In-seon Chae und Seung-ha Rew – Zwölf und der Wolf

Klappentext:

„Zwöf Entlein hat Mama Ente ausgebrütet. Das sind bestimmt viel zu viele, denkt sie sich. Schon bald hat Mama Ente eine clevere Idee: Die Kleinen werden ab sofort gruppiert, damit sie nicht alle zwölf einzeln zählen muss. Doch dann, als sich der Wolf auf leisen Pfoten nähert, wird klar, dass es auf jedes einzelne Entlein ankommt …“

Rezension:

Zwölf Entlein hat Mama Ente ausgebrütet, das ist eine ganze Menge!  Sie waren zwar alle wunderhübsch und clever, doch eindeutig zu viele. Da beschließt Mama Ente sie zu gruppieren und stellt sie erst in 6 Reihen auf. Bei der Watschelrunde merkt sie, dass auch 6 noch zu viele sind und teilt sie in 4 Gruppen à 3 Entlein auf. Bis es letztlich 2 Reihen werden und kaum hat sie es als sehr gut empfunden, stürzt ein Wolf auf ihre Entlein und möchte sie fressen. Wie gut, dass es nun doch nicht „nur“ zwei Entlein sind…

Die Illustrationen von der Koreanerin Seung-ha Rew sind fantastisch, ich habe mich gleich in diese der Collagen-Technik gleichenden Zeichnungen verliebt. Sie sind fantastisch! Ganz große Klasse! Endlich mal ein Kinderbuch, welches auf das mathematische Verständnis der Kinder zielt. Auf eine unterhaltsame Weise werden den Kindern die Grundrechenarten vermittelt, das Dividieren, Aufteilen von Mengen nähergebracht. Mit diesem Kinderbuch wird auf eine anschauliche Weise das Zählen verdeutlicht und klar gemacht wie die Anwendung im Alltag aussehen kann.

Dieses Buch kann sehr gut im Mathematikunterricht der ersten Grundschulklassen als Einführung eingesetzt werden, sowie im Förderunterricht als Verdeutlichung und Vertiefung des Themas „Teilen von Mengen“.

Außerdem lernen die Kinder, dass auch schwierige Situationen gemeinsam gelöst werden können, gleich dem Motto: „Zusammen sind wir stark!“

Fazit:

Ein grandioses Bilderbuch, welches in keinem Bücherregal fehlen darf. Von mir beide Daumen hoch! Eine absolute Kaufempfehlung!

Bewertung:

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Julia Breitenöder und Manfred Tophoven – Mit Mama in den Kindergarten

Klappentext:

Laura will nicht alleine in den Kindergarten. Mama soll sie begleiten und mit ihr spielen. Mama erfüllt Laura diesen Wunsch und gemeinsam springen sie auf dem Trampolin und malen mit Fingerfarben. Doch dann kommt plötzlich alles anders: die anderen Kinder wollen, dass Mama mit ihnen eine riesige Sandburg baut, beim Mittagessen muss Laura ihren Schokopudding mit Mama teilen und beim Theaterspielen bleibt für Laura nur die Rolle des siebten Zwerges.

Rezension:

Laura möchte sich von ihrer Mama nicht trennen und so fließen bei ihr Krokodilstränen. Da hat Lauras Mama eine Idee: Sie ruft kurzerhand im Büro an und bittet um einen freien Tag, welcher ihr auch prompt gewährt wird. So kann die Mutter mit ihrer Tochter zusammen im Kindergarten bleiben. Anfangs freut sich Laura sehr, doch als ihre Mutter nur ihr eine Geschichte vorlesen soll, gesellen sich auch andere Kinder hinzu, sodass Laura nie ihre Mutter für sich haben kann. Und als ihre Mama sich auch noch die Füße mit Farbe beschmiert und auf dem Trampolin mit den anderen Kindern herumtollt, verliert Laura gänzlich die Lust auf Mamas Anwesenheit in IHREM Kindergarten… So langsam beginnt Laura zu zweifeln, ob das eine gute Idee war, ihre Mutter zum Bleiben zu bitten …

Wer kennt diese Szene nicht: Das Kind möchte einfach nicht von der Mutter loslassen. Das Mutterherz zerbricht in zwei Teile und das Kind schluchzt so sehr, dass das Atmen schwer fällt.

