François und Jean Robert – Gesichter

Gesichter Francois Robert

Im Sommer feiert unsere Schule ein Schuljubiläum. Im Rahmen dieser Feierlichkeit planen wir eine Projektwoche zum Thema „Schule früher und heute“.  Im Laufe der Woche werden unterschiedliche Workshops angeboten, aus denen die Kinder wählen dürfen. Dieses Bilderbuch wäre ein toller Aufhänger, um die Schule etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und für den Tag des Schuljubiläums den Besuchern einige Rätsel bzw. Suchaufträge zu stellen.

Die Autoren von „Gesichter“ liefern eine tolle Bandbreite an leblosen Objekten, denen scheinbar Leben eingehaucht wurde. Durch den richtigen Winkel wird eine Rohrzange zu einem Vogelgesicht, ein Lederrucksack zu einem verschmitzt lächelnden Held und die geöffnete, leicht gezackte Schere zu einem gefährlichen Hai. Es bedarf ein bisschen Fantasie und vor allem den richtigen Ausschnitt, um verborgene Gesichter zu entdecken. Solche visuellen Spielereien machen Kindern Spaß, da sie noch viel unbefangener ihre Umgebung wahrnehmen.

Nach der gemeinsamen Entdeckungstour der Fotografien von Robert dürfen die Kinder selbstverständlich sich auf die Suche nach ihren Motiven begeben. Hierbei kann der Suchauftrag natürlich geöffnet werden, sodass nicht ausschließlich Gesichter gesucht werden dürfen, sondern interessante oder auch ungewöhnliche Ausschnitte der Schule fotografiert werden können. Warum nicht die Schule durch andere Augen sehen und Winkel und Ecken entdecken lassen, die man sonst vielleicht gar nicht zu sehen vermag?

Gesichter Robert Fotografie

Faszinierende Ausschnitte, die dem Betrachter die Augen öffnen  und die Welt aus vielen Winkeln sehen lassen.

bei amazon.de*

Andrea Wegener – Textile Klassen-Projekte

Textile Klassenprojekte

In der Kunstpädagogik scheinen textile Projekte  in der heutigen Zeit rückläufig zu sein. Das sehe ich an den Angeboten der Kunsthallen, Kreativaktionen in den Kinderkunstmuseen und den eingereichten Vorschlägen für Projekte an den Schulen seitens der Künstler. Hierfür bedarf es ein hohes Maß an Vorstellungskraft, viel Ausdauer, eine gute Feinmotorik und viel Kreativität.

Die Freude der Kinder über die Erschaffung eines textilen Produktes ist jedoch weiterhin enorm. Auch die Jungen üben sich fleißig und ausdauernd am Einfädeln und dem Vorstich. Im 3. Schuljahr ist das Nähfieber ausgebrochen. Begonnen haben wir mit einer kleinen Textilkunde zum Thema „unterschiedliche Stoffe“. Hierfür nutzte ich die Informationen aus diesem Band (s. Textilkunde), die ich mit passenden Bildern untermalt und die entsprechenden Stoffe zum Fühlen und Anfassen ausgelegt habe. Die Überraschung war groß, dass für Seide die Seidenraupen zuständig sind, wohingegen Bauwolle aus einer Pflanze gewonnen wird.

Nach diesem Einstieg folgte der Nadel- und Fadenführerschein, bei dem das Einfädeln, der Knoten, das Annähen eines Knopfes und der Vorstich geübt wurde. Nun konnte ich aus dem Ideenschatz dieses Bandes schöpfen und den Kindern einfache oder anspruchsvolle Objekte anbieten.

Unter den fantasievollen Objekten befinden sich: Autos, Monster, Mäuse, Vögel, Bücher-Ecken-Monster, Fähnchen, Fische, Rollmäppchen, Spinnen im Netz, Stoffuhr, bunte Schlüsseltaschen etc. Hier ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen etwas dabei! Zu jedem Vorschlag finden sich farbige Fotos und Schablonen (sofern sie benötigt werden). Neben den Lernzielen ist eine mit Zeichnungen bebilderte, sehr ausführliche Anleitung beigefügt. Sehr witzig ist die Idee Tipps zum Einsatz im Unterricht aufzuführen. Oft werden die Produkte ausgestellt und verschwinden danach recht schnell. Die Autorin gibt Hinweise wie z.B. das soziale Gefüge durch Spiele mit den Objekten gestärkt werden kann.  Vor allem diese sinnvollen Nutzungsideen haben mich hier beeindruckt, sodass ich sicherlich in Zukunft mehr auf die Verwendung achten werde.

Die Bücher-Ecken-Monster werden nun an die Patenkinder aus den 1. Schuljahren verschenkt. Sie verlieren nämlich ständig ihre Klebezettel für die Lesebücher 😉

Textile Klassen-Projekte Grundschule

Praktische Anregungen für den Unterricht mit vielen  sinnvollen Nutzungsvorschlägen.

bei amazon.de*

Brenna Maloney – Vorsicht Sockentiere!

Vorsicht Sockentiere

Aus alten Socken oder Strümpfen kleine, ausgestopfte, kreative  Tiere nähen – das ist die Grundidee dieses Buches. Es entstehen freche Mäuse, kühne Hamster, niedliche Raupen, kunterbunte Fische, gestreifte Eulen oder auch schnurrende Kätzchen.

Mit Stickgarn, Bänden und Knöpfen wird aus einer ausrangierten Socke ein wahrer Hingucker. Die Anleitung wird von Fotografien begleitet und mit einigen Erklärungen ergänzt. Hin und wieder tauchen Umrissformen auf, die zum Zuschneiden genutzt werden können.

Diese Projekte sind wirklich gelungen bildlich in Szene gesetzt. Bei der Betrachtung der Ergebnisse möchte man am liebsten gleich loslegen. Jedoch merkt man dann nach den ersten 5 Minuten, dass in der Anleitung einige Lücken sind. Es fehlt einfach an ausführlicher Beschreibung und an sinnvollen Schritt-für-Schritt Anleitungen. Diese Projekte sind eher für geübte Näher gedacht, die sich ein paar Inspirationen holen möchten. Kinder werden mit der lückenhaften Beschreibung und Darstellung schnell überfordert sein.

Das Buch ist recht amüsant geschrieben. Die Autorin lockert die Projekte durch ihren Witz auf, wenn es z.B. zu Beginn heißt „Es könnte katastrophal für Sie sein, mich als Beraterin zu haben.“ (S. 10). Ob sie da schon ahnte, dass die Darstellungen eigentlich recht konfus sind?

Geübte Näher können sich hier nichtsdestotrotz einige Anregungen für die besinnliche Weihnachtszeit holen und einige  kreative Spielzeuge gestalten.

Vorsicht Sockentiere

Nur für geübte Näher zu empfehlen.

bei amazon.de

Astrid Friedrich – Drucken mit Kindern

Drucken mit Kindern

Die Druckwerkstatt von Astrid Friedrich stellt sämtliche Druckverfahren für die Grundschule vor: Spritzdruck, Stempeldruck, Obst- und Gemüsedruck, Blätterdruck, Styropordruck, Kartondruck, Kordeldruck, Linoldruck etc. Dabei werden in einer hilfreichen Tabelle alle Projekte in den Lehrplan zu den passenden Kompetenzen eingeordnet und beispielhafte Bewertungskriterien angeschnitten. Hierbei werden Kriterien für die Gruppenarbeit genauso berücksichtigt wie die Druckergebnisse, unterteilt in Idee und Ausführung.

Jede Druckgrafik wird mit der Angabe zum Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand eingeleitet. Es folgt eine Materialübersicht sowie eine im Fließtext beschriebene Vorgangsdarstellung. Ein farbiges Beispielbild und evtl. Kopiervorlagen wie z.B. Vorlagen für Schablonen runden die dargestellte Technik ab.

Astrid Friedrich ist ein alter Hase in der Veröffentlichung vom praxisnahen Material für den Kunstunterricht der Grundschule. So besitze ich bereits sämtliche Bände der Reihe „Kunst mit Kindern“ und schöpfe daraus regelmäßig  Ideen für neue Projekte im Kunstunterricht.

Die Autorin schafft es der Lehrkraft gleich zu Beginn die Angst vor den Druckverfahren zu nehmen und zeigt wie einfach der Einstieg bereits mit Erstklässlern aussehen kann und wie viel Spaß diese Techniken machen können. So wird für die Herbstzeit der Blätterdruck vorgeschlagen. Zur Differenzierung eignet sich die Einbettung eines Igels auf dem Blätterhaufen (siehe Foto unten).

Besonders hilfreich sind die Hinweise, die aus der Praxis erwachsen sind und auf evtl. Schwierigkeiten oder Probleme aufmerksam machen. So ist beim Blätterdruck darauf zu achten, dass die Blattseite mit den filigranen Adernetzen mit Wasserfarbe bemalt wird, um einen optimalen Blätterdruck zu garantieren.

Auch die Verweise auf Online-Shops in denen unterschiedliches Material käuflich erworben werden kann, ist für mich als fachfremde Lehrkraft, die nicht unbedingt mit spezifischen Begrifflichkeiten  (z.B. Weichpolystyrol) vertraut ist, hilfreich.

Pappdruck und Kantendruck Giraffe

In der Praxis haben wir erfolgreich den Kartondruck erprobt und die Bedeutung einer Skizze herausgearbeitet. Leistungsstarke Kinder haben auf ihrem Druck noch den Pappkantendruck ergänzt oder Kleinigkeiten mit dem Kordeldruck hinzugefügt. Passend zum Thema Herbst ließen wir es uns im ersten Schuljahr nicht nehmen mit dem Apfel tolle Drucke herzustellen.

Drucken mit Kindern

Eine tolle Übersicht über gängige Druckverfahren mit sehr hilfreichen Hinweisen für die Praxis.

bei amazon.de

Doris Kutschbach – Der blaue Reiter

Der blaue Reiter

 Ihre Kunst sollte im Galopp die Welt erobern.

Die Künstlergruppe „Der blaue Reiter“ ist der Fokus dieses Bildbands mit vielen zusätzlichen Informationen in kindgerechter Sprache. Es beginnt mit „Es war einmal“ wie ein Märchen und erzählt mit liebevollen Details wie es zur Bildung der leidenschaftlichen Künstlergruppe kam, was ihre Motive waren und wie es letztlich durch den Ersten Weltkrieg zerstört wurde.

Auf jeder Doppelseite ist ein großformatiges Bild abgebildet, zu dem es tragende Hinweise seitens der Autorin gibt. Sie helfen das Bild zu verstehen und geben hintergründige Anhaltspunkte, so dass der Betrachter die Absichten und das Abgebildete viel besser verstehen kann. Doris Kutschbach nutzt dabei sehr rührende Bildnisse und eine poetische Sprache, woraufhin die Liebe zu den Kunstwerken gleich überspringt.

Die Farben bringen seine Bilder zum Klingen, so wie Töne aus Noten Musik erzeugen.

Mithilfe der festgehaltenen Interpretationsansätze lassen sich Bildbetrachtungen viel besser vorbereiten und wunderbar im Kunstunterricht einsetzen. Zusätzlich bietet das Buch eine Vielzahl an großen, bunten Gemälden, die hervorragend auf farbige Folie gezogen werden können.

Folgende Kunstwerke werden hier besprochen:

  • Wassily Kandinsky („Das bunte Leben“, „Berg“, „Romantische Landschaft“, „Improvisation“, „Murnau mit Kirche“
  • Gabriele Münter („Jawlensky und Werefkin“)
  • Alexej Jawlensky („Murnauer Landschaft“, „Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff“)
  • Franz Marc („Der Tiger“, „Reh im Wald II“, „Die Vögel“)
  • August Macke („Zoologischer Garten“, „Türkisches Café“)
  • Paul Klee („Rosengarten“)

Erfreulicherweise wird das Ende der Künstlergruppe mit dem Bild „Rosengarten“ beendet. Hier wird deutlich, dass die Rosen ihre Hälse recken und das langsame Erblühen neue Hoffnung weckt. Das Leben geht weiter.

Der blaue Reiter
Bedeutende Bildhinweise und gute Interpretationsansätze in kindgerechter Sprache.
bei amazon.de

Annemarie van Haeringen – Monsieur Matisse und seine fliegende Schere

Monsieur Matisse und seine fliegende Schere

Monsieur Matisse ist ein Maler mit ganz viel Sonne im Bauch. Dementsprechend sind seine Bilder farbenfroh, frisch und rein. Doch eines Tages scheint die Sonne im Bauch nicht mehr. Monsieur Matisse wird krank und ganz schwach. Im Krankenhaus wacht er in einem weißen, tristen Zimmer auf und beschließt sie nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Doch das stellt sich als sehr mühsam heraus. Als sein Blick auf eine Schere fällt, erwacht ihn ihm neuer Lebensmut. Seine Idee heißt „Malen mit der Schere“ und so fliegt die Schere und er schneidet und schneidet und erschafft eine ganz eigene, wunderbare Farbwelt.
Der französische Maler Henri Matisse wird von Annemarie van Haeringen in diesem Bilderbuch als ein Künstler mit  sonnigem Wesen vorgestellt. Besonderer Fokus ist seinen letzten Jahren gewidmet, seiner Krankheit und der daraus entstandenen Idee der fliegenden Schere.

Die Sätze sind durchweg kurz und leicht verständlich. Die Gestaltung der Wände erinnert stark an das Kunstwerk „Der Papagei und die Meerjungfrau“.  Sehr schön ist, dass die Autorin auch erwähnt, dass Henri Matisse oft all die schönen Erinnerungen an seine Reisen in den Kunstwerken festgehalten hat. In den Motiven finden sich Pflanzen, Blumen, Tang, Algen, Schwämme und Vögel. Die Faszination mit der Schere zu „malen“ springt definitiv über und unterstreicht den innovativen Gedanken:

Das ist Bildhauerei direkt in Farbe!
Was liegt da näher als nach dem Lesen das Malen mit der Schere auszuprobieren?
Monsieur Matisse und seine fliegende Schere
Hautnahe Liebe zur Kunst!
bei amazon.de

Jakobine Wierz – 20 x Werken für 90 Minuten: Klasse 3/4

20x Werken für 90 Minuten

Das Erproben von Materialien im Hinblick auf räumliche Wirkungen ist eine im Lehrplan NRW fest verankerte Kompetenzerwartung im Fach Kunst. Der Entwicklung von Gestaltungstechniken des Plastizierens und die Handhabung unterschiedlicher Materialien und Werkzeuge wird ein großes Gewicht beigemessen.

Hier sollte trotz der größeren Verletzungsgefahr nicht davor zurückgeschreckt werden den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben Grunderfahrungen im Umgang mit Werkzeugen zu sammeln. Das sachgerechte Arbeiten mit Säge, Hammer und Nagel sollte den Kindern auch in der Grundschule nicht vorenthalten werden.

Dieses Buch berücksichtigt kleine Projekte mit verschiedenen Grundmaterialien, die in 90 Minuten realisiert werden können. Es gliedert sich in sieben Kapitel, die jeweils einem Material gewidmet sind: Ton, Gips, Stein, Draht/ Metall, Seife, Wachs und Holz. In allen Kapitel wird erfreulicherweise mit einem einfachen und anspruchsvollen Projektvorschlag eingestiegen, so dass die Lehrkraft die für die Lerngruppe passende Möglichkeit auswählen kann.

Positiv hervorzuheben sind die genau bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Der ergänzende Text hilft bei der erfolgreichen Umsetzung der Aktivitäten. Im Vorwort werden außerdem einige mögliche Bewertungskriterien für das plastische Gestalten formuliert. Zu Beginn jedes Kapitels werden sehr hilfreiche Tipps in Bezug auf die Arbeit mit dem jeweiligen Material gegeben.

Die 20 Kurzprojekte sind besonders für fachfremd Unterrichtende zu empfehlen. Dieses Buch gibt Sicherheit und zeigt sehr kleinschrittig den Weg zu schnellen Erfolgen im plastischen Gestalten. Neben Kerzengießen zur Weihnachtszeit, finden sich hier weitere tolle Ideen wie Seifenskulpturen, Kerzenhalter aus Draht oder Seifenkugeln. Wir haben beim Adventsbasteln den Vorschlag „Ausgestochene Geschenkanhänger“ und „Obstschälchen“ ausprobiert. Parallel zum Sachunterrichtsthema „Weihnachtsgewürze“ haben wir als Weihnachtsgeschenk für die Eltern Seifenkugeln mit Gewürzen geformt. Andere Projekte warten darauf baldmöglichst auch realisiert zu werden.

20x Werken für 90 Minuten

Bezaubernde Vorschläge zu vielen unterschiedlichen Materialien im Bereich „plastisches Gestalten“.

20 x Werken für 90 Minuten – Klasse 3/4: Kurze Projekte für schnelle Erfolge

(bei amazon.de)

Agnes Jiresch-Stechele – Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst 3/4

GUte Aufgaben für den Wochenplan

Rezension
 Was sind gute Aufgaben?
Gute Aufgaben ermöglichen in ihrer Offenheit und ihrem Anspruchsniveau jedem Kind, Erfolgerlebnisse und Lernfortschritte zu erreichen. Sie fordern dazu heraus selbstständig Erfahrungen zu machen und sie zu versprachlichen, um sich anschließend auszutauschen (Ich-Du-Wir-Prinzip) (vgl. S.4f.). Die in diesem Band zusammengefassten Kunstaufgaben balancieren zwischen Offenheit und Anregung, um einen individuellen, mehrperspektivischen Zugriff zu ermöglichen. Die 27 Kunstaufgaben wurden in 8 Bereiche unterteilt:
  1. Menschen und Alltagsgegenstände
  2. Tiere und Fabelwesen
  3. Natur- und Wetterphänomene
  4. Muster, Strukturen und Ordnungen
  5. Basteln und Bauen
  6. Witzbilder
  7. Schwarzer Filzstift
  8. Farben

Jede Aufgabe wird mit einer Darstellung der Sachinformationen eingeführt. Es folgen die zu erwartenden Lernchancen sowie die Übersicht über das benötigte Material. In methodischen Hinweisen wird das weitere Vorgehen kurz erläutert und Möglichkeiten zur unterrichtlichen Ausgestaltung aufgezeigt.

Auf verschiedenen Wegen zur Lösung!
Ich habe nach Kunstaufgaben gesucht, die ohne viele Erklärungen auskommen und trotzdem motivierend für die Kinder sind. Außerdem war mir der mehrperspektivistische Zugang zur Lernaufgabe wichtig sowie die Einbindung des kooperativen Lernens. Die hier vorliegenden Kunstaufgaben sind nach dem Schema „Ich-Du-Wir“ konzipiert. Erst gilt es durch Bildimpulse oder anregende Fragestellungen evtl. Regelmäßigkeiten zu entdecken oder die Kinder zum genauen Hinschauen herauszufordern. Dann folgt der Austausch mit einem Partner und schlussendlich knüpft die Präsentation des Ergebnisses an. Besonders erfreulich ist, dass ein großer Wert auf Zeichen- und Maltechniken gelegt wurde. Die SuS setzen sich mit detailtreuen Zeichnungen von Steckbausteinen oder Schulranzen, comichaften Tierdarstellungen, Abstrahierungen oder Darstellungen mit Mustern auseinander. Sie nutzen Medien in Form von schulischen Alltagsgegenständen, um Klassenzimmerkunst zu erschaffen. Die Kinder erweitern ihre Kenntnisse in Bezug auf Farbenlehre, indem sie mit Farben experimentieren, sie in Kategorien einteilen und ihre Wirkungen untersuchen.
Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Die Aufgaben sind durchweg anregend, differenziert und breit gefächert. Das Layout und die Gestaltung der einzelnen Arbeitsblätter ist leider wenig attraktiv und folgt immer dem gleichen Darstellungsmuster. Hier wären ansprechendere und abwechslungsreichere Darstellungsformen wünschenswert gewesen.
Für den Wochenplan sind die Aufgaben selbst erklärend und motivierend. Einzelne Themen, wie z.B.  Selbstporträts oder Fabelwesen lassen sich sehr gut auch außerhalb des Wochenplans einsetzen. Die einzelnen Lernangebote sind unabhängig voneinander gestaltet, so dass sie sich auch gut für den Vertretungsunterricht eignen.Die Fotos und Gemälde sind auf der CD-ROM auch in Farbe verfügbar!

Blick ins Buch
GUte Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Fazit
Differenzierte Lernaufgaben mit verbesserungswürdigem Layout.

bei amazon.de

Bernd Wehren – Der Bastel-Führerschein

Der Bastelführerschein

Zur Schulung feinmotorischer Fähigkeiten von Kindern in der Schuleingangsphase, bietet der Bastel-Führerschein eine Sammlung unterschiedlicher Angebote zu den Bereichen „Schneiden, Malen, Falten, Reißen, Kleben“. Der sichere Umgang mit Kleber und Schere wird anhand von 24 Bastelaufgaben trainiert und jede erledigte Aufgabe in einem Bastel-Führerschein notiert.

Bevor die Kinder ihre Urkunde abholen können, gilt es eine Führerschein-Prüfung zu bestehen. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Generalprobe müssten die Kinder gut für die Prüfung gewappnet sein. Eine Urkunde würdigt schließlich ihre Leistung und Mühe.

Ein Klassensatz farbiger Bastel-Führerscheine ist dem Band beigefügt und kann auch einzeln nachbestellt werden.

Eine gut ausgebildete Feinmotorik ist eine grundlegende Fertigkeit, die nicht nur im Kunstunterricht bedeutsam ist. Der richtige Umgang mit Schere und Kleber ist in allen Fächern im alltäglichen Unterricht essentiell.

Dieser Band beinhaltet Aufgabenformate, die Kinder darauf vorbereiten sollen und sich in ihrem Schwierigkeitsniveau stets steigern. Vorerst gilt es Vorübungen zum Schneiden zu bewältigen, indem Kinder entlang gestrichelter Linien schneiden sollen. Es folgen Ausschneideseiten, bei denen lediglich viereckige Figuren ausgeschnitten werden sollen, bevor sich Kinder an runde Formen herantrauen. Die dadurch entstandenen Ergebnisse, wie z.B. ein Schloss, dürfen auch für den fächerübergreifenden Unterricht genutzt werden. Ein Schloss dient somit als Inspiration zum Schreiben von Märchen oder anderen Geschichten. Für eine bessere Präsentation der Schreibergebnisse kann die Geschichte auch mitten ins Tor geklebt werden (siehe Bild unten).

Einfache Bastelspiele, wie z.B. Memo, Domino oder ein Puzzle ergänzen das Angebot. Wünschenswert wäre die Beilage einer CD gewesen, auf der die vorhandenen Bastelangebote und der Führerschein an die Lerngruppe hätte angepasst werden können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für die Erst- und Zweitklässler die Anzahl der Angebote etwas erschlagend war und die Lust nach ca. 10 Bastelangeboten schwand. Das ist schade. Mit einer beiliegenden CD hätte man die Anzahl der Angebote und die Reihenfolge an die Kinder anpassen können.

Die Angebote eignen sich jedoch auch hervorragend für die Kunst-Freiarbeitsecke, auch in den höheren Jahrgängen. Durch die Angebote werden Kinder auch zur Weiterarbeit angeregt und so entstehen ganz wunderbare Produkte, wie z.B. eine Schatzkiste mit einem aufklappbaren Deckel. Diese Idee nutzte ein Kind aus meiner Klasse, um darin seine eigenen Lernwörter niederzuschreiben.

Der Bastel-Führerschein
Selbsterklärende Bastelangebote zum besseren Umgang mit Schere und Kleber.

bei amazon.de

„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

"Heute bin ich" Hout

 

Endlich war es soweit! Inspiriert von dem grandiosen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout gestaltete meine dritte Klasse eigene „Gefühlsfische“ mit Jaxonkreide.

Wir versammeln uns im Kinositz. Der Erzählstuhl ist bereits mit dem roten Umhang geschmückt. Ein Ritual, das die Kinder seit der zweiten Klasse kennen. Die Vorfreude steigt. Sie lieben Bücher! Ich erkundige mich bei den Kindern nach ihrer Gefühlslage. Auch das kennen sie und teilen ihren Gemütszustand freudig mit. An der Tafel notiere ich die genannten Adjektive und achte darauf die positiven Gefühlszustände von den negativen räumlich zu trennen. Darauf kommen wir später zurück.

Heute bin ich

Ich nehme mir Zeit und atme erst einmal tief ein und aus. Dann öffne ich langsam die erste Seite. Ich lese ein Wort vor und schwinge das Buch von links nach rechts, um allen Kindern die Gelegenheit zu geben das erste Bild ganz genau zu betrachten. Es ist mucksmäuschenstill. Nach dem zweiten Bild kommen bereits die erwarteten „Oh, ist das schön!“-Töne. Die Kinder sind gefangen, das sehe ich an ihren Gesichtsausdrücken. Sie imitieren die Fische.

"Heute bin ich" Mies van Hout

 

Nach dem Gefühlsbild „zornig“ habe ich sie endgültig. Sie springen ein Stück freudig erregt von den Bänken und müssen ihre Begeisterung ihren Mitschülern mitteilen. Es wird gelacht. Gleichzeitig spiegeln sie den Fisch wider. Das ist der Moment, um gemeinsam einige Gefühlszustände mimisch darzustellen. Dankbar nehmen sie meinen Vorschlag an und ich sehe ein Meer an Fingern in der Luft.

Die Kinder waren von der ersten Sekunde an emotional von diesem Bilderbuch berührt. Da fiel es ihnen auch gar nicht schwer Kriterien zu sammeln und die Identifizierung des Gefühls zu begründen. Es war eindeutig, dass der Gemütszustand des Fisches sich dem Betrachter erschließen sollte. Der Künstler musste also auf die Farbwahl achten, auf den Gesichtsausdruck und evtl. auch auf die Körperhaltung. Natürlich musste auch die Schrift, das Gefühlswort, dem Bild angepasst werden. Der Schriftzug „stolz“ wurde mehrmals nachgezogen, die Linien sind schließlich ziemlich breit. Ein Kind kam gleich auf die Idee Sonnenstrahlen im Buchstaben „o“ zu ergänzen, um die Freude zu unterstreichen. Die Kinder waren Feuer und Flamme!

Das Kunstkartenset diente später dazu sich noch einmal Inspirationen zu holen oder  um einfach ganz verträumt über die Schönheit der Fische zu staunen.

Heute bin ich

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ biete ich zu dem Bilderbuch ein Materialpaket an, bestehend aus 32 Wortkarten mit Adjektiven, einer möglichen Beurteilungskriterienliste,
Beispielen und Fotos aus der Praxis und Visualisierungshilfen als Differenzierung. 

Materialpaket Heute bin ich Mies van Hout Gefühle Unterricht

(Material-ID: #124984)