Brigitte Endres und Joelle Tourlonias – Hallo, ich bin auch noch da!

Brigitte Endres - Hallo, ich bin auch noch da!

Das kleine Chamäleon lebt mit vielen anderen Tieren in einer Zoohandlung. Jeden Tag aufs Neue versucht es die Besucher auf sich aufmerksam zu machen, rollt sein Schwänzchen zu einer hübschen Schnecke und ruft: „Hallo, ich bin auch noch da!“ Aber keiner sieht es, keiner hört es. Das kleine Chamäleon wird immer übersehen.
Eines Tages reicht es dem kleinen Tier und es klettert unbemerkt aus dem Terrarium. Ganz traurig und mutterseelenallein läuft das Chamäleon durch die turbulenten Straßen. In einem Park entdeckt es ein blasses Mädchen, das darauf wartet auch einmal schaukeln zu können. Auf ihr Rufen hin „Hallo, ich bin auch noch da!“, wird sie von den anderen Kindern nicht gehört und weiterhin ignoriert. Keiner sieht sie, keiner hört sie – nur das kleine Chamäleon weiß, wie es sich anfühlt nicht beachtet zu werden.

„Hallo, ich bin auch noch da!“ ist ein bewegendes Bilderbuch rund um das Thema Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. Die beiden vorerst namenlosen Figuren können sich nur schwer behaupten und bleiben stets im Hintergrund. Sie werden von ihrer Unsicherheit überschattet und von den anderen verdrängt. So spielt die Illustratorin zu Beginn der Geschichte mit gedämpften, düsteren Farben. Um die Distanz zum Geschehen zu verringern, werden viele Begebenheiten aus der Froschperspektive gezeigt. Der Leser fühlt somit mit dem kleinen Chamäleon mit und wird emotional auf bildnerischer Ebene einbezogen.

Erst als die beiden Protagonisten sich begegnen, hellen die Farben auf und dem Leser wird der Name des Mädchens verraten. Camée lässt es sich nicht nehmen, dem kleinen Tier ebenfalls einen Namen zu geben und tauft es ganz passenderweise auf „Leon“. Hier wird die Zusammengehörigkeit der beiden Figuren deutlich. Dieses Zusammentreffen verleiht dem Mädchen Mut und zeigt, was Freundschaft bewirken kann. Auf dem abschließenden Bild wird dem Leser ein glückliches Duo präsentiert – schwebend auf einer Schaukel, umspielt von einer leichten Brise.

Hallo ich bin auch noch da
weiterarbeit
Im Kunstunterricht lassen sich die Farben in Bezug auf unterschiedliche Stimmungen (warme – kalte Farben)  und evtl. die Vogel- und Froschperspektive thematisieren. Die verschiedenen Gefühlslagen eignen sich hervorragend zur Realisierung in Form von Standbildern. Eine Adjektivlandkarte zu den Stimmungen vor und nach dem Zusammentreffen kann als Hilfestellung hinzugezogen werden.
Freundschaft kann dem Selbstbewusstsein Flügel verleihen – zusammen sind wir stark!

Hallo, ich bin auch noch da!

(bei amazon.de)

Tina Kraus – In Liebe verpackt: 180 Geschenkverpackungen für jede Gelegenheit

In Liebe verpackt

Sorgfältig gestaltete und liebevolle Verpackungen verraten sehr viel über den Schenker. Sie zeigen, dass man sich viele Gedanken gemacht hat und bereit war Zeit und Mühe zu investieren.

