Jutta Bauer – Die Königin der Farben

Die Königin der Farben

Malwida wohnt im Königreich der Farben und ruft eines Tages ihren Untertan, die Farbe „Blau“,  herbei. Das Blau ist sanft, mild, leise und freundlich. Als Nächstes ruft sie das „Rot“. Es ist ungestüm, wild, gefährlich und verwandelt sich kurzerhand in ein Pferd. Als sie von dem Rot genug hat, holt sie das Gelb. Es ist warm, hell, kann aber auch zickig und gemein sein.

Und da Malwida auch zickig und gemein sein kann, kommt es zum Streit. Alle Farben vermischen sich und es wird alles grau. Das Königreich wird grau, der Himmel  wird grau, einfach alles um sie herum. Wird Malwida die drei Grundfarben zurückholen können?

Dieses Bilderbuch ist ganz zauberhaft, um Kindern die drei Grundfarben nahe zu bringen. Besonders wertvoll ist, dass Farben Eigenschaften in Form von Adjektiven zugeschrieben werden. So lernen die Kinder hier schon das Deuten anhand von Farben. Wir haben anschließend überprüft, ob das tatsächlich zutrifft und überlegt, ob die gelbe Sonne warm, hell und manchmal gemein sein kann. Ein Kind erzählte von einem bösen Sonnenbrand, sodass wir uns einig waren, dass es zutrifft. Anschließend haben wir uns die roten Flammen angeschaut und mussten auch hier zustimmen, dass das Feuer wild und gefährlich ist. Beim Blau fiel uns sofort der Himmel ein. Ja, auch hier ist es leise und sanft, vor allem in Verbindung mit den Wolken, unterstrich ein Kind.

Auf der letzten Doppelseite befindet sich eine Kopiervorlage, die mit der Überschrift „Für eigene Versuche!“ versehen ist. Hier können Kinder selbst kreativ werden und ihr Königreich der Farben gestalten.

Die Cartoon-Zeichnungen finden Erstklässler recht ulkig, da die Königin Malwida die Emotionen, die die Farben mit sich bringen, sehr gut wiederspiegelt. Hier ist viel Action und eine große Portion Expressionen im Spiel. Die Farbexplosion in Malwidas Haaren fanden alle ganz zauberhaft und setzten diese Szene gekonnt in den eigenen Zeichnungen um.

Die Königin der Farben

 

weiterarbeit

Dieses Bilderbuch ist ein toller Aufhänger, um die drei Grundfarben im Kunstunterricht herauszustellen. Der nächste Schritt wäre das Mischen zu thematisieren, mit dem Rückblick auf das Kuddelmuddel mit dem „Grau“. Zu Differenzierugszwecken kann von der Kopiervorlage die Königin entfernt werden, damit sich Kinder an eigene Malversuche trauen.

Die Königin der Farben

Pädagogisch sehr wertvoll!

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Bärbel Oftring und Isabel Müller – Schau mal, eine Spinne!

Schau mal, eine Spinne

Schau mal, so ein schönes Spinnennetz! (…)
Pfui! Igitt!, denkst du jetzt vielleicht, denn viele Menschen fürchten sich vor Spinnen.

Der Leser wird durch die direkte Ansprache gleich in die Sachgeschichte geholt und befindet sich so mitten im Geschehen. Die Zeichnungen sind alle sehr geradlinig, naturgetreu und wenig verspielt. Die Abbildung des Realistischen ist hier das Ziel.

Wir erleben eine Kreuzspinne beim ausgeklügelten Bau ihres Radnetzes und erfahren warum es aus glatten Lauffäden und klebrigen Fangfäden besteht. Schon bald hat sich das erste Opfer im Netz verfangen. Hierbei ist etwas Geduld nötig, denn erst wenn die Beute erschöpft ist, kann die Spinne zuschlagen. Anschließend betrachten wir dank der vergrößerten Darstellung, fast wie bei einer Lupe, uns die einzelnen Körperteile ganz genau an. Wir zählen die Beine, schauen uns die Augen an, die trotz der großen Anzahl nur wenig sehen können und lernen, dass Spinnen mit ihren Beinen auch hören, riechen und Erschütterungen spüren können. Das Wachsen und die damit einhergehende Häutung, sowie die Paarung und das Schlüpfen der Spinnenbabys runden thematisch dieses tolle Sachbilderbuch ab.

Diese informative Darstellung wäre schon genug gewesen, um meine Begeisterung zu wecken. Aber nein, da ist noch viel mehr! Auf jeder Doppelseite verbirgt sich eine Klappe, die auf das Sachwissen noch genauer eingeht. Da ist eine große Schatzgrube und bringt sicherlich alle Pädagogen-Augen zum Glänzen. Hier werden unterschiedliche Netzarten, Spinnwarzen, Schritt-für-Schritt-Bau eines Radnetzes, der Körperbau von Männchen und Weibchen, die Kokonablage und noch einiges mehr sehr detailliert dargestellt und beschrieben.

Die Autorinnen regen zum Schluss zum kindlichen Aktionismus an und schlagen vor ein „Forschertagebuch“ anzulegen, um eigene Beobachtungen festzuhalten. Beispielhaft werden acht Einträge gezeigt, die alle mit einem Datum, einer Zeichnung und einem kleinen Text versehen sind. Ein Steckbrief einer „Garten-Kreuzspinne“ schließt dieses tolle Werk.

Ich ende meine Rezension mit einem schon fast poetischen Zitat, wodurch das Buch sich in mein Herz geschossen hat. Kann man das Paarungsverhalten noch schöner und kindgerechter erklären?

Es tanzt und zupft rhythmisch am Netz des Weibchens – eine lautlose Spinnenmelodie.

Bilderbuch Schau mal eine Spinne!

Sehr lohnenswertes Sachbilderbuch mit vielen aufregenden Informationen in den Klappen.

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Rinna Hermann und Sanne Dufft – Der Sandelefant

Der Sandelefant

Paul spielt gerne im Sandkasten. Doch auch heute ist er alleine. Da ist weit und breit keiner zu sehen. Und so vergräbt er seine Füße und Hände im Sand und malt und malt. Er formt mit seinem Zeigefinger einen Elefanten und wünscht sich, dass er lebendig werden könnte. Und tatsächlich erwacht der Sandelefant zum Leben. So öffnet sich die Tür in eine fantasievolle Reise in das Sandburgland.

Als sie zurückkehren, hat Paul verstanden, dass es manchmal gar nicht so schlimm ist, wenn man niemanden zum Spielen hat – man darf nur die Fantasie nicht verlieren!

Dieses beeindruckende Debüt ist ein Plädoyer an die kindliche Fantasie. Ein Ort, an dem alles möglich ist. Vor allem bei den warmen Temperaturen können Kinder oft es gar nicht erwarten nach draußen zu gehen. Das kreative Formen von Sandfiguren ist eine gute Beschäftigung, die auch allein große Freude bereitet. Kinder, die keine Geschwister haben oder sehr schüchtern sind, werden so angeregt selbst aktiv zu werden.

Erzieher können mit diesem Bilderbuch das Spielen im Sandkasten attraktiver machen und die Vorstellungskraft der jungen Kinder anregen. Der Wendepunkt, verursacht durch das Gewitter zeigt, dass mithilfe unserer Fantasie die Figuren, auch wenn in etwas abgewandelter Form, immer wieder neu zum Leben erwachen können. Dieses Reich gehört nur uns und kann großen Spaß machen!

Sindbad – Sandbad – Sausesand!
Hurra, auf geht’s in Sandburgland!

Der Sandelefant

Material

In der Grundschule dürfen die Schülerinnen und Schüler selbst in das Sandburgland reisen und eigene Abenteuer erleben.

AB Sandelefant

Eine bezaubernde Geschichte rund um die Macht unserer Fantasie!

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Daniel Napp – Das schlaue Buch vom Büchermachen

Das schlaue Buch vom Büchermachen

Petra Fuchs ist Kinderbuchautorin und hat die besten Einfälle auf ihrer Lieblingsbank im Park. Das Nachdenken ist schließlich die wichtigste Aufgabe des Autors, nicht das Schreiben. Anschließend trifft sie sich mit dem Kinderbuchillustrator Julius Dachs und bald ist auch schon ein Verlag für ihr Buch gefunden. Dazwischen besuchen sie Buchmessen, beraten sich mit Programmleitern und Lektoren, prüfen ihre Verträge, reichen Entwürfe ein, überprüfen die Überarbeitungen der Texte und der Bilder. Schließlich wird das Bilderbuch gedruckt und in die Buchhandlungen ausgeliefert. Und dann stehen Petra Fuchs und Julius Dachs in der größten Buchhandlung der Stadt und erblicken nicht nur ihr Bilderbuch, sondern auch ein dazu passendes Werbeplakat. Seit der Ideenfindung im Park ist nun ein ganzes Jahr vergangen. Und da die Bücher sich so gut verkaufen, wird eine zweite Auflage gedruckt und der Verlagsleiter wünscht sich sogar eine Fortsetzung der Geschichte!

Welchen Weg hat so ein Bilderbuch hinter sich, bis es in unseren Händen landet? Was ist ein Vorsatzpapier? Was bedeutet der Begriff „Proof“? Was ist eine Imprimatur? Wie kommen die Bücher in die Buchhandlungen? Auf all diese Fragen gibt dieses Sachbuch rund um das Büchermachen eine Antwort. Die Einzelschritte sind sehr detailliert aufgeführt und es fehlt keineswegs an Fachbegriffen, die stets kindgerecht erklärt werden.

Wir besuchen regelmäßig Lesungen in unserer Stadtbibliothek. Auch hier ist das die Anknüpfung an die Erfahrungswelt der Kinder. Petra Fuchs steht zu Beginn der Geschichte in einer Bücherei und stellt mithilfe eines Beamers ihr Bilderbuch vor. Viele Kinder fragen sie wie eigentlich so ein Bilderbuch entsteht. Und hier beginnt die Reise zu den einzelnen Stationen und es wird schnell deutlich wie viel Zeit so ein Bilderbuch in Anspruch nimmt und wie viele Menschen daran beteiligt sind.

Sehr amüsant finde ich persönlich den Gesichtsausdruck von Petra Fuchs beim Begutachten ihres Vertrags. Der Hinweis, dass der ein oder andere Punkt noch geklärt werden muss bevor die Unterschrift gesetzt wird, ist sehr nachvollziehbar und erfreulicherweise direkt und ehrlich. Der Stolz der Autorin und des Illustrators ist in der Buchhandlung durch die Körperhaltung sehr schön eingefangen. Die Andeutung, dass Bücher ein tolles Geschenk darstellen, kann ich nur unterschreiben und freue mich über die Einbindung zum Schluss. Denn schließlich verhelfen die hohen Verkaufszahlen auch zu Fortsetzungsbänden und vielen glücklichen Kindergesichtern.

Das chalue Buch vom Büchermachen Napp

weiterarbeit

Dieses Sachbilderbuch kann in sämtlichen Themenbereichen im Unterricht eingebunden werden. Wenn es z.B. darum geht sein Lieblingsbuch der Klasse vorzustellen und vorher Begrifflichkeiten wie „Verlag“, „Autor“, „Erscheinungsjahr“ usw. geklärt werden müssen. Es ist aber auch toll, um mit Kindern eine Lesung nachzubesprechen und in die Entstehung eines Buches einzutauchen. Prima eignet es sich auch als ein Teilbereich des Zeitungsprojekts oder zur Besprechung der eingebundenen Berufe.

So werden Bücher gemacht!

 

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Rob Scotton – Kater Kamillo kommt in die Schule

Kater Kamillo kommt in die Schule

Rezension

Heute ist Kater Kamillos erster Schultag und vor lauter Aufregung wird er ganz früh wach. Er sucht seine Socken, kämmt sich die Haare, packt die Brotdose in die Schultasche ein und macht sich schnell auf den Weg. Vor der Klassenzimmertür begrüßt ihn Frau Pünktchen, seine Lehrerin. Die Kinder in der Klasse heißen Kamillo allesamt fröhlich willkommen. Und dann beginnt bereits der Unterricht.

Am Ende des Tages resümiert Kater Kamillo ausgelassen:

Ich habe ganz viele neue Freunde, und ich habe sooo viel Neues gelernt:
Katzen fangen gar keine Mäuse und außerdem – bin ich ganz wundervoll!

Bald ist es wieder so weit! Ganz viele i-Dötzchen werden eingeschult. Die Aufregung steigt bei diesen Kindern schon jetzt, Monate vor dem ersten Schultag. Um ihnen etwas die Aufregung zu nehmen und sich die Ängste bewusst zu machen, eignen sich wunderbar Bilderbücher.

Am Morgen des ersten Schultages ist Kater Kamillo sehr nervös und nutzt jede Straßenlaterne, um sich daran festzuhalten und das Ankommen in der Schule hinauszuzögern. Die Vermeidungsstrategie ist jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn gekonnt bugsiert seine Mutter ihn liebevoll in das Schulgebäude. Dieses Gefühl der Nervosität wird mit viel Witz und Humor dargestellt und zeigt, dass Aufregung nicht schlimm ist und oft dazugehört.

Sehr erfreulich ist der Wissensdurst von Kater Kamillo in der Schule. Vor lauter „Warums?“ kann er sich nicht halten und taucht wissbegierig in die Unterrichtsthematik ein. Gemeinsame Erlebnisse rund um den unerwarteten Besuch einer Maus schweißen die Klasse zusammen. Die Rolle von Frau Pünktchen gefällt mir ausgesprochen gut. Sie lernt mit ihren Schülern und revidiert am Ende des Tages ihre anfangs aufgestellte Theorie. Die Katzen jubeln. So macht Schule  Spaß: mit- und voneinander lernen!

Blick ins Buch

Kater Kamillo kommt in die Schule

Fazit

Jedes Kind ist wundervoll! Die Vorfreude auf die Schule darf steigen.


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Josh Cochran – New York: Das Wimmelbuch

New York das Wimmelbuch Josh Cochran

Dieses Wimmelbuch über die niemals schlafende Stadt „New York“ lässt sich zu einem Leporello mit bis zu einer Länge von 2,20 m ausbreiten. Damit kann es hervorragend zur Gestaltung einer anregenden Lernumgebung für das Thema „New York“ im Englischunterricht genutzt werden.

In diesem Buch wimmelt es nur von teils sehr versteckten, aber dennoch hoch interessanten typischen Eigenheiten der Amerikaner. Sehr schnell entdeckt man die für New York typischen „yellow cabs“ oder die weltbekannten „hot dogs“. Der Apfel als Symbol für „Big Apple“ ist mehrmals in den unterschiedlichsten Winkeln versteckt. Auf den Straßen finden sich Basketballspieler, „fashion victims“, Breakdancer, aber auch viel Abfall. Die Straßen sind überfüllt, der Verkehr stockt, es kommt zum „traffic jam“. Dabei stehen nicht unbedingt die bekannten Sehenswürdigkeiten im Vordergrund. Natürlich darf die „Statue of Liberty“, „Central Park“, „Brooklyn Bridge“ oder das „Guggenheim Museum“ nicht fehlen, trotzdem sind es die anderen Dinge, die hier zuerst ins Auge stechen.

 

New York Grundschule Englisch

Mit diesem Wimmelbuch lässt sich wunderbar auf die „Fun Facts“ eingehen: kurze, witzige Geschichten über die Stadt, die bei Kindern im Gedächtnis bleiben. Ein Beispiel ist „Nathans“, die größte  und bekannteste Hot-Dog-Kette New Yorks. Hier werden regelmäßig eating contests veranstaltet, wo es darum geht möglichst viele hot dogs innerhalb von 10 Minuten zu verspeisen. Der Rekord liegt momentan bei 69 hot dogs, was 7 hot dogs pro Minute entspricht.

New York Wimmelbuch

Material

Das Wimmelbuch lässt sich auch als ein  Stationsangebot zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs einsetzen. Kinder können entweder frei „I spy with my little eye“ in Partnerarbeit spielen oder es können von der Lehrkraft vorbereitete Fragen zur Förderung des Leseverständnisses beantwortet werden. Beispielhaft sind einige Quiz-Fragen unten beigefügt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

New York

Viel zu entdecken für Menschen, die bereits viel Vorwissen über New York mitbringen.

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Sebastian Meschenmoser – Herr Eichhorn und der erste Schnee

Herr Eichhorn und der erste Schnee

Rezension

Herr Eichhorn hält im Winter sonst Winterruhe in seinem Kobel. Doch dieses Jahr hat Herr Bock von den weißen Schneeflocken geschwärmt, die vom Himmel fallen und das Land in ein winterliches Märchen verwandeln. Herr Eichhorn ist wild entschlossen diese Schönheit nicht zu verpassen.

Gemeinsam mit dem Igel und dem Bären halten sie nach Schneeflocken Ausschau. Laut der Beschreibung von Herrn Bock sind sie weiß, nass, kalt und weich. Die Tiere schleppen die unterschiedlichsten Gegenstände aus dem Wald, die mehr oder weniger der Beschreibung entsprechen… bis schließlich etwas Kaltes, Weißes, Nasses und Weiches vom Himmel fällt .. dem Bären direkt auf die Nase!

Dieses außergewöhnlich schön gezeichnete Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser steckt voller Humor und Gefühl. Die gedeckten Farben und die sehr präzise gesetzten Striche stecken den Leser schon sehr bald mit der Entdeckungslust der Tiere an. Die Bilder sind voller Bewegung und Ungeduld. Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt mit jeder Seite.

Und so sind auch einige Lacher garantiert, vor allem wenn die Tiere meinen die erste Schneeflocke entdeckt zu haben. Die Beschreibung von Herrn Bock ist zwar richtig, doch nicht genau genug, sodass viele andere Gegenstände in Betracht kommen könnten. Die Doppelseite mit dem tatsächlichen Auftauchen der ersten Schneeflocke ist magisch. Man könnte schon fast sagen zum Einrahmen schön! Hier ist der Wandel der Mimik von Enttäuschung und Frustration zur Überraschung, Staunen und Freude bezaubernd umgesetzt. Das Ende verzichtet komplett auf den Text, da die Bilder einem einfach nur die Sprache verschlagen. Diese Schönheit braucht keine Worte mehr!

Blick ins Buch

Herr Eichhorn und der erste Schnee

Im Deutschunterricht könnte nach dem Lesen die Gegenstandsbeschreibung vertieft werden. Hier wird schnell deutlich warum eine möglichst genaue Beschreibung wichtig ist. Die Zeichnungen laden dazu ein die Lieblingsszene im Buch mit Kohlestiften und erdigen Farben nachzuskizzieren. Tolle Beispiele hierzu finden sich auf der Seite „Der rote Hahn:

Fazit

Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt ins Unerträgliche! Ein Muss in jedem Bücherregal!

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Ingrid Sissung – Ausnahmsweise

Ausnahmsweise

Wenn Florentine bei ihrer Patentante ist, darf sie viele Sachen machen, die mit „ausnahmsweise“ anfangen. Sie darf dem Postboten die Tür öffnen, ohne Hausschuhe herumlaufen, sich nach jedem Essen einen Nachtisch aussuchen und abends etwas länger fernsehen. Auch in einem großen Bett zu schlafen ist ziemlich aufregend und die Übernachtungen werden mit dem kleinen Wörtchen „ausnahmsweise“ ein wahres Erlebnis.

Dieses Bilderbuch ist ein tolles Geschenk für alle Patentanten und -onkel dieser Welt, die ihre Patenkinder  mit AUSNAHMEN überschütten. Denn wenn wir ehrlich sind, sind sie doch auch dafür da. Und so listet die kleine Florentine all die schönen Dinge auf, die nur bei der Patentante erlaubt sind. Der Schaumbad mit dem besonderen Pampelmusen-Duft ist auch bildlich sehr reizend dargestellt.

Grundsätzlich beeindrucken die Illustrationen und verpassen augenblicklich dem erwachsenen Betrachter diese Rosa-rote-Brille, die zeigt wie besonders alltägliche Momente im Leben sein können. Der barfüßige Tanz über den Fliesen mit den schönen Mustern ließ mich mehrere Minuten die Doppelseite bestaunen. Diese Lebensfreude und-lust springt unverzüglich über.

Ausnahmsweise

Ein Dankeschön an alle Patentanten dieser Welt!

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Usch Luhn – Nele geht zum Zahnarzt

Nele geht zum Zahnarzt

Nele ist in der Nacht erneut ein Wackelzahn herausgefallen. Da beschließt Neles Mama, dass ein Zahnarztbesuch fällig ist. In der Zahnarztpraxis ist Nele zunächst etwas mulmig zumute, doch dann entdeckt sie das Wartezimmer mit den tollsten Spielzeugen.

Viel zu  schnell wird sie in den Nebenraum geholt. Hier putzen sich schon viele andere Kinder vor den Spiegeln die Zähne. Die Zahnarzthelferinnen zeigen auch Nele wie man richtig die Zähne putzt und geben ihr einen bunten Putzpass. Die Zahnärztin schaut sich Neles Zähne ganz genau an und schon darf sie sich zum Abschied eine Kleinigkeit aus der Spielzeugkiste aussuchen.

Zu Hause tanzt Nele gemeinsam mit ihrem Vater den Zahnmonster-Verschwinde-Tanz quer durch das Badezimmer. Die drei Minuten in der Sanduhr verrinnen dabei unmerklich schnell.

Dieses Bilderbuch nimmt Kindern die Angst vor dem ersten Zahnarztbesuch. Hier wird einfühlsam und detailliert der Vorgang vom Betreten der Zahnarztpraxis bis hin zum Abschied gezeigt. Hinter den vielen Klappen sind sehr spannende Sachinformationen versteckt, die zum Entdecken einladen. Die Kinder erhalten einen Einblick in das Innere des Zahns und lernen die Bezeichnungen der einzelnen Zähne kennen. Die Putztechnik nach der KAI-Methode (Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche) wird erläutert und glücklicherweise auch die Nutzung von Kinder-Zahnseide empfohlen.

Bakterien werden als kleine Zahnmonster verbildlicht. Als Zahnmonsterfutter werden Süßigkeiten oder Süßgetränke wie Cola oder auch Ketchup abgebildet. Die Idee eines Putzpasses ist sehr motivierend und lässt sich im Alltag wunderbar umsetzen.  Die Kinder erhalten eine strahlende Sonne für regelmäßiges Putzen, Wolken für gelegentliches Zähneputzen und Regen für eine nicht ganz geglückte Zahnhygiene.

Dieses Buch eignet sich auch zum Vorlesen als Vorbereitung auf den Schulzahnarzt. Für manche Kinder ist es dann doch sehr aufregend und nervenaufreibend. Manchmal hilft es auch schon darüber gemeinsam zu sprechen und dieses Buch ist ein prima Aufhänger.

Schulzahnarzt

 

 

Mit vielen Sachinformationen hinter den Klappen.

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Emma Yarlett – Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Der kleine Lockenkopf hat vor einigen Dingen im Leben Angst. Da wären z.B. bissige Hunde, Kleiderschränke, Gewitter, Spinnen oder alleine schon die schimpfende Oma. Doch eines macht ihm besonders viel Angst – die DUNKELHEIT! Diese Angst kehrt jeden Tag zur Schlafenszeit zurück. An einem Abend hat Leo es satt und schreit in die Dunkelheit, dass sie verschwinden soll. Im selben Augenblick wird die Dunkelheit lebendig.

Herr Dunkel erweist sich jedoch als ein netter Zeitgenosse. Und so zeigt Leo Herrn Dunkel die furchterregendsten Ecken im Haus und muss überrascht feststellen, dass sie dort den meisten Spaß haben. Sie haben gemeinsam so viel Spaß, dass der Abschied schwer fällt. Doch Herr Dunkel verspricht wiederzukommen … und zwar jede Nacht!

Dieses Bilderbuch zeigt die Schönheit der Nacht. Da wäre schon alleine der zauberhaft leuchtende Sternenhimmel, unterstützt durch ausgefallene Illustrationen, die mal kunterbunt, collagen- oder comichaft daherkommen. Jede Seite trumpft mit einer anderen Überraschung auf, als z.B. Herr Dunkel durch die Einbindung eines Pop-up-Elements tatsächlich auch dem Leser die Hand ausstreckt.

Um die Angst vor Dunkelheit, die jedes Kind einmal verspürt, zu minimieren, macht die Autorin den Feind zum Freund. Leo schaut nun genauer in die dunklen Ecken und erkennt, dass sie gar nicht so furchterregend sind. Dahinter steckt einzig und allein seine Fantasie.

Dieser Gedankenanstoß könnte Kindern helfen einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Gleichzeitig nimmt es die Sorgen und Befürchtungen des Protagonisten ernst und verdeutlicht, dass von der Dunkelheit keine Gefahr ausgeht. Dieser Erkenntnisgewinn ist ein Lernprozess und braucht Zeit.

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

 

 

Dieses liebevolle Bilderbuch nimmt Ängste ernst und macht Mut.

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