermag die Fun Facts spannend zu präsentieren. Interessant ist ebenfalls die Ergänzung, wo die Beobachtungen aus der Tierwelt den Menschen als Inspirationsquelle bei neuen Erfindungen dient.

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Almud Kunert und Simone Veenstra – Die Traumspinnerin

Luca staunt und versteht:
„Das macht Mama also nachts – Mama macht Träume.“

Das Bilderbuch „Die Traumspinnerin“ entführt uns in eine Welt, in der Fantasie-Berufe existieren. Luca wundert sich, was seine Mama macht, wenn sie abends das Haus verlässt und zur Arbeit aufbricht. Sein Vater schlägt vor, dass sie sich gemeinsam auf die Suche machen. Und da sich Luca eh schon gefragt hat, was um ihn herum passiert, wenn er schläft, entfacht in ihm die Neugierde. Und so brechen die beiden auf und erfahren, dass Blumen nachts Sternschnuppen sammeln und die Rinder dem Wind lauschen. Der Fuchs geht im Mondschein auf Entdeckungsreise, während Igel einfach futtern.

Der Bäcker zaubert wunderbare Leckereien, die er mit Luca teilt. Sie sind noch warm und schmecken köstlich. Am Ende des Weges erblicken sie eine kleine Backsteinfabrik. Aus dem Schornstein entweicht ein rosafarbener, zarter Rauch aus Blumen. Sie schleichen vorsichtig hinein und sehen Mama Träume zaubern. Hier finden sie Lachen, gute Laune, bunte Funken, aus denen Gestalten geformt werden und die in dem Schornstein verschwinden, um sich auf den Weg zu den Träumern zu machen.

Doch wie sagt Mama immer? Die buntesten Träume kommen zu jenen, die am tiefsten schlafen.

Diese Gutenachtgeschichte ist nicht einfach nur zauberhaft schön, sondern auch äußerst fantasievoll. Der ruhige Schlaf wird garantiert folgen und zudem regt es die Fantasie an. Man kommt nicht umhin, selbst nach fantasievollen und vielleicht gar fantastischen Berufen zu suchen. Wie wäre es mit „Sternenmusiker“, „Naturheiler für magische Wesen“, „Gedankenarchitekt“ oder „Wolkenmaler“? Was wären die Aufgaben? Welche Utensilien wären notwendig? Die Traumspinnerin lädt ein, der Fantasie freien Lauf zu lassen.

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Sam McBratney und Anita Jeram – WEißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Der Kinderbuchklassiker „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ wird 30 Jahre alt! Diese Liebeserklärung ging durch etliche Kinderzimmer und der Hasenvergleich der Reichweite der Liebe wird jedem Erwachsenen ein Begriff sein.

Bis zum Mond …
…und wieder zurück haben wir uns lieb.

Wie weit reicht die Liebe? Die beiden Hasen erklären sich gegenseitig ihre Zuneigung und beginnen zunächst mit einer messbaren Distanz. Der kleine Hase breitet die Arme aus und verdeutlicht damit seine innige Liebe. Doch die Armlänge des großen Hasen ist größer, sodass weitere Versuche unternommen werden, die Liebe in Bezug auf ihre Größe zu dehnen.

Nachdem die Körpermaße ihre Grenzen erreicht, wird die Messbarkeit in das Visuelle übertragen. Schließlich landen beide Hasen müde im Blätterbett und sind sich einig, dass ihre Liebe ins Unendliche geht und vergleichbar mit der Strecke zum Mond und zurück erscheint.

Dieses Bilderbuch ist nun als Geschenkausgabe im Kleinformat erhältlich und erwärmt weiterhin die Herzen aller Liebenden, egal in welcher Beziehung man zueinander steht, sei es als Eltern-Kind, Großeltern-Enkel oder einfach Verliebte jeden Alters. Man kann nicht oft genug, seine Zuneigung bekunden.

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Przemystaw Wechterowicz und Emilia Dziubak – Der achtsame Tiger

„Tiger sind gefährliche Raubtiere!“ – so lautet das Vorurteil, welches sich im Dschungel hält. Dabei ist der Dschungel doch ein Ort voller bunter Vielfalt und Diversität. Es gibt Tiere, die behaupten, dass Tiger grundsätzlich grob, gefährlich und mit ihren weißen und scharfen Zähnen furchterregend seien und gar beißen würden.

Dieser Irrglaube hält sich hartnäckig, sodass der achtsame Tiger stets das Gegenteil von den Annahmen beweisen muss. Man meint, er würde mit seinen scharfen Krallen etwas aufschlitzen, doch stattdessen nutzt er sie, um das Obst für den Elefanten klein zu hacken. Als er die Eier eines Papageis entdeckt und sie im Maul hält, bringt er sie behutsam ins Nest, um sie auszubrüten. Er schleicht sie leichtfüßig an die Tapire heran, nur um ihnen einen Tanz beizubringen.

Dieses farbenfrohe Bilderbuch zeigt, dass Schubladendenken blockiert und die Tür für Chancengleichheit fest verschlossen lässt. Es ist mühsam, sich den eingeschränkten Sichtweisen entgegen zu stellen und sich immer wieder neu beweisen zu müssen. So hat der achtsame und vor allem hilfsbereite Tiger täglich alle Pfoten voll zu tun. Er achtet auf seine Dschungelgemeinschaft und ist stets mit wachem Blick da, wenn jemand seine Hilfe benötigt.

Emilia Dziubaks schafft es nicht nur einen liebvollen Tiger als Protagonisten zu erschaffen, sondern zeigt auch die Zwiespältigkeit von Annahmen. Es regt zum Hinterfragen und Reflektieren unserer eigenen Einstellungen, Auffassungen und Anschauungen. So endet das Buch mit der Überleitung zur Realität, indem junge Leserinnen und Leser angeregt werden, selbst aktiv zu werden und Achtsamkeit zu trainieren.

Macht´s gut, Kinder.
Und denkt immer daran:
Auch ihr könnt ein achtsamer Tiger sein!

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