Sybille Hein – Fritzi Mauseohr: Schwarz & kunterbunt

Fritzi Mauseohrs Welt ist kunterbunt. Seine Lieblingsfarbe ist Gemütlichkeitsgrau. Fritzis Mauseschwestern bevorzugen rot, eine Farbe, die im Bauch kribbelt. Und seine Mama schwärmt von gelb, wie die große Käsesonne. Als alle Farben verschwunden sind und die ganze Familie ein schwarz, so wie die Nacht, erblicken, werden die Mäuse kreativ. Sie verwandeln das „schwarze Riesenvieh“ mit einigen Hilfsmitteln in etwas „Kunterbuntes“.

Die Welt in bunt ist doch viel schöner! Das denkt sich Fritzis Mäusefamilie und lässt die Welt um sich herum in prächtig kunterbunten Farben erstrahlen. Dabei machen sie auch keinen Halt vor ihren Feinden und wollen unbedingt die Sonne wieder ins Mäusehaus lassen und nicht das schwarze Fell des Katers Grabsch betrachten müssen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? In diesem äußerst amüsanten, kleinen Pappbilderbuch geht es um unterschiedliche Farbtöne dieser Welt. Es werden ebenfalls Dinge abgebildet, die in dieser Farbe zu finden sind: Mausgrau, Erdbeerrot, Gurkengrün, Limonengelb und eben Katzenschwarz. Dreijährige können an das Buch anlehnend, ebenfalls ihre Lieblingsfarbe schildern und begründen, weshalb sie diese Farbe mögen und wo sie in ihrer Umwelt überall zu finden ist.

Um seine Welt im positiven Licht erstrahlen zu lassen, muss man sich zu helfen wissen. Die Mäusefamilie schreitet zur Tat und wird aktiv. Das Ergebnis ist sehr erheiternd und vergnüglich!

Fritzi Mauseohr-Fans aufgepasst! Ein erneut erheiternder Band zum Thema „knall-quietsch-bunte“ Farben.

bei amazon.de

Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner – Lullemu, wer bist DU?

Der muntere und sehr aufgeweckte Hund Lullemu hat zwar eine sehr große Sammlung an Spielzeugen, aber dafür keine Freunde. Eines Tages macht er sich auf die Suche und stellt ganz unterschiedlichen Tieren immer ein- und dieselbe Frage: „Wollen wir Freunde sein?“. Der Hahn möchte Lullemu nur als Freund haben, wenn dieser ein prächtiges Federkleid zeigt. Das Schaf verlangt nach einem wolligen Fell. Und als schließlich ein Marienkäfer auf feine Flügeln beharrt, muss Lullemu erkennen, dass er den Bedingungen der Tiere nicht gerecht werden kann….  Und dann trifft er einen, der auch schon soooo lange auf der Suche nach einem Freund ist …

Der Aufbau und die Thematik dieses Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an das erst kürzlich rezensierte Buch „Passt das?“ von Meike Teichmann. In beiden Büchern begibt sich der Protagonist in die Tierwelt, um nach Zugehörigkeit und Freundschaft zu suchen. Dieses Bilderbuch unterscheidet sich dadurch, dass der Protagonist sich nicht von sich aus verändern möchte, sondern von seiner Außenwelt dazu genötigt wird. Als Aussenseiter möchte sich Lullemu stets anpassen und erfährt permament Ausgrenzung, Missgunst und Zurückweisung. Er kann es keinem Tier recht tun, so sehr er sich auch bemüht. Bis er eines Tages einen seinesgleichen findet.

Dieses Bilderbuch behandelt das Thema Freundefinden sehr spielerisch. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt. Die Traurigkeit Lullemus kommt nur dezent zum Vorschein. Es zeigt, dass wahre Freundschaft an keine Bedingungen geknüpft sein sollte. Bei wahren Freunden soll man sich so geben können, wie man tatsächlich ist, ohne sich verstellen zu müssen.

 

Eine bunte Geschichte vom Freundefinden.

bei amazon.de

Michael Römling – Schattenspieler

Vor ca. zwei Wochen ist dieses toll eingepackte Päckchen bei mir ins Haus geflattert. Diese mysteriöse Verpackung weckt natürlich die Neugierde … also ran an den Inhalt …

Berlin (1945): Die deutsche Hauptstadt ist zerbombt und steht kurz vor der Eroberung durch die russische Armee. Dem jüdischen Jungen Leo ist es bisher gelungen als „U-Boot“ in Verstecken zu leben und somit den deutschen „Spürhunden“ nicht in die Hände zu fallen. Doch nachdem sein Freund Wilhelm spurlos verschwunden ist, sieht er sich gezwungen sein Versteck zu verlassen. Auf seiner Flucht als „Schatten“ begegnet er Friedrich und hier entsteht eine wahre Freundschaft, die noch einige Abenteuer erwartet. Auf der Suche nach Wilhelm, führt eine Information zur anderen und als Spurenleser erweisen sie sich mehr als erfolgreich …

„Schattenspieler“ vereinigt eine spannende Story mit vielen geschichtlichen Fakten. Michael Röming gelingt es sehr gut den Leser in die damalige Zeit des Zweiten Weltkriegs eintauchen zu lassen, sodass man die Verzweiflung auf den Strassen und die Angst der „U-Boote“ hautnah spürt. Dabei ist die Beschreibung keinesfalls belehrend, anklagend oder zutiefst rührend. Es ist brutal ehrlich und verschweigt keineswegs, dass deutsche Frauen von der russischen Armee nach dem langen Krieg auch vergewaltigt wurden. Jedoch werden die Russen nicht schlichtweg grausam dargestellt, denn schließlich waren sie es gewesen, die die „U-Boote“ auch befreit haben und oft ihre Landsleute wegen Vergewaltigungen bestraft haben. Das zerstörte und gebrochene Berlin hatte man stets vor Augen:

Schutthaufen und Menschenketten, die sie abtrugen, Ziegelstapel, Trümmerbahnen und das vielstimmige Ping-Pong der Hämmer, die Steine von Mörtel befreiten (S. 268).

Der junge Leo, dessen Inneres übrigens auch dem Leser größtenfalls als ein undurchsichtiger Schatten im Verlauf des Buches bleibt, steht für jeden jüdischen Jungen der damaligen Zeit. Wir erfahren nicht viel von ihm. Wir wissen nicht wie er aussieht. Und doch fühlte ich mit ihm und konnte seine Handlungen sehr gut nachvollziehen. Die Gestaltung eines solchen Charakters ist eine Kunst. Die Parallelgeschichte um die beiden Jungen, mündete auch schon bald in einer gemeinsamen und äußerst spannenden Abenteuergeschichte. Zur Erhaltung des Spannungsbogens, rückte ein verborgener Schatz in den Vordergrund des Geschehens.

Während des Lesens habe ich auf ein Nachwort gehofft, welches die jungen Leser darüber aufklärt, was in diesem Buch Fiktion und was Realität ist. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Auf fünf Seiten werden die realen Begebenheiten genau erläutert. Und doch bin ich unschlüssig geblieben, ob während der Luftangriffe die Viktoria auf der Siegessäule tatsächlich schwarz angemalt wurde, um den Angreifern keinen Orientierungspunkt zu geben.

Eine verkohlte Siegesgöttin, die nichts  mehr zu verkünden hatte (S. 258)

Die bildhafte Sprache hat mich ebenfalls begeistern können. Das Buch liest sich stolperfrei und punktet mit einigen tollen Bildnissen wie z.B. bei der Beschreibung des Wahns und der Wirklichkeit in der damaligen Bewölkerung (siehe unten).

Der Ballon steigt immer höher, weil sie immer mehr heiße Luft reinpusten. Und je höher der Ballon steigt, desto stärker spannt er sich, weil die Luft außen immer dünner wird. Und desto lauter wird der Knall, wenn der Ballon platzt. Sie wissen, dass das passieren wird. Und trotzdem pusten sie immer weiter heiße Luft rein (S. 6).

Ein sehr gelungenes Verweben von nüchternen, geschichtlichen Fakten und einer spannenden Abenteuergeschichte.

bei amazon.de

Claudia Gliemann und Michael Renouf – Wir Freunde

Ein Freund ist jemand, bei dem du Fehler machen darfst.

Weil er selbst welche macht…

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Charakteristika des Themas Freundschaft. Was macht wahre Freundschaft aus? Ist es Vertrauen, Geborgenheit, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Ehrlichkeit, Authentizität und Zusammenhalt? Freunde sind etwas Wertvolles und das versucht dieses kleine Freundebuch zu vermitteln. Auf 11 Doppelseite wird ein die Freundschaft prägendes Stichwort mit einem kurzen Satz und einem dazu passenden Bild dargestellt. Je zwei unterschiedliche Tiere stellen eine Situation dar, die Freundschaft definiert.

Beim Betrachten und Lesen dieses kleinen Büchleins wurde mein Herz richtig warm. Es sind diese unterschiedlichen Szenarien, die einem sagen, dass Streit und Angst genauso zur Freundschaft gehören wie Spaß und Lachen. Jede Doppelseite beginnt mit der Definition eines Freundes:  „Ein Freund ist jemand, der …“. Die Illustrationen bringen einen zum Schmunzeln und man denkt innerlich „Ja, so ist das.“

Die Haupterkenntnis auf den letzten beiden Doppelseiten finde ich sehr schätzenswert. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur Kindern, mit denen man die Thematik „Freundschaft“ mit diesem Buch tiefer ergründen kann, sondern insbesondere Erwachsenen. Manchmal brauchen wahre Freunde eine kleine Aufmerksamkeit, die ihnen sagt „Ich bin froh, dass es dich gibt! Danke!“

Die einzelnen Bilder eignen sich auch sehr gut als „stummer Impuls“ für den Einstieg in die unterrichtliche Thematik „Freundschaft“. Anhand der Bilder und des Satzanfangs „Ein Freund ist jemand, der …“ lässt sich eine wunderbare Ideensammlung schaffen. Die Bilder könnten aber auch den SuS  im Sinne der Differenzierung als Hilfsmittel dienen, wenn es z.B. darum geht den Begriff an einem table-set (kooperatives Lernen) zu definieren.

Ein Geschenkbuch für wahre Freunde!

bei amazon.de

Katrin Willuhn – Die kleine Backfee

Insgesamt werden in diesem Backbuch 12 Rezepte für kleine Backfeen  präsentiert. Es zeigt, wie schön es ist, selbst einen Kuchen, ein Brot oder Waffeln zu zaubern. Durch die Anzahl der Muffins wird stets der Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Rezepts angegeben. Einem Rezept wird je eine Doppelseite gewidmet und das Gebäck in die Illustrationen mit eingebunden. Bei der „kalten Schnauze“ wird die Backfee dick eingepackt mit einem Hund illustriert und beim Zimtsterne-Rezept sind natürlich Sterne auf der ganzen Seite verteilt. Einige Tipps für einen schön gedeckten Tisch runden das Buch ab, während die letzten vier Seiten für das Notieren von Lieblingsrezepten frei gelassen wurden.

Dieses Backbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch für 8-Jährige Backfeen, die ihre Leidenschaft für das Backen entdeckt haben. Mit Hilfe der Erwachsenen können die Kinder ihrer Backlust nachgehen und als Backfeen durch die Küche herumschwirren und etwas Leckeres zaubern. Es ist wunderschön illustriert und die Zubereitung kleinschrittig erläutert. Bei jedem Rezept wird angegeben, wie viele Mini-Amerikaner, Rosinenbrötchen oder Zimtsterne zu erwarten sind.

Ich hätte mir zur besseren Übersicht gewünscht den Schwierigkeitsgrad nicht nur im Inhaltsverzeichnis zu finden, sondern auch auf den jeweiligen Seiten, sodass man nicht immer hin und her blättern braucht.

Mit einem kleinen Holzlöffel dekoriert, lässt sich dieses Backbuch wunderbar verschenken und zauberhaftes Backvergnügen bereiten!

bei amazon.de

Willy Puchner – Ein Hase auf Reisen

Billy ist ein roter Stofftierhase, der nachts große Reisen durch die ganze Welt unternimmt. Er lauscht mit einer Ratte dem Summen der Bienen, streichelt eine große Spinne am Strand oder beobachtet zwei liebenswerte Ungeheuer. Schließlich begegnet er Dilly, einer roten Hasendame, mit der er fortan gemeinsam neue Abenteuer erlebt.

Willy Puchner hat als Lehrer an einer Kunstschule gearbeitet und danach Philosophie studiert. Beides spiegelt sich in diesem Bilderbuch wider. Es ist vor allem die Absurdität, die die Abenteuer des kleinen Hasen beherrscht. In ein- und demselben Raum werden unterschiedliche Wunschszenarien dargestellt, die nur so vor Illusion strotzen. Schließlich geht es um Träume, weltliche Reisen aber auch Reisen zu sich selbst und natürlich Liebe. Sowohl die Bilder, als auch die kurzen Kommentare offenbaren einen Schleier, der mehr versteckt, als er durchschimmern lässt. Dieses Bilderbuch lässt Fragen entstehen, die nicht sofort beantwortet werden können. Man kommt ins Grübeln.

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch oder Sammlerstück für kunstliebende Erwachsene. Für Kinder ist es nicht wirklich empfehlenswert. Das i-Tüpfelchen ist das beigelegte Poster meines Lieblingsmotivs (siehe unten) in der Größe 297 x 210 mm, welches nun in einem Bilderrahmen über meinem Arbeitsplatz hängt.

Anders, bizzar, eigenwillig, faszinierend,  in Erinnerung bleibend.

bei amazon.de

Bettina Briddigkeit et. al. – Deutsch als Zweitsprache – systematisch fördern

Diese Sammlung an Fördermaterialien basiert auf dem Bilderbuch Die Maus, die hat Geburtstag heut von Paul Maar. Alle Übungen beziehen sich auf das Bilderbuch und bauen aufeinander auf. Da Bilderbücher einen hohen Aufforderungscharakter haben, eignen sie sich besonders gut für Sprechanlässe. Der Fokus dieser Materialien liegt auf der sprechenden Förderung der Zweitsprache. Vielfältige Sprachübungen und Lernspiele fördern den mündlichen Spracherwerb spielerisch und abwechslungsreich. Dabei werden nicht nur einzelne Wörter (Nomen, Artikel, Verben, Präpositionen, Adjektive), sondern vor allem Satzstrukturen eingeübt.

Das Förderbuch ist in Lerneinheiten und Vertiefungseinheiten aufgebaut. Es beruht auf dem spiralcurricularen Lernen. Bereits gelernte Satzstrukturen und Wörter werden immer wieder erneut aufgegriffen und in Vertiefungseinheiten erweitert. Zu jedem Kapitel, das in sich abgeschlossen ein sprachliches Thema behandelt, gibt es Arbeitsblätter. Hierbei können die SuS selbstständig das gemeinsam Erarbeitete wiederholen und festigen. Diese können auch unabhängig von dem Bilderbuch eingesetzt werden. Es geht darum den passenden Begleiter zu finden, die Verben mit den passenden Nomen zu verbinden oder einfach nur das richtige Wort zum Bild aufzuschreiben. Am Ende jedes Kapitels befinden sich passend zum sprachlichen Thema Lieder oder Verse.

Neben bekannten Spielen wie Memory oder Bingo, werden auch tolle Frage-Antwort-Spiele vorgestellt. Da sie stets passend zum sehr motivierenden Bilderbuch in Verbindung stehen und ein großer Wert auf die Einbindung von Realia gelegt wird, kommt den Kindern das Lernen  spielerisch und sehr natürlich vor.

Ich habe diese Unterrichtsmaterialien in einer kleinen Fördergruppe angewandt und die Kinder fanden nicht nur das Bilderbuch sehr unterhaltsam, sondern waren auch sehr dankbar für die Unterscheidung von Nomen (eckige Minibildkarten) und Verben (runde Minibildkarten), die sie in ihrer Wörterbox gesammelt haben. Die Erstklässler haben sehr früh verinnerlicht vor welchen Wörtern ein Begleiter stehen muss, ohne dass wir es explizit grammatikalisch erläutern mussten.

Ein rundum gelungener Vorschlag zur Förderung der Zweitsprache Deutsch.

Deutsch als Zweitsprache – systematisch fördern

beim Persen Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)

Meike Munser-Kiefer und Eva-Maria Kirschhock – Lesen im Leseteam trainieren

Dieses Buch stellt ein Trainingsprogramm vor, das speziell für die besonderen Bedürfnisse von Grundschulkindern an der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt und unter dem Titel „Leseprofi im Leseteam“ an zahlreichen Schulen erprobt wurde. Das Besondere dabei ist, dass die SuS die Lesetexte nicht in Einzelarbeit, sondern in der Kleingruppe – dem sogenannten Leseteam – bearbeiten. Nach der Einführung von Lesestrategien übernimmt jedes Kind in seinem Leseteam für einen Textabschnitt die Lehrerrolle und leitet seine Mitschüler zur richtigen Anwendung der Strategien an. So werden auch allgemeine Schlüsselkompetenzen wie Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktlösefähigkeit gezielt angebahnt und eingeübt.

Dieser Band enthält 25 komplette Trainingseinheiten mit ausführlichen Unterrichtsverläufen und Tafelbildern. Außerdem werden 150 Kopiervorlagen für Arbeitsblätter, Lesetexte, Folien und Übungsmaterial bereit gestellt.

Das vorgestellte Programm gliedert sich in vier Teile: Einführung (Ich werde ein Leseprofi!), Lesefertigkeit (Blitzlesen im Leseteam trainieren), Leseverständnis (Lesestrategien im Leseteam trainieren) und Trainingsphase. Zu den Lesestrategien gehören: Unklarheiten beseitigen, Fragen stellen und beantworten, Zusammenfassen, Vorhersagen.

Das Führen eines Leseprofihefts soll der Motivation und Ergebnissicherung dienen. Die Einheiten sind tabellarisch dargestellt mit genauer Angabe der Lehrer-Schüler-Aktivitäten. Dabei werden die Schritte Anknüpfung, evtl. Motivation, Erarbeitung, Sicherung, Reflexion und evtl. Hausaufgabe beachtet.

Das Programm ist so angelegt, dass es vollständig durchzuführen ist, obwohl einzelne Strategien kürzer gefasst bzw. übersprungen werden können.

Lesestrategien sind für die Lesekompetenz von sehr großer Bedeutung. Daher sollen sie auch schon früh angebahnt und explizit bewusst gemacht werden. Hier knüpft dieses Programm an und verbindet die Einübung der Lesestrategien in der kooperativen Form der sogenannten Leseteams. Die Herangehensweise erinnert sehr stark an das reziproke Lesen, eine Lesemethode bei der vier SuS einen Text abschnittweise gemeinsam erarbeiten. Sie übernehmen abwechselnd verschiedene Aufgaben, die auf Rollenkarten vermerkt sind.

Da das Leseinteresse bei diesem Programm nicht im Fokus steht (siehe S. 7), bin ich auch von den meisten vorgegebenen Lesetexten nicht besonders angetan. Da wäre mir eine kleine Textauswahl lieber gewesen, aus der sich die SuS ihren Interessen entsprechend einen Texte aussuchen könnten. Hier würde ich den Unterricht doch noch weiter öffnen wollen, als es bei diesem Programm der Fall ist. Ich bin ebenfalls kein Fan von strikt vorgegebenen Verläufen, da ich denke, dass man es von Lerngruppe zu Lerngruppe abwandeln muss. Daher würde ich persönlich die Trainigseinheiten als Inspiration sehen und die Ziele, die dahinter stecken zum Teil anders angehen. Die stetige, sinnvolle Einbindung von Reflexionsimpulsen ist dagegen sehr gut gelungen und stellt eine Bereicherung dar.

Insgesamt ist der Gedanke, der hinter diesem Programm steckt, eine sehr zu befürwortende strukturierte Leseförderung, die bereits vom BLLV prämiert wurde.

Zu diesem Konzept bietet der Auer Verlag eine Materialbox an, die 1 Buch mit 12 neuen Lesetexten und dazugehörigen Kurzlexika, ein  Lerntagebuch, 300 Wort- und Stationenkarten, einen Strategietest und eine CD-ROM mit allen Arbeitsblättern und Wortkarten als veränderbare Word-Dateien enthält.

Ein zeitaufwändiges Trainigsprogramm mit einer sinnvollen Zielsetzung.

 

Lesen im Leseteam trainieren

beim Auer Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)

Lonely Planet – Hawaii

Die Lonely Planet Reiseführer sind bekannt für ihre ehrlichen und ausführlichen Beiträge über das Land und die Leute, mit spannenden Adressen für jeden Geldbeutel. Mit ein wenig Witz und Charme gewürzt, wird das Lesen zu einer erheiternden Angelegenheit.

Dabei ist der Reiseführer kein Bildband über das Reiseziel, die Fotografien sind rar gesät. Der Fokus liegt tatsächlich auf den ausführlichen Informationen über die einzelnen Inseln von Hawaii mit sehr vielen detaillierten Karten und vor allem Tipps für Hotels und Restaurants, Touren und Natur. Dies ist vor allem für Urlauber, die das Land auf eigene Faust erkunden wollen, von sehr großem Vorteil. So haben wir in den vergangenen Urlaubsorten das ein oder andere Erlebnis, auch in Bezug auf Restaurantempfehlung, den Lonely Planet Reiseführern zu verdanken. Es wurden wahre Schätze ausgekundschaftet, auf die wir selber nicht gekommen wären.

Im Reiseführer wird ebenfalls auf die Geschichte und die Bewohner des Landes eingegangen. Die Landesküche, typische Handarbeit wie die Leis finden genauso Erwähnung wie praktische Informationen in Bezug auf die Elektrizität, Zoll, Versicherung, Verkehrsmittel und Gesundheit. Den Abschluss bildet ein kurzer Sprachführer, der die wichtigsten Phrasen auf deutsch und englisch zusammenfasst. Auch landestypische Ausdrücke für einige Essensspezialitäten werden im Glossar verständlich erklärt.

Lonely Planet erkärt, dass die Autoren vor Ort recherchieren und nicht einfach über das Internet oder Telefon. Das merkt man den Beiträgen an, wenn es z.B. heißt dass beim Verfassen des Berichts ein bestimmtes Museum zu diesem Zeitpunkt geschlossen war, sodass darüber erst aus zweiter Hand berichtet werden kann.

„Lonely Planet möchte Menschen zusammenbringen, die Welt verstehen, inspirierende Eindrücke und Erfahrungen austauschen, die das Leben bereichern und Spaß machen. Reisen ist ein wunderbarer Weg zu Toleranz, Verständnis und Respekt in unserer Welt.“

Ein Reiseführer mit wertvollen Tipps für Hotels, Restaurants und Freizeitbeschäftigungen für Urlauber, die das Land auf eigene Faust erkunden wollen.

bei amazon.de

Elisabeth Steinkellner und Michael Roher – Ein Rucksack voller Sand

Paula träumt vom Reisen. Wie gern würde sie in den Dschungel, die Wüste sehen, auf den höchsten Berg der Welt oder einfach nur am Strand sitzen und das Meer schmecken. Paula hat das Fernweh gepackt. Doch ihre Eltern sind übervorsichtig und machen sich große Sorgen. Sie warnen sie vor den Gefahren und dem drohenden Unheil. Als eines Tages ein Freund vor der Tür steht und frohen Mutes verkündet, dass er verreisen wird, schließt sich Paula ihm sofort an. Gemeinsam erleben sie auf ihrer Reise unvergessliche Abenteuer. Als Paula wieder nach Hause kommt, ist die Freude groß. Paulas Rucksack ist voll mit Sand, weil sie lauter Dinge mitgebracht hat, die man nicht sehen kann:

„Eine ordentliche Portion Geduld. Und haufenweise Fremdwörter. Eine große Ladung Mut. Und viele neue Freunde. Eine ganze Menge Farben, Gerüche und Geschmäcker. Und ein Meer an schönen Erinnerungen.

Dieses Bilderbuch habe ich bereits nach dem Betrachten der Titelseite ins Herz geschlossen. Jedes Detail ist so passend und stimmungsvoll gezeichnet, dass ich nicht umhin kam auf dieser Seite minutenlang zu verharren. Die Körpersprache des Mädchens, in der absolute Sehnsucht und Lebensfreude widerspiegelt. Die rosafarbenen Bäckchen, die auf die Aufregung und Vorfreude hindeuten und zu ihren Füßen die Wunder unserer Welt, die erkundet und entdeckt werden möchten.

Zu dieser Thematik habe ich eine ganz besondere Bindung, sodass ich es vortrefflich finde, wie einfühlsam Elisabeth Steinkellner die Besorgnis der Eltern schildert und die Sehnsucht des Mädchens endlich dem Alltag zu entfliehen, um mehr von der Welt zu sehen und einen Blück über den Tellerrand zu werfen.

Die in Collagentechnik gearbeiteten Illustrationen sagen ebenfalls das aus, was der Text unterschwellig andeutet. Paula ist anfangs durchsichtig und bekommt mit jedem Abenteuer einen Farbklecks auf ihrer Kleidung dazu. Jede Erfahrung macht uns reifer, klüger und eben bunter, interessanter. Die Farbgebung ist gediegen und ruhig. Lediglich die „Welt da draußen“ bekommt farbige Akzente und weitet sich im Verlauf der Geschichte weiter aus.

Die oben zitierten Mitbringsel deuten bereits an, wie wertvoll Reiseerfahrungen sein können und die Wörter sind überwältigend passend gewählt. Doch auch das Heimkommen ist schön und wird auf der letzten Seite augenzwinkernd unterstrichen.

Ein Bilderbuch, das voll ins Herz trifft.