Rosanna Pradella und Hanne Türk – Die große Kinderzeichenschule

Kurze Reime und dazu passende step-by-step Zeichenanleitungen: Das macht Spaß!

Das Buch beginnt mit einfachen Schwungübungen: Frei aus dem Handgelenk heraus führen sie zu Grundformen wie Kringeln, Strichen und Zacken. Aus den Kringeln entsteht sehr bald eine Raupe, aus den Zacken ein Krokodil. Neben Bauernhoftieren werden Bäume, Fische, Vögel, Zootiere, Fahrzeuge,  Hexen, Prinzessinnen, Burgen, Piraten, Clowns und Mädchen und Jungen Schritt-für-Schritt gezeichnet.

Der Kasten ist noch leer.
Da muss ein Kringel her.
Was schaut da oben raus?
Was wird da unten draus?
Ein Bein zuerst allein, und dann das zweite Bein.
Ein Maul, mit dem er quakt. Und hörst du, was er sagt?
Nimm Grün und Gelb und quak mich an, damit ich lauter quaken kann!

Alle Kinder zeichnen gerne. Zeichnen ist für die kindliche Entwicklung sehr bedeutsam. Es fördert die visuelle Wahrnehmung, Abstraktionsvermögen und das Zusammenspiel von Hand und Auge. Das Kind kann durch das Zeichnen seine Gefühle äußern und lernt den Umgang mit Stift und Papier. Das Zeichnen von Kringeln, Kreisen, Vierecken und Zacken stellt ganz nebenbei Vorübungen zum Schreibenlernen dar.

Durch das Mitsprechen von Reimen, die die Schrittfolgen kommentieren, soll das Zeichnen erleichtert werden. Außerdem macht es Spaß und die Gedichte beinhalten meist lustige Geschichten. Das Buch kann aber auch von den Kindern alleine genutzt werden. Die einzelnen Schritte sind mit Nummern beschriftet, sodass das Kind sofort weiß, wo es anfangen soll. Vielleicht sollte im Vorfeld mit dem Kind gemeinsam besprochen werden, dass das Radiergummi ein freundlicher und wichtiger Helfer ist. Dieser entfernt im Zeichenprozess Hilfslinien. Denn das Ausradieren gehört zum Zeichnen genauso dazu wie das Hinzufügen von Strichen.

Das Buch kann ebenso für Erwachsene, die oft mit Kindern arbeiten, als Inspirationsquelle genutzt werden. So aus dem Stegreif könnte ich auch kein Eichhörnchen oder einen stolzen Hahn zeichnen. Dabei bedarf es nur weniger, einfacher Striche!

Diese Schritt-für-Schritt Zeichenanleitungen lassen Kinder Erfolge erleben und durch Reime den rhythmischen Klang der Sprache wahrnehmen. Zeichnen auf vergnügliche Art und Weise!

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Meike Teichmann – Passt das?

Der kleine Pinguin Anton begibt sich mit seinem Koffer auf Wanderschaft. Dabei trifft er auf unterschiedlichste Tiere. Stets sucht er eine Art, zu der er passt. Bei den Giraffen angekommen, stellt er sich auf aus dem Koffer heraus gezauberte Stelzen auf und hängt sich einen orange gepunkteten Umhang um, nur um ein wenig später zu erkennen, dass es doch nicht passt. Eine lange Socke auf die Nase zu hängen, hilft auch nicht, um als Elefant anerkannt zu werden. Wird Anton seine Artgenossen jemals finden?

Der äußerst naive und doch auch sehr liebenswürdige kleine Pinguin Anton erobert bereits von ersten Seite an alle Leserherzen! Er ist auf der Suche nach Freundschaft, Gleichgesinnten und damit verbunden Akzeptanz. Mit etlichen Hilfsmitteln versucht er sich anzupassen und muss dann letztlich doch feststellen, dass diese Verkleidungen ihm nicht das erwünschte Zugehörigkeitsgefühl bescherren. Die Suche nach der eigenen Identität ist ein Prozess und bedarf daher einiger Stationen, die es zunächst zu durchlaufen gilt. Antons Ideenreichtum sich den unterschiedlichen Tieren anzupassen, treibt einem beim Betrachten die Tränen in die Augen, und zwar vor Lachen! Die Herausarbeitung der besonderen Eigenschaften der Tiere ist einfach wundervoll gelungen und auch die Hilfsmittel sind sehr schön gewählt.

Dieses Bilderbuch eignet sich besonders gut für den unterrichtlichen Einsatz. Die SuS könnten eigene Tiere wählen, die Anton auf seiner Wanderschaft trifft und sich überlegen mit welchen Hilfsmitteln er sich anpassen könnte. Ein selbst einstudiertes Theaterstück wäre die perfekte Präsentationsmethode.

Der warme Hintergrund der Illustrationen unterstreicht die kraftvollen Begegnungen und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die jeweiligen Akteure. Eigentlich benötigt dieses Bilderbuch keine Worte, denn die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache. Die Erkenntnis, dass man sich bei den „richtigen“ Freunden oder der Familie nicht zu verkleiden bzw. verstellen braucht, ist auf der letzten Seite sehr rührend eingefangen und bildet den krönenden Abschluss dieser tollen Geschichte.

Dieses Bilderbuch über Selbstfindung und Akzeptanz zaubert jedem Leser, nicht zuletzt wegen der wundervollen Illustrationen, ein glückliches Lächeln ins Gesicht!
Dies ist mein „Buch des Monats“!

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Haery Lee und Byeongkyu Jeong – Was tust du wenn es regnet?

Was tun bei einem trüben Regenwetter? Sechs unterschiedliche Tiere stellen ihren eigenen, ganz persönlichen Umgang mit dem Regen vor. Dabei ist Regen nicht einfach nur Regen. Mal nieselt es ganz leicht, ein anderes Mal regnet es in Strömen. Mal sind die Regengüsse zackig, mal wild durcheinander in alle Richtungen zeigend, gezeichnet. Genauso unterschiedlich die Regensweisen sind, sind auch die Verhaltsweisen der Tiere. Der Tiger würde sich am liebsten verkriechen, während ein Dinosaurier genüßlich durch die Regenpfützen stapft. Doch was macht eigentlich Papa bei so einem Regenwetter?


Dieses Bilderbuch leitet,  nach der Darstellung einer bestimmten Art des Regens,  auf die Fragestellung „Regnet es so, was würde ein (Löwe) tun?“ über. Dabei ist jeweils eine Doppelseite dem Regen gewidmet und lässt dem kleinen Leser genug Zeit, um den Fortgang der Geschichte zu antizipieren. Die Kinder werden angeregt mit- und vor allem weiterzudenken. Die Illustrationen sind stets in grauen Bleistiftzeichnungen gehalten, mit einem sparsamen Einsatz von gelben und blauen Highlights. Die vielfältigen Regentypen sind in passenden Grautönen eingefangen.

Besonders das Ende überrascht und zeigt, was Papa bei einem Regenwetter tun würde. Und endlich leuchten hier auch viel mehr Farben! Das Regenwetter kann nämlich auch Spaß machen!

Trübe Regentage können auch ganz kreativ genutzt werden, das zeigt dieses Bilderbuch in tollen Bleistiftzeichnungen!

 

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Isabel Pin – Wenn ich ein Löwe wäre

„Wenn ich ein … wäre, würde ich …“

Mit diesem Anfangssatz macht Isabel Pin insgesamt neun unterschiedliche Tiere zum Gegenstand des Buches. Auf einer Doppelseite wird jeweils ein Tier präsentiert, dem ein Gesicht fehlt. Hier kommen die Kinder ins Spiel und dürfen sich bereits im szenischen Spiel üben. Sie brüllen wie ein Löwe, zwitschern wie kleine Vögel und grunzen wie ein Schwein. Die Verstellung der Stimme ist mehr als erwünscht und auch der Einsatz der passenden Mimik wird bereits erprobt. Die sehr praktischen seitlichen Griffe und die stabilen Seiten erleichtern den Kindern den Umgang mit diesem Buch zum Anfassen. Die Farben sind sorgfältig gewählt worden und harmonisieren mit den jeweiligen Tieren sehr gut.

