Alexander Steffensmeier – Lieselotte: Alle meine Freunde

Lieselotte Alle meine Freunde

Einige Wochen nach der Einschulung werden meist schon die ersten Freundebücher an die Mitschüler und Lehrer verteilt. Für alle Lieselotte-Fans gibt es nun auch ein farbenfrohes Lieselotte-Freundebuch.  Die ersten Seiten gebühren natürlich dem Besitzer dieses Albums, sodass man hier nicht nur seinen Namen, sondern auch den Geburtstag, die Augen- und Haarfarbe, das Lieblingsessen, -lied und -buch eintragen kann.

Während dem Besitzer lediglich 2 Seiten zugeteilt werden, bekommen alle Freunde ganze 4 Seiten, um ihre persönlichen Essensvorlieben, Berufswünsche, Hobbies und Wünsche an den Besitzer festhalten zu können. Die letzte Seite ist für ein Bild oder Foto freigehalten. Durch den großen Rahmen können auch Bilder im 10×15 Format aufgeklebt werden.

Bei der Gestaltung hat sich Alexander Steffensmeier ganz schön ins Zeug gelegt, denn um die Seiten herum schwirren etliche Bauernhoftiere und stets lächelnde Protagonisten. Als kleines Schmankerl kann die ausfüllende Person ein Ausmalbild ganz nach eigenen Wünschen farblich gestalten.

Im übersichtlichen Geburtstagskalender können die Geburtstage aller Freunde zusammengefasst werden. Zwei weitere Seiten sind für Fotos von Freunden und schönsten Festen reserviert.

Lieselotte Freundebuch

Ein farbenfrohes Freundebuch für alle Lieselotte-Fans! Besonders geeignet für Kinder im Kindergartenalter und Grundschulkinder in der 1. und 2. Klasse!

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Tim Hopgood – Sooo groß!

Sooo groß!

Wie groß bin ich? Ich weiß es nicht.

Diese anfängliche Fragestellung fasst den Inhalt des Bilderbuchs sehr gut zusammen. Der kleine Protagonist setzt seine „Größe“ in Relation zu seiner Umwelt und muss feststellen, dass er nicht so groß ist, um den Himmel anfassen zu können, aber im Vergleich zu einer Ameise schon fast ein gewaltiger Riese ist.

Er merkt, dass er wächst, weil er sich immer ein Stück mehr im Badezimmerspiegel sehen kann und seinen Freund Ben immer mehr einholt. Auch sein Pyjama wird immer kleiner und bald kann er schon mit seinen Zehen das Bettende berühren. Er wächst.

Bei diesem Bilderbuch bleibt man als Betrachter an der Andersartigkeit der Illustrationen hängen: Köpfe werden überdimensional groß dargestellt, Gebäude mit grob schraffierten Flächen hervorgehoben, die Bäume mit grünen Tupfern gesprenkelt. Auch das Spiel mit der Schrift wird gekonnt eingesetzt und dem Inhalt angepasst.
Die Thematik des „Großwerdens“und „Wachsens“ entspringt unmittelbar der kindlichen Lebenswelt.  Wer kann sich denn nicht daran erinnern, jegliche Versuche unternommen zu haben, um nah an die Wolken  heran zu kommen? Die Größenverhältnisse müssen erst einmal erkundet, ausgekundschaftet und vor allem verglichen werden. Genau dieses betreibt der kleine Junge in diesem Buch. Er setzt Größen in Verhältnis zueinander und muss feststellen, dass je nach Blickwinkel sich die Dimensionen erheblich unterscheiden können. Die ganz Kleinen können mit diesem Bilderbuch ihr mathematisches Verständnis von Größen erweitern.

Dieses Bilderbuch forciert die Abenteuerlust sich und die eigene Umwelt näher zu betrachten, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und sich an dem „Groß-“ und „Weisewerden“ zu erfreuen!

Sooo groß! Hopgood

Kindgerechte Anbahnung des ersten Verständnisses von Größen und ihrer Relation zueinander.

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Nahta Nój – Kunterbunte Tiere

Kunterbunte Tiere

 

Ein in Spiralbindung gefasstes Spielebuch rund um Farben und Formen für kreative Beschäftigung am Nachmittag. Hier werden Kindern ab 7 Jahren über 2000 Sticker in den unterschiedlichsten Formen und Farben präsentiert – als kleine Pünktchen für Augen, Halbkreise für den Körper, schmale Rechtecke für Beine oder Dreiecke für spitze Zähne.

Die beigelegte 3-D-Brille ermöglicht besondere Effekte und eine ganz andere Wirkung der Kunstwerke auf den Betrachter. Während am Anfang ziemlich angeleitete Vorlagen dominieren, bei denen Kinder die bereits fertigen kunterbunten Tiere mit den Stickern nachkleben sollen, erweitert sich der Schwierigkeitsgrad im weiteren Verlauf. Die nächste Stufe ist die Bereitstellung eines Körperteils wie z.B. eines Kopfes oder auch einer Umgebung (Blume), sodass der Rest vom Kind nach individuellen Vorstellungen ergänzt werden soll. Anregende Fragen wie z.B. „Wer könnte sich auf die Blume setzen?“ oder „Wer schlüft aus dem Ei?“ sind als inspirierende Impulse zu sehen. Auf den letzten Seiten sind einfach nur leere Flächen, die nach ganz eigenen Wünschen ausgestaltet werden können.

Die 3-D-Brille ist kein zwingendes Werkzeug, sondern als ein kleines Schmankerl zu betrachten. Ein Kind hat sich dazu folgendermaßen geäußert: „Mein Kopf dreht sich. Mir wird schlecht.“ Es ist Geschmackssache und von Kind zu Kind unterschiedlich. Durch die zum Teil recht kleine Größe der Aufkleber ist dieses Buch tatsächlich erst ab 7 Jahren zu empfehlen. Es wird schon ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine gut ausgeprägte Feinmotorik benötigt, um die Einzelteile dem Bogen entnehmen zu können.

Die Idee hinter dem Buch ist allerdings ganz zauberhaft. Aus einfachen geometrischen Formen wunderbare Tiere in kunterbunten Lebenswelten zu gestalten. Auch die sich stets steigernde Differenzierung ist fabelhaft. Diejenigen, die das Nachkleben satt haben, können sich bei eigenen Gestalten kreativ austoben. Die relativ festen Seiten lassen sich aus der Spiralbindung abknicken, sauber trennen und verschenken oder einrahmen lassen!

Kunterbunte Tiere

Ein farbenfrohes Spielebuch für kreative Stunden. Es macht sich auch  toll als Geschenk oder Mitbringsel bei Kindergeburtstagen!

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Rebecca Cobb – Aufessen?!

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Dieses Bilderbuch dreht sich um ein Mädchen, das das Essen verweigert. Viel lieber malt sie ihre Bilder im Wohnzimmer. Doch als Mama ganz ärgerlich wird und sie an den Tisch schickt, verschränkt sie ihre Arme vor der Brust und sitzt ziemlich lange so da. Als sie unter den Tisch schaut, entdeckt sie einen furchtbar hungrigen Krokodil. Zu ihm gesellt sich ein ebenso hungriger Bär und ein Wolf, der auch etwas von der Leibspeise ab haben möchte. Alle drei verputzen das leckere Mittagessen. Die Mutter von dem kleinen Mädchen ist mit dem leeren Teller sehr zufrieden.

Zur Abendzeit macht der Bauch von dem kleinen Mädchen allerdings furchtbar laute Geräusche. Es brummt und knurrt nur so! Sind die drei hungrigen Freunde auch zum Abendessen willkommen? Oder gehört der Teller bis auf den letzten Bissen dem Mädchen?

Manche Eltern werden sich in der geschilderten Situation sehr gut wiederfinden können. Das leidige Thema des Aufessens wird hier mit einer fantasie- und  humorvollen Begebenheit angesprochen. Das Rebellieren der Kinder gegen die für eine bestimmte Uhrzeit festgelegte Mahlzeit, spiegelt sich sehr schön in den vier aufeinanderfolgenden, individuellen Illustrationen wider. Das Mädchen sitzt am Tisch, es passiert nichts, sie schaut nach links, wieder auf den Teller, verschränkt die Arme, senkt den Kopf auf den Tisch.

Nach dem gemeinsamen Lesen, lässt sich in den darauffolgenden Mahlzeiten das Spiel  „Unter-den-Tisch-schauen-auf-der-Suche-nach-hungrigen-Tieren“ spielen. Vielleicht dauert das Aufessen dann tatsächlich nicht mehr so lange. In der Tat werden Kinder diesen Grundgedanken „das Essen mit Tieren zu teilen“ mögen, sich auch sehr gut in das Mädchen hineinversetzen und vielleicht besser nachvollziehen können, dass der Magen zur Abendzeit mehr brummt, wenn es mittags nichts zu essen gab.

Besonders gut gefällt mir, dass das Mädchen diese drei Tiere zuvor selbst gemalt hat und sie quasi aus ihrer Fantasie entspringen. Die kindlichen Kreativität und Vorstellungskraft wird somit ganz unterschwellig gefeiert. Auch das durch viele „crayon-ähnliche“ Striche geprägte Bildmaterial von Rebecca Cobb sticht hervor. Das struppige Fell der Tiere und der zersauste Kopf des kleinen Mädchen unterstreichen sehr schön die Eigensinnigkeit und den widerspenstigen Geist der Protagonistin.

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Schnell aufessen, bevor die Fantasietiere das Essen wegschnappen!

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Saskia Hula und Stefanie Reich – Eine Kiste für den Bären

Eine Kiste für den Bären

Rezension

Eine einfache Holzkiste steht eines Tages mitten im Wald, vor der Tür zur Höhle des Bären. Die Waldbewohner, darunter ein Fuchs, Hase, Wolf, Dachs und Eichhörnchen, wollen natürlich auch wissen, was sich in der Holzkiste verbirgt und stellen ihr ganz eigenen Mutmaßungen an. Als die Ameisen-Feuerwehrmänner mit einem Stemmeisen anrücken, erwacht auch schon der Bär aus seiner Winterschlaf und lüftet alsbald das Geheimnis um die mysteriöse Kiste.

Ein heiteres Bilderbuch mit großformatigen, farbenfrohen Illustrationen von Stefanie Reich, die bereits Herrn Anders seine unverwechselbare Erscheinung verliehen hat. Den besonderen Charme der Geschichte hat das Bilderbuch den Zeichnungen zu verdanken. Sie sind frisch, modern, jung. Hier ein paar Striche an der Baumrinde, dort ein paar pastellfarbene Blümchen an den modern illustrierten Bäumchen, entzückende Kulleraugen und schon hat man sich in das Bilderbuch verliebt. Man kann einfach nicht anders!

Die Geschichte um den Bären herum bietet sich als Einstieg zur Thematik „Winterschlaf“. Wo verbringen Bären den Winter? Wie lange dauert der Winterschlaf? Wie ist es mit der Nahrung? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden? Was ist an der Geschichte Fiktion und was findet tatsächlich in der Realität statt? Es bieten sich durch das Bilderbuch so einige Gesprächsanlässe und der Spannungsbogen um den Inhalt der Kiste ist ebenfalls sehr gut geschlagen worden. Die Kinder werden es kaum erwarten können zu erfahren, was es mit der Kiste auf sich hat …

Blick ins Buch

Eine Kiste für den Bären

 

Dieses Arbeitsblatt kann bereits ab der ersten Klasse oder auch schon im Kindergarten eingesetzt werden. Der Vorleser sollte an der Stelle, als der Bär aus seinem Winterschlaf erwacht, eine Pause einlegen und die Kinder vermuten lassen, was sich wohl in der Kiste für den Bären befinden könnte. Es darf sowohl gemalt, als auch geschrieben werden.Logo_PL_klein

(Material-ID: 122653)

Fazit

Unkomplizierte und erheiternde Geschichte rund um ein mysteriöses Päckchen.

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Alexander Steffensmeier – Lieselotte versteckt sich

Die Kuh Lieselotte liebt es mit den anderen Bauernhoftieren Verstecken zu spielen. Aber da sie so groß ist, ist das Finden eines guten Verstecks für sie nicht so einfach. Als sie einen großen Baum erblickt, beschließt die kurzerhand in die schwindelerregende Höhe zu klettern. Ihre Freunde suchen sie vergeblich. So schön der Ausblick vom Baum auch ist, so ganz alleine wird es ihr dann doch langweilig. Leider erweist sich der Weg nach unten ziemlich gefährlich  und so gesellt sich ein Freund nach dem anderen zu ihr mit der vergeblichen Absicht ihr herunterzuhelfen … ist eine Rettung noch möglich?

In diesem Band wird ein neues Abenteuer der beliebten, durchaus verrückten und doch liebenswerten und abenteuerlichen Kuh Lieselotte festgehalten. Das Szenario ist ein Bauernhof mit vielen Tieren, ohne jegliche moderne Spielgeräte. Alles was die Tiere  für das Spielen in der Natur haben, ist ihre eigene Fantasie. Für eine mögliche Einstimmung auf einen Urlaub auf dem Bauernhof wird ein alltäglicher Freizeitvertrieb präsentiert, der Spaß macht und das Miteinander fördert.

Die Absurdität des Hochkletterns einer Kuh auf den Baum, verleiht dem Buch eine  heitere Stimmungswürze. Aus einer misslichen Lage wird versucht das Beste zu machen und es einfach mit Humor zu nehmen. Große Bilder voller Trubel sind besonders für jüngere Kinder sehr anschaulich und ansprechend gestaltet. Die vielfältige Mimik und die unbeholfene und meist täppische Körpersprache von Lieselotte sind stets ein Genuss.

Ich lese und betrachte das Buch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Der Geruch der Tiere und die bloße Fantasie und die einfache Umgebung, die für das Erfinden von eigenen Spielen genutzt wurde, kommen mir wieder in den Sinn. Dieses Bilderbuch spiegelt eine sorglose Unbefangenheit und gleichzeitig die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte wider, in die ich gerne abermals eintauche.

Eine heitere Rückbesinnung auf eine Kindheit in der Natur.

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Tad Hills – So ein Superküken

Flip und Flop sind die besten Freunde und lieben es Schmetterlinge zu beobachten, dem Fluss zu lauschen, die Blumen zu riechen oder das warme Lüftchen zu genießen. Doch eines Tages taucht Kiki auf, eine alte Angeberin, die alles besser kann. Sie kann am längsten die Luft anhalten und auf dem Kopf stehen, am schnellsten auf einem Bein hüpfen und am geschicktesten Baumstämme balancieren. Flip ist von der neuen Freundin begeistert. Doch Flop möchte mit seinem Freund lieber alleine sein, denn dieser Wettbewerb geht ihm ganz schön auf den Keks. Wie kann er bloß seinen Freund für eine Weile wieder für sich gewinnen? Ein Plan muss her!

Es ist das Spiel mit der Freundschaft, der Umgang mit Prahlerei, Eifersucht und dem Wettbewerb, was der Autor hier gekonnt anspricht. Die Dialoge der drei Freunde sind sehr authentisch, genauso höre ich sie tagtäglich auch auf dem Schulhof. Die Handlungen sind ebenfalls sehr kindgetreu und aus dem Kinderalltag entnommen. Die Küken messen ihre Kräfte, Ausdauer und Geschicklichkeit. Doch einer ist dabei immer der Beste, das Superküken, Kiki. Flop muss dagegen mit seinen Niederlagen kämpfen und entschließt sich lieber zurückzuziehen und sich dem Wettbewerb nicht mehr zu stellen. Er ist ein ruhiges Küken und bevorzugt Tätigkeiten, bei denen es keinen Gewinner oder Verlierer gibt. Und damit der neue Freund nicht zwischen Flop und Flip steht, entwickeln die beiden einen fabelhaften Plan, der Kiki für eine Zeit lang aus dem Rennen schickt.

Das Ende ist sehr überraschend und das „Problem“ auf eine sehr witzige Art und Weise  gelöst. Sie packen Kiki in ihrer Stärke und locken sie damit in eine für die beiden Freunde mehr als verdiente „Ruhepause“. Die Darstellung des Umgangs mit Angeberei und dem Wettbewerb ist sehr gelungen und bietet wundervolle Lösungsvorschläge, die bereits sehr jungen Kindern einleuchtend erscheinen. Das Bilderbuch eignet sich besonders gut für eine szenische Umsetzung, in der die Gefühle der drei Freunde sehr schön herausgestellt werden können. Auch Standbilder können hier die jeweilige Situation und Stimmung gut verdeutlichen.

Die Illustrationen sind sehr gemächlich, klar, farbintensiv und mit wenigen Details bestückt. Sie heben die Verspieltheit der Freunde und die Liebenswürdigkeit der Charaktere besonders gut hervor.

Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch über Freundschaft, Eifersucht, Angeberei und dem Wettbewerb untereinander.

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Katie Cleminson – Otto, der Bücherbär

Otto ist kein normaler Bär, er ist ein Bücherbär und wohnt somit im Buch. Doch wenn niemand hinsieht, wird Otto lebendig und begibt sich regelmäßig auf Entdeckungsreisen. Als jedoch eines Tages seine Familie wegzieht und das Buch in Umzugskisten im leeren Haus stehen lässt, ist Otto zunächst sehr traurig und da er nicht alleine sein möchte, macht er sich einen Plan. Er packt seine Tasche und macht sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Doch das Leben in der Großstadt gefällt Otto so gar nicht, nun ja bis er … ein großes und helles Haus entdeckt …

In diesem Bilderbuch geht es um die Liebe zu Büchern. Aus der Sicht des Helden eines Bilderbuchs wird verdeutlicht, dass Bücher in der Tat ein Eigenleben führen können. Denn in ihnen stecken so viele spannende Geschichten und aufregende Figuren, dass sie zum Leben erweckt werden wollen. Diese Bücher möchten gelesen werden und kein trostloses Leben im Regal führen. Ganz auf der Fantasieebene von kleinen Kindern, spinnt die Autorin die Geschichte um Otto und lässt ihn nachts aus dem Buch herausschlüpfen, um die Welt zu erkunden. Beim Lesen werden die Charaktere im Kopf des Lesers lebendig und dieses Bilderbuch unterstreicht dieses Phänomen auf sehr kindgerechte Art und Weise.

Die Zeichnungen sind von sehr starken und dunklen Konturen geprägt, die Farben wurden eher dezent eingesetzt und bilden einen starken Kontrast zu den Umrandungen. Der Bücherbär wirkt dagegen von der ersten Sekunde an sehr symphatisch und äußerst freundlich. Besonders gut hat mir der Vergleich des Vorsatzpapiers am Anfang und am Ende des Buches gefallen. Am Anfang ist ein Bücherregal abgebildet, mit einer Vielzahl aneinander gereihten Büchern, am Ende sieht man die gleichen Bücher, jedoch diesmal mit all ihren lebendigen Helden, die um die Bücher platziert wurden und sich größtenteils ebenfalls der Beschäftigung des Lesens widmen.

Die gewichtige Botschaft ist daher: Bücher wollen gelesen werden, also nichts wie ran!

Ein Buch, das in keiner Bücherei fehlen darf.

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Ingrid & Dieter Schubert – Der rote Regenschirm

Die beiden Freunde, die kleine Katze und der schwarze Hund, werden durch einen Sturm voneinander getrennt. Der neugierige Hund tastet sich an den roten Regenschirm heran und wird glatt mit dem sturmigen Wind hoch in die Luft gerissen. Nun beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise. Er wandert gemütlich auf weichen Wolken, erfährt die Hitze in der Savannah, kämpft mit seinem Schirm gegen gefährliche Krokodile, reitet auf hohen Wellen und schwingt sich durch die Lianen im tropischen Regenwald. Doch irgendwann sind diese Abenteuer so erschöpfend, dass der Hund nur den Wunsch hat wieder zu seinem Freund zurück zu kommen…

Ein Bilderbuch ganz ohne Worte. Jede Doppelseite erzählt von den zahlreichen Abenteuern des kleinen Protagonisten. Das Buch lebt von den Bildern und die Handlung ist unkompliziert und schnell zu erfassen. Die fantastische Reise führt den neugierigen Hund durch viele wunderschöne Orte auf dieser Welt, die jedoch auch Gefahren bergen können. Die Bilder bieten durch einige Einzelheiten eine differenzierende Bandbreite an Sprachmaterial, sodass die Sprachkompetenz der kleinen Erzähler nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden kann. Es bietet sich ebenfalls an, die jeweiligen Abenteuer gemeinsam mit den Kindern nachzuspielen. Da wäre das Hüpfen auf den Wolken, das Wellenreiten, der Tauchgang in die Tiefen des Meeres, das Schwingen auf den Lianen und das Frieren am Nordpol. Die Kinder werden sich wunderbar in die jeweilige Situation hineinversetzten und somit ihre Fähigkeiten im gestischen und mimischen Spielen ausbauen können. Denn auch die Gefühlswelt wird angesprochen: die Trauer über den Verlust des Freundes, die Aufregung all die unbekannten Tiere zu sehen, die Furcht vor den Krokodilen, die Erschöpfung am Ende der Reise und die Wiedersehensfreude zum Schluss. Die Bandbreite ist beachtlich.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Titelbildgestaltung, die ganz irreführend eine Giraffe abbildet. Man könnte vermuten, dass die Giraffe eine besondere Rolle in dem Buch spielt, was jedoch nicht der Fall ist und sich somit eher als störend erweist und eventuell zu Missverständnissen führen könnte.

Ein Bilderbuch, das ganz ohne Worte auskommt, die sprachlichen Kompetenzen fördert und wunderbar für das Nachspielen eingesetzt werden kann.

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Margarete Stephan und Michael Wrede – Bille haben will

Buchrückentext:

„Immer wenn Bille etwas Neues entdeckt, hüpft sie aufgeregt auf ihrem Nestrand umher und kräht in einem fort „Bille haben will!“ Jakob und Lisa, ihre Eltern, möchten ihr gern jeden Wunsch erfüllen. Auch wenn das manchmal gar nicht so einfach ist. Das Nest ist schon völlig überfüllt, aber Bille liebt ihre vielen Spielsachen. Im Herbst müssen sie in den Süden fliegen. Billes Schätze können unmöglich alle mit. Aber Robert und Susan, ihre neuen Freunde, wissen eine Menge neuer Spiele.“

Inhalt:

Bille wird von ihren Eltern ganz schön verwöhnt, denn sie bekommt alles was sie haben will. Egal, ob die Brille von ihrer Tante, einen Löffel, einen großen Teddy-Bär oder die golden schimmernde Glocke. Die Eltern begeben sich sogar in Gefahr, um der Tochter all ihre Wünsche zu erfüllen. Doch Bille hat nicht genug und sucht sich immer neue Sachen, die die Eltern herbeischaffen sollen.  An einem Herbstag jedoch muss sich Bille schweren Herzens von ihren Schätzen trennen, denn sie fliegen alle in den Süden. Bille kann sich nicht entscheiden, welche Sachen sie am liebsten hat und versucht doch ziemlich alles mitzunehmen. Den Großteil verliert sie utnerwegs, worüber Bille ziemlich verärgtert ist, doch dieser Ärger verfliegt, als sie ihre neuen Freunde Robert und Susan kennen lernt. Das gemeinsame Spielen hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie ihre verlorenen Schätze nun längst vergessen hat.

Meinung:

Welche Eltern kennen diese Trotzphase nicht, wenn ihr Kind etwas möchte und zwar sofort. Doch wie reagiert man als Elternteil? Jedefalls nicht so wie es in dem Buch suggeriert wird. Wie soll dieses Problem gelöst werden? Darauf wird in dem Buch leider nicht eingegangen. Die Implementierung der Erkenntnis, dass das Materielle durch eine Freundschaft nicht ersetzt werden kann, finde ich jedoch durchaus gelungen. Auch die Illustrationen laden den Leser dazu ein, auf den Seiten etwas länger zu verweilen und sich alle Sachen, die Bille ansammelt, genauer anzuschauen. Sprachlich empfinde ich manche Ausrufe von Bille etwas fragwürdig: Bille haben will, diese Satzkonstruktionen sollten sich die Kinder besser nicht aneignen 🙂

Bewertung: