Maria Theresia Rössler und Brunella Baldi – Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Eine schwarze Katze, die einem König vor vielen, vielen Jahren den Weg kreuzte und ihn so zum Stolpern brachte, war der Auslöser zur nun fest verankerten Regel „Links vor rechts bringt Schlechtes“. Seit diesem Tag herrscht im Königreich Linksverbot. Alle Aufgaben sollen ausschließlich mit der rechten Hand erledigt werden. Doch als die kleine Prinzessin Leonie unbeabsichtigt mit dem linken Fuß aufsteht und merkt, dass nichts weiter Verwunderliches geschieht, gerät das Festhalten am Linksverbot ins Wanken. Zum Geburtstag wünscht sich das Mädchen, dass einen Tag lang alle im Königreich alles mit der linken Hand machen. Während es den meisten ganz schön schwer fällt, entpuppt sich der König, der sonst als Tollpatsch bekannt war, als kein bisschen ungeschickt. Doch welche Hand ist nun die richtige? Und wie wäre es, wenn jeder selbst entscheidet, ob rechts oder links?

Die Autorin Maria Theresia Rössler arbeitete jahrelang als Grundschullehrerin und präsentiert in diesem Bilderbuch ein liebesvolles Plädoyer für Linkshändigkeit. Das starre Festhalten an althergebrachten Sitten und für alle verbindlichen Gewohnheiten wird genauso kritisiert, wie das blinde Folgen dieser Regeln. Die Fähigkeit zur Reflexion, in Gestalt des kleinen Mädchens, zerbricht die eingefahrenen, sinnlosen Muster und Gepflogenheiten und regt gleichzeitig dazu an das Individuum selbst entscheiden zu lassen mit welcher Hand es am besten arbeiten kann.

Auch wenn es heutzutage Normalität ist, Kinder in ihrer Wahl der bevorzugten Hand zu unterstützen, war es nicht immer so der Fall. Linkshänder wurden auf rechts „umgepolt“ und das Schreiben mit der linken Hand bestraft. Heute weiß man, dass es fatale Folgen haben kann. Die Gehirnhälften geraten in ein Wirrwarr und aufgrund dieser Anstrengung werden manche Kinder schnell müde oder beginnen zu stottern. Die Forschung geht davon aus, dass Linkshändigkeit genetisch bedingt sei und somit auch vererbbar ist.

Das Thema wurde von Frau Rössler auf Kinderniveau heruntergebrochen und in ein ansprechendes Geschichtengeflecht gepackt. Leider werde ich beim Lesen den erhobenen Zeigefinger nicht los. Es verfolgt mich. Das Auftreten der Gestalten als pädagogische Instanzen ist allgegenwärtig.

Nach dem Lesen sollte die Thematik mit den Kindern ausführlich besprochen und herausgearbeitet werden, wie sich Menschen fühlen, die „zwei falsche Hände“ haben:

„Ich habe zwei falsche Hände“, erklärt Ernesto.

„Die richtige Hand ist die falsche, aber die falsche ist meine richtige! Verstehst du?

Prinzessin Leonie und der linkshändige König

Material

Das folgende „Story Web“ hilt den Kindern eine Geschichte nach Kriterien zu klassifizieren und tiefer in die Thematik einzutauchen: storyweb

Das Themennetz Linkshändigkeit ist umwoben von der Lehre: Jeder entscheidet für sich, welche Hand die „richtige“ ist!

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Anja Boretzki – Mir hat gut gefallen, dass …

Mir hat gut gefallen, dass ... Reflexionskarten

Der Verlag an der Ruhr bietet eine Sammlung an 88 Impulskarten in der Größe DIN-A4 für gezielte und begründete Reflexionen an. Die Karten sind allesamt farbig gestaltet und mit einer großen und gut sichtbaren Schrift versehen. Zur besseren Übersicht wurden die Reflexionskarten in folgende  sechs Themenfelder zusammengefasst:

  1. Reflexionen von Präsentationen
  2. Reflexionen von Gruppen-, Partner- und Einzelarbeit
  3. Tages- und Wochenreflexionen, Gesprächsanlässe für den Erzählkreis, Blitzlicht
  4. Zu sozialen Anlässen (warme Dusche)
  5. Themeneinstieg
  6. Themenabschluss

Jede Impulskarte ist durchnummeriert, um das Wiederfinden zu erleichtern. Da viele Karten für mehrere Bereiche gleichzeitig einsetzbar sind, wurde in einer gesonderten Tabelle jede Impulskarte mit einem farbigen Symbol markiert, welches die Bandbreite des möglichen Einsatzes darstellt.

