David McKee – Elmar

Elmar

Elmar ist kein grauer Elefant, wie alle anderen Elefanten in seiner Herde. Er ist anders. Er ist bunt kariert und bringt seine elefantenfarbenen Zeitgenossen immer zum Lachen. Doch genau das macht ihn eines Tages nachdenklich: „Ein karierter Elefant – wo gibt’s denn so was? (…) Kein Wunder, dass sie über mich lachen.“ Er beschließt sich den anderen anzupassen. Das Gefühl nicht mehr aus der Masse herauszustechen und genauso wie die anderen zu sein, missfällt Elmar schon sehr bald, sodass er sich wiederholt etwas Schelmisches ausdenkt, was ganz seinem Naturell entspricht!

Elmar hat sich zum zeitlosen Klassiker unter den Bilderbüchern gemausert und das zu recht! Die Thematik „Anderssein“ und „Einzigartigkeit“ wird in diesem Werk des britischen Kinderbuchautors nicht zuletzt durch die äußerst gelungene und farbenfrohe Darstellung des sehr symphatischen Elefanten bildlich hervorgehoben. Jedes Kind erkennt auf Anhieb, dass Elmar anders ist und nicht nur durch seine äußere Erscheinung glänzt, sondern auch durch seine Individualität. Diesen Punkt finde ich besonders erwähnenswert. Das Bewusstsein über die Stärken jedes Individuums steht hier im Mittelpunkt und Elmar zeigt auf eine sehr humorvolle Weise, dass man sich nicht verstellen sollte, nur um so zu sein, wie alle anderen.

Farbe bekennen und sich als Person akzeptieren, diese Botschaft vermittelt der freundliche und buntkarierte Elefant. David McKee hat eine Figur geschaffen, die im Gedächtnis bleibt und durch viele weitere Abenteuer weiterhin die jungen Leser begeistern kann.

Elmar

Material

Was bietet sich zu diesem Bilderbuch mehr an, als den buntkarierten Elefanten mithilfe der Reißtechnik im Kunstunterricht  darzustellen?  In der Schuleingangsphase kann ein Umriss eines Elefanten als Vorlage sehr hilfreich sein.

Ein entzückendes Bildbuch über einen ungewöhnlichen Elefanten, der seine Einzigartigkeit umarmt.

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Nikola Huppertz – 3, 2, 1 – Schulstart! Quinns abenteuerlicher erster Schultag

3, 2, 1 - Schulstart

Quinn ist ganz aufgeregt, denn schließlich wird er heute eingeschult. Seinen Sterne-und-Planeten-Ranzen hat er bereits auf dem Rücken und die Astronauten-Schultüte in der Hand. Mama, Papa, Oma und Opa begleiten ihn und schultern bereits die Fototasche. Quinns großer Tag ist da!

Als Quinn noch in der KiTa war, hatte er einen Weltraumlift mit dem er sich in die Raumstation begab. Damit suchte er das Weite, so wie auch an diesem Morgen. Als die gesamte Familie zur Schule aufbricht, entschwindet Quinn dem Trubel und saust mit seinem Space Shuttle durch das Buchstabengewimmel. Im intergalaktischen Buchstabenfeld erlebt er so manches Abenteuer und trifft für ihn bisher unbekannte  Astronauten. Als er im Weltall eine ihm funkelnagelneue Welt voller Rätsel und Geheimnisse entdeckt, beschließt er zu landen, um sie zu erforschen.

Der Schulanfang ist für Kinder ein großer Schritt in mehr Selbstständigkeit. Hier beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Der Eintritt in den „Ernst des Lebens“ ist mit Aufregung, Nervosität und doch Vorfreude auf den ersten Schultag verbunden. Vielen Kindern hilft es, wenn sie auf die neue und ihnen bis dato unbekannte Situation vorbereitet werden. Bilderbücher können einen kleinen Einblick in das Schulleben geben und somit Ängste und Unsicherheiten nehmen.

