Hye-Suk Uhm – Kleine Entdecker-Wie die Tiere miteinander reden

Wie die Tiere miteinander reden

Aufbauend auf Watzlawicks metakommunikativem Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ wird zunächst am Anfang des Buchs geklärt, wie Menschen sich untereinander verständigen. Doch wie zeigen eigentlich Tiere ihre Gedanken und Gefühle?

Die Bandbreite der behandelten Tierkommunikation reicht von Fröschen, Pavianen, Glühwürmchen, Tintenfischen, Flusspferden, bis hin zu Honigbienen, Löwen, Fledermäusen, Pferden, Elefanten und vielen weiteren Tieren. Wer von den Tieren singt? Wer führt einen Tanz auf? Wer versucht besonders hübsch auszusehen? Und was bezwecken die Tiere mit ihren Kommunikationsmitteln? Was heißt es, wenn eine Biene die Form eines Kreises „tanzt“? Was bedeutet das aufgeplusterte weiße Fell auf dem Hinterteil von Antilopen? In kurzen Texten wird in verständlichem und sachlich-informativem Ton versucht den Sachverhalt darzustellen. Bunte Illustrationen unterstützen das Beschriebene.

Dieses Sachbuch  über die verschiedenen Arten der Tierkommunikation trägt erheblich zur Allgemeinbildung kleiner Entdecker bei. Oft sind es Themen, die ebenfalls im Sachunterricht der Grundschule behandelt werden. Die dargestellte Bandbreite und die Unterschiedlichkeit der Kommunikationsmittel ist schon sehr beeindruckend. Ebenfalls wertvoll sind die gelungenen Illustrationen, die das Gelesene noch einmal bildlich verdeutlichen. Und letztlich wird man feststellen können, dass Menschen durchaus die Gedanken der Tiere durch genaues Beobachten ihres Verhaltens entschlüsseln können.

Sollten die kleinen Entdecker noch mehr zu diesem Thema wissen wollen, steht ein ausführlicher Informationstext am Ende des Buches zur Vertiefung der Materie bereit. Es kann aber auch Eltern dazu dienen, sich auf das Thema vorzubereiten und die Informationen beim gemeinsamen Betrachten mündlich einfließen zu lassen.

Wie die Tiere miteinander reden

Naturwissenschaftliches Basiswissen vernetzt mit kindlichen Alltagserfahrungen

bei amazon.de

Philippe Ug – Komischer Vogel

Komischer Vogel


Die Hälse der gerade erst geschlüpften Vögel recken sich bei den ersten Sonnenstrahlen aus den Nestern. Im Gänsemarsch wird daraufhin gemeinsam mit der Mama die Umgebung erkundet. Auch das Fliegen und Schwimmen muss gelernt werden. Und schließlich wird der komische Vogel auch schon groß!

Dieses bezaubernde Papierkunstwerk beeindruckt in seiner Vielfalt und Ausgefeiltheit nicht nur die kleinen Leser, sondern lässt auch die Erwachsenen staunen. Aus jeder Seite steigt ein faszinierendes Pop-up Szenarium empor und man kommt nicht umhin minutenlang hinzusehen. Auf acht Doppelseiten werden die einzelnen Entwicklungsschritte beim Heranwachsen eines Vogels beschrieben. Jede Doppelseite unterstützt mit einem Satz das Verständnis der dargestellten Szene. Der französische Papierkünstler Philippe UG versteht seine Kunst ganz eindeutig und kreiert eine wundervolle Erkundungstour eines frisch geschlüpften Vogels in einem außergewöhnlichen Künstlerbuch.

Das unten eingefügte Video spricht glaube ich  für sich:

Komischer Vogel

Material

Warum heißt das Buch „Komischer Vogel“? Was ist an dem Vogel komisch? Welche Unterschiede gibt es zu einem normalen Vogel? Vielleicht gibt es auch Gemeinsamkeiten bzw. Überschneidungen? Dieses Arbeitsblatt bietet den Kindern die Gelegenheit das Gesehene und Gehörte zu vertiefen und sich mehr Gedanken über den Inhalt zu machen. Haben die Kinder schon von einem Kuckuck gehört? Was macht ihn besonders und warum ist er anders?

AB_Komischer Vogel

(zum Download bitte auf das Bild klicken)

Ein bezauberndes Pop-up Künstlerwerk, das zum Wieder- und Wiederanschauen lockt!

bei amazon.de

Eric Carle – Little Cloud

Little Cloud

Rezension

Die Wolken lassen sich am sonnigen Himmel treiben, nur die eine, die kleinste Wolke hinkt etwas hinterher. Die „Little Cloud“ ist zu  sehr damit beschäftigt sich in alle möglichen Formen zu verwandeln. Mal nimmt sie die Gestalt eines weichen Schafs, dann  eines surrenden Flugzeugs oder auch einfach eines starren Baums an. Es gibt so Vieles in was sich die kleine Wolke transformieren könnte! Dieses Spiel könnte sie ewig spielen, wenn da nicht die anderen Wolken wären, die sich auch gerne zu einer einzigen Riesen-Wolke zusammentun, um …

Dieses eher unbekannte Buch des berühmten Autors Eric Carle sticht auch hier durch die für den Künstler typische und unverwechselbare Collagen-Technik heraus. Nach dem Lesen drängt es einen geradezu hinauszulaufen, um die sich ändernden Formen der Wolken zu beobachten. Dieses Bilderbuch feiert die Imagination.

Der Text ist, wie in vielen Büchern von Eric Carle, einfach und weist  sich oft wiederholende Satzstrukturen auf. Der Satzanfang „Little Cloud changed into a …“ ist bei allen Figuren zu finden, in die sich die kleine Wolke verwandelt. Dabei reicht die Bandbreite von Tieren bis zu Gegenständen.

Um den künstlerischen Wert des Bilderbuchs hervorzuheben, bietet es sich an, als eine anschließende Übung, auf einem blauen Papier die unterschiedlichen Figuren mithilfe von Wattebällchen oder auch einfach mit Taschentuchfetzen nachzubilden. Man könnte auch überlegen, in was sich die kleine Wolke noch verwandeln könnte. Gerne dürfen auch diese Ergebnisse festgehalten werden.

Der Aspekt „Wolken, Wind, Wetter, Wasser“ kann ebenfalls thematisiert werden, um dem Niederschlag auf den Grund zu gehen und die Verbindung von Tropfen und Wolken zu klären.

Blick ins Buch

Little Cloud

Die Ergebnisse aus dem Kunstunterricht machen sich auch sehr gut in einem englischen Klassenbuch mit dem Titel “ Our little clouds“:

Little Cloud

zum Download bitte auf das Bild klicken

Fazit

Immer wieder faszinierende Bilder, gekoppelt mit einfachen Satzstrukturen und Potenzial für die Aneignung von sinnvollem Hintergrundwissen.

(Auch als deutsche Ausgabe erhältlich.)


(Amazon-Link)

Lois Ehlert – Growing vegetable soup

Auf den Wunsch des Vaters wird eine „Gemüse-Suppe“ angepflanzt. Es wird das genaue Vorgehen step-by-step beschrieben: find tools, plant seeds, give them water, wait for the warm sun, watch over the weed, pick or dig up, wash, heat water in a pot, cook and eat.

Die einzelnen Schritte werden ebenfalls bildlich dargestellt. Auf jeder Doppelseite stehen zusätzliche Einzeheiten zum Entdecken bereit, die ebenfalls ganz klein und unauffällig beschriftet wurden. Unterschiedliches Werkzeug wie Harke (rake), Schaufel (shovel) oder Hacke (hoe) oder auch verschiedenste Gemüsesorten, darunter carrots, peas, green beans, tomatoes, potatoes etc.

Von der Bohne bis zur fertigen Suppe erklärt dieses farbige Bilderbuch das genaue Vorgehen beim Pflanzen und lädt definitiv zum Nachmachen ein. Es ist besonders für bilinguale Grundschulen empfehlenswert. Im  Sachunterricht können mithilfe dieser äußerst vereinfachten Illustrationen die Wachstumsbedingungen von Pflanzen thematisiert oder die genauen Schritte des Anpflanzens festgehalten und ausprobiert werden. Der bereits vorgegebene word pool ist hierbei äußerst hilfreich.

Die sehr abstrakt gehaltenen Zeichnungen werden womöglich nicht jedermanns Geschmack sein. Das Buch ist jedoch so lehrreich und vielfältig einsetzbar, dass man darüber getrost hinweg sehen kann.

Auf der Rückseite wird die Zubereitung einer Gemüsesuppe beschrieben, inklusive der Zutatenliste und der einzelnen Zubereitungsschritte. Ist das nicht eine tolle Überleitung zum selbstständigen Verfassen von Rezepten?

Ein pädagogisch sehr wertvolles Buch über die praktischen Aspekte des Pflanzens.

 

bei amazon.de

Gisel Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne – Band 2

Nach dem ersten Band zu „Kinder entdecken ihre Sinne“ mit dem Schwerpunkt  Sehen, Hören, Riechen und Schmecken erscheint nun das nachfolgende Band, welches sich auf die Sinneswahrnehmungen Tasten, Bewegen und Gleichgewicht halten konzentriert.

Neben fundierten Hintergrundinformationen werden Spiele, Experimente und Forscheraufträge zur Sinneswahrnehmung  vorgestellt. Die Sinne Tasten und Bewegen umfassen jeweils 50 Seiten, während dem Gleichgewicht 30 Seiten gewidmet wurden. Bei den Spielen und Experimenten wurde ein großer Wert auf die Beteiligung der Kinder gelegt. Das heißt sie machen, erforschen, erfinden und lernen. Bei allen „Spielen“ informiert ein kurzer Text den Leser über Sinn und Lernziel der Aktivität und gibt die dazugehröige Alters- und Zeitangabe.

Als zusätzliches Bonbon macht Gisela Walter die Sprachförderung in einigen Spielen schmackhaft und bindet Synonyme für Bewegen oder Tasten an, stellt passende Redensarten vor, die allesamt zum spielerischen und kreativen Sprachgebrauch anregen sollen.

Nicht alle Spiele sind als typische Spiele zu verstehen. Oft sind es einfach „nur“ Beobachtungs- und Forscheraufträge, wenn es z.B. darum geht gemeinsam die Haut auf der Handinnenfläche, dem Unterarm, der Nase, den Augen oder den Fersen abzutasten und gemeinsam die neuen Erkenntnisse festzuhalten. Zur Förderung der Berührungssensibilität ist der Vorschlag zum Erspüren der Seifenblasen sehr inspirierend. Die Begründungen warum z.B. der Rücken weitaus weniger Berührungen wahrnimmt und somit 3 von 5 Fingern nur schlecht unterscheiden kann, während die Fußsohle erheblich sensibler ist, wird in einem „Info-Kasten“ sehr nachvollziehbar erläutert.

Die Illustrationen von Simone Pahl gleichen erstaunlich den Bildern von Kerstin Heinlein, die das vorherige Band illustriert hat und verdeutlichen die unterschiedlichen Schichten der Haut, den Gehörgang oder bilden einfach den Spielvorgang ab.

Zum Schwerpunkt Bewegen werden Aktivitäten rund um Körperteile, Muskeln, Gelenke, Geschwindigkeit, Reaktion und Geschicklichkeit thematisiert, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Anregungen zu einem Thema abdecken. Die meisten Spiele können ohne viel Aufwand und Materialen durchgeführt werden und werden die Kinder das ein oder andere Faszinierende an ihrem Körper entdecken lassen!

Fundierte Sachinformationen in unterschiedliche und abwechslungsreiche Spiele und Wahrnehmungsaufträge verpackt, die die Kinder auf ihrem eigenem Niveau ansprechen und viel Wissen vermitteln.

 

 

bei amazon.de

Katja Reider – Wie reist ein Paket von Haus zu Haus?

Lena möchte ihrem Ferienfreund Tim ein selbstgebasteltes Album schicken. Sie haben sich letztes Jahr auf Mallorca im Urlaub kennen gelernt und nun möchte sie ihn mit einem Erinnerungsalbum überraschen. Nachdem Lena das Album  fertig gestellt hat, muss es sorgfältig verpackt werden. Das Porto darf natürlich auch nicht fehlen und schließlich geht es in die Postfiliale, von wo das Paket einen weiten und sehr spannenden Weg antritt.

Die Sachgeschichte rund um die  Reise eines Pakets ist in den Kontext der beiden Kinder Lena und Tim eingebunden. Im Fokus des Geschehens steht vordergründig die Postsendung. Schritt für Schritt werden den Kindern die einzelnen Stationen einer Paketsendung erklärt. Es wird auf die Bedeutung einer guten Verpackung von Paketsendungen eingegangen, genauso wie auf die Möglichkeit personalisierte Briefmarken zu gestalten. Auch die Packstation wird kindgerecht und verständlich eingeführt. Der Weg von der Postfiliale in das Paketzentrum ist dank der sehr gelungenen Illustration sehr anschaulich dargestellt.

Das Buch ist aktuell, sei es die Einbindung des Scannlesergeräts, der Packstation oder des kleinen Computers zum Unterschreiben beim Empfang einer Sendung. Es wird auch stets die Bedeutung der jeweiligen Schritte und Vorrichtungen erklärt.

Die Seiten sind sehr stabil und beinhalten viele bunte Klappen, die z.B. verdeutlichen, was getan werden muss, wenn das Scannlesergerät die Anschrift nicht lesen kann, weil es womöglich unleserlich aufgeschrieben wurde. Leider haben viele kleine Klappen beim erstmaligen Öffnen die Seiten eingerissen. Die Stanzung scheint nicht ideal gearbeitet zu haben.

Insgesamt ist das Buch sehr informativ und durch die Einbettung in eine Geschichte auch nicht allzu trocken geschrieben. So machen Sachbücher Spaß!

