Maike Enders – Individuell lernen-gemeinsam arbeiten

individuell lernen - gemeinsam arbeiten

Dieses Buch liest sich wie ein lehrreicher Hospitationsbesuch an einer Grundschule. Hier bekommt der Leser wertvolle Einblicke in offenes Lernen und Arbeiten im eigenen Lerntempo. Die Autorin stellt ein Unterrichtsmodell vor, das individualisiertes Lernen und gemeinschaftliches Arbeiten ermöglicht. Das erprobte Konzept wird zahlreich bebildert und sehr detailliert dargestellt.

Lernen im Gleichschritt wird aufgebrochen und die Autorin zeigt wie sie mit ihrer „Pilotklasse“ das Lernen umstrukturiert hat. In diesem Buch stellt sie ihre Struktur, die Organisation und den Ablauf des Unterrichts ins Zentrum. Auch wenn nicht das vollständige Konzept an jeder Grundschule genauso umgesetzt werden kann, so lassen sich hier viele Bausteine, die offenes Lernen erleichtern, gleich in die Praxis oder regen zumindest zum Umdenken an. Sehr anregend war für mich das Unterkapitel „Lernumgebung“, wo neben der Entspannungsecke auch die Arbeitsecke  bzw. das Schülerbüro und der Hilfetisch vorgestellt wurde. Sehr hilfreich sind die praxisnahen Verweise in Bezug auf die Unterrichtsorganisation und die damit verbundenen Regeln. Eine feste Sitzordnung im Kreis erspart viel Zeit und garantiert eine produktivere Mitarbeit. Der Wert eines Belohnungssystem wird beschrieben und die Verantwortung der Kinder für das eigene Lernen aufgezeigt.

Individualisierung bedeutet auch jedem Kind passende Förder- und Forderangebote zur Verfügung zu stellen. Die Autorin macht keinen Hehl daraus, dass dafür einiges an Material vorbereitet werden muss. Hier wird neben der Wochenplanarbeit auch die Arbeit an Themenheften, Werkstätten und Übungskisten angeschnitten. Durch bunte Fotografien erhält man einen Einblick in solche Übungskisten, bei denen der „Spielcharakter“ eine große Rolle spielt.

Leistungsfeststellungen sind genauso Thema wie Elternrückmeldungen. Neu und spannend war für mich der „Hausaufgabendienst“, der von Kindern übernommen wurde und Rückmeldungen mit Verbesserungswünschen enthielt.  Ich konnte aber auch einige Strukturen wiederfinden, die auch bei uns an der Grundschule erfolgreich umgesetzt werden, in Bezug auf Tagesstruktur, Reflexionsphasen und individuelle Rückmeldungen zu Tests.

Insgesamt ist es ein sprachlich sehr verständlicher Ratgeber mit vielen tollen anregenden Hinweisen aus der Grundschulpraxis. Lediglich die CD hätte man sich sparen können, es ist wenig ansprechend gestaltet und inhaltlich nicht wirklich gehaltvoll. Trotzdem bin ich von dem Buch begeistert und habe es schon einigen Kollegen empfohlen.

individuell lernen - gemeinsam arbeiten

Ein anregender Hospitationsbesuch in Buchform!

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Rupert Dernick und Werner Tiki Küstenmacher – Topfit für die Schule

Topfit für die Schule

 Für alle Menschen, egal, ob Erwachsene oder Kinder, gilt: Kein Mensch ist vollkommen. Jeder Mensch hat Schwächen, die er (in der Regel) mit Hilfe seiner Stärken ausgleichen kann. (Dieses Buch) … soll aber Mut machen, die vielen Fördermöglichkeiten, die es in jedem Haushalt gibt, bestmöglich zu nutzen. (S. 12)

Um den Kindern einen selbstbewussten und erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen, hat der Autor, selbst Vater von drei Kindern, sämtliche Tipps zusammengetragen, um die Lernbereitschaft und die Anpassungsfähigkeit im Familienalltag zu nutzen.

In manchen Elternhäusern werden die vorgeschlagenen Tipps bereits praktiziert und erscheinen überflüssig. Einigen Eltern ist jedoch die Bedeutung der Einbindung der Kinder im Alltag nicht bewusst und da es schneller ist, die Dinge selbst zu erledigen, wird Kindern vieles abgenommen oder erst gar nicht zugetraut. Dadurch werden viele Chancen in der Entwicklungsförderung vertan.