Tina Kraus vereint in diesem Buch 180 abwechslungsreiche Ideen zu unterschiedlichen Geschenkverpackungen, je nach Anlass variiert. Nach der Darstellung der Basics, wird thematisch unterschieden zwischen „romantisch“, „klassisch & elegant“, „farbenfroh“ oder „glamourös“. Aber auch Geschenkverpackungen für Kindergeburtstage, Geschenke aus der Küche, zur Hochzeit und zu Weihnachten werden unter die Lupe genommen. Neben Skizzen werden die einzelnen Schritte in Form von Fotografien abgebildet. Sehr hilfreich waren für mich die Verpackungsvariationen von runden Geschenken, Flaschen oder ganz unförmigen Schachteln. Die Bandbreite reicht dabei von sehr aufwendigen bis relativ schnellen Verpackungsideen. Auch die vielfältigen Schleifenvariationen machen viel her und verleihen dem Geschenk eine besondere, persönliche Note. Bei einigen Vorschlägen fehlten mir jedoch auf den Fotos Zwischenschritte, um das Falten und das weitere Vorgehen besser nachvollziehen zu können. Die Zusatzmaterialien in Form von Tortenspitze, Origami-Sternchen, Stoffen, Tüll oder auch Windrädchen inspirieren zu eigenen kreativen Geschenkideen. Durch die Einbindung von Stempeln und Washi Tapes lassen private Botschaften integrieren. Zwischen den einzelnen Kapiteln wurden sehr inspirierende Seiten mit der Überschrift „Weitere Ideen“ eingeschoben. Hier finden sich Abwandlungen der Grundideen, die durch feine Ergänzungen eine große Wirkung erzielen.

Selbst gefaltete Kissenschachteln sind wunderbare Hüllen für Elterngeschenke zu Weihnachten oder zum Muttertag. Auch die Vorschläge zu selbst gefalteten Schachteln lassen sich schnell und einfach realisieren, auch schon von Kindern ab dem 3. Schuljahr. Die Pyramidenschachteln haben wir erst kürzlich für unsere Anhänger aus Ton gefaltet.

In Liebe verpackt

Variationsreiche Geschenkverpackungen in unterschiedlichen Schwierigkeitslevels

In Liebe verpackt: 180 Geschenkverpackungen für jede Gelegenheit

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Das Buch wurde mir zu Rezensionszwecken von www.bloggdeinbuch.de und Edition Michael Fischer zur Verfügung gestellt.

Jakobine Wierz – 20 x Werken für 90 Minuten: Klasse 3/4

20x Werken für 90 Minuten

Das Erproben von Materialien im Hinblick auf räumliche Wirkungen ist eine im Lehrplan NRW fest verankerte Kompetenzerwartung im Fach Kunst. Der Entwicklung von Gestaltungstechniken des Plastizierens und die Handhabung unterschiedlicher Materialien und Werkzeuge wird ein großes Gewicht beigemessen.

Hier sollte trotz der größeren Verletzungsgefahr nicht davor zurückgeschreckt werden den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben Grunderfahrungen im Umgang mit Werkzeugen zu sammeln. Das sachgerechte Arbeiten mit Säge, Hammer und Nagel sollte den Kindern auch in der Grundschule nicht vorenthalten werden.

Dieses Buch berücksichtigt kleine Projekte mit verschiedenen Grundmaterialien, die in 90 Minuten realisiert werden können. Es gliedert sich in sieben Kapitel, die jeweils einem Material gewidmet sind: Ton, Gips, Stein, Draht/ Metall, Seife, Wachs und Holz. In allen Kapitel wird erfreulicherweise mit einem einfachen und anspruchsvollen Projektvorschlag eingestiegen, so dass die Lehrkraft die für die Lerngruppe passende Möglichkeit auswählen kann.

Positiv hervorzuheben sind die genau bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Der ergänzende Text hilft bei der erfolgreichen Umsetzung der Aktivitäten. Im Vorwort werden außerdem einige mögliche Bewertungskriterien für das plastische Gestalten formuliert. Zu Beginn jedes Kapitels werden sehr hilfreiche Tipps in Bezug auf die Arbeit mit dem jeweiligen Material gegeben.

Die 20 Kurzprojekte sind besonders für fachfremd Unterrichtende zu empfehlen. Dieses Buch gibt Sicherheit und zeigt sehr kleinschrittig den Weg zu schnellen Erfolgen im plastischen Gestalten. Neben Kerzengießen zur Weihnachtszeit, finden sich hier weitere tolle Ideen wie Seifenskulpturen, Kerzenhalter aus Draht oder Seifenkugeln. Wir haben beim Adventsbasteln den Vorschlag „Ausgestochene Geschenkanhänger“ und „Obstschälchen“ ausprobiert. Parallel zum Sachunterrichtsthema „Weihnachtsgewürze“ haben wir als Weihnachtsgeschenk für die Eltern Seifenkugeln mit Gewürzen geformt. Andere Projekte warten darauf baldmöglichst auch realisiert zu werden.

