Martin Baltscheit – Papa liest vor!

Papa spricht alle Stimmen:
Frosch und Fliege,
König und Käfer (…)

Er kann das.
Und liebt es.
Ich auch!

Dieses Bilderbuch stellt nicht nur das Medium Buch in den Fokus, sondern auch die sich dadurch ergebende besondere Verbindung zwischen einem Elternteil und dem Kind. Als Abendritual schafft es bei Kindern Erinnerungen, die ein Leben lang halten. Die Liebe für das geschriebene Wort und all die Geschichten, die sich dahinter verbergen, erschaffen Fantasiefreunde, die einen stets begleiten.

Der Vater lebt seiner Tochter eine derartige Leidenschaft vor, dass sie nur über seine Vorlesetechniken staunen kann. Das Verstellen der Stimme gehört genauso dazu, wie das emotionale Mitfühlen mit den Figuren. Hier wird deutlich, welche Wirkung Geschichten auf Menschen haben und auch die Zuhörfertigkeiten werden angeschnitten. So gibt das Mädchen offen zu, dass sie nicht jedes Wort versteht oder dass ihre Gedanken manchmal auch abschweifen und dass dadurch Leerstellen entstehen.

Mit einer Prise Humor betrachten wir die letzte Doppelseite, auf der das Kind schließlich seelig einschläft und sich sicher ist, dass ihr Papa nur für sie vorliest. Im Nebenzimmer erblicken wir die Mama, die schwanger auf dem Sessel liest und die Vorahnung klar ist, dass die Tochter ihren vorlesenden Papa irgendwann dann doch teilen wird müssen.

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Britta Sabbag und Igor Lange – Elefant will durch die Wand

An einem schönen Morgen in der Savanne
ist Elefant sauer, und zwar volle Kanne.
Er trötet: „Hier läuft echt nichts so, wie ich will!“
Und plötzlich sind alle Tiere still.

Der Dickkopf mit dem starken Willen ist schon auf der Titelseite für die Leserinnen und Leser gut erkennbar. Elefant ist heute unglaublich bockig. Es läuft nichts, wie er es gerne hätte. Er ist das stärkste Tier in der Savanne und so muss natürlich alles nach seiner Pfeife tanzen. Die anderen Tiere kriegen Angst vor so viel Wut. Die weise Schildkröte weiß einen Rat:

Neeeeeein, dein Dickkopf bringt dir kein Glück!
Stößt du damit gegen die Wand, stößt sie zurück.

Auch Gnu wagt sich als Ratgeber für solch verzwickte Situationen rund um Gefühle und empfiehlt das Reden über Probleme. Die Tiere wenden sich schließlich vom Elefanten ab. Da er jedoch ein Herdentier ist und seine Freunde braucht, übt er sich an der Selbstreflexion und grübelt fleißig. Letztlich kommt er auf eine Idee, wie er das zerstörte Vertrauen aufbauen und die von ihm verursachte Distanz verringen kann. Und doch wissen alle, dass es sein Trainingsfeld bleiben wird.

Doch etwas Ruhe, ein bisschen Spaß und ’ne Portion Gelassenheit
führen zum Ziel – scheint der Weg auch mal weit!

In aussagekräftigen Illustrationen fängt Igor Lange, der schon seit „Welcher Weg ist meiner?“ meine Bewunderung genießt, die Gefühlswelt der Tiere ein. Die großformatigen Ausschnitte der Mimik zeigen deutlich, wie es dem Elefanten ergeht, was zur Intensivierung im Erleben des Gelesenen führt. Die gelungenen Reime umhüllen die Geschichte und lassen schnell daran denken, dass einem hier und da so ein sturer Elefant über den Weg läuft. Pädagogisch wertvoll ist das Verhalten der anderen Tiere, die sehr sozial agieren. Nachdem deutliche Hinweise und Tipps gegeben werden und der Elefant dennoch vor Wut schäumt, entfernen sie sich freundlich aber bestimmt, sodass es nun an ihm liegt, mit einer Wiedergutmachung aufzuwarten.

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Lotte Schweizer und Alexandra Helm – Das Vampirtier

Draußen putstete der Wind dunkle Wolken über die Dächer im Birnbaumring und klapperte mit den alten Fensterläden. Blätter, rot wie Daachziegel, tanzten durch die Luft, ehe sie sich auf dem ordentlich gestutzten Rasen im Vorgarten niederließen.

Emma hat bald Geburtstag. Ihr Vater schnibbelt für sie in der Küche Karotten und wirkt ganz nervös bei der Verkündung des Geburtstagsgeschenks. Sie wünscht sich schon lange ein Haustier. Doch stattdessen bekommt sie zwei Brüder und eine Stiefmutter, die in ihre Wohnung einziehen sollen. Das Abenteuer einer Patchwork-Familie beginnt!

Um den Familienzusammenhalt zu stärken, schaffen es die Kinder mit vereinten Kräften Emmas Vater doch noch von einem Hund zu überzeugen. So wird kurzerhand ein kleiner Straßenhund aus Rumänien adoptiert. Doch dieser erweist sich als nachtaktiv, eigenwillig und statt Hundekekse, isst er viel lieber passierte Tomaten. Die roten Früchte führen Brutus und die Kinder auch durch eine Moorlandschaft zu einem richtigen Spukhaus.

Passend zu der nun schaurigen Jahreszeit, trumpft Lotte Schweizer mit einem Vorlesebuch auf, das eine ordentliche Portion Witz inne hat. Unter Berücksichtigung der Vielfalt des Zusammenlebens, werden Themen des Teilens und Zusammenwachsens als eine neue Familienkonstellation thematisiert. Schließlich kann die Familie pünktlich zur Weihnachtszeit nun ganz eigene Traditionen in den eigenen vier Wänden etablieren und für sich festhalten, dass das Leben viel schöner ist, wenn man sich hat und jedes Familienmitglied glücklich ist.

Dieses Vorlesebuch, welches ganz nah an der Lebenswirklichkeit vieler Kinder und Patchwork-Familie ist, eignet sich sehr gut für die herbstliche Jahreszeit im Übergang zu Weihnachten. Die langen Herbstabende verleiten zum leichten Grusel mit dem Vampirtier ein, welches so liebevoll von Alexandra Helm ins Leben gerufen wurde.

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Herbstferien-Bingo und Schreibblätter

Das Herbstferien-Bingo ist eine leicht umsetzbare Methode, um Schülerinnen und Schülern nach den Herbstferien einen Austausch über Erlebtes zu ermöglichen. Jedes Kind erhält ein Bingo-Spielfeld und begibt sich, ausgestattet mit einem Bleistift, durch die Klasse. Es befragt seine Mitschülerinnen und Mitschüler zu den angegebenen Feldern. Sollte es eine Person finden, auf die das Erlebnis zutrifft, wird der Name in das freie Feld notiert. Selbstverständlich kann das entsprechende Kind auch selbst unterschreiben und somit das Erlebnis bestätigen.

Die Spielregeln können natürlich je nach Lerngruppe abgewandelt werden. Denkbar ist es, dass vorab geklärt ist, dass nur ein Name eines Kindes in ein Feld notiert wird, was zur Folge hat, dass man mit vielen unterschiedlichen Kindern ins Gespräch kommt.

Der Spielcharakter wird durch die Tatsache ermöglicht, dass bei vier Feldern, die waagerecht, senkrecht oder diagonal vollständig ausgefüllt sind, Bingo gerufen werden kann. Für die anderen kann das Spiel trotzdem noch etwas länger weitergehen. Zum Ende der Unterrichtsstunde oder als Hausaufgabe kann zu den Herbstferien-Erlebnissen ein Schreibblatt ausgefüllt werden. Zusammengefasst als Klassen-Ferienberichte lässt es sich gut als Buchform präsentieren.

Elise Gravel – Pilzparade

Anstelle von Lamellen hat der Pfifferling lauter kleiner Falten, wie die Gesichtsfalten deiner Großeltern.

Pilze sammeln ist wie eine von der Natur organisierte Schatzsuche. Und was es da alles zu entdecken gibt! Elise Gravel taucht in diesem Sachbilderbuch den Wald in ein modern illustriertes Gewand. Die Farbpalette gibt eine große Bandbreite an Braun- und Grüntönen, die vom Waldboden in Ocker bis hin zu dattelbraunen Baumstämmen reichen. Diese konkurrieren gekonnt mit weinroten Färbungen der Herbstblätter und dem satten Tannengrün der Nadelbäume. Die Protagonisten schauen den Leser eindringlich mit ihren weit aufgerissenen Augen an. Hier ist Leben!

Dieses ganz besondere Reich der ganz beschirmten Wesen, die weder Tiere noch Pflanzen sind, zu erkunden ist wahnsinnig spannend. Die omnipräsente Begeisterung der Autorin schwappt gleich über. Die Sachinformationen werden keineswegs trocken präsentiert und aneinander gereiht, sondern fügen sich in eine amüsante Erzählung ein. Neben der Darstellung der Bestandteile und der Bedeutung der Sporen, geht es sogleich an die verschiedenen Pilzarten, von denen es unzählige gibt. Gemeinerweise passen sie sich immer der Umwelt an und haben viele Doppelgänger, die nicht alle essbar sind und gar äußerst giftig daherkommen.

Und als wäre es nicht genug, lädt die Autorin zum Waldspaziergang, bei dem möglichst alle Sinne eingeschlossen werden sollen, ein. Wie wäre es, sich auf die Suche nach einem weißen Golfball zu machen? Wenn du Glück hast, findest du den Stäubling. Wenn man drauftritt, stößt er eine Staubwolke aus und klingt wie ein Pups. Dieser Sorte hilft das Zertreten zur Vermehrung. Grundsätzlich sollte die Natur, besonders im Wald, geachtet werden. Schließlich sind wir dort Gäste…auf Schatzsuche!

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Würfellesen als Lautlesemethode – Material

Eine spielerische Methode der Leseförderung, die das flüssige Lesen und die Dekodierfähigkeit steigert, ist das Würfellesen. Diese kann bereits im 1. Schuljahr eingesetzt werden und fußt bei vielen auf großer Motivation.

Das Würfellesen ist eine Form der Lautlesemethode, die Wiederholung und Training im Fokus hat. Es empfiehlt sich, bei der Einführung im Anfangsunterricht mit der Partnerarbeit zu starten. Am besten wird der Ablauf visuell gestützt und im Plenum an einer Probehandlung verdeutlicht. Zunächst liest jedes Kind den vorgegebenen Abschnitt oder Text leise für sich. Schwierige Wörter werden anschließend im Gespräch geklärt und ihre Bedeutung besprochen. Nun wird entschieden, wer den Lesewürfel zuerst würfelt.

Nach den Feldern „ICH“, „DU“ und „WIR“ wird bestimmt, wer nun den Text halblaut vorliest, während die anderen halblaut mitlesen. Anschließend würfelt das nächste Kind. Wenn das Kind beim Vorlesen stockt, wird es von anderen behutsam korrigiert und verbessert. So wird durch Wiederholung die Leseflüssigkeit gesteigert. Die Länge der Lesetexte kann je nach Lernstand der Kind variieren. Im 1. Schuljahr können es Leseteppiche mit Silben und kurzen Wörtern sein, die dann in den weiteren Jahrgängen auf eine Länge von 200-400 Wörtern pro Text steigen können.

Als Visualisierungshilfe kann eine Übersicht mit den einzelnen Schritten im Klassenraum aufgehangen werden. Zum Basteln von Lesewürfeln kann der Vordruck auf festes Papier kopiert werden. Alternativ können Taschenwürfel mit Einstecktaschen genutzt werden, um dort die Kärtchen zu hinterlegen.

Stéphanie Vernet und Camille de Cussac – Büchermenschen: Wie ein Buch enststeht

Nicht nur die farbenfrohe Aufmachung wirkt emsig und turbulent, auch im Buch geht es rasant zu. Die Bücherliebe wird auch bei der Aufmachung gehaucht. So wurde es mit einer Schweizer Bindung veredelt, sodass die beschnittenen Pappen in besonderer Ausstattung glänzen.

Die Illustrationen der Französin Camille de Cussac sind auf das Wesentliche reduziert und gleichzeitig exzentrisch. Die Figuren und Charaktere wirken teilweise skurril und sind in blaue, grüne und rote Hautfarbe getaucht. Es ist ein leichter und doch interessant sanfter Wahnsinn, der sich hier uns präsentiert. Die Illustrationen müssen zwar den Geschmack der Betrachter erst treffen, doch dann brillieren sie in Perspektive, in Mustern und vor allem Nonkonformität, vielleicht sogar Ironie.

Inhaltlich geht es um Büchermenschen, also jene die beim Entwicklungsprozess beteiligt sind. Zwischen dem Autor und dem Leser ist ein langer Weg. Leserinnen und Leser ab 8 Jahren erfahren hier interessante Fakten rund um Berufe und Aufgaben und blicken hinter die Kulisse eines Buchentstehungsprozesses. Was tut eine Stenografin? Wie viel Geld bekommt der Autor von einem seiner verkauften Bücher? Ab wann gilt ein Buch als Bestseller?

Und dann gibt es noch neben Literaturkritikern, die ihre Meinung zu Büchern in Printmedien hinterlassen, auch Buchblogger und Influencer, die ebenfalls als Sprachrohr dienen und andere Menschen für Bücher begeistern wollen. Bookstagrammer werben für empfehlenswerte Bücher, sodass Leserinnen und Leser sich in den Geschichten verlieren können. Lesen bedeutet auf Reisen zu gehen, ohne sich körperlich bewegen zu müssen. Hier liegt die Magie der Fantasie.

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„Die kleine Eins“ – Unterrichtsmaterial Klasse 1

Dieses Heftchen basiert auf dem Bilderbuch „Die kleine Eins“ von Felix Walk und greift thematisch die Geschichte der Zahlen auf. Die kleine Eins fühlt sich einsam. Sie glaubt die einzige Zahl weit und breit zu sein. Doch dann entdeckt sie Fußspuren, denen sie folgt und trifft daraufhin auf die gekrümmte Zwei. So wird die Zahlenwelt immer bunter. Letztlich trifft die kleine Eins, die sich unter den anderen Zahlen zwar nicht mehr einsam, aber furchtbar klein fühlt, auf die winzige Null. Zusammen und nebeneinander können sie Großes bewirken.

Während das Buch den Kindern im Unterricht vorgelesen wird, dürfen sie die Seiten im Übungsheftchen zu den jeweiligen Zahlen bearbeiten. Hier wurden Zuhör- und Verständnisaufgaben inkludiert. So geht es darum, nur Bilder mit Gegenständen und Dingen auszumalen, die im Buch auch erwähnt werden. Zu jeder Ziffer wurde zudem eine DIN-A5 Seite beigefügt, die das Nachspuren und formklares Schreiben der Ziffern anbietet. Zusätzlich dürfen die Plättchen passend zur Zahl angemalt werden, um die Zahlvorstellung zu stützen.

Kathrin Schärer – Kann ich alleine!

Dieses Bilderbuch feiert die Selbstständigkeit und die vielen Lernerfolge der Kinder. Schritt für Schritt erlernen sie so viele Dinge und können vieles alleine, gänzlich ohne Hilfe! Gleichzeitig mahnt es die Erwachsenen den Kindern diese Freiheit zu geben und sie ausprobieren zu lassen. Man muss den Kindern eben Neues zutrauen und Gelegenheiten bieten, damit sie Neues auch ausprobieren können.

Kathrin Schärer lässt die großformatigen Illustrationen für sich sprechen. In erdigen Farbtönen erleben wir die Tiere bei ihren Aktivitäten. Aus jeder Doppelseite springt einem Lebensfreude entgegen. Spätestens als der Bär seine Purzelbäume macht, würde man sich auch als Erwachsener am liebsten dazugesellen. Lernen macht Spaß! Etwas zu meistern lässt die Brust vor Stolz sich weiten. Dieses positive Denken ist auf jeder Seite spürbar.

Das Buch lässt sich sowohl im Kindergarten als auch in der 1. Klasse einsetzen. Beim Vorlesen können die Kinder mithilfe ihres Daumens angeben, ob sie die dargestellte Tätigkeit schon ganz alleine können oder „noch nicht“. Dieses noch ist in der Entwicklungspsychologie äußerst wichtig, es als etwas ganz Natürliches anzubahnen und zu betrachten. Der Mensch lernt sein ganzes Leben lang.

Die MitschülerInnen können einander besser kennen lernen und man bekommt eventuell auch Ideen, an welchen Tätigkeiten man sich noch aktiver und engagierter zeigen kann. Eltern werden sich sicherlich freuen, wenn ihre Kinder beim Tisch decken mithelfen oder nach dem Backen von Keksen auch die Teigschüssel säubern. Bei kleinen Verletzungen tapfer zu sein, ist ebenfalls eine Kompetenz, die nicht selbstverständlich ist.

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„Miteinander lernen“ – Unterrichtsmaterial zum Bilderbuch „Wir essen keine Mitschüler“

Dieses 16-seitige Übungsheft wurde zum Bilderbuch „Wir essen keine Mitschüler“ für die Jahrgänge 2-4 konzipert. Es wurde eine Lineatur für die zwiete und vierte Klasse berücksichtigt.

Inhaltlich behandelt es die Themen des wohlwollenden Lernens in einer Klassengemeinschaft. Es wird der Fragestellungen nachgegangen, welches Verhalten sich positiv auf die Klasse auswirkt und welches am Vertrauen kratzen lässt. Auf der Gefühlsebene werden ASpekte des „ausgeschlossen sein“ beleuchtet und wie man das Vertrauen der Mitschüler zurück gewinnen kann. Die Lehrkraft kann aus den Angeboten, die für ihre Lerngruppe passenden Formate frei wählen und das Übungsheftchen individuell zusammen stellen.

Aus dem Inhalt:

  • Nett sein
  • Ein guter Mitschüler?
  • Steckbrief
  • Was stimmt?
  • Zweite Chance
  • Nicht den gleichen Fehler
  • Walter ist weg