Milena Baisch – Anton taucht ab

Klappentext:

„Jetzt erzähle ich die Geschichte. Es beginnt in der Zeit, als ich noch Starflashman hieß, und hier sind Chips. Ihr sollt sitzen bleiben und zuhören, alles klar?
Zugegeben, Campingurlaub mit Oma und Opa ist nicht gerade das Coolste. Doch erst als Anton den Ekelsee entdeckt, werden diese Ferien zur echten Katastrophe.  Niemals steckt er auch nur den kleinen Zeh da rein! Arschbomben und Köpper vom Badesteg? Bekloppt! Aber dann macht Anton eine Bekanntschaft der besonderen Art.
Und damit beginnt ein Ferienabenteuer, wie es sich Anton in seinen kühnsten Heldenfantasien nicht ausgemalt hat ….“

Inhalt:

Anton begibt sich mit seinen Großeltern in einen Campingurlaub zu einem See. Als Anton dann noch erfährt, dass es weit und breit keinen Swimmingpool gibt, ist seine Laune so richtig dahin. Was soll er bloß an so einem Ort machen? In diese Ekelbrühe, die voll von Schlingpflanzen ist, möchte er auf keinen Fall rein. Und so langweilt sich Anton, bis ihn sein Opa mit zum Angeln nimmt. Dort macht er Bekanntschaft mit einem Fisch, den er auf den Namen Piranha tauft und in ein Gurkenglas steckt, um ihn vor Opas Verfütterungsaktion zu schützen. Hier beginnen die Ferien nun doch Spaß zu machen. Wäre da nur nicht Pudel, ein Junge, der Anton das Leben schwer macht. Kurz vor der Abreise, muss sich Anton von seinem mittlerweile sehr lieb gewonnen Freund, dem Fisch Piranha, Abschied nehmen und das tut er auf eine sehr außergewöhnliche Art und Weise …

Meinung:

Was für ein herrlich komisches Buch. Anton wächst dem Leser mit seinen frechen und coolen Sprüchen so richtig ans Herz. Dabei spricht er auch öfter den Leser persönlich an, was natürlich noch weiter zur Identifikation mit der Figur beiträgt: „Soll ich weiter erzählen? Ihr seid so ruhig auf einmal. Ist es langweilig? Keine Angst, bald kommt wieder Action.“ Nein, mit Anton war es keine Sekunde lang langweilig, auf seinen Lippen immer ein flotter Spruch, sodass das Lesen zum einem Vergnügen wurde. Das Buch spricht besonders Jungs an, denn es geht unter anderem auch um Antons Leidenschaft: einen ferngesteuerten X3C. Themen wie Unsicherheit, Ängste, Einsamkeit aber auch eine Wendung von der virtuellen Welt hin zur Entdeckung der Natur werden angesprochen.

Fazit:

Ein lebendiges und witziges Buch mit dem wichtigen Plädoyer sich auch mal auf die spannenden Ereignisse in der Natur einzulassen.

Bewertung:

 

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Christoph Marzi und Monika Parciak – Helena und die Ratten in den Schatten

Klappentext:

„Du musst vorsichtig sein“, warnen die anderen Kinder Helena. „Da sind Ratten in den Schatten.“ Und vor denen, das weiß jeder in der Stadt mit den schiefen Dächern und den Zäunen wie spitze Zähne, muss man sich in Acht nehmen.
Sie stehlen das Licht aus den Lampen, sagt man. Und entführen alle, die sich in die Schatten verirren. Doch mit der Zeit vergisst Helena die Geschichten von den Ratten. Bis zu der Nacht, in der Chico, ihr Stoffäffchenfreund, vom Fensterbrett fällt – mitten hinein in den wilden Garten und die schwärzeste Dunkelheit. Da beschließt Helena, dass man manchmal mutig sein muss. Ganz allein macht sie sich auf den Weg, um herauszufinden, was wirklich in den Schatten ist.

