Max Kruse und Doris Eisenburger – 1000 Stiefel

Klappentext:

„Ein Märchen? Ja, aber eines, das auf einer realen Begebenheit beruht. Ein Schelmenstück? Ja, aber eines, in dem ein hübsches Mädchen das Schlauköpfchen ist, das über den Mächtigen triumphiert. Dazu eine Liebesgeschichte und ein Beispiel dafür, wie Geduld und Klugheit mit ein bisschen Glück, das nun einmal zum Leben gehört, zum Ziele führen.“

Inhalt:

Das Töchterchen Ninatschka des Schusters Pjotr Sohlewitsch kennt ihren passenden Schuh und das ist  Boris Rubelew, Söhnchen eines reichen Grundbesitzers der Stadt Mausopol. Der arme Schuster bekommt eines schönen Tages 1000 Stiefel von einem fernen Verwandten vererbt. Um diese Stiefel jedoch ins Land bringen zu können, muss erst ein saftiger Zoll auf jegliche Ware auferlegt werden. Bei dem Gedanken muss der arme Schuster fürchterlich schluchzen, sodass sein hübsches Töchterchen ihm den Rat gibt: „Kommt Zeit, kommt Rat. Und am Abend ist man schlauer als am Morgen.“ Er soll doch nur die 1000 linken Stiefel ins Land holen. So geschah es. Da staunte der Zöllner nicht schlecht, was man mit so vielen linken Stiefeln anstellen soll, zum Tragen waren sie jedenfalls nicht geeignet… Die hübsche Ninatschka hatte aber nicht nur diesen Rat auf Lager, sondern flüsterte hier und da so einiges. Für ihren Liebsten, den Sohn des örtlichen Fürsten hatte sie auch einige Ratschläge parat und schaffte es mit Klugheit und viel Geschick letztlich nicht nur die 1000 Stiefel ins Land zu holen, sondern auch den für sich passenden Schuh, den Boris Rubelew, an sich zu binden.

Rezension:

Das mit Musik untermalte Märchen wurde von Franz-David Baumann vertont und von Henk Flemming gelesen. An einigen Stellen finden sich leichte Abweichungen von der Printversion, was jedoch dem Inhalt keinen  Abbbruch macht. Auf jeder Seite im Buch ist ebenfalls vermerkt auf welchem Track man die Stelle auf der CD findet, sodass Lesen und Hören auch gleichzeitig funktionieren kann. Die Stimme des Vorlesers ist angenehm, die Erzählung ist zwischendurch immer mit schöner Musik untermalt, auch mit einigen Liedern. Der traditionell russischen Zeichenkunst hat Doris Eisenburger einiges abgeschaut, sodass die Illustrationen sehr authentisch wirken. Ein Samowar, die typischen Kopftücher, die Birken, der Akkordeon, die Karten, die Troika – Russland ist so wunderbar eingefangen in diesen Bildern! Das Betrachten und Entdecken ist ein Genuss!

Die Geschichte birgt neben dem Witz noch eine tolle Lehre in sich: Geduld und Köpfchen werden sich im Leben bewähren und früher oder später zum Erfolg führen!

Fazit:

Ein Buch und Hörbuch in einem, eingebettet in ein gelungenes Märchen!

Vielen Dank an den Annette Betz Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Achim Bröger und Frauke Bahr – Trödel nicht so, Moritz!

Klappentext:

„Trödel nicht so!“, sagt die Mama. Aber Trödeln ist doch so schön, findet Moritz. Und wenn man sich zu sehr beeilt, kann es einem schließlich passieren, dass man plötzlich Seifengeschmack im Mund hat. Wie das passieren kann, warum ein nasser Mann in Moritz Badezimmer steht und ob Moritz am Ende wirklich nicht mehr trödelt, davon erzählt dieses Bilderbuch.

Inhalt:

„Du bist heute wieder mal langsam wie eine Schnecke“, sagt die Mama zu Moritz. Sie selber flitzt bereits früh morgens durch das ganze Haus und hat einen Haufen Erledigungen zu machen. Moritz dagegen lässt alles ganz langsam angehen und findet, dass seine Mama wie eine Rennauto ist, welches mal bremsen und so richtig schön trödeln sollte.

Doch es gibt jemanden, der noch schneller als die Mama ist, Herr Paul, der Nachbar, er ist nämlich so schnell wie eine Rakete!  Eines Morgens bekommt Moritz von Herrn Paul plötzlich Besuch im Badezimmer. Dieser steht vor Wasser und Seife triefend vor ihm.   Bei diesem Anblick entschließt Moritz sich doch nicht an Herrn Paul ein Beispiel zu nehmen, stattdessen seiner Mama mehr Ruhe und Gelassenheit beizubringen, denn trödeln kann ja sooooo schön sein!

Meinung:

Das Buch besticht mit sehr farbenfrohen Illustrationen und verdeutlicht durch den Protagonisten, den kleinen Moritz, wie die Welt der Erwachsenen auf die Kinder wirkt. Ständig hat man es eilig, es gibt tausende Erledigungen zu tun und man ist nur am Flitzen. Dabei bleibt kaum Zeit sich zu entspannen, die schönen Dinge im Leben auf sich wirken zu lassen und diese bewusst zu genießen. Herr Paul dient dabei als ein abschreckendes Beispiel, der absolut nicht weiß wie man es ruhig angehen lässt und stattdessen alles in Hektik und Chaos endet. Die sehr amüsanten Beispiele, wie er es möglichst schnell durch den Alltag schafft, bringen dabei nicht nur die Kinder zum Lachen.

In der Tat kann es dem Menschen auch manchmal sehr gut tun, einfach zu trödeln, so wie Moritz! Da kann so mancher Erwachsener sich das bei ihm ruhig öfter mal abgucken!

Fazit:

Trödel doch mal, denn das kann soooo schön sein!

Vielen Dank an den Kaufmann Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Margarita Klein, Hartmut E. Höfele, Sabine Hirler – Sanfte Klänge

Klappentext:

„Kommt ein Kind auf die Welt, bringt es bereits einiges an Klangerfahrung mit. Dieselben Klänge, nach der Geburt wieder gehört, vermitteln ihm Kontinuität, geben ihm Sicherheit und Vertrauen. „Sanfte Klänge“ laden dazu ein, diese Klangwelten bewusst zu erfahren und dabei zu erleben, wie sie die emotionale Entwicklung der Kleinsten fördern und die Kommunikation mit ihnen unterstützen. Das Buch vermittelt dazu Hintergrundwissen und bietet viele praktische Anregungen, Musik und Klänge in den Alltag mit Kleinkindern einzubeziehen – ob zu Hause oder in der Krippe. Die CD bietet Musik und Klänge zum Lauschen und Entspannen, als Begleitung für Fantasiereisen und Massagen, Lieder zum Schmusen, Mitsummen, Trösten, Einschlafen, Spielen und Bewegen.“

 

Rezension:

Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt: Musik ist überall, Mit Musik in die Welt, Muttersprache – der schönste Klang der Welt, Musik hören – Klänge erzeugen, musikalische Entwicklung bis zum 3. Lebensjahr, mit Babys und Kleinkindern musizieren und Ermunterungs- und Entspannungsmusik. In dem Kapitel Musik ist überall wird darauf eingegangen welche Einflüsse Musik auf Seele und Körper hat, was es alles bewirken kann. Anschließend wird genau beschrieben was das Kind im Mutterleib denn bereits alles hören kann, dabei begleiten den Leser auch immer „Anregungen“, die Tipps geben, auch in Verbindung zu der mitgelieferten CD. Zwischendurch sind auch einige Lieder bzw. Verslein zu finden. Ausgehend von der großen Bedeutung der Musik wird auf das Kind im Mutterleib eingegangen und aufbauend auf die Entwicklung des Kindes fortwährend die Wichtigkeit des Musizierens verdeutlicht. Dabei werden nicht nur die Sinne vernetzt, sondern auch durch Lieder und Reime die Sprachentwicklung gefördert. Einige ausformulierte Fantasiereisen runden das Buch schließlich ab.

Das Buch bietet wirklich fundiertes Wissen über die Bedeutung der Musik und ist nicht nur  informativ, aber bietet auch viele Tipps zur praktischen Umsetzung. Auf der mitgelieferten CD sind insgesamt 12 Musikstücke, einige mit Vogelgezwitscher, andere mit Gesang der Buckelwale, Wassersounds, sanfter Wind etc.

Fazit:

Hilfreiche Informationen und praxisnahe Anregungen, die die Entwicklung des Kindes bereichern.

Bewertung:



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Lena Hesse – Fred & Anabel

Klappentext:

„Fred und Anabel haben einen traumhaften Sommer verbracht. Doch dann kommt der Herbst. Anabel beginnt zu frieren – sie muss in den Süden ziehen. Anabel hält es ohne Fred kaum aus. Und Fred vermisst Anabel. Doch auch der längste Winter geht irgendwann vorbei. Und tatsächlich sind sich Fred und Anabel die ganze Zeit über viel näher, als sie gedacht haben … “

Inhalt:

Fred, ein Kater und Anabel, eine Graugans, sind die besten Freunde und machen alles gemeinsam. Bis schließlich der Winter kommt und Anabel mit den anderen Graugänsen in wärmere Gebiete ziehen muss. Fred dagegen bleibt lieber auf dem warmen Ofen bei Paula Mai. Beide vermissen sich ganz schrecklich. Und so beschließen sie sich gegenseitig einen Brief zu schreiben. Und nun wussten sie, dass es dem anderen gut geht und die Zeit bis zum Wiedersehen schritt nun viel schneller voran!

Meinung:

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von den Illustrationen von Lena Hesse geworden, die Bilder haben einen Wiedererkennungswert und es ist jedes Mal ein Genuss im Buch zu blättern und die Bilder auf sich wirken zu lassen. Die Schatten der davon ziehenden Vögel, der Kater auf dem warmen Ofen, die Sehnsucht ist in den Bildern beeindruckend festgehalten. Auch inhaltlich bietet das Buch so einiges an Gesprächsstoff: Trennung und die damit verbundene Sehnsucht. Das Thema ist heute mehr denn je aktuell und betrifft so einige Kinder. Des Weiteren kann das Thema „Zugvögel“ aufgegriffen werden und mit den Kindern zusammen erarbeitet werden. Wieso ziehen die Vögel in ferne Gebiete? Woher kennen sie den Weg? Wann wissen sie, dass es Zeit ist zurückzukehren?

Ebenso  toll ist der Schriftwechsel beim Thema „Brief“; die Druckbuchstaben werden nun zu einer krakeligen Schrift, einige  Wörter sind durchgestrichen, man findet Tintenkleckse und einen Tatzenabdruck. Allerdings erging es mir inhaltlich manchmal so, dass ich nicht wusste weshalb bestimmte Details erwähnt wurde, die fand ich überflüssig und eher störend („Anabel konnte die Menschen nicht leiden“) Die Marienkäferdame konnte da auch durchaus anders eingeführt werden… Nichtsdestotrotz bleibt es ein gutes Buch mit wunderschönen Bildern!

Fazit:

Die Themen Freundschaft, Trennung, Sehnsucht und Liebe werden sehr einfühlsam aufgegriffen und bieten viel Diskussionsstoff.

Bewertung:

Vielen Dank an den Kinderbuchverlag Wolff für die Bereitstellung dieses Rezensionsxemplars!

Lilli Messina – Opa ist … Opa!

Klappentext:

„Opa wird gefüttert. Opa fährt Roller. Opa macht Unsinn. Pepe ist sich sicher: Opa ist ein Baby! Doch Pepes Mama ist anderer Meinung.

Ein Buch über Pepe, seinen Opa, seine Mama und über alte und junge Menschen.“

Rezension:

Pepe entdeckt an seinem Opa ganz viele kindliche Eigenschaften, z.B. hat sein Opa nur ganz wenig Zähne, er wird oft genauso wie Pepe von der Mama gefüttert, er kann sich nicht alleine die Schuhe binden etc. Da geht für Pepe natürlich das Licht auf: Opa ist ein Baby! Doch Pepes Mama beweist ihm, dass Opa doch kein Baby ist … und so muss Pepe feststellen: Opa ist ein toller Opa!

Lilli Messina hat da eine ganz tolle Arbeit geleistet, die Illustrationen sind einfach ulkig. Die Gemeinsamkeiten von Jugend und Alter werden auf eine urkomische Weise aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt. Die Schrift wurde daher angepasst und ist sehr krakelig und schief. Auf eine wundervoll humoristische Weise wird das gemeinsame Leben von drei Generationen geschildert. Anhand dieses Buches kann das Thema Pflege älterer Menschen ebenfalls gut angeschnitten werden.

Fazit:

Ein Buch welches weder Jung noch Alt vorenthalten werden sollte. Lacher sind jedenfalls garantiert!

Bewertung:


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Friederun Reichenstetter und Hans-Günther Döring – Wie leben die kleinen Waldameisen?

Klappentext:

„Die junge Ameisenkönigin hat es geschafft: An einem sonnigen Platz im Wald hat sie einen neuen Statt gegründet. Ihr Ameisenhügel wächst und wächst. Denn die Ameisen arbeiten eifrig zusammen. Jede hat ihre Aufgabe. Manchmal aber geschieht etwas Verblüffendes: Schleicht sich doch ein fauler Käfer ein – mit einem richtig schlauen Trick …“

Rezension:

Das Sachbilderbuch gibt es inkl. einer Audio-CD, auf der die Geschichte noch einmal von Markus Grimm vorgetragen wird. Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm, die Geschichte wird außerdem mit Naturgeräuschen, wie z.B. Vogelgezwitscher untermauert. Wunderbare farbenprächtige Illustrationen lassen den Leser in die Welt der Ameisen eintauchen. Es geht los mit der Ameisenkönigin und ihren Aufgaben, der Paarung, dem Ameisenbau, dem Nachwuchs, den Feinden und endet mit dem Winterschlaf. Auf einigen Doppelseiten werden ergänzende Informationen dargestellt: Entwicklung der Ameise, die Nahrung, Waldschädlinge, die von den Ameisen gefressen werden und vieles mehr. Im kapitelweisen Verlauf der Geschichte wird die Neugierde der Kinder nachgeahmt, indem einige Fragen, die durchaus von den Kindern kommen könnten, in rot hervorgehoben, gestellt werden. Die Antwort steht prompt dahinter. Auch der Sprecher stellt nach dem Vorlesen des jeweiligen Kapitels einige Wissensfragen, die die Kinder, wenn sie richtig aufgepasst haben, auch beantworten können. Leider finde ich die Wartezeit doch relativ kurz, sodass man erst gar nicht zum Grübeln kommt. Die Idee der Integration eines Fragespiels zum Verständnis ist jedoch  toll!

Im Anschluss werden die Ameisenfreunde noch einmal persönlich angesprochen und  die Körperteile der Ameise bildlich sehr schön dargestellt. Außerdem wird kurz auf die unterschiedlichen Arten der Ameise eingegangen und Verblüffendes aus der Ameisenwelt erzählt.

Die Informationen sind durchaus sehr detailliert, dennoch kindgerecht dargestellt. Auch manch Erwachsener wird so einiges aus dem Buch mitnehmen können. Oder wussten Sie schon weshalb die Ameisenkönigin sich gleich nach der Paarung mit den Vorderbeinen ihre Flügel abbricht? Nein? Dann unbedingt auf Seite 4 nachlesen!

Fazit:

Ein bezauberndes Sachbilderbuch über das Leben der Waldameisen. Die Naturwelt bietet so einiges an Verblüffung und spannenden Ereignissen!

 

Bewertung:

Verschlagwortet mit

Min-ki Kim und Mun-hee Kwon – Abschied von Aika

Klappentext:

„Fast jedes Jahr bekommt Aika einen Wurf Welpen, doch eines Tages wird sie krank und bleibt in ihrem Korb liegen. Noch ehe der Tierarzt Aika behandeln kann, läuft sie fort. Für das kleine Mädchen beginnt die Suche nach der geliebten Freundin, doch schließlich heisst es Abschied nehmen für die beiden.“

Rezension:

Abschied von Aika handelt von Verlust,  Tod, aber auch von einer tiefen und innigen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem geliebten Hund Aika. Dieser wird in einem Jahr im Herbst krank, doch ehe der Tierarzt ihr eine Spritze geben kann, ist die Hündin auch schon verschwunden. Nun beginnt für das Mädchen, welches im Verlauf des Buches namenlos bleibt, eine Suche nach ihrem geliebten Hund. Sie sucht im Wald, auf dem Spielplatz, erkundigt sich bei jeglichen Menschen, bis sie von einer älteren Dame eine schreckliche Nachricht hört …

Besonders rührend finde ich die Erinnerungen von diesem Mädchen an ihre Hündin, ihre Träume und die offene Erkenntnis, dass sie Aika unglaublich vermisst und manchmal glaubt, sie zu sehen, wie sie auf sie wartet. Die Stimmung des Buches ist sehr gut in den Bildern festgehalten, die Farben sind trüb, vordergründig grau und braun. Die meisten Personen werden als dunkle Schatten dargestellt, nur Aika und das Mädchen sind genauer zu erkennen. Die Stimmung ist eher drückend, lediglich die letzten Worte bringen etwas Licht. Ich hätte mir nichtsdestotrotz eine positivere Grundstimmung gewünscht oder gar die Integration einiger Bewältigungsvorschläge, denn schließelich gehört der Tod zum Leben dazu …

Dieses Buch ist keine typische Gutenacht-Geschichte, es sollte schon für „besondere“ Anlässe eingesetzt werden. Wenn Kinder ein bestimmtes Ereignis zu verarbeiten haben: Verlust oder Tod eines Haustieres oder eines geliebten Menschen.

Es  könnte ebenfalls im Kunstunterricht in der Grundschule in der Farbenlehre eingesetzt werden, um mit den Kindern gemeinsam die Farbwahl und den Inhalt der Geschichte zu vergleichen.

Fazit:

Eine vorsichtige Annäherung an das empfindliche Thema „Leben und Tod“, mit welchem sich jeder früher oder später auseinandersetzen muss.

Bewertung:


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Karen Meffert und Barbara Connell – Warum die Menschen einen Nabel haben

Klappentext:

„Die Geschichte von Lori, Tukan und den Menschen im Regenwald ist nicht nur spannend und unterhaltsam: Behutsam hilft sie den Kindern, eines der größten Wunder zu verstehen – das der Zeugung und der Geburt.
Diese neu erzählte und illustrierte Ausgabe des beliebten Buches von Karen Meffert ist eine zeitlose Parabel auf die Freundschaft, das Vertrauen und darauf, dass man manche Geheimnisse erklären kann, ohne sie zu entzaubern.“

Inhalt:

Lori, der Papagei lebt in einer Großstadt und wird von anderen Stadtvögel verspottet, denn sie meinen er sei so bunt wie  ein Clown. Eine Schwalbe bemerkt, dass sein zu Hause weit weg  im warmen Süden sei. Also fliegt Lori immer der Sonne nach in den Süden, bis er endlich an einem Ort ankommt, wo viele Vögel genauso bunt sind wie er selbst. Tukan, ein schwarzer Vogel mit einem roten Schnabel möchte von Lori wissen, weshalb Menschen ein kleines Loch auf dem Bauch haben. Doch diese Frage kann auch Lori nicht beantworten, verspricht jedoch Tukan eine Antwort auf diese Frage zu finden. Und so bringt Tukan Lori zu den Menschen, da konnte Lori beobachten, dass die Menschen keine Kleidung trugen und so war auch ihr Bauchnabel sichtbar. Frauen und Männer, sie alle hatten ein kleines Loch im Bauch. Schon bald haben die Kinder Lori entdeckt und so freundet sich Lori mit Tivu und Piru an. Der Papagei erkundigte sich bei allen Tieren,was dieses kleine Loch im Bauch denn soll, doch keiner konnte ihm eine Antwort geben. Bis er schließlich einen Leuchtkäfer traf, dieser hatte nämlich ein Geheimnis, denn er konnte in den Bauch eines Menschen schauen. Loris Frage beantworten konnte er dennoch nicht, versprach allerdings eine Antwort zu finden. Die Jahre vergehen und Piru und Tivu werden immer größer, Lori kann nun all die Veränderungen an ihren Körpern mitansehen. Eines Tages fragt Piru seine Freundin Tivu, ob sie ihn nicht heiraten möchte und so bauen sie eine Hütte und feiern ein großes Fest. Es folgt die Hochzeitsnacht und während Lori vor Müdigkeit einschläft, kann der Leuchtkäfer alles beobachten. Den beiden entgeht auch nicht wie Tivus Bauch immer praller wird und ihr Körper sich insgesamt verändert. Der Leuchtkäfer kann Lori immer ganz genau beschreiben wie Tivus Kind sich im Bauch ebenfalls verändert und er entdeckte dabei auch die Antwort auf Tukans Frage … „

Meinung:

Andreas Gerber (nein wir sind nicht verwandt ;-)) greift die Geschichte von Karen Meffert auf und erzählt sie mit einigen inhaltlichen Änderungen nach. Die Frage, der Lori nachgeht und die sich im Titel des Buches ebenfalls widerspiegelt, finde ich sehr treffend gewählt, denn hier wird von einer Gemeinsamkeit der Menschen ausgegangen und von diesem Punkt aus werden die Unterschiede beleuchtet. Aus der Perspektive eines Vogels werden die körperlichen Veränderungen der beiden Kindern sehr schön beschrieben, auch der Geschlechtsakt in der Hochzeitsnacht ist verständlich und kindgerecht beschrieben, auch die Bilder sind 6 Jährigen durchaus zuzumuten. Die Tatsache, dass der Leuchtkäfer in den Bauch der Menschen schauen kann, verdeutlicht noch einmal die Entwicklung des Kindes im Bauch.

Dieses Buch eignet sich, mit leichten Abänderungen, durchaus für den Aufklärungsunterricht in der Grundschule. Die Einbettung der Aufklärung in eine Rahmenhandlung ist sehr sinnvoll und wäre ein sehr schöner Einstieg, welcher es den Kindern noch greifbarer machen würde.

Fazit:

Ein sehr ansprechendes Aufklärungsbuch zum Thema Pubertät, Sexualität und das Wunder der Geburt.

Bewertung:

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Karl Rühmann und Lena Hesse – Ole kann nicht schlafen

Klappentext:

„Was tun, wenn man nicht schlafen kann? Ole versucht es mit Zählen. Gar nicht so einfach, denn schließlich will er bis zu seiner Lieblingszahl kommen. Aber zum Glück hat Ole lauter gute Ideen. Und jedes Problem hat seine Lösung!“

Inhalt:

Ole liegt im Bett und kann einfach nicht einschlafen. Er lässt den Tag revue passieren und dadurch kommt er auf die Idee bis zu seiner Lieblingszahl, der 10 zu zählen, denn bekanntlich macht ja das Zählen müde. Doch was soll er bloß zählen? Die Murmeln! Leider hat er nur 6 davon und das ist zu wenig, da fehlen noch 4 bis zur 10. Also hält er Aussicht nach etwas anderem Zählbaren. Plüschtiere! Auch hier sind es keine 10! Was soll er bloß zählen? Die Sachen aus dem Kleiderschrank? Oder gar Bücher? JA! Ole schaut sich die vielen Bücher an und erinnert sich an die Geschehnisse, u.a. Nr. 5 „war groß, hatte ganz viele Seiten und erklärte, warum alle Menschen einen Bauchnabel haben“.  Und 10? Worum ging es da? „Um einen Jungen, der nicht schlafen konnte…“

Meinung:

Dieses Buch besticht zuerst mit seiner Aufmachung, denn die Darstellungsart empfand ich sehr außergewöhnlich, ja schon fast dreidimensional. Lena Hesse hat das Licht sehr gekonnt eingesetzt und dadurch sehr viel Tiefe geschaffen. Auch der Perspektivenwechsel (Frosch vs. Vogel) ist sehr beeindruckend!

Auch Kinder kennen das, wenn man partout nicht einschlafen kann. Ole ist hier ein sehr niedliches Beispiel  und zeigt was man dagegen machen kann! Absolut top ist natürlich dieses Buch-im-Buch-Vorkommnis. Spoiler! Ole schläft letztendlich ein, indem er ein Buch über sich selbst liest! Eine wunderbare Idee! Auch die abschließende Illustration finde ich einfach grandios! Ende Spoiler.
Das bei Nr. 5 genannte Buch „Warum die Menschen einen Nabel haben“ wurde von mir ebenfalls rezensiert.

Fazit:

Ein wundervolles Buch über einen Jungen, der nicht einschlafen kann, sich jedoch zu helfen weiß. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung!

Bewertung:

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Hilde Vandermeeren und Marjolein Pottie – Der zwölfte Mann

Klappentext:

„Marco spielt endlich Fußball im Verein. „Schieß mit dem rechten Fuß, dein linker ist noch zu schwach“, sagt sein Vater. Doch welcher ist der rechte Fuß? Und wo ist links? Sein Freund Lukas kennt da einen Trick. Um seinen Daumen ist ein Pflaster. „Pflaster heißt rechts“, erklärt Lukas. Ob Marco auch das Pflaster hilft?“

Inhalt:

Marco spielt am liebsten Fußball und ist sogar in einem Verein. Sein außerordentlich motivierter Vater ist sein größter Fan und möchte Marco unterstützen und das macht er indem er Marco lauthals während des Spiels Tipps gibt. „Lauf nach links und dann nach vorne!“ Doch wo ist links? Marco kann so auf die Schnelle links und rechts nicht unterscheiden, bis sein bester Freund ihm einen Trick verrät. Lukas klebt sich einen Pflaster auf den rechten Daumen und da wo das Pflaster ist, ist auch rechts. Doch hilft Marco dieser Tipp wirklich? Und wird Marco dem immer wachsenden Druck des zwölften Mannes standhalten können?

Meinung:

Vordergründig scheint es in dem Buch um Fußball zu gehen, doch hier steckt viel viel mehr. Da wäre zum einen die Vater-Sohn-Beziehung: Wie wirkt sich ein forderndes und bestrebtes Verhalten eines fürsorglichen Vaters auf seinen Sohn aus? Welche negativen Seiten könnte ein solches Verhalten haben? Aus der Sicht von Marco wird dieses Thema sehr sensibel angeschnitten und gezeigt, dass es durchaus auch anders funktionieren kann und zwar sodass beide an der Sportart Spaß haben können. Weiterhin ist da das Problem der rechts und links Unterscheidung. Ein Problem, welches ziemlich verbreitet ist und das nicht nur bei Kindern, einige  meiner Kolleginnenhaben ebenfalls damit zu kämpfen. Insofern empfinde ich das bewundernswert wie der Autor mit diesem Thema umgeht und sogar auch einen Lösungsvorschlag anbietet.

Nicht umsonst wurde dieses Buch mit der „Nederlanse Kinderjury“ und dem „Silbernen Griffel 2005“ ausgezeichnet.

Fazit:

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Bewertung:


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