Masayuki Sebe – Let’s count to 100!

Auf 11 Doppelseiten werden jeweils 100 kunterbunte Cartoon-Charaktere in ereignisreichen Szenarien präsentiert. Die Bandbreite reicht von Mäusen, Fischen, Maulwürfen, Katzen, Elefanten bis hin zu Autos und Häusern. Die letzte Doppelseite fasst alle Charaktere (jeweils 10)  in einem gemeinsamen Bild voll von Trubel und Kuddelmuddel zusammen. Jede Szenerie beginnt mit demselben Satzanfang „There are 100 … (fish, sheep, houses, moles, cats etc)“.

Die Tiere und Objekte werden nicht einfach nur nebeneinander gestellt, sondern laden zum Verweilen und längeren Betrachten ein. Kinder mit scharfer Beobachtungsgabe werden schon bald die winzigen Figuren in unterschiedlichen Aktionen antreffen. Da wäre eine Maus, die sich in den Schwanz einer Katze einbeißt oder eine Schnecke, die dem Maulwurf den Weg versperrt. Kleine und kurze Ausrufe wie „Hey, I’m upside down.“, „Ready, set, eat“ oder einfach nur „Yum!“ bringen weitere Erheitungsmomente mit sich. Und wer ganz genau hinschaut, entdeckt auch schnell, dass die Charaktere der vorherigen Seite auf die kommenden Objekte überleiten und auf der nächsten Seite in unterschiedlichen Begebenheiten wieder auftauchen. Hier heißt es immer: Augen auf!

Die allerletzte Seite stellt ein Quiz vor und bildet bestimmte Objekte ab, die im Buch wiedergefunden werden sollen. Mit dem Satzanfang „Did you see…“ wird der Leser gebeten zurückzublättern und einen „farting mole“ oder „the sleeping ant“ zu entdecken.

Ich bin zugegebenermaßen ein großer Fan von diesen neumodischen schnörkellosen Illustrationen. Daher bin ich von diesen Zeichnungen total gefangen und liebe es die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke der Katzen und die äußerst niedlichen Elefanten zu betrachten. Die Objekte fügen sich alle sehr harmonisch zusammen und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl die Seiten wären zu überfüllt oder könnten einen erschlagen.

Um das Zählen den jüngeren Kindern zu erleichtern, wurde die „Kraft der 10“ genutzt und die Tiere und Objekte stets in „10er Päckchen“ gepackt, abgetrennt durch verschiedene Farben oder auch kleine Hindernisse wie die Ameisen, die den Maulwürfen den Weg versperren. Auf der vorletzten Seite wird sich vorsichtig an die Multiplikation herangetastet und die Objekte in der Rechenoperation 10 x 10 darzustellen versucht.

Die deutsche Ausgabe wurde sogar in „Immer 10“ umbenannt und richtet das Augenmerk verstärkt auf die Gruppierungen und nicht ausschließlich auf das Gesamtergebnis.

In der Grundschule kann das Buch dazu genutzt werden den Zahlenraum ab 10 in englischer Sprache zu üben. Mit einem fest verankerten Platz in der English-Corner können die Schüler es vielleicht sogar in der Freiarbeitsphase mithilfe des Easy-Speak -Mikrofons als Hörbuch aufnehmen und somit das Zählen weiter festigen.

Ein sehr ansprechend gestaltetes Wimmelbuch voll von Entdeckungen!

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Pam Adams – There was an old lady who swallowed a fly

Nach der Rezension dieses Klassikers in deutscher Sprache, stelle ich euch heute das englische Pendant vor:

Die alte Dame isst für ihr Leben gern. Nach einer Fliege verschluckt sie eine Spinne, um die Fliege zu fangen. Dabei ist sie längst noch nicht satt. Und so landen in ihrem Bauch noch weitere immer größere Tiere. Kann das gut gehen? Ich glaube ihr kennt die Antwort … „perhaps she’ll die“ …

Die Aufmachung dieser Ausgabe ist kindgerecht gestaltet und fällt durch bunte und sehr knallige Farbgebungen auf. Der Bauch der alten Dame wurde ausgestanzt, sodass der Leser mit jedem verschlungenen Tier die Vergrößerung des Bauchs nachvollziehen kann.

Die Geschichte des nursery rhymes mag vielleicht etwas makaber wirken. Es steckt auch kein wirklich tiefer Sinn dahinter. Allerdings ist es ein fester Bestandteil der englischsprachigen Kultur und alle Kindergartenkinder kennen diese Geschichte. Außerdem lässt es sich gut nachspielen und pantomimisch darstellen.

Es kann als Überleitung zum Themenbereich „food“ dienen. Oder man thematisiert mithilfe der Geschichte die Gefahren des Verschluckens von nicht essbaren Dingen.

 

Passend zu Thanksgiving schluckt in diesem Buch die „old Lady“ einen Thanksgiving pie. Der ist allerdings so trocken, dass sie beschließ mit ein wenig „cider“ nachzugießen. Und da die „Thanksgiving foods“ so furchtbar lecker sind, verschlingt sie außerdem noch squashes, salad und schließlich einen riesigen „turkey“ … bis nun ja .. sie aussieht wie ein „giant balloon“.

Eine sehr humorvolle Abwandlung des Klassikers, die den Fokus auf die „Thanksgiving foods“ legt.

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Anthony Browne – How do you feel?

In diesem bunten Bilderbuch finden sich 15 unterschiedliche Gefühlszustände. Ein kleiner Affe begleitet den Leser durch das Gefühlschaos und durchlebt sie alle auch selbst. Nach der Frage „How do you feel?“, schlüpft der Affe inklusive seiner Mimik und Gestik, in den Gefühlszustand „bored“ und gähnt dabei genüsslich. Bei „angry“ stampft er wutentbrannt mit seinem Fuß auf. Anschließend blättert  er in einem Buch und „feels curious“, bis aus dem Buch eine große Schlange herauskriecht, was  den kleinen Affen zum Gefühlszustand „surprised“ wechseln lässt.

Die Bandbreite der dargestellten Gefühlszustände ist groß, wobei man sich wohl streiten kann, ob „hungry“ und „full“ ebenfalls zum Thema „feelings“ hinzugezählt werden können.

Die Mimik des Affen und die Positionierung im Bild verdeutlicht immer sehr gut, welches Gefühl gemeint ist. Oft werden die gegensätzlichen Gefühlzustände, wie z.B. „confident“ und „shy“ auf einer Doppelseite gegenübergestellt, um den Kontrast zu verdeutlichen.

Die stetig repetitive Satzstruktur „Sometimes I feel …“ lässt sich schnell einprägen und für anschließende Übungen übernehmen. Hierbei können die Kinder ein kleines Leporello gestalten, um ihre unterschiedlichen Gefühlszustände in bestimmten Situationen festzuhalten. Auf der letzten Seite im Buch finden sich alle Gefühlszustände auf einer Doppelseite als Minibildkarten, die sehr gut im Unterricht Anwendung finden können. Für regelmäßige Interviews oder als festes Ritual am Stundenanfang  lässt sich die Fragestruktur „How do you feel?“ und „I feel …“  ebenfalls sehr gut integrieren.

Gute Darstellung der Mimik und Gestik zum Thema „Gefühle“. Durch die einfache und sich wiederholende Satzstruktur eignet sich das Buch sehr gut für den fremdsprachlichen Unterricht.

 

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Robert Neubecker – Wow! School!

In einer kurzen Einführung wird dem Leser Izzy vorgestellt. Heute ist ihr erster Schultag. Der Schulbus bringt sie in die Welt der vielen bunten Bücher. Hier trifft sie auch auf andere Kinder und darf mit ihnen gemeinsam Kunst-Projekte durchführen und viel über die weltlichen Phänomene im Sachunterricht lernen.

Izzy ist von den vielen Eindrücken überwältigt und ruft in großem Erstaunen stets „Wow! Classroom!“, „Wow! Teacher!“, „Wow! Art!“, „Wow! Science!“, „Wow! Books!“ aus.

Die wimmelbilderbuch-ähnlichen Doppelseiten stellen eine kunterbunte und sehr turbulente Welt der Schule dar. Das Lernen wird spannend, herausfordernd und voll neuer Abenteuer dargestellt.

„Wow! School!“ eignet sich sehr gut als ein Buch für die English Corner, welches gemeinsam mit einem Partner „gelesen“ werden kann. Es deckt die meisten Wörter zum Themenfeld „At school“ ab und regt zum Austausch an. Im Klassenraum hängen Plakate mit unterschiedlichen Tieren, die in Erinnerung geholt werden können. Aufmerksame Betrachter werden auch schnell die Wochentage entdecken. An der Uhr kann die Uhrzeit abgelesen, die Farben auf Englisch benannt, die Zahlen rekapituliert und die Kleidung beschrieben werden.