Inhalt:

Helena und ihre Eltern sind neu in die Stadt gezogen und werden von allen Mitbewohnern dieses Städtchens vor den Ratten in den Schatten gewarnt. Sie solle niemals in die Schatten gehen, denn dann werden sie einen holen, so die Lehrerin. Denn alles was in den Schatten lebt, ist böse. Es sind nicht nur Zeitungen und Katzen, sondern sogar  Kinder und Erwachsene von den Schatten verschluckt worden. Doch mit der Zeit vergisst Helena all diese Geschichten, doch eines abends als ihr Stoffäffchen Chico von der Fensterbank hinunter in die Dunkelheit fällt, holen Helena diese Geschichten wieder ein. Doch Helena ruft sich in Erinnerung, dass man im Leben auch mal mutig sein muss und begibt sich in den Schatten auf die Suche nach ihrem Äffchen. Dabei lernt sie, dass im Leben manches doch mehr Schein als Sein ist und man sich nur was trauen muss.

Meinung:

Der „graphic novel“ besticht zuerst mit seinen wunderschönen Illustrationen, die aus der Hand der überaus begabten Monika Parciak stammen. Als Leser hat man das Gefühl, man würde sich nicht nur die  Bilder anschauen, sondern es läuft vor dem inneren Augen ein ganzer Film ab.  Aber auch die Geschichte und ihre Botschaft kann da durchaus mithalten. Der junge Leser erfährt, dass man nicht alles glauben sollte was man hört, sondern auch mal selbst hinaus in die dunkle und einem noch vielleicht unbekannte Welt gehen und eigene Erfahrungen machen sollte. Eine Geschichte über  Angst, Mut, Freundschaft, Neugier und Vertrauen, die am Ende eine Überraschung aufdeckt, mit der man nicht unbedingt gerechnet hätte.

Die Schrift ist ebenso verspielt, wie die Zeichnungen. Kommt das Wort „schief“ vor, da wird das auch schief geschrieben, das Wort „groß“ wird dann ebenfalls groß geschrieben und manche Zeilen machen gerne mal einen Bogen. Innovativ und für den Leser sehr erfrischend.

Das empfohlene Lesealter von 9 -11 Jahren würde ich grundsätzlich jedoch einhalten, weil die Geschichte den Kindern doch Angst einjagen könnte, da wären z.B. diese weit aufgerissenen Augen, an die man sich zuerst gewöhnen muss. Auch würde ich von diesem Buch als eine Gutenachtgeschichte abraten, vor allem wenn das Ende des Buches nciht an demselben  Abend aufgedeckt wird.

Fazit:

Ein außergewöhnlich schön illustriertes Kinderbuch mit einer ebenso gewichtigen Botschaft. Eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Bewertung:


Verschlagwortet mit

Angelika Diem und Susanne Szesny – Gut so, Hexe Pollonia

Klappentext:

„Hexe Pollonia lebt zufrieden in ihrem kleinen Hexenhaus. Doch eines Tages bekommt sie eine Botschaft von Safranillo, dem Affen der Chefhexe, überbracht: Pollonia soll das nächste große Hexentreffen in ihrem Haus ausrichten. Pollonia ist begeistert, denn sie hat es gerne festlich und gerne viel Besuch. Doch ihre gute Laune verfliegt schnell, als die immerzu neidische Hexe Hiberia Majoran auftaucht und behauptet, Pollonias Haus sei zu schäbig und alt und überhaupt nicht für ein so großes Fest geeignet. Deshalb macht sich Pollonia Sorgen, ob sie wegen ihres kleinen Hauses von den anderen Hexen ausgelacht werden wird. Doch wozu ist Pollonia Hexe? So verzaubert sie ihr Hexenhaus. Erst in ein Knusperhaus, später sogar in ein Märchenschloss. Doch alle Verzauberungen haben große Nachteile. So entschließt sich Pollonia, das Fest doch in ihrem alten, aber gemütlichen Haus und Garten auszurichten. Als der große Tag kommt, sind die Hexen begeistert, vor allem die Chefhexe. Und Pollonia merkt, dass eben nicht immer das Größte zählt …“

Inhalt:

Hexe Pollonia soll das diesjährige Hexenfest veranstalten und freut sich bereits darauf. Doch dann kommt ihre Kusine Hiberia Majoran auf ihrem Besen angeflogen und macht sich über Hexe Pollonias kleines Häuschen lustig, es sei für ein Vollmondfest zu schäbig und zu klein. Pollonia will es ihrer üblen Kusine beweisen und entschließt sich ein paar neue Zaubersprüche für schicke Hexenhäuser auszuprobieren. Das erste Haus besteht aus ganz vielen Süßigkeiten, doch da haben schon die Tiere des Waldes die Häfte des Hauses abgeknabbert. Also startet Pollonia noch einen Versuch: eine Eisburg soll es diesmal sein, mit Eiskristallen, die wie Diamanten funkeln. Wäre es da nicht doch etwas zu kalt? Beim dritten Versuch verwandelt sich Pollonias Häuschen in ein Prizessinenschloss, mit einer Schar von Dienern und Dienstmädchen. Für welches Haus wird sich Pollonia letztendlich entscheiden? Wird sie es der Chefhexe recht machen oder werden Hiberias böse Wünsche nun doch wahr?

Meinung:

Die vordergründig zu vermittelnde Botschaft dieses Bilderbuchs findet sich im dazugehörigen Untertitel: Warum beim schönsten Fest nur die gute Laune zählt. Diese Message ist vor allem in unserem Zeitalter sehr wichtig, wo Kinder zum Teil mit materiellen Dingen nur so überschüttet werden. Im Leben geht es nicht immer darum, das schönste, größte oder das teuerste etwas zu haben. Manchmal zählt auch einfach die gute Laune, um ein gelungenes Fest zu veranstalten.

Natürlich muss ich auf die unglaublich gelungenen Illustrationen von Susanne Szesny eingehen. Es ist einfach ein Augenschmaus! Die Farben, die Mimik und Gesamtdarstellung der Figuren sind einfach vortrefflich gelungen.

Doch auch die Zaubersprüche bringen den Leser zum Schmunzeln: zweizeilige Reime, die einem in Erinnerung bleiben und dazu anregen selbst welche zu erfinden. So kann das Kind bereits sehr früh anfangen mit der Sprache zu spielen.

Das absolute Highlight sind natürlich die aufklappbaren Überraschungsseiten, auf denen Pollonias Zauberhäuser zu sehen sind. Ein Genuss für Groß und Klein!

Fazit:

Ein lehrreiches, fantasievolles und humorvolles Leseerlebnis für die kleinen Hexenfans. Eine absolute Leseempfehlung!

Weitere Pollonia-Bände:

Für mich bist du der Beste!
Hexe Pollonia macht das Rennen.

Vielen Dank an Angelika Diem für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Martin Widmark – Das Diamantengeheimnis Detektivbüro LasseMaja

Klappentext:

„Lasse und Maja stehen vor einem wirklich hochkarätigen Fall. Der Juwelier Muhammed Karat verdächtigt einen seiner Angestellten, Diamanten zu stehlen. Die beiden Detektive nehmen die Mitarbeiter genau unter die Lupe – alle brauchen Geld und hätten ein Motiv …“

Inhalt:

Lasse und Maja müssen auch in diesem Band aktiv werden und ihre Fähigkeiten als Detektive unter Beweis stellen. Diesmal wendet sich ein verzweifelter Muhammed Karat an sie. Er betreibt ein Juweliergeschäft in Valleby, aus dem innerhalb weniger Tage fünf der wertvollsten Steine verschwunden sind. Er verdächtigt seine Angestellten des Raubs, doch beweisen kann er es nicht. Deshalb statten sich Lasse und Maja mit ihren Detektivutensilien aus und begeben sich „undercover“ auf die Suche nach dem Räuber…

Meinung:

Auch in diesem Band werden die Personen, die in diesem Buch auftauchen mit Bild und Name dargestellt.  Die Karte von Valleby darf ebenfalls nicht fehlen. Lasse und Maja sammeln Beweise wie kleine Puzzleteile, die sie am Ende zu einem Bild zusammensetzen und somit den Täter entlarven. Der Weg dahin ist jedoch das Spannende an diesen Detektivgeschichten. Jeder der Personen hat etwas verdächtiges an sich und am Ende ist man als Leser doch erstaunt über den letztlichen Ausgang der Geschichte.