20x Werken für 90 Minuten

Bezaubernde Vorschläge zu vielen unterschiedlichen Materialien im Bereich „plastisches Gestalten“.

20 x Werken für 90 Minuten – Klasse 3/4: Kurze Projekte für schnelle Erfolge

(bei amazon.de)

Gwen Botka und Jennifer Richmond – Ohne Arbeitsblatt geht’s auch!

Ohne Arbeitsblatt geht's auch

„Ohne Arbeitsblatt geht’s auch 2“ ist der Fortsetzungsband vom Methodenhandbuch mit 40 neuen abwechslungsreichen Alternativen zum Arbeitsblatt, um Lernwege zu dokumentieren und Wissen zu festigen. Dieses Buch dient als Inspirationsquelle und Gedankensprungbrett für Lehrkräfte an Grundschulen und enthält viele Gestaltungsmethoden, die die Kinder zum selbstständigen Arbeiten anleiten und ein schönes Präsentieren ermöglichen. Vor allem erhöhen die abwechslungsreichen Arbeitsergebnisse bei Kindern die Motivation, die Arbeitsmoral und die Achtsamkeit gegenüber Materialien.

Jede Anregung wird auf einer Doppelseite dargestellt. Neben der Beschreibung des Vorgehens zeigen zahlreiche beispielhafte Illustrationen wie das Endergebnis zu unterschiedlichen Themen aussehen könnte. Zur Gestaltungsmethode „Brettspiele“ werden sieben mögliche Spielbretter präsentiert, die sich in ihrer Form und Spielgestaltung unterscheiden. Die Kinder können sich von den Beispielen inspirieren lassen und anschließend für das eigene Lerncenter oder die Freiarbeitsecke ein Spiel zur Festigung des aktuellen Lerninhalts gestalten. Im Anhang finden sich einige passende Kopiervorlagen und auch Schritt-für-Schritt Anleitungen für die Kinderhand.

Der Gestaltungsvorschlag „Müslischachtel“ ist in meiner Klasse beim Thema „Dinosaurier“ sehr gut angekommen. Jedes Kind entwarf eine eigene Schachtel aus einem Pappkarton, gestaltete die Außenfläche und ergänzte den Inhalt durch Zeitleisten, Dino-Kartenspiele oder Flyer. Hierbei haben wir mehrere Gestaltungsmethoden kombiniert und die Kinder arbeiteten sehr motiviert über einen längeren Zeitraum an ihrem Produkt. Die Präsentationen waren dementsprechend sehr gelungen und es floss sehr viel Wissen und Fleiß in die Arbeit. Nach der Ausstellung konnten sie es kaum erwarten ihre „Müsli-Dino-Schachtel“ auch zu Hause zu präsentieren.

Ohne Arbeitsblatt geht's auch 2

Abwechslungsreiche Aufgabentypen, die das Lernen im Klassenzimmer auffrischen und Kinder zu Gestaltern ihrer Arbeitsmaterialien machen. Sehr empfehlenswert!

Ohne Arbeitsblatt geht’s auch – Band 2: Mehr praktische Alternativen zum Arbeitsblatt

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Julie Fogliano und Erin E. Stead – Wenn du einen Wal sehen willst

Wenn du einen Wal sehen willst

Rezension
Wenn du einen Wal sehen willst , brauchst du vor allem Zeit, Ruhe, Durchhaltevermögen und ein wenig Glück. Dabei darfst du dich von deiner Umgebung nicht ablenken lassen, nicht von der duftenden Rose, auch nicht vom vorbeifahrenden Segelboot, nicht von den dasitzenden Pelikanen oder der kriechenden Raupe und auch nicht von den vorbeiziehenden Wolken. Richte beide Augen aufs Meer … und warte … und warte … bis vielleicht eines Tages ein Wal auftaucht.
 
Das Bilderbuch von Julie Fogliano entschleunigt den oftmals hektischen Alltag. Es ist sehr ruhig, poetisch und richtet die Aufmerksamkeit der Betrachter auf die kleinen Dinge im Leben, die einen umgeben. Es umschmeichelt das Phänomen der Tagträumerei. Hier ist es erlaubt sich in eigenen Gedanken und Fantasien zu verlieren. Der Text ist philosophisch angehaucht und eignet sich sehr gut dazu, um mit den Kindern gemeinsam zu philosophieren.