In Partnerarbeit bietet es sich an das Spiel „I spy with my little eye..“ zu spielen. Hier wird man schnell merken, dass aufgrund der schon fast überfüllten Seiten das Finden gar nicht so einfach ist.

Die Malkreide-Zeichnungen spiegeln die Überschwenglichkeit des Mädchens und die vielen Möglichkeiten, die eine Schule für die Persönlichkeitsentwicklung bietet, sehr gut wieder. Die einzelnen Ausrufe von Izzy sind kurz und simpel und so kann das Buch bereits im ersten Schuljahr für das eigenständige Betrachten eingesetzt werden.

Ein Buch mit dutzenden Geschehnissen, geeignet für das eigenständige Betrachten, passend zur Thematik „at school“.

 

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Mies van Hout – Freunde

Mies van Hout thematisiert in ihrem neuen Bilderbuch viele Situationen einer Freundschaft und daran gekoppelt Emotionen. In Szenen von jeweils zwei Monstern wird aufgezeigt, was Freunde alles miteinander machen können. Neben spielen, rumhängen und lachen, wird auch gestritten, geheult und geschmollt. Der Umgang mit Konfliktsituationen ist ebenso Thema, wie ihre Lösung.

Wie bereits beim Bestseller „Heute bin ich“ sind es diese konsequent durchgehaltenen leuchtenden Farb-Kontraste, die den Blick des Betrachters an die Illustrationen fesseln. Auf dem schwarzen Hintergrund scheinen die großformatigen Bilder schon fast zu brennen. Diese werden von einem einzigen Verb unterstrichen und verleihen den wachsmalstiftähnlichen-Zeichnungen noch mehr an Gewicht und Bedeutsamkeit.

Die Kinder können durch das Cover und eine Impulsfrage dazu angeregt werden zu erzählen, was für sie persönlich Freundschaft ausmacht. Gewöhnlich wird jedes Kind zu diesem Thema etwas beitragen können und so kann schon auf das Buch übergeleitet werden. Hierbei können die Verben vorerst verdeckt werden, sodass die Kinder die Möglichkeit bekommen Mutmaßungen anzustellen und die Szene genauer zu betrachten. Das Bilderbuch verwirklicht den Anspruch der Sehschule durch die doch ziemlich eindeutige Darstellung der Mimik und Körpersprache der Figuren.

Neben der Wortschatzerweiterung zum Thema „Freundschaft“, bietet das Buch einen gelungenen Schreibanlass bereits für Erstklässler. Im Kunstunterricht können hierzu auf schwarzem Papier mit Wachsmalstiften Lieblingsaktivität mit dem besten Freund festgehalten werden. Im Deutschunterricht können mithilfe der Anlauttabelle bereits die ersten Wörter verschriftlicht werden. Das Bilderbuch ist für den unterrichtlichen Einsatz prädestiniert!

Ein weiteres qualitätvolles Werk Mies van Houts, das ich als sehr wertvoll erachte!

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Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Ich wär so gern … dachte das Erdmännchen

Das kleine Erdmännchen lebt im Zoo und erledigt seine Aufpasserrolle ganz gewissenhaft: nach links … geradeaus … nach rechts … geradeaus. Doch im Zoo leben auch andere Tiere, wie z.B. die starken Bären, die lustigen Schimpansen oder die mächtigen Löwen. Wie gern wäre das Erdmännchen so wie die anderen Zoobewohner… Trotz seiner verträumten Bewunderung über die Wesensmerkmale der anderen Tiere, fällt dem Erdmännchen, so wachsam wie er ist, der große dunkle Schatten sofort auf. Schnell pfeift er seine Artgenossen in ihre Erdlöcher und steht nun selber im Mittelpunkt der Bewunderung!

Ich bin ein Erdmännchenfan. Diese niedlichen Tiere könnte ich im Zoo stundenlang beobachten. Ein niedliches Exemplar hat auch Stefanie Jeschke geschaffen. Werner Holzwarth hat seinen Text an die schnellen und ruckartigen Bewegungen eines Erdmännchen angepasst und so findet der Leser viele bruchstückhafte und äußerst knappe Gedankengänge des Erdmännchen.

„Ich wär so gern …“ – Das Erdmännchen würde am liebsten in die Haut anderer Tiere schlüpfen. Stets begründet, stellt er seine Bewunderung für andere dar und merkt gar nicht, dass auch er einiges bietet, was die anderen Tiere ebenso an ihm bewundern und worauf er stolz sein kann.

Dieses Bilderbuch konzentriert sich darauf die Wesensmerkmale unterschiedlicher Tiere herauszuarbeiten. Was macht ein Erdmännchen besonders? Natürlich seine Schnelligkeit und Wachsamkeit. Es geht darum seine eigenen Stärken zu erkennen und zu wissen was man besonders gut kann. Jeder hat seine eigenen Talente und Begabungen, die es zu schätzen gilt, statt andere wegen ihrer Fähigkeiten zu beneiden.

Das Bilderbuch bietet einen tollen Schreibanlass für Grundschulkinder, die erst kürzlich im Zoo waren. „Ich wäre so gern …, weil …“ – die Vervollständigungen wären sicherlich sehr spannend und aufschlussreich. 🙂

Ein wundervoll illustriertes Bilderbuch  über die eigenen Stärken. Kinder und Erwachsene werden gleichermaßen ihre Freude daran finden. Ganz bestimmt!

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Mies van Hout – Ri-Ra-Romnibus: Lieder und Verse für die Allerkleinsten

Ri-Ra-Romnibus ist eines von insgesamt 14 Liedern und Reimen, die in diesem Sammelband präsentiert werden. Bekannte Lieder  und Reime wie „Alle meine Entchen“, „Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!“ oder „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ sind genauso vertreten wie eher ungeläufige Verse  wie beispielsweise „Gehorsamer Diener“ oder „Es drehet der Wind“.

Mies van Hout, der bereits das von mir hochgelobte Bilderbuch „Heute bin ich“ illustriert hat, interpretiert und setzt auch hier die jeweiligen Reime und Lieder in kindgerechte Zeichnungen um. Die Illustrationen weisen genügend Details auf, die zum längeren Verweilen einladen.

Die Auswahl der Reime und Kinderlieder finde ich persönlich leider nicht allzu gelungen. Von den insgesamt 14 würde ich vielleicht 4 mit meinem Kind durchsingen. Manche bringen mich einfach ins Stocken, weil zugunsten des Reims die Grammatik umgewandelt wurde oder manche Ausdrücke auch veraltet erscheinen.

Nichtsdestotrotz sind Reime  und das gemeinsame Singen besonders für die Allerkleinsten sehr bedeutsam. Die emotionale Zuwendung durch das Singen offenbart dem Kind mehr von der elterlichen Persönlichkeit und den authentischen Emotionen seines Gegenübers. Dies wirkt sich sehr fördernd auf die emotionale Bindung zwischen Kind und Elternteil aus.  Die Verbindung des Singens mit passenden Bewegungen sollte ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen. Mit entsprechenden Bewegungen werden Kinder von ihrem Entwicklungsstand abgeholt und filtern die Menge an Sinnesanregungen heraus, die sie  verarbeiten können. Nebenbei wird das Sprachverständnis trainiert und viele Sinne können zusammenwirken, um Sprache als spielerisches und kommunikatives Instrument zu erleben.

Schöne Illustrationen, geschmacksabhängige Sammlung von Kinderliedern, Reimen und Versen.

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Sybille Hein – Fritzi Mauseohr: Schwarz & kunterbunt

Fritzi Mauseohrs Welt ist kunterbunt. Seine Lieblingsfarbe ist Gemütlichkeitsgrau. Fritzis Mauseschwestern bevorzugen rot, eine Farbe, die im Bauch kribbelt. Und seine Mama schwärmt von gelb, wie die große Käsesonne. Als alle Farben verschwunden sind und die ganze Familie ein schwarz, so wie die Nacht, erblicken, werden die Mäuse kreativ. Sie verwandeln das „schwarze Riesenvieh“ mit einigen Hilfsmitteln in etwas „Kunterbuntes“.

Die Welt in bunt ist doch viel schöner! Das denkt sich Fritzis Mäusefamilie und lässt die Welt um sich herum in prächtig kunterbunten Farben erstrahlen. Dabei machen sie auch keinen Halt vor ihren Feinden und wollen unbedingt die Sonne wieder ins Mäusehaus lassen und nicht das schwarze Fell des Katers Grabsch betrachten müssen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? In diesem äußerst amüsanten, kleinen Pappbilderbuch geht es um unterschiedliche Farbtöne dieser Welt. Es werden ebenfalls Dinge abgebildet, die in dieser Farbe zu finden sind: Mausgrau, Erdbeerrot, Gurkengrün, Limonengelb und eben Katzenschwarz. Dreijährige können an das Buch anlehnend, ebenfalls ihre Lieblingsfarbe schildern und begründen, weshalb sie diese Farbe mögen und wo sie in ihrer Umwelt überall zu finden ist.

Um seine Welt im positiven Licht erstrahlen zu lassen, muss man sich zu helfen wissen. Die Mäusefamilie schreitet zur Tat und wird aktiv. Das Ergebnis ist sehr erheiternd und vergnüglich!

Fritzi Mauseohr-Fans aufgepasst! Ein erneut erheiternder Band zum Thema „knall-quietsch-bunte“ Farben.

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Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner – Lullemu, wer bist DU?

Der muntere und sehr aufgeweckte Hund Lullemu hat zwar eine sehr große Sammlung an Spielzeugen, aber dafür keine Freunde. Eines Tages macht er sich auf die Suche und stellt ganz unterschiedlichen Tieren immer ein- und dieselbe Frage: „Wollen wir Freunde sein?“. Der Hahn möchte Lullemu nur als Freund haben, wenn dieser ein prächtiges Federkleid zeigt. Das Schaf verlangt nach einem wolligen Fell. Und als schließlich ein Marienkäfer auf feine Flügeln beharrt, muss Lullemu erkennen, dass er den Bedingungen der Tiere nicht gerecht werden kann….  Und dann trifft er einen, der auch schon soooo lange auf der Suche nach einem Freund ist …

Der Aufbau und die Thematik dieses Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an das erst kürzlich rezensierte Buch „Passt das?“ von Meike Teichmann. In beiden Büchern begibt sich der Protagonist in die Tierwelt, um nach Zugehörigkeit und Freundschaft zu suchen. Dieses Bilderbuch unterscheidet sich dadurch, dass der Protagonist sich nicht von sich aus verändern möchte, sondern von seiner Außenwelt dazu genötigt wird. Als Aussenseiter möchte sich Lullemu stets anpassen und erfährt permament Ausgrenzung, Missgunst und Zurückweisung. Er kann es keinem Tier recht tun, so sehr er sich auch bemüht. Bis er eines Tages einen seinesgleichen findet.

Dieses Bilderbuch behandelt das Thema Freundefinden sehr spielerisch. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt. Die Traurigkeit Lullemus kommt nur dezent zum Vorschein. Es zeigt, dass wahre Freundschaft an keine Bedingungen geknüpft sein sollte. Bei wahren Freunden soll man sich so geben können, wie man tatsächlich ist, ohne sich verstellen zu müssen.

 

Eine bunte Geschichte vom Freundefinden.

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Willy Puchner – Ein Hase auf Reisen

Billy ist ein roter Stofftierhase, der nachts große Reisen durch die ganze Welt unternimmt. Er lauscht mit einer Ratte dem Summen der Bienen, streichelt eine große Spinne am Strand oder beobachtet zwei liebenswerte Ungeheuer. Schließlich begegnet er Dilly, einer roten Hasendame, mit der er fortan gemeinsam neue Abenteuer erlebt.

Willy Puchner hat als Lehrer an einer Kunstschule gearbeitet und danach Philosophie studiert. Beides spiegelt sich in diesem Bilderbuch wider. Es ist vor allem die Absurdität, die die Abenteuer des kleinen Hasen beherrscht. In ein- und demselben Raum werden unterschiedliche Wunschszenarien dargestellt, die nur so vor Illusion strotzen. Schließlich geht es um Träume, weltliche Reisen aber auch Reisen zu sich selbst und natürlich Liebe. Sowohl die Bilder, als auch die kurzen Kommentare offenbaren einen Schleier, der mehr versteckt, als er durchschimmern lässt. Dieses Bilderbuch lässt Fragen entstehen, die nicht sofort beantwortet werden können. Man kommt ins Grübeln.

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch oder Sammlerstück für kunstliebende Erwachsene. Für Kinder ist es nicht wirklich empfehlenswert. Das i-Tüpfelchen ist das beigelegte Poster meines Lieblingsmotivs (siehe unten) in der Größe 297 x 210 mm, welches nun in einem Bilderrahmen über meinem Arbeitsplatz hängt.

Anders, bizzar, eigenwillig, faszinierend,  in Erinnerung bleibend.

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