Dr. Jessica Lütge – 155 Spiele für gelingende Unterrichtsphasen

Auf 207 Seiten werden in diesem Sammelband 155 Spiele für die Klassen 1-4 vorgestellt. In zehn thematisch gegliederten Kapiteln sind Spiele zum Kennenlernen, Gruppenbildung, Vorwissenaktivierung, Unterrichtseinstieg, für mehr Kommunikation, für Kreativität und Kooperation, als Muntermacher für zwischendurch, zum Lerninhalte festigen und zum Stundenabschluss und vor den Ferien zu finden. Die Kapitel folgen grob der Chronologie des Unterrichts- bzw. Schuljahresablaufs.

Neben Spielen für Einstieg, Erarbeitung und Stundenabschluss, werden so genannte „soft skills“ wie Kommunikations- Teamfähigkeit, Kreativität, Problemlösen und Eigenverantwortung mit eingebunden. Die Darstellung der Spiele ist immer nach folgenden 7 Aspekten aufgebaut: Ziel, Dauer, Material, Sozialform, so geht’s, Variante, Kommentar. Während die ersten vier Kategorien ziemlich kurz gehalten werden, sind die darauf folgenden Bausteine ziemlich ausführlich beschrieben.

Kindern lernen durchs Spielen. Und zwar nicht nur im Kleinkindalter, sondern auch noch danach. Die Einbindung von Spielen in der Schulpraxis ist daher zur Selbtsverständlichkeit geworden. Der Unterricht wird so aufgelockert und erfährt durch sinnvoll eingesetzte Spiele einen Mehrwert, den man sich zunutze machen sollte. Spiele sorgen für eine angenehme Atmosphäre, motivieren und lassen die Konzentration wieder ansteigen – vor allem, wenn die Kinder die Sinnhaftigkeit und den persönlichen Nutzen des Spiels erkennen.

Die in diesem Sammelband vorgestellten Spiele sind alle in der täglichen Unterrichtspraxis erprobt worden. Das merkt man vor allem der Kategorie „Kommentar“ an. Hier werden sinnvolle Differenzierungsvorschläge erwähnt oder auch auf die Gefahren eines Durcheinanders hingewiesen. Es sind stets wertvolle Tipps dabei, die bei der Planung sehr hilfreich sein können. Auch die Abwandlung der Spiele für ältere Kinder oder auch Erwachsene ist interessant und lobenswert.

Die meisten Spiele lassen sich mit geringem Aufwand und oft ohne Material umsetzen. Das finde ich sehr praktisch, vor allem wenn die Spiele als Muntermacher für zwischendurch einzusetzen sind und nicht in einer Materialschlacht enden.

Beim Durchlesen habe ich mich oft dabei erwischt wie ich meine Markierungsstreifen an meine Lieblingsspiele anbrachte. Am Ende wurde es durch die Vielzahl der Post-its so unübersichtlich, dass ich mich dazu entschloss wieder alle zu entfernen und dem Buch einen Platz in meinem „Regal der besten Methoden-Handbücher für jeden Tag“ zu widmen. Das Geld ist in diesem Alltagshelfer wirklich gut investiert!

Eine sehr gelungene Sammlung praktischer und alltagstauglicher Spiele für jede Gelegenheit.


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Mies van Hout – Ri-Ra-Romnibus: Lieder und Verse für die Allerkleinsten

Ri-Ra-Romnibus ist eines von insgesamt 14 Liedern und Reimen, die in diesem Sammelband präsentiert werden. Bekannte Lieder  und Reime wie „Alle meine Entchen“, „Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!“ oder „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ sind genauso vertreten wie eher ungeläufige Verse  wie beispielsweise „Gehorsamer Diener“ oder „Es drehet der Wind“.

Mies van Hout, der bereits das von mir hochgelobte Bilderbuch „Heute bin ich“ illustriert hat, interpretiert und setzt auch hier die jeweiligen Reime und Lieder in kindgerechte Zeichnungen um. Die Illustrationen weisen genügend Details auf, die zum längeren Verweilen einladen.

