
Diese Ideengrube rund um fünf der berühmtesten Pop-Art-Künstler ist für den unterrichtlichen Einsatz in den Klasse 2-4 geeignet. Die Gestaltungsideen orientieren sich an den Künstlern James Rizzi, Andy Warhol, Keith Haring, Roy Lichtenstein und Romero Britto. Die fünf Kapitel sind immer gleich aufgebaut: Farbige Schülerarbeiten führen in das Thema ein. Es folgen Hinweise zu zwei unterschiedlichen Gestaltungsvorschlägen je Künstler. Daran anschließend wird mithilfe von Arbeitsblättern auf das Leben und die Werke des Künstlers eingegagen. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung beschreibt das genaue Vorgehen beim Anfertigen des Schülerprodukts. Als weitere Inspirationen werden zum Schluss des Kapitels weitere farbige Beispiele von Schülerarbeiten präsentiert.
Inhaltliche Schwerpunkte sind:
- Tiere zeichnen mit Andy Warhol
- Magnetwände basteln nach Romero Britto
- Briefmarken gestalten wie James Rizzi
- Comic Porträts frei nach Roy Lichtenstein
Durch die mitgelieferten Vorlagen ist der Zeitaufwand für Lehrkräfte sehr gering gehalten. Leider wird dadurch die Differenzierungsbandbreite ebenfalls eingeschränkt. Bei vielen Aufgabenformaten wird vordergründig auf die natürliche Differenzierung verwiesen: „Jeder Schüler kann entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten“.
Die Autorin hat darauf geachtet beim Zusammenstellen der Gestaltungsvorschläge verschiedene Techniken einzubinden. So dürfen Kinder bei Andy Warhol den Polystyroldruck ausprobieren und ihre eigenen Kühe drucken. Es bleibt aber nicht immer bei Bildern, sondern es werden auch Gebrauchsgegenstände wie Magnete oder Spardosen hergestellt, die einen Zweck erfüllen und nicht einfach in irgendeiner Schublade ein trauriges Dasein fristen.



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Steve Parker – Mein Leben als Pinguin

Als eine Art Tagebuch werden die Ereignisse dementsprechend aus einer ganz persönlichen Sichtweise geschildert. Um der Einseitigkeit entgegen zu wirken, werden die Gedanken der anderen Tiere über den Kaiserpinguin angeschlossen. Auch hier bleibt der Autor seinem im ganzen Buch vorherrschenden Stil der Vermenschlichung der Tiere treu. So ist dieses Bilderbuch kein ausschließliches Sachbuch, sondern in erster Linie eine Geschichte über einen Pinguin. Das Sachwissen aus den Erzählungen herauszufiltern, bleibt die Aufgabe der Kinder. Hilfreich hierbei ist das Verzeichnis der „schwierigen Wörter“ mit kindgerechten und gut zu verstehenden Erläuterungen von Bezeichnungen wie z.B. „Balzen“, „Krill“ oder „Tentakel“.
Christina Siebenborn – Unvergessliche Einschulungsfeiern stressfrei gestalten

In diesem Buch geht es nicht, entgegen dem Titel, ausschließlich um die Gestaltung von Einschulungsfeiern. Es ist eine Fundgrube rund um das Thema Einschulung. Dazu gehört auch die Planung der allerersten Unterrichtsstunde, die Kontaktaufnahme zu den Erstklässlern und sogar ein Vorschlag für eine kurzweilige frische Begrüßungsrede als Auftakt zur Feier wurde ebenfalls integriert.
Neben Liedern und Aufführungen finden sich hier auch Tipps und Anregungen zur kreativen Gestaltung des Festsaals und Vorlagen für das Basteln von kleinen Präsenten für die i-Dötzchen. Die Begrüßungsblume oder auch – hand machen optisch sehr viel her, lassen sich schnell anfertigen und sind eine außerordentlich nette Geste. Ferner werden die Vorteile zur Integration einer Patenschaft und die detaillierten Aufgaben, die zu diesem Amt gehören, übersichtlich präsentiert.
Die ausgewählten Liedtexte sind auf Melodien bekannter Lieder ausgerichtet. Leider ist aber auch keine CD dem Band beigefügt, sodass die weniger musisch begabten Lehrer sich auf Internetseiten schlau machen müssen. Die Texte sind inhaltlich auf Einschulungsthemen abgestimmt. Sehr schön und poppig ist der „Mitmach-Begrüßungs-Rock“, der mit passenden Bewegungen auch seitens der Zuschauer begleitet werden kann.
Die Sprechtexte der meisten Theaterstücke wurden so aufgeteilt, dass möglichst viele Kinder, z.T. auch als Statisten, teilnehmen können. Beispielhaft und sketchartig wird eine Unterrichtssituation mit einer Lehrerin nachgespielt. Sie möchte eine Anlaut-Übung mit ihren Schülern durchführen, dabei läuft jedoch nicht alles wie geplant…



