Ingrid & Dieter Schubert – Oben oder unten?

Oben oder unten?-  Schubert

In diesem Tierreich geht es ganz schön turbulent zu. Wer ist oben und wer ist unten? Wer ist klein und wer ist groß? Wer ist fröhlich und wer ist traurig? Wer ist frech und wer ist lieb? Dieses kunterbunte Wimmelbuch ist reichlich versehen mit lustigen Tieren zum Suchen und Entdecken. Begleitet wird jede Doppelseite von einer Fragestellung, die das Thema „gegensätzliche Adjektive“ genauer beleuchtet.

In diesem liebevollen und farbenfrohen Universum ist eine Menge Raum zum Betrachten, Beschreiben und Entdecken. Dies ist kein Buch für ebenmal zwischendurch. Es braucht Zeit, um sich die Einzelheiten genau anschauen zu können und vor allem zu verbalisieren. Trotz oder vielleicht auch wegen des sparsamen Textes, lebt dieses Wimmelbuch von Kommunikation.

Die einzelnen Strukturelemente sind so eingesetzt, dass der Betrachter jegliche Ordnung und Orientierung verliert. Hier treffen reale und irreale Dinge aufeinander. Ein Pelikan fliegt kopfüber, während sich ein Frosch an seinen Beinen festhält. Ein Krokodil trauert um einen verstorbenen Artgenossen und gleich nebenan freut sich ein Eichhörnchen über eine Haselnuss.  Hier dominieren die Gegensätze, sodass  die Lebenswirklichkeit von Kindern und ihre Fantasie nebeneinander stehen und miteinander verschmelzen.

Oben oder unten? - Dieter Schubert

Material

Dieses Bilderbuch kann wunderbar im Förderunterricht oder zum Thema „gegensätzliche Adjektive“ eingesetzt werden. Mit diesem Wimmelbuch lässt sich der Wortschatz von Kindern spielerisch erweitern.

Nach dem gemeinsamen Beschreiben, kann dieses AB zur Festigung von Gegensätzen eingesetzt werden:

Bild_Gegensätze

Außergewöhnlich gelungene Illustrationen, die nicht viel Text brauchen.

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Michaela Holzinger und Stefanie Reich – Lukas und das Eckenmonster

Lukas und das Eckenmonster

Jede Nacht lauert das dicke und freche Eckenmonster im Kinderzimmer von Lukas. Kaum löscht Mama das Licht, bekommt Lukas schreckliche Angst und zieht sich die Bettdecke über das Kinn. Erst wenn Mama wieder hereinkommt, ist das Eckenmonster verschwunden.  Solange das Problem nicht gelöst ist, darf Lukas im Elternschlafzimmer nächtigen. Das gefällt ihm richtig gut, denn hier gibt es keine dunklen Ecken.

Trotzdem kann es so nicht weiter gehen und Lukas überlegt sich wie man das Eckenmonster los werden könnte… mit einem bissigen Hund oder einem feuerspuckenden Drachen? Oder vielleicht doch mit einem Trick und einer Portion vertrauensvoller Sicherheit?

Das Einschlafen in einem dunklen  Zimmer ist für einige Kinder eine Herausforderung. Es geht oft mit einem unheimlichen Gefühl einher, da man nicht alle Ecken des Zimmers überschauen kann und schon fängt die Fantasie ihre Spielchen an. Kinder tun sich dann oft schwer, zwischen Realität und Einbildung zu unterscheiden. So geht es auch Lukas. Seine Angstgefühle werden so groß, dass er kaum in seinem Zimmer einschlafen kann.

Die sehr dynamischen und comicartigen Bilder von Stefanie Reich, die mich bereits in „Ein Kiste für den Bären“ mit ihren Illustrationen begeistern konnte, spiegeln die Emotionen der übermüdeten Eltern und dem verängstigten Lukas sehr gut wider.

Die Lösung des Problems zeigt, dass Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen ernst genommen werden müssen. Nur die wenigsten denken sich die Monster aus, um nicht in ihrem Zimmer schlafen zu müssen. Monster entstehen aufgrund entwicklungsbedingter Ängste und den besten Schutz, den Eltern ihren Kindern geben können, ist Vertrauen und Sicherheit. Michaela Holzinger hat sinnvollerweise Lukas selbst nach einer Vertreibungsmöglichkeit suchen lassen. Die unkonventionelle Lösung der Monsterbekämpfung ist für Lukas  effektiv, weil sie von ihm aus kam und ihm nicht aufgezwängt wurde.

Lukas und das Eckenmonster

Lebendige Bilder und eine unkonventionelle Monsterbekämpfung, die sich als sehr effektiv zeigt.

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John Chambers und Dorothea Tust – Wo ist Emil?

Wo ist Emil

Joris und Emil gehen beide in die gleiche Kita. Sie sind beste Freunde und spielen auch manchmal  Streiche. So wie heute. Denn Emil beschließt heute einfach nicht da zu sein. Die Erzieherin und alle Freunde wundern sich wo Emil denn heute stecken könnte. An seinem Kleiderhaken hängt sein Rucksack, aber im Morgenkreis bleibt sein Stuhl leer. Die Kinder sind sich sicher: In der Kuschelecke brummt doch etwas! Oder ist das der übergroße Teddybär? Wo kann Emil bloß stecken?

Erst als Emil das Gefühl hat, etwas Spannendes zu verpassen, gibt er seine Tarnung auf und gesellt sich dann doch zu seinen Freunden.

Wer kennt sie nicht? Die Tage, an denen man am liebsten im warmen Bett bleiben würde.  Dieses Bilderbuch greift dieses Gefühl auf, manchmal einfach unsichtbar sein zu wollen.  Auf humorvolle Weise schildern die Autoren Emils Streich sich in der Kita zurückziehen zu wollen.

Als Betrachter kommt man nicht umhin ebenfalls mit den Kindern aus dem Buch nach Emil Ausschau zu halten. Ist er zwischen den Büchern im Regal? Unter den ganzen Kissen oder doch unter einer Bank? Pädagogisch wertvoll ist ebenfalls das Verhalten der Erzieherin. Sie gibt Emil seinen Freiraum und wartet ab, bis er sich von selbst zur Gruppe gesellt.

Eine sehr realistische Situation, die wohl vielen Kindern (und auch manchen Erwachsenen) bekannt sein dürfte. Positiv hervorzuheben ist der Ausgang der Geschichte: Emils Erkenntnis, dass Kindergarten schließlich doch Spaß macht! Ein Bilderbuch für alle Kinder, die ab und zu nicht gerne in den Kindergarten gehen.

Wo ist emil

Realistisch, humorvoll, ehrlich!

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Noelia Blanco und Valeria Docampo – Im Garten der Pusteblumen

Im Garten der Pusteblumen
Rezension

Im Windmühlental versteifen die Windmühlen bei der Ankunft der „Perfekten Maschinen“ ihre Arme. Bei den Perfekten Maschinen braucht man nur auf einen Knopf zu drücken und sie zauberen den perfekten Nachtisch, den perfekten Freund, den perfekten Moment. Und so kam es, dass der Wind eines Morgens aufhörte zu blasen … und die Menschen das Wünschen vergaßen.

Außer Anna, einer kleinen Schneiderin, die sich das versteckte Wünschen im Herzen des Tals aufbewahrt hat:

Mein größter Wunsch ist es, etwas ganz Besonderes zu nähen.

Wird sie im Pusteblumengarten, dem Ort, an dem der Wind vor der Ankunft der Perfekten Maschinen noch blies, die Erfüllung ihres Wunsches finden?

Die Titelbildillustration ist so einnehmend und sehnsuchtsvoll, dass man den Blick gar nicht mehr abwenden kann. Die Künstlerin Valeria Docampo, die bereits das wundervolle Bilderbuch Die große Wörterfabrik illustriert hat, schafft es mit ausgewählten, vordergründig dunklen Farben den Perfekten Maschinen und den damit verbundenen Konsequenzen ein drückendes und unheilvolles Erscheinungsbild zu verleihen. Die innere Starre, die diese Neuheit in dem Windmühlental auslöst, ist in dem sandfarbenen Abbild der Bewegungslosigkeit mit dem stehengebliebenen Wetterhahn wunderbar eingefangen.

Die kleine Schneiderin steht sinnbildlich für Träume, Sehnsüchte, Zukunftsvisionen und regt den Leser dazu an sich Gedanken über die evtl. Vor- und vor allem aber auch Nachteile des technischen Fortschritts zu machen. Sie nimmt ihre eigenen Herzensträume in die Hand und schafft es durch Eigeninitiative ihre Visionen zu verwirklichen. Der Pusteblumengarten ist als Symbol für das „In-sich-hineinhören-können“ zu verstehen, als ein Ort der Wunscherfüllung.

Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend zur Thematisierung des technischen Fortschritts und den damit einhergehenden Veränderungen. Besonders aus den Illustrationen der „Perfekten Maschinen“ lässt sich Vieles erschließen, mit Einbezug der Mimik, der gewählten Farben, der  eingeengten, verkabelten Bewohner in dieser ganzen Maschinerie. Das Bild der Menschen in diesen besonderen Kostümen als bestehende Vorrichtung, die Kraft oder Energie überträgt und mit deren Hilfe bestimmte Arbeiten unter Einsparung menschlicher Arbeitskraft ausgeführt werden können, ist vielleicht auch etwas il­lu­si­o­nis­tisch. Doch es zeigt auch, dass dadurch dem Gehirn und vor allem dem Herzen langfristig der Wind aus den Segeln genommen werden kann.

Blick ins Buch
Im Garten der Pusteblumen

Das auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ herunterzuladende Minibuch sensibilisiert schon die jungen Schülerinnen und Schüler für mehr Achtsamkeit sich gegenüber. Es ist behilflich, über eigene Hoffnungen und Wünsche nachzudenken und stoßt zudem zur Unterscheidung von erfüllbaren und nicht erfüllbaren bzw. materiellen und ideellen Wünschen an. 

Fazit

Das Bilderbuch berührt durch die einzigartigen, sehnsuchtsvollen Zeichnungen und den kritischen Blick auf die technischen Neuerungen. Eine thematisch betrachtet sehr erfrischende Windbrise im Bilderbuchtal.

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Nadia Budde – Und irgendwo gibt es den Zoo

Und irgendwo gibt es den Zoo

Eindeutig Mensch – oder doch ein Tier? Bei manchen Lebewesen scheinen die Übergänge fließend. Da wäre der Kumpel Ronni, der aussieht wie ein Pony. Kasimir ist bissig wie ein Nagetier und die Urgoßmutter Lotte ist so grau wie eine Motte. Bei allen ihn umgebenden Menschen findet der Ich-Erzähler, der übrigens findet, dass er wie ein Pinguin aussieht, eine Verbindung zur Tierwelt. Sei es in der äußerlichen Erscheinung, im Verhalten oder einer bestimmten Eigenart. Die sich stets reimenden Vergleiche gehen soweit, dass man sich fragt, ob die Existenz von Zoos nicht eigentlich überflüssig ist …

Und ich frage mich, -WIESO- gibt es eigentlich den Zoo?

Die Gestalten in Nadia Buddes neuem Bilderbuch schauen ziemlich „tierisch“ aus und entlocken schon mit ihrer Darstellung dem Betrachter ein Schmunzeln. Auf einer Welle zugespitzter Übertreibung reitet der Leser von einem Krokodil, zum Stacheligel, hin zur Hyäne, vorbei an einem Huhn und sieht letztendlich alle Mensch-Tier-Wesen in ihrer einzigartigen Erscheinung gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Mit wenigen Pinselstrichen schafft es Nadia Budde die Ähnlichkeit der Mensch-Tier-Gestalten auf den Punkt zu bringen. Und nicht wenige davon sind einfach zum Sich-vor-lachen-kugeln, so gut getroffen sind sie. Kinder werden es lieben anhand der angefangenen Reime den Vergleich zum Tier ergänzen zu können. Ebenfalls schön ist die Abbildung vom Herrn Rieger, Herrn Hobbe und Madame Tux … welchen Tieren könnten sie wohl ähnlich sehen?

Und irgendwo gibt es den Zoo

Tierisch lustig, schräg und individuell – ein Augenschmaus mit einer großen Portion Witz!

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Tim Hopgood – Sooo groß!

Sooo groß!

Wie groß bin ich? Ich weiß es nicht.

Diese anfängliche Fragestellung fasst den Inhalt des Bilderbuchs sehr gut zusammen. Der kleine Protagonist setzt seine „Größe“ in Relation zu seiner Umwelt und muss feststellen, dass er nicht so groß ist, um den Himmel anfassen zu können, aber im Vergleich zu einer Ameise schon fast ein gewaltiger Riese ist.

Er merkt, dass er wächst, weil er sich immer ein Stück mehr im Badezimmerspiegel sehen kann und seinen Freund Ben immer mehr einholt. Auch sein Pyjama wird immer kleiner und bald kann er schon mit seinen Zehen das Bettende berühren. Er wächst.

Bei diesem Bilderbuch bleibt man als Betrachter an der Andersartigkeit der Illustrationen hängen: Köpfe werden überdimensional groß dargestellt, Gebäude mit grob schraffierten Flächen hervorgehoben, die Bäume mit grünen Tupfern gesprenkelt. Auch das Spiel mit der Schrift wird gekonnt eingesetzt und dem Inhalt angepasst.
Die Thematik des „Großwerdens“und „Wachsens“ entspringt unmittelbar der kindlichen Lebenswelt.  Wer kann sich denn nicht daran erinnern, jegliche Versuche unternommen zu haben, um nah an die Wolken  heran zu kommen? Die Größenverhältnisse müssen erst einmal erkundet, ausgekundschaftet und vor allem verglichen werden. Genau dieses betreibt der kleine Junge in diesem Buch. Er setzt Größen in Verhältnis zueinander und muss feststellen, dass je nach Blickwinkel sich die Dimensionen erheblich unterscheiden können. Die ganz Kleinen können mit diesem Bilderbuch ihr mathematisches Verständnis von Größen erweitern.

Dieses Bilderbuch forciert die Abenteuerlust sich und die eigene Umwelt näher zu betrachten, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und sich an dem „Groß-“ und „Weisewerden“ zu erfreuen!

Sooo groß! Hopgood

Kindgerechte Anbahnung des ersten Verständnisses von Größen und ihrer Relation zueinander.

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Katrin Wiehle – Mein kleiner Wald

Mein kleiner Wald

Katrin Wiehle macht in ihrem Buch den Wald zum Protagonisten, zu einem lebendigen Wesen mit all seinen Bewohnern. Der Betrachter begleitet den Fuchs, Dachs und das Eichhörnchen durch ihre Lebenswelt und taucht in diesen „Schutzraum“ mit ein.

Dem Wald anhaftende Undurchdringlichkeit und Schwärze, strotzen liebenswürdige Figuren auf einem ökologisch freundlichen Hintergrund. Nicht nur mit dem Material, sondern auch mit der dezenten und naturbelassenen Farbwahl lebt die Autorin den behutsamen Umgang mit unserer Natur vor.

Wir erleben unterschiedliche Bäume (Nadel- vs. Laubbaum), mit unterschiedlichen Blättern (Eiche, Birke, Kastanie), verschiedene Pilzarten (Champignons, Steinpilz, Fliegenpilz), Beeren (Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren), Baumfrüchte (Kastanie, Eichel, Zapfen) und Tiere (Eule, Fledermaus, Hase). Mit wenigen Worten zeigt die Autorin tierische Persönlichkeiten, vor allem aber das Ökosystem „Wald“ mit all seinen Nischen und verzichtet auf unnötige, ablenkende Requisiten.

Ein Buch über den Wald vor Ort  vorgelesen zu bekommen, ist ein ganz anderes Erlebnis, als dieselbe Geschichte im künstlich beleuchteten Schlafzimmer zu hören. Daher raus in die Natur und 100% erleben!

Gleichzeitig bietet das Buch einen guten Überblick zum Thema „Wald“ in einer ersten Klasse. Die auf den Doppelseiten abgebildetenen Themenkonstrukte sind hervorragende Stichpunkte für eine Lernlandkarte. Hierzu lässt sich wunderbar weiterarbeiten und forschen.

Mein kleiner Wald Wiehle

100% Naturbuch durch und durch!

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Tor Freeman – Olivia und das große Geheimnis

Olivia und das große Geheimnis

Das verschmitzte Lächeln der Katze Olivia auf dem Titelbild suggeriert bereits, dass das Für-sich-behalten eines großen Geheimnisses nicht ihre Stärke ist. Molly verrät Olivia ein großes Geheimnis und bittet sie es keinem weiter zu erzählen. Natürlich verspricht Olivia es ihr hoch und heilig. Doch die Last ein Geheimnis für sich zu behalten ist groß. Einigen Versuchungen kann Olivia  widerstehen, doch ihrem guten Freund Jan teilt sie es dann doch mit. „Du darfst es aber niemandem erzählen!“, fordert Olivia darauf hin. Dieser sagt es aber dann doch einem Freund weiter und so macht das Geheimnis eine ganze Runde und kommt schließlich wieder bei Molly an… Ups, welche Ausrede wird sich Olivia einfallen lassen? Und um welches Geheimnis hat es sich denn nun überhaupt gedreht?

In den sequenzartigen Abfolgebildern wird die Erzählschleife sehr schön bildlich dargestellt. Der Weg des Geheimnisses kann auch an den Illustrationen visuell gut nachverfolgt werden. Tor Freeman greift ein kindgerechtes Thema auf und stellt vor allem die „Bürde“ des „Geheimnis-behaltens“ in den Vordergrund. In der Tat legen Menschen, die andere bitten ihr Geheimnis nicht weiterzuerzählen, ihnen eine schwer zu tragende Last auf.

Wie verhält es sich mit Geheimnissen? Was ist eigentlich ein Geheimnis? Wie widersteht man der Versuchung das Geheimnis weiter zu erzählen? Ist das Weitererzählen ein Freundschaftsbruch? Im Anschluss an das Lesen gibt es viele Diskussionsanregungen. Positiv hervorzuheben ist ebenfalls die Art der Konfrontation. Das Problem wird mit Witz, Augenzwinkern und Ablenkung gelöst.

Die Spannung der Geschichte wird bis zum Schluss aufrecht erhalten, denn der Leser weiß zu keinem Zeitpunkt, um welches Geheimnis es sich denn nun dreht. Durch eine Illustration am Schluss, kann der Leser lediglich mutmaßen, um welches große Geheimnis es sich gehandelt hat… aber pssst! es wird natürlich nicht verraten!  Man muss Geheimnisse schließlich für sich behalten können! Auch das muss gelernt sein!

Was eignet sich besser, als das Spiel „Stille Post“ im Anschluss an das gemeinsame Lesen. Das Weitergeben an „geheimen Wörtern“ ist nicht so einfach, denn vieles wird missverstanden, falsch gedeutet oder einfach nicht richtig gehört. Genauso wie bei der Weitergabe von Geheimnissen …

Olivia und das grosse Geheimnis

Leichte Unterhaltung rundum für Kinder bedeutenden Thematik „Geheimnisse“.

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Rebecca Cobb – Aufessen?!

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Dieses Bilderbuch dreht sich um ein Mädchen, das das Essen verweigert. Viel lieber malt sie ihre Bilder im Wohnzimmer. Doch als Mama ganz ärgerlich wird und sie an den Tisch schickt, verschränkt sie ihre Arme vor der Brust und sitzt ziemlich lange so da. Als sie unter den Tisch schaut, entdeckt sie einen furchtbar hungrigen Krokodil. Zu ihm gesellt sich ein ebenso hungriger Bär und ein Wolf, der auch etwas von der Leibspeise ab haben möchte. Alle drei verputzen das leckere Mittagessen. Die Mutter von dem kleinen Mädchen ist mit dem leeren Teller sehr zufrieden.

Zur Abendzeit macht der Bauch von dem kleinen Mädchen allerdings furchtbar laute Geräusche. Es brummt und knurrt nur so! Sind die drei hungrigen Freunde auch zum Abendessen willkommen? Oder gehört der Teller bis auf den letzten Bissen dem Mädchen?

Manche Eltern werden sich in der geschilderten Situation sehr gut wiederfinden können. Das leidige Thema des Aufessens wird hier mit einer fantasie- und  humorvollen Begebenheit angesprochen. Das Rebellieren der Kinder gegen die für eine bestimmte Uhrzeit festgelegte Mahlzeit, spiegelt sich sehr schön in den vier aufeinanderfolgenden, individuellen Illustrationen wider. Das Mädchen sitzt am Tisch, es passiert nichts, sie schaut nach links, wieder auf den Teller, verschränkt die Arme, senkt den Kopf auf den Tisch.

Nach dem gemeinsamen Lesen, lässt sich in den darauffolgenden Mahlzeiten das Spiel  „Unter-den-Tisch-schauen-auf-der-Suche-nach-hungrigen-Tieren“ spielen. Vielleicht dauert das Aufessen dann tatsächlich nicht mehr so lange. In der Tat werden Kinder diesen Grundgedanken „das Essen mit Tieren zu teilen“ mögen, sich auch sehr gut in das Mädchen hineinversetzen und vielleicht besser nachvollziehen können, dass der Magen zur Abendzeit mehr brummt, wenn es mittags nichts zu essen gab.

Besonders gut gefällt mir, dass das Mädchen diese drei Tiere zuvor selbst gemalt hat und sie quasi aus ihrer Fantasie entspringen. Die kindlichen Kreativität und Vorstellungskraft wird somit ganz unterschwellig gefeiert. Auch das durch viele „crayon-ähnliche“ Striche geprägte Bildmaterial von Rebecca Cobb sticht hervor. Das struppige Fell der Tiere und der zersauste Kopf des kleinen Mädchen unterstreichen sehr schön die Eigensinnigkeit und den widerspenstigen Geist der Protagonistin.

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Schnell aufessen, bevor die Fantasietiere das Essen wegschnappen!

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Jimi Lee – Unsere Erde

Unsere Erde

Mit diesem Buch möchte die südkoreanische Grafik-Designerin Kinder auf den Umweltschutz aufmerksam machen. Den Mittelpunkt bildet die in der Mitte jeder Seite ausgestanzte Erdkugel. In ruhigen, klaren, sparsamen Bildern wird eine Geschichte über unseren Planeten erzählt. Dabei verzichtet das Buch komplett auf den Text und stellt die Ereignisse ausschließlich in vielsagenden Bildern dar.

Zunächst wird die frühe Entwicklung der Flora verbildlicht. Pflanze für Pflanze, Baum für Baum, das Leben wird in kleinen Schritten, die sehr gut den langwierigen Prozess dieser Entwicklung aufzeigen, verdeutlicht. Bis schließlich ein vom Menschen erschaffener Bagger auftaucht und die Wälder abholzt. Auf der nun freien Fläche werden in rasanter Zeit kleine Häuser gebaut, die jedoch schon bald von Hochhäusern und Wolkenkratzern ersetzt werden. Die Verschmutzung der Umwelt nimmt mit Fabriken und den Emissionen immer weiter zu. Bäume und Pflanzen verschwinden gänzlich. Wird die Erde sich dafür rächen?

Besonders schön finde ich, dass die Autorin die Erde nicht als Betonklotzen im Endergebnis präsentiert, sondern es schafft einen anderen Umgang mit unserer Umwelt aufzuzeigen. In der Mitte des Buches beginnt die Natur  ihr Terrain zurückzugewinnen, sodass der Mensch diese wertschätzt und mit ihr nun behutsam umzugehen weiß.

Beeindruckend sind ebenfalls die aus Papier ausgeschnittenen Darstellungen, die um die Erde herum platziert worden sind. Die Symbolik ruft das ökologische Märchen wunderbar ins Leben, bringt einen zum Nachdenken und fördert die Ausdrucksfähigkeit.

Jimi Lee - Unsere Erde

Minedition bietet die Möglichkeit zum Durchblättern: hier entlang!

Material

Eine Ideensammlung mit einigen Beispielfragen soll zur Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Thematik anregen. Des Weiteren können die SuS eine Befragung an der eigenen Schule durchführen, um herauszufinden wie umweltbewusst die eigene Schule ist:

Umweltschutz_Ideensammlung_Interview

Bilderbuch ohne Text – Mensch im Einklang mit der Natur: ein wichtiges Thema kunstvoll präsentiert

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