Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson – Ginpuin

Auf einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt leben unzählige Pinguine. Sie gehen gemeinsam schwimmen, fangen Fische und spielen Eishügelrutschen. Eines Tages kommt jedoch ein Pinguin zur Welt, das zwar genauso aussieht wie anderen, aber mit dem doch was nicht stimmt. Er verdreht die Buchstaben und sagt: „Ich will auch mit zur Scheisolle!“, als die anderen Pinguine ins Meer springen und in Richtung Eisscholle schwimmen. Alle anderen lachen ihn deshalb aus und der kleine Pinguin, den alle schon bald nur noch Ginpuin nannten, wurde sehr traurig. Seine Traurigkeit bringt ihn schon bald dazu die Insel der Pinguine zu verlassen und sich auf eine lange Reise zu machen … Eine Reise, die die anderen Pinguine ihm niemals zugetraut hätten …

Die Andersartigkeit bringt den kleinen Pinguin dazu sich auf die Suche nach dem großen Glück und Anerkennung zu begeben. Von seinen Artgenossen stets aufgrund seines Sprachfehlers ausgelacht, sehnt er sich nach Toleranz und Akzeptanz. Sein Andersseins wird allerdings durchgehend humorvoll aufgefasst und die Liebenswürdigkeit dieser Behinderung in den Vordergrund gestellt. Es werden Probleme eines solchen Sprachfehlers sehr amüsant dargestellt, wenn der Ginpuin z.B. einen Albatros nach einem Fisch fragen möchte und dieser ihn zu einem Schiff bringt.

Das Bilderbuch handelt auch von Fern- und Heimweh. Der Ginpuin sucht das große Glück und erkennt schon bald was Sehnsucht nach Familie und Heimat bedeutet. Seine Pinguinfamilie lernt Andersartigkeit zu schätzen und sieht nun auch die darin liegenden Abenteuer und Chancen. Wer hätte schon gedacht, dass man auf „Fischen übers Meer“  fahren kann?

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut für vielfältige Gesprächsanlässe mit Kindern über Behinderungen, Sprachstörungen und die damit einhergehenden Probleme in der Gesellschaft. Mit diesem Bilderbuch können durch Aufklärung vielleicht sogar traumatische Ereignisse und Isolation verhindert werden und stattdessen das Selbstvertrauen der Kleinen schon früh gestärkt werden.

Die Illustrationen in gedeckten Farbtönen werden immerzu getrennt vom Text abgebildet. Es scheint so, als würden die Bilder dadurch eine eigene Wertschätzung, schon fast wie kunstvolle Gemälde bekommen, sodass der Betrachter seine Reinheit und Absolutheit in sich aufnehmen kann.

Ein äußerst humorvolles und einfühlsames Bilderbuch über ein bewegendes Thema.

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Sybille Hein – Fritzi Mauseohr: Schwarz & kunterbunt

Fritzi Mauseohrs Welt ist kunterbunt. Seine Lieblingsfarbe ist Gemütlichkeitsgrau. Fritzis Mauseschwestern bevorzugen rot, eine Farbe, die im Bauch kribbelt. Und seine Mama schwärmt von gelb, wie die große Käsesonne. Als alle Farben verschwunden sind und die ganze Familie ein schwarz, so wie die Nacht, erblicken, werden die Mäuse kreativ. Sie verwandeln das „schwarze Riesenvieh“ mit einigen Hilfsmitteln in etwas „Kunterbuntes“.

Die Welt in bunt ist doch viel schöner! Das denkt sich Fritzis Mäusefamilie und lässt die Welt um sich herum in prächtig kunterbunten Farben erstrahlen. Dabei machen sie auch keinen Halt vor ihren Feinden und wollen unbedingt die Sonne wieder ins Mäusehaus lassen und nicht das schwarze Fell des Katers Grabsch betrachten müssen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? In diesem äußerst amüsanten, kleinen Pappbilderbuch geht es um unterschiedliche Farbtöne dieser Welt. Es werden ebenfalls Dinge abgebildet, die in dieser Farbe zu finden sind: Mausgrau, Erdbeerrot, Gurkengrün, Limonengelb und eben Katzenschwarz. Dreijährige können an das Buch anlehnend, ebenfalls ihre Lieblingsfarbe schildern und begründen, weshalb sie diese Farbe mögen und wo sie in ihrer Umwelt überall zu finden ist.

Um seine Welt im positiven Licht erstrahlen zu lassen, muss man sich zu helfen wissen. Die Mäusefamilie schreitet zur Tat und wird aktiv. Das Ergebnis ist sehr erheiternd und vergnüglich!

Fritzi Mauseohr-Fans aufgepasst! Ein erneut erheiternder Band zum Thema „knall-quietsch-bunte“ Farben.

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Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner – Lullemu, wer bist DU?

Der muntere und sehr aufgeweckte Hund Lullemu hat zwar eine sehr große Sammlung an Spielzeugen, aber dafür keine Freunde. Eines Tages macht er sich auf die Suche und stellt ganz unterschiedlichen Tieren immer ein- und dieselbe Frage: „Wollen wir Freunde sein?“. Der Hahn möchte Lullemu nur als Freund haben, wenn dieser ein prächtiges Federkleid zeigt. Das Schaf verlangt nach einem wolligen Fell. Und als schließlich ein Marienkäfer auf feine Flügeln beharrt, muss Lullemu erkennen, dass er den Bedingungen der Tiere nicht gerecht werden kann….  Und dann trifft er einen, der auch schon soooo lange auf der Suche nach einem Freund ist …

Der Aufbau und die Thematik dieses Bilderbuchs erinnert mich sehr stark an das erst kürzlich rezensierte Buch „Passt das?“ von Meike Teichmann. In beiden Büchern begibt sich der Protagonist in die Tierwelt, um nach Zugehörigkeit und Freundschaft zu suchen. Dieses Bilderbuch unterscheidet sich dadurch, dass der Protagonist sich nicht von sich aus verändern möchte, sondern von seiner Außenwelt dazu genötigt wird. Als Aussenseiter möchte sich Lullemu stets anpassen und erfährt permament Ausgrenzung, Missgunst und Zurückweisung. Er kann es keinem Tier recht tun, so sehr er sich auch bemüht. Bis er eines Tages einen seinesgleichen findet.

Dieses Bilderbuch behandelt das Thema Freundefinden sehr spielerisch. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt. Die Traurigkeit Lullemus kommt nur dezent zum Vorschein. Es zeigt, dass wahre Freundschaft an keine Bedingungen geknüpft sein sollte. Bei wahren Freunden soll man sich so geben können, wie man tatsächlich ist, ohne sich verstellen zu müssen.

 

Eine bunte Geschichte vom Freundefinden.

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Claudia Gliemann und Michael Renouf – Wir Freunde

Ein Freund ist jemand, bei dem du Fehler machen darfst.

Weil er selbst welche macht…

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Charakteristika des Themas Freundschaft. Was macht wahre Freundschaft aus? Ist es Vertrauen, Geborgenheit, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Ehrlichkeit, Authentizität und Zusammenhalt? Freunde sind etwas Wertvolles und das versucht dieses kleine Freundebuch zu vermitteln. Auf 11 Doppelseite wird ein die Freundschaft prägendes Stichwort mit einem kurzen Satz und einem dazu passenden Bild dargestellt. Je zwei unterschiedliche Tiere stellen eine Situation dar, die Freundschaft definiert.

Beim Betrachten und Lesen dieses kleinen Büchleins wurde mein Herz richtig warm. Es sind diese unterschiedlichen Szenarien, die einem sagen, dass Streit und Angst genauso zur Freundschaft gehören wie Spaß und Lachen. Jede Doppelseite beginnt mit der Definition eines Freundes:  „Ein Freund ist jemand, der …“. Die Illustrationen bringen einen zum Schmunzeln und man denkt innerlich „Ja, so ist das.“

Die Haupterkenntnis auf den letzten beiden Doppelseiten finde ich sehr schätzenswert. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur Kindern, mit denen man die Thematik „Freundschaft“ mit diesem Buch tiefer ergründen kann, sondern insbesondere Erwachsenen. Manchmal brauchen wahre Freunde eine kleine Aufmerksamkeit, die ihnen sagt „Ich bin froh, dass es dich gibt! Danke!“

Die einzelnen Bilder eignen sich auch sehr gut als „stummer Impuls“ für den Einstieg in die unterrichtliche Thematik „Freundschaft“. Anhand der Bilder und des Satzanfangs „Ein Freund ist jemand, der …“ lässt sich eine wunderbare Ideensammlung schaffen. Die Bilder könnten aber auch den SuS  im Sinne der Differenzierung als Hilfsmittel dienen, wenn es z.B. darum geht den Begriff an einem table-set (kooperatives Lernen) zu definieren.

Ein Geschenkbuch für wahre Freunde!

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Willy Puchner – Ein Hase auf Reisen

Billy ist ein roter Stofftierhase, der nachts große Reisen durch die ganze Welt unternimmt. Er lauscht mit einer Ratte dem Summen der Bienen, streichelt eine große Spinne am Strand oder beobachtet zwei liebenswerte Ungeheuer. Schließlich begegnet er Dilly, einer roten Hasendame, mit der er fortan gemeinsam neue Abenteuer erlebt.

Willy Puchner hat als Lehrer an einer Kunstschule gearbeitet und danach Philosophie studiert. Beides spiegelt sich in diesem Bilderbuch wider. Es ist vor allem die Absurdität, die die Abenteuer des kleinen Hasen beherrscht. In ein- und demselben Raum werden unterschiedliche Wunschszenarien dargestellt, die nur so vor Illusion strotzen. Schließlich geht es um Träume, weltliche Reisen aber auch Reisen zu sich selbst und natürlich Liebe. Sowohl die Bilder, als auch die kurzen Kommentare offenbaren einen Schleier, der mehr versteckt, als er durchschimmern lässt. Dieses Bilderbuch lässt Fragen entstehen, die nicht sofort beantwortet werden können. Man kommt ins Grübeln.

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut als Geschenkbuch oder Sammlerstück für kunstliebende Erwachsene. Für Kinder ist es nicht wirklich empfehlenswert. Das i-Tüpfelchen ist das beigelegte Poster meines Lieblingsmotivs (siehe unten) in der Größe 297 x 210 mm, welches nun in einem Bilderrahmen über meinem Arbeitsplatz hängt.

Anders, bizzar, eigenwillig, faszinierend,  in Erinnerung bleibend.

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Elisabeth Steinkellner und Michael Roher – Ein Rucksack voller Sand

Paula träumt vom Reisen. Wie gern würde sie in den Dschungel, die Wüste sehen, auf den höchsten Berg der Welt oder einfach nur am Strand sitzen und das Meer schmecken. Paula hat das Fernweh gepackt. Doch ihre Eltern sind übervorsichtig und machen sich große Sorgen. Sie warnen sie vor den Gefahren und dem drohenden Unheil. Als eines Tages ein Freund vor der Tür steht und frohen Mutes verkündet, dass er verreisen wird, schließt sich Paula ihm sofort an. Gemeinsam erleben sie auf ihrer Reise unvergessliche Abenteuer. Als Paula wieder nach Hause kommt, ist die Freude groß. Paulas Rucksack ist voll mit Sand, weil sie lauter Dinge mitgebracht hat, die man nicht sehen kann:

„Eine ordentliche Portion Geduld. Und haufenweise Fremdwörter. Eine große Ladung Mut. Und viele neue Freunde. Eine ganze Menge Farben, Gerüche und Geschmäcker. Und ein Meer an schönen Erinnerungen.

Dieses Bilderbuch habe ich bereits nach dem Betrachten der Titelseite ins Herz geschlossen. Jedes Detail ist so passend und stimmungsvoll gezeichnet, dass ich nicht umhin kam auf dieser Seite minutenlang zu verharren. Die Körpersprache des Mädchens, in der absolute Sehnsucht und Lebensfreude widerspiegelt. Die rosafarbenen Bäckchen, die auf die Aufregung und Vorfreude hindeuten und zu ihren Füßen die Wunder unserer Welt, die erkundet und entdeckt werden möchten.

Zu dieser Thematik habe ich eine ganz besondere Bindung, sodass ich es vortrefflich finde, wie einfühlsam Elisabeth Steinkellner die Besorgnis der Eltern schildert und die Sehnsucht des Mädchens endlich dem Alltag zu entfliehen, um mehr von der Welt zu sehen und einen Blück über den Tellerrand zu werfen.

Die in Collagentechnik gearbeiteten Illustrationen sagen ebenfalls das aus, was der Text unterschwellig andeutet. Paula ist anfangs durchsichtig und bekommt mit jedem Abenteuer einen Farbklecks auf ihrer Kleidung dazu. Jede Erfahrung macht uns reifer, klüger und eben bunter, interessanter. Die Farbgebung ist gediegen und ruhig. Lediglich die „Welt da draußen“ bekommt farbige Akzente und weitet sich im Verlauf der Geschichte weiter aus.

Die oben zitierten Mitbringsel deuten bereits an, wie wertvoll Reiseerfahrungen sein können und die Wörter sind überwältigend passend gewählt. Doch auch das Heimkommen ist schön und wird auf der letzten Seite augenzwinkernd unterstrichen.

Ein Bilderbuch, das voll ins Herz trifft.

Katja Reider – Wie reist ein Paket von Haus zu Haus?

Lena möchte ihrem Ferienfreund Tim ein selbstgebasteltes Album schicken. Sie haben sich letztes Jahr auf Mallorca im Urlaub kennen gelernt und nun möchte sie ihn mit einem Erinnerungsalbum überraschen. Nachdem Lena das Album  fertig gestellt hat, muss es sorgfältig verpackt werden. Das Porto darf natürlich auch nicht fehlen und schließlich geht es in die Postfiliale, von wo das Paket einen weiten und sehr spannenden Weg antritt.

Die Sachgeschichte rund um die  Reise eines Pakets ist in den Kontext der beiden Kinder Lena und Tim eingebunden. Im Fokus des Geschehens steht vordergründig die Postsendung. Schritt für Schritt werden den Kindern die einzelnen Stationen einer Paketsendung erklärt. Es wird auf die Bedeutung einer guten Verpackung von Paketsendungen eingegangen, genauso wie auf die Möglichkeit personalisierte Briefmarken zu gestalten. Auch die Packstation wird kindgerecht und verständlich eingeführt. Der Weg von der Postfiliale in das Paketzentrum ist dank der sehr gelungenen Illustration sehr anschaulich dargestellt.

Das Buch ist aktuell, sei es die Einbindung des Scannlesergeräts, der Packstation oder des kleinen Computers zum Unterschreiben beim Empfang einer Sendung. Es wird auch stets die Bedeutung der jeweiligen Schritte und Vorrichtungen erklärt.

Die Seiten sind sehr stabil und beinhalten viele bunte Klappen, die z.B. verdeutlichen, was getan werden muss, wenn das Scannlesergerät die Anschrift nicht lesen kann, weil es womöglich unleserlich aufgeschrieben wurde. Leider haben viele kleine Klappen beim erstmaligen Öffnen die Seiten eingerissen. Die Stanzung scheint nicht ideal gearbeitet zu haben.

Insgesamt ist das Buch sehr informativ und durch die Einbettung in eine Geschichte auch nicht allzu trocken geschrieben. So machen Sachbücher Spaß!

Spannend, kleinschrittig und sehr informativ.

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Meike Teichmann – Passt das?

Der kleine Pinguin Anton begibt sich mit seinem Koffer auf Wanderschaft. Dabei trifft er auf unterschiedlichste Tiere. Stets sucht er eine Art, zu der er passt. Bei den Giraffen angekommen, stellt er sich auf aus dem Koffer heraus gezauberte Stelzen auf und hängt sich einen orange gepunkteten Umhang um, nur um ein wenig später zu erkennen, dass es doch nicht passt. Eine lange Socke auf die Nase zu hängen, hilft auch nicht, um als Elefant anerkannt zu werden. Wird Anton seine Artgenossen jemals finden?

Der äußerst naive und doch auch sehr liebenswürdige kleine Pinguin Anton erobert bereits von ersten Seite an alle Leserherzen! Er ist auf der Suche nach Freundschaft, Gleichgesinnten und damit verbunden Akzeptanz. Mit etlichen Hilfsmitteln versucht er sich anzupassen und muss dann letztlich doch feststellen, dass diese Verkleidungen ihm nicht das erwünschte Zugehörigkeitsgefühl bescherren. Die Suche nach der eigenen Identität ist ein Prozess und bedarf daher einiger Stationen, die es zunächst zu durchlaufen gilt. Antons Ideenreichtum sich den unterschiedlichen Tieren anzupassen, treibt einem beim Betrachten die Tränen in die Augen, und zwar vor Lachen! Die Herausarbeitung der besonderen Eigenschaften der Tiere ist einfach wundervoll gelungen und auch die Hilfsmittel sind sehr schön gewählt.

Dieses Bilderbuch eignet sich besonders gut für den unterrichtlichen Einsatz. Die SuS könnten eigene Tiere wählen, die Anton auf seiner Wanderschaft trifft und sich überlegen mit welchen Hilfsmitteln er sich anpassen könnte. Ein selbst einstudiertes Theaterstück wäre die perfekte Präsentationsmethode.

Der warme Hintergrund der Illustrationen unterstreicht die kraftvollen Begegnungen und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die jeweiligen Akteure. Eigentlich benötigt dieses Bilderbuch keine Worte, denn die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache. Die Erkenntnis, dass man sich bei den „richtigen“ Freunden oder der Familie nicht zu verkleiden bzw. verstellen braucht, ist auf der letzten Seite sehr rührend eingefangen und bildet den krönenden Abschluss dieser tollen Geschichte.

Dieses Bilderbuch über Selbstfindung und Akzeptanz zaubert jedem Leser, nicht zuletzt wegen der wundervollen Illustrationen, ein glückliches Lächeln ins Gesicht!
Dies ist mein „Buch des Monats“!

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Haery Lee und Byeongkyu Jeong – Was tust du wenn es regnet?

Was tun bei einem trüben Regenwetter? Sechs unterschiedliche Tiere stellen ihren eigenen, ganz persönlichen Umgang mit dem Regen vor. Dabei ist Regen nicht einfach nur Regen. Mal nieselt es ganz leicht, ein anderes Mal regnet es in Strömen. Mal sind die Regengüsse zackig, mal wild durcheinander in alle Richtungen zeigend, gezeichnet. Genauso unterschiedlich die Regensweisen sind, sind auch die Verhaltsweisen der Tiere. Der Tiger würde sich am liebsten verkriechen, während ein Dinosaurier genüßlich durch die Regenpfützen stapft. Doch was macht eigentlich Papa bei so einem Regenwetter?


Dieses Bilderbuch leitet,  nach der Darstellung einer bestimmten Art des Regens,  auf die Fragestellung „Regnet es so, was würde ein (Löwe) tun?“ über. Dabei ist jeweils eine Doppelseite dem Regen gewidmet und lässt dem kleinen Leser genug Zeit, um den Fortgang der Geschichte zu antizipieren. Die Kinder werden angeregt mit- und vor allem weiterzudenken. Die Illustrationen sind stets in grauen Bleistiftzeichnungen gehalten, mit einem sparsamen Einsatz von gelben und blauen Highlights. Die vielfältigen Regentypen sind in passenden Grautönen eingefangen.

Besonders das Ende überrascht und zeigt, was Papa bei einem Regenwetter tun würde. Und endlich leuchten hier auch viel mehr Farben! Das Regenwetter kann nämlich auch Spaß machen!

Trübe Regentage können auch ganz kreativ genutzt werden, das zeigt dieses Bilderbuch in tollen Bleistiftzeichnungen!

 

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Christiane Strauss – Meine Wörter reisen

Das großformatige Bilderbuch  ( 44,2 x 29,2 cm ) ist bereits für sehr junge Leser ab zwei Jahren geeignet. Auf acht Seiten werden unterschiedliche Situationen dargestellt: Ein Zebrastreifen mit einem Zebra in Rollschuhen, zwei Ameisen in einem kleinen Boot schwimmend, eine Maus mit einem Regenschirm auf einer Schlange sitzend oder ein Riese ein Eis schleckend. Die Situationen sind zum Teil sehr verwoben und auch absurd. Doch sie laden zum näheren Betrachten und Nachdenken an. Die Wörter reisen über die ganzen Illustrationen und finden ihren Platz an dem dazu passenden Bild. Dabei wird mit der Schrift genauso gespielt wie mit den Darstellungen. Die Wörter „rauf“ und „runter“ werden der Treppe passend angebracht und können so aus dem Zusammenhang heraus entschlüsselt werden.

Für DaZ-Kinder bietet das Buch z.B. für das Geschichtenschreiben oder auch das Erzählen eine hervorragende Hilfe, denn das dafür passende Vokabular ist ja bereits vorhanden. Dabei werden nicht nur Nomen, sondern auch Verben und Präpositionen  berücksichtigt.

Die Illustrationen sind sehr ansprechend, bunt und kommen bei Groß und Klein gleichermaßen gut an. Natürlich beeindruckt das Format ebenfalls und weckt die Motivation zusätzlich. Zur Erweiterung des Grundwortschatzes ist dieses Bilderbuch eine sehr schöne Abwechslung. Die künstlerische Kreativität könnte durch das Bilderbuch ebenfalls beflügelt werden und die  Kinder dazu animieren auch mal eigene Wörter zum Reisen zu bringen!

„Meine Wörter reisen“ ist auch in einer deutsch-türkischen Version erhältlich: Meine Wörter reisen /Kelimelerin Yoluculugu.

Ästhetisch, fantasieanregend, lehrreich.

Meine Wörter reisen

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