Der kleine Quinn entflieht seiner Angst und Aufregung in ein für ihn bekanntes und gewohntes Terrain, den Weltall. Hier fühlt er sich sicher und kann ohne „panische Panik“ in den ersten Schultag starten. Leider erfährt der Leser nur wenig von der Einschulung, denn der Hauptteil des Bilderbuchs konzentriert sich auf die Abenteuer im Weltall. Daher ist der Titel und auch das Titelbild leider etwas irreführend. Lediglich die Rakete im Hintergrund deutet den etwas anderen Schulstart an.

Erwachsene werden die versteckte Botschaft schnell durchschauen können, allerdings ist es schwierig den Kindern den plötzlichen Ausflug Quinns ins Weltall zu erklären. Daher ist dieses Buch nur begrenzt zur Sorgenmilderung zu empfehlen. Es ist eher für kleine Weltall- und Astronauten-Fans geeignet.

3, 2, 1 - Schulstart

Material

Was ist für Kinder an diesem Tag bedeutsamer als ihre Schultüte? Dies ist erfahrungsgemäß auch die am häufigsten gestellte allererste Hausaufgabe: Male deine Schultüte und ihren Inhalt!

Schultüte

Jungen als Operator- und Commando-Anbeter werden sich mit diesem Bilderbuch identifizieren können.

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Antonie Schneider und Susanne Straßer – Herr Glück & Frau Unglück

Herr Glück & Frau Unglück

Rezension

Als Frau Unglück einen neuen und dazu noch äußerst netten Nachbarn bekommt, ist sie darüber gar nicht begeistert. Sie liebt nämlich kahle Bäume, Spinnennetze, Ziegen und Kakteen. Jeden Tag aufs Neue begrüßt der Nachbar jedoch die strahlende Sonne, den aufgehenden Mond und die leuchtenden Sterne. Er pflanzt Sonnenblumen im Garten und ist immer von Glücksschweinen umgeben. Doch als der lebensfrohe Nachbar sich bei Frau Unglück auch noch vorstellen möchte, knallt sie ihm entschieden vor der Nase die Tür zu. Nun ist für Frau Unglück höchste Zeit den Nachbarn endlich loszuwerden und so schmiedet sie einen Plan und schickt ihm Ungeziefer, Vogelscheuchen und Maulwürfe. Und was macht Herr Glück? „Er freut sich über die schwarze Katze von nebenan, den Maulwurf, die Raupe …“ Und ruft aus: „Wie schön das Leben doch ist!“

Ist diese Lebensfreude womöglich doch ansteckend?

Die Illustratorin Susanne Straßer bedient sich in ihren collageähnlichen Bildern vieler klischeehafter Kontraste. Während Herr Glück stets von Kleeblättern, Marienkäfern, Hufeisen, Glücksschweinen und Sonnenstrahlen umgeben ist, hängen über der Hausnummer 13 von Frau Unglück schwere, dunkle Regenwolken. Im Garten ist kein Zeichen von Leben zu finden und die schwarze Katze symbolisiert eindeutig ihren Pessimismus. Der falsch angebrachte Hufeisen veranschaulicht deutlich ihre negative Weltsicht und Lebenseinstellung. Diese einzigartige Zusammenstellung der einzelnen Elemente in den Bildern weckt ganz offensichtlich die Entdeckerfreude. Diese flächigen und karrikierenden Illustrationen spielen äußerst gekonnt mit dem Geschichtenrahmen.

Die Thematik des Bilderbuchs fokussiert auf zwei sehr unterschiedliche Lebensansichten, gleich dem Motto: „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“ Schließlich wird man als Leser anhand des Geschichtenverlaufs schnell erkennen können, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Es liegt in der eigenen Hand wie man sein Leben gestaltet und die Begebenheiten sieht. Das ist eine sehr schöne Quintessenz, die  nicht früh genug vermittelt werden kann.

Doch auch die angeschnittene Hilfsbereitschaft, Offenheit und Zuvorkommenheit sind wichtige Stützen dieses Bilderbuchs. Auch Erwachsene dürfen sich übrigens diesen Kerngedanken gerne öfter mal in Erinnerung rufen. So habe ich dieses tolle Buch bereits einige Male verschenkt  😀

Blick ins Buch

Herr Glück & Frau Unglück

Fazit

Das Glücklichsein kann man teilen, man muss sich nur trauen sich anstecken zu lassen.


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Holger Haag und Manfred Rohrbeck – Hör mal, das Meer lebt!

Hör mal, das Meer lebt!

Das Meer wird oft mit Dunkelheit und Unheimlichkeit assoziiert und doch fasziniert es viele Menschen. Was verbirgt sich tatsächlich in der endlosen Tiefe? Diese Sound-Sachbuchreihe aus dem Coppenrath Verlag versucht etwas Licht ins Dunkle zu bringen.

Auf einer Weltkarte werden zunächst die Meeresbewohner, nach ihrem Lebensort sortiert, dargestellt. Wer lebt in der Nordsee, im Mittelmeer, Atlantik oder auch im Nordpolarmeer? Besonders gelungen ist die Begründung für den strukturierten Aufbau des Sachbuchs. Denn welche Tiere  und Pflanzen wo leben, hängt davon ab, wie tief und wie warm das Wasser ist. Und so erfahren die jungen Lesen auf den darauffolgenden Seiten mehr über die Meeresbewohner und ihre besonderen Lebensumstände. Die abgebildeten Tiere sind stets mit einer Bezeichnung versehen, sodass zahlreiche Namen für die unterschiedlichsten Tiere zusätzlich erlernt werden können.

Neben der  ansprechenden, farbenfrohen und nicht allzu überladenen Seitengestaltung, ist der besondere Clou dieser Sachbuchreihe der Einbau des „Sound-Buttons“. Mit insgesamt sieben Geräuschen können die Kinder einzelne Tiere auf Knopfdruck hören. Mal ruft eine Silbermöwe, mal heult ein Seehund, mal stimmt ein Orca mit seinem Gesang ein. Das Wellenrauschen rundet schließlich das wundervolle Sinnerlebnis ab. Die entsprechenden Symbole sind im ganzen Buch verteilt und reagieren auf Druck, wobei man hier als Elternteil eventuell nachhelfen müsste. Die Geräusche sind echt und von der Lautstärke für Kleinkinder angemessen.

Vielleicht werden schon bald manche junge Zuhörer zur Geräuschimitation angeregt und so ihr Stimmorgan weiter ausprägen…

Hör mal, das Meer lebt!

Material

Zur Förderung des genauen Lesens und des entdeckenden Lernens:

Quiz Hör mal das Meer lebt

Eine spannende und gelungene Einbindung des zusätzlichen Sinns „Hören“ in Verbindung mit vielen wertvollen Informationen über unsere Meeresbewohner.

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Maria Theresia Rössler und Brunella Baldi – Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Eine schwarze Katze, die einem König vor vielen, vielen Jahren den Weg kreuzte und ihn so zum Stolpern brachte, war der Auslöser zur nun fest verankerten Regel „Links vor rechts bringt Schlechtes“. Seit diesem Tag herrscht im Königreich Linksverbot. Alle Aufgaben sollen ausschließlich mit der rechten Hand erledigt werden. Doch als die kleine Prinzessin Leonie unbeabsichtigt mit dem linken Fuß aufsteht und merkt, dass nichts weiter Verwunderliches geschieht, gerät das Festhalten am Linksverbot ins Wanken. Zum Geburtstag wünscht sich das Mädchen, dass einen Tag lang alle im Königreich alles mit der linken Hand machen. Während es den meisten ganz schön schwer fällt, entpuppt sich der König, der sonst als Tollpatsch bekannt war, als kein bisschen ungeschickt. Doch welche Hand ist nun die richtige? Und wie wäre es, wenn jeder selbst entscheidet, ob rechts oder links?

Die Autorin Maria Theresia Rössler arbeitete jahrelang als Grundschullehrerin und präsentiert in diesem Bilderbuch ein liebesvolles Plädoyer für Linkshändigkeit. Das starre Festhalten an althergebrachten Sitten und für alle verbindlichen Gewohnheiten wird genauso kritisiert, wie das blinde Folgen dieser Regeln. Die Fähigkeit zur Reflexion, in Gestalt des kleinen Mädchens, zerbricht die eingefahrenen, sinnlosen Muster und Gepflogenheiten und regt gleichzeitig dazu an das Individuum selbst entscheiden zu lassen mit welcher Hand es am besten arbeiten kann.

Auch wenn es heutzutage Normalität ist, Kinder in ihrer Wahl der bevorzugten Hand zu unterstützen, war es nicht immer so der Fall. Linkshänder wurden auf rechts „umgepolt“ und das Schreiben mit der linken Hand bestraft. Heute weiß man, dass es fatale Folgen haben kann. Die Gehirnhälften geraten in ein Wirrwarr und aufgrund dieser Anstrengung werden manche Kinder schnell müde oder beginnen zu stottern. Die Forschung geht davon aus, dass Linkshändigkeit genetisch bedingt sei und somit auch vererbbar ist.

Das Thema wurde von Frau Rössler auf Kinderniveau heruntergebrochen und in ein ansprechendes Geschichtengeflecht gepackt. Leider werde ich beim Lesen den erhobenen Zeigefinger nicht los. Es verfolgt mich. Das Auftreten der Gestalten als pädagogische Instanzen ist allgegenwärtig.

Nach dem Lesen sollte die Thematik mit den Kindern ausführlich besprochen und herausgearbeitet werden, wie sich Menschen fühlen, die „zwei falsche Hände“ haben:

„Ich habe zwei falsche Hände“, erklärt Ernesto.

„Die richtige Hand ist die falsche, aber die falsche ist meine richtige! Verstehst du?

Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Material

Das folgende „Story Web“ hilt den Kindern eine Geschichte nach Kriterien zu klassifizieren und tiefer in die Thematik einzutauchen: storyweb

Das Themennetz Linkshändigkeit ist umwoben von der Lehre: Jeder entscheidet für sich, welche Hand die „richtige“ ist!

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Helga Bansch – Amelie und der Fisch

Amelie und der Fisch

Amelie ist mit ihren Eltern das erste Mal im Leben am Meer und fürchtet sich etwas vor so viel Wasser und den großen Wellen. Als sie sich ein bisschen weiter ins Wasser traut, kommt ein kleiner Fisch, der an ihren Zehen knabbert. Mit ihrem neuen Freund vergisst sie ihre Angst völlig und sie spielen Verstecken, Fangen, Tauchen und Springen. Abends schwimmt der Fisch ins offene Meer hinaus und kommt am nächsten Morgen erneut zu Amelie. Das Abscheidnehmen fällt Amelie immer schwerer, bis sie beschließt den kleinen Fisch in einem Glas einzufangen.

Der Fisch ist jedoch sehr unglücklich und Amelie bekommt ein schlechtes Gewissen. Sie lässt ihn wieder frei und wartet am nächten Morgen vergebens auf ihren kleinen Freund. Er kommt nicht. Amelie ist traurig und sagt, dass es ihr leid tut den Fisch gegen seinen Willen festgehalten zu haben. Sie hat verstanden, dass jedes Lebewesen frei ist und man die Zuneigung eines anderen nicht erzwingen kann.

Die Grundstimmung dieses fabelhaften Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an mein Lieblingsbuch aus dem Jungbrunnen Verlag „Ein Rucksack voller Sand“. In diesem Bilderbuch schwingt Sehnsucht, Unsicherheit, Angst, aber auch Erkenntnis, Erfahrungsgewinn und Reife mit.

Die Feriengeschichte von Helga Bansch zeigt, dass Beziehungen als Besitzeigentum nicht funktionieren können. Das kleine Mädchen begreift recht schnell, dass der Wille eine Freundschaft zu erzwingen, sie bereits im Keim ersticken lässt. Denn jeder benötigt seine Freiheiten und die Akzeptanz dieser Regel bringt die Freundschaft im Gegenzug zum Wachsen und Blühen.

Helga Bansch skizziert die Figuren dieser Geschichte mit bloßen Bleistiftstrichen und akzentuiert die Umgebung mit dezenten, natürlichen Farbklecksen. Es breitet sich dadurch eine leicht melancholisch angehauchte und doch mit Zuversicht gefüllte Stimmung aus. Die kleine Ente, die Amelie überallhin begleitet, scheint eine Art „inner mirror for a spiritual journey“ zu sein. Die Gefühlswelt Amelies spiegelt sich ebenfalls in der Körperhaltung und dem Gesichtsausdruck der Ente wider.

Amelie und der Fisch

MaterialDieses Bilderbuch bringt einen zum Wachsen. Nach dem Lesen nimmt man einen wichtigen Erfahrungsschatz mit sich und ist dankbar für so viel Erkenntniszuwachs!

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Ralf Butschkow – War das wirklich so?

War das wirklich so?

In Opas großem Ohrensessel auf einem geheimnisvollen Dachboden, sitzen Lisa und ihr Hund Popcorn und wühlen in Geschichten über alte Zeiten. Hatte Opa mit seiner Warnung recht, dass der Sessel manchmal zuhört und dann seltsame Dinge geschehen?

Und ob! Auf Opas Ohrensessel begeben sich die beiden auf eine spannende Zeitreise in die Welt der Dinosaurier, Steinzeitmenschen, Wikinger, Ritter, Piraten und Cowboys. Doch geht es hier wirklich mit rechten Dingen zu? Trugen die Dinosaurier tatsächlich Brillen? Haben die Steinzeitmenschen die Höhlenzeichnungen mit Spraydosen aufgesprüht? Hatten die Wikinger  einen Schlauchboot? Und wurde die Ritterburg aus Legosteinen gebaut?

Die Leser erwartet hier eine herrlich skurrile Zeitreise mit einer Vielzahl an geschickt eingebauten Fehlern. Die Wimmelbilder laden dazu ein, sich die Doppelseiten ganz genau anzuschauen und gleichzeitig zu überlegen, ob die dargestellten Begebenheiten auch tatsächlich stimmen können. Die Beurteilung benötigt in gewissem Grade eine erweiterte Allgemeinbildung zu den unterschiedlichen Epochen der Zeitgeschichte.

Das Buch bietet einen wunderbaren Gesprächanlass, bei dem Vieles im Austausch dazugelernt werden kann. Einzelne Seiten können auch als Einstieg in eine bestimmte Thematik dienen, bei dem die Kinder im Sinne des stummen Impuls ihre Assoziationen und Gedanken frei äußern können. Der Vorlesetext ist nicht allzu ausschweifend und schildert kurz und bündig die einzelnen wundersamen Landestationen. Das Schmunzeln wird sicherlich weder bei den Erwachsenen noch Kindern ausbleiben. Die Auflösung der eingebauten Fehler findet sich auf der letzten Seite.

War das wirklich so?

Material

Einige Übungsformate (vordergründig Klasse 1/2) zum Thema „Piraten“:

Piraten

Vergnügliches Bilderbuch mit verrückten und amüsanten Fehlern, deren Richtigstellung zur Erweiterung des Allgemeinwissens beiträgt.

