Meike Munser-Kiefer und Eva-Maria Kirschhock – Lesen im Leseteam trainieren

Dieses Buch stellt ein Trainingsprogramm vor, das speziell für die besonderen Bedürfnisse von Grundschulkindern an der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt und unter dem Titel „Leseprofi im Leseteam“ an zahlreichen Schulen erprobt wurde. Das Besondere dabei ist, dass die SuS die Lesetexte nicht in Einzelarbeit, sondern in der Kleingruppe – dem sogenannten Leseteam – bearbeiten. Nach der Einführung von Lesestrategien übernimmt jedes Kind in seinem Leseteam für einen Textabschnitt die Lehrerrolle und leitet seine Mitschüler zur richtigen Anwendung der Strategien an. So werden auch allgemeine Schlüsselkompetenzen wie Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktlösefähigkeit gezielt angebahnt und eingeübt.

Dieser Band enthält 25 komplette Trainingseinheiten mit ausführlichen Unterrichtsverläufen und Tafelbildern. Außerdem werden 150 Kopiervorlagen für Arbeitsblätter, Lesetexte, Folien und Übungsmaterial bereit gestellt.

Das vorgestellte Programm gliedert sich in vier Teile: Einführung (Ich werde ein Leseprofi!), Lesefertigkeit (Blitzlesen im Leseteam trainieren), Leseverständnis (Lesestrategien im Leseteam trainieren) und Trainingsphase. Zu den Lesestrategien gehören: Unklarheiten beseitigen, Fragen stellen und beantworten, Zusammenfassen, Vorhersagen.

Das Führen eines Leseprofihefts soll der Motivation und Ergebnissicherung dienen. Die Einheiten sind tabellarisch dargestellt mit genauer Angabe der Lehrer-Schüler-Aktivitäten. Dabei werden die Schritte Anknüpfung, evtl. Motivation, Erarbeitung, Sicherung, Reflexion und evtl. Hausaufgabe beachtet.

Das Programm ist so angelegt, dass es vollständig durchzuführen ist, obwohl einzelne Strategien kürzer gefasst bzw. übersprungen werden können.

Lesestrategien sind für die Lesekompetenz von sehr großer Bedeutung. Daher sollen sie auch schon früh angebahnt und explizit bewusst gemacht werden. Hier knüpft dieses Programm an und verbindet die Einübung der Lesestrategien in der kooperativen Form der sogenannten Leseteams. Die Herangehensweise erinnert sehr stark an das reziproke Lesen, eine Lesemethode bei der vier SuS einen Text abschnittweise gemeinsam erarbeiten. Sie übernehmen abwechselnd verschiedene Aufgaben, die auf Rollenkarten vermerkt sind.

Da das Leseinteresse bei diesem Programm nicht im Fokus steht (siehe S. 7), bin ich auch von den meisten vorgegebenen Lesetexten nicht besonders angetan. Da wäre mir eine kleine Textauswahl lieber gewesen, aus der sich die SuS ihren Interessen entsprechend einen Texte aussuchen könnten. Hier würde ich den Unterricht doch noch weiter öffnen wollen, als es bei diesem Programm der Fall ist. Ich bin ebenfalls kein Fan von strikt vorgegebenen Verläufen, da ich denke, dass man es von Lerngruppe zu Lerngruppe abwandeln muss. Daher würde ich persönlich die Trainigseinheiten als Inspiration sehen und die Ziele, die dahinter stecken zum Teil anders angehen. Die stetige, sinnvolle Einbindung von Reflexionsimpulsen ist dagegen sehr gut gelungen und stellt eine Bereicherung dar.

Insgesamt ist der Gedanke, der hinter diesem Programm steckt, eine sehr zu befürwortende strukturierte Leseförderung, die bereits vom BLLV prämiert wurde.

Zu diesem Konzept bietet der Auer Verlag eine Materialbox an, die 1 Buch mit 12 neuen Lesetexten und dazugehörigen Kurzlexika, ein  Lerntagebuch, 300 Wort- und Stationenkarten, einen Strategietest und eine CD-ROM mit allen Arbeitsblättern und Wortkarten als veränderbare Word-Dateien enthält.

Ein zeitaufwändiges Trainigsprogramm mit einer sinnvollen Zielsetzung.

 

Lesen im Leseteam trainieren

beim Auer Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)

Lonely Planet – Hawaii

Die Lonely Planet Reiseführer sind bekannt für ihre ehrlichen und ausführlichen Beiträge über das Land und die Leute, mit spannenden Adressen für jeden Geldbeutel. Mit ein wenig Witz und Charme gewürzt, wird das Lesen zu einer erheiternden Angelegenheit.

Dabei ist der Reiseführer kein Bildband über das Reiseziel, die Fotografien sind rar gesät. Der Fokus liegt tatsächlich auf den ausführlichen Informationen über die einzelnen Inseln von Hawaii mit sehr vielen detaillierten Karten und vor allem Tipps für Hotels und Restaurants, Touren und Natur. Dies ist vor allem für Urlauber, die das Land auf eigene Faust erkunden wollen, von sehr großem Vorteil. So haben wir in den vergangenen Urlaubsorten das ein oder andere Erlebnis, auch in Bezug auf Restaurantempfehlung, den Lonely Planet Reiseführern zu verdanken. Es wurden wahre Schätze ausgekundschaftet, auf die wir selber nicht gekommen wären.

Im Reiseführer wird ebenfalls auf die Geschichte und die Bewohner des Landes eingegangen. Die Landesküche, typische Handarbeit wie die Leis finden genauso Erwähnung wie praktische Informationen in Bezug auf die Elektrizität, Zoll, Versicherung, Verkehrsmittel und Gesundheit. Den Abschluss bildet ein kurzer Sprachführer, der die wichtigsten Phrasen auf deutsch und englisch zusammenfasst. Auch landestypische Ausdrücke für einige Essensspezialitäten werden im Glossar verständlich erklärt.

Lonely Planet erkärt, dass die Autoren vor Ort recherchieren und nicht einfach über das Internet oder Telefon. Das merkt man den Beiträgen an, wenn es z.B. heißt dass beim Verfassen des Berichts ein bestimmtes Museum zu diesem Zeitpunkt geschlossen war, sodass darüber erst aus zweiter Hand berichtet werden kann.

„Lonely Planet möchte Menschen zusammenbringen, die Welt verstehen, inspirierende Eindrücke und Erfahrungen austauschen, die das Leben bereichern und Spaß machen. Reisen ist ein wunderbarer Weg zu Toleranz, Verständnis und Respekt in unserer Welt.“

Ein Reiseführer mit wertvollen Tipps für Hotels, Restaurants und Freizeitbeschäftigungen für Urlauber, die das Land auf eigene Faust erkunden wollen.

bei amazon.de

Elisabeth Steinkellner und Michael Roher – Ein Rucksack voller Sand

Paula träumt vom Reisen. Wie gern würde sie in den Dschungel, die Wüste sehen, auf den höchsten Berg der Welt oder einfach nur am Strand sitzen und das Meer schmecken. Paula hat das Fernweh gepackt. Doch ihre Eltern sind übervorsichtig und machen sich große Sorgen. Sie warnen sie vor den Gefahren und dem drohenden Unheil. Als eines Tages ein Freund vor der Tür steht und frohen Mutes verkündet, dass er verreisen wird, schließt sich Paula ihm sofort an. Gemeinsam erleben sie auf ihrer Reise unvergessliche Abenteuer. Als Paula wieder nach Hause kommt, ist die Freude groß. Paulas Rucksack ist voll mit Sand, weil sie lauter Dinge mitgebracht hat, die man nicht sehen kann:

„Eine ordentliche Portion Geduld. Und haufenweise Fremdwörter. Eine große Ladung Mut. Und viele neue Freunde. Eine ganze Menge Farben, Gerüche und Geschmäcker. Und ein Meer an schönen Erinnerungen.

Dieses Bilderbuch habe ich bereits nach dem Betrachten der Titelseite ins Herz geschlossen. Jedes Detail ist so passend und stimmungsvoll gezeichnet, dass ich nicht umhin kam auf dieser Seite minutenlang zu verharren. Die Körpersprache des Mädchens, in der absolute Sehnsucht und Lebensfreude widerspiegelt. Die rosafarbenen Bäckchen, die auf die Aufregung und Vorfreude hindeuten und zu ihren Füßen die Wunder unserer Welt, die erkundet und entdeckt werden möchten.

Zu dieser Thematik habe ich eine ganz besondere Bindung, sodass ich es vortrefflich finde, wie einfühlsam Elisabeth Steinkellner die Besorgnis der Eltern schildert und die Sehnsucht des Mädchens endlich dem Alltag zu entfliehen, um mehr von der Welt zu sehen und einen Blück über den Tellerrand zu werfen.

Die in Collagentechnik gearbeiteten Illustrationen sagen ebenfalls das aus, was der Text unterschwellig andeutet. Paula ist anfangs durchsichtig und bekommt mit jedem Abenteuer einen Farbklecks auf ihrer Kleidung dazu. Jede Erfahrung macht uns reifer, klüger und eben bunter, interessanter. Die Farbgebung ist gediegen und ruhig. Lediglich die „Welt da draußen“ bekommt farbige Akzente und weitet sich im Verlauf der Geschichte weiter aus.

Die oben zitierten Mitbringsel deuten bereits an, wie wertvoll Reiseerfahrungen sein können und die Wörter sind überwältigend passend gewählt. Doch auch das Heimkommen ist schön und wird auf der letzten Seite augenzwinkernd unterstrichen.

Ein Bilderbuch, das voll ins Herz trifft.

Jochen Schmidt – Rituale im Englischunterricht der Grundschule

Das Ziel dieses Materials ist, so Jochen Schmidt, die Lehrkräfte „bestmöglich bei der Entwicklung und Durchführung eines gut strukturierten, planvollen und gleichzeitig frischen, lebendigen und produktiven Englischunterrichts in der Grundschule zu unterstützen“ (S. 6).

Dazu wurde in diesem Buch eine vielfältige Auswahl an praxiserprobten Inhalten zusammengefasst. Da wären z.B. Tipps (inkl. Fotos) für eine sprachbegleitende Gestik und Mimik, Reime, Lieder, Spiele, useful classroom phrases (Encouragement, class openers, group formation etc.), pupils‘ language (inkl. phrase sheet). Der Einsatz von Schaukarten  ist ebenfalls bedeutsam und dient der Unterstützung verbaler Kommunikation. Hier werden unterschiedliche Schaukarten zu Arbeits- und Sozialform wie zu circle game, dialogue, group discussion, semi-circle oder zu Unterrichtsphasen wie z.B. work quietly, It’s reading time, playful learning etc. als Vorlagen in DIN-A5 bereit gestellt.

Ein Stimmungs- und Lautstärkebarometer gehört zu weiteren Ritualvorschlägen, die die Tagesform abfragen oder den Unruhezustand im Klassenzimmer veranschaulichen sollen. Auch die Ritualisierung durch akustische Signale wird hervorgehoben und die Sinnhaftigkeit dieses Hilfsmittels erläutert.

Zahlreiche Karten dienen als Vorlage für eine abwechslungsreiche Gruppeneinteilung und classroom rules (siehe Bild unten) sind selbstverständlich ebenfalls ein fester Bestandteil des Englischunterrichts, die den SuS  Sicherheit geben.

Die Vielzahl an Materialkarten und Vorlagen befindet sich im veränderbaren Word-Format auf der beiliegenden CD.

Jochen Schmidts Schwerpunkte liegen in der praktischen Lehrerausbildung und das merkt man dem umfangreichen Materialpaket sofort an. Alle angesprochenen Rituale und Regeln dienen der Verbesserung des classroom managements, was eine enorme Bedeutung für den Unterrichtsfluss hat. Sie bilden sogenannte „sichere Inseln“, die besonders für eine Fremdsprache außerordentlich wichtig sind. Ritualisierte Handlungsabläufe machen den einsprachigen Unterricht erst möglich. Struktur und Kontinuität vermögen präventiv auf Unterrichtsstörungen zu wirken und können ferner Beständigkeit und Verlässlichkeit gewährleisten, um den SuS einen geschützten Lernraum für das Experimentieren mit der Fremdsprache zu bieten.

Viele Bausteine werden auch so im Fachseminar den Lehramtsanwärtern ans Herz gelegt. Sehr erfrischend fand ich den Vorschlag zur spielerischen Überprüfung des derzeitigen Wortschatzstandes mithilfe von Willy the Word Worm  und Sandy the Sentence Snake. Das werde ich sicherlich zukünftig auch ausprobieren. Die Ernennung zum King and Queen of the Month, ist ebenfalls eine tolle Wertschätzung für besonders gelungene Leistungen und eine großartige Motivationsstrategie.

Das Buch stellt eine sehr gelungene Materialsammlung dar, die ich jeder Englischlehrkraft wärmstens empfehlen kann!

Lehramtsanwärter werden hier eine wertvolle Fundgrube mit vielen gewinnbringenden Ideen finden und erfahrene Unterrichtsprofis die ein oder andere Anregung den Englischunterricht abwechslungsreich und motivierend zu gestalten.

Rituale im Englischunterricht der Grundschule

beim Persen Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)

Alexandra Ferrarÿ – 111 Ideen für den geöffneten Unterricht

Unter dem Titel „111 Ideen für den geöffneten Unterricht“ verbergen sich Methoden für den Schulalltag und Organisationstipps, die sich geöffnete Arbeitsformen zum Thema gemacht haben. Geöffnetes Arbeiten sorgt für Individualisierung, Differenzierung und Handlungsorientierung und führt letztlich  zu selbstgesteuertem Lernen.

Nach einer kurzen Darstellung der theoretischen Hintergründe des offenen Arbeitens, folgt die Beschreibung der veränderten Schüler- und Lehrerrolle. Die insgesamt 111 Ideen wurden in 11 Kapitel aufgeteilt, u.a. zum Schwerpunkt Unterrichtseinstiege, Soziales Lernen und Gruppenförderung, Selbstständige Wissensaneignung oder auch Präsentationen. Zum Bereich Unterrichtseinstiege wird zum Beispiel die „Vier-Ecken-Methode“ näher erläutert. Nach der Beschreibung der Ziele und der nötigen Vorbereitung seitens der Lehrkraft, wird unter „So geht’s“ die Vorgehensweise dargelegt. Nach diesem Dreischritt werden auch alle übrigen Methoden vorgestellt.

Mit diesem Buch soll der Aufbau einer soliden methodischen Vielfalt forciert werden. Offene Unterrichtsformen gehören in der Lehrerausbildung zu den fundamentalen Themen, denn sie verhelfen den SuS zu mehr Eigenständigkeit und Selbstständigkeit und fördern das individuelle Lernen.

Dieses Buch soll eher als ein Nachschlagewerk betrachtet werden. Eine Methode reiht sich an die andere und kann durch die sehr sinnvolle Strukturierung der Kapitel dazu dienen sich in einem bestimmten Gebiet wie z.B. Selbst- und Fremdeinschätzung weiterzubilden und sich zusätzliche Anregungen zu holen. Da wäre zu der bereits erwähnten Thematik der Lernvertrag, das Könnerheft, das Portfolio oder die Selbsteinschätzung. Hierdurch kann der Umfang der Methodenkompetenz der Lehrkräfte erweitert werden und der offene Unterricht abwechslungsreich gestaltet werden.

Besonders für Lehramtanwärter im ersten und zweiten Ausbildungshalbjahr eignet sich dieses Buch, um sich in unterschiedliche offene Arbeitsformen einzuarbeiten und auch das theoretische Wissen um die Didaktik des weißen Blattes, des Werkstattunterrichts oder des Stationlernens anzueignen bzw. zu vertiefen.

Ein nützliches Nachschlagewerk zum offenen Arbeiten – übersichtlich und sinnvoll zusammengefasst.

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Rosanna Pradella und Hanne Türk – Die große Kinderzeichenschule

Kurze Reime und dazu passende step-by-step Zeichenanleitungen: Das macht Spaß!

Das Buch beginnt mit einfachen Schwungübungen: Frei aus dem Handgelenk heraus führen sie zu Grundformen wie Kringeln, Strichen und Zacken. Aus den Kringeln entsteht sehr bald eine Raupe, aus den Zacken ein Krokodil. Neben Bauernhoftieren werden Bäume, Fische, Vögel, Zootiere, Fahrzeuge,  Hexen, Prinzessinnen, Burgen, Piraten, Clowns und Mädchen und Jungen Schritt-für-Schritt gezeichnet.

Der Kasten ist noch leer.
Da muss ein Kringel her.
Was schaut da oben raus?
Was wird da unten draus?
Ein Bein zuerst allein, und dann das zweite Bein.
Ein Maul, mit dem er quakt. Und hörst du, was er sagt?
Nimm Grün und Gelb und quak mich an, damit ich lauter quaken kann!

Alle Kinder zeichnen gerne. Zeichnen ist für die kindliche Entwicklung sehr bedeutsam. Es fördert die visuelle Wahrnehmung, Abstraktionsvermögen und das Zusammenspiel von Hand und Auge. Das Kind kann durch das Zeichnen seine Gefühle äußern und lernt den Umgang mit Stift und Papier. Das Zeichnen von Kringeln, Kreisen, Vierecken und Zacken stellt ganz nebenbei Vorübungen zum Schreibenlernen dar.

Durch das Mitsprechen von Reimen, die die Schrittfolgen kommentieren, soll das Zeichnen erleichtert werden. Außerdem macht es Spaß und die Gedichte beinhalten meist lustige Geschichten. Das Buch kann aber auch von den Kindern alleine genutzt werden. Die einzelnen Schritte sind mit Nummern beschriftet, sodass das Kind sofort weiß, wo es anfangen soll. Vielleicht sollte im Vorfeld mit dem Kind gemeinsam besprochen werden, dass das Radiergummi ein freundlicher und wichtiger Helfer ist. Dieser entfernt im Zeichenprozess Hilfslinien. Denn das Ausradieren gehört zum Zeichnen genauso dazu wie das Hinzufügen von Strichen.

Das Buch kann ebenso für Erwachsene, die oft mit Kindern arbeiten, als Inspirationsquelle genutzt werden. So aus dem Stegreif könnte ich auch kein Eichhörnchen oder einen stolzen Hahn zeichnen. Dabei bedarf es nur weniger, einfacher Striche!

Diese Schritt-für-Schritt Zeichenanleitungen lassen Kinder Erfolge erleben und durch Reime den rhythmischen Klang der Sprache wahrnehmen. Zeichnen auf vergnügliche Art und Weise!

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Katja Reider – Wie reist ein Paket von Haus zu Haus?

Lena möchte ihrem Ferienfreund Tim ein selbstgebasteltes Album schicken. Sie haben sich letztes Jahr auf Mallorca im Urlaub kennen gelernt und nun möchte sie ihn mit einem Erinnerungsalbum überraschen. Nachdem Lena das Album  fertig gestellt hat, muss es sorgfältig verpackt werden. Das Porto darf natürlich auch nicht fehlen und schließlich geht es in die Postfiliale, von wo das Paket einen weiten und sehr spannenden Weg antritt.

Die Sachgeschichte rund um die  Reise eines Pakets ist in den Kontext der beiden Kinder Lena und Tim eingebunden. Im Fokus des Geschehens steht vordergründig die Postsendung. Schritt für Schritt werden den Kindern die einzelnen Stationen einer Paketsendung erklärt. Es wird auf die Bedeutung einer guten Verpackung von Paketsendungen eingegangen, genauso wie auf die Möglichkeit personalisierte Briefmarken zu gestalten. Auch die Packstation wird kindgerecht und verständlich eingeführt. Der Weg von der Postfiliale in das Paketzentrum ist dank der sehr gelungenen Illustration sehr anschaulich dargestellt.

Das Buch ist aktuell, sei es die Einbindung des Scannlesergeräts, der Packstation oder des kleinen Computers zum Unterschreiben beim Empfang einer Sendung. Es wird auch stets die Bedeutung der jeweiligen Schritte und Vorrichtungen erklärt.

Die Seiten sind sehr stabil und beinhalten viele bunte Klappen, die z.B. verdeutlichen, was getan werden muss, wenn das Scannlesergerät die Anschrift nicht lesen kann, weil es womöglich unleserlich aufgeschrieben wurde. Leider haben viele kleine Klappen beim erstmaligen Öffnen die Seiten eingerissen. Die Stanzung scheint nicht ideal gearbeitet zu haben.

Insgesamt ist das Buch sehr informativ und durch die Einbettung in eine Geschichte auch nicht allzu trocken geschrieben. So machen Sachbücher Spaß!

Spannend, kleinschrittig und sehr informativ.

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Meike Teichmann – Passt das?

Der kleine Pinguin Anton begibt sich mit seinem Koffer auf Wanderschaft. Dabei trifft er auf unterschiedlichste Tiere. Stets sucht er eine Art, zu der er passt. Bei den Giraffen angekommen, stellt er sich auf aus dem Koffer heraus gezauberte Stelzen auf und hängt sich einen orange gepunkteten Umhang um, nur um ein wenig später zu erkennen, dass es doch nicht passt. Eine lange Socke auf die Nase zu hängen, hilft auch nicht, um als Elefant anerkannt zu werden. Wird Anton seine Artgenossen jemals finden?

Der äußerst naive und doch auch sehr liebenswürdige kleine Pinguin Anton erobert bereits von ersten Seite an alle Leserherzen! Er ist auf der Suche nach Freundschaft, Gleichgesinnten und damit verbunden Akzeptanz. Mit etlichen Hilfsmitteln versucht er sich anzupassen und muss dann letztlich doch feststellen, dass diese Verkleidungen ihm nicht das erwünschte Zugehörigkeitsgefühl bescherren. Die Suche nach der eigenen Identität ist ein Prozess und bedarf daher einiger Stationen, die es zunächst zu durchlaufen gilt. Antons Ideenreichtum sich den unterschiedlichen Tieren anzupassen, treibt einem beim Betrachten die Tränen in die Augen, und zwar vor Lachen! Die Herausarbeitung der besonderen Eigenschaften der Tiere ist einfach wundervoll gelungen und auch die Hilfsmittel sind sehr schön gewählt.

Dieses Bilderbuch eignet sich besonders gut für den unterrichtlichen Einsatz. Die SuS könnten eigene Tiere wählen, die Anton auf seiner Wanderschaft trifft und sich überlegen mit welchen Hilfsmitteln er sich anpassen könnte. Ein selbst einstudiertes Theaterstück wäre die perfekte Präsentationsmethode.

Der warme Hintergrund der Illustrationen unterstreicht die kraftvollen Begegnungen und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die jeweiligen Akteure. Eigentlich benötigt dieses Bilderbuch keine Worte, denn die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache. Die Erkenntnis, dass man sich bei den „richtigen“ Freunden oder der Familie nicht zu verkleiden bzw. verstellen braucht, ist auf der letzten Seite sehr rührend eingefangen und bildet den krönenden Abschluss dieser tollen Geschichte.

Dieses Bilderbuch über Selbstfindung und Akzeptanz zaubert jedem Leser, nicht zuletzt wegen der wundervollen Illustrationen, ein glückliches Lächeln ins Gesicht!
Dies ist mein „Buch des Monats“!

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Haery Lee und Byeongkyu Jeong – Was tust du wenn es regnet?

Was tun bei einem trüben Regenwetter? Sechs unterschiedliche Tiere stellen ihren eigenen, ganz persönlichen Umgang mit dem Regen vor. Dabei ist Regen nicht einfach nur Regen. Mal nieselt es ganz leicht, ein anderes Mal regnet es in Strömen. Mal sind die Regengüsse zackig, mal wild durcheinander in alle Richtungen zeigend, gezeichnet. Genauso unterschiedlich die Regensweisen sind, sind auch die Verhaltsweisen der Tiere. Der Tiger würde sich am liebsten verkriechen, während ein Dinosaurier genüßlich durch die Regenpfützen stapft. Doch was macht eigentlich Papa bei so einem Regenwetter?


Dieses Bilderbuch leitet,  nach der Darstellung einer bestimmten Art des Regens,  auf die Fragestellung „Regnet es so, was würde ein (Löwe) tun?“ über. Dabei ist jeweils eine Doppelseite dem Regen gewidmet und lässt dem kleinen Leser genug Zeit, um den Fortgang der Geschichte zu antizipieren. Die Kinder werden angeregt mit- und vor allem weiterzudenken. Die Illustrationen sind stets in grauen Bleistiftzeichnungen gehalten, mit einem sparsamen Einsatz von gelben und blauen Highlights. Die vielfältigen Regentypen sind in passenden Grautönen eingefangen.

Besonders das Ende überrascht und zeigt, was Papa bei einem Regenwetter tun würde. Und endlich leuchten hier auch viel mehr Farben! Das Regenwetter kann nämlich auch Spaß machen!

Trübe Regentage können auch ganz kreativ genutzt werden, das zeigt dieses Bilderbuch in tollen Bleistiftzeichnungen!

 

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Christiane Strauss – Meine Wörter reisen

Das großformatige Bilderbuch  ( 44,2 x 29,2 cm ) ist bereits für sehr junge Leser ab zwei Jahren geeignet. Auf acht Seiten werden unterschiedliche Situationen dargestellt: Ein Zebrastreifen mit einem Zebra in Rollschuhen, zwei Ameisen in einem kleinen Boot schwimmend, eine Maus mit einem Regenschirm auf einer Schlange sitzend oder ein Riese ein Eis schleckend. Die Situationen sind zum Teil sehr verwoben und auch absurd. Doch sie laden zum näheren Betrachten und Nachdenken an. Die Wörter reisen über die ganzen Illustrationen und finden ihren Platz an dem dazu passenden Bild. Dabei wird mit der Schrift genauso gespielt wie mit den Darstellungen. Die Wörter „rauf“ und „runter“ werden der Treppe passend angebracht und können so aus dem Zusammenhang heraus entschlüsselt werden.

Für DaZ-Kinder bietet das Buch z.B. für das Geschichtenschreiben oder auch das Erzählen eine hervorragende Hilfe, denn das dafür passende Vokabular ist ja bereits vorhanden. Dabei werden nicht nur Nomen, sondern auch Verben und Präpositionen  berücksichtigt.

Die Illustrationen sind sehr ansprechend, bunt und kommen bei Groß und Klein gleichermaßen gut an. Natürlich beeindruckt das Format ebenfalls und weckt die Motivation zusätzlich. Zur Erweiterung des Grundwortschatzes ist dieses Bilderbuch eine sehr schöne Abwechslung. Die künstlerische Kreativität könnte durch das Bilderbuch ebenfalls beflügelt werden und die  Kinder dazu animieren auch mal eigene Wörter zum Reisen zu bringen!

„Meine Wörter reisen“ ist auch in einer deutsch-türkischen Version erhältlich: Meine Wörter reisen /Kelimelerin Yoluculugu.

Ästhetisch, fantasieanregend, lehrreich.

Meine Wörter reisen

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