Spannend, kleinschrittig und sehr informativ.

bei amazon.de

Marc Giraud – Futterplatz und Vogelhaus

Klappentext:

„Baue wilden Vögeln ein Zuhause, gib Eichhörnchen das richtige Futter und werde mit diesem Buch zum Tierexperten!
Wie baut man einen Teich, wie einen Nistplatz für Eulen und was essen Fledermäuse am liebsten? In diesem Buch erhälst du die wichtigsten Antworten auf deine Tierfragen. Du findest insgesamt 50 Tipps und Tricks, wie man Tiere richtig anlockt. Dann weißt auch du, wie man Eichhörnchen, Specht und Igel in der freien Natur erleben kann!“

Inhalt und Meinung:

Den einzelnen Kapiteln vorangestellt ist ein Inhaltsverzeichnis, welches die Oberkategorien und die jeweiligen Unterpunkte sehr schön  darstellt. Die Oberkategorien sind die allgemeinen „Tipps von den Profis“, „Wasser“, „Tierwohnungen“, „Ernährung der Tiere“, „Tipps und Tricks“ sowie „das Tierparadies“. Das Wörterverzeichnis am Ende des Buches gibt eine kurze Beschreibung  zu den wichtigsten Begriffen. Jede Doppelseite beschäftigt sich mit einer Oberkategorie oder einem Unterpunkt zu dieser Kategorie, die von sehr schönen Illustrationen von Amandine Labarre und Therese Bonte geschmückt wird. Von Vorschlägen zur Insektenzucht (z.B. Schnecken), über das Anlegen eines Tümpels, zum Pflanzen eines Baumes: der Leser bekommt sehr viele praxisnahe Tipps an die Hand und kann diese bei Bedarf gleich umsetzen. Ein sehr schönes Buch, aus welchem der Lehrer ab und an sehr schöne Ideen für den Sachunterricht schöpfen kann. Man bekommt ebenfalls genau Instruktionen zum Bau von Vogelnisthäusern oder einer Futterbox. Bei uns im Klassenzimmer ist die Schneckenzucht in vollem Gange und die Kinder ganz begeistert!

Fazit:

Das Buch bringt den Kindern die Natur näher und animiert auf kindgerechter Weise zum Erforschen ihrer Umwelt.

 

bei amazon.de

Anne-Sophie Baumann – Warum hat mein Käse Löcher?

Klappentext:

„Alle Kinder wollen die Welt um sie herum verstehen. Doch auf jede Antwort, die sie bekommen, stellen sich wieder neue Fragen. Warum hat mein Käse Löcher? Woher kommt die Milch?
Jedes Kind kennt den Geschmack von Käse. Doch nicht alle Kinder wissen, wie eine Kuh aussieht, die ihrem Kälbchen auf der Weide Milch gibt. Deswegen hat sich die Autorin dafür entschieden, den Kinderfragen in umgekehrter Reihenfolge nachzugehen. Vom Käse zurück zu der Kuh auf dem Weidegras.“

Inhalt und Meinung:

Das Sachbuch ist in zwölf kurze Kapitel eingeteilt, für welches je eine Doppelseite reserviert wurde. Es fängt mit den Käserädern im Keller an, geht mit der Käseherstellung, der Kuhmilch, der Kuh an sich, der Milch in der Fabrik, der Herstellung von Butter, Joghurt und Quark weiter und hört bei „Ich mache mir meine eigene Butter“ auf. Der Buchtitel „Warum hat mein Käse Löcher?“ ist somit etwas irreführend, weil sich das Buch nicht ausschließlich mit dem Käse beschäftigt, sondern alle Milchprodukte kurz anschneidet.  Die Doppelseiten schmücken ganz viele Fotos, welches ich sehr positiv bewerte, denn Zeichnungen würden das nicht so gut wiedergeben. Außerdem haben die Kinder dadurch einen direkten Bezug zur Realität und können sich so z.B. die Zitzen der Kühe viel besser vor Augen halten. Lediglich etwas kompliziertere Vorgänge wie die Erzeugnis der Milch in der Fabrik wurden anhand von sehr verständlichen Zeichnungen dargestellt. Was ich ebenfalls sehr schön finde, sind die Kinder, die auf jeder Seite zu finden sind und die Leser so durch das Buch begleiten. Sie leiten mit ihren Fragen jeweils auf das andere Kapitel über und geben oft wertvolle Tipps. Das letzte Kapitel „Wie mache ich meine eigene Butter“ lässt sich sehr gut im Sachunterricht in der Grundschule einsetzen. Die einzelnen Schritte im Entstehungsprozess sind durchnummeriert und jeweils mit einer Zeichnung dargestellt, sodass es für die Kinder ziemlich selbsterklärend sein müsste.

Fazit:

Eine sehr lehrreiche Sachgeschichte, die wohl sehr viele Kinderfragen beantworten wird und „Hunger“ auf mehr macht!

Bewertung:

bei amazon.de