Dagmar Hoßfeld – Conni and the exchange student

„How exciting! A British school class is coming to visit. And one of the exchange students is going to stay with Conni and her family. Canni can’t wait to meet Mandy from Brighton. She sounds really nice in the letter she has written. But when the British  kids finaly arrive Conni is in for a big surprise!“

Dagmar Hoßfeld greift genau die Themen auf, die Elfjährige eben beschäftigen: Schule, Freunde, die nervigen und manchmal auch lieben Geschwister, das Verhältnis zu den Eltern, die „cute boys“ aus der eigenen Klasse und in diesem Band besonders der Schüleraustausch mit einer britischen Schule. Dieser Band wird ab elf Jahren empfohlen, obwohl ich das sprachlich schon sehr anspruchsvoll finde. Zwar finden sich auf jeder Seite bis zu fünf Übersetzungen, doch es sind vor allem die Redewendungen, die einer genauen Erklärung bedürfen. Allerdings trägt auch der Kontext erheblich zum Verständnis bei, sodass nicht unbedingt jedes Wort verstanden werden muss, um den Sinn zu erfassen. In diesem Band wird ein sehr beruhigendes und idyllisches Familienleben beschrieben. Hier ist die Welt noch „in Ordnung“ und das ein oder andere Abenteuer in einem fremden Land, was durchaus realistisch ist, bringt die gewünschte Würze in diese Geschichte. (Davon hätte ich mir vielleicht etwas mehr gewünscht.) Es sind doch gewisse Dinge, die sich von Land zu Land unterscheiden und eine persönliche Stärke bedürfen, um damit fertig zu werden.
Was ich besonders sympathisch und unterhaltsam fand, waren die Wortfindungsschwierigkeiten und der Switch zwischen Deutsch und Englisch. Da sind so manche urwitzige Wortkreationen entstanden. Auch das symbolisiert die Realität, wenn man sich in einer fremden Sprache unterhält, fallen einem nicht sofort die richtigen Wörter ein, man muss sich nur zu helfen wissen und das können Mandy und Conni ganz wunderbar. Außerdem wird den Jugendlichen der Schüleraustausch schmackhaft gemacht und all die Ängste, die man vorher halt so hat, genommen.

Ein schönes Geschenk für Mädchen, die ihr Englisch verbessern möchten oder auf die ein Schüleraustausch zukommt.


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Julia Boehme und Franziska Harvey – Tschüss, kleines Muffelmonster!

Eines Morgens entdeckt Moritz unter seinem Bett ein kleines struppiges Monster. Doch dieser ist gar nicht gut gelaunt und tritt mit voller Wut gegen den Bettpfosten. Das Monster ist so schlecht gelaunt, dass es nun sichtbar geworden ist. Es schimpft, es tritt,  es motzt. Doch das Monster möchte gute Laune haben, um wieder unsichtbar zu werden und so entschliesst sich Moritz ihm zu helfen. Doch wie schafft man es einem missmutigen Monster gute Laune zu machen? Da muss sich Moritz mächtig etwas einfallen lassen …

Also mich persönlich brachte bereits das Bild vom Muffelmonster auf dem Titelblatt zum Schmunzeln. Die Schlechtelaune-Mimik ist so fantastisch eingefangen, dass es kaum besser geht. Dieses Buch könnte schon fast als ein Ratgeber für Kinder durchgehen: „Wie schlechte Laune ratzfatz verschwindet“. In diesem Buch sind etliche Tipps zu finden, was man denn nun gegen schlechte Laune machen kann. Moritz gibt sich alle Mühe, doch so leicht macht es ihm das Monster dann doch nicht. Es geht auch darum, wie man auf Freunde zu geht, denen es nicht so gut geht und sie aufmuntert und aufheitert. Die Prise Sensibilität ist super eingehäkelt, sowohl aus der Perspektive von Moritz, als auch von dem kleinen süßen Monster.
Dieses Buch kam super in einer ersten Klasse an! Die Kinder betiteln sich nun auch tatsächlich „Muffelmonster“, wenn jemand etwas kratzig und borstig erscheint 🙂 und nun haben sie auch durch das Buch genug Tipps bekommen, wie sie das ändern können.

Eine tolle Thematik mit einem liebenswürdigen Helden!

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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Spielplatz

“ Lotte und Lukas entdekcen die aufregende Welt der Technik und Physik am Beispiel des Spielplatzes: Wodurch kann man noch schneller rutschen? Wie hebt das Enkelkind auf der Wippe spielend leicht den Opa? Und was hat die Schaukel mit dem Hypnose-Pendel gemein? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Kräfte und Bewegung.“

Auch in diesem Band leiten Lotte und Lukas den jungen Leser durch die Welt der Physik und erklären in welcher Position man auf einer Rutsche im Schwimmbad am schnellsten nach unten kommt. Was Pferdekraft und Anrennkind gemeinsam haben oder wer Richard Rodriguez und George de Mestral  sind. Auch hier gibt es wieder sehr spannende und leicht ausführbare Experimente, wie z.B. Eimerschwapp oder das Krokodil-Spiel. Spielplatz ist natürlich sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder angeknüpft, denn jedes Kind war bereits auf einem Spielplatz. Ich wurde jedoch den Eindruck nicht los, dass viele Informationen, die hier geboten werden, doch etwas unnütz sind. Jedes Kind weiß, wie man seinen Körper auf einer Schaukel verlagern muss, dafür braucht man nicht unbedingt eine Zeichnung, die es noch einmal verdeutlicht. Auch die ganzen Erfinder von Karussells oder Achterbahnrekordfahrern, sind nach einmaligem Lesen wieder vergessen. Muss man das wissen? Ich bezweifle es!
Dieses Buch ist für mich sehr unübersichtlich und greift einzelne, zum Teil wirklich spannende Sachen heraus, aber schafft es nicht das Ganze „rund“ aussehen zu lassen. In der Praxis wurde dieses Buch von den Grundschulkindern eher nicht beachtet, bzw. nach zwei Seiten wieder beiseite gelegt. Viele Berichte bedürfen weiterer Erklärungen. Es kamen dann auch Fragen wie: „Was haben Geweihtiere mit einer Wippe zu tun?“ oder „Was ist kraxeln?“. Die Kinder haben die Erläuterungen der Phänomene nicht mit der „Sache“ verknüpfen können und so blieb vieles leider unverständlich.

Vereinzelt gute Berichte, doch als Ganzes sehr verschlüsselt.

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Dagmar Geisler und Elisabeth Zöller – Kim kann stark sein

„Bitte! Lasst mich durch!“ Kim traut sich nicht weiter. Grit und Fritz, zwei größere Kinder aus dem Kindergarten, stehen ihr im Weg, schubsen sie und wollen ihren schönen neuen Schulranzen haben. Eigentlich möchte Kim laut um Hilfe rufen und sich wehren, aber stattdessen kauert sie sich nur ängstlich auf den Boden.
Auf sich selbst vertrauen und mutig sein ist nicht immer einfach. Aber in ihrer Kindergartengruppe lernt Kim, dass sie etwas ganz Besonderes ist und stolz auf sich sein kann. Das macht sie stark – so stark, dass selbst Grit und Fritz ihr nichts mehr anhaben können.

Kim hat zu ihrer kommenden Einschulung bereits einen Schulranzen erhalten, den sie unbedingt ihren Freunden in der Kindergartengruppe zeigen möchte. Auf dem Weg zum Kindergarten trifft sie jedoch zwei fiese Kinder, die ihr den Weg versperren und sie partout nicht vorbeilassen wollen. Kim bittet die Jungen sie in Ruhe zu lassen, doch diese Bitte findet kein Gehör. Stattdessen wird sie beschimpft, ausgelacht und geschubst. Kim macht sich klitzeklein, so klein wie ein Mäuschen, bis sie ein älterer Schüler entdeckt und die gemeinen Jungen wie der Blitz verschwinden. Kim hockt auf dem Boden und weint ganz fürchterlich. Auf Nachfrage was denn wohl hier los gewesen ist, traut sich Kim nicht die Wahrheit zu sagen, um nicht wie eine Petze dazustehen. Doch dies wird nicht die letzte Begegnung für Kim mit den beiden Jungen bleiben … Doch dann macht sie sich nicht klitzeklein, sondern wird ganz groß!

Die Themen Mobbing, Gewalt an Schulen und die Fähigkeit einen Streit zu lösen sollten in jeder Schule zum Unterrichtsthema gemacht werden. Durch dieses Buch lernen die Kinder sich nicht unterkriegen zu lassen und erwerben einen Handlungsspektrum für unterschiedliche Gefahrsituationen und erfahren wie das „Ich“, die eigene Persönlichkeit, wachsen kann. Denn durch dieses Buch kann nicht nur Kim stark gemacht werden, sondern auch die jungen Leser.

Das Layout und die farbliche Gestaltung des Bilderbuchs „Kim kann stark sein“ ist sehr ansprechend. Die Mimik der Bösewichte ist hervorragend dargestellt: die Augenbrauen, der Mund, die Augen alles zeigt unmissverständlich den Gemütszustand der jeweiligen Personen an. Auch die Körpersprache, wie z.B. das Kleinmachen, symbolisiert wunderbar die Gefühlswelt der Protagonistin. Zur Verdeutlichung wird auch noch einmal die Perspektive gewechselt und der Schulhof erscheint wie eine übergroße Fläche, auf der Kim wie ein Winzling aussieht.

In diesem Buch werden beide Seiten angesprochen, sowohl die Täter, als auch die Opfer. Beide Seiten können sich wunderbar in die dargestellte Situation und die Figuren hineinversetzen und das eigene Handeln überdenken. Auf den ersten und den letzten Seiten des Buches werden Vorschläge gemacht, wie man sich stark machen und somit wehren kann z.B.: laut „Stopp!“ sagen, einen Schrei ausstoßen, sich ganz schnell zurückziehen, die Ärgerer ignorieren, jemanden um Hilfe bitten etc. Das Buch stellt nicht nur einen Konflikt dar, sondern bietet auch mehrere Lösungen an, was ich ganz besonders gut finde.
Es wird auch ein Schatzlied vorgestellt, welches die Erzieherin gemeinsam mit ihren Kindern singt und somit zur Stärkung der eigenen Fähigkeiten und zur akzeptierenden Haltung und Weiterentwicklung der Empathiefähigkeit in einer Gruppe beiträgt.

Zu diesem Bilderbuch stellt der Loewe Verlag eine Lehrerhandreichung, nach erfolgreicher Registrierung, zum Download bereit. Auf über 44 Seiten werden viele Vorschläge für die Arbeit mit dem Bilderbuch gegeben: kreatives Schreiben (Gedichte), szenischer Umsetzung, Bögen für die Buchbewertung, Klassenregelerstellung. Der Leser findet hier außerdem Hinweise zur Elternarbeit, allgemeine Informationen zum Thema Mobbing und lerntheoretische Vorbemerkungen. Insgesamt ist eine Sammlung an sehr ausführlichen und wertvollen Unterrichtshilfen, die sehr empfehlenswert und praxisorientiert sind.

Ein sehr wertvolles „Schatzbuch“, welches nicht nur in jedem Elternhaus, sondern auch in jeder Grundschulklasse Eingang finden sollte.

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Eve Tharlet und Knister – … das verspreche ich dir

„Bruno verliebt sich in eine wunderschöne Blume. Überglücklich verbringen sie eine gemeinsame Zeit. Als der Frühling sich dem End zuneigt, fragte die Blume: „Vertraust du mir?“ Brunos Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt …

Eine poetische Geschichte, die Vertrauen und Liebe ganz leise und tief wirken lässt.“

Nach einem langen Winterschlaf aufgewacht, ist Bruno voller Energie und möchte in die große weite Welt hinaus. Auf seinem Weg entdeckt er eine wunderschöne Blume, den Löwenzahn. Sie verbringen gemeinsam einen tollen Frühling, doch eines Morgens verändert sich die Blume und gewinnt noch mehr Anmut. Doch da fragt die Blume Bruno, ob er ihr vertraue und Bruno verspricht, dass was auch immer passieren sollte, sie sein Vertrauen sicher hat. Daraufhin bittet sie ihn so fest zu pusten wie er nur kann. So tut Bruno und zerstört damit seine geliebte Blume. Bruno ist untröstlich und beginnt an seinem Versprechen zu zweifeln, bis er nach seinem Winterschlaf erwacht, aus seiner Schlafhöhle auf das Feld hinausschaut und seinen Augen nicht trauen kann …

Die Zeichnungen stammen auch dieses Mal aus den talentierten Händen von Eve Tharlet, die bereits das Buch „Der blaue Stein“ illustriert hat. Die Farben  sind sehr warm und der Jahreszeit angepasst, diese sind durch liebevolle Details sehr gut ersichtlich. Hier ein Käfer und Schmetterling, da eine Biene  oder Ameise, die Lebenswelt eines Murmeltiers ist toll verbildlicht. Auch die Mimik des Murmeltieres ist toll eingefangen. Die mitgelieferte DVD wird von dem Autor selbst, dem Herrn Knister, vorgelesen. Die Stimme ist warm und angenehm, das Erzähltempo langsam. Es sind keinesfalls „nur“ aneinandergereihte Bilder aus dem Buch, sondern in der Tat, bewegte Bilder. Wobei es da nicht zu einer Reizüberflutung kommt, wie bei manchen Zeichentrickfilmen. Es ist alles sehr ruhig, sacht und gediegen.

Es besteht die Möglichkeit zwischen vier Sprachen zu wählen: Englisch, Deutsch, Französisch und Türkisch, wobei die englische Übersetzung sehr anspruchsvoll ist. Des Weiteren ist es möglich Untertitel anzeigen zu lassen, damit auch Gehörlose in den Genuss dieser Geschichte kommen können.

Die Thematik passt außerdem auch wunderbar in den Sachunterricht der Schuleingansgphase und verdeutlicht sehr kindgerecht die Wandlung eines Löwenzahns oder stimmt die Kinder in das Thema „Winterschlaf“ ein. Die Botschaft des Vertrauens in einer Freundschaft steht hier jedoch im Vordergrund und zeigt, dass Geduld sich auszahlt.

Niedliche Figuren, die zeigen, dass Vertrauen in einer Freundschaft unerlässlich ist.

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Anne-Gaëlle Balpe und Eve Tharlet – Der blaue Stein

„Am Fuß einer Margerite findet Oli einen blauen Kieselstein. Jeder sagt ihm, dass er ihn wegwerfen soll. Doch Oli ist sicher, dass ihm der Stein eines Tages nützlich sein wird. Als er einem weinenden Mädchen begegnet, weiß er, dass es richtig war, seinen Gefühlen zu vertrauen.“

Oli, ein kleiner Junge, mit abstehenden Elfenohren, findet einen blauen Kieselstein und beschliesst ihn zu behalten, denn schließlich weiß man nie wozu manche Dinge noch zu gebrauchen wären. Mit seinem neuen Fund macht sich Oli auf den Weg und trifft so einige Tiere, die sich wundern welchen Nutzen so ein Stein haben könnte. Das Wildschwein, der Wolf und die drei Zwerge machen sich über Oli lustig und reden ihm ein, dass Oli nur seine Zeit verschwenden würde, wenn er ihn mitschleppt und ihn doch lieber wegschmeißen soll. Doch Oli hört nicht auf die Anderen und ist weiterhin der festen Überzeugung, dass er ihn irgendwann einmal brauchen kann. Auf einem Hügel entdeckt Oli ein weinendes Mädchen, in ihren Armen eine einäugige Stoffpuppe…

Die Zeichnungen sind ganz wundervoll, in Pastelfarben gehalten, die an eine Elfenwelt erinnern. Es sieht alles so zart und zerbrechlich aus, genauso wie Oli anfangs zu sein scheint, sich jedoch letztlich gegen jeden Widerwiller durchsetzt. Die Intention des Buches den Kindern so viel Selbstvertrauen zu vermitteln, dass sie im Laufe ihres Lebens immer an sich und ihre Ideen bzw. Ziele glauben sollen und sich nicht durch andere Neider beirren lassen sollen, finde ich toll.

Ich wurde des Eindrucks nicht los, dass Oli mich doch leicht an einen „Messie“ erinnert und etwas mitschleppt, ohne zu wissen weshalb. Denn nachdem der Kieselstein nun doch seinen Nutzen hatte, entdeckt Oli einen Faden und beschließt auch diesen Gegenstand solange mitzuschleppen, bis er ihn auch einmal gebrauchen kann. Es wäre mir lieber das Ende mit dem Faden würde nicht erwähnt werden, denn die Geschichte könnte in eine andere Richtung kippen.

Tolle Zeichnungen in Kombination mit einer Geschichte über den Wert von Idealismus und Standhaftigkeit, soweit die Botschaft nicht missverstanden wird.

Muzo – Gute Reise, kleine Wolke

„Eine Bildergeschichte ohne Worte, die zu immer wieder neuem Entdecken und Nacherzählen einlädt. Die kleine Wolke nimmt uns mit auf eine Reise voller Begegnungen und Verwandlungen, ganz ohne Worte, auf eine einfache, poetische Art und Weise. „

Bei einem Bilderbuch stehen die Bilder meist im Vordergrund und nehmen der Definition nach eine führende Rolle ein. Die heutzutage übliche Wechselbeziehung zwischen Bild und Text hat Muzo einfach weggelassen und sich auf die ursprünglichste Form berufen: die Bilder. So findet der Betrachter in diesem Buch ausschließlich Illustrationen. Wir begleiten eine kleine Wolke auf ihrer Reise: wir sehen ihren Entstehungsprozess, wie sie durstigen Blumen Wasser spendet, einem traurigen Frosch zu einem Tümpel verhilft und viele andere Abenteuer. Doch bei all diesen Begebenheiten fühlt sich die Wolke furchtbar einsam…

Die Bilder sind sehr einfach gehalten, sowohl in ihrer Ausführung als auch in der Farbgestaltung. Der Betrachter sieht eine Abfolge von wahnsinnig süßen Bildern, die es zu einer Geschichte zusammenzufügen bedarf.

Dieses Buch lebt im wahrsten Sinne, denn es ist nicht starr, sondern entwickelt und verändert sich immer wieder neu, bei jedem Durchgang. Jede Person fügt sein eigenes Vorwissen beim Erzählen mit ein und lässt einige Sachen aus oder schmückt andere umso mehr aus. So habe ich dieses Buch in einer ersten Klasse als Diagnoseinstrument eingesetzt, um einen Eindruck über den sprachlichen Ausdruck der Kinder zu bekommen. Ich war von der Bandbreite und der Ausführlichkeit der Beschreibungen so beeindruckt, dass dieses Buch einen Ehrenplatz im Klassenraum nun innehat und von den Kindern wahnsinnig gerne in die Hand genommen wird, um diese Geschichte von Neuem zu leben!

Ein grandioses Buch, welches ich um nichts missen möchte!

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Jeremy Holmes – Eine alte Dame schluckte ’ne Mücke

„Eine alte Dame verschluckt eine Mücke. Und eine Spinne. Und einen Reiher. Und eine Katze. Und einen Hund. Und eine Schlange. Und einen Stier. Und ein Pferd. Weißt du was am Ende passiert? Aber natürlich weißt du das!“

Den nursery rhyme mit dem Originaltitel There was an old lady kenne ich aus dem Englischunterricht der Grundschule. Diese Geschichte lässt sich wunderbar mit Mimik und Gestik vortragen. Durch die vielen Wiederholungen behalten die Kinder den Wortschatz sehr schnell und schauen sehr erstaunt und aufmerksam zu und machen schon sehr bald mit. Das Herumfliegen einer Fliege im Bauch und auch das Herunterschlucken ist für das gestische Vortragen prädestiniert.
Wenn man das Original kennt, hat die Übersetzung es meist schwer. Doch ich muss zugeben, dass diese Version auch seinen ganz eigenen Charme aufweist. Die Geschichte reimt sich und der Aufbau erinnert an das „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Spiel. Die verschluckten Tiere werden so noch einmal wiederholt und das neue Tier hinzugefügt. Besonders schön finde ich, dass die Originalfassung auf Englisch auf dem Buch ebenfalls in Zeitungsform abgebildet ist und zwar auf der Vorder- und Rückseite auf dem jeweils unteren Teil des Buches.

Die Gestaltung dieses besonderen Buches hat es ebenfalls in sich. Der Mantel der alten Dame lässt sich ausziehen und die Knöpfe, die Taschen, das Buch und die Arme heben sich spürbar hervor, sodass man die einzelnen Elemente ertasten kann, wenn man mit den Fingern darüberfährt. Dann entdeckt man die alte Dame in quasi drei Teilen, da wäre einmal der Kopf, von dem hauptsächlich die Augen hervorstechen, der Bauch, der die Blätter beinhaltet und die Füße, die an sich keine weitere Funktion erfüllen. Die Farben sind eher düster, in dunkelgrün, grau und braun gehalten.

Vom Inhalt ist die Geschichte natürlich nicht für jedes Kind geeignet, doch aus Erfahrung weiß ich, dass die Kinder und da vor allem die Jungen davon sehr angetan sind und begeistert mitmachen. Wenn man die letzte Seite des Buches umblättert, schließt die old lady ihre Augen und verdeutlicht so, dass ihre letzte Stunde geschlagen ist und sie das Pferd doch nicht hätte essen dürfen. Die Geschichte ist natürlich sehr absurd und makaber zugleich, aber genau das macht es so besonders. Doch diese interaktive Form des Buches macht die Geschichte bei jedem Lesen auf eine hinreißende Weise lebendig und das immer wieder aufs Neue.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und für Bücherliebhaber ein Muss!

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Aesop und Ayano Imai – Die Stadtmaus und die Feldmaus

„Das Leben der Feldmaus scheint ärmlich zu sein, heißt es in der alten Fabel. Die Stadtmaus dagegen schwelgt im Luxus. Wer von den beiden hat es besser? Die Stadtmaus natürlich! Halt! Das wäre zu schnell geurteilt. Die Probe ergibt etwas Anderes … Eine Geschichte voller Lebensweisheiten für unsere Tage!“

Zwei Lebensweisen wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Stadtmaus wird von ihrer Freundin aufs Land eingeladen und bei einem Mahl  mit Weizenähren und Wurzeln verwöhnt. Doch die Stadtmaus meint da nur, dass die Feldmaus ein Leben wie die Ameisen führt und lädt sie zu sich in die Stadt ein. In der Stadt angekommen, erwartet die Feldmaus ein Überfluss an Köstlichkeiten. Als das Mahl jedoch beginnen sollte, öffnete sich die Tür und es kam ein Riese herein, sodass die Mäuse es gerade noch schafften sich in ein viel zu enges Loch zu verkriechen. Vor lauter Schreck entschied sich die Feldmaus zurückzukehren, denn diese  Umgebung war für sie viel zu gefährlich, als dass sie die aufgetischten Köstlichkeiten genießen könnte. Und so trennten sich der beiden Wege wieder…

Wie auf Leinwand abgedruckte Zeichnungen leiten den Leser durch diese wunderbare Fabel. Die Titelseite fängt ganz wunderbar die zweigeteilte Meinung und Lebensweisen der beiden Mäusen ein. Was ist höher zu schätzen? Ein Leben in Armut oder das Leben im Überfluss begleitet von ständiger Angst? Diese Frage muss sich jeder für sich beantworten schätze ich. Für mich persönlich ist die Feldmaus viel sympathischer und das Stadtleben in den Bildern sehr gut eingefangen. Was bringen einem all die Köstlichkeiten, wenn man davon nicht kosten darf? Lieber wäre es mir doch in einem Weizenfeld zu liegen und eine Weizenähre in aller Ruhe zu geniessen 🙂

Eine wichtige Lehre über die Lebensweise und die damit verbundenen Lebensziele eines jedes Menschen, hervorgehoben durch ganz wunderbare Zeichnungen, die dazu bewegen das Buch wieder und wieder lesen zu wollen!

Sueli Menezes und Giuliano Ferri – Nino, das Glühwürmchen

„Nino, das Glühwürmchen, leuchtet jede Nacht so hell es kann. Nur der Mond scheint noch heller. Was aber passiert, wenn der Mond einmal müde wird und sich ausruhen möchte? Nino und seine Glühwürmchen kommen auf eine zauberhafte Idee. Gemeinsam machen sie möglich, was zuerst unerreichbar scheint.“

Nino hat die ganze Nacht hindurch zu tun, schließlich muss er als Glühwürmchen zusammen mit seinen Freunden den Urwald mit ihrem Licht verzaubern. Alleine der Mond scheint noch heller und Nino fragt sich, ob sie als Glühwürmchen je so hell leuchten können wie der Mond. Denn dieser macht nicht nur für die Tiere im Dschungel die Nacht hell, sondern noch viele andere Orte auf der Erde. Nino hält an seinem Glauben fest, dass sie diese Aufgabe genauso gut übernehmen könnten, auch wenn seine Mutter ihn beschwichtigt und darauf hinweist, dass jeder seine eigene Aufgabe hat. Die ihre ist es die Nacht in zauberhaftem Lichterglanz erstrahlen zu lassen. Der Mond hört den beiden sehr aufmerksam zu und entschließt sich Nino eine Freude zu bereiten … Nun steht Nino vor einer großen Herausforderung, die er nur mit seinen Freunden zu meistern vermag.

Eine Geschichte über den Mut und das Zutrauen an die eigenen Fähigkeiten. Es geht um Visionen, Träume, ihre Verwirklichung. Auch wenn es am Anfang etwas schwierig erscheint, mit der Hilfe anderer ist alles möglich! Es ist eine sehr einfühlsame Geschichte, die Farben sind sehr ruhig, gelassen, schon fast utopisch. Die Goldprägungen in den Illustrationen verleihen dem Buch etwas Magisches, etwas Zauberhaftes. Die Perspektiven und die Schatten sind perfekt inszeniert. Die Krönung ist die Stanzung auf der letzten Seite des Buches, die den Glanz des Zusammenhalts verdeutlicht!

Das Betrachten macht nicht nur den Kindern Spaß, es ist auch dem Vorleser ein Vergnügen!

Lebe deine Träume und erreiche Großes mit Unterstützung deiner Freunde und Familie!

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