Martin Baltscheit und Christoph Mett – Die Elefantenwahrheit

Die Elefantenwahrheit

Fünf blinde Wissenschaftler sonnen sich auf der Terrasse und stellen nebenbei Hypothesen über Sonnengesetze auf. Als sich ihnen ein großer Elefant vor die Sonne stellt, machen sie sich auf den Weg herauszufinden, wer die Sonne verdeckt. Denn da sind sich die Wissenschaftler einig: „Wenn wir wissen wollen, wie wir es vertreiben können, müssen wir wissen, was es ist!“

Einer nach dem anderen ertastet den großen Elefanten und je nachdem was sie zum Fühlen bekommen, werden die abenteuerlichsten Vermutungen angestellt. Der lange Rüssel erinntert an einen Schlauch der Feuerwehr, der Schwanz an eine Toilettenbürste, die großen Ohren an einen Teppich und der breite Rücken an einen Berg. Während der Streit explodiert und die Wissenschaftler sich böshafte Beschimpfungen zubrüllen, entschwindet der Elefant dem Geschehen still und leise. Und die Wissenschaftler? Nun ja, sie verschließen weiterhin die Augen, auch wenn die Wahrheit so offensichtlich ist…

Solche Bilderbuchschätze trifft man selten. Martin Baltschein ist es gelungen ein Bilderbuch zu kreieren, das zum Nachdenken, Lachen, Weiterspinnen, Fragen und vor allem Hinterfragen anregt. Dies ist sicher kein Buch für ebenmal zwischendurch, es ist eines zum Zusammensein, Diskutieren und In-sich-gehen. Eines voll von Philosophie und Lebensweisheit.

Den bedeutvollen Inhalt ergänzen die außerordentlich gut gelungenen Illustrationen, die stets die Tragik der Blindheit der Wissenschaftler verbildlichen. Das Beharren auf eigenen Theorien ist durch die Person der Wissenschaftler ein wunderbar herausgearbeitetes Indiz für Starrsinnigkeit, Unnachgiebigkeit und Blödheit. Der Spott und die Verleumdung werden einfach nur zu genüsslich in Wort und Bild ausge­walzt. Die auf dem Fundament dieses Scheuklappen-Denkens insze­nierte Welt aus schablo­nenhaften Figu­ren ist zu fabelhaft.

Die Geschichte erinnert mich sehr stark an das Buch „7 blinde Mäuse“ von Ed Young. In beiden Büchern wird ein Elefant ertastet und seine Körperteile zu den wundersamsten Interpretationen umgedichtet. Während es bei den sieben Mäusen ebenfalls zum Streit kommt, betrachten sie im Nachhinein das Wesen aus der Distanz und erkennen, dass jede Maus irgendwie Recht gehabt hat. Diese Erkenntnis fehlt in diesem Bilderbuch. Die Wissenschaftler erfassen nicht die Tatsache, dass eine Perspektive allein noch nicht die ganze Wahrheit erfasst.

Ein weiterer thematischer Komplex, den dieses bildreiche Buch berührt, ist die Entstehung von Streit, weil man die ganzen Zusammenhänge nicht sieht und sich nur auf seine Sichtweise konzentriert. Neben diesen bedeutsamen Botschaften, eignet sich das Bilderbuch auch als Einstieg in die Welt des Sinns „Tasten und Fühlen“. Die Geschichte lässt sich wunderbar nachspielen, indem den Kindern die Augen verbunden werden und jedes Kind nur einen bestimmten Körperteil einer größeren Figur abtastet und schildert, was es fühlt. 

Die Elefantenwahrheit

Material

Das folgende Arbeitsblatt zieht einen Vergleich zwischen den Bilderbüchern „Die Elefantenwahrheit“ und „7 blinde Mäuse“. In der sich schneidenden Fläche sollen Gemeinsamkeiten und in den jeweiligen Kreisen die Unterschiede notiert werden. Beide Bücher lassen sich wunderbar auch in einer AG zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ einsetzen.

Buchvergleich Elefantenwahrheit

Tiefgründig, vielschichtig, rundum gelungen!

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Thomas Lange et al. – Englisch mit Hexe Huckla – Huckla und das Weihnachts-Oster-Durcheinander

Das lustige Musical mit 7 Songs rund um die Hexe Huckla, der einige Zauber missglücken, bildet den Fokus dieses Buches. Bei einem misslungenen Zauber ist plötzlich jeden Tag Weihnachten und Ostern. Ob Huckla es nun schaffen wird die ganzen Verwirrungen, die dadurch enstanden sind, wieder glatt zu bügeln?

Das Buch ist in unterschiedliche Kapitel eingeteilt, wobei auf jeder Doppelseite ein Geschehen dargestellt wird, umrandet von vielen speech bubbles, die englische Wörter, Sätze oder Fragen beinhalten. Die durchnummerierten Sprechblasen werden an den jeweiligen Bildrändern ins Deutsche übersetzt.

Das Buch an sich kann nicht ohne die CD betrachtet werden, das würde keinen Sinn ergeben. Es dient als Untersützung für das Musical. Natürlich entspricht dieser „Mischmasch“ aus vorwiegend deutschen und einigen wenigen englischen Elementen nicht der Sprachwirklichkeit (außer man ist bilingual aufgewachsen). Da muss man natürlich abwägen für welchen Zweck dieses Buch eingesetzt werden soll. Grundsätzlich werden Kinder Freude an den Geschichten haben und ganz begeistert erkennen, dass sie auch schon einige englischen Phrasen verstehen können. Es dient eher der Unterhaltung. Die pädagogische Aufbereitung fehlt, daher werden die Kinder durch dieses Buch kaum „englische Wörter und Sätze – ganz einfach beim Zuhören“ lernen, wie der Verlag verspricht. Sicherlich bleibt das ein oder andere hängen, aber man kann kaum erwarten, dass Kinder durch das ausschließliche Hören der CD die enthaltenen Redemittel verinnerlichen werden.

Nichtsdestotrotz dient dieses Buch der Förderung der Freude am Sprachenlernen und da Kinder es lieben zu singen, ist diese Kombination aus Buch und Audio-CD aus dem Langenscheidt Verlag eine recht gute Nachmittagsbeschäftigung.

Das Buch an sich ist mit den zum Teil wirklich überladenen Seiten verbesserungswürdig, die CD top!

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Alex Cousseau und Philippe-Henri Turin – Der kleine Drache Theodor

Gerade als die Welt nach Weltuntergang riecht, kommt ein kleiner Drache zur Welt, der ganz anders ist, als seine Zeitgenossen. Er geht in die Drachenschule und merkt schon bald, dass er sich nicht nur äußerlich von den anderen unterscheidet, sondern auch durch seine allzu blühende Fantasie. Statt Feuer zu speien und die Heft zu verbrennen, dichtet er lieber. Auch das Fliegenlernen gestaltet sich komplizierter als gedacht und so wird er von seinen Drachenfreunden ausgelacht und ausgegrenzt. Der kleine Dichter wird zum Einzelgänger und verliert sich immer mehr in seinen Dichtungen. Die Lehrerin beginnt ebenfalls  zu verzweifeln …

In diesem Bilderbuch wird die Thematik der Andersartigkeit aufgegriffen. Der kleine Drache entwickelt sich zwar im Feuerspeien recht langsam, dafür ist er im Dichten den anderen weit voraus. Doch auch seine Zeit für das Fliegen und Feuerspucken wird kommen, dafür braucht er lediglich einen kleinen Schubs und die Unterstützung von wichtigen Freunden, die  stets einen guten Rat parat haben. Das Thema Mobbing wird ebenfalls angeschnitten und den jüngeren Kindern so beispielhaft vor Augen geführt, wie man sich fühlen kann, wenn man von seinen Mitschülern ausgelacht wird. Schließlich sollte die Erkenntnis darauf hinaus laufen, dass jeder unterschiedliche Talente und Fähigkeiten hat und nicht alle Kinder zur gleichen Zeit dasselbe können müssen. Leider fehlt die Integration des kleinen Drachen, sodass er als Einzelgänger schließlich weiter seinen Weg sucht und die Erkenntnis bei seinen Mitschülern, keinen wegen seinem Anderssein auszugrenzen und die damit verbundene Akzeptanz, nicht in Erscheinung tritt.

Ich habe dieses Bilderbuch im ebook-Format gelesen (nein, ich werde wohl nie ein Fan davon werden), bei dem die Bilder leicht verpixelt sind, sodass ich zu der sicherlich beeindruckenden Größe des ursprünglichen DIN-A3 Formats nichts sagen kann. Die Drachen erinnern mich jedoch vom Zeichenstil an die Skulpturen der balinesischen Kunst, mit all ihren farbenfrohen und detailreichen Erscheinungen.

Nicht alle können zur gleichen Zeit und im gleichen Tempo das Gleiche lernen. Jeder braucht seine Zeit, denn wir alle haben unsere eigenen Talente, Vorlieben und besondere Fähigkeiten.

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Kim Blundell – Mein Märchenschatz

 

Die in diesem Buch vorgestellten sechs Märchen (Goldlöckchen und die drei Bären, Des Kaisers neue Kleider, Die drei Ziegenböcke, Rotkäppchen, Die Wichtelmänner und Cinderella) können mit der beiliegenden CD zum Mitlesen genutzt werden oder auch zum Selberlesen. Die großen Buchstaben erleichtern das Lesen für Leseanfänger und die vielen bunten Bilder motivieren zum Weiterlesen. Es finden sich viele Wortwiederholungen, einfache Satzstrukturen und die große und klare Schrift sorgt für schnellen Leseerfolg.

Ich habe schon lange nach einem Märchenbuch für Leseanfänger gesucht. Die meisten Märchenbücher waren doch eher zum Vorlesen geeignet. Als ich zuletzt mit einer zweiten Klasse einen Märchentisch gestaltete, brachte ein Kind diesen Märchenschatz mit. Dieses Buch war das begehrteste von allen Büchern, vor allem bei denjenigen Kindern, die sich beim Lesen noch nicht so viel zutrauen und in der freien Lesezeit sonst beim Betrachten der Bücher verblieben. Am Ende jedes Märchens findet sich ein Quiz zu dem jeweiligen Märchen. Es geht darum, bestimmte Wörter in dem Märchen wiederzufinden und sie zu zählen (Förderung des selektiven Lesens). Leider gibt es hierbei keine Auflösung, sodass ich erst alles selbst zählen musste, um den Kindern eine Selbstkontrolle zu ermöglichen. Was für ein Spaß! 🙂

Insgesamt ist es ein sehr beliebtes Buch bei den Leseanfängern und mit der mitgelieferten CD ein wahrer Märchenschatz!

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German Ogorodnikow und Jelena Ogorodnikowa – Russische Märchen

Elf typische russische Märchen sind hier in einem Band zusammengefasst. Darunter ist der berühmte „Kolobok“, der „Jemelja“, der von einem Hecht all seine Wünsche erfüllt bekommt und so mit einem Ofen durch das Dorf jagt und das Märchen von den Schwanengänsen, die einen kleinen Jungen entführen. Es sind sowohl kurze Märchen, die lediglich über zwei Seiten gehen, als auch längere Märchen dabei. Die berühmte Hexe Baba Jaga, ihr Hexenhäuschen Isbuschka und der Samowar sind genauso vertreten, wie eine Abwandlung von dem Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“.

Das legendäre russische Hexenhaus, die sogenannte Isbuschka mit Gänsefüßen prangt auf der Titelseite. Die berühmte Bewohnerin, die Hexe Baba Jaga darf natürlich nicht fehlen und schaut böse aus dem Fenster drein. Das Ehepaar Ogorodnikow, die russischen Karikatur-Altmeister haben ganze Arbeit geleistet und präsentieren dem Leser so richtig kitschig-schöne Märchenfiguren. Die Bilder sind alle mit vielen winzigen Details überfrachtet: ein Maulwurf mit Brille, der die List des Fuchses betrachtet, ein Bär, der vor einem Bienenschwarm davonläuft oder ein Vogel, der einen Fisch im Schnabel hält und den müden Wolf beobachtet. Die Seiten sind mit einer verschnörkelten Verzierung versehen. Auf den Bildern gibt es viel zu entdecken und davon gibt es eine ganze Menge. Auf jeder Doppelseite findet man meist zwei große und farbenprächtige Illustrationen. So schön die Zeichnungen sind, so holprig ist zwischendurch die Übersetzung. Man gerät als Vorleser ab und an ins Stocken. Ich würde mir außerdem wünschen das Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches vorzufinden, anstatt am Ende.
Dennoch sind die Zeichnungen so karikaturhaft witzig, dass das Betrachten wahnsinnig Spaß macht. Ebenfalls positiv bewerte ich die Einbindung vieler russischer Elemente, wie z.B. die Piroggen, das Hexenhaus, den Samowar, Kolobok, Birken, russische Kuppeln etc.

Besonders  jüngeren Kindern wird diese Märchensammlung mit den witzigen karikatur-ähnlichen Zeichnungen sehr gut gefallen.

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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Spielplatz

“ Lotte und Lukas entdekcen die aufregende Welt der Technik und Physik am Beispiel des Spielplatzes: Wodurch kann man noch schneller rutschen? Wie hebt das Enkelkind auf der Wippe spielend leicht den Opa? Und was hat die Schaukel mit dem Hypnose-Pendel gemein? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Kräfte und Bewegung.“

Auch in diesem Band leiten Lotte und Lukas den jungen Leser durch die Welt der Physik und erklären in welcher Position man auf einer Rutsche im Schwimmbad am schnellsten nach unten kommt. Was Pferdekraft und Anrennkind gemeinsam haben oder wer Richard Rodriguez und George de Mestral  sind. Auch hier gibt es wieder sehr spannende und leicht ausführbare Experimente, wie z.B. Eimerschwapp oder das Krokodil-Spiel. Spielplatz ist natürlich sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder angeknüpft, denn jedes Kind war bereits auf einem Spielplatz. Ich wurde jedoch den Eindruck nicht los, dass viele Informationen, die hier geboten werden, doch etwas unnütz sind. Jedes Kind weiß, wie man seinen Körper auf einer Schaukel verlagern muss, dafür braucht man nicht unbedingt eine Zeichnung, die es noch einmal verdeutlicht. Auch die ganzen Erfinder von Karussells oder Achterbahnrekordfahrern, sind nach einmaligem Lesen wieder vergessen. Muss man das wissen? Ich bezweifle es!
Dieses Buch ist für mich sehr unübersichtlich und greift einzelne, zum Teil wirklich spannende Sachen heraus, aber schafft es nicht das Ganze „rund“ aussehen zu lassen. In der Praxis wurde dieses Buch von den Grundschulkindern eher nicht beachtet, bzw. nach zwei Seiten wieder beiseite gelegt. Viele Berichte bedürfen weiterer Erklärungen. Es kamen dann auch Fragen wie: „Was haben Geweihtiere mit einer Wippe zu tun?“ oder „Was ist kraxeln?“. Die Kinder haben die Erläuterungen der Phänomene nicht mit der „Sache“ verknüpfen können und so blieb vieles leider unverständlich.

Vereinzelt gute Berichte, doch als Ganzes sehr verschlüsselt.

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Jeremy Holmes – Eine alte Dame schluckte ’ne Mücke

„Eine alte Dame verschluckt eine Mücke. Und eine Spinne. Und einen Reiher. Und eine Katze. Und einen Hund. Und eine Schlange. Und einen Stier. Und ein Pferd. Weißt du was am Ende passiert? Aber natürlich weißt du das!“

Den nursery rhyme mit dem Originaltitel There was an old lady kenne ich aus dem Englischunterricht der Grundschule. Diese Geschichte lässt sich wunderbar mit Mimik und Gestik vortragen. Durch die vielen Wiederholungen behalten die Kinder den Wortschatz sehr schnell und schauen sehr erstaunt und aufmerksam zu und machen schon sehr bald mit. Das Herumfliegen einer Fliege im Bauch und auch das Herunterschlucken ist für das gestische Vortragen prädestiniert.
Wenn man das Original kennt, hat die Übersetzung es meist schwer. Doch ich muss zugeben, dass diese Version auch seinen ganz eigenen Charme aufweist. Die Geschichte reimt sich und der Aufbau erinnert an das „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Spiel. Die verschluckten Tiere werden so noch einmal wiederholt und das neue Tier hinzugefügt. Besonders schön finde ich, dass die Originalfassung auf Englisch auf dem Buch ebenfalls in Zeitungsform abgebildet ist und zwar auf der Vorder- und Rückseite auf dem jeweils unteren Teil des Buches.

Die Gestaltung dieses besonderen Buches hat es ebenfalls in sich. Der Mantel der alten Dame lässt sich ausziehen und die Knöpfe, die Taschen, das Buch und die Arme heben sich spürbar hervor, sodass man die einzelnen Elemente ertasten kann, wenn man mit den Fingern darüberfährt. Dann entdeckt man die alte Dame in quasi drei Teilen, da wäre einmal der Kopf, von dem hauptsächlich die Augen hervorstechen, der Bauch, der die Blätter beinhaltet und die Füße, die an sich keine weitere Funktion erfüllen. Die Farben sind eher düster, in dunkelgrün, grau und braun gehalten.

Vom Inhalt ist die Geschichte natürlich nicht für jedes Kind geeignet, doch aus Erfahrung weiß ich, dass die Kinder und da vor allem die Jungen davon sehr angetan sind und begeistert mitmachen. Wenn man die letzte Seite des Buches umblättert, schließt die old lady ihre Augen und verdeutlicht so, dass ihre letzte Stunde geschlagen ist und sie das Pferd doch nicht hätte essen dürfen. Die Geschichte ist natürlich sehr absurd und makaber zugleich, aber genau das macht es so besonders. Doch diese interaktive Form des Buches macht die Geschichte bei jedem Lesen auf eine hinreißende Weise lebendig und das immer wieder aufs Neue.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und für Bücherliebhaber ein Muss!

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Karen Meffert und Barbara Connell – Warum die Menschen einen Nabel haben

Klappentext:

„Die Geschichte von Lori, Tukan und den Menschen im Regenwald ist nicht nur spannend und unterhaltsam: Behutsam hilft sie den Kindern, eines der größten Wunder zu verstehen – das der Zeugung und der Geburt.
Diese neu erzählte und illustrierte Ausgabe des beliebten Buches von Karen Meffert ist eine zeitlose Parabel auf die Freundschaft, das Vertrauen und darauf, dass man manche Geheimnisse erklären kann, ohne sie zu entzaubern.“

Inhalt:

Lori, der Papagei lebt in einer Großstadt und wird von anderen Stadtvögel verspottet, denn sie meinen er sei so bunt wie  ein Clown. Eine Schwalbe bemerkt, dass sein zu Hause weit weg  im warmen Süden sei. Also fliegt Lori immer der Sonne nach in den Süden, bis er endlich an einem Ort ankommt, wo viele Vögel genauso bunt sind wie er selbst. Tukan, ein schwarzer Vogel mit einem roten Schnabel möchte von Lori wissen, weshalb Menschen ein kleines Loch auf dem Bauch haben. Doch diese Frage kann auch Lori nicht beantworten, verspricht jedoch Tukan eine Antwort auf diese Frage zu finden. Und so bringt Tukan Lori zu den Menschen, da konnte Lori beobachten, dass die Menschen keine Kleidung trugen und so war auch ihr Bauchnabel sichtbar. Frauen und Männer, sie alle hatten ein kleines Loch im Bauch. Schon bald haben die Kinder Lori entdeckt und so freundet sich Lori mit Tivu und Piru an. Der Papagei erkundigte sich bei allen Tieren,was dieses kleine Loch im Bauch denn soll, doch keiner konnte ihm eine Antwort geben. Bis er schließlich einen Leuchtkäfer traf, dieser hatte nämlich ein Geheimnis, denn er konnte in den Bauch eines Menschen schauen. Loris Frage beantworten konnte er dennoch nicht, versprach allerdings eine Antwort zu finden. Die Jahre vergehen und Piru und Tivu werden immer größer, Lori kann nun all die Veränderungen an ihren Körpern mitansehen. Eines Tages fragt Piru seine Freundin Tivu, ob sie ihn nicht heiraten möchte und so bauen sie eine Hütte und feiern ein großes Fest. Es folgt die Hochzeitsnacht und während Lori vor Müdigkeit einschläft, kann der Leuchtkäfer alles beobachten. Den beiden entgeht auch nicht wie Tivus Bauch immer praller wird und ihr Körper sich insgesamt verändert. Der Leuchtkäfer kann Lori immer ganz genau beschreiben wie Tivus Kind sich im Bauch ebenfalls verändert und er entdeckte dabei auch die Antwort auf Tukans Frage … „

Meinung:

Andreas Gerber (nein wir sind nicht verwandt ;-)) greift die Geschichte von Karen Meffert auf und erzählt sie mit einigen inhaltlichen Änderungen nach. Die Frage, der Lori nachgeht und die sich im Titel des Buches ebenfalls widerspiegelt, finde ich sehr treffend gewählt, denn hier wird von einer Gemeinsamkeit der Menschen ausgegangen und von diesem Punkt aus werden die Unterschiede beleuchtet. Aus der Perspektive eines Vogels werden die körperlichen Veränderungen der beiden Kindern sehr schön beschrieben, auch der Geschlechtsakt in der Hochzeitsnacht ist verständlich und kindgerecht beschrieben, auch die Bilder sind 6 Jährigen durchaus zuzumuten. Die Tatsache, dass der Leuchtkäfer in den Bauch der Menschen schauen kann, verdeutlicht noch einmal die Entwicklung des Kindes im Bauch.

Dieses Buch eignet sich, mit leichten Abänderungen, durchaus für den Aufklärungsunterricht in der Grundschule. Die Einbettung der Aufklärung in eine Rahmenhandlung ist sehr sinnvoll und wäre ein sehr schöner Einstieg, welcher es den Kindern noch greifbarer machen würde.

Fazit:

Ein sehr ansprechendes Aufklärungsbuch zum Thema Pubertät, Sexualität und das Wunder der Geburt.

Bewertung:

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Hilde Vandermeeren und Marjolein Pottie – Der zwölfte Mann

Klappentext:

„Marco spielt endlich Fußball im Verein. „Schieß mit dem rechten Fuß, dein linker ist noch zu schwach“, sagt sein Vater. Doch welcher ist der rechte Fuß? Und wo ist links? Sein Freund Lukas kennt da einen Trick. Um seinen Daumen ist ein Pflaster. „Pflaster heißt rechts“, erklärt Lukas. Ob Marco auch das Pflaster hilft?“

Inhalt:

Marco spielt am liebsten Fußball und ist sogar in einem Verein. Sein außerordentlich motivierter Vater ist sein größter Fan und möchte Marco unterstützen und das macht er indem er Marco lauthals während des Spiels Tipps gibt. „Lauf nach links und dann nach vorne!“ Doch wo ist links? Marco kann so auf die Schnelle links und rechts nicht unterscheiden, bis sein bester Freund ihm einen Trick verrät. Lukas klebt sich einen Pflaster auf den rechten Daumen und da wo das Pflaster ist, ist auch rechts. Doch hilft Marco dieser Tipp wirklich? Und wird Marco dem immer wachsenden Druck des zwölften Mannes standhalten können?

Meinung:

Vordergründig scheint es in dem Buch um Fußball zu gehen, doch hier steckt viel viel mehr. Da wäre zum einen die Vater-Sohn-Beziehung: Wie wirkt sich ein forderndes und bestrebtes Verhalten eines fürsorglichen Vaters auf seinen Sohn aus? Welche negativen Seiten könnte ein solches Verhalten haben? Aus der Sicht von Marco wird dieses Thema sehr sensibel angeschnitten und gezeigt, dass es durchaus auch anders funktionieren kann und zwar sodass beide an der Sportart Spaß haben können. Weiterhin ist da das Problem der rechts und links Unterscheidung. Ein Problem, welches ziemlich verbreitet ist und das nicht nur bei Kindern, einige  meiner Kolleginnenhaben ebenfalls damit zu kämpfen. Insofern empfinde ich das bewundernswert wie der Autor mit diesem Thema umgeht und sogar auch einen Lösungsvorschlag anbietet.

Nicht umsonst wurde dieses Buch mit der „Nederlanse Kinderjury“ und dem „Silbernen Griffel 2005“ ausgezeichnet.

Fazit:

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Bewertung:


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Antje Neugebauer und Marie Hübner – Jakobs Elf

Klappentext:

„Mitten in der Nacht wird Jakob aufgeweckt. Ein Roboter und ein Dachs stehen vor seinem Bett. Sie nehmen ihn und seine Schwester Selma in ihrem Raumschiff mit: zur Fußballweltraummeisterschaft!
Jakob wird Trainer einer tierischen Mannschaft. Und das ist eine ziemlich knifflige Aufgabe …
Ein Erstlesebuch über Fußball – mit eienr Menge Tiere, Außerirdischen, laufenden Steinen und natürlich Jakob und Selma.“

Inhalt:

Jakob wird in der Nacht der Nächte von einem Roboter und einem Dachs wachgerüttelt und muss sich nun entscheiden, ob er als Trainer für eine Tiermannschaft zur Fußballweltraummeinsterschaft mitkommen möchte. Jakob wurde von den Tieren, die ihn tagelang beobachtet haben auserwählt, weil er sich am besten mit Fußball auskannte. Jakobs Zwillingsschwester Selma hat das Gespräch mitverfolgt und sich spontan entschieden ihren Bruder zu begleiten. Und so brechen die vier nach Australien auf, dem diesjährigen Austragungsort der Weltraummmeisterschaft. In Australien angekommen, macht sich Jakob erst einmal ein Bild von der Mannschaft und stellt sie zusammen. Auch die gegnerischen Mannschaften dürfen nicht außer Acht gelassen werden und so begibt sich Selma auf Erkundungstour. Dabei entdeckt sie nicht nur Andromeda Roboter, die Sirius, auch fliegende Elfen genannt, sondern auch die laufenden Steine. Jeder Gegner hat also so seine Stärken aber auch Schwächen, die es auszutricksen gilt. Für Jakob also eine ganz schön knifflige Aufgabe, bei der auch mal Selma zum Schiessen kommt…

Meinung:

„Jakobs Elf“ ist eindeutig ein Buch, auf welches sich die meisten Jungs stürzen würden. Aus diesem Gedanken heraus, machte ich ein Experiment und legte es gemeinsam mit 5 anderen Büchern in unserer Klassenbücherei aus. Es war für mich keine Überraschung, dass sich die Vermutung bestätigt hat und die Jungs sich das Buch gegenseitig aus den Händen reißen wollten. Fußball in Kombination mit Tieren, Robotern und anderen außerirdischen Figuren ist eine erfolgsversprechende Lektüre für Jungs und auch für manche Mädchen, die ebenfalls Interesse an Fußball bekunden. Außerdem bietet sich Selma als eine Identifikationsfigur für weibliche Leserinnen an.
Die Spielverläufe waren alle sehr spannend beschrieben, sodass man als Leser kaum den Ausgang des Ganzen erwarten konnte. Auch das Ende fand ich sehr kindgerecht und amüsant.
Lediglich der Preis von 8,50 Euro für ein Buch im Format 16,8 cm x 11,8 cm hat mich doch etwas überrascht.

Fazit:

Solche Bücher, die die Jungs zum Lesen bringen, brauchen wir definitiv noch mehr! Daumen hoch!

Bewertung:

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