Die begleitenden, in Pastelltönen gehaltenen Illustrationen sind sehr minimalistisch und animieren dazu die weißen Flächen selbst auszufüllen.

Mein Neffe liebt dieses Bilderbuch und möchte es seit Wochen immer abends vorgelesen bekommen. Er kommt  sehr gut zur Ruhe und hat nun einen neuen Berufswunsch: Forscher werden!

Blick ins Buch
Wenn du einen Wal sehen willst
Fazit
Ein ruhiges, poetisches Bilderbuch.

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Guido van Genechten – Ben der Schneemann…: Können wir nicht teilen?

Ben der Schneemann...können wir nicht teilen

Ben lebt im Eisland. Dort gibt es das ganze Jahr über Schnee und unzählig viele Schneemänner. Es gibt sie in allen Formen und Farben. Manche halten einen Besen oder einen Ast in der Hand, einige tragen einen Schal und alle haben etwas auf dem Kopf, mal ist es ein Zylinder, mal ein Strohhut oder auch einfach eine Blechdose. Während Ben und seine Freunde eine heitere Schneeballschlacht veranstalten, erblicken sie in der Ferne Dimitri. Er sieht sehr traurig aus und hat vor allem einen kahlen Kopf.

Er hat seine Heimat verlassen und erzählt den Schneemännern seine traurige Geschichte. Ben ist von der Erzählung sehr gerührt und leiht aus Mitgefühl Dimitri seine eigene Mütze. Als Dimitri auch nach zehn Tage die geliehene Mütze nicht zurückgibt, entschließt sich Ben freundlich nachzuhaken. Doch Dimitri ist nicht bereit die Mütze wieder herzugeben. Ganz enttäuscht wendet sich Ben an seinen besten Freund. Wird die Gemeinschaft der Schneemänner für Ben eine Lösung finden können?

Guido van Genechten hat in der Fortsetzungsgeschichte vom freundlichen Schneemann Ben das Teilen in den Fokus der Geschichte gestellt. Die Aufbereitung ist sehr kindgerecht und wird sicherlich jedem Kind bekannt vorkommen. Kinder behalten gerne etwas, was ihnen gefällt.

Dimitri fühlt sich mit der geliehenen Mütze so wohl, dass er sie nicht mehr zurückgeben möchte. Das Problem wird in diesem Bilderbuch sehr feinfühlig angegangen. Die Gemeinschaft berät und findet schließlich die ideale  Lösung für beide Parteien. Erfreulicherweise wird keiner beschuldigt oder verurteilt. Im Vordergrund steht ausschließlich ein für alle zufriedenstellender Ausgang.

Jede Bilderbuchseite ist in eine winterliche Landschaft getaucht. Die Freude auf das Rodeln und eine Schneeballschlacht mit den Lieben erhöht sich mit jeder Illustration!

Ben der Schneemann ...Können wir nicht teilen?
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Im Kunstunterricht lässt sich die große Bandbreite der äußerlichen Erscheinungsformen der Schneemänner sehr gut mit Wasserfarben realisieren. Die Kinder können ganz individuell gestaltete Schneemänner im verschneiten Eisland platzieren. Die letzte Seite gibt einen guten Überblick über die unterschiedlichsten Kopfbedeckungen und kann zur Differenzierung als Ideenpool genutzt werden.
 Ein entzückendes Winter-Bilderbuch!

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Julie Bind und Michael Derullieux – Der nette böse Wolf

Der nette böse Wolf

 An einem Wintermorgen wird der große böse Wolf aus dem Schlaf gerissen. Seine Kleinen sind am Verhungern. So macht sich der böse Wolf auf den Weg etwas Essbares für die kleinen Wölfe zu suchen. Schon bald sichtet er mehrere wehrlose Tiere, wie z.B. ein Kaninchen, eine Ziege oder ein Rentier.

Doch alle bitten den Wolf um Erbarmen und beteuern, dass sie sich lediglich in die Kälte hinaus getraut haben, um etwas Gutes zu tun. Der böse Wolf verspürt Mitleid und lässt eines nach dem anderen wieder frei. Gleichzeitig ärgert er sich über sein großes Herz und wehrt heftig die Dankesreden ab. Schließlich ist er der große böse Wolf.

Als ihm ein warmer und köstlicher Geruch die Nase kitzelt, macht er sich großen Schrittes Richtung Dorf. Welches Opfer wird den Hunger seiner kleinen Wolfskinder stillen?

Das Weihnachtsessen gehört für viele Kinder zu den alljährlichen Festtagsvorbereitungen. In diesem stimmungsvollen und humorvollen Bilderbuch wird das Thema „Mitgefühl“ und „Nächstenliebe“ sehr zugespitzt angegangen. Der böse Wolf entpuppt sich durch unterschiedliche Begebenheiten als ein herzensgutes Tier, was so gar nicht seinem Image entsprechen will.

Dem Familienzusammenhalt wird ein großes Gewicht beigemessen. Alle Beteiligten betonen ihren ausgeprägten Familiensinn und die damit verbundene Verantwortung. Für die Kinder ist es äußerst amüsant zu sehen, wie sich der Wolf über die Komplimente der anderen Tiere ärgert. Die rhetorische Frage zum Schluss regt zum Diskutieren und Erzählen an. Das Abschlussbild versetzt alle Beteiligten unweigerlich in eine richtig wohlige Weihnachtsstimmung. So kann das alljährliche Festtagsessen im Familienkreis kommen!

Der nette böse Wolf
Amüsant und herzerwärmend!

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Regina Schwarz und Julia Dürr – Flitze-freche Zungenbrecher

Flitze-freche Zungenbrecher

Kleines, krankes Krokodil
kriegt ein Knuspereis am Stiel,
um den rauen, roten Rachen
schnurstracks schnell gesund zu machen.

Schon der Titel macht deutlich, wie dieses witzige Zungenbrecher-Buch von Regina Schwarz funktioniert. Hier werden insgesamt 21 flotte Zungenbrecher für wahre Sprachverbrecher präsentiert. Die Zungenbrecher, oft in Form von Stabreimen oder alliterierenden Versen, laden zum Nachdichten ein.

Auch manch ungewöhnliches und den Kindern vielleicht zunächst unbekanntes Wort, wie z.B. „grausig“, „verwinden“ oder „umtosen“ kann Neugierde wecken und ganz nebenbei die Erweiterung des Wortschatzes fördern. Die kreative Sprachproduktion sensibilisiert die Kindergarten- und Grundschulkinder für den Aufbau der deutschen Sprache. Zur schöpferischen Sprachproduktion regen außerdem die zahlreichen Komposita („blütenfrische Brillenputztücher“, „Bratwurstbudenbär“) an und ganz nebenbei wird die Artikulationsfähigkeit von Eltern und Kindern trainiert.

Dieses Bilderbuch zeichnet insbesondere der in jeder Zeile geballte Sprachwitz in Kombination mit den urwitzigen Illustrationen aus. Die skurrilen Bilder verstärken die Botschaft und laden zum weiteren Entdecken ein, wenn es beispielsweise darum geht die Mücke auf jeder Doppelseite zu finden, die den Leser durch das Buch begleitet.

Für einen silbenorientierten Schriftspracherwerb bietet dieses Bilderbuch einen großen Fundus an außergewöhnlichem Wortmaterial, das so keine Fibel oder Erstleserbuch bieten kann. Die Fülle und die Leichtigkeit ist beeindruckend. Ein tolles Weihnachtsgeschenk, das Erwachsenen und Kindern einige witzige Stunden bescherren wird.

Flitze-freche Zungenbrecher
Ein vergnügliches Bilderbuch mit einer spielerisch lustvollen Entdeckung der deutschen Reimsprache.

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Philip Waechter – Kuchen bei mir

Kuchen bei mir

Das kleine Schweinchen sitzt am Küchentisch und verfasst einen Einladungsbrief an seinen Freund. Per Flaschenpost schickt er das Schreiben weit über das Meer Richtung Strand. Es wird von einem Wal auf den richtigen Weg gebracht und schwebt ungehindert an einem Fischerboot vorbei. Am Strand fischt sein Freund es gleich aus den Fluten heraus und packt gleich seine Sachen. Er geht auf die Bitte seines Freundes ein und besorgt auch flugs einen Becher Schlagsahne. Schließlich soll es beim Schweinchen Kuchen geben.

Philip Waechter’s  Thematisierung der Flaschenpost ist in der heutigen digitalisierten Welt schon fast nostalgisch angehaucht. Die Reise der Flaschenpost entschleunigt die Kommunikationsebene und zeigt auf, wie groß die Freude sein kann eine Botschaft auf diesem Wege zu erhalten.

Der Text besteht ausschließlich aus dem Inhalt dieses Einladungsschreibens. Es wird die höfliche Anrede, der eigentliche Brieftext mit Einbindung der Erkundigung nach dem Wohlbefinden des Gegenübers und schlußendlich der Abschiedsgruß miteinbezogen. Die vertraulichen Anredepronomen (hier „Du“, „Deine“) werden groß geschrieben. So finden sich hier alle Zutaten zum Aufbau eines Briefes.

Während die einzelnen Zeilen des Brieftexts auf jeder Doppelseite links platziert sind, befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite die jeweiligen Stationen des Briefweges. So wird auch inhaltlich auf den Brief eingegangen und gezeigt wie der Freund seinen Rucksack packt und dort eine Zahnbürste herausragt. Schließlich heißt es im Brief:

Dann vergiss Deine Zahnbürste nicht!
Die meisterhaften Illustrationen unterstützen den ruhigen Aufbau und lassen den Leser sich über den Weg der Flaschenpost erfreuen, die letztendlich zwei Menschen zusammenführt, die sich gern haben.
Kuchen bei mir

Material

Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend zur Thematisierung der einzelnen Zutaten von Briefen, insbesondere von Einladungsschreiben. Anschließend wäre eine Einrichtung eines Klassenbriefkastens in Form von einzelnen Fläschchen  für jedes Kind möglich. So kann die Flaschenpost kommen!

Flaschenpost

Ein wunderbar ruhiges Bilderbuch über die Freude an entschleunigten Kommunikationsmitteln und der Freundschaft.

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Paul Friester und Philippe Goossens – Heule Eule: Nein, ich lasse niemand rein!

Heule Eule

Im zweiten Band des erfolgreichen Vorgängers geht es um die stets wachsende Autonomie und aber auch den einzigartigen Bund zwischen Mutter und Kind. Mama Eule möchte los und Heule Eules Lieblingsessen holen. Sie rät ihr eindringlich brav zu sein und niemanden hereinzulassen. Während  Heule Eule noch ganz vertieft in ihr Lieblingsmärchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ ist, klopft es schon an die Höhlentür.

Ganz pflichtbewusst hält sich Heule Eule an die Abmachung mit der Mama Eule und lässt keinen herein – auch nicht die eigene Mutter. Auch das Eichhörnchen und der Käfer können Heule Eule nicht überzeugen. Durch die ganze Aufregung fließen bei der kleinen Eule erneut Krokodilstränen. Erst der schlaue Rabe hat einen cleveren Rat…

Dieses kleine alltägliche Problem werden viele aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Das erste Mal ganz alleine zu Hause zu bleiben ist mit einigen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Die Einbindung eines „Märchens im Märchen“ ist ein ausgeklügeltes stilistisches Mittel. Sofern den kleinen Zuhörern das Märchen bekannt ist, werden sie sich nicht wundern warum Heule Eule nicht die Tür öffnet.

Die Illustrationen von Philippe Goossens sind genauso herzerwärmend wie im ersten Band. Vereinzelte Charaktere tauchen erneut auf und bleiben ihren zugeschriebenen, charakteristischen Eigenarten treu. Der Hirschkäfer ist wie gewohnt mürrisch und motzig. Zum Glück kann Mama Eule ihr Kind dann doch persönlich trösten und die Madentüte überreichen. Es gibt also doch einen unsichtbaren Schlüssel zum Herzen.

Heule Eule
Aus jeder Begebenheit und Erfahrung lässt sich eine prägende Lehre ziehen!

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