Alexander Steffensmeier – Lieselotte versteckt sich

Die Kuh Lieselotte liebt es mit den anderen Bauernhoftieren Verstecken zu spielen. Aber da sie so groß ist, ist das Finden eines guten Verstecks für sie nicht so einfach. Als sie einen großen Baum erblickt, beschließt die kurzerhand in die schwindelerregende Höhe zu klettern. Ihre Freunde suchen sie vergeblich. So schön der Ausblick vom Baum auch ist, so ganz alleine wird es ihr dann doch langweilig. Leider erweist sich der Weg nach unten ziemlich gefährlich  und so gesellt sich ein Freund nach dem anderen zu ihr mit der vergeblichen Absicht ihr herunterzuhelfen … ist eine Rettung noch möglich?

In diesem Band wird ein neues Abenteuer der beliebten, durchaus verrückten und doch liebenswerten und abenteuerlichen Kuh Lieselotte festgehalten. Das Szenario ist ein Bauernhof mit vielen Tieren, ohne jegliche moderne Spielgeräte. Alles was die Tiere  für das Spielen in der Natur haben, ist ihre eigene Fantasie. Für eine mögliche Einstimmung auf einen Urlaub auf dem Bauernhof wird ein alltäglicher Freizeitvertrieb präsentiert, der Spaß macht und das Miteinander fördert.

Die Absurdität des Hochkletterns einer Kuh auf den Baum, verleiht dem Buch eine  heitere Stimmungswürze. Aus einer misslichen Lage wird versucht das Beste zu machen und es einfach mit Humor zu nehmen. Große Bilder voller Trubel sind besonders für jüngere Kinder sehr anschaulich und ansprechend gestaltet. Die vielfältige Mimik und die unbeholfene und meist täppische Körpersprache von Lieselotte sind stets ein Genuss.

Ich lese und betrachte das Buch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Der Geruch der Tiere und die bloße Fantasie und die einfache Umgebung, die für das Erfinden von eigenen Spielen genutzt wurde, kommen mir wieder in den Sinn. Dieses Bilderbuch spiegelt eine sorglose Unbefangenheit und gleichzeitig die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte wider, in die ich gerne abermals eintauche.

Eine heitere Rückbesinnung auf eine Kindheit in der Natur.

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Martin Baltscheit – Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte

Der Löwe kann brüllen und Zähne zeigen, nur das zählen beherrscht er nicht. Aber das stört ihn nicht. Nun ja, bis er eines Tages einen Löwen trifft, der seiner Löwin einen Blumenstrauss schenkt und ihre Aufmerksamkeit somit für sich beansprucht. Das missfällt dem Löwen sehr. Als ein Schmetterling ihn auf seine Wut provozierend fragt: „Na, hör mal, kannst du nicht bis 3 zählen?“, beschliesst der Löwe sich auf den Weg zu machen, um jemanden zu finden, der bis 3 zählen kann…

Das Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ hat sich ja mittlerweile als Klassiker zur Einführung in das Thema Briefe schreiben fest etabliert. Die Illustrationen begeistern die Kleinen stets aufs Neue und das Mitsprechen der sich wiederholenden Strukturen geschieht wie von selbst. Umso erfreuter war ich eine Fortsetzung des überragenden Bilderbuchs in den Händen zu halten.

Die erste Illustration schliesst an das letzte Bild aus „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ an und zeigt den Löwen und die Löwin lesend auf der Wiese liegen. Durch ein Missverständnis verspürt der Löwe Minderwertigkeitsgefühle und beschliesst die anderen Tiere zu bitten, ihm das Zählen beizubringen, um seine Löwin wieder beeindrucken zu können. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht von Erfolg gekrönnt, denn jedes Tier hat für sich nur eine besondere Zahl auserkoren wie z.B. das Einhorn die eins, die Schwäne die 2 usw., das Aufsagen einer Folge von  Zahlwörtern kann leider keines dieser Tiere. Die Antworten der Tiere sind stets in Reimform  und sehr amüsant. Die wiederkehrende Satzstruktur „Total blöd!“ animiert auch hier zum Nachsprechen. Die Illustrationen geben geschickt versteckt die nun folgende Zahl z.B. durch den Uhrzeiger, Kerzenanzahl, Kinderzahl etc. wieder. Beim Vorlesen kann vor der Erwähnung der richtigen Zahl innegehalten werden, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Zahl von sich aus zu nennen.

Der Fokus liegt in diesem Bilderbuch, meiner Meinung nach, jedoch eher auf der Zweideutigkeit bestimmter Aussagen. Was meint der Schmetterling, wenn er fragt: „Kannst du nicht bis 3 zählen?“, als der andere Löwe die Aufmerksamkeit der Löwin mit einem tollen Blumenstrauß auf sich lenken konnte und dafür einen Kuss bekam? Oder was bedeutet die Äußerung des Löwen nach einem Zweikampf, dem Löwen Bruchrechnung beigebracht zu haben? Diese Aussagen dienen wunderbar als Aufhänger zur Thematisierung von Redewendungen.

Leider empfinde ich den Ausgang der Geschichte, pädagogisch betrachtet, nicht wirklich gelungen. Das Problem der Rivalität wird mit Fäusten und Gewalt gelöst. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass die Löwen in der Tierwelt es genauso tun, aber einen bitteren Nachgeschmack hat es für mich trotzdem.

Zum Thema Bilderbücher im Mathematikunterricht verweise ich auf dieses äußerst gelungene Bilderbuch zur Mengenerfassung: Zwölf und der Wolf.

Zur Thematisierung von Redewendungen und zweideutigen Aussagen sehr zu empfehlen.


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Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Ich wär so gern … dachte das Erdmännchen

Das kleine Erdmännchen lebt im Zoo und erledigt seine Aufpasserrolle ganz gewissenhaft: nach links … geradeaus … nach rechts … geradeaus. Doch im Zoo leben auch andere Tiere, wie z.B. die starken Bären, die lustigen Schimpansen oder die mächtigen Löwen. Wie gern wäre das Erdmännchen so wie die anderen Zoobewohner… Trotz seiner verträumten Bewunderung über die Wesensmerkmale der anderen Tiere, fällt dem Erdmännchen, so wachsam wie er ist, der große dunkle Schatten sofort auf. Schnell pfeift er seine Artgenossen in ihre Erdlöcher und steht nun selber im Mittelpunkt der Bewunderung!

Ich bin ein Erdmännchenfan. Diese niedlichen Tiere könnte ich im Zoo stundenlang beobachten. Ein niedliches Exemplar hat auch Stefanie Jeschke geschaffen. Werner Holzwarth hat seinen Text an die schnellen und ruckartigen Bewegungen eines Erdmännchen angepasst und so findet der Leser viele bruchstückhafte und äußerst knappe Gedankengänge des Erdmännchen.

„Ich wär so gern …“ – Das Erdmännchen würde am liebsten in die Haut anderer Tiere schlüpfen. Stets begründet, stellt er seine Bewunderung für andere dar und merkt gar nicht, dass auch er einiges bietet, was die anderen Tiere ebenso an ihm bewundern und worauf er stolz sein kann.

Dieses Bilderbuch konzentriert sich darauf die Wesensmerkmale unterschiedlicher Tiere herauszuarbeiten. Was macht ein Erdmännchen besonders? Natürlich seine Schnelligkeit und Wachsamkeit. Es geht darum seine eigenen Stärken zu erkennen und zu wissen was man besonders gut kann. Jeder hat seine eigenen Talente und Begabungen, die es zu schätzen gilt, statt andere wegen ihrer Fähigkeiten zu beneiden.

Das Bilderbuch bietet einen tollen Schreibanlass für Grundschulkinder, die erst kürzlich im Zoo waren. „Ich wäre so gern …, weil …“ – die Vervollständigungen wären sicherlich sehr spannend und aufschlussreich. 🙂

Ein wundervoll illustriertes Bilderbuch  über die eigenen Stärken. Kinder und Erwachsene werden gleichermaßen ihre Freude daran finden. Ganz bestimmt!

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Mies van Hout – Ri-Ra-Romnibus: Lieder und Verse für die Allerkleinsten

Ri-Ra-Romnibus ist eines von insgesamt 14 Liedern und Reimen, die in diesem Sammelband präsentiert werden. Bekannte Lieder  und Reime wie „Alle meine Entchen“, „Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!“ oder „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ sind genauso vertreten wie eher ungeläufige Verse  wie beispielsweise „Gehorsamer Diener“ oder „Es drehet der Wind“.

Mies van Hout, der bereits das von mir hochgelobte Bilderbuch „Heute bin ich“ illustriert hat, interpretiert und setzt auch hier die jeweiligen Reime und Lieder in kindgerechte Zeichnungen um. Die Illustrationen weisen genügend Details auf, die zum längeren Verweilen einladen.

Die Auswahl der Reime und Kinderlieder finde ich persönlich leider nicht allzu gelungen. Von den insgesamt 14 würde ich vielleicht 4 mit meinem Kind durchsingen. Manche bringen mich einfach ins Stocken, weil zugunsten des Reims die Grammatik umgewandelt wurde oder manche Ausdrücke auch veraltet erscheinen.

Nichtsdestotrotz sind Reime  und das gemeinsame Singen besonders für die Allerkleinsten sehr bedeutsam. Die emotionale Zuwendung durch das Singen offenbart dem Kind mehr von der elterlichen Persönlichkeit und den authentischen Emotionen seines Gegenübers. Dies wirkt sich sehr fördernd auf die emotionale Bindung zwischen Kind und Elternteil aus.  Die Verbindung des Singens mit passenden Bewegungen sollte ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen. Mit entsprechenden Bewegungen werden Kinder von ihrem Entwicklungsstand abgeholt und filtern die Menge an Sinnesanregungen heraus, die sie  verarbeiten können. Nebenbei wird das Sprachverständnis trainiert und viele Sinne können zusammenwirken, um Sprache als spielerisches und kommunikatives Instrument zu erleben.

Schöne Illustrationen, geschmacksabhängige Sammlung von Kinderliedern, Reimen und Versen.

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Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson – Ginpuin

Auf einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt leben unzählige Pinguine. Sie gehen gemeinsam schwimmen, fangen Fische und spielen Eishügelrutschen. Eines Tages kommt jedoch ein Pinguin zur Welt, das zwar genauso aussieht wie anderen, aber mit dem doch was nicht stimmt. Er verdreht die Buchstaben und sagt: „Ich will auch mit zur Scheisolle!“, als die anderen Pinguine ins Meer springen und in Richtung Eisscholle schwimmen. Alle anderen lachen ihn deshalb aus und der kleine Pinguin, den alle schon bald nur noch Ginpuin nannten, wurde sehr traurig. Seine Traurigkeit bringt ihn schon bald dazu die Insel der Pinguine zu verlassen und sich auf eine lange Reise zu machen … Eine Reise, die die anderen Pinguine ihm niemals zugetraut hätten …

Die Andersartigkeit bringt den kleinen Pinguin dazu sich auf die Suche nach dem großen Glück und Anerkennung zu begeben. Von seinen Artgenossen stets aufgrund seines Sprachfehlers ausgelacht, sehnt er sich nach Toleranz und Akzeptanz. Sein Andersseins wird allerdings durchgehend humorvoll aufgefasst und die Liebenswürdigkeit dieser Behinderung in den Vordergrund gestellt. Es werden Probleme eines solchen Sprachfehlers sehr amüsant dargestellt, wenn der Ginpuin z.B. einen Albatros nach einem Fisch fragen möchte und dieser ihn zu einem Schiff bringt.

Das Bilderbuch handelt auch von Fern- und Heimweh. Der Ginpuin sucht das große Glück und erkennt schon bald was Sehnsucht nach Familie und Heimat bedeutet. Seine Pinguinfamilie lernt Andersartigkeit zu schätzen und sieht nun auch die darin liegenden Abenteuer und Chancen. Wer hätte schon gedacht, dass man auf „Fischen übers Meer“  fahren kann?

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut für vielfältige Gesprächsanlässe mit Kindern über Behinderungen, Sprachstörungen und die damit einhergehenden Probleme in der Gesellschaft. Mit diesem Bilderbuch können durch Aufklärung vielleicht sogar traumatische Ereignisse und Isolation verhindert werden und stattdessen das Selbstvertrauen der Kleinen schon früh gestärkt werden.

Die Illustrationen in gedeckten Farbtönen werden immerzu getrennt vom Text abgebildet. Es scheint so, als würden die Bilder dadurch eine eigene Wertschätzung, schon fast wie kunstvolle Gemälde bekommen, sodass der Betrachter seine Reinheit und Absolutheit in sich aufnehmen kann.

Ein äußerst humorvolles und einfühlsames Bilderbuch über ein bewegendes Thema.

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Sybille Hein – Fritzi Mauseohr: Schwarz & kunterbunt

Fritzi Mauseohrs Welt ist kunterbunt. Seine Lieblingsfarbe ist Gemütlichkeitsgrau. Fritzis Mauseschwestern bevorzugen rot, eine Farbe, die im Bauch kribbelt. Und seine Mama schwärmt von gelb, wie die große Käsesonne. Als alle Farben verschwunden sind und die ganze Familie ein schwarz, so wie die Nacht, erblicken, werden die Mäuse kreativ. Sie verwandeln das „schwarze Riesenvieh“ mit einigen Hilfsmitteln in etwas „Kunterbuntes“.

Die Welt in bunt ist doch viel schöner! Das denkt sich Fritzis Mäusefamilie und lässt die Welt um sich herum in prächtig kunterbunten Farben erstrahlen. Dabei machen sie auch keinen Halt vor ihren Feinden und wollen unbedingt die Sonne wieder ins Mäusehaus lassen und nicht das schwarze Fell des Katers Grabsch betrachten müssen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? In diesem äußerst amüsanten, kleinen Pappbilderbuch geht es um unterschiedliche Farbtöne dieser Welt. Es werden ebenfalls Dinge abgebildet, die in dieser Farbe zu finden sind: Mausgrau, Erdbeerrot, Gurkengrün, Limonengelb und eben Katzenschwarz. Dreijährige können an das Buch anlehnend, ebenfalls ihre Lieblingsfarbe schildern und begründen, weshalb sie diese Farbe mögen und wo sie in ihrer Umwelt überall zu finden ist.

Um seine Welt im positiven Licht erstrahlen zu lassen, muss man sich zu helfen wissen. Die Mäusefamilie schreitet zur Tat und wird aktiv. Das Ergebnis ist sehr erheiternd und vergnüglich!

Fritzi Mauseohr-Fans aufgepasst! Ein erneut erheiternder Band zum Thema „knall-quietsch-bunte“ Farben.

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Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner – Lullemu, wer bist DU?

Der muntere und sehr aufgeweckte Hund Lullemu hat zwar eine sehr große Sammlung an Spielzeugen, aber dafür keine Freunde. Eines Tages macht er sich auf die Suche und stellt ganz unterschiedlichen Tieren immer ein- und dieselbe Frage: „Wollen wir Freunde sein?“. Der Hahn möchte Lullemu nur als Freund haben, wenn dieser ein prächtiges Federkleid zeigt. Das Schaf verlangt nach einem wolligen Fell. Und als schließlich ein Marienkäfer auf feine Flügeln beharrt, muss Lullemu erkennen, dass er den Bedingungen der Tiere nicht gerecht werden kann….  Und dann trifft er einen, der auch schon soooo lange auf der Suche nach einem Freund ist …

Der Aufbau und die Thematik dieses Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an das erst kürzlich rezensierte Buch „Passt das?“ von Meike Teichmann. In beiden Büchern begibt sich der Protagonist in die Tierwelt, um nach Zugehörigkeit und Freundschaft zu suchen. Dieses Bilderbuch unterscheidet sich dadurch, dass der Protagonist sich nicht von sich aus verändern möchte, sondern von seiner Außenwelt dazu genötigt wird. Als Aussenseiter möchte sich Lullemu stets anpassen und erfährt permament Ausgrenzung, Missgunst und Zurückweisung. Er kann es keinem Tier recht tun, so sehr er sich auch bemüht. Bis er eines Tages einen seinesgleichen findet.

Dieses Bilderbuch behandelt das Thema Freundefinden sehr spielerisch. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt. Die Traurigkeit Lullemus kommt nur dezent zum Vorschein. Es zeigt, dass wahre Freundschaft an keine Bedingungen geknüpft sein sollte. Bei wahren Freunden soll man sich so geben können, wie man tatsächlich ist, ohne sich verstellen zu müssen.

 

Eine bunte Geschichte vom Freundefinden.

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Claudia Gliemann und Michael Renouf – Wir Freunde

Ein Freund ist jemand, bei dem du Fehler machen darfst.

Weil er selbst welche macht…

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Charakteristika des Themas Freundschaft. Was macht wahre Freundschaft aus? Ist es Vertrauen, Geborgenheit, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Ehrlichkeit, Authentizität und Zusammenhalt? Freunde sind etwas Wertvolles und das versucht dieses kleine Freundebuch zu vermitteln. Auf 11 Doppelseite wird ein die Freundschaft prägendes Stichwort mit einem kurzen Satz und einem dazu passenden Bild dargestellt. Je zwei unterschiedliche Tiere stellen eine Situation dar, die Freundschaft definiert.

Beim Betrachten und Lesen dieses kleinen Büchleins wurde mein Herz richtig warm. Es sind diese unterschiedlichen Szenarien, die einem sagen, dass Streit und Angst genauso zur Freundschaft gehören wie Spaß und Lachen. Jede Doppelseite beginnt mit der Definition eines Freundes:  „Ein Freund ist jemand, der …“. Die Illustrationen bringen einen zum Schmunzeln und man denkt innerlich „Ja, so ist das.“

Die Haupterkenntnis auf den letzten beiden Doppelseiten finde ich sehr schätzenswert. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur Kindern, mit denen man die Thematik „Freundschaft“ mit diesem Buch tiefer ergründen kann, sondern insbesondere Erwachsenen. Manchmal brauchen wahre Freunde eine kleine Aufmerksamkeit, die ihnen sagt „Ich bin froh, dass es dich gibt! Danke!“

Die einzelnen Bilder eignen sich auch sehr gut als „stummer Impuls“ für den Einstieg in die unterrichtliche Thematik „Freundschaft“. Anhand der Bilder und des Satzanfangs „Ein Freund ist jemand, der …“ lässt sich eine wunderbare Ideensammlung schaffen. Die Bilder könnten aber auch den SuS  im Sinne der Differenzierung als Hilfsmittel dienen, wenn es z.B. darum geht den Begriff an einem table-set (kooperatives Lernen) zu definieren.

Ein Geschenkbuch für wahre Freunde!

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Willy Puchner – Ein Hase auf Reisen

Billy ist ein roter Stofftierhase, der nachts große Reisen durch die ganze Welt unternimmt. Er lauscht mit einer Ratte dem Summen der Bienen, streichelt eine große Spinne am Strand oder beobachtet zwei liebenswerte Ungeheuer. Schließlich begegnet er Dilly, einer roten Hasendame, mit der er fortan gemeinsam neue Abenteuer erlebt.

Willy Puchner hat als Lehrer an einer Kunstschule gearbeitet und danach Philosophie studiert. Beides spiegelt sich in diesem Bilderbuch wider. Es ist vor allem die Absurdität, die die Abenteuer des kleinen Hasen beherrscht. In ein- und demselben Raum werden unterschiedliche Wunschszenarien dargestellt, die nur so vor Illusion strotzen. Schließlich geht es um Träume, weltliche Reisen aber auch Reisen zu sich selbst und natürlich Liebe. Sowohl die Bilder, als auch die kurzen Kommentare offenbaren einen Schleier, der mehr versteckt, als er durchschimmern lässt. Dieses Bilderbuch lässt Fragen entstehen, die nicht sofort beantwortet werden können. Man kommt ins Grübeln.

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch oder Sammlerstück für kunstliebende Erwachsene. Für Kinder ist es nicht wirklich empfehlenswert. Das i-Tüpfelchen ist das beigelegte Poster meines Lieblingsmotivs (siehe unten) in der Größe 297 x 210 mm, welches nun in einem Bilderrahmen über meinem Arbeitsplatz hängt.

Anders, bizzar, eigenwillig, faszinierend,  in Erinnerung bleibend.

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Elisabeth Steinkellner und Michael Roher – Ein Rucksack voller Sand

Paula träumt vom Reisen. Wie gern würde sie in den Dschungel, die Wüste sehen, auf den höchsten Berg der Welt oder einfach nur am Strand sitzen und das Meer schmecken. Paula hat das Fernweh gepackt. Doch ihre Eltern sind übervorsichtig und machen sich große Sorgen. Sie warnen sie vor den Gefahren und dem drohenden Unheil. Als eines Tages ein Freund vor der Tür steht und frohen Mutes verkündet, dass er verreisen wird, schließt sich Paula ihm sofort an. Gemeinsam erleben sie auf ihrer Reise unvergessliche Abenteuer. Als Paula wieder nach Hause kommt, ist die Freude groß. Paulas Rucksack ist voll mit Sand, weil sie lauter Dinge mitgebracht hat, die man nicht sehen kann:

„Eine ordentliche Portion Geduld. Und haufenweise Fremdwörter. Eine große Ladung Mut. Und viele neue Freunde. Eine ganze Menge Farben, Gerüche und Geschmäcker. Und ein Meer an schönen Erinnerungen.

Dieses Bilderbuch habe ich bereits nach dem Betrachten der Titelseite ins Herz geschlossen. Jedes Detail ist so passend und stimmungsvoll gezeichnet, dass ich nicht umhin kam auf dieser Seite minutenlang zu verharren. Die Körpersprache des Mädchens, in der absolute Sehnsucht und Lebensfreude widerspiegelt. Die rosafarbenen Bäckchen, die auf die Aufregung und Vorfreude hindeuten und zu ihren Füßen die Wunder unserer Welt, die erkundet und entdeckt werden möchten.

Zu dieser Thematik habe ich eine ganz besondere Bindung, sodass ich es vortrefflich finde, wie einfühlsam Elisabeth Steinkellner die Besorgnis der Eltern schildert und die Sehnsucht des Mädchens endlich dem Alltag zu entfliehen, um mehr von der Welt zu sehen und einen Blück über den Tellerrand zu werfen.

Die in Collagentechnik gearbeiteten Illustrationen sagen ebenfalls das aus, was der Text unterschwellig andeutet. Paula ist anfangs durchsichtig und bekommt mit jedem Abenteuer einen Farbklecks auf ihrer Kleidung dazu. Jede Erfahrung macht uns reifer, klüger und eben bunter, interessanter. Die Farbgebung ist gediegen und ruhig. Lediglich die „Welt da draußen“ bekommt farbige Akzente und weitet sich im Verlauf der Geschichte weiter aus.

Die oben zitierten Mitbringsel deuten bereits an, wie wertvoll Reiseerfahrungen sein können und die Wörter sind überwältigend passend gewählt. Doch auch das Heimkommen ist schön und wird auf der letzten Seite augenzwinkernd unterstrichen.

Ein Bilderbuch, das voll ins Herz trifft.