Die beste Schulvorbereitung bietet der Familienalltag. Eine empfohlene Übung ist z.B beim Einkaufen dem Kind gleichzeitig drei Aufträge zu erteilen. Hierbei muss das Kind die Nebengeräusche der Ansage, der evtl. weinenden Kinder oder der sich in der Nähe unterhaltenden Personen ausblenden, sich den Arbeitsauftrag merken, strukturiert die Lebensmittel suchen und in den Einkaufswagen packen. Diese Situation erinnert sehr stark an den Klassenraum und ist eine tolle Vorbereitung.

Neben der Förderung motorischer Fähigkeiten, werden Vorschläge zum Sortieren und Kategorisieren gemacht, eine kognitive Kompetenz, die in allen Fächern von großer Bedeutung ist. Spiele für das Gedächtnistraining und Förderung der sprachlichen Kompetenzen durch Klatschen und damit der Aneignung der Silbierung von Wörtern. Es ist wichtig Kindern einiges zuzutrauen und Situationen zu schaffen, in denen sie sich ausprobieren können.

Ganz witzig ist die FamilienErgo – ein Kompetenztraining für Kinder von 4 bis 7 Jahren – bei dem Schritt für Schritt 7 Tätigkeitsbereiche durchlaufen werden.

Viele Vorschläge wurden von mir dem Buch entnommen, um den Eltern beim ersten Elternabend meiner Erstklässler eine kleine Anleitung an die Hand zu geben. Erfahrungsgemäß sind sie froh über alltägliche Tipps, auch wenn vieles sicherlich bereits praktiziert wird. Trotzdem wird den Eltern das Gefühl vermittelt, dass wir zusammen arbeiten und dass das Elternhaus einen großen Einfluss auf schulische Erfolge hat.

Diesen Ratgeber kann ich wärmstens allen Erziehern, Eltern von Vorschulkindern und auch Lehrern empfehlen!

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Ute & Tilmann Michalski – Entdecke die Jahreszeiten

Entdecke die Jahreszeiten

Jahreszeitenfamilienbücher versprühen für mich einen Hauch Nostalgie, aber auch Naturverbundenheit und tragen zurEntschleunigung im Alltag bei. Damit verbunden ist ein Gewinn an Lebensqualität und positiverLebensenergie. Die Aufmachung diesesJahreszeitenbuchs strahlt Ruhe, Zufriedenheit undTatdrang aus. Die hellen Farben und die Fotografien, so unverblümt natürlich und wenig inszeniert, laden zum Mitmachen und zum Erleben der Wunder der Natur ein.

Ute und Tilman Michalski haben in diesem Jahreszeitenbuch Bastelideen, saisonale Rezepte und viele Informationen rund um Flora und Fauna zusammengefasst. Sortiert nach den Jahreszeiten präsentieren sich hier Anregungen, die ich bereits aus meiner Kindheit kenne und dich mich in tollen Erinnerungen schwelgen lassen. Das sind Erlebnisse und Erfahrungen, die geteilt werden müssen. Das Anlegen eines Versuchsgartens aus gebrauchten Milchtüten und das damit verbundene Betrachten der Pflanzen beim Wachsen ist ein wertvoller Zugewinn an Wissen und Erfahrung. Ich erlebe das täglich, dass Kinder kaum wissen wie Samen aussehen oder ganz erstaunt darüber sind, dass Gurken, Tomaten und  Zucchini aus einer Blüte wachsen.Aus Löwenzahn einen Kranz basteln, eine Futterstelle für Vögel anfertigen oder aus Herbstblättern einen Windlicht mit Kleister gestalten, es finden sich hier viele einfache, jedoch effektvolle Ideen. Die wenigen Rezepten werden mit einfachen Schritt-für-Schritt-Illustrationen unterstützt, die bereits die Kleinen nachvollziehen können.

 
Entdecke die Jahreszeiten
Ein traditionelles Jahreszeitenfamilienbuch, das die ganze Familie die Wunder der Natur entdecken lässt.
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Jonas Lanig – Das erste Mal … im Lehrerberuf

Das erste Mal ... im Lehrerberuf

Nur wer sich selbst zu seinen Lücken bekennt, kann anderen ein guter Lehrer sein.

Um diese Wissenslücken zu Themen wie „Klassenkonferenz“, „Elternabend“, „Zeugnisbemerkungen“, „Wandertag“, „Klassenfahrt“ oder auch „Weihnachtsfest“ zu schließen, bietet dieses Buch grundlegende Informationen zu allen notwendigen Themen im Lehreralltag.

„Das erste Mal“ versteht sich als ein Logbuch für die Klassen 1-13, in dem alles Wissenswerte nachgeschlagen werden kann. Das Buch gliedert sich in folgende vier Kapitel:

  1. die Schule
  2. meine Klasse
  3. die Schüler
  4. der Unterricht

Jeder Unterpunkt wird mit einem konkreten Fallbeispiel eingeleitet, darauf folgend werden konkrete Vorschläge oder Gedankanstöße gemacht, die oft in einer Art Checkliste oder Übersicht à la „Das muss man beachten“ zusammengefasst sind.

Lehrer sind eigentlich auch Manager. In Bezug auf Unterricht wurden wir im Referendariat gut vorbereitet. Doch wo konnten wir lernen wie man eine Weihnachtsfeier gestaltet, durch einen Elternabend führt oder eine Klassenkonferenz leitet? Im Lehreralltag gibt es eine Unmenge an Organisationsaufgaben, die rechtzeitig abarbeitet werden wollen. Die nötigen Informationen holt man sich von erfahrenen Kollegen oder stellt irgendwann fest, dass man dieses oder jenes noch nachzuholen hat. Learning by doing, halt.

Ehrlich gesagt hat mich die für Verlag an der Ruhr ungewohnte grelle, pinkfarbene Gestaltung zu Beginn etwas abgeschreckt. Auch die Fallbeispiele kann ich getrost überspringen. Dafür sind die Checklisten und die kompakten Tabellen wirklich hilfreiche Hilfestellungen, die schnell überflogen werden können und in der Praxis sehr gut zu gebrauchen sind. Hier finden sich Übersichten über mögliche Sitzordnungen, Lösungsvorschläge für Disziplinprobleme, beispielhafte Klassenregelplakate, Monat-für-Monat Planung einer Klassenfahrt oder eine Ideensammlung an möglichen Arbeitsgemeinschaften.

Trotz der Tatsache, dass der Praxisratgeber viele Ratschläge eher für die höheren Klassenstufen bereitstellt, lohnt sich  eine Auseinandersetzung mit den Inhalten aus dem Logbuch, um den anspruchsvollen Lehreralltag souverän zu meistern!

Das erste Mal ... im Lehrerberuf

Viele hilfreiche Checklisten, Übersichten und Tabellen, die schnell überflogen werden können.

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Karsten Koll und Jürgen Rudolph – Wenn es mit Schülern, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Wenn es mit Schüler, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Wir  wissen, dass Lehrer in ihrem Berufsalltag oft hartem Wind ausgesetzt sind und nicht selten ganz allein auf der „Brücke“ stehen. Dann steht oft die Frage, wie ich die Segel setzen muss, damit ich mein Ziel erreiche – und das möglichst entspannt, ohne Kraftverschwendung und zum Wohle aller, auch zu meinem Wohl (S. 6).

Wie dieser Ausschnitt aus dem Vorwort so bildlich beschreibt, sind Lehrer in der Tat vielfältigen Anforderungen im Schulalltag ausgesetzt. Sie werden mit zahlreichen Konflikten konfrontiert und müssen das soziale, erfüllende und konstruktive Miteinander stets im Auge behalten.

Dieser Ratgeber zeigt 50 realistische Fallbeispiele auf und bietet für die Klassen 1- 10 exemplarische Lösungsvorschläge. Dabei finden wiederkehrende Konfliktfälle nicht nur mit Schülern, sondern auch mit Eltern und Kollegen Erwähnung. Das letzte Kapitel konzentriert sich auf die Kooperation mit uns selbst.

Jedes Fallbeispiel beginnt mit einer kurzen Beschreibung des Problems. Es folgen einige Überlegungen zu den Gründen des jeweiligen Verhaltens und werden mit der Überschrift „Das könnten Sie tun“ abgerundet. Hierbei werden dem Leser konkrete Fragenformulierungen an die Hand gegeben, von denen ausgegangen wird, dass sie für den Fall nützlich sein könnten.

Auf die Konflikte im Lehrerleben wird man im Referendariat meist unzureichend vorbereitet, umso harter trifft einen der eisige Wind im Schulalltag, um bei der bildlichen Sprache der Autoren zu bleiben.

Die Auswahl der Fallbeispiele ist sehr gelungen und durchaus realitätsnah. In der nicht allzu langen Zeit als Vollzeitlehrerin habe ich sicherlich 75% der beschriebenen Problematiken selbst erlebt. Den größten Teil der Schwierigkeiten nehmen die Schüler für sich in Anspruch, so orientiert sich auch das Buch, den Umfang betrachtend, vordergründig an Problemen mit einzelnen Schülern. Hier geht es um Fallbeispiele rund um Interessensverlust, Respektlosigkeit, Verweigerung der Beteiligung, gelegentliche Hausaufgabenerledigungen, Mobbing, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten etc.

Im darauffolgenden Kapitel „Wenn es mit Eltern mal schwierig wird“ werden Problematik wie „aufdringliches und häufiges Anrufen“, „Streitigkeiten getrennter Eltern“, „Verdacht auf Misshandlung“, „Nicht-Einverständnis mit einer Zensur“ oder „Klagen über das langsame Vorgehen im Vergleich zur Parallelklasse“ behandelt. Innerhalb des Kollegiums gibt es aber auch oft Unstimmigkeiten, wie z.B. die Bevorzugung einiger Lehrer von der Schulleitung, das Reden hinter dem Rücken oder aber auch das „Nicht-Leiten“ der Schulleitung.

Besonders wichtig finde ich persönlich das oft vernachlässigte Themengebiet „Lehrergesundheit“. Als Lehrer nimmt man sehr viel aus dem Schulalltag nach Hause. Da fällt es vielen schwer vollständig abzuschalten und so animiert das letzte Kapitel zur Reflexion in Bezug auf „Feierabend“, „Danken“, „Sich-Gutes-tun“ oder auch „Freizeit gestalten“.

Mithilfe der exemplarischen Lösungsstrategien können zur Eigenreflexion Sichtweisen herangezogen werden, die man vorher vielleicht gar nicht bedacht hat. Außerdem kann man in ein evtl. belastendes Gespräch etwas besser vorbereitet gehen und womöglich auch mehr Selbstsicherheit ausstrahlen, weil man sich mit der Problematik eingehender befasst hat. Ich finde dieses Sammelsurium an Fallbeispielen sehr durchdacht. Es wäre zusätzlich noch wünschenswert gewesen etwas Konkretes an die Hand zu bekommen, wie z.B. Transparenzpunkte zur Strukturierung eines Elterngespräches, Fragebögen zum Arbeitsklima oder Formulare zur eigenen Einschätzung eines Elterngespräches bzw. Festhalten von Zielvereinbarungen etc.

Wenn es mit Schülern, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Material

Als zusätzliches Material habe ich eine exemplarische Sammlung an möglichen Transparenzpunkten zur Strukturierung eines Elterngespräches erstellt. Hierbei kann sich die Lehrkraft die jeweiligen Punkte für Elterngespräche herauspicken, um den Ablauf des Gespräches zu visualisieren.

Elterngespräch

Ein Ratgeber mit vielen interessanten und reflexionsanregenden Gedankengängen und Fragenformulierungen.

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Ulrike Lindner – Elternabend in der Grundschule

Elternabend in der Grundschule

Der Elternabend – eine Begegnung zwischen Eltern und Lehrern, die große Auswirkungen auf eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspartnerschaft hat. Hier wird der Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit gelegt – doch was muss man als Lehrer beachten? Welche Inhalte sind für die Tagesordnung relevant? Wie sieht eine ansprechende und lebendige Gestaltung aus?

Die Autorin hebt ganz zu Beginn hervor, dass für Inhalt und Ablauf des Elternabends die Elternvertreter zuständig sind. Der Klassenlehrer ergänzt die Tagesordnung mit seinen Punkten, ist jedoch nicht der Gastgeber. Neben diesem wertvollen Hiweis, werden folgende thematischen Punkte behandelt: Vier Bausteine gelungener Elternarbeit; Den Elternabend planen und vorbereiten; Vor dem Elternabend; Die sechs Phasen des Elternabends; Beispiele aus der Praxis (zu den Schwerpunktthemen „Willkommen in der Grundschule“, „Leseförderung“, „Schulalltag“, „Hausaufgaben“, „Benotung“, „Richtig lernen“, „Medienkompetenz“; Rechtliche Grundlagen.

Die einzelnen Kapitel werden durch eingeblendete „Tipps“ zu dem jeweiligen Bereich ergänzt und durch passende Fotografien aus der Praxis unterstützt. Auch wird stets das entsprechende Material auf der CD-ROM durch kleine Hinweise mit der jeweiligen Nummer eingeblendet.

Besonders gut gefällt mir an diesem Ratgeber die Praxisnähe, neben einem wohldosierten Anteil an theoretischem Hintergundwissen. Die Dos-and-Don’ts sind übersichtlich, kurz und verständlich formuliert. Der Leitfaden punktet eindeutig mit kreativen Ideen, die nicht nur für die Einladung, sondern vor allem auch für die abwechslungsreiche Gestaltung des Elternabends genutzt werden können. Wie können sich Eltern vor dem Eintreffen der restlichen Elternschaft beschäftigen? Was wird für eine freundliche, ungezwungene Atmosphäre benötigt? Wodurch kann das Ankommen und die Orientierung erleichtert werden? Wie kann eine beispielhafte Tagesordnung aussehen? Welche Methoden wende ich an, ohne den Eltern das Gefühl zu vermitteln wieder Schulkind zu sein? Wie hole ich Eltern mit ins Boot und lasse sie aktiv am Schulleben ihrer Kinder teilhaben?

Die word-Dokumente auf der mitgelieferten CD schließen Muster (Einladung, Protokollbogen, Teilnehmerliste), aber auch Checklisten, konkrete Vorschläge und Kopiervorlagen zum Kapitel „Beispiele aus der Praxis“, Fragebögen, Methodenvorlagen (z.B. Moderationsmethode: Szenario, World Café Etikette) ein. Sie sind veränderbar und somit an die eigenen Bedürfnisse anpassbar.

Aus diesem Buch lassen sich sehr viele abwechslungsreiche und kreative Ideen schöpfen und den Klassenlehrer seine bisherigen Elternabende kritisch beleuchten. Daher ist es nicht nur für Berufsanfänger, sondern auch für erfahrene Lehrkräfte als Inspirationsquelle zu empfehlen. Das gibt Sicherheit und ein Extra-Pünktchen an Professionalität.

Elternabend in der Grundschule

Gute Mischung als Inspirationsquelle für innovative Elternabende!

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Monika Kerntke – 101 Rezepte für produktives Arbeitsverhalten

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Monika Kerntke gibt in ihrem Buch „101 Rezepte für produktives Arbeitsverhalten“ Tipps und Anregungen zur Modifizierung des Arbeitsverhaltens von SuS. Das oberste Ziel ist dabei die Kinder zur Übernahme von Verantwortung für das eigene Vorankommen zu erziehen und jegliche individuelle Defizite im Arbeitsverhalten auszugleichen. Mit konkreten Handlungsschritten und vorgefertigten Vorlagen und Materialien für die Hand der Kinder, sollen die SuS zuerst auf ihr Arbeitsverhalten aufmerksam gemacht werden, um anschließend gemeinsam zu überlegen, wie man dieses Problem angehen kann. Dem Reflexionsprozess wird stets eine große Bedeutung zugemessen und versucht mithilfe von Lernverträgen und Selbstbeobachtungsbögen die Kinder in ihrer Selbstverantwortung zu stärken.

Folgende inhaltliche Struktur liegt diesem Buch zugrunde:

  • Arbeiten mit der ganzen Klasse oder mit einzelnen Schülern?
  • Leistungsbereitschaft – Konzentration und Ausdauer
  • Zuverlässigkeit und Sorgfalt
  • Selbstständigkeit
  • Superstar am Schulhimmel

Das letzte Kapitel stellt eine umfassende Lerntipp-Kartei (22 Seiten) vor, die die SuS dazu anleiten soll das Beste aus sich zu machen. Hier können sie selbstständig nach Tipps für einen bestimmten Bereich des Arbeitsverhaltens suchen, an dem sie arbeiten wollen. Das komplette Büchlein sollte jedoch aufgrund der hohen Anforderung der Reflexionsfähigkeit ab der vierten Klasse eingesetzt werden.

Besonders hilfreich finde ich in diesem Buch die Denkanstöße, die in den Rubriken „Erläuterung der Hintergründe“ zu finden sind. Warum sind manche Kinder im Unterricht so unkonzentriert und lassen sich von dem leisesten Geräusch von ihrer Arbeit ablenken? Oft sind sie aber auch von sich selbst so abgelenkt, dass sie kaum zum Arbeiten kommen. Der Impuls der Autorin hierbei war, dass Fokussierung auf einen Unterrichtsgegenstand leichter zu erbringen ist, wenn alle Lerntypen angesprochen werden.  Ausschließlich mündlich gegebene Aufgabenstellungen erfordern von visuellen Lerntypen so viel Anstrengung der Übersetzungsleistung, dass sie schon alsbald abschalten. Die ständige Übersetzung  des auditiven Inputs in visuelle Inhalte ist für visuelle Lerntypen in der Tat so kräfteraubend, dass sie sich auf lange Sicht nicht mehr auf den Unterrichtsgegenstand konzentrieren können. Eine Erkenntnis für Lehrer, die viel bewirken kann: Um die Unterschiedlichkeit der Zugangsweisen zu Informationen zu berücksichtigen, empfiehlt die Autorin daher verstärkt Signalkarten im Unterricht einzusetzen.

Die Autorin hat die gängigsten Probleme in der Organisation des Arbeitsverhaltens herausgegriffen und stellt gut im Schulalltag umsetzbare Handlungsanregungen vor. Auf der mitgelieferten CD-ROM finden sich alle Kopiervorlagen in editierbarer Form wieder. Ich hätte mir gewünscht die Gestaltung der Arbeitsblätter etwas ansprechender und kindgerechter (größere Schrift, größerer Zeilenabstand) vorzufinden. Aber dafür ist die CD mit den bearbeitbaren Materialien hervorragend und die Vorlagen können den eigenen Bedürfnissen und der Lerngruppe entsprechend angepasst werden!

101 Rezepte

Wertvolle Denkanstöße und gut im Alltag umsetzbare Handlungsanregungen zur Verbesserung des Arbeitsverhaltens.

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Claudia Herdemeier – Rechenschwache Kinder individuell fördern

Rechenschwache Kinder sind vor allem im Grundschulalter schwer zu entdecken. Schließlich ist das zählende Rechnen die erste Strategie, die sie beigebracht bekommen. Sie nutzen ihre Finger, den Rechenrahmen oder die Rechenplättchen, um die Rechenoperationen erfolgreich zu bewerkstelligen. Im fortschreitenden Lernprozess eignet man sich weitere Strategien an, die das Zählen erleichtern und beschleunigen sollen. Viele Kinder verbleiben jedoch beim zählenden Rechnen und behelfen sich so mit selbst angeeigneten, nicht immer von Erfolg gekrönten Hilfsstratgien.

Das Umschalten auf sinnvolle Rechenstrategien und damit verbunden das Ablösen vom zählenden Rechnen ist das Ziel dieses Buchs.

Claudia Herdemeier stellt ein systematisches und praxiserprobtes Förderprogramm vor, das bei der Diagnose an den Stärken der Kinder anknüpft. Das Ziel dabei ist vom Standpunkt des Kindes aus, für ihn persönlich passende und somit individuelle Anschlussübungen zu finden. Dem Lehrenden wird eine Richtschnur vorgegeben, die nach Erfahrungswerten der Autorin zusammengestellt wurde und den üblichen Ablauf der Aneignugsstrategien darstellt.

Der Aufbau der Themen ist modulartig angelegt und orientiert sich am positiven Selbstkonzept der Kinder. Da viele Kinder durch Misserfolge bereits Schaden am Selbstkonzept genommen haben, wird hier versucht durch angepasste Übungen den Kindern wieder Mut zu machen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln.

Von der Zahlvorstellung und der Zahlenraum-Erarbeitung, über Zerlegungs- und Analogieaufgaben bis hin zum sicheren Kopfrechnen ohne Material, die Reihenfolge der Förderschwerpunkte ist sinnvoll erarbeitet worden. Dabei wird zuerst viel Wert auf ikonische (also bildliche) Darstellung gelegt. Erst im weiterem Verlauf sollen die Kinder sich vom bildlichen Rechnen lösen und symbolische Operationen ganz ohne Hilfsmaterial ausprobieren und verinnerlichen.

Bereits vorbereitete Arbeitsblätter sollen helfen Muster, Beziehungen und operative Strukturen zu entdecken. Zur optimalen Individualisierung können sämtliche Kopiervorlagen mithilfe der editierbaren Arbeitsblätter auf der beigelegten CD-ROM an die SuS individuell angepasst werden.

Dieses Buch öffnet einem wirklich die Augen und stellt Schritt für Schritt die notwendigen, aufeinander aufbauenden Teilschritte zur Ablösung vom zählenden Rechnen dar. Oft sind es wirklich klitzekleine Erkenntnisse, die die Kinder benötigen, um von einem Förderschwerpunkt zum nächsten zu gelangen.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes ist die genaue Vorstellung von differezierenden Übungen, die aufeinander aufbauen. Es werden notwendige Materialien zusammengefasst und die genaue Vorgehensweise bildlich untermauert. Die Automatisierung der erworbenen Erkenntnisse wird stets durch die beigelegten Arbeitsblätter realisiert. Sehr einfache und trotzdem effektvolle Spiele dienen dazu, dass es bei den SuS Klick macht und der Schleier für oft abstrakte Rechenopreationen fällt.

Ich habe bereits viele der vorgestellten Übungen ausprobiert und der „Aha-Effekt“ war deutlich zu erkennen. Manche Kinder brauchen eine kleinschrittige Vorgehensweise und die Ergründung des „Warums“. Wofür ist die „Kraft der 5“ dar? Erleichtert es mir das Rechnen?

Beispielübung aus dem Buch: Unteschiedliche Darstellungsformen von Zahlen sortieren

Mit diesem sehr durchdachten und kleinschrittigen Handwerkszeug können Kinder im Grundschulalter über das Lehrwerk hinaus ganz individuell gefördert werden, um sich vom zählenden Rechnen abzulösen.

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Gisel Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne – Band 2

Nach dem ersten Band zu „Kinder entdecken ihre Sinne“ mit dem Schwerpunkt  Sehen, Hören, Riechen und Schmecken erscheint nun das nachfolgende Band, welches sich auf die Sinneswahrnehmungen Tasten, Bewegen und Gleichgewicht halten konzentriert.

Neben fundierten Hintergrundinformationen werden Spiele, Experimente und Forscheraufträge zur Sinneswahrnehmung  vorgestellt. Die Sinne Tasten und Bewegen umfassen jeweils 50 Seiten, während dem Gleichgewicht 30 Seiten gewidmet wurden. Bei den Spielen und Experimenten wurde ein großer Wert auf die Beteiligung der Kinder gelegt. Das heißt sie machen, erforschen, erfinden und lernen. Bei allen „Spielen“ informiert ein kurzer Text den Leser über Sinn und Lernziel der Aktivität und gibt die dazugehröige Alters- und Zeitangabe.

Als zusätzliches Bonbon macht Gisela Walter die Sprachförderung in einigen Spielen schmackhaft und bindet Synonyme für Bewegen oder Tasten an, stellt passende Redensarten vor, die allesamt zum spielerischen und kreativen Sprachgebrauch anregen sollen.

