Beong-gi Bae und Seung-min Oh – Mias Traumbär

Mia lebt in einem dunklen Zimmer in einer Großstadt und hat außer ihrem Bilderbuch über einen großen weißen Bären keine weiteren Spielzeuge. Ihre Mutter arbeitet als Kellnerin und ihr Vater ist Alkoholiker. Sie träumt von einer Welt, in der ihre Eltern sich Zeit für sie nehmen. Und so erscheint der große weiße Bär und nimmt sie auf eine lange  und fantastische Reise mit Taxi, Bahn und Bus mit zu ihren Eltern und in eine bessere Welt.

Dieses großformatige Bilderbuch thematisiert die Angst alleine und verlassen zu sein. Es zeigt eine andere Lebensweise auf und verdeutlicht, dass das Leben für Kinder, deren Eltern ganztägig arbeiten, mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Hinzu kommt die trostlose Umgebung und die Armut, die sehr schön durch dunkle Farben in Acryl hervorgehoben wird, und der Hang des Vaters zum Alkohol. Mia projiziert all ihre Wünsche und die Hoffnung auf Geborgenheit auf den weißen Bären, der hell erleuchtet in ihrem Zimmer dargestellt wird. Zeitweilen findet Mias Geschichte auch ein gutes Ende, doch manchmal bleibt es auch bei Träumen. Die Handlung findet in einer verschneiten Großstadt statt, wobei Schnee in Korea mit Schutz und Schönheit in Verbindung gesetzt wird.

Dieses Bilderbuch schneidet ein sehr sensibles Thema an und eignet sich hervorragend, um bei Kindern die Wahrnehmung für Armut zu sensibilisieren. Es ermuntert ebenso über die eigenen Ängste zu sprechen und einen Vergleich zur eigenen Lebensweise herzustellen. Es verdeutlicht, dass unser Leben auch Schattenseiten hat und nicht alle Kinder vom Schicksal verwöhnt werden.

Trotz des traurigen Endes, ist dieses Buch sehr einfühlsam und hoffnungsvoll erzählt.

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Claudia de Weck – Guck-Guck! Da bin ich!

Ein Peek-a-boo Buch für die ganz Kleinen.  Auf 30 Seiten haben Kinder die Möglichkeit bestimmte Tiere zu entdecken. Mal versteckt sich ein Affe unter seinem T-Shirt, ein Elefant in einer Badewanne oder auch ein Frosch hinter einem Ball. Bei jedem Tier sind einige typische Merkmale zu erkennen, es kann ein Rüssel oder Stacheln für einen Igel sein. Nicht alle Merkmale sind eindeutig und fordern die Kinder durchaus zu „intelligentem Rätseln“ heraus. Beim Umblättern wird dem kleinen Leser dann die Lösung mit dem Satz „Da bin ich!“ präsentiert.

Ein kleines Highlight als Überraschung darf natürlich nicht fehlen. Und so versteckt sich auf den letzten Seiten ein integriertes „Etwas“, was einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Kleinkinder werden dieses Buch lieben und schnell die einfachen Sätze mitsprechen und die Tiere von Neuem zu erraten versuchen.

Viele Überraschungen, die die Leser dazu bringen, dieses Buch immer und immer wieder in die Hand zu nehmen.

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Nancy Walker-Guye und Alessandra Micheletti – Stille Nacht

Der kleine Bub, Niculin wohnt in einem kleinen Dorf  in den verschneiten Bergen. An Heiligabend sitzt er mit seinen Eltern in der Kirche und entdeckt ein Funkeln, was ihn nach draussen lockt. Er schleicht sich hinaus, um dem Glitzern auf den Grund zu gehen und entdeckt stattdessen zwei Erwachsene, die ganz verloren aussehen. Niculin erfährt, dass deren Zug im Schnee stecken geblieben ist und sie nun nach einer Pension suchen. Blöd nur, dass es in dem Dorf gar keine gibt. Als Niculin dann auch noch erfährt, dass die junge Frau schwanger ist, muss eine Lösung her. Doch wie kann Niculin helfen?

Was dieses Buch auszeichnet sind vordergründig die Illustrationen. Davon lebt dieses Buch. Mich persönlich spricht das weihnachtliche und verschneite Titelbild sehr an. Da wünscht man sich doch glatt den Schnee herbei!  Alles sieht so friedlich,  besinnlich und harmonisch aus. So sehr mir die Zeichnungen der Landschaft gefallen, die Figuren sind in meinen Augen weniger gut gelungen. Sie erinnern mich seltsamerweise an die DDR.

Die Geschichte ist für mich schon fast christlich angelegt. Die Thematik der Hilfsbereitschaft steht ganz oben:

Spoiler Anfang (bitte zum Lesen markieren): Niculin bietet der notdürftigen Familie einen Zufluchtsort in seinem eigenen Zimmer an und bevor die Eltern zu Hause erscheinen, gebärt die Frau ihr Kind. Natürlich stehen die Waschschüssel und alle nötigen Utensilien schon bereit. Aus Dankbar keit wird das Neugeborene dann auch .... genannt! Na, Vermutungen? Richtig! Spoiler Ende!

Die Darstellung der Ereignisse hat leider nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Aber für christliche Einrichtungen könnte dieses Buch sehr interessant sein!


Für mich persönlich ist die Geschichte zu beschönigt und etwas realitätsfern. Dafür sind die Zeichnungen der winterlichen Landschaft ein wahrer Genuss!



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Philipp Winterberg und Lena Hesse – Ein Brief aus der Arche

Die Postraben Alexa und Max haben einen besonderen Auftrag: Sie müssen einen Brief zum unheimlichsten Ort der Welt bringen: dem Wrack der Arche Noah. Beiden ist gar nicht wohl bei dem Gedanken. Was für furchterregende Ungeheuer mögen dort wohl leben? Doch als sie an der alten Arche ankommen, erleben sie eine Überraschung und treffen auf Wesen, deren Vorfahren die Arche nicht verließen, weil sie sich vor allem und jedem fürchteten: die Furchtlinge. Da der endgültige Zerfall der Arche droht, suchen sie verzweifelt ein neues, sicheres Zuhause. Ob die Postraben helfen können? Eine phantastische Geschichte über Angst, Hilfe von Freunden und Fabelwesen, die es nicht gibt. Oder doch?

Die Rezension erfolgt bei diesem Bilderbuch aus zweierlei Sicht. Einmal aus meiner, erwachsenen Perspektive und dann aus der Perspektive von 7-9 Jährigen, denen ich wöchentlich Bilderbücher vorlese. Ich wurde auch dieses Mal vom Lena Hesses Talent überzeugt. „Ole kann nicht schlafen“ fand ich schon so grandios! Und hier erneut satte, kräftige Farben, die Abbildungen schon fast dreidimensional.  Vor allem die „schlotternden Flügel“ sind wahnsinnig gut gelungen, sie simulieren ganz realitätsnah die Bewegungen der Vögel in der Luft.

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Die Furchtlinge sind doch gar nicht so furchtbare Ungeheuer, sondern niedliche Fabelwesen, die Angst vor der unheimlichen Welt da draußen haben und sich so lieber in dem Wrack der Arche Noah verkriechen. Die Rettung naht und zwar in Gestalt der zwei Postraben, die sich zuerst vor dem Anblick der Furchtlinge erschrecken. Das Entsetzen beruht jedoch auf beiden Seiten. Für die Kinder war diese Begegnung der Höhepunkt in der Geschichte, obwohl dann ein sehr aufmerksames Kind angemerkt hat, dass man die Gestalt der Furchtlinge vorher besser nicht gezeigt hätte (s. S. 6). Dann wäre die Spannung auch viel größer gewesen 🙂 Mit dem Ende war der Großteil der Kinder nicht so wirklich einverstanden. Es fehlte den meisten an Abenteuer, sie erwarteten mehr von der Reise und waren von dem plötzlichen Ende leicht überrascht. Das war für mich der Punkt hier anzuschließen und die ganzen Ideen, die die Kinder hatten, verschriftlichen zu lassen. Das Bilderbuch spricht ein wichtiges Thema an: Angst, aber damit verbunden auch Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Mir war es aber auch ein Anliegen die Kinder für den „sichersten Ort der Welt“ zu sensibilisieren und sie darstellen zu lassen, wovor sie persönlich Angst haben und wer oder was ihnen diese Angst nehmen kann. Daraus sind grandiose Rollenspiele entstanden und die Kinder fanden das Bilderbuch am Ende doch „ganz schön“ 🙂

An das Lesen bzw. Vorlesen sollte ein Gespräch anschließen, um die Thematik gemeinsam näher zu beleuchten und den tiefliegenden Sinn genauer zu erarbeiten.

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Muzo – Gute Reise, kleine Wolke

„Eine Bildergeschichte ohne Worte, die zu immer wieder neuem Entdecken und Nacherzählen einlädt. Die kleine Wolke nimmt uns mit auf eine Reise voller Begegnungen und Verwandlungen, ganz ohne Worte, auf eine einfache, poetische Art und Weise. „

Bei einem Bilderbuch stehen die Bilder meist im Vordergrund und nehmen der Definition nach eine führende Rolle ein. Die heutzutage übliche Wechselbeziehung zwischen Bild und Text hat Muzo einfach weggelassen und sich auf die ursprünglichste Form berufen: die Bilder. So findet der Betrachter in diesem Buch ausschließlich Illustrationen. Wir begleiten eine kleine Wolke auf ihrer Reise: wir sehen ihren Entstehungsprozess, wie sie durstigen Blumen Wasser spendet, einem traurigen Frosch zu einem Tümpel verhilft und viele andere Abenteuer. Doch bei all diesen Begebenheiten fühlt sich die Wolke furchtbar einsam…

Die Bilder sind sehr einfach gehalten, sowohl in ihrer Ausführung als auch in der Farbgestaltung. Der Betrachter sieht eine Abfolge von wahnsinnig süßen Bildern, die es zu einer Geschichte zusammenzufügen bedarf.

Dieses Buch lebt im wahrsten Sinne, denn es ist nicht starr, sondern entwickelt und verändert sich immer wieder neu, bei jedem Durchgang. Jede Person fügt sein eigenes Vorwissen beim Erzählen mit ein und lässt einige Sachen aus oder schmückt andere umso mehr aus. So habe ich dieses Buch in einer ersten Klasse als Diagnoseinstrument eingesetzt, um einen Eindruck über den sprachlichen Ausdruck der Kinder zu bekommen. Ich war von der Bandbreite und der Ausführlichkeit der Beschreibungen so beeindruckt, dass dieses Buch einen Ehrenplatz im Klassenraum nun innehat und von den Kindern wahnsinnig gerne in die Hand genommen wird, um diese Geschichte von Neuem zu leben!

Ein grandioses Buch, welches ich um nichts missen möchte!

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In-seon Chae und Seung-ha Rew – Zwölf und der Wolf

Klappentext:

„Zwöf Entlein hat Mama Ente ausgebrütet. Das sind bestimmt viel zu viele, denkt sie sich. Schon bald hat Mama Ente eine clevere Idee: Die Kleinen werden ab sofort gruppiert, damit sie nicht alle zwölf einzeln zählen muss. Doch dann, als sich der Wolf auf leisen Pfoten nähert, wird klar, dass es auf jedes einzelne Entlein ankommt …“

Rezension:

Zwölf Entlein hat Mama Ente ausgebrütet, das ist eine ganze Menge!  Sie waren zwar alle wunderhübsch und clever, doch eindeutig zu viele. Da beschließt Mama Ente sie zu gruppieren und stellt sie erst in 6 Reihen auf. Bei der Watschelrunde merkt sie, dass auch 6 noch zu viele sind und teilt sie in 4 Gruppen à 3 Entlein auf. Bis es letztlich 2 Reihen werden und kaum hat sie es als sehr gut empfunden, stürzt ein Wolf auf ihre Entlein und möchte sie fressen. Wie gut, dass es nun doch nicht „nur“ zwei Entlein sind…

Die Illustrationen von der Koreanerin Seung-ha Rew sind fantastisch, ich habe mich gleich in diese der Collagen-Technik gleichenden Zeichnungen verliebt. Sie sind fantastisch! Ganz große Klasse! Endlich mal ein Kinderbuch, welches auf das mathematische Verständnis der Kinder zielt. Auf eine unterhaltsame Weise werden den Kindern die Grundrechenarten vermittelt, das Dividieren, Aufteilen von Mengen nähergebracht. Mit diesem Kinderbuch wird auf eine anschauliche Weise das Zählen verdeutlicht und klar gemacht wie die Anwendung im Alltag aussehen kann.

Dieses Buch kann sehr gut im Mathematikunterricht der ersten Grundschulklassen als Einführung eingesetzt werden, sowie im Förderunterricht als Verdeutlichung und Vertiefung des Themas „Teilen von Mengen“.

Außerdem lernen die Kinder, dass auch schwierige Situationen gemeinsam gelöst werden können, gleich dem Motto: „Zusammen sind wir stark!“

Fazit:

Ein grandioses Bilderbuch, welches in keinem Bücherregal fehlen darf. Von mir beide Daumen hoch! Eine absolute Kaufempfehlung!

Bewertung:

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Min-ki Kim und Mun-hee Kwon – Abschied von Aika

Klappentext:

„Fast jedes Jahr bekommt Aika einen Wurf Welpen, doch eines Tages wird sie krank und bleibt in ihrem Korb liegen. Noch ehe der Tierarzt Aika behandeln kann, läuft sie fort. Für das kleine Mädchen beginnt die Suche nach der geliebten Freundin, doch schließlich heisst es Abschied nehmen für die beiden.“

Rezension:

Abschied von Aika handelt von Verlust,  Tod, aber auch von einer tiefen und innigen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem geliebten Hund Aika. Dieser wird in einem Jahr im Herbst krank, doch ehe der Tierarzt ihr eine Spritze geben kann, ist die Hündin auch schon verschwunden. Nun beginnt für das Mädchen, welches im Verlauf des Buches namenlos bleibt, eine Suche nach ihrem geliebten Hund. Sie sucht im Wald, auf dem Spielplatz, erkundigt sich bei jeglichen Menschen, bis sie von einer älteren Dame eine schreckliche Nachricht hört …

Besonders rührend finde ich die Erinnerungen von diesem Mädchen an ihre Hündin, ihre Träume und die offene Erkenntnis, dass sie Aika unglaublich vermisst und manchmal glaubt, sie zu sehen, wie sie auf sie wartet. Die Stimmung des Buches ist sehr gut in den Bildern festgehalten, die Farben sind trüb, vordergründig grau und braun. Die meisten Personen werden als dunkle Schatten dargestellt, nur Aika und das Mädchen sind genauer zu erkennen. Die Stimmung ist eher drückend, lediglich die letzten Worte bringen etwas Licht. Ich hätte mir nichtsdestotrotz eine positivere Grundstimmung gewünscht oder gar die Integration einiger Bewältigungsvorschläge, denn schließelich gehört der Tod zum Leben dazu …

Dieses Buch ist keine typische Gutenacht-Geschichte, es sollte schon für „besondere“ Anlässe eingesetzt werden. Wenn Kinder ein bestimmtes Ereignis zu verarbeiten haben: Verlust oder Tod eines Haustieres oder eines geliebten Menschen.

Es  könnte ebenfalls im Kunstunterricht in der Grundschule in der Farbenlehre eingesetzt werden, um mit den Kindern gemeinsam die Farbwahl und den Inhalt der Geschichte zu vergleichen.

Fazit:

Eine vorsichtige Annäherung an das empfindliche Thema „Leben und Tod“, mit welchem sich jeder früher oder später auseinandersetzen muss.

Bewertung:


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Karen Meffert und Barbara Connell – Warum die Menschen einen Nabel haben

Klappentext:

„Die Geschichte von Lori, Tukan und den Menschen im Regenwald ist nicht nur spannend und unterhaltsam: Behutsam hilft sie den Kindern, eines der größten Wunder zu verstehen – das der Zeugung und der Geburt.
Diese neu erzählte und illustrierte Ausgabe des beliebten Buches von Karen Meffert ist eine zeitlose Parabel auf die Freundschaft, das Vertrauen und darauf, dass man manche Geheimnisse erklären kann, ohne sie zu entzaubern.“

Inhalt:

Lori, der Papagei lebt in einer Großstadt und wird von anderen Stadtvögel verspottet, denn sie meinen er sei so bunt wie  ein Clown. Eine Schwalbe bemerkt, dass sein zu Hause weit weg  im warmen Süden sei. Also fliegt Lori immer der Sonne nach in den Süden, bis er endlich an einem Ort ankommt, wo viele Vögel genauso bunt sind wie er selbst. Tukan, ein schwarzer Vogel mit einem roten Schnabel möchte von Lori wissen, weshalb Menschen ein kleines Loch auf dem Bauch haben. Doch diese Frage kann auch Lori nicht beantworten, verspricht jedoch Tukan eine Antwort auf diese Frage zu finden. Und so bringt Tukan Lori zu den Menschen, da konnte Lori beobachten, dass die Menschen keine Kleidung trugen und so war auch ihr Bauchnabel sichtbar. Frauen und Männer, sie alle hatten ein kleines Loch im Bauch. Schon bald haben die Kinder Lori entdeckt und so freundet sich Lori mit Tivu und Piru an. Der Papagei erkundigte sich bei allen Tieren,was dieses kleine Loch im Bauch denn soll, doch keiner konnte ihm eine Antwort geben. Bis er schließlich einen Leuchtkäfer traf, dieser hatte nämlich ein Geheimnis, denn er konnte in den Bauch eines Menschen schauen. Loris Frage beantworten konnte er dennoch nicht, versprach allerdings eine Antwort zu finden. Die Jahre vergehen und Piru und Tivu werden immer größer, Lori kann nun all die Veränderungen an ihren Körpern mitansehen. Eines Tages fragt Piru seine Freundin Tivu, ob sie ihn nicht heiraten möchte und so bauen sie eine Hütte und feiern ein großes Fest. Es folgt die Hochzeitsnacht und während Lori vor Müdigkeit einschläft, kann der Leuchtkäfer alles beobachten. Den beiden entgeht auch nicht wie Tivus Bauch immer praller wird und ihr Körper sich insgesamt verändert. Der Leuchtkäfer kann Lori immer ganz genau beschreiben wie Tivus Kind sich im Bauch ebenfalls verändert und er entdeckte dabei auch die Antwort auf Tukans Frage … „

Meinung:

Andreas Gerber (nein wir sind nicht verwandt ;-)) greift die Geschichte von Karen Meffert auf und erzählt sie mit einigen inhaltlichen Änderungen nach. Die Frage, der Lori nachgeht und die sich im Titel des Buches ebenfalls widerspiegelt, finde ich sehr treffend gewählt, denn hier wird von einer Gemeinsamkeit der Menschen ausgegangen und von diesem Punkt aus werden die Unterschiede beleuchtet. Aus der Perspektive eines Vogels werden die körperlichen Veränderungen der beiden Kindern sehr schön beschrieben, auch der Geschlechtsakt in der Hochzeitsnacht ist verständlich und kindgerecht beschrieben, auch die Bilder sind 6 Jährigen durchaus zuzumuten. Die Tatsache, dass der Leuchtkäfer in den Bauch der Menschen schauen kann, verdeutlicht noch einmal die Entwicklung des Kindes im Bauch.

Dieses Buch eignet sich, mit leichten Abänderungen, durchaus für den Aufklärungsunterricht in der Grundschule. Die Einbettung der Aufklärung in eine Rahmenhandlung ist sehr sinnvoll und wäre ein sehr schöner Einstieg, welcher es den Kindern noch greifbarer machen würde.

Fazit:

Ein sehr ansprechendes Aufklärungsbuch zum Thema Pubertät, Sexualität und das Wunder der Geburt.

Bewertung:

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Karl Rühmann und Lena Hesse – Ole kann nicht schlafen

Klappentext:

„Was tun, wenn man nicht schlafen kann? Ole versucht es mit Zählen. Gar nicht so einfach, denn schließlich will er bis zu seiner Lieblingszahl kommen. Aber zum Glück hat Ole lauter gute Ideen. Und jedes Problem hat seine Lösung!“

Inhalt:

Ole liegt im Bett und kann einfach nicht einschlafen. Er lässt den Tag revue passieren und dadurch kommt er auf die Idee bis zu seiner Lieblingszahl, der 10 zu zählen, denn bekanntlich macht ja das Zählen müde. Doch was soll er bloß zählen? Die Murmeln! Leider hat er nur 6 davon und das ist zu wenig, da fehlen noch 4 bis zur 10. Also hält er Aussicht nach etwas anderem Zählbaren. Plüschtiere! Auch hier sind es keine 10! Was soll er bloß zählen? Die Sachen aus dem Kleiderschrank? Oder gar Bücher? JA! Ole schaut sich die vielen Bücher an und erinnert sich an die Geschehnisse, u.a. Nr. 5 „war groß, hatte ganz viele Seiten und erklärte, warum alle Menschen einen Bauchnabel haben“.  Und 10? Worum ging es da? „Um einen Jungen, der nicht schlafen konnte…“

Meinung:

Dieses Buch besticht zuerst mit seiner Aufmachung, denn die Darstellungsart empfand ich sehr außergewöhnlich, ja schon fast dreidimensional. Lena Hesse hat das Licht sehr gekonnt eingesetzt und dadurch sehr viel Tiefe geschaffen. Auch der Perspektivenwechsel (Frosch vs. Vogel) ist sehr beeindruckend!

Auch Kinder kennen das, wenn man partout nicht einschlafen kann. Ole ist hier ein sehr niedliches Beispiel  und zeigt was man dagegen machen kann! Absolut top ist natürlich dieses Buch-im-Buch-Vorkommnis. Spoiler! Ole schläft letztendlich ein, indem er ein Buch über sich selbst liest! Eine wunderbare Idee! Auch die abschließende Illustration finde ich einfach grandios! Ende Spoiler.
Das bei Nr. 5 genannte Buch „Warum die Menschen einen Nabel haben“ wurde von mir ebenfalls rezensiert.

Fazit:

Ein wundervolles Buch über einen Jungen, der nicht einschlafen kann, sich jedoch zu helfen weiß. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung!

Bewertung:

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