Was bietet sich hier mehr an, als Kinder eigene Rahmen aus Pappe basteln zu lassen, um ihr Lieblingstier inklusive des für ihn typischen Geräusches dem Klassenverband vorzustellen? Und wem kein Tier einfällt, darf sich gerne, wie auch im Buch auf der letzten Seite vorgeschlagen, in das andere Geschlecht hineinversetzen. Passend dazu könnte man bereits die Zeitform Konjunktiv lerngruppengerecht thematisieren.

Eine imponierende Idee zur Anbahnung der Fertigkeit „Sprechen vor anderen“!

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Aurélie Saillard – Mein erstes Lexikon vom Bauernhof

„Mein erstes Lexikon vom Bauernhof „erzählt von Kühen, Milch, Ziegen, Käse, Wolle und aber auch Gemüse und Obst. Ein ganzes Jahr mit der dazugehörigen Arbeit im Herbst, der Weinlese und der Ernte gehört genauso dazu, wie die Betrachtung der Bauernhöfe hier und anderswo. Jede Doppelseite widmet sich einem Schwerpunkt zu den eben erwähnten Gebieten und stellt mithilfe von großformatigen Fotografien und leicht verständlichen kurzen Texten die Welt des Bauernhofs dar.

Ich bin persönlich auf einem Bauernhof aufgewachsen und somit mit der Tier- und Pflanzenwelt ziemlich vertraut. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass viele Kinder absolut gar keine Vorstellung davon haben, dass z.B. eine Gurke aus einer Blüte erwächst. Daher halte ich dieses Lexikon, welches vom Aufbau dem von mir bereits rezensierten Buch „Mein erstes Lexikon der Tierkinder“ gleicht, für äußerst gelungen und horizonterweiternd. Hier erfahren die Kleinen alles über die Käseherstellung, den Feldanbau, die hochmodernen Feldmaschinen und die weltweiten Unterschiede in der Landwirtschaft. Es darf ein Blick auf die Reisfelder in Asien und die Olivenernte in Italien geworfen werden. Das Kindersachbuch zeigt in wundervollen Fotos wie z.B. die violette Blüte einer Artischocke aussieht oder dass Pilze in großen mit Erde gefüllten Säcken angebaut werden. Bereits sehr junge Kinder können dieses Sachbuch in die Hand nehmen und die oft selbst erklärenden Fotos betrachten und so mit den Erwachsenen nicht nur über die Landwirtschaft, sondern auch die Tiere und die uns umgebende Natur ins Gespräch kommen. Und vielleicht regt dieses Sachbuch die Kinder und Eltern sogar an, raus in die Natur zu gehen und die Natur, Tiere und die Landschaft persönlich zu erfahren, zu ertasten, zu riechen, zu erproben!

Die Aufmachung und der Inhalt sind äußerst ansprechend, übersichtlich, kindgemäß, umfassend und wissenserweiternd! Dieses Kindersachbuch macht Freude!

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Alexander Randolph – A Portrait of Nellie

Nellie lebt in ihrem Mauseloch ein ganz normales Leben einer gewöhnlichen Maus. Sie ist eine Maus mit Prinzipien und doch ziemlich einsam. Eines Tages bekommt sie Besuch von Sammy. Sie heiraten und bekommen Kinder. Schon bald findet sie einige Punkte, die sie an Sammy stören. Er scheint ziemlich zutraulich und lässt sich von der Haushälterin aushalten. Er benimmt sich keineswegs wie eine richtige Maus. Es kommt immer häufiger zu Streitigkeiten. Nellie möchte diese selbstgewählte Abhängigkeit und dieses „unmously“ Verhalten nicht länger dulden und trifft vor allem in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder eine schwerwiegende Entscheidung…

Nellie hat eine sehr sture und konservative Haltung. Sie hängt an ihren Prinzipien und möchte sich an die veränderte Situation ihrer Umwelt nicht anpassen. Seit vielen Jahren fürchten sich die Mäuse vor Katzen und sollen es auch in der Zukunft tun. Mäuse klauen das Essen der Menschen und lassen sich nicht von ihnen aushalten. Ihre Traditionen sind ihr heilig. Sammy dagegen ist in dieser Hinsicht offener und passt sich den veränderten Umständen an. Er versteht nicht, was daran verkehrt sein soll das angebotene Essen anzunehmen und nicht unnötig zusammenzuzucken, wenn die Katze, die im Haus lebt, für sie keine Gefahr darstellt, da sie selber Angst vor Mäusen hat. Das unreflektierte Festhalten an Althergebrachtem kann ich nicht befürworten.  Und das Ende der Geschichte hat mich leider auch enttäuscht:

„It is plain to see, they are trying to change our traditions.“
Sammy was forced to agree.

Die Illustrationen von Alexander Randolph sind ein Meisterstück. Sie sind einfach gehalten und entfalten vor dem weißen Hintergrund ihre große Wirkung. Das Bild der beiden Mäusen mit ihren ineinander verstrickten Mäuseschwänzen ist ja schon fast Kult.

Das Eheleben mit ihren Schwierigkeiten bzw. Verstrickungen und die Problematik der sich ständig verändernden Umwelt bilden das Hauptaugenmerk dieses Buches. Daher würde ich es eher für Erwachsene empfehlen. Die dargestellte Problematik ist für Kinder im Grundschulalter meistens unbedeutsam und noch ziemlich abstrakt. Allerdings könnte ich mir duchaus vorstellen das Buch in einer „Philosophieren mit Kindern-AG“ mit Viertklässlern einzusetzen, um über die jeweiligen Ansichten der Mäuse zu diskutieren. Sollte man an seinen Prinzipien und Regeln immer und überall festhalten? Verhält sich Nellie richtig? Verhält sich Sammy richtig? Wie könnte eine Einigung aussehen? Was würde man selber in einer solchen Sachlage tun?

Eine wunderschöne Aufmachung mit einem für mich zwiegespaltenem Inhalt.

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Sylvia Weve – Wie das Huhn beinahe vergaß, dass es ein Ei gelegt hatte

Henni, die Henne, legt ihr erstes Ei! Sie ist auf das Ergebnis so stolz, dass sie es unbedingt dem Hahn erzählen möchte. Ganz aufgeregt läuft sie los und bittet das Ferkel so lange auf ihr Ei aufzupassen. Also brütet das Schwein nun das Ei vorsichtig aus. Doch als es anfängt zu regnen, entschließt sich das Schwein sich selbst ins Trockene zu bringen und bittet wiederum die Frau Schaf das Ei zu schützen. Als es spät wird, verabschiedet sich das Schaf und der neue Schützling ist nun eine Schnecke, die ihr Haus zum Ausbrüten hergibt. Doch wo bleibt bloß die Henne? Das frisch geschlüpfte Küken freut sich auf seine Mutter und staunt nicht schlecht eine Schnecke vor sich zu haben. Jetzt liegt es an den Freunden die Mutter des frisch geschlüpften Kükens zu finden…

Sylvia Weve spielt auf die sehr einzigartige Verbindung zwischen Mutter und Kind an. Das Verantwortungsgefühl der Nebencharaktere und vor allem der Henne wird kritisch angeschnitten und doch die anfängliche Hilfbereitschaft der Bauernhoftiere positiv herausgehoben. Das Ei wird von einem Tier zum nächsten gereicht und kann kein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, da es sich ständig fragt wie die Mutter wohl aussehen könnte. Von Tier zu Tier und der damit verbundenen Enttäuschung, wächst die Frustration des kleinen Küken. Es scheint immer kleiner und verlorener in der großen Welt zu wirken. Adoption ist in vielen Familien Wirklichkeit und genauso wie das Küken fangen viele Kinder an sich irgendwann mit den Eltern zu vergleichen und stellen immer mehr Fragen. Für das Kind auf dem Selbstfindungsweg gehört das Wissen um die Erzeuger immer dazu.

Unterschwellig wird die Problematik der noch nicht vorhandenen Bindung zum Ungeborenen angeschnitten, die jedoch beim ersten Körperkontakt verfliegt. Beim Anblick des Küken werden die Muttergefühle der Henne so richtig wach und sie ruft stolz aus: „Du gehörst zu mir!“.

Dieses Bilderbuch sticht besonders durch die einzigartigen und sehr vereinfachten stilistischen Elementen heraus. Je nach Gefühlslage dominieren die entsprechenden Grundfarben. Der Hintergrund und die Charaktere werden mit groben Pinselstrichen umspielt, die schwarzen Konturen geben den Figuren ihre Gestalt. Die Illustrationen animieren zum Nachmachen und lassen sich wunderbar im Kunstunterricht bereits mit den Kleinen sehr gut imitieren.

Thematisch erinnert mich das Buch sehr stark an das englischsprachige Buch „Monkey Puzzle„, in dem es auch darum geht die Mutter des kleinen Äffchen zu finden. Die Parallelen sind verblüffend.

Eine einfühlsame Geschichte über die verzweifelte Suche nach der Mutter.

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Tad Hills – So ein Superküken

Flip und Flop sind die besten Freunde und lieben es Schmetterlinge zu beobachten, dem Fluss zu lauschen, die Blumen zu riechen oder das warme Lüftchen zu genießen. Doch eines Tages taucht Kiki auf, eine alte Angeberin, die alles besser kann. Sie kann am längsten die Luft anhalten und auf dem Kopf stehen, am schnellsten auf einem Bein hüpfen und am geschicktesten Baumstämme balancieren. Flip ist von der neuen Freundin begeistert. Doch Flop möchte mit seinem Freund lieber alleine sein, denn dieser Wettbewerb geht ihm ganz schön auf den Keks. Wie kann er bloß seinen Freund für eine Weile wieder für sich gewinnen? Ein Plan muss her!

Es ist das Spiel mit der Freundschaft, der Umgang mit Prahlerei, Eifersucht und dem Wettbewerb, was der Autor hier gekonnt anspricht. Die Dialoge der drei Freunde sind sehr authentisch, genauso höre ich sie tagtäglich auch auf dem Schulhof. Die Handlungen sind ebenfalls sehr kindgetreu und aus dem Kinderalltag entnommen. Die Küken messen ihre Kräfte, Ausdauer und Geschicklichkeit. Doch einer ist dabei immer der Beste, das Superküken, Kiki. Flop muss dagegen mit seinen Niederlagen kämpfen und entschließt sich lieber zurückzuziehen und sich dem Wettbewerb nicht mehr zu stellen. Er ist ein ruhiges Küken und bevorzugt Tätigkeiten, bei denen es keinen Gewinner oder Verlierer gibt. Und damit der neue Freund nicht zwischen Flop und Flip steht, entwickeln die beiden einen fabelhaften Plan, der Kiki für eine Zeit lang aus dem Rennen schickt.

Das Ende ist sehr überraschend und das „Problem“ auf eine sehr witzige Art und Weise  gelöst. Sie packen Kiki in ihrer Stärke und locken sie damit in eine für die beiden Freunde mehr als verdiente „Ruhepause“. Die Darstellung des Umgangs mit Angeberei und dem Wettbewerb ist sehr gelungen und bietet wundervolle Lösungsvorschläge, die bereits sehr jungen Kindern einleuchtend erscheinen. Das Bilderbuch eignet sich besonders gut für eine szenische Umsetzung, in der die Gefühle der drei Freunde sehr schön herausgestellt werden können. Auch Standbilder können hier die jeweilige Situation und Stimmung gut verdeutlichen.

Die Illustrationen sind sehr gemächlich, klar, farbintensiv und mit wenigen Details bestückt. Sie heben die Verspieltheit der Freunde und die Liebenswürdigkeit der Charaktere besonders gut hervor.

Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch über Freundschaft, Eifersucht, Angeberei und dem Wettbewerb untereinander.

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Manfred Rohrbeck – Komm mit, kleiner Eisbär!

In Komm mit, kleiner Eisbär wird der Protagonist früh am Morgen wach und hat wahnsinnigen Hunger. Gemeinsam mit seiner Mutter geht es nun auf zur Futtersuche. Auf dem Weg begegnen sie vielen unterschiedlichen Tieren, die alle ihre Besonderheiten haben. Ob Blauwal, Polarfuchs, Eisente oder Robbe, sie alle sind ziemlich schnell und gewieft und die Suche nach etwas Essbarem  scheint schwieriger als gedacht. Doch vor allem ist sie mit vielen spannenden Abenteuern verbunden.

Das Pappbilderbuch mit einer original Schleich-Figur überzeugt vor allem durch diesen großen Koffer, der sich wunderbar als Geschenk oder Mitbringsel eignet. Die Abenteuer des tierischen kleinen Helden können so vor der Kulisse des Bilderbuchs nachgespielt werden. Durch die Gucklöcher kann die kleine Schleich-Figur hindurchschlüpfen und das Kind so die Futtersuche nachspielen, das morgendliche Brummen imitieren und so wunderbar in die Tierwelt eintauchen. Ganz nebenbei lernt es noch viele interessante Informationen über die Tierwelt der Eisbären kennen. Die integrierten Klappen verraten außerdem noch weitere spannende Informationen über die Tiere, die der kleine Eisbär auf seiner Futtersuche trifft.

Die Illustrationen sind naturgetreu gestaltet und spiegeln die Lebensräume  der Arktis wunderbar wider. Das Kind trifft auf ganz spielerische Weise  auf die Vielfalt in der Natur und kann sich aktiv handelnd einbringen und lernen.

Das Tierspielbuch gibt es in drei weiteren Varianten, in denen ein Panther, Fuchs oder Pferd ihre Lebensräume entdecken.  Im Herbst 2012 sind zwei weitere Titel zu Lamm und Löwe sowie Tiger geplant.

Eine tolle Verbindung zwischen Spielzeug und Buch. So können Bücher für die ganz jungen noch attraktiver gestaltet werden. Die Lese- bzw. Spielfreude ist garantiert!

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Marc Giraud – Futterplatz und Vogelhaus

Klappentext:

„Baue wilden Vögeln ein Zuhause, gib Eichhörnchen das richtige Futter und werde mit diesem Buch zum Tierexperten!
Wie baut man einen Teich, wie einen Nistplatz für Eulen und was essen Fledermäuse am liebsten? In diesem Buch erhälst du die wichtigsten Antworten auf deine Tierfragen. Du findest insgesamt 50 Tipps und Tricks, wie man Tiere richtig anlockt. Dann weißt auch du, wie man Eichhörnchen, Specht und Igel in der freien Natur erleben kann!“

Inhalt und Meinung:

Den einzelnen Kapiteln vorangestellt ist ein Inhaltsverzeichnis, welches die Oberkategorien und die jeweiligen Unterpunkte sehr schön  darstellt. Die Oberkategorien sind die allgemeinen „Tipps von den Profis“, „Wasser“, „Tierwohnungen“, „Ernährung der Tiere“, „Tipps und Tricks“ sowie „das Tierparadies“. Das Wörterverzeichnis am Ende des Buches gibt eine kurze Beschreibung  zu den wichtigsten Begriffen. Jede Doppelseite beschäftigt sich mit einer Oberkategorie oder einem Unterpunkt zu dieser Kategorie, die von sehr schönen Illustrationen von Amandine Labarre und Therese Bonte geschmückt wird. Von Vorschlägen zur Insektenzucht (z.B. Schnecken), über das Anlegen eines Tümpels, zum Pflanzen eines Baumes: der Leser bekommt sehr viele praxisnahe Tipps an die Hand und kann diese bei Bedarf gleich umsetzen. Ein sehr schönes Buch, aus welchem der Lehrer ab und an sehr schöne Ideen für den Sachunterricht schöpfen kann. Man bekommt ebenfalls genau Instruktionen zum Bau von Vogelnisthäusern oder einer Futterbox. Bei uns im Klassenzimmer ist die Schneckenzucht in vollem Gange und die Kinder ganz begeistert!

Fazit:

Das Buch bringt den Kindern die Natur näher und animiert auf kindgerechter Weise zum Erforschen ihrer Umwelt.

 

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