Es weihnachtet im November

Den Monat November habe ich zum Rezensionsmonat ernannt, um Adventskalender (natürlich nicht mit Schokolade gefüllt), Hörbücher und Bücher, die mit Weihnachten und der Winterzeit zu tun haben, zu rezensieren.

Ich hoffe ihr könnt euch hier einige Inspirationen für Weihnachtsgeschenke holen oder sich einfach umschauen, was es denn so Neues auf dem Markt zu diesem Thema gibt…

                                                                          

 

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Sabine Kammerl – Geschichten vom Professor Grau

„Professor Grau, die sprechende Maus mit der Brille auf der Nase, ist in die Backstube Ringlbeck eingezogen! Wie gut, dass gleich nebenan die beiden Konditorenkinder wohnen: Toni und Lissi retten den Professor vor der Mausefalle und sorgen damit gleichzeitig für den Umzug der Mausefreundin „Pfiffi“ zum schon so lang ersehnten Wunschdomizil …

Schnell entwickelt sich eine heimliche Freundschaft zwischen den Kindern und dem Professor. (Die Eltern dürfen natürlich nicht erfahren, dass in ihrer Backstube eine Maus wohnt!) Der gewitzte Professor Grau entpuppt sich immer wieder als Retter in der Not. Er zeigt, dass man mit pfiffigen Ideen viel bewältigen kann und dass es auch für das schwierigste Problem eine Lösung gibt –  der Professor Grau ist eben schlau!“

Eine Backstube, wie aus dem Bilderbuch. Es riecht nach allerlei Leckerei und ausgerechnet hier entdecken die Eltern tatsächlich eine Maus. Die ist den Eltern ein Dorn im Auge und so wird kurzerhand eine Mausefalle gekauft. Doch vergebens, die Maus ist nicht zu kriegen. Die Kinder sind der Tatsache gegenüber positiv eingestellt. Die graue Maus in dem blauen Kittel hat es ihnen angetan, denn sie ist ziemlich schlau und fällt auf eine Mausefalle nicht rein. Hier beginnt eine wahre Freundschaft zwischen den zwei  Kindern und dem schlauen Professor. Und da dürfen auch schon die gemeinsamen Abenteuer beginnen …

Aufgenommen wurde das Hörbuch von Johannes Steck, der seine Stimme gut beherrscht. Eingeleitet werden die Geschichten mit einem Professor Grau Lied, welches instrumental dargestellt wird. Die Gesamtspieldauer beträgt 70 Minuten. Ich persönlich kann mich über eine längere Zeitspanne schlecht auf ein Hörbuch konzentrieren, ich bräuchte zwischendurch einige Vertonungen, die meine Aufmerksamkeit zurückholen, sonst schweifen meine Gedanken ab. Ich musste mich ab und an daran erinnern, mich gedanklich doch bitte dem Hörbuch zu widmen.

Leider konnte mich die Geschichte inhaltlich auch nicht fesseln. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass thematisch Immobilienmakler etwas für Kinder sind.

Inhaltlich etwas schleppend und bietet wenig Identifikationsbasis.

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Dale Carnegie – Führen mit Persönlichkeit

„In der heutigen Unternehmenskultur ist eine neue Art von Führungspersönlichkeit gefragt. Eine, die andere inspiriert und motiviert, ihr Bestes zu geben. Dieser Ratgeber zeigt die notwendigen Führungskompetenzen für das 21. Jahrhundert und erklärt, wie man nicht nur erfolgreich führen lernt, sondern tatsächlich eine Führungspersönlichkeit wird. Er hilft Ihnen, Ihre Stärken zu identifizieren und Führungsstrategien erfolgreich umzusetzen.

Sie erfahren u.a.

  • welche Art von Führungskraft Sie sind und was das für Ihre Arbeit bedeutet
  • was die wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskraft sind und wie Sie sie erwerben können
  • wie Sie starke Entscheidungen treffen und sie durchsetzen
  • wie Sie andere motivieren und inspirieren können, ihr Bestes zu geben
  • wie Sie Vertrauen schaffen und Verantwortung delegieren können
  • wie Sie in Krisensituationen effizient reagieren“

Führungskräfte werden in allen Institutionen benötigt, sei es Schule, eine Firma oder die Spitze des Staates. Als Führungskraft wird man nicht geboren, dafür bedarf es einiger Entwicklungsschritte. Das Buch knüpft hier an und zeigt wie die Führungskraft erst bei sich persönlich anfangen muss. Denn erst als Vorbild und Motivator, als gutes Beispiel, welches voranschreitet, kann es seine Mitarbeiter, wie das Cover anhand eines Pfeils auch schön verdeutlicht, mitziehen und motivieren die gesetzten Ziele umzusetzen. Carnegie fasst insgesamt vier Führungseigenschaften, die zur erfolgreichen Führung beisteuern zusammen: Optimismus, Fröhlichkeit, Kreativität, die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden.

Die Risikobereitschaft sollte ebenfalls ausgeprägt sein, um mit der Zeit zu gehen, sollte man Veränderungen suchen und das Neue freudig annehmen und sich der Herausforderung gemeinsam stellen. Das Team rückt in den nächsten Kapiteln daher näher ins Licht. Kommunikation ist herbei das A und O, denn damit beginnnt erst die Führung. Der Leser lernt in den nachfolgenden Kapiteln den eigenen Führungsstil kennen und wie ein erfolgreiches Work-Life-Balance aussieht, um sich vor Burnout zu schützen.

Und da fast jede Führungskraft Rückschläge einstecken muss und sich in Krisensituationen beweisen muss, sollte man die Krise als Bewährungsprobe sehen und somit als Chance. Positive Psychologie ist hierbei das Stichwort! Dale Carnegie greift immer wieder zu bekannten Persönlichkeiten wie John F. Kennedy oder Winston Churchill oder auch bekannte Firmen (Coca Cola, Johnson & Johnson), um anhand dieser Beispiele seine Argumente zu verdeutlichen und zu untermauern. Sie können hierbei als positive oder auch negative Beispiele dienen.

Die vielen Zitate am Anfang jedes Kapitels leiten die Thematik sehr schön ein. Der Schreibstil ist locker-souverän und vermag den Leser durchaus zu fesseln. Die an jedes Kapitel anschließenden Aktionsschritte werfen Fragen an den Leser auf und bringen ihn so zum Nachdenken über sich selbst und den eigenen Führungsstil.

Insgesamt ein gelungener und erfrischender, zeitweilen erheiternder Ratgeber.

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Karen McGhee – Das große Ravensburger Buch der Tiere

„Dieses umfassende und mit über 3000 farbigen Bildern reich illustrierte Standardwerk zeigt und erklärt die Vielfalt und den Artenreichtum der Tierwelt unserer Erde. Der übersichtliche Aufbau nach Tiergruppen, die fundierten Informationen und die erstklassigen Illustrationen machen das große Buch der Tiere zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.“

Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis stellt die sieben großen Unterteilungen in Die Welt der Tiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und wirbellose Tiere dar. Das Tierlexikon ist reich bebildert und verdeutlicht anhand von Zeichnungen und Fotos das Jagdverhalten, die unterschiedlichen Gattungen, bedrohte Tierarten, wissenswerte Eigenheiten und einige weitere Informationen dar. Ein kurzer einleitender Text beschreibt die Tiergruppe und was eben diese kennzeichnet. Neben dem deutschen Namen werden die Tiere auch mit dem wissenschaftlichen Namen vorgestellt.  Bei vielen Arten folgen noch einige Sätze mit interessanten Fakten. Eine Vebreitungskarte zeigt, wo wichtige Tiergruppen natürlicherweise leben.Im Anhang wird auf die Tiergrößen eingegangen. In einem tabellarischen Verlauf, welches alphabetisch angeordnet ist, findet der Leser den höchsten Wert, den ein normales Tier erreichen kann. Im Register können noch einmal die im Buch vorgestellten Tiere nachgeschlagen werden.

Der Hauptzweck dieses Buches ist, die Vielfalt an unterschiedlichen Tieren, die auf der Erde leben, dem Leser vorzustellen. Daher bekommt man durch die vielen Zeichnungen einen guten Überblick, wie sich die jeweiligen Tiere in einer Tiergruppe voneinander unterscheiden und was die besonderen Merkmale sind. Die Informationen zu den jeweiligen Tieren sind relativ kurz gehalten und bedürfen weiterer Nachforschungen.

 Das große Ravensburger Buch der Tiere bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Tieren auf unserer Erde.

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Nele Moost und Annet Rudolph – Alles erlaubt? oder immer brav sein – das schafft keiner!

Das Bilderbuch Alles erlaubt? vom kleinen Rabe Socke erscheint nun bereits in der 19. Auflage. Ein Bilderbuchklassiker, der sich auf Regeln, Sich-Benehmen-Können und Bravsein konzentriert. Das Buch eröffnet mit einem Fest, bei dem es für alle Tiere das Lieblingsessen aller Kinder serviert wird: Spaghetti! Eine perfekte Gelegenheit, um auf Tischmanieren zu sprechen zu kommen. Schon bald endet das schöne Fest in einem Streit. Als der Hase dann zu bedenken gibt, dass Bravsein ziemlich schwer ist, macht sich der kleine Rabe auf den Weg, um sich bei seinen Freunden nach dem Bravsein zu erkundigen. Doch so recht weiß keiner was alles zum Bravsein dazugehört, außer natürlich dem Hasen. Mit ihm erstellt der Rabe eine ellenlange Liste, die es dann auswendig zu lernen gilt. Schließlich hat Rabe in ein paar Tagen Geburtstag und hofft, dass sein Alptraum nicht in Erfüllung geht und er stattdessen ein „Nix-ist-verboten-Fest“ feiern darf.

Dieses Buch zeigt ganz viele Regeln auf, die man natürlich nicht unkritisch betrachten sollte. Es liefert jede Menge Diskussionsstoff, darüber welche Regeln Sinn machen und welche einfach nur unsinnig sind. Genau hier ist der Spaß dieses Buches begraben. Viele Kinder werden im Kindergarten und in der Grundschule mit vielen Regeln konfrontiert, sodass manchen auch der Kopf schwirrt. So können sie sich mit dem kleinen Raben sehr gut identifizieren.
Alles erlaubt? ist für den Einsatz im Unterricht für das Erstellen von Klassenregeln prