Oriol Canosa – Post aus Paidonesien

Rezension

Paidonesien kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Insel der Kinder“. Hierhin hat es den neujährigen Nicolas verschlagen. Auf einer Kreuzschifffahrt hat er se satt, sich die dauernden Streitigkeiten seiner Eltern anzuhören. Also packt er sein Hab und Gut und paddelt zur einsamen Insel, die er zum Rückzugsort für Kinder ernennt, die sich von ihren Familien genervt fühlen oder einfach eine schlechte Phase haben und für sich sein möchten. Das erste Gesetz heißt nämlich auch, dass Erwachsenen der Zugang nicht gestattet ist!

Als Inselpräsident mit einer stetig wachsenden Bevölkerungszahl nimmt Nicolas Kontakt zur Generalsekretärin der Vereinten Nationen auf und handelt eine Lebensmittelversorgung aus. Ein Architekt ist für den Bau eines Wolkenkratzers zuständig, indem alle Kinder Platz finden. Esther Blitzbirne ist dabei seine rechte Hand und unterstützt Nicolas im Aushandeln sämtlicher Verträge. Denn schließlich hat man als Staatschef alle Hände voll zu tun…zumindest bis einen die Sehnsucht nach der eigenen Familie doch einholt.

Dieser Inselbriefroman enthält ausschließlich Brief-Korrespondenzen. Aus pädagogischer Sicht ist es spannend die persönlichen und die formellen Briefe unter die Lupe zu nehmen. Wie unterscheidet sich die Anrede, der Schluss und insgesamt die Sprache? Gibt es besonders gelungene und höfliche Formulierungen? Jeder Absender hat seine eigene Schriftart und Typografie, sodass die Zuordnung zu den Charakteren leichter fällt. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind Autonomie und die Abkapselung vom Elternhaus. Die Kinder entdecken ihr eigenes Ich und sind mutig genug für ihre Entscheidungen einzustehen. Oft wird man als Erwachsener überrascht sein, was Kinder alles schaffen, wenn man es ihnen nur zutraut und sie machen lässt.

Blick ins Buch
Fazit

Das Streben nach Autonomie und Unabhängigkeit – in Briefform verfasst.

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Katja Reider – Wie reist ein Paket von Haus zu Haus?

Lena möchte ihrem Ferienfreund Tim ein selbstgebasteltes Album schicken. Sie haben sich letztes Jahr auf Mallorca im Urlaub kennen gelernt und nun möchte sie ihn mit einem Erinnerungsalbum überraschen. Nachdem Lena das Album  fertig gestellt hat, muss es sorgfältig verpackt werden. Das Porto darf natürlich auch nicht fehlen und schließlich geht es in die Postfiliale, von wo das Paket einen weiten und sehr spannenden Weg antritt.

Die Sachgeschichte rund um die  Reise eines Pakets ist in den Kontext der beiden Kinder Lena und Tim eingebunden. Im Fokus des Geschehens steht vordergründig die Postsendung. Schritt für Schritt werden den Kindern die einzelnen Stationen einer Paketsendung erklärt. Es wird auf die Bedeutung einer guten Verpackung von Paketsendungen eingegangen, genauso wie auf die Möglichkeit personalisierte Briefmarken zu gestalten. Auch die Packstation wird kindgerecht und verständlich eingeführt. Der Weg von der Postfiliale in das Paketzentrum ist dank der sehr gelungenen Illustration sehr anschaulich dargestellt.

Das Buch ist aktuell, sei es die Einbindung des Scannlesergeräts, der Packstation oder des kleinen Computers zum Unterschreiben beim Empfang einer Sendung. Es wird auch stets die Bedeutung der jeweiligen Schritte und Vorrichtungen erklärt.

Die Seiten sind sehr stabil und beinhalten viele bunte Klappen, die z.B. verdeutlichen, was getan werden muss, wenn das Scannlesergerät die Anschrift nicht lesen kann, weil es womöglich unleserlich aufgeschrieben wurde. Leider haben viele kleine Klappen beim erstmaligen Öffnen die Seiten eingerissen. Die Stanzung scheint nicht ideal gearbeitet zu haben.

Insgesamt ist das Buch sehr informativ und durch die Einbettung in eine Geschichte auch nicht allzu trocken geschrieben. So machen Sachbücher Spaß!

Spannend, kleinschrittig und sehr informativ.

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