Hier hat die Mutter eine grandiose Idee und durch das Vorlesen könnte einigen Kindern das Loslassen womöglich leichter fallen. Die Überwindung der Trennung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit und dieses Buch zeigt auf eine lustige Weise, dass es durchaus Vorteile hat die Mama nicht im Kindergarten dabei zu haben.

Fazit:

Einfallsreich und witzig!

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Dagmar H. Mueller und Martina Theisen – Die unsichtbare Noa … will nicht mehr schüchtern sein

Rezension:

In den eigenen vier Wände ist Noa, ein mutiges, lustiges, freches, großes und starkes Mädchen. Sie sing ganz laut, kämpft mit gefährlichen Räubern und großen Bären. Doch kaum hat sie das Haus verlassen, wird sie unsichtbar! Keiner nimmt sie wahr, nicht die Verkäuferin, die ihre Melonen anpreist und auch nicht die Kinder auf dem Spielplatz. Noa würde so gerne mit den anderen Kindern spielen, doch das geht ja nicht, weil sie unsichtbar ist…

Eines Tages bemerkt sie etwas Merkwürdiges! Sie sieht einen unsichtbaren Jungen und als sie zu ihm geht, um mit ihm zu sprechen, erkennen beide, dass sie nun sichtbar werden. Daraufhin fragen die anderen Kinder Noa und ihren neuen Freund Nick, ob sie denn nicht mitspielen möchten. So ist Noa nicht nur in den eigenen vier Wänden eine Räuberfrau, sondern auch im Spiel mit anderen Kindern.

Eine wunderschön illustrierte Geschichte, die auf die Schüchternheit, Zurückgezogenheit und Unsicherheit der Kinder eingeht. Manchmal braucht es nur einen Freund, sodass Kinder Selbstsicherheit und Selbstbehauptung entwickeln können. Die versteckte Botschaft  wird den Kindern jedoch beim Lesen nicht transparent. Viele glauben wirklich, dass Noa sich von einem unsichtbaren Mädchen in ein sichtbares verwandelt. Es bedarf erst eines ausführlichen Gespräches, um dem tiefen Sinn der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Die Illustrationen fangen sehr gut die Gefühlslage von Noa ein, sie wird als abseits stehend dargestellt. Sie ist unbeachtet, traurig, wobei die anderen Kinder als dynamisch, aktiv und fröhlich illustriert werden.

Fazit:

Das aufgegriffene Leitmotiv ist für viele Kinder sehr bedeutend und mit elterlicher Aufklärung auch gut zu vermitteln.

Bewertung:

 


 

Matthias Sodtke – Alle Frösche fliegen hoooch!

Rezension:

Fans von Hase Nulli und dem Frosch Priesemut dürfen sich freuen! Es ist ein neues Band erschienen!

Die beiden liebenswürdigen Figuren treffen diesmal auf zwei Klapperstörche, die in Priesemut die Sehnsucht nach dem Fliegen wecken: „So schön fliegen würde ich auch gerne können!“ Als die beiden Störche auf dem Dach der beiden Freunde landen, machen sie sich auf den Weg zu ihren Gästen und wollen mehr über das Fliegen erfahren. Doch die Gäste, die sich als Doktoren der Flugologie ausgeben, führen was ganz anderes im Schilde. Der Hase Nulli riecht den Braten relativ früh, doch Priesemut ist so sehr von seinem Wunsche geblendet, dass er die Wahrheit gar nicht sieht …

Der Rat des besten Freundes ist manchmal Gold wert. So auch hier lernt Frosch Priesemut, dass man seinem besten Freund mehr Vertrauen schenken sollte, als irgendwelchen Fremden. Nulli setzt sich für seinen Freund ein und rettet ihm letztlich sogar das Leben! Und so erkennt er, dass  man im Leben nicht immer alles können kann. Es gibt Sachen, die man einfach nicht erlernen kann, z.B. als Frosch das Fliegen lernen.

Den Mut haben sich zu entschuldigen, diese wiederum auch anzunehmen und den hinterlistigen Feinden zu verzeihen, all das sind weitere Themen in diesem wundervollen Band.

Fazit:

Als langjähriger Fan der beiden Freunde, kann es auch für dieses tolle Band von mir nur 5 Sterne geben!

Bewertung:

Max Kruse und Doris Eisenburger – 1000 Stiefel

Klappentext:

„Ein Märchen? Ja, aber eines, das auf einer realen Begebenheit beruht. Ein Schelmenstück? Ja, aber eines, in dem ein hübsches Mädchen das Schlauköpfchen ist, das über den Mächtigen triumphiert. Dazu eine Liebesgeschichte und ein Beispiel dafür, wie Geduld und Klugheit mit ein bisschen Glück, das nun einmal zum Leben gehört, zum Ziele führen.“

Inhalt:

Das Töchterchen Ninatschka des Schusters Pjotr Sohlewitsch kennt ihren passenden Schuh und das ist  Boris Rubelew, Söhnchen eines reichen Grundbesitzers der Stadt Mausopol. Der arme Schuster bekommt eines schönen Tages 1000 Stiefel von einem fernen Verwandten vererbt. Um diese Stiefel jedoch ins Land bringen zu können, muss erst ein saftiger Zoll auf jegliche Ware auferlegt werden. Bei dem Gedanken muss der arme Schuster fürchterlich schluchzen, sodass sein hübsches Töchterchen ihm den Rat gibt: „Kommt Zeit, kommt Rat. Und am Abend ist man schlauer als am Morgen.“ Er soll doch nur die 1000 linken Stiefel ins Land holen. So geschah es. Da staunte der Zöllner nicht schlecht, was man mit so vielen linken Stiefeln anstellen soll, zum Tragen waren sie jedenfalls nicht geeignet… Die hübsche Ninatschka hatte aber nicht nur diesen Rat auf Lager, sondern flüsterte hier und da so einiges. Für ihren Liebsten, den Sohn des örtlichen Fürsten hatte sie auch einige Ratschläge parat und schaffte es mit Klugheit und viel Geschick letztlich nicht nur die 1000 Stiefel ins Land zu holen, sondern auch den für sich passenden Schuh, den Boris Rubelew, an sich zu binden.

Rezension:

Das mit Musik untermalte Märchen wurde von Franz-David Baumann vertont und von Henk Flemming gelesen. An einigen Stellen finden sich leichte Abweichungen von der Printversion, was jedoch dem Inhalt keinen  Abbbruch macht. Auf jeder Seite im Buch ist ebenfalls vermerkt auf welchem Track man die Stelle auf der CD findet, sodass Lesen und Hören auch gleichzeitig funktionieren kann. Die Stimme des Vorlesers ist angenehm, die Erzählung ist zwischendurch immer mit schöner Musik untermalt, auch mit einigen Liedern. Der traditionell russischen Zeichenkunst hat Doris Eisenburger einiges abgeschaut, sodass die Illustrationen sehr authentisch wirken. Ein Samowar, die typischen Kopftücher, die Birken, der Akkordeon, die Karten, die Troika – Russland ist so wunderbar eingefangen in diesen Bildern! Das Betrachten und Entdecken ist ein Genuss!

Die Geschichte birgt neben dem Witz noch eine tolle Lehre in sich: Geduld und Köpfchen werden sich im Leben bewähren und früher oder später zum Erfolg führen!

Fazit:

Ein Buch und Hörbuch in einem, eingebettet in ein gelungenes Märchen!

Vielen Dank an den Annette Betz Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Achim Bröger und Frauke Bahr – Trödel nicht so, Moritz!

Klappentext:

„Trödel nicht so!“, sagt die Mama. Aber Trödeln ist doch so schön, findet Moritz. Und wenn man sich zu sehr beeilt, kann es einem schließlich passieren, dass man plötzlich Seifengeschmack im Mund hat. Wie das passieren kann, warum ein nasser Mann in Moritz Badezimmer steht und ob Moritz am Ende wirklich nicht mehr trödelt, davon erzählt dieses Bilderbuch.

Inhalt:

„Du bist heute wieder mal langsam wie eine Schnecke“, sagt die Mama zu Moritz. Sie selber flitzt bereits früh morgens durch das ganze Haus und hat einen Haufen Erledigungen zu machen. Moritz dagegen lässt alles ganz langsam angehen und findet, dass seine Mama wie eine Rennauto ist, welches mal bremsen und so richtig schön trödeln sollte.

Doch es gibt jemanden, der noch schneller als die Mama ist, Herr Paul, der Nachbar, er ist nämlich so schnell wie eine Rakete!  Eines Morgens bekommt Moritz von Herrn Paul plötzlich Besuch im Badezimmer. Dieser steht vor Wasser und Seife triefend vor ihm.   Bei diesem Anblick entschließt Moritz sich doch nicht an Herrn Paul ein Beispiel zu nehmen, stattdessen seiner Mama mehr Ruhe und Gelassenheit beizubringen, denn trödeln kann ja sooooo schön sein!

Meinung:

Das Buch besticht mit sehr farbenfrohen Illustrationen und verdeutlicht durch den Protagonisten, den kleinen Moritz, wie die Welt der Erwachsenen auf die Kinder wirkt. Ständig hat man es eilig, es gibt tausende Erledigungen zu tun und man ist nur am Flitzen. Dabei bleibt kaum Zeit sich zu entspannen, die schönen Dinge im Leben auf sich wirken zu lassen und diese bewusst zu genießen. Herr Paul dient dabei als ein abschreckendes Beispiel, der absolut nicht weiß wie man es ruhig angehen lässt und stattdessen alles in Hektik und Chaos endet. Die sehr amüsanten Beispiele, wie er es möglichst schnell durch den Alltag schafft, bringen dabei nicht nur die Kinder zum Lachen.

In der Tat kann es dem Menschen auch manchmal sehr gut tun, einfach zu trödeln, so wie Moritz! Da kann so mancher Erwachsener sich das bei ihm ruhig öfter mal abgucken!

Fazit:

Trödel doch mal, denn das kann soooo schön sein!

Vielen Dank an den Kaufmann Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Bewertung:

Lena Hesse – Fred & Anabel

Klappentext:

„Fred und Anabel haben einen traumhaften Sommer verbracht. Doch dann kommt der Herbst. Anabel beginnt zu frieren – sie muss in den Süden ziehen. Anabel hält es ohne Fred kaum aus. Und Fred vermisst Anabel. Doch auch der längste Winter geht irgendwann vorbei. Und tatsächlich sind sich Fred und Anabel die ganze Zeit über viel näher, als sie gedacht haben … “

Inhalt:

Fred, ein Kater und Anabel, eine Graugans, sind die besten Freunde und machen alles gemeinsam. Bis schließlich der Winter kommt und Anabel mit den anderen Graugänsen in wärmere Gebiete ziehen muss. Fred dagegen bleibt lieber auf dem warmen Ofen bei Paula Mai. Beide vermissen sich ganz schrecklich. Und so beschließen sie sich gegenseitig einen Brief zu schreiben. Und nun wussten sie, dass es dem anderen gut geht und die Zeit bis zum Wiedersehen schritt nun viel schneller voran!

Meinung:

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von den Illustrationen von Lena Hesse geworden, die Bilder haben einen Wiedererkennungswert und es ist jedes Mal ein Genuss im Buch zu blättern und die Bilder auf sich wirken zu lassen. Die Schatten der davon ziehenden Vögel, der Kater auf dem warmen Ofen, die Sehnsucht ist in den Bildern beeindruckend festgehalten. Auch inhaltlich bietet das Buch so einiges an Gesprächsstoff: Trennung und die damit verbundene Sehnsucht. Das Thema ist heute mehr denn je aktuell und betrifft so einige Kinder. Des Weiteren kann das Thema „Zugvögel“ aufgegriffen werden und mit den Kindern zusammen erarbeitet werden. Wieso ziehen die Vögel in ferne Gebiete? Woher kennen sie den Weg? Wann wissen sie, dass es Zeit ist zurückzukehren?

Ebenso  toll ist der Schriftwechsel beim Thema „Brief“; die Druckbuchstaben werden nun zu einer krakeligen Schrift, einige  Wörter sind durchgestrichen, man findet Tintenkleckse und einen Tatzenabdruck. Allerdings erging es mir inhaltlich manchmal so, dass ich nicht wusste weshalb bestimmte Details erwähnt wurde, die fand ich überflüssig und eher störend („Anabel konnte die Menschen nicht leiden“) Die Marienkäferdame konnte da auch durchaus anders eingeführt werden… Nichtsdestotrotz bleibt es ein gutes Buch mit wunderschönen Bildern!

Fazit:

Die Themen Freundschaft, Trennung, Sehnsucht und Liebe werden sehr einfühlsam aufgegriffen und bieten viel Diskussionsstoff.

Bewertung:

Vielen Dank an den Kinderbuchverlag Wolff für die Bereitstellung dieses Rezensionsxemplars!

Lilli Messina – Opa ist … Opa!

Klappentext:

„Opa wird gefüttert. Opa fährt Roller. Opa macht Unsinn. Pepe ist sich sicher: Opa ist ein Baby! Doch Pepes Mama ist anderer Meinung.

Ein Buch über Pepe, seinen Opa, seine Mama und über alte und junge Menschen.“

Rezension:

Pepe entdeckt an seinem Opa ganz viele kindliche Eigenschaften, z.B. hat sein Opa nur ganz wenig Zähne, er wird oft genauso wie Pepe von der Mama gefüttert, er kann sich nicht alleine die Schuhe binden etc. Da geht für Pepe natürlich das Licht auf: Opa ist ein Baby! Doch Pepes Mama beweist ihm, dass Opa doch kein Baby ist … und so muss Pepe feststellen: Opa ist ein toller Opa!

Lilli Messina hat da eine ganz tolle Arbeit geleistet, die Illustrationen sind einfach ulkig. Die Gemeinsamkeiten von Jugend und Alter werden auf eine urkomische Weise aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt. Die Schrift wurde daher angepasst und ist sehr krakelig und schief. Auf eine wundervoll humoristische Weise wird das gemeinsame Leben von drei Generationen geschildert. Anhand dieses Buches kann das Thema Pflege älterer Menschen ebenfalls gut angeschnitten werden.

Fazit:

Ein Buch welches weder Jung noch Alt vorenthalten werden sollte. Lacher sind jedenfalls garantiert!

Bewertung:


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Friederun Reichenstetter und Hans-Günther Döring – Wie leben die kleinen Waldameisen?

Klappentext:

„Die junge Ameisenkönigin hat es geschafft: An einem sonnigen Platz im Wald hat sie einen neuen Statt gegründet. Ihr Ameisenhügel wächst und wächst. Denn die Ameisen arbeiten eifrig zusammen. Jede hat ihre Aufgabe. Manchmal aber geschieht etwas Verblüffendes: Schleicht sich doch ein fauler Käfer ein – mit einem richtig schlauen Trick …“

Rezension:

Das Sachbilderbuch gibt es inkl. einer Audio-CD, auf der die Geschichte noch einmal von Markus Grimm vorgetragen wird. Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm, die Geschichte wird außerdem mit Naturgeräuschen, wie z.B. Vogelgezwitscher untermauert. Wunderbare farbenprächtige Illustrationen lassen den Leser in die Welt der Ameisen eintauchen. Es geht los mit der Ameisenkönigin und ihren Aufgaben, der Paarung, dem Ameisenbau, dem Nachwuchs, den Feinden und endet mit dem Winterschlaf. Auf einigen Doppelseiten werden ergänzende Informationen dargestellt: Entwicklung der Ameise, die Nahrung, Waldschädlinge, die von den Ameisen gefressen werden und vieles mehr. Im kapitelweisen Verlauf der Geschichte wird die Neugierde der Kinder nachgeahmt, indem einige Fragen, die durchaus von den Kindern kommen könnten, in rot hervorgehoben, gestellt werden. Die Antwort steht prompt dahinter. Auch der Sprecher stellt nach dem Vorlesen des jeweiligen Kapitels einige Wissensfragen, die die Kinder, wenn sie richtig aufgepasst haben, auch beantworten können. Leider finde ich die Wartezeit doch relativ kurz, sodass man erst gar nicht zum Grübeln kommt. Die Idee der Integration eines Fragespiels zum Verständnis ist jedoch  toll!

Im Anschluss werden die Ameisenfreunde noch einmal persönlich angesprochen und  die Körperteile der Ameise bildlich sehr schön dargestellt. Außerdem wird kurz auf die unterschiedlichen Arten der Ameise eingegangen und Verblüffendes aus der Ameisenwelt erzählt.

Die Informationen sind durchaus sehr detailliert, dennoch kindgerecht dargestellt. Auch manch Erwachsener wird so einiges aus dem Buch mitnehmen können. Oder wussten Sie schon weshalb die Ameisenkönigin sich gleich nach der Paarung mit den Vorderbeinen ihre Flügel abbricht? Nein? Dann unbedingt auf Seite 4 nachlesen!

Fazit:

Ein bezauberndes Sachbilderbuch über das Leben der Waldameisen. Die Naturwelt bietet so einiges an Verblüffung und spannenden Ereignissen!

 

Bewertung:

Verschlagwortet mit

Min-ki Kim und Mun-hee Kwon – Abschied von Aika

Klappentext:

„Fast jedes Jahr bekommt Aika einen Wurf Welpen, doch eines Tages wird sie krank und bleibt in ihrem Korb liegen. Noch ehe der Tierarzt Aika behandeln kann, läuft sie fort. Für das kleine Mädchen beginnt die Suche nach der geliebten Freundin, doch schließlich heisst es Abschied nehmen für die beiden.“

Rezension:

Abschied von Aika handelt von Verlust,  Tod, aber auch von einer tiefen und innigen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem geliebten Hund Aika. Dieser wird in einem Jahr im Herbst krank, doch ehe der Tierarzt ihr eine Spritze geben kann, ist die Hündin auch schon verschwunden. Nun beginnt für das Mädchen, welches im Verlauf des Buches namenlos bleibt, eine Suche nach ihrem geliebten Hund. Sie sucht im Wald, auf dem Spielplatz, erkundigt sich bei jeglichen Menschen, bis sie von einer älteren Dame eine schreckliche Nachricht hört …

Besonders rührend finde ich die Erinnerungen von diesem Mädchen an ihre Hündin, ihre Träume und die offene Erkenntnis, dass sie Aika unglaublich vermisst und manchmal glaubt, sie zu sehen, wie sie auf sie wartet. Die Stimmung des Buches ist sehr gut in den Bildern festgehalten, die Farben sind trüb, vordergründig grau und braun. Die meisten Personen werden als dunkle Schatten dargestellt, nur Aika und das Mädchen sind genauer zu erkennen. Die Stimmung ist eher drückend, lediglich die letzten Worte bringen etwas Licht. Ich hätte mir nichtsdestotrotz eine positivere Grundstimmung gewünscht oder gar die Integration einiger Bewältigungsvorschläge, denn schließelich gehört der Tod zum Leben dazu …

Dieses Buch ist keine typische Gutenacht-Geschichte, es sollte schon für „besondere“ Anlässe eingesetzt werden. Wenn Kinder ein bestimmtes Ereignis zu verarbeiten haben: Verlust oder Tod eines Haustieres oder eines geliebten Menschen.

Es  könnte ebenfalls im Kunstunterricht in der Grundschule in der Farbenlehre eingesetzt werden, um mit den Kindern gemeinsam die Farbwahl und den Inhalt der Geschichte zu vergleichen.

Fazit:

Eine vorsichtige Annäherung an das empfindliche Thema „Leben und Tod“, mit welchem sich jeder früher oder später auseinandersetzen muss.

Bewertung:


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