Ergänzend zu den Karten finden sich 14 Symbole und Bilder, die zu Reflexionslandschaften umgestaltet werden können. Eine sich von sonnig zu regnerisch verändernde Wetterdarstellung kann zur visuell unterstützenden Reflexion von Gruppenarbeit herangezogen werden. Die leuchtende Glühbirne eignet sich sehr gut als grundsätzliches Symbol für die Unterrichtsphase „Reflexion“ bei der Tagestransparenz.

Bisher habe ich mir meine Reflexionskarten mühsam selbst zusammengestellt und farbig ausgedruckt. Oft habe ich eine Abwechslung in der Fragestellung bzw. der zu ergänzenden Anfangssätze vermisst. Diese Sammlung kommt sehr erfrischend und inspirierend daher. Die Satzanfänge sind durchweg in Sprechblasen gefasst, klar illustriert und ansprechend gestaltet.

Besonders praktisch ist die Übersicht mit allen Impulsen, die stets das Nachdenken anregen und auf das begründete Argumentieren fokussieren (was ich besonders schätze). Damit erspart man sich auch das stetige Nachfragen nach dem „Warum“. Das Reflektieren und Begründen will eben erst gelernt werden.

Um einen kleinen Einblick zu bekommen, wie die Karten aufgebaut sind, einige Beispiele:

Für das nächste Mal nehmen ich mir vor …
Bei meiner Arbeit hat mir geholfen, dass …
Schwierig fand ich … , weil …
Mehr wissen möchte ich über …

Mir hat gut gefallen, dass...

Mit 88 Karten ist dies eine stolze Sammlung und eine sehr hilfreiche Organisationshilfe. Die Anschaffung für den Preis lohnt sich allemal.

„Mir hat gut gefallen, dass …“: 88 Impulskarten für gezielte und begründete Reflexionen

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Helga Bansch – Amelie und der Fisch

Amelie und der Fisch

Amelie ist mit ihren Eltern das erste Mal im Leben am Meer und fürchtet sich etwas vor so viel Wasser und den großen Wellen. Als sie sich ein bisschen weiter ins Wasser traut, kommt ein kleiner Fisch, der an ihren Zehen knabbert. Mit ihrem neuen Freund vergisst sie ihre Angst völlig und sie spielen Verstecken, Fangen, Tauchen und Springen. Abends schwimmt der Fisch ins offene Meer hinaus und kommt am nächsten Morgen erneut zu Amelie. Das Abscheidnehmen fällt Amelie immer schwerer, bis sie beschließt den kleinen Fisch in einem Glas einzufangen.

Der Fisch ist jedoch sehr unglücklich und Amelie bekommt ein schlechtes Gewissen. Sie lässt ihn wieder frei und wartet am nächten Morgen vergebens auf ihren kleinen Freund. Er kommt nicht. Amelie ist traurig und sagt, dass es ihr leid tut den Fisch gegen seinen Willen festgehalten zu haben. Sie hat verstanden, dass jedes Lebewesen frei ist und man die Zuneigung eines anderen nicht erzwingen kann.

Die Grundstimmung dieses fabelhaften Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an mein Lieblingsbuch aus dem Jungbrunnen Verlag „Ein Rucksack voller Sand“. In diesem Bilderbuch schwingt Sehnsucht, Unsicherheit, Angst, aber auch Erkenntnis, Erfahrungsgewinn und Reife mit.

Die Feriengeschichte von Helga Bansch zeigt, dass Beziehungen als Besitzeigentum nicht funktionieren können. Das kleine Mädchen begreift recht schnell, dass der Wille eine Freundschaft zu erzwingen, sie bereits im Keim ersticken lässt. Denn jeder benötigt seine Freiheiten und die Akzeptanz dieser Regel bringt die Freundschaft im Gegenzug zum Wachsen und Blühen.

Helga Bansch skizziert die Figuren dieser Geschichte mit bloßen Bleistiftstrichen und akzentuiert die Umgebung mit dezenten, natürlichen Farbklecksen. Es breitet sich dadurch eine leicht melancholisch angehauchte und doch mit Zuversicht gefüllte Stimmung aus. Die kleine Ente, die Amelie überallhin begleitet, scheint eine Art „inner mirror for a spiritual journey“ zu sein. Die Gefühlswelt Amelies spiegelt sich ebenfalls in der Körperhaltung und dem Gesichtsausdruck der Ente wider.

Amelie und der Fisch

MaterialDieses Bilderbuch bringt einen zum Wachsen. Nach dem Lesen nimmt man einen wichtigen Erfahrungsschatz mit sich und ist dankbar für so viel Erkenntniszuwachs!

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Philipp Möller – Isch geh Schulhof

Isch geh Schulhof

Der Diplom-Pädagoge Philipp Möller landet als Aushilfslehrer an einer Berliner Brennpunktschule. Er beschreibt in diesem humorvollen Erfahrungsbericht seine Höhen und vor allem Tiefen als Quereinsteiger und schildert auch unbeschönigt die katastrophalen Zustände an vielen Grundschulen. Als Lehrer, das wird ihm schnell bewusst, hat man viele Baustellen gleichzeitig zu leiten: Kinder, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind, Eltern, die man nie zu Gesicht bekommt, Kollegen, die fast alle unter Burn-Out leiden und schließlich Politiker, die für die Bildung unserer Kinder keine finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen.

Philipp Möller ist über den Lernort „Schule“ entsetzt. Wo fängt man da an? Bei den vernachlässigten und hyperaktiven Schülern? Bei alkoholkranken Eltern? Bei der Änderung des Frauenbilds von muslimischen Kindern? Bevor Herr Möller auch tatsächlich anpacken konnte, wurde er aus dem Schuldienst nach 2,5 Jahren als Quereinsteiger entlassen. So endet seine Reise im Bildungschaos Deutschland. Und er ist darüber letztlich auch gar nicht so traurig. Das Lehrersein, dass weiß er nun, ist ganz schön anstrengend und mit viel Verantwortung verbunden.

Einen solchen Erfahrungsbericht mit einer Unmenge an urkomischen Erlebnissen könnte wohl jeder Lehrer schreiben. Vielleicht macht auch genau diese Tatsache das Buch so attraktiv. Es unterhält und man lächelt oft genug in sich hinein und denkt: „Ja, genau das ist mir auch einmal passiert.“ Sicherlich sind viele Situationen überspitzt dargestellt, aber im Großen und Ganzen schildert Herr Möller die Bildungsmisere ziemlich gut. Auf die Einsprengsel der privaten Lebensumstände des Autors hätte ich gerne verzichtet. Es wirkt gezwungen. Als möchte der Autor mit aller Macht eine Bindung zum Leser aufbauen. Das hätte ich zuoft aufgrund der Banalität gerne übersprungen.

Leider hinterlassen auch die letzten Seiten einen bitteren Nachgeschmack. Zuerst versucht Herr Möller mit aller Macht Lehrer zu bleiben, als es jedoch nicht funktioniert, ist er froh das Handtuch werfen zu können. Sollen sich doch die anderen um neue Konzepte und Veränderungen kümmern. Ist ja schließlich doch anstrengend, so ein Job als Grundschullehrer!

Hoffentlich begegnet mir heute niemand mehr, der sich über das gute Gehalt von Lehrern oder die vielen Ferien beschwert. In meiner jetzigen Verfassung würde ich so jemanden wahrscheinlich am Ohrläppchen in die Schule schleifen und zu einer Woche Strafpraktikum verdonnern – mal schauen, ob es dann noch Anlass zum Neid gäbe! (S.176)

Ein erheiternder und doch zugleich deprimierender Erfahrungsbericht eines Kurzzeitlehrers.

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Manfred Kiesel – Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Während das Basiswerk die grundlegenden Strukturen und praktischen Hinweise eines modernen Kunstunterrichts vermittelt hat, konzentriert sich der vorliegende Praxisband für die Schuleingangsphase auf die Darstellung exemplarischer Unterrichtsstunden und -einheiten.

Alle Unterrichtseinheiten wurden nach den vier Arbeitsbereichen (Zeichen und Grafik, Farbe und Malerei, Formen und Bauen, Spiel und Aktion) sortiert und unter folgenden Übersichtspunkten zusammengefasst:

  • Thema und Vorbereitung
  • Kompetenzen
  • Benötigtes Material
  • Unterrichtsverlauf
    • Wahrnehmen und Besprechen
    • Gestalten
    • Präsentieren und Reflektieren
  • Reflexionsfragen
  • Schülerarbeiten

Ein Jahresplan für Klasse 1 und 2 rundet das Angebot ab und stellt eine beispielhafte Sortierung der hier vorgeschlagenen Themen in  aufeinander aufbauenden Zeitfenstern dar. In der Schuleingangsphase sollen vordergründig die unterschiedliche Techniken angebahnt und die ansatzweise Entwicklung einer „Fachsprache“ forciert werden. Diese beiden Ziele ziehen sich durch das ganze Werk und finden sich auch in der sehr gelungenen Reflexionssammlung wieder.

Sehr positiv bewerte ich, besonders für Fachfremde, die Bandbreite der dargestellten Gestaltungstechniken. Die Schneide-, Klebe-, Druck- und  Reißtechnik wird genauso aufgegriffen, wie Collagen oder Zufallstechniken. Für alte Hasen ist es wahrscheinlich nichts Neues, für Anfänger ist es jedoch sehr hilfreich eine solche Übersicht zu haben. Leider ist der eh schon vernachlässigte Arbeitsbereich „Spiel und Aktion“ etwas kurz geraten. Besonders hier hätte ich mir mehr kreative Vorschläge gewünscht.

Die im Buch enthaltenen Abbildungen von Schülerarbeiten sind ebenfalls auf der mitgelieferten CD abgedruckt und können je nach Bedarf auch im Unterricht  eingesetzt werden. Im Buch wird hin und wieder ein Werk eines Künstlers erwähnt, welches sich gut als Betrachtungsbeispiel eignet. Es wäre schön diese Werke ebenfalls auf der CD vorzufinden.

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Dieser Praxisband bietet eine übersichtliche Darstellung vollständig ausgearbeiteter Unterrichtsreihen für direkten Unterrichtseinsatz. Praxisnahe Fortbildung in Eigeninitiative!

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

(beim Auer Verlag inkl. Inhaltsverzeichnis, Musterseiten und der Möglichkeit im Buch zu blättern.)

Manfred Kiesel – Kunst fachfremd unterrichten: Die Basis 1. – 4. Klasse

Kunst fachfremd unterrichten - Die Basis

Dieses Buch richtet sich an Grundschullehrkräfte, die das Fach Kunst nicht studiert haben, es aber gerne unterrichten möchten oder durch schulorganisatorische Umstände unterrichten müssen: kurz an Fachfremde. Im Basisband werden die grundlegenden Aspekte eines bildenden Kunstunterricht aufgegriffen und vorgestellt.

Neben der Darstellung  der unterschiedlichen Unterrichtsformen und des nötigen Handwerkszeugs, wird die Bedeutung der Organisation von Diensten hervorgehoben. Des Weiteren werden die folgenden vier Arbeitsbereiche eingehender betrachtet: Zeichnen und Grafik, Farbe und Malerei, Objekt und Raum, Spiel und Aktion. Zu all diesen Arbeitsbereichen werden die Zielsetzungen erläutert und gezeigt, dass im Kunstunterricht neben gestalterischen Aufgaben auch das Gespräch unter- und miteinander besonders wichtig ist. Dazu gehört die Artikulation der eigenen Wahrnehmung und der Bildbetrachtung. Besonders hilfreich ist hierbei die im Band enthaltene Sammlung der methodischen Zugänge zu Werkbetrachtungen. Wie gestalte ich die Präsentation von Kunstwerken besonders motivierend? Wie wecke ich Neugierde und Fantasie? Welche hilfreichen Stützen kann ich als Lehrkraft den SuS anbieten?

Auch die vorhandenen Leitfragen und Impulse für Zwischenbesprechungen und Schlussreflexionen sind wertvoll und zeigen, dass den vorab mit den SuS gemeinsam aufgestellten Kriterien ein großes Gewicht für den Gestaltungsprozess zukommt. Diese Kriterien fungieren schließlich auch als wichtige Hilfen bei der Benotung von Schülerarbeiten. Exemplarisch werden einige Kriterien, die bei der Benotung im Kunstunterricht eine wichtige Rolle spielen, herausgestellt.

Besonders schön finde ich die Einbindung von zahlreichen Schülerarbeiten zu unterschiedlichen Themen. Jede Seite wird von umfangreichen, bunten Fotografien begleitet und verdeutlicht somit auch Fachfremden wie die im Text erwähnten Techniken künstlerisch von den Kindern umgesetzt werden können.

Für mich hat sich nach der Lektüre dieses Basiswerkes der dunkle Wald eines für mich neuen Faches, was ich übrigens auch erst seit Kurzem unterrichte, ein bisschen gelichtet. Viele Fragen wurden mir beantwortet und ich kann einiges an Handwerkszeug mit in die Unterrichtspraxis nehmen. Von meinem Repertoire an methodischen Zugängen zur Werkbetrachtung sind meine studierten Kunstfachkräfte übrigens ebenfalls sehr angetan 🙂

Jetzt benötige ich noch einige inspirierende Unterrichtsreihen zu den verschiedenen Arbeitsbereichen. Aber dazu später mehr!

Kunst fachfremd unterrichten - Die Basis

Ein Basisband zur eigenen Fortbildung mit hilfreichen unterrichtspraktischen Tipps.

Kunst fachfremd unterrichten: Die Basis 1. – 4. Klasse

(beim Auer Verlag inkl. Musterseiten, Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit im Buch zu blättern)

Ralf Butschkow – War das wirklich so?

War das wirklich so?

In Opas großem Ohrensessel auf einem geheimnisvollen Dachboden, sitzen Lisa und ihr Hund Popcorn und wühlen in Geschichten über alte Zeiten. Hatte Opa mit seiner Warnung recht, dass der Sessel manchmal zuhört und dann seltsame Dinge geschehen?

Und ob! Auf Opas Ohrensessel begeben sich die beiden auf eine spannende Zeitreise in die Welt der Dinosaurier, Steinzeitmenschen, Wikinger, Ritter, Piraten und Cowboys. Doch geht es hier wirklich mit rechten Dingen zu? Trugen die Dinosaurier tatsächlich Brillen? Haben die Steinzeitmenschen die Höhlenzeichnungen mit Spraydosen aufgesprüht? Hatten die Wikinger  einen Schlauchboot? Und wurde die Ritterburg aus Legosteinen gebaut?

Die Leser erwartet hier eine herrlich skurrile Zeitreise mit einer Vielzahl an geschickt eingebauten Fehlern. Die Wimmelbilder laden dazu ein, sich die Doppelseiten ganz genau anzuschauen und gleichzeitig zu überlegen, ob die dargestellten Begebenheiten auch tatsächlich stimmen können. Die Beurteilung benötigt in gewissem Grade eine erweiterte Allgemeinbildung zu den unterschiedlichen Epochen der Zeitgeschichte.

Das Buch bietet einen wunderbaren Gesprächanlass, bei dem Vieles im Austausch dazugelernt werden kann. Einzelne Seiten können auch als Einstieg in eine bestimmte Thematik dienen, bei dem die Kinder im Sinne des stummen Impuls ihre Assoziationen und Gedanken frei äußern können. Der Vorlesetext ist nicht allzu ausschweifend und schildert kurz und bündig die einzelnen wundersamen Landestationen. Das Schmunzeln wird sicherlich weder bei den Erwachsenen noch Kindern ausbleiben. Die Auflösung der eingebauten Fehler findet sich auf der letzten Seite.

War das wirklich so?

Material

Einige Übungsformate (vordergründig Klasse 1/2) zum Thema „Piraten“:

Piraten

Vergnügliches Bilderbuch mit verrückten und amüsanten Fehlern, deren Richtigstellung zur Erweiterung des Allgemeinwissens beiträgt.

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80 Bild-Impulse als Erzähl- und Schreibanlässe

80 Bild-Impulse

Die 80 Impulskarten sollen durch ihre dargestellten Reize Kinder zum Nachdenken, Träumen und Fantasieren einladen. Sie können als Ausgangspunkt für freies und kreatives Schreiben dienen oder auch als Impuls für das Erzählen und Philosophieren genutzt werden. Die Karten sind nach folgenden Themen geordnet und durchnummeriert worden: „Es war einmal …“,  „Ritter und Dinosaurier“, „Piraten“, „Weltall“, „Magisch, mystisch, gruselig“, „Fremde Länder“, „Kurioses“, „Sport“, „Tierisches“, „Unterwasserwelt“, „Aus dem Alltag“.

Den Bildkarten liegt ebenfalls eine Übersicht bei, die alle Bilder im Kleinformat, für eine leichte und schnelle Handhabung,  darstellt. Die kleinen Bilder dürfen auch als Kopie in das Tagebuch, passend zu der dazu ausgedachten Geschichte, ausgeschnitten und geklebt werden. Auf der Rückseite jeder Karte sind durchschnittlich drei Fragen zum gewählten Bild festgehalten. Sie sollen das Hineindenken anregen und zum „Weiterspinnen“ motivieren.

Die Bandbreite der ausgewählten Motive beinhaltet meistens Fotografien, aber auch einige wenige Comic-Bilder und  fantastisch angehauchte Darstellungen. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht und eventuell die Einbindung von Zeichnungen oder Wimmelbildern. Nichtsdestotrotz sind die gewählten Motive so offen oder auch verwunderlich und skurril, dass man sich dazu Gedanken machen muss. Sie lenken definitiv die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.

Besonders schön sind die offenen Fragen auf der Rückseite jedes Bildes. Man kennt das ja oft, dass Kinder sich zwar ein Bild aussuchen,  aber trotzdem nicht zum Schreiben kommen. Diese Gedankenanstöße können bei manchen Kindern Wunder bewirken. Ob als Schreibimpuls in der Freiarbeitsecke, zur Anregung einer Motivverfremdung im Kunstunterricht, stummer Impuls als Einstieg in ein neues Thema, als Bündelung von spontanen Gedanken innerhalb einer Bildergalerie, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Um die Haltbarkeit der Bildkarten zu erhöhen, sollten sie auf jeden Fall laminiert werden, da sie doch ziemlich dünn sind und schnell abgegriffen aussehen können.

Tipp an die Eltern: Lassen Sie Ihr Kind ruhig zu einem beliebig ausgewählten Bild eine Geschichte erfinden. Stellen Sie als Hilfestellung alle möglichen W-Fragen, um die inhaltliche Basis weiter auszubauen. Diese Fertigkeit kann schon sehr früh trainiert werden und macht die Kleinen zu großen Geschichtenerzählern! 😉

80 Bildimpulse als Erzähl- und Schreibanlass

– Da stimmt doch was nicht? Was fällt dir auf?

– Wie werden die anderen Kamele auf dieses gestreifte Kamel reagieren? Wird es eher etwas Besonderes sein oder eher etwas so Außergewöhnliches, dass die anderen Kamele es ausgrenzen werden?

– Wie werden die Zebras reagieren, wenn sie diesem gestreiften Kamel begegnen?

Bildkarten mit außergewöhnlichen und interessanten Fotografien, die zum Nachdenken anregen, motivierende Fragen zu jedem Bild beinhalten und vielfältig im Unterricht eingesetzt werden können.

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Susanne Kortmann – Rechtschreibprofi (aktiv)

Rechtschreibprofi - aktiv

Der Finken Verlag hat sein Angebot an den hilfreichen Lernbegleitern mit der einfachen Klapptechnik erweitert. Neben dem Sprachgestalter und dem Schreibprofi, bietet nun der Rechtschreibprofi ein kompaktes Nachschlagewerk, Wortlisten und Übungsmöglichkeiten, mit dem Ziel die SuS die Rechtschreibung erschließen zu lassen und ihnen dadurch mehr Sicherheit zu geben.

Der Aufbau der 28 Doppelseiten orientiert sich an den sieben Rechtschreibstrategien, die jeweils mit einem Symbol versehen und farblich unterschiedlich gekennzeichnet wurden. Der Einsatz mit den folgenden zentralen Rechtschreibkategorien, wird ab der dritten Klasse empfohlen:

  • Hören und schreiben
  • Wörter verlängern
  • Verwandte Wörter finden
  • Rechtschreibung bei kurzen und langen Vokalen beachten
  • Wortbausteine als Rechtschreibhilfe nutzen
  • Sich Merkwörter einprägen
  • Besondere Regeln lernen

Zu jeder Strategie gibt es nicht nur eine Erklärung, sondern auch Beispiele, die das Rechtschreibphänomen verdeutlichen. Die Wortschatzlisten dienen dem exemplarischen Lernen, der selbstständigen Erschließung und fördern  die Übertragung des Gelernten auf neues Wortmaterial.

Die Klapptechnik hat sich bewährt und verschafft den SuS eine schnelle Übersicht über das für sie persönlich zu vertiefende Rechtschreibphänomen. Nach einer kleinschrittigen Einführung in die Arbeit mit dem Rechtschreibprofi, in der sie den Aufbau erkunden und das Orientieren lernen, lässt sich dieses Nachschlagewerk wunderbar in Schreibkonferenzen einsetzen. Der Umgang muss jedoch für alle SuS klar sein. Erst dann können sie bei Unsicherheit selbst nachschlagen und ganz selbstständig ihre Texte korrigieren. Bei Korrektur von Schülertexten kann aber auch die Lehrkraft auf ein bestimmtes Rechtschreibphänomen oder sogar Seite verweisen und den Schüler selbst die richtige Schreibung entdecken lassen.

Dazu eignen sich auch die zusätzlichen Kopiervorlagen mit Übungen zum Rechtschreibprofi – Rechtschreibprofi aktiv. Um den Rechtschreibprofi schnell und effektiv nutzen zu können, werden hier  Aufgaben zur vertiefenden Beschäftigung bereitgestellt, sodass die SuS ganz individuell, entsprechend ihres Lernstandes und momentanen Übungsschwerpunkts, bestimmte Strategien und Merksätze vertiefen können.

Im Elternhaus ist dieser Lernbegleiter bei der Erledigung von Hausaufgaben ebenfalls sehr wertvoll. Hier haben die Kinder eventuell sogar mehr Zeit, um sich mit bestimmten Strategien vertiefender auseinanderzusetzen.

Besonders gelungen finde ich die Bündelung der Rechtschreibstrategien nach Kategorien. Es steckt ein System dahiner und die SuS bekommen den Eindruck, dass die Rechtschreibung geordnet und überschaubar ist. Die Symbole könnten bereits bei der Einführung und Erarbeitung der Rechtschreibphänomene verwendet werden. (Die Übersicht der Strategien könnte man vielleicht auch in laminierter Form und im Kleinformat für die Hand der SuS bereitstellen, um es anschließend im Federmäppchen zum schnellen Nachschlagen zu verstauen.)

Rechtschreibprofi - aktiv

Durch die sehr gute Übersichtlichkeit und leichte Handhabung des Rechtschreibprofis, ist das ein sehr durchdachtes Nachschlagewerk!

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

Mari Ono und Roshin Ono – Origami: tierisch wild

Origami tierisch wild

Insgesamt finden sich in diesem Werk 35 Faltanleitungen für große und kleine Tiere, die mit einigen Handgriffen nachgefaltet werden wollen. Das dazu benötigte Papier ist bereits im Lieferumfang  enthalten.  Die 15 x 15 cm großen Blätter wurden speziell für dieses Buch gestaltet und weisen bestimmte Muster oder auch den Abdruck von Gesichtern auf. Es darf zwischen niedlichen Eulen, fliegenden Kranichen, kleinen Hasen, gefährlichen Löwen oder auch schaukelnden Affen gewählt werden. Die Sortierung der Tiere nach „Safari“, „Meer und Küste“, sowie „Wald und Wiese“ hilft den Überblick zu behalten und sein Lieblingstier schnell zu finden.

Dem Buch vorangestellt sind vier Grundtechniken von Faltungen,  die man als Origami-Meister  beherrschen sollte. Diese werden immer wieder benötigt und sollten sauber ausgeführt sein, denn beim Origami kommt es darauf an, das Papier exakt und sauber zu falten. Bei jeder Faltanleitung ist der Schwierigkeitsgrad angegeben, der in drei Stufen angegeben wird. Die Schritt-für-Schritt Fotos und die ergänzende Beschreibung sollen das Nachfalten erleichtern. Das Endergebnis wird in einer für das Tier passenden und phantasievollen Umgebung präsentiert.

In den Vereinigten Staaten habe ich der Arbeitsgemeinschaft „Explorigami“ beiwohnen dürfen. Hier wurde zunächst die Geschichte der Faltkunst erkundet, die unterschiedlichen Designs gesichtet, mit dem Zweck das mathematische Denken (Geometrie) zu fördern. Ferner begünstigt Origami die Konzentration, regt die Fantasie an und schult die Fingerfertigkeit. Es wurde über die Faltanleitungen reflektiert und anschließend gar eigene geschrieben und abfotografiert. Den Kindern hat es wahnsinnigen Spaß gemacht und mit jeder neuen Faltfigur wurden sie flinker und genauer. Die Fähigkeit des sinnerfassenden Lesens wurde geschult und die gefalteten Figuren durften selbstverständlich voller Stolz zu Hause präsentiert werden.

Diese gewinnbringenden Erkenntnisse ließen mich nach einem geeigneten Buch Ausschau halten, welches kleinschrittige und leichtverständliche Anleitungen mit motivierenden Motiven vereint. Kinder lieben Tiere und daher ist hier die Motivation schon fast von selbst gegeben. Besonders schön finde ich in diesem Buch die Präsentation des Endergebnisses. Die Autoren haben sich sehr viel Mühe gegeben die passende Umgebung zu gestalten und das ist bei allen Motiven wirklich mehr als gelungen (ich habe mich auch daran versucht 😉 siehe unten).

In der Praxis ist mir aufgefallen, dass vielen Kindern bei einigen Faltanleitungen die Ausgangslage gefehlt hat. Sie haben ein Foto gebraucht, welches abbildet wie das bedruckte Papier gelegt werden soll, bevor das erste Falten beginnt. Auch sollten die Grundtechniken zuerst gemeinsam gefaltet und geübt werden, damit die Kinder die Verweise verstehen, die im Buch zwischendurch auftauchen.

 Natürlich darf auch anderes Papier für die Motive genutzt werden oder man lässt  Kinder eigene Muster und Gesichter gestalten!  Wusstet ihr schon, dass in israelischen Schulen „Origamitria“ als Unterrichtsfach fest etabliert ist?

Origami

origami tierisch wild

Ansprechende Darbietung der tierischen Faltfiguren mit Schritt-für-Schritt Fotografien.

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