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Prof. Dietrich Grönemeyer – Mein großes Buch vom Körper

Mein großes Buch vom Körper

Die beiden neugierigen Zwillinge Rosi und Erwin möchten alles über den menschlichen Körper wissen. Schließlich gibt es hier so viel zu entdecken: „Wie sind wir auf die Erde gekommen?“, „Was ist an Mädchen besser als an Jungs?“, „Wozu haben wir Knochen?“.  Auf all diese Fragen hat der weise Doc stets eine wissenschaftlich fundierte Antwort parat. Er erklärt den Kindern wie sie als Zwillinge im Bauch der Mutter gewachsen sind und was der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist. Er geht auf die gesunde Ernährung ein und stellt die Verdauung und ihre einzelnen Stationen am Beispiel eines Apfels bildlich dar. Weitere behandelte Themen sind: Lunge, Herz und Blutkreislauf, Knochen und Muskeln, Sinne und Gefühle.

Zu allen Themen finden sich auf den Seiten Klappen, die zum Entdecken anregen. Dahinter verbergen sich zusätzliche Informationen oder auch Abbildungen innerer Organe. Auf der letzten Seite haben die jungen Leser die Möglichkeit genauer auf ihren eigenen Körper zu achten und ihren Fingerabdruck, Haarsträhne, Größe, Augenfarbe etc. zu vermerken bzw. festzuhalten.

Der eigene Körper interessiert bereits sehr junge Kinder, wenn sie anfangen ihre körperlichen Möglichkeiten auszutesten und begreifen, dass sich dieser auch fortlaufend verändert. Doch wie sieht es im Inneren wirklich aus? Welche Funktionen haben unterschiedliche Organe?

Durch die beiden Protagonisten, die im Laufe des Buches durch ihre Neckereien und lustigen Entdeckungsversuche auffallen, wird die Identifizierung mit dem Thema aufrecht erhalten. Die gestellten Fragen könnten von jedem 5- Jährigen  kommen und scheinen in dem dargestellten Zusammenhang  sinnvoll und nicht gestellt.

Besonders gelungen finde ich die Vergleiche, die den Kindern die Vorstellung von zum Teil schon abstrakten Phänomenen, erleichtern sollen. Die Verdauung eines Apfels wird beispielhaft vom Mund zum Klo erläutert und durch Assoziationshilfen unterstützt (siehe Bild unten). Der Mund wird mit einem Mahlwerk verglichen, die Speiseröhre mit einer Rutsche und die Leber mit einer Entgiftungszentrale. Mit diesen „Eselsbrücken“ fällt es den Kindern oft leichter zu begreifen, was tatsächlich der menschliche Körper alles bewerkstelligen kann.

Die Illustrationen der Figuren changieren zwischen Comic und Cartoon. Die Abbildungen der Körperteile und Organe sind durchgehend wissenschaftlich unverfälscht und trotzdem kindgerecht vereinfacht. Die unterschiedlichen Farben dienen der besseren Orientierung und sollten vielleicht auch den Kindern so erklärt werden. Bekanntlich ist unsere Zunge nicht in blaue, grüne, gelbe und rote Bereiche aufgeteilt, sondern spiegelt lediglich die Bereiche  der Geschmacksknospen wider.

Mein großes Buch vom Körper

Material

Zum Teilbereich „Unsere Sinne“ ein paar Übungen zur Vertiefung:

unsere sinne

Wissenschaftlich und doch kindgerecht, mit vielen lustigen Klappen.

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Eun-Ha Kim – Kleine Entdecker: Warum hat die Giraffe einen langen Hals?

Warum hat die Giraffe einen langen Hals?

Ein weiterer Band aus der Sachbuchreihe „Kleine Entdecker“ thematisiert die Anpassung der Tiere an ihre natürliche Umgebung. Alle Tiere sehen verschieden aus und das hat auch einen Grund. Nur so finden sie genügend Futter, um ihr Überleben zu sichern, sich vor ihren Feiden zu schützen und ihre Nachkommenschaft zu sichern und zu beschützen.

An einigen ausgewählten Tieren wird erklärt, wie Tiere sich optimal an ihren Lebensraum anpassen, um Nahrung zu finden und sich fortzupflanzen. Die Darstellung der Tiere wurde in die Lebensbereiche „Wüste“, „Kälte“, “ Bäume“ und „Wasser“ gegliedert. Welchen Vorteil hat es für Kamele lange Wimpern zu haben? Weshalb hat ein Wüstenfuchs große Ohren und ein Polarfuchs dagegen winzig kleine Öhrchen? Und wusstet ihr schon, dass Schmetterlinge ihren Mund zu einem Strohhalm ausrollen können?

Dieses Sachbildbuch vermittelt naturwissenschaftliches Basiswissen und macht die Kinder fit für die Schule. Es regt dazu an sich Gedanken um die Überlebnsvorteile von Tieren zu machen und achtsamer auf die Umwelt zu reagieren. Von diesem Buch aus kann eine sinnvolle Überleitung zur verändernden Gestalt von Pflanzen gemacht werden. Warum haben Pflanzen, die im Schatten wachsen größere Blätter, als Pflanzen die unter direkter Sonneneinstrahlung wachsen? Lassen Sie Ihre Kinder ruhig Vermutungen anstellen!

Ich liebe Sachbilderbücher und halte sie für die Allgemeinbildung äußert bedeutsam. Vor allem dieser Aha-Effekt im Gesicht der Kinder ist unbezahlbar. Tiere sind ein toller Aufhänger, um in Kindern die Leidenschaft für Entdeckungen zu wecken. Daher kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Lediglich die Illustrationen hätte ich mir vielleicht ein bisschen farbintensiver gewünscht. Manche Tiere sehen bedauerlicherweise etwas eingeschlafen und die Umgebung ein wenig trist aus.

Warum hat die Giraffe einen langen Hals?

Informativ, kindgerecht und bildend

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Hye-Suk Uhm – Kleine Entdecker-Wie die Tiere miteinander reden

Wie die Tiere miteinander reden

Aufbauend auf Watzlawicks metakommunikativem Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ wird zunächst am Anfang des Buchs geklärt, wie Menschen sich untereinander verständigen. Doch wie zeigen eigentlich Tiere ihre Gedanken und Gefühle?

Die Bandbreite der behandelten Tierkommunikation reicht von Fröschen, Pavianen, Glühwürmchen, Tintenfischen, Flusspferden, bis hin zu Honigbienen, Löwen, Fledermäusen, Pferden, Elefanten und vielen weiteren Tieren. Wer von den Tieren singt? Wer führt einen Tanz auf? Wer versucht besonders hübsch auszusehen? Und was bezwecken die Tiere mit ihren Kommunikationsmitteln? Was heißt es, wenn eine Biene die Form eines Kreises „tanzt“? Was bedeutet das aufgeplusterte weiße Fell auf dem Hinterteil von Antilopen? In kurzen Texten wird in verständlichem und sachlich-informativem Ton versucht den Sachverhalt darzustellen. Bunte Illustrationen unterstützen das Beschriebene.

Dieses Sachbuch  über die verschiedenen Arten der Tierkommunikation trägt erheblich zur Allgemeinbildung kleiner Entdecker bei. Oft sind es Themen, die ebenfalls im Sachunterricht der Grundschule behandelt werden. Die dargestellte Bandbreite und die Unterschiedlichkeit der Kommunikationsmittel ist schon sehr beeindruckend. Ebenfalls wertvoll sind die gelungenen Illustrationen, die das Gelesene noch einmal bildlich verdeutlichen. Und letztlich wird man feststellen können, dass Menschen durchaus die Gedanken der Tiere durch genaues Beobachten ihres Verhaltens entschlüsseln können.

Sollten die kleinen Entdecker noch mehr zu diesem Thema wissen wollen, steht ein ausführlicher Informationstext am Ende des Buches zur Vertiefung der Materie bereit. Es kann aber auch Eltern dazu dienen, sich auf das Thema vorzubereiten und die Informationen beim gemeinsamen Betrachten mündlich einfließen zu lassen.

Wie die Tiere miteinander reden

Naturwissenschaftliches Basiswissen vernetzt mit kindlichen Alltagserfahrungen

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