Silke Vry – 13 optische Tricks, die du kennen solltest: Kunst für Kids

Silke Vry stellt ein Werk mit 13 unterschiedlichen optischen Täuschungen vor, die das menschliche Auge verwirren, betrügen und verzaubern. Die Räder auf der Titelseite fangen, beim längeren Betrachten an, sich zu drehen. Ein Porträtgemälde scheint aus dem eigenen Bilderrahmen zu steigen. Die Zeichnung der Wendeltreppe von Escher spielt mit den Gesetzen der Perspektive und sorgt für wahnsinnigen Spaß. Hier werden Rätselbilder und surrealistische Verwirrungen (siehe Bild unten) von Meisterwerken wie August Macke, M.C. Escher, Hans Holbein und anderen präsentiert und die Kunst der Illusion erklärt.

Optische Täuschungen haben einen ganz eigenen Reiz. Sie lassen sich nicht so einfach erklären und gewinnen dadurch noch mehr an Faszination. Dieses Buch für Kinder ab 8 Jahren gibt den Kunstwerken viel Freiraum und bildet sie in ihnen gerechten Größe ab. Zusätzliche Informationen zu den Bildern lassen sich jeweils um das Bild herum finden. Stets ist der Name des Bildes, des Künstlers, das Jahresdatum und oft auch der momentane Aufbewahrungsort angegeben.

Eine Zeitleiste oberhalb der Seiten gibt die wichtigsten historischen Ereignisse zur Entstehungszeit übersichtlich wieder. Unterhaltsame Quizfragen regen zum Nachdenken und Entdecken an und die dafür passenden Lösungen sind hinten im Buch zu finden.

Die Illusionen sind oft versteckt und die verwirrende Botschaft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die dargestellte Bandbreite der Tricks ist enorm und reicht von der römischen Wandmalerei bis hin zur Op-Art. Am Ende des Buches bleibt man mit dem Wunsch noch mehr optische Täuschungen entdecken zu wollen!

Unterhaltsame optische Täuschungen gepaart mit informativen Erläuterungen.

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Gisel Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne – Band 2

Nach dem ersten Band zu „Kinder entdecken ihre Sinne“ mit dem Schwerpunkt  Sehen, Hören, Riechen und Schmecken erscheint nun das nachfolgende Band, welches sich auf die Sinneswahrnehmungen Tasten, Bewegen und Gleichgewicht halten konzentriert.

Neben fundierten Hintergrundinformationen werden Spiele, Experimente und Forscheraufträge zur Sinneswahrnehmung  vorgestellt. Die Sinne Tasten und Bewegen umfassen jeweils 50 Seiten, während dem Gleichgewicht 30 Seiten gewidmet wurden. Bei den Spielen und Experimenten wurde ein großer Wert auf die Beteiligung der Kinder gelegt. Das heißt sie machen, erforschen, erfinden und lernen. Bei allen „Spielen“ informiert ein kurzer Text den Leser über Sinn und Lernziel der Aktivität und gibt die dazugehröige Alters- und Zeitangabe.

Als zusätzliches Bonbon macht Gisela Walter die Sprachförderung in einigen Spielen schmackhaft und bindet Synonyme für Bewegen oder Tasten an, stellt passende Redensarten vor, die allesamt zum spielerischen und kreativen Sprachgebrauch anregen sollen.

Nicht alle Spiele sind als typische Spiele zu verstehen. Oft sind es einfach „nur“ Beobachtungs- und Forscheraufträge, wenn es z.B. darum geht gemeinsam die Haut auf der Handinnenfläche, dem Unterarm, der Nase, den Augen oder den Fersen abzutasten und gemeinsam die neuen Erkenntnisse festzuhalten. Zur Förderung der Berührungssensibilität ist der Vorschlag zum Erspüren der Seifenblasen sehr inspirierend. Die Begründungen warum z.B. der Rücken weitaus weniger Berührungen wahrnimmt und somit 3 von 5 Fingern nur schlecht unterscheiden kann, während die Fußsohle erheblich sensibler ist, wird in einem „Info-Kasten“ sehr nachvollziehbar erläutert.

Die Illustrationen von Simone Pahl gleichen erstaunlich den Bildern von Kerstin Heinlein, die das vorherige Band illustriert hat und verdeutlichen die unterschiedlichen Schichten der Haut, den Gehörgang oder bilden einfach den Spielvorgang ab.

Zum Schwerpunkt Bewegen werden Aktivitäten rund um Körperteile, Muskeln, Gelenke, Geschwindigkeit, Reaktion und Geschicklichkeit thematisiert, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Anregungen zu einem Thema abdecken. Die meisten Spiele können ohne viel Aufwand und Materialen durchgeführt werden und werden die Kinder das ein oder andere Faszinierende an ihrem Körper entdecken lassen!

Fundierte Sachinformationen in unterschiedliche und abwechslungsreiche Spiele und Wahrnehmungsaufträge verpackt, die die Kinder auf ihrem eigenem Niveau ansprechen und viel Wissen vermitteln.

 

 

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Hans Toman – Classroom-Management in der Grundschule

Classroom-Management, welches hier als Klassenführung übersetzt wird, kommt im Grundschulalltag sowohl aus der Schüler- als auch aus der Lehrersicht eine große Bedeutung zu. Diese Aufgabengebiete sind äußerst vielschichtig und komplex. Ein optimales Lernumfeld verlangt nicht nur eine perfekte Organisation des Unterrichtsalltags, sondern auch ein positives soziales Lernklima, eine fruchtbare Elternarbeit, abwechslungsreiche Methoden, Einsatz von unterschiedlichen Unterrichtsformen, Berücksichtigung der Heterogenität, Schülerbeobachtung und Beachtung von vielen weiteren Kernbereichen.

In diesem Band wird auf die Bedeutung und die einzelnen Komponenten des Classroom-Managements eingegangen, die zuvor in die folgenden drei Gruppen unterteilt wurden: Schülerperspektive, Lehrerperspektive und das Unterrichtsgeschehen. Der Aufbau des Buches gliedert sich nach eben diesen Hauptbereichen und stellt deren Vernetzung mit vielen wissenschaftlichen Belegen dar.

Dieses Band gleicht eher einer wissenschaftlichen Arbeit, die nun veröffentlicht wird. Es ist sehr theoretisch, sachlich und zitiert viele namhafte Wissenschaftler. Es werden Thesen und Fragestellungen aufgeworfen, die es im weiteren Verlauf zu beantworten gilt. Unterschiedliche Termini werden definiert, Grafiken von Netzwerken und ihren Beziehungen zueinander zu verdeutlichen versucht, Komponenten der Kernbereiche untersucht und mit weiteren Studien verglichen und untermauert.

Erfahrene Lehrpersonen, die sich vielleicht zu diesem Thema praktische Tipps und Umsetzungsmöglichkeiten erhofft haben, werden von diesem Band eher enttäuscht sein. Studierende verschiedener Lehrämter dagegen eine übersichtliche und kompakte Analyse der unterschiedlichen Komponenten vom Classroom-Management vorfinden.

Die Erwähnung der Ergebnisse der PISA-Studie ist für mich als Begründung für das Thema Classroom-Management ganze 12 Jahre später, etwas unpassend. Das Thema wurde mehr als breitgetreten und bedarf aktuellerer Begründungen wie z.B. die stetig fortschreitende Technologisierung  des Lernens und damit wandelnde Aufgabengebiete für Lehrkräfte.

„Kommunikations- und Kooperationsformen besitzen im Unterricht einen hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang spielen die Gesprächsformen eine wichtige Rolle. Zu ihnen zählen das gelenkte Unterrichts-gespräch, die Vortragsformen sowie Mischformen mit der Zielsetzung, Methodenschulung als Aufgabe der Grundschule zu realisieren…“ (S. 43).

Für Studierende verschiedener Lehrämter als kompakte und fundierte Nachschlage- und Zitierquelle sehr zu empfehlen.

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Alexander Steffensmeier – Lieselotte versteckt sich

Die Kuh Lieselotte liebt es mit den anderen Bauernhoftieren Verstecken zu spielen. Aber da sie so groß ist, ist das Finden eines guten Verstecks für sie nicht so einfach. Als sie einen großen Baum erblickt, beschließt die kurzerhand in die schwindelerregende Höhe zu klettern. Ihre Freunde suchen sie vergeblich. So schön der Ausblick vom Baum auch ist, so ganz alleine wird es ihr dann doch langweilig. Leider erweist sich der Weg nach unten ziemlich gefährlich  und so gesellt sich ein Freund nach dem anderen zu ihr mit der vergeblichen Absicht ihr herunterzuhelfen … ist eine Rettung noch möglich?

In diesem Band wird ein neues Abenteuer der beliebten, durchaus verrückten und doch liebenswerten und abenteuerlichen Kuh Lieselotte festgehalten. Das Szenario ist ein Bauernhof mit vielen Tieren, ohne jegliche moderne Spielgeräte. Alles was die Tiere  für das Spielen in der Natur haben, ist ihre eigene Fantasie. Für eine mögliche Einstimmung auf einen Urlaub auf dem Bauernhof wird ein alltäglicher Freizeitvertrieb präsentiert, der Spaß macht und das Miteinander fördert.

Die Absurdität des Hochkletterns einer Kuh auf den Baum, verleiht dem Buch eine  heitere Stimmungswürze. Aus einer misslichen Lage wird versucht das Beste zu machen und es einfach mit Humor zu nehmen. Große Bilder voller Trubel sind besonders für jüngere Kinder sehr anschaulich und ansprechend gestaltet. Die vielfältige Mimik und die unbeholfene und meist täppische Körpersprache von Lieselotte sind stets ein Genuss.

Ich lese und betrachte das Buch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Der Geruch der Tiere und die bloße Fantasie und die einfache Umgebung, die für das Erfinden von eigenen Spielen genutzt wurde, kommen mir wieder in den Sinn. Dieses Bilderbuch spiegelt eine sorglose Unbefangenheit und gleichzeitig die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte wider, in die ich gerne abermals eintauche.

Eine heitere Rückbesinnung auf eine Kindheit in der Natur.

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Martin Baltscheit – Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte

Der Löwe kann brüllen und Zähne zeigen, nur das zählen beherrscht er nicht. Aber das stört ihn nicht. Nun ja, bis er eines Tages einen Löwen trifft, der seiner Löwin einen Blumenstrauss schenkt und ihre Aufmerksamkeit somit für sich beansprucht. Das missfällt dem Löwen sehr. Als ein Schmetterling ihn auf seine Wut provozierend fragt: „Na, hör mal, kannst du nicht bis 3 zählen?“, beschliesst der Löwe sich auf den Weg zu machen, um jemanden zu finden, der bis 3 zählen kann…

Das Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ hat sich ja mittlerweile als Klassiker zur Einführung in das Thema Briefe schreiben fest etabliert. Die Illustrationen begeistern die Kleinen stets aufs Neue und das Mitsprechen der sich wiederholenden Strukturen geschieht wie von selbst. Umso erfreuter war ich eine Fortsetzung des überragenden Bilderbuchs in den Händen zu halten.

Die erste Illustration schliesst an das letzte Bild aus „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ an und zeigt den Löwen und die Löwin lesend auf der Wiese liegen. Durch ein Missverständnis verspürt der Löwe Minderwertigkeitsgefühle und beschliesst die anderen Tiere zu bitten, ihm das Zählen beizubringen, um seine Löwin wieder beeindrucken zu können. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht von Erfolg gekrönnt, denn jedes Tier hat für sich nur eine besondere Zahl auserkoren wie z.B. das Einhorn die eins, die Schwäne die 2 usw., das Aufsagen einer Folge von  Zahlwörtern kann leider keines dieser Tiere. Die Antworten der Tiere sind stets in Reimform  und sehr amüsant. Die wiederkehrende Satzstruktur „Total blöd!“ animiert auch hier zum Nachsprechen. Die Illustrationen geben geschickt versteckt die nun folgende Zahl z.B. durch den Uhrzeiger, Kerzenanzahl, Kinderzahl etc. wieder. Beim Vorlesen kann vor der Erwähnung der richtigen Zahl innegehalten werden, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Zahl von sich aus zu nennen.

Der Fokus liegt in diesem Bilderbuch, meiner Meinung nach, jedoch eher auf der Zweideutigkeit bestimmter Aussagen. Was meint der Schmetterling, wenn er fragt: „Kannst du nicht bis 3 zählen?“, als der andere Löwe die Aufmerksamkeit der Löwin mit einem tollen Blumenstrauß auf sich lenken konnte und dafür einen Kuss bekam? Oder was bedeutet die Äußerung des Löwen nach einem Zweikampf, dem Löwen Bruchrechnung beigebracht zu haben? Diese Aussagen dienen wunderbar als Aufhänger zur Thematisierung von Redewendungen.

Leider empfinde ich den Ausgang der Geschichte, pädagogisch betrachtet, nicht wirklich gelungen. Das Problem der Rivalität wird mit Fäusten und Gewalt gelöst. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass die Löwen in der Tierwelt es genauso tun, aber einen bitteren Nachgeschmack hat es für mich trotzdem.

Zum Thema Bilderbücher im Mathematikunterricht verweise ich auf dieses äußerst gelungene Bilderbuch zur Mengenerfassung: Zwölf und der Wolf.

Zur Thematisierung von Redewendungen und zweideutigen Aussagen sehr zu empfehlen.


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Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Ich wär so gern … dachte das Erdmännchen

Das kleine Erdmännchen lebt im Zoo und erledigt seine Aufpasserrolle ganz gewissenhaft: nach links … geradeaus … nach rechts … geradeaus. Doch im Zoo leben auch andere Tiere, wie z.B. die starken Bären, die lustigen Schimpansen oder die mächtigen Löwen. Wie gern wäre das Erdmännchen so wie die anderen Zoobewohner… Trotz seiner verträumten Bewunderung über die Wesensmerkmale der anderen Tiere, fällt dem Erdmännchen, so wachsam wie er ist, der große dunkle Schatten sofort auf. Schnell pfeift er seine Artgenossen in ihre Erdlöcher und steht nun selber im Mittelpunkt der Bewunderung!

Ich bin ein Erdmännchenfan. Diese niedlichen Tiere könnte ich im Zoo stundenlang beobachten. Ein niedliches Exemplar hat auch Stefanie Jeschke geschaffen. Werner Holzwarth hat seinen Text an die schnellen und ruckartigen Bewegungen eines Erdmännchen angepasst und so findet der Leser viele bruchstückhafte und äußerst knappe Gedankengänge des Erdmännchen.

„Ich wär so gern …“ – Das Erdmännchen würde am liebsten in die Haut anderer Tiere schlüpfen. Stets begründet, stellt er seine Bewunderung für andere dar und merkt gar nicht, dass auch er einiges bietet, was die anderen Tiere ebenso an ihm bewundern und worauf er stolz sein kann.

Dieses Bilderbuch konzentriert sich darauf die Wesensmerkmale unterschiedlicher Tiere herauszuarbeiten. Was macht ein Erdmännchen besonders? Natürlich seine Schnelligkeit und Wachsamkeit. Es geht darum seine eigenen Stärken zu erkennen und zu wissen was man besonders gut kann. Jeder hat seine eigenen Talente und Begabungen, die es zu schätzen gilt, statt andere wegen ihrer Fähigkeiten zu beneiden.

Das Bilderbuch bietet einen tollen Schreibanlass für Grundschulkinder, die erst kürzlich im Zoo waren. „Ich wäre so gern …, weil …“ – die Vervollständigungen wären sicherlich sehr spannend und aufschlussreich. 🙂

Ein wundervoll illustriertes Bilderbuch  über die eigenen Stärken. Kinder und Erwachsene werden gleichermaßen ihre Freude daran finden. Ganz bestimmt!

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Josephine Kronfli und Pit Budde – Fliegende Feder

Das Buch bietet eine große Zahl an indianischen Geschichten, Liedern, Tänzen, Flötenmelodien und Spielen. Die vorgestellten Bastelprojekte rund um Kleidung, Essen, und Spielzeuge ermöglichen ein intensives Eintauchen in das Leben, die Kultur und die Religion der Indianer. Ein beigefügter Bastelbogen erleichtert die Umsetzung der zahlreichen Gestaltungsideen. Die CD fasst viele Geschichten und alle Lieder, als optimale Ergänzung zum Buch, zusammen.

Die Indianer sind für viele Kinder ein faszinierendes Thema. Sowohl Mädchen als auch Jungen können sich gleichermaßen für diese Kultur begeistern. Dieses Buch betrachte ich als eine Inspirationsquelle für Lehrer und Erzieher, die ein Projekt rund um die Thematik „Indianer“ planen. Die Vorschläge sind breit gefächert und können im Kunst-, Musik-, Sachunterricht und Deutsch eingesetzt werden. Viele Ideen können ebenso in Stationen zum selbstständigen Arbeiten und Basteln angeboten werden.

Der Titel „Fliegende Feder“ orientiert sich an einem Kinderspielzeug, welches sehr leicht herzustellen ist und im Weit-, Hoch- oder Zielwurf Anwendung finden kann.

Das Inhaltsverzeichnis ist thematisch angelegt. Mir persönlich fiel hier die Orientierung schwer. Denn was kann sich schon unter der Überschrift „Wir sind die singenden Sterne“ oder „In Schönheit möge es auf uns regnen“ verbergen? Viel hilfreicher fand ich somit das Register im Anhang. Hier werden alle Geschichten, Lieder, Rezepte, Flötenmelodien, Spiele, Tänze und Basteleien unter den jeweiligen Kategorien alphabetisch sortiert dargestellt. Das Lied Taino Tee hat das Potenzial an mein Lieblingslied „Fly like an eagle“ heranzukommen.  Leider fehlt im Buch die eine Strophe mit dem englischen Text. Auf der CD vermisse ich  die Playback-Versionen zu den jeweiligen Liedern. Auch wäre es zeitsparender und praktischer bei der Übersicht der Lieder die jeweilige Seitenzahl zum Liedtext im Buch anzugeben.

Kennen lernen der indianischen Kultur mit einer Fülle an Spielen, Liedern, Tänzen, Geschichten und Basteleien. Eine schöne Inspirationsquelle!

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Dr. Jessica Lütge – 155 Spiele für gelingende Unterrichtsphasen

Auf 207 Seiten werden in diesem Sammelband 155 Spiele für die Klassen 1-4 vorgestellt. In zehn thematisch gegliederten Kapiteln sind Spiele zum Kennenlernen, Gruppenbildung, Vorwissenaktivierung, Unterrichtseinstieg, für mehr Kommunikation, für Kreativität und Kooperation, als Muntermacher für zwischendurch, zum Lerninhalte festigen und zum Stundenabschluss und vor den Ferien zu finden. Die Kapitel folgen grob der Chronologie des Unterrichts- bzw. Schuljahresablaufs.

Neben Spielen für Einstieg, Erarbeitung und Stundenabschluss, werden so genannte „soft skills“ wie Kommunikations- Teamfähigkeit, Kreativität, Problemlösen und Eigenverantwortung mit eingebunden. Die Darstellung der Spiele ist immer nach folgenden 7 Aspekten aufgebaut: Ziel, Dauer, Material, Sozialform, so geht’s, Variante, Kommentar. Während die ersten vier Kategorien ziemlich kurz gehalten werden, sind die darauf folgenden Bausteine ziemlich ausführlich beschrieben.

Kindern lernen durchs Spielen. Und zwar nicht nur im Kleinkindalter, sondern auch noch danach. Die Einbindung von Spielen in der Schulpraxis ist daher zur Selbtsverständlichkeit geworden. Der Unterricht wird so aufgelockert und erfährt durch sinnvoll eingesetzte Spiele einen Mehrwert, den man sich zunutze machen sollte. Spiele sorgen für eine angenehme Atmosphäre, motivieren und lassen die Konzentration wieder ansteigen – vor allem, wenn die Kinder die Sinnhaftigkeit und den persönlichen Nutzen des Spiels erkennen.

Die in diesem Sammelband vorgestellten Spiele sind alle in der täglichen Unterrichtspraxis erprobt worden. Das merkt man vor allem der Kategorie „Kommentar“ an. Hier werden sinnvolle Differenzierungsvorschläge erwähnt oder auch auf die Gefahren eines Durcheinanders hingewiesen. Es sind stets wertvolle Tipps dabei, die bei der Planung sehr hilfreich sein können. Auch die Abwandlung der Spiele für ältere Kinder oder auch Erwachsene ist interessant und lobenswert.

Die meisten Spiele lassen sich mit geringem Aufwand und oft ohne Material umsetzen. Das finde ich sehr praktisch, vor allem wenn die Spiele als Muntermacher für zwischendurch einzusetzen sind und nicht in einer Materialschlacht enden.

Beim Durchlesen habe ich mich oft dabei erwischt wie ich meine Markierungsstreifen an meine Lieblingsspiele anbrachte. Am Ende wurde es durch die Vielzahl der Post-its so unübersichtlich, dass ich mich dazu entschloss wieder alle zu entfernen und dem Buch einen Platz in meinem „Regal der besten Methoden-Handbücher für jeden Tag“ zu widmen. Das Geld ist in diesem Alltagshelfer wirklich gut investiert!

Eine sehr gelungene Sammlung praktischer und alltagstauglicher Spiele für jede Gelegenheit.


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Mies van Hout – Ri-Ra-Romnibus: Lieder und Verse für die Allerkleinsten

Ri-Ra-Romnibus ist eines von insgesamt 14 Liedern und Reimen, die in diesem Sammelband präsentiert werden. Bekannte Lieder  und Reime wie „Alle meine Entchen“, „Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!“ oder „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ sind genauso vertreten wie eher ungeläufige Verse  wie beispielsweise „Gehorsamer Diener“ oder „Es drehet der Wind“.

Mies van Hout, der bereits das von mir hochgelobte Bilderbuch „Heute bin ich“ illustriert hat, interpretiert und setzt auch hier die jeweiligen Reime und Lieder in kindgerechte Zeichnungen um. Die Illustrationen weisen genügend Details auf, die zum längeren Verweilen einladen.

Die Auswahl der Reime und Kinderlieder finde ich persönlich leider nicht allzu gelungen. Von den insgesamt 14 würde ich vielleicht 4 mit meinem Kind durchsingen. Manche bringen mich einfach ins Stocken, weil zugunsten des Reims die Grammatik umgewandelt wurde oder manche Ausdrücke auch veraltet erscheinen.

Nichtsdestotrotz sind Reime  und das gemeinsame Singen besonders für die Allerkleinsten sehr bedeutsam. Die emotionale Zuwendung durch das Singen offenbart dem Kind mehr von der elterlichen Persönlichkeit und den authentischen Emotionen seines Gegenübers. Dies wirkt sich sehr fördernd auf die emotionale Bindung zwischen Kind und Elternteil aus.  Die Verbindung des Singens mit passenden Bewegungen sollte ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen. Mit entsprechenden Bewegungen werden Kinder von ihrem Entwicklungsstand abgeholt und filtern die Menge an Sinnesanregungen heraus, die sie  verarbeiten können. Nebenbei wird das Sprachverständnis trainiert und viele Sinne können zusammenwirken, um Sprache als spielerisches und kommunikatives Instrument zu erleben.

Schöne Illustrationen, geschmacksabhängige Sammlung von Kinderliedern, Reimen und Versen.

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Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson – Ginpuin

Auf einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt leben unzählige Pinguine. Sie gehen gemeinsam schwimmen, fangen Fische und spielen Eishügelrutschen. Eines Tages kommt jedoch ein Pinguin zur Welt, das zwar genauso aussieht wie anderen, aber mit dem doch was nicht stimmt. Er verdreht die Buchstaben und sagt: „Ich will auch mit zur Scheisolle!“, als die anderen Pinguine ins Meer springen und in Richtung Eisscholle schwimmen. Alle anderen lachen ihn deshalb aus und der kleine Pinguin, den alle schon bald nur noch Ginpuin nannten, wurde sehr traurig. Seine Traurigkeit bringt ihn schon bald dazu die Insel der Pinguine zu verlassen und sich auf eine lange Reise zu machen … Eine Reise, die die anderen Pinguine ihm niemals zugetraut hätten …

Die Andersartigkeit bringt den kleinen Pinguin dazu sich auf die Suche nach dem großen Glück und Anerkennung zu begeben. Von seinen Artgenossen stets aufgrund seines Sprachfehlers ausgelacht, sehnt er sich nach Toleranz und Akzeptanz. Sein Andersseins wird allerdings durchgehend humorvoll aufgefasst und die Liebenswürdigkeit dieser Behinderung in den Vordergrund gestellt. Es werden Probleme eines solchen Sprachfehlers sehr amüsant dargestellt, wenn der Ginpuin z.B. einen Albatros nach einem Fisch fragen möchte und dieser ihn zu einem Schiff bringt.

Das Bilderbuch handelt auch von Fern- und Heimweh. Der Ginpuin sucht das große Glück und erkennt schon bald was Sehnsucht nach Familie und Heimat bedeutet. Seine Pinguinfamilie lernt Andersartigkeit zu schätzen und sieht nun auch die darin liegenden Abenteuer und Chancen. Wer hätte schon gedacht, dass man auf „Fischen übers Meer“  fahren kann?

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut für vielfältige Gesprächsanlässe mit Kindern über Behinderungen, Sprachstörungen und die damit einhergehenden Probleme in der Gesellschaft. Mit diesem Bilderbuch können durch Aufklärung vielleicht sogar traumatische Ereignisse und Isolation verhindert werden und stattdessen das Selbstvertrauen der Kleinen schon früh gestärkt werden.

Die Illustrationen in gedeckten Farbtönen werden immerzu getrennt vom Text abgebildet. Es scheint so, als würden die Bilder dadurch eine eigene Wertschätzung, schon fast wie kunstvolle Gemälde bekommen, sodass der Betrachter seine Reinheit und Absolutheit in sich aufnehmen kann.

Ein äußerst humorvolles und einfühlsames Bilderbuch über ein bewegendes Thema.

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