Die Auswahl der Reime und Kinderlieder finde ich persönlich leider nicht allzu gelungen. Von den insgesamt 14 würde ich vielleicht 4 mit meinem Kind durchsingen. Manche bringen mich einfach ins Stocken, weil zugunsten des Reims die Grammatik umgewandelt wurde oder manche Ausdrücke auch veraltet erscheinen.

Nichtsdestotrotz sind Reime  und das gemeinsame Singen besonders für die Allerkleinsten sehr bedeutsam. Die emotionale Zuwendung durch das Singen offenbart dem Kind mehr von der elterlichen Persönlichkeit und den authentischen Emotionen seines Gegenübers. Dies wirkt sich sehr fördernd auf die emotionale Bindung zwischen Kind und Elternteil aus.  Die Verbindung des Singens mit passenden Bewegungen sollte ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen. Mit entsprechenden Bewegungen werden Kinder von ihrem Entwicklungsstand abgeholt und filtern die Menge an Sinnesanregungen heraus, die sie  verarbeiten können. Nebenbei wird das Sprachverständnis trainiert und viele Sinne können zusammenwirken, um Sprache als spielerisches und kommunikatives Instrument zu erleben.

Schöne Illustrationen, geschmacksabhängige Sammlung von Kinderliedern, Reimen und Versen.

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Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson – Ginpuin

Auf einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt leben unzählige Pinguine. Sie gehen gemeinsam schwimmen, fangen Fische und spielen Eishügelrutschen. Eines Tages kommt jedoch ein Pinguin zur Welt, das zwar genauso aussieht wie anderen, aber mit dem doch was nicht stimmt. Er verdreht die Buchstaben und sagt: „Ich will auch mit zur Scheisolle!“, als die anderen Pinguine ins Meer springen und in Richtung Eisscholle schwimmen. Alle anderen lachen ihn deshalb aus und der kleine Pinguin, den alle schon bald nur noch Ginpuin nannten, wurde sehr traurig. Seine Traurigkeit bringt ihn schon bald dazu die Insel der Pinguine zu verlassen und sich auf eine lange Reise zu machen … Eine Reise, die die anderen Pinguine ihm niemals zugetraut hätten …

Die Andersartigkeit bringt den kleinen Pinguin dazu sich auf die Suche nach dem großen Glück und Anerkennung zu begeben. Von seinen Artgenossen stets aufgrund seines Sprachfehlers ausgelacht, sehnt er sich nach Toleranz und Akzeptanz. Sein Andersseins wird allerdings durchgehend humorvoll aufgefasst und die Liebenswürdigkeit dieser Behinderung in den Vordergrund gestellt. Es werden Probleme eines solchen Sprachfehlers sehr amüsant dargestellt, wenn der Ginpuin z.B. einen Albatros nach einem Fisch fragen möchte und dieser ihn zu einem Schiff bringt.

Das Bilderbuch handelt auch von Fern- und Heimweh. Der Ginpuin sucht das große Glück und erkennt schon bald was Sehnsucht nach Familie und Heimat bedeutet. Seine Pinguinfamilie lernt Andersartigkeit zu schätzen und sieht nun auch die darin liegenden Abenteuer und Chancen. Wer hätte schon gedacht, dass man auf „Fischen übers Meer“  fahren kann?

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut für vielfältige Gesprächsanlässe mit Kindern über Behinderungen, Sprachstörungen und die damit einhergehenden Probleme in der Gesellschaft. Mit diesem Bilderbuch können durch Aufklärung vielleicht sogar traumatische Ereignisse und Isolation verhindert werden und stattdessen das Selbstvertrauen der Kleinen schon früh gestärkt werden.

Die Illustrationen in gedeckten Farbtönen werden immerzu getrennt vom Text abgebildet. Es scheint so, als würden die Bilder dadurch eine eigene Wertschätzung, schon fast wie kunstvolle Gemälde bekommen, sodass der Betrachter seine Reinheit und Absolutheit in sich aufnehmen kann.

Ein äußerst humorvolles und einfühlsames Bilderbuch über ein bewegendes Thema.

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Sybille Hein – Fritzi Mauseohr: Schwarz & kunterbunt

Fritzi Mauseohrs Welt ist kunterbunt. Seine Lieblingsfarbe ist Gemütlichkeitsgrau. Fritzis Mauseschwestern bevorzugen rot, eine Farbe, die im Bauch kribbelt. Und seine Mama schwärmt von gelb, wie die große Käsesonne. Als alle Farben verschwunden sind und die ganze Familie ein schwarz, so wie die Nacht, erblicken, werden die Mäuse kreativ. Sie verwandeln das „schwarze Riesenvieh“ mit einigen Hilfsmitteln in etwas „Kunterbuntes“.

Die Welt in bunt ist doch viel schöner! Das denkt sich Fritzis Mäusefamilie und lässt die Welt um sich herum in prächtig kunterbunten Farben erstrahlen. Dabei machen sie auch keinen Halt vor ihren Feinden und wollen unbedingt die Sonne wieder ins Mäusehaus lassen und nicht das schwarze Fell des Katers Grabsch betrachten müssen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? In diesem äußerst amüsanten, kleinen Pappbilderbuch geht es um unterschiedliche Farbtöne dieser Welt. Es werden ebenfalls Dinge abgebildet, die in dieser Farbe zu finden sind: Mausgrau, Erdbeerrot, Gurkengrün, Limonengelb und eben Katzenschwarz. Dreijährige können an das Buch anlehnend, ebenfalls ihre Lieblingsfarbe schildern und begründen, weshalb sie diese Farbe mögen und wo sie in ihrer Umwelt überall zu finden ist.

Um seine Welt im positiven Licht erstrahlen zu lassen, muss man sich zu helfen wissen. Die Mäusefamilie schreitet zur Tat und wird aktiv. Das Ergebnis ist sehr erheiternd und vergnüglich!

Fritzi Mauseohr-Fans aufgepasst! Ein erneut erheiternder Band zum Thema „knall-quietsch-bunte“ Farben.

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Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner – Lullemu, wer bist DU?

Der muntere und sehr aufgeweckte Hund Lullemu hat zwar eine sehr große Sammlung an Spielzeugen, aber dafür keine Freunde. Eines Tages macht er sich auf die Suche und stellt ganz unterschiedlichen Tieren immer ein- und dieselbe Frage: „Wollen wir Freunde sein?“. Der Hahn möchte Lullemu nur als Freund haben, wenn dieser ein prächtiges Federkleid zeigt. Das Schaf verlangt nach einem wolligen Fell. Und als schließlich ein Marienkäfer auf feine Flügeln beharrt, muss Lullemu erkennen, dass er den Bedingungen der Tiere nicht gerecht werden kann….  Und dann trifft er einen, der auch schon soooo lange auf der Suche nach einem Freund ist …

Der Aufbau und die Thematik dieses Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an das erst kürzlich rezensierte Buch „Passt das?“ von Meike Teichmann. In beiden Büchern begibt sich der Protagonist in die Tierwelt, um nach Zugehörigkeit und Freundschaft zu suchen. Dieses Bilderbuch unterscheidet sich dadurch, dass der Protagonist sich nicht von sich aus verändern möchte, sondern von seiner Außenwelt dazu genötigt wird. Als Aussenseiter möchte sich Lullemu stets anpassen und erfährt permament Ausgrenzung, Missgunst und Zurückweisung. Er kann es keinem Tier recht tun, so sehr er sich auch bemüht. Bis er eines Tages einen seinesgleichen findet.

Dieses Bilderbuch behandelt das Thema Freundefinden sehr spielerisch. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt. Die Traurigkeit Lullemus kommt nur dezent zum Vorschein. Es zeigt, dass wahre Freundschaft an keine Bedingungen geknüpft sein sollte. Bei wahren Freunden soll man sich so geben können, wie man tatsächlich ist, ohne sich verstellen zu müssen.

 

Eine bunte Geschichte vom Freundefinden.

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Michael Römling – Schattenspieler

Vor ca. zwei Wochen ist dieses toll eingepackte Päckchen bei mir ins Haus geflattert. Diese mysteriöse Verpackung weckt natürlich die Neugierde … also ran an den Inhalt …

Berlin (1945): Die deutsche Hauptstadt ist zerbombt und steht kurz vor der Eroberung durch die russische Armee. Dem jüdischen Jungen Leo ist es bisher gelungen als „U-Boot“ in Verstecken zu leben und somit den deutschen „Spürhunden“ nicht in die Hände zu fallen. Doch nachdem sein Freund Wilhelm spurlos verschwunden ist, sieht er sich gezwungen sein Versteck zu verlassen. Auf seiner Flucht als „Schatten“ begegnet er Friedrich und hier entsteht eine wahre Freundschaft, die noch einige Abenteuer erwartet. Auf der Suche nach Wilhelm, führt eine Information zur anderen und als Spurenleser erweisen sie sich mehr als erfolgreich …

„Schattenspieler“ vereinigt eine spannende Story mit vielen geschichtlichen Fakten. Michael Röming gelingt es sehr gut den Leser in die damalige Zeit des Zweiten Weltkriegs eintauchen zu lassen, sodass man die Verzweiflung auf den Strassen und die Angst der „U-Boote“ hautnah spürt. Dabei ist die Beschreibung keinesfalls belehrend, anklagend oder zutiefst rührend. Es ist brutal ehrlich und verschweigt keineswegs, dass deutsche Frauen von der russischen Armee nach dem langen Krieg auch vergewaltigt wurden. Jedoch werden die Russen nicht schlichtweg grausam dargestellt, denn schließlich waren sie es gewesen, die die „U-Boote“ auch befreit haben und oft ihre Landsleute wegen Vergewaltigungen bestraft haben. Das zerstörte und gebrochene Berlin hatte man stets vor Augen:

Schutthaufen und Menschenketten, die sie abtrugen, Ziegelstapel, Trümmerbahnen und das vielstimmige Ping-Pong der Hämmer, die Steine von Mörtel befreiten (S. 268).

Der junge Leo, dessen Inneres übrigens auch dem Leser größtenfalls als ein undurchsichtiger Schatten im Verlauf des Buches bleibt, steht für jeden jüdischen Jungen der damaligen Zeit. Wir erfahren nicht viel von ihm. Wir wissen nicht wie er aussieht. Und doch fühlte ich mit ihm und konnte seine Handlungen sehr gut nachvollziehen. Die Gestaltung eines solchen Charakters ist eine Kunst. Die Parallelgeschichte um die beiden Jungen, mündete auch schon bald in einer gemeinsamen und äußerst spannenden Abenteuergeschichte. Zur Erhaltung des Spannungsbogens, rückte ein verborgener Schatz in den Vordergrund des Geschehens.

Während des Lesens habe ich auf ein Nachwort gehofft, welches die jungen Leser darüber aufklärt, was in diesem Buch Fiktion und was Realität ist. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Auf fünf Seiten werden die realen Begebenheiten genau erläutert. Und doch bin ich unschlüssig geblieben, ob während der Luftangriffe die Viktoria auf der Siegessäule tatsächlich schwarz angemalt wurde, um den Angreifern keinen Orientierungspunkt zu geben.

Eine verkohlte Siegesgöttin, die nichts  mehr zu verkünden hatte (S. 258)

Die bildhafte Sprache hat mich ebenfalls begeistern können. Das Buch liest sich stolperfrei und punktet mit einigen tollen Bildnissen wie z.B. bei der Beschreibung des Wahns und der Wirklichkeit in der damaligen Bewölkerung (siehe unten).

Der Ballon steigt immer höher, weil sie immer mehr heiße Luft reinpusten. Und je höher der Ballon steigt, desto stärker spannt er sich, weil die Luft außen immer dünner wird. Und desto lauter wird der Knall, wenn der Ballon platzt. Sie wissen, dass das passieren wird. Und trotzdem pusten sie immer weiter heiße Luft rein (S. 6).

Ein sehr gelungenes Verweben von nüchternen, geschichtlichen Fakten und einer spannenden Abenteuergeschichte.

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Claudia Gliemann und Michael Renouf – Wir Freunde

Ein Freund ist jemand, bei dem du Fehler machen darfst.

Weil er selbst welche macht…

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Charakteristika des Themas Freundschaft. Was macht wahre Freundschaft aus? Ist es Vertrauen, Geborgenheit, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Ehrlichkeit, Authentizität und Zusammenhalt? Freunde sind etwas Wertvolles und das versucht dieses kleine Freundebuch zu vermitteln. Auf 11 Doppelseite wird ein die Freundschaft prägendes Stichwort mit einem kurzen Satz und einem dazu passenden Bild dargestellt. Je zwei unterschiedliche Tiere stellen eine Situation dar, die Freundschaft definiert.

Beim Betrachten und Lesen dieses kleinen Büchleins wurde mein Herz richtig warm. Es sind diese unterschiedlichen Szenarien, die einem sagen, dass Streit und Angst genauso zur Freundschaft gehören wie Spaß und Lachen. Jede Doppelseite beginnt mit der Definition eines Freundes:  „Ein Freund ist jemand, der …“. Die Illustrationen bringen einen zum Schmunzeln und man denkt innerlich „Ja, so ist das.“

Die Haupterkenntnis auf den letzten beiden Doppelseiten finde ich sehr schätzenswert. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur Kindern, mit denen man die Thematik „Freundschaft“ mit diesem Buch tiefer ergründen kann, sondern insbesondere Erwachsenen. Manchmal brauchen wahre Freunde eine kleine Aufmerksamkeit, die ihnen sagt „Ich bin froh, dass es dich gibt! Danke!“

Die einzelnen Bilder eignen sich auch sehr gut als „stummer Impuls“ für den Einstieg in die unterrichtliche Thematik „Freundschaft“. Anhand der Bilder und des Satzanfangs „Ein Freund ist jemand, der …“ lässt sich eine wunderbare Ideensammlung schaffen. Die Bilder könnten aber auch den SuS  im Sinne der Differenzierung als Hilfsmittel dienen, wenn es z.B. darum geht den Begriff an einem table-set (kooperatives Lernen) zu definieren.

Ein Geschenkbuch für wahre Freunde!

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Katrin Willuhn – Die kleine Backfee

Insgesamt werden in diesem Backbuch 12 Rezepte für kleine Backfeen  präsentiert. Es zeigt, wie schön es ist, selbst einen Kuchen, ein Brot oder Waffeln zu zaubern. Durch die Anzahl der Muffins wird stets der Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Rezepts angegeben. Einem Rezept wird je eine Doppelseite gewidmet und das Gebäck in die Illustrationen mit eingebunden. Bei der „kalten Schnauze“ wird die Backfee dick eingepackt mit einem Hund illustriert und beim Zimtsterne-Rezept sind natürlich Sterne auf der ganzen Seite verteilt. Einige Tipps für einen schön gedeckten Tisch runden das Buch ab, während die letzten vier Seiten für das Notieren von Lieblingsrezepten frei gelassen wurden.

Dieses Backbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch für 8-Jährige Backfeen, die ihre Leidenschaft für das Backen entdeckt haben. Mit Hilfe der Erwachsenen können die Kinder ihrer Backlust nachgehen und als Backfeen durch die Küche herumschwirren und etwas Leckeres zaubern. Es ist wunderschön illustriert und die Zubereitung kleinschrittig erläutert. Bei jedem Rezept wird angegeben, wie viele Mini-Amerikaner, Rosinenbrötchen oder Zimtsterne zu erwarten sind.

Ich hätte mir zur besseren Übersicht gewünscht den Schwierigkeitsgrad nicht nur im Inhaltsverzeichnis zu finden, sondern auch auf den jeweiligen Seiten, sodass man nicht immer hin und her blättern braucht.

Mit einem kleinen Holzlöffel dekoriert, lässt sich dieses Backbuch wunderbar verschenken und zauberhaftes Backvergnügen bereiten!

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Willy Puchner – Ein Hase auf Reisen

Billy ist ein roter Stofftierhase, der nachts große Reisen durch die ganze Welt unternimmt. Er lauscht mit einer Ratte dem Summen der Bienen, streichelt eine große Spinne am Strand oder beobachtet zwei liebenswerte Ungeheuer. Schließlich begegnet er Dilly, einer roten Hasendame, mit der er fortan gemeinsam neue Abenteuer erlebt.

Willy Puchner hat als Lehrer an einer Kunstschule gearbeitet und danach Philosophie studiert. Beides spiegelt sich in diesem Bilderbuch wider. Es ist vor allem die Absurdität, die die Abenteuer des kleinen Hasen beherrscht. In ein- und demselben Raum werden unterschiedliche Wunschszenarien dargestellt, die nur so vor Illusion strotzen. Schließlich geht es um Träume, weltliche Reisen aber auch Reisen zu sich selbst und natürlich Liebe. Sowohl die Bilder, als auch die kurzen Kommentare offenbaren einen Schleier, der mehr versteckt, als er durchschimmern lässt. Dieses Bilderbuch lässt Fragen entstehen, die nicht sofort beantwortet werden können. Man kommt ins Grübeln.

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch oder Sammlerstück für kunstliebende Erwachsene. Für Kinder ist es nicht wirklich empfehlenswert. Das i-Tüpfelchen ist das beigelegte Poster meines Lieblingsmotivs (siehe unten) in der Größe 297 x 210 mm, welches nun in einem Bilderrahmen über meinem Arbeitsplatz hängt.

Anders, bizzar, eigenwillig, faszinierend,  in Erinnerung bleibend.

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Bettina Briddigkeit et. al. – Deutsch als Zweitsprache – systematisch fördern

Diese Sammlung an Fördermaterialien basiert auf dem Bilderbuch Die Maus, die hat Geburtstag heut von Paul Maar. Alle Übungen beziehen sich auf das Bilderbuch und bauen aufeinander auf. Da Bilderbücher einen hohen Aufforderungscharakter haben, eignen sie sich besonders gut für Sprechanlässe. Der Fokus dieser Materialien liegt auf der sprechenden Förderung der Zweitsprache. Vielfältige Sprachübungen und Lernspiele fördern den mündlichen Spracherwerb spielerisch und abwechslungsreich. Dabei werden nicht nur einzelne Wörter (Nomen, Artikel, Verben, Präpositionen, Adjektive), sondern vor allem Satzstrukturen eingeübt.

Das Förderbuch ist in Lerneinheiten und Vertiefungseinheiten aufgebaut. Es beruht auf dem spiralcurricularen Lernen. Bereits gelernte Satzstrukturen und Wörter werden immer wieder erneut aufgegriffen und in Vertiefungseinheiten erweitert. Zu jedem Kapitel, das in sich abgeschlossen ein sprachliches Thema behandelt, gibt es Arbeitsblätter. Hierbei können die SuS selbstständig das gemeinsam Erarbeitete wiederholen und festigen. Diese können auch unabhängig von dem Bilderbuch eingesetzt werden. Es geht darum den passenden Begleiter zu finden, die Verben mit den passenden Nomen zu verbinden oder einfach nur das richtige Wort zum Bild aufzuschreiben. Am Ende jedes Kapitels befinden sich passend zum sprachlichen Thema Lieder oder Verse.

Neben bekannten Spielen wie Memory oder Bingo, werden auch tolle Frage-Antwort-Spiele vorgestellt. Da sie stets passend zum sehr motivierenden Bilderbuch in Verbindung stehen und ein großer Wert auf die Einbindung von Realia gelegt wird, kommt den Kindern das Lernen  spielerisch und sehr natürlich vor.

Ich habe diese Unterrichtsmaterialien in einer kleinen Fördergruppe angewandt und die Kinder fanden nicht nur das Bilderbuch sehr unterhaltsam, sondern waren auch sehr dankbar für die Unterscheidung von Nomen (eckige Minibildkarten) und Verben (runde Minibildkarten), die sie in ihrer Wörterbox gesammelt haben. Die Erstklässler haben sehr früh verinnerlicht vor welchen Wörtern ein Begleiter stehen muss, ohne dass wir es explizit grammatikalisch erläutern mussten.

Ein rundum gelungener Vorschlag zur Förderung der Zweitsprache Deutsch.

Deutsch als Zweitsprache – systematisch fördern

beim Persen Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)