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Christa Kempter und Günther Jakobs – Clara, der Mond und das neue Zuhause

Diese Lebensveränderung beschäftigt und bewegt Clara sehr. Sie erkundigt sich bei ihrem Opa und ihren Freunden, ob sie denn auch traurig wären, wenn sie wegziehe? Sie bejahen, doch keiner möchte mitkommen. Alle hält irgendjemand oder -etwas an ihrem Wohnort. Das versteht Clara.
Bald wird gepackt. Und ein kleines bisschen will Clara nun doch umziehen. Im neuen Haus ist schließlich alles anders. Es riecht anders, auch die Geräusche rund um das Haus haben sich verändert. Nur einer ist mitgekommen und leistet Clara weiterhin Gesellschaft …
Sehr rührend ist die Szene von Clara in ihrem Bett in der letzten Nacht vor dem Umzug. Sehr aufmerksam lauscht sie ihren gewohnten Geräuschen in der Umgebung und beschreibt diese ausführlich. Dies ist auch eine Art des Verarbeitens – die Umgebung bewusst wahrnehmen.
Pädagogisch sehr wertvoll ist der Ausgang der Geschichte. Trotz der neuen und ungewohnten Akustik im Schlafzimmer, findet Clara einen ständigen Begleiter, der ihr Halt und Zuversicht schenkt. Und schon muss sie feststellen: „Es ist fast wie immer.“



Diese Geschichte eignet sich hervorragend für eine Klasse, die ein Kind aufgrund eines Umzugs verabschiedet. Über ein Gespräch im Erzählkreis gelingt ein schöner Einstieg in die Thematik, indem Kinder die Gelegenheit bekommen zu erzählen, wer schon einmal umgezogen ist und wie das war.
Die Fischervelage stellen zu diesem Bilderbuch ein Bilderbuchkino zum Download bereit. Nach der Gesprächsrunde kann dieses Bilderbuch dazu dienen, dem Kind Mut zu machen und seine Unsicherheiten zu nehmen. Als Hausaufgabe wäre es denkbar, die SuS ihre Eltern, Freunde oder Verwandte interviewen zu lassen, um die kuriosesten Umzugsepisoden aufzuschreiben.

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TOP 5 – Fußball

Die Fußball-WM steht kurz bevor und die Euphorie steigt. Ich habe eine kleine Auswahl an Büchern rund um den Fußball zusammengestellt, um diese Begeisterung in Form von Lesetipps für Fußball-Fans aufzufangen:
TOP 1:
Die Geschichte „Bené, schneller als das schnellste Huhn“ spielt in Brasilien und schildert in äußerst einfühlsame Weise das Leben eines Jungen in den ärmeren Regionen des Landes. Bené geht nicht zu Schule und sein Alltag ist geprägt von der Notwendigkeit zu überleben. Seine Eltern produzieren Fußbälle und verdienen somit ihren Lebensunterhalt. Bené testet das runde Leder, denn nur die guten Bälle können verkauft werden. Er träumt von richtigen Fußballschuhen und einem Trikot. Bis dahin spielt er in Flip-Flops und ist trotz der widrigen Umstände glücklich. Gerade vor der anstehenden WM in Brasilien gibt dieses Bilderbuch einen realitätsnahen Einblick in die Lebenskultur des Gastgeberlandes.
TOP 2:
Anne-Kathrin Behl spielt in diesem Bilderbuch mit der stereotypischen Geschlechterrollenverteilung. Trotz der bestehenden Klischees, ist der Fokus auf die individuellen Talente eines jeden Individuums gerichtet. Matze ist in diesem Bilderbuch, trotz oder gerade wegen seiner Passion für Ballet, ein echter Überflieger und Held.
Zur ausführlichen Rezension hier entlang.
Kaiser Franz ist furchtbar langweilig, schließlich darf er nur halbtags regieren. Aus seinem Schlossfenster entdeckt er Kinder, die sich um einen Ball prügeln. In just diesem Moment bringen ihn seine 300 Gummibälle auf eine grandiose Idee. Wenig später hat er ein Spiel erfunden, bei dem der Einsatz von Händen verboten ist, da sie sonst ja zu Handgreiflichkeiten führen können. Und als Kaiser hat er die beste Position überhaupt: Mit Trillerpfeife ist er mittendrin!
In der dritten Geschichte, die sich wunderbar zum Vorlesen eignet, reist Kaiser Franz nach Brasilien und auf wen trifft er im Finale? Das wird natürlich hier nicht verraten!
TOP 4:
Michi ist ein wahrer Fußballheld. Er beherrscht das Dribbeln, Kicken und schießt die perfekten Kopfbälle. Doch was nützen diese Künste, wenn keiner Zeit zum Mitspielen hat? Da muss die kahle Hauswand im Hof herhalten, die Michi in diesem Moment noch grauer vorkommt. Als der Ball über die Mauer fliegt, jagt ein Mitspieler den nächsten. Und so kommt Spieler für Spieler eine echte Mannschaft zusammen. Eine ganz besondere Gruppe von ungleichen Sportlern: Sie haben mehrere Beine, Fell und auch manchmal auch Flügel. Eine humorvolle Geschichte voller actionreicher Begebenheiten über die Bedeutung von sozialen Kompetenzen!
TOP 5:
Jakob wurde als Trainer für eine Fußballweltraumweltmeisterschaft auserkoren. Zuerst verschafft er sich einen Überblick über die Spieler und stellt seine ganz individuelle Mannschaft zusammen: Tiere, Roboter, Außerirdische. Doch auch die gegnerische Mannschaft ist nicht außer Acht zu lassen. Dabei entdeckt er nicht nur Andromeda Roboter, die Sirius, auch fliegende Elfen genannt, sondern auch die laufenden Steine. Jeder Gegner hat also so seine Stärken aber auch Schwächen, die es auszutricksen gilt….eine durchaus herausfordernde Aufgabe!
Zur ausführlichen Rezension hier entlang.
Cruschiform und Barbara Heller – Schneller?!

„Schneller?!“ bringt den Betrachter zum Staunen. Besonders der Vergleich von Technischem mit Natürlichem ist phänomenal und schon fast angsteinflößend. Die letzte Seite ist dann doch einem Naturphänomen gewidmet, sodass die technischen Errungenschaften an die Wunder der Natur (noch) nicht herankommen.




Dieses Bilderbuch weckt das kindliche Interesse weiter zu forschen und trumpft mit außergewöhnlichen und verblüffenden Geschwindigkeitsvergleichen auf.
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Anne-Kathrin Behl – Matze vor, tanz ein Tor!

Matze und sein bester Freund Emil spielen gerne gemeinsam. Sie fahren Roller um die Wette, bauen Straßen, um darauf ihre Spielzeugautos sausen zu lassen oder buddeln in einem Sandkasten. Doch Matze hat auch ein anderes Hobby. Er tanzt leidenschaftlich gerne – Ballett! Seine Pirouetten sind unvergleichlich. Während die Mädchen seine Künste voller Bewunderung bestaunen, können die Jungen seine Leidenschaft für Ballett so gar nicht nachvollziehen. Schließlich ist Fußball doch viel cooler.
Beim großen Fußballspiel der Rummelsdorfer Raufbolde gegen die Kleinmunzheimer Kampfbolzer, steht Matze am Spielrand und drückt den Raufbolden die Daumen. Doch die Gegner scheinen die Führung zu übernehmen und als dann Ole auch noch verletzt vom Spielfeld getragen wird, hat sein bester Freund eine Idee: Matze soll einspringen! Auf dem Fußballplatz steht Matze vorerst ganz ratlos herum, bis der Ball ihm direkt vor die Füße hüpft. Dann beginnt er an zu tanzen…. mit dem Ball direkt ins Tor!
Anne-Kathrin Behl spielt in diesem Bilderbuch mit der stereotypischen Geschlechterrollenverteilung. Einerseits erleben wir das in pink dargestellte Mädchenuniversum inkl. Basteleien und Tänzereien. Andererseits sind da die wilden Kerle auf dem Fußballplatz. Matze ist genau dazwischen – von den Mädchen akzeptiert, von den Jungen keinesfalls gemieden.



Zur vertiefenden Auseinandersetzung eignet sich die künstlerische Ausgestaltung des eigenen größten Fußballmoments oder die in Gruppenarbeit entwickelte digitale Aufzeichnung von Geräuschkulissen eines fiktiven Fußballspiels.

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Johanna Lindemann und Lucie Geöpfert – Das Regenmädchen

Das
Das Mädchen bemüht sich ein Lächeln aufzusetzen, aber es gelingt ihr nicht, ihre Traurigkeit zu überwinden. Erst als ihre Traurigkeit in einem fremden Land als etwas Positives und Erfreuliches wertgeschätzt wird, kann das Regenmädchen nun doch lachen. Dieses Bilderbuch vermittelt Kindern auf ansprechende Weise, dass Traurigkeit zum Leben dazugehört. Sie jedoch auch überwunden werden kann. Hier ist es vor allem die Zeit, die etwas vom Kummer mit sich nimmt und das Gefühl des „Gebrauchtwerdens“.
Die Atmosphäre prägenden Grundfarben Göpferts fangen die Gefühlslage des Regenmädchens entzückend ein. Die Typographie, die eine kindliche Handschrift imitiert und die selbst gemalten Linienstriche, verdeutlichen die innere Zerrissenheit des Mädchens. Auf allen Bild- und Textebenen arbeitet Das Regenmädchen mit der Verschränkung von an der Oberfläche liegenden Ereignissen mit dem in der Tiefenstruktur verarbeiteten Erleben. Der Leser wird mit einer komplexen Gefühlsbalance konfrontiert und erlebt die Entwicklung einer Kompensierung.



Angeregt durch dieses Bilderbuch wäre es möglich mit Kindern Handlungsstrategien im Umgang mit Traurigkeit zu erarbeiten. Auf diesem Arbeitsblatt ist links ein trauriges Gesicht zu sehen. In der Mitte kann gezeichnet oder geschrieben werden, was bei Traurigkeit hilft, z.B. weinen zu können, jemandem von dem Kummer zu berichten oder sich trösten zu lassen. Ganz rechts erscheint schließlich ein fröhliches und entspanntes Gesicht als Konsequenz der Bewältigungsstrategien.
Alternativ bietet es sich hier an, den Perspektivwechsel in Briefen zu Texten zu trainieren. Das Bilderbuch wird hierzu lediglich bis zur Ankunft der Post vom afrikanischen Staatspräsidenten vorgelesen. Anschließend ist es die Aufgabe von den Kindern ihr Weltwissen einzubinden und aus der Sicht des Präsidenten den Brief zu vervollständigen. Dieses Vorhaben habe ich mit meinen 3. Klässlern ausprobiert und es sind richtig tolle Briefe entstanden!

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Bernd Wehren – Der Bastel-Führerschein

Bevor die Kinder ihre Urkunde abholen können, gilt es eine Führerschein-Prüfung zu bestehen. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Generalprobe müssten die Kinder gut für die Prüfung gewappnet sein. Eine Urkunde würdigt schließlich ihre Leistung und Mühe.
Ein Klassensatz farbiger Bastel-Führerscheine ist dem Band beigefügt und kann auch einzeln nachbestellt werden.
Dieser Band beinhaltet Aufgabenformate, die Kinder darauf vorbereiten sollen und sich in ihrem Schwierigkeitsniveau stets steigern. Vorerst gilt es Vorübungen zum Schneiden zu bewältigen, indem Kinder entlang gestrichelter Linien schneiden sollen. Es folgen Ausschneideseiten, bei denen lediglich viereckige Figuren ausgeschnitten werden sollen, bevor sich Kinder an runde Formen herantrauen. Die dadurch entstandenen Ergebnisse, wie z.B. ein Schloss, dürfen auch für den fächerübergreifenden Unterricht genutzt werden. Ein Schloss dient somit als Inspiration zum Schreiben von Märchen oder anderen Geschichten. Für eine bessere Präsentation der Schreibergebnisse kann die Geschichte auch mitten ins Tor geklebt werden (siehe Bild unten).
Einfache Bastelspiele, wie z.B. Memo, Domino oder ein Puzzle ergänzen das Angebot. Wünschenswert wäre die Beilage einer CD gewesen, auf der die vorhandenen Bastelangebote und der Führerschein an die Lerngruppe hätte angepasst werden können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für die Erst- und Zweitklässler die Anzahl der Angebote etwas erschlagend war und die Lust nach ca. 10 Bastelangeboten schwand. Das ist schade. Mit einer beiliegenden CD hätte man die Anzahl der Angebote und die Reihenfolge an die Kinder anpassen können.
Die Angebote eignen sich jedoch auch hervorragend für die Kunst-Freiarbeitsecke, auch in den höheren Jahrgängen. Durch die Angebote werden Kinder auch zur Weiterarbeit angeregt und so entstehen ganz wunderbare Produkte, wie z.B. eine Schatzkiste mit einem aufklappbaren Deckel. Diese Idee nutzte ein Kind aus meiner Klasse, um darin seine eigenen Lernwörter niederzuschreiben.



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„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

Endlich war es soweit! Inspiriert von dem grandiosen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout gestaltete meine dritte Klasse eigene „Gefühlsfische“ mit Jaxonkreide.
Wir versammeln uns im Kinositz. Der Erzählstuhl ist bereits mit dem roten Umhang geschmückt. Ein Ritual, das die Kinder seit der zweiten Klasse kennen. Die Vorfreude steigt. Sie lieben Bücher! Ich erkundige mich bei den Kindern nach ihrer Gefühlslage. Auch das kennen sie und teilen ihren Gemütszustand freudig mit. An der Tafel notiere ich die genannten Adjektive und achte darauf die positiven Gefühlszustände von den negativen räumlich zu trennen. Darauf kommen wir später zurück.

Ich nehme mir Zeit und atme erst einmal tief ein und aus. Dann öffne ich langsam die erste Seite. Ich lese ein Wort vor und schwinge das Buch von links nach rechts, um allen Kindern die Gelegenheit zu geben das erste Bild ganz genau zu betrachten. Es ist mucksmäuschenstill. Nach dem zweiten Bild kommen bereits die erwarteten „Oh, ist das schön!“-Töne. Die Kinder sind gefangen, das sehe ich an ihren Gesichtsausdrücken. Sie imitieren die Fische.

Nach dem Gefühlsbild „zornig“ habe ich sie endgültig. Sie springen ein Stück freudig erregt von den Bänken und müssen ihre Begeisterung ihren Mitschülern mitteilen. Es wird gelacht. Gleichzeitig spiegeln sie den Fisch wider. Das ist der Moment, um gemeinsam einige Gefühlszustände mimisch darzustellen. Dankbar nehmen sie meinen Vorschlag an und ich sehe ein Meer an Fingern in der Luft.
Die Kinder waren von der ersten Sekunde an emotional von diesem Bilderbuch berührt. Da fiel es ihnen auch gar nicht schwer Kriterien zu sammeln und die Identifizierung des Gefühls zu begründen. Es war eindeutig, dass der Gemütszustand des Fisches sich dem Betrachter erschließen sollte. Der Künstler musste also auf die Farbwahl achten, auf den Gesichtsausdruck und evtl. auch auf die Körperhaltung. Natürlich musste auch die Schrift, das Gefühlswort, dem Bild angepasst werden. Der Schriftzug „stolz“ wurde mehrmals nachgezogen, die Linien sind schließlich ziemlich breit. Ein Kind kam gleich auf die Idee Sonnenstrahlen im Buchstaben „o“ zu ergänzen, um die Freude zu unterstreichen. Die Kinder waren Feuer und Flamme!
Das Kunstkartenset diente später dazu sich noch einmal Inspirationen zu holen oder um einfach ganz verträumt über die Schönheit der Fische zu staunen.

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ biete ich zu dem Bilderbuch ein Materialpaket an, bestehend aus 32 Wortkarten mit Adjektiven, einer möglichen Beurteilungskriterienliste,
Beispielen und Fotos aus der Praxis und Visualisierungshilfen als Differenzierung.