Nicht alle Spiele sind als typische Spiele zu verstehen. Oft sind es einfach „nur“ Beobachtungs- und Forscheraufträge, wenn es z.B. darum geht gemeinsam die Haut auf der Handinnenfläche, dem Unterarm, der Nase, den Augen oder den Fersen abzutasten und gemeinsam die neuen Erkenntnisse festzuhalten. Zur Förderung der Berührungssensibilität ist der Vorschlag zum Erspüren der Seifenblasen sehr inspirierend. Die Begründungen warum z.B. der Rücken weitaus weniger Berührungen wahrnimmt und somit 3 von 5 Fingern nur schlecht unterscheiden kann, während die Fußsohle erheblich sensibler ist, wird in einem „Info-Kasten“ sehr nachvollziehbar erläutert.

Die Illustrationen von Simone Pahl gleichen erstaunlich den Bildern von Kerstin Heinlein, die das vorherige Band illustriert hat und verdeutlichen die unterschiedlichen Schichten der Haut, den Gehörgang oder bilden einfach den Spielvorgang ab.

Zum Schwerpunkt Bewegen werden Aktivitäten rund um Körperteile, Muskeln, Gelenke, Geschwindigkeit, Reaktion und Geschicklichkeit thematisiert, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Anregungen zu einem Thema abdecken. Die meisten Spiele können ohne viel Aufwand und Materialen durchgeführt werden und werden die Kinder das ein oder andere Faszinierende an ihrem Körper entdecken lassen!

Fundierte Sachinformationen in unterschiedliche und abwechslungsreiche Spiele und Wahrnehmungsaufträge verpackt, die die Kinder auf ihrem eigenem Niveau ansprechen und viel Wissen vermitteln.

 

 

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Rosanna Pradella und Hanne Türk – Die große Kinderzeichenschule

Kurze Reime und dazu passende step-by-step Zeichenanleitungen: Das macht Spaß!

Das Buch beginnt mit einfachen Schwungübungen: Frei aus dem Handgelenk heraus führen sie zu Grundformen wie Kringeln, Strichen und Zacken. Aus den Kringeln entsteht sehr bald eine Raupe, aus den Zacken ein Krokodil. Neben Bauernhoftieren werden Bäume, Fische, Vögel, Zootiere, Fahrzeuge,  Hexen, Prinzessinnen, Burgen, Piraten, Clowns und Mädchen und Jungen Schritt-für-Schritt gezeichnet.

Der Kasten ist noch leer.
Da muss ein Kringel her.
Was schaut da oben raus?
Was wird da unten draus?
Ein Bein zuerst allein, und dann das zweite Bein.
Ein Maul, mit dem er quakt. Und hörst du, was er sagt?
Nimm Grün und Gelb und quak mich an, damit ich lauter quaken kann!

Alle Kinder zeichnen gerne. Zeichnen ist für die kindliche Entwicklung sehr bedeutsam. Es fördert die visuelle Wahrnehmung, Abstraktionsvermögen und das Zusammenspiel von Hand und Auge. Das Kind kann durch das Zeichnen seine Gefühle äußern und lernt den Umgang mit Stift und Papier. Das Zeichnen von Kringeln, Kreisen, Vierecken und Zacken stellt ganz nebenbei Vorübungen zum Schreibenlernen dar.

Durch das Mitsprechen von Reimen, die die Schrittfolgen kommentieren, soll das Zeichnen erleichtert werden. Außerdem macht es Spaß und die Gedichte beinhalten meist lustige Geschichten. Das Buch kann aber auch von den Kindern alleine genutzt werden. Die einzelnen Schritte sind mit Nummern beschriftet, sodass das Kind sofort weiß, wo es anfangen soll. Vielleicht sollte im Vorfeld mit dem Kind gemeinsam besprochen werden, dass das Radiergummi ein freundlicher und wichtiger Helfer ist. Dieser entfernt im Zeichenprozess Hilfslinien. Denn das Ausradieren gehört zum Zeichnen genauso dazu wie das Hinzufügen von Strichen.

Das Buch kann ebenso für Erwachsene, die oft mit Kindern arbeiten, als Inspirationsquelle genutzt werden. So aus dem Stegreif könnte ich auch kein Eichhörnchen oder einen stolzen Hahn zeichnen. Dabei bedarf es nur weniger, einfacher Striche!

Diese Schritt-für-Schritt Zeichenanleitungen lassen Kinder Erfolge erleben und durch Reime den rhythmischen Klang der Sprache wahrnehmen. Zeichnen auf vergnügliche Art und Weise!

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