Stichwort interkulturelles Lernen: Auch in diesem Band werden ausländische Namen wie Muhammed in die Geschichte ganz selbstverständlich etabliert ohne ihn als Bösewicht oder Räuber darzustellen. Die Sätze sind kurz gehalten und mit vielen Dialogen geschmückt.

Fazit:

Lasse und Maja verleiten den Leser selbst nach dem Verbrecher zu suchen und es fällt einem schwer das Buch zuzuklappen ohne vorher erfahren zu haben, wer denn nun der Juwelendieb ist.

Vielen Dank an den Ueberreuter Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Bewertung:

Martin Widmark – Das Tiergeheimnis Detektivbüro LasseMaja

Klappentext:

„Wer ist der Tierquäler? In ihrem vierten Fall kümmern sich Lasse und Maja um die kranken Tiere im örtlichen Zooladen. Sie schlafen den ganzen Tag – kann es sein, dass Gift in ihr Futter gemischt wurde? Lasse und Maja müssen den Laden beobachten, um herauszufinden, was hier läuft.“

Inhalt:

Lasse und Maja sind die besten Freunde und betreiben ein Detektivbüro in der schwedischen Kleinstadt Valleby. Eines Tages treffen sie auf Miranda, die mit den beiden in dieselbe Klasse geht und begleiten sie in die Tierhandlung, um für ihren Affen Tierfutter zu kaufen. Doch nanu? Die Tierhandlung ist geschlossen, an der Tür hängt der Verweis: „Heute geschlossen! Den Tieren geht es nicht gut.“
Nun wollen die drei den genauen Grund kennen und befragen Waldemar, den Besitzer des Zooladens. Er erzählt ihnen alle Details über die Tiere, die Mitarbeiter der Tierhandlung und alle weiteren bedeutsamen Beobachtungen, die er angestellt hat. Nun ist es die Aufgabe von Lasse und Maja den Tierquäler zu schnappen. Wird es ihnen gelingen und wer ist der Übeltäter?

Meinung:

Auf den ersten Seiten werden dem Leser die Hauptpersonen Lasse und Maja genauer vorgestellt, es folgt eine Karte von Valleby mit den wichtigsten Straßen und Gebäuden. Anschließend werden die übrigen Personen, die im Buch auftauchen nochmal mit Bild und Name erwähnt. Die Zeichnungen im Buch sind schwarzweiß gehalten und sehr detailliert. Auf der Titelseite war es für mich persönlich schon zu viel, sodass es leicht überladen wirkt.

Detektivgeschichten begeistern jedes Kind, ob Mädchen oder Junge. In Verbindung mit Tieren ist es ein Erfolgsgarant. Der Leser wird es überdies schwer haben herauszufinden wer denn nun der wahre Übeltäter ist. Für mich war es bis zum Schluss eine Überraschung, die die Spannung im Verlauf des Buches aufrecht hielt. Einen Extrastern bekommt dieses Buch von mir aufgrund der Einbindung von ausländischen Namen (vgl. Waldemar), die nicht mit etwas negativem oder besonderem verbunden sind, wie es in vielen Büchern der Fall ist.

Fazit:

Eine spannende und knifflige Detektivgeschichte, an der junge Leser sicherlich ihr Vergnügen finden werden.

Vielen Dank an den Uberreuter Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Bewertung:

Arnold Lobel – Das große Buch von Frosch und Kröte

Klappentext:

„Frosch und Kröte sind die dicksten Freunde: Egal, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – die beiden sind unzertrennlich und erleben miteinander die schönsten Abenteuer. Und immer geht es dabei um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: um Freundschaft, Mut, Angst, Willensstärke, Badeanzüge, verlorene Knöpfe, zu große Hüte …“

Inhalt:

Frosch und Kröte sind die allerbesten Freunde und erleben gemeinsam so einiges Abenteuer. Im Frühling pflanzen sie Samen und beobachten deren Entwicklung. Im Sommer gehen sie gemeinsam baden und lernen über manche Dinge, wie dem unschönen Badeanzug zu stehen. Im Herbst lassen sie einen Drachen steigen und lernen, dass Mühe sich durchaus lohnen kann, wenn man sich nur stark genug bemüht. Den Winter verbringen sie mit Schlittenfahrten und dem gemeinsamen Keksebacken.

Meinung:

Das Buch ist eingeteilt in vier grobe Themenbereiche: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wobei jedes Kapitel noch einmal aus vier kurzen Geschichten besteht. Auf jeder Doppelseite findet der Leser zumindest ein Bild, oft sind auch mehrere Illustrationen abgebildet. Die Farben der Abbildungen sind eher in Erdtönen gehalten.

Neben den Abenteuern, die die Freunde gemeinsam erleben, werden dem Leser der Umgang mit Angst, Traurigkeit, Scham, Frustration, Faulheit, Freude, Willensstärke und vieles vieles mehr vermittelt. Die kurzen Geschichten tragen eine tiefgründige Botschaft in sich und werden doch auf so eine humorvolle Weise erzählt, dass es nicht nur die Kinder zum Schmunzeln bringt.

Die Geschichten sind besonders gut zum Vorlesen geeignet, auch in der Grundschule. Die Geschichten sind alle kurz gehalten und beinhalten in sich abgeschlossene Abenteuer, sodass die Kinder sich immer wieder auf weitere Abenteuer freuen können. Egal für welches Fach, ob Sachunterricht oder Deutsch, es wird sich definitiv eine passende Geschichte aus diesem wunderbaren Buch finden.

Fazit:

Witz und Sachwissen vereint in einem tollen Buch, welches so einige interessante Aufklärungen in sich birgt.

Lieblingszitat:

„Bevor du einschläfst, musst du nachdenken. Du musst große Gedanken denken. Diese großen Gedanken weiten deinen Kopf. Und morgen früh passt der neue Hut bestimmt.“

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Verschlagwortet mit

Angelika Glitz und Carola Holland – Am liebsten bin ich Gustav

Buchrückentext:

„Bisher war sich Gustav ganz sicher: Er ist ein kleiner Hund! Aber dann kommt der Morgen, als Berta, die kurzsichtige Kuh, ihn mit einem Kälbchen verwechselt. Und Gustav sich fragt: „Bin ich jetzt eine Kuh, oder was?“ „Kann schon sein“, sagt sein Freund Quaker, der Großmaulfrosch. Denn schließlich hat Gustav auf seinem weißen Fell tolle schwarze Flecken. Kuhflecken sozusagen. Von da an trabt Gustav jeden Morgen zur Weide hinüber und frisst Gräser und Dotterblumen. Doch dann taucht eines Tages der Wolf auf und behauptet, dass Gustav ein Wolf sei. Ein Wolf wie er, der die Kühe zum Fressen gern hat.“

Inhalt:

Gustav erlebt das ein oder andere Abenteuer, auf der Suche nach dem eigenen Ich. Er beginnt an seinem Hundedasein zu zweifeln, als eine Kuh behauptet, er wäre ebenfalls eine Kuh aufgrund seiner Flecken, die der Kühe  sehr ähneln. Auch sein bester Freund, der Großmaulfrosch, bestätigt diese Vermutung. Er sagt er kennt keinen Hund, der so aussieht wie Gustav. Ab diesem Zeitpunkt lebt Gustav wie eine Kuh, weidet auf einer Wiese, frisst Gras und verscheucht die Fliegen mit seinem Schwanz. Doch dann trifft er auf einen Wolf und dieser schlägt ihm vor, gemeinsam eine Jagd auf die Kühe zu machen.

Meinung:

Bei diesem Buch trifft der Leser auf sehr schöne farbenprächtige Illustrationen, die die Stimmung des Buches eindrucksvoll widerspiegeln. Die Geschichte wirkt dadurch sehr lebendig und auf keinen Fall langweilig. Diese ist durchaus amüsant und mit einigem Witz gewürzt, sodass mein Cousin sich an einigen Stellen vor Lachen den Bauch halten musste. Ganz nebenbei erfahren die Kinder mehr über die Eigenheiten von Kühen und Wölfen (z.B. Euter, Reißzähne, feuchte Nase etc.). Diese Tatsache hat beim Lesen zu einem sehr interessanten Gespräch geführt, bei dem das Kind durchaus einiges lernen kann. Auch das Thema Freundschaft kommt nicht zu kurz, sowohl die mit dem Frosch, als auch die mit den Kühen. Daran anschließend könnte man sich darüber unterhalten, was das Kind am liebsten wäre oder ist und somit auf das Thema Identität näher eingehen.

Fazit:

Abenteuerlust und Witz stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte mit ihren wunderbaren Illustrationen.

Bewertung:

Heinz Janisch und Isabel Pin – Du Gruselgorilla!- Du Schmusegorilla!

Inhalt:

Das  Buch ist ein Liebes- und Schimpfwörterbuch, welches von beiden Seiten gelesen werden kann. Sowohl die Liebeswörter, als auch die Schimpfwörter sind in folgenende Kategorien unterteilt: Tiere (Schlummerbär vs. Kaktusigel ), Gemüse und Obst (Erbsenprinz vs. Zwergradieschen), Speisen (Zimtschnecke vs. Schaumrollenkriecher), Dinge und Objekte (Funkelstein vs. Stachelstein ), Natur (Glitzerschnee vs. Staubwolke ), Körper (Goldjunge vs. Furzrakete) und  Blumen, Pflanzen und Bäume (Salbeiblatt vs. Schlingspflanze). In der Mitte ist jeweils Platz gelassen worden, um eigene Wortkreationen zu verewigen.

Meinung:

Ein sehr außergewöhnliches Buch, welches sicherlich jedem Kind Spaß bereiten wird. Das kreative Schimpfen  bzw. die Liebesbekundungen sollen von den Kinder fortgeführt werden und regt dadurch die Kinder an, selbst Wortkreationen zu erfinden, über die Sprache nachzudenken, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Die Bilder überladen nicht die originellen Wortvorschläge, sodass die Wörter an sich, die auch im Mittelpunkt des Buches stehen, gut zur Geltung kommen.

Ich habe das Buch  in einem Deutsch-Förderkurs vorgelesen und die Kinder haben sich vor Lachen auf dem Boden gekugelt. Bei den darauffolgenden eigenen Wortkreationen ist dann Folgendes entstanden: Spitzhuhn, Marmorohrläppchen, Elfenbeindelfin, Sanddornfuchs etc. Sie hatten sichtlich Spaß sich eigene Schimpf- aber auch Liebeswörter auszudenken.

Fazit:

Ein originelles Kinderbuch, welches zum Nachdenken über die Sprache anregt und darüberhinaus auch ein tolles Geschenk ergibt.

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Barbara Steinitz – Schnurzpiepegal

Buchrückentext:

„Geht man durch die Straßen und Parks einer Stadt, sieht man, dass alle Hunde wie ihre Herrchen und Frauchen aussehen. Aber es gibt Ausnahmen. Leonoras Hund Fidelio zum Beispiel sieht seinem Frauchen überhaupt nicht ähnlich. Genau so geht es Joschka mit seiner Pistazia. In der Stadt rümpfen die Leute die Nase und lachen über Leonora und Joschka, die so gar nicht zu ihren Hunden passen. Aber das ist beiden egal. Na, fast egal…“

Inhalt:

Leonora ist blau, kugelrund und liebt Opern, ihr Hund Fidelio dagegen orange, dürr und kariert. Auch er hat eine Leidenschaft für Opern. Auf der Straße werden die beiden jedoch ausgelacht, weil sie sich nun überhaupt nicht ähnlich sehen. Genauso geht es Joschka, er ist schlank, orange-kariert, doch sein Hund kugelrund und blau. Eines Tages begegnen sich die vier und es ist offensichtlich welcher Hund zu wem gehört, kurzerhand entschließen sie sich zu tauschen, damit die Leute draußen nicht mehr über sie spotten. Allerdings sind alle vier mit dieser Entscheidung unzufrieden, die Hunde vermissen ihre Herrchen und fühlen sich gar nicht wohl. Eines Tages begenen sich die vier wieder und „plötzlich war das traurige, unerklärliche Gefühl wie weggepustet. Sie brauchten nichts zu sagen. Es war klar“  Ab diese Zeitpunkt war es den vieren schnurzpiepegal was die Leute über sie sagten…

Meinung:

Dieser Gedanke ist mir ebenfalls in den Sinn gekommen: Manche Hunde sehen ihren Herrchen einfach unglaublich ähnlich! Und Barbara Ssteinitz hat diese Erkenntnis unglaublich gut in ihren wundervollen Zeichnungen festgehalten. Auf dieser Doppelseite musste ich für 5 Minuten verweilen, um jede Kleinigkeit genauer zu betrachten und schmunzelnd ihr Können anzuerkennen. Die Zeichnungen sind einfach wunderbar, auch wie sie die Traurigkeit dargestellt hat (betrachtet man doch den Mond und das Bild an der Wand in Leonoras Wohnraum). Es gibt auf den Bildern so viel zu entdecken!
Auch die Thematik finde ich sehr gut: Die Liebe hat nichts mit Äußerlichkeiten zu tun! Auch wenn die Leute spotten, sollte man nicht so viel Wert auf das Geschwätz legen und auf das eigene Herz vertrauen. Diese Message ist doch wunderbar!

Fazit:

Ein zauberhaft illustriertes Bilderbuch, mit einer wundervollen Farbenpracht, eine Geschichte sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene!

Vielen Dank an den Bajazzo Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Wanja Olten und Manuela Olten – Kein bisschen dreckig

Buchrückentext:

„Hände waschen muss man sich doch nur, wenn sie richtig dreckig sind. Und das ist total selten!“

Inhalt:

Die Heldin dieses Buches, von der wir den Namen nicht erfahren, fragt sich weshalb sie sich die Hände waschen soll. Wenn sie im Matsch spielt reicht es vollkommen sich die Hände an der Kleidung abzuwischen, auch nachdem die Hasen gestreichelt wurden, versteht sie nicht wieso die Hände gewaschen werden sollen, ebensowenig wie vor dem Essen, denn sie isst ja eh mit Besteck. Die Mutter erklärt dann, dass an den Händen sich furchtbar viele Bakterien befinden, die einen krank machen. Infolgedessen wird ein Horrorszenarium präsentiert, in dem das kleine Mädchen Fieber bekommt und schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden muss. Die Geschichte endet mit der Überlegung, ob sie sich nun die Hände waschen soll…

Meinung:

Erst eimal vorweg: Das Cover finde ich bezaubernd: die Farbauswahl, die Darstellung der Bakterien als kleine Kartoffeln, sowie den Fokus auf die Hand. Toll!
Die tägliche körperliche Hygiene ist  ein wichtiges Thema, doch viele Kinder tun das überhaupt nicht gerne und können oft auch nicht verstehen, wozu sie sich 2 Mal täglich die Zähne putzen sollen und noch öfter die Hände waschen. Dieses Buch kann hier ansetzen und die Hygiene zum Thema machen, allerdings bin ich von der Darstellung des Krankenhausbesuchs und der damit verbundenen „Angstmach-Absicht“ nicht überzeugt. Lieber wäre es mir, wenn die „echten“ Folgen der Infektion dargestellt werden würden mit einer daran anschließenden Erklärung weshalb Händewaschen so wichtig ist. Auch der Schluss ist zwar amüsant, doch pädagogisch gesehen nicht unbedingt das was man als „Lehre“ den Kindern mitgeben möchte.
Ich kann mir sehr gut vorstellen das Buch auch in der ersten Klasse einzusetzen, dafür aber die letzte Szene auszulassen. Daraufhin die Kinder bitten, sich ein eigenes Ende zu der Geschichte auszudenken und gespannt sein, was dabei herumkommt 🙂

Fazit:

Wanja und Manuale Olten greifen ein sehr wichtiges Thema auf und betonen mit netten, minimalistischen  Illustrationen die Wichtigkeit des Händewaschens. Lediglich den Ausgang der Geschichte würde ich mir anders wünschen.

Herzlichen Dank an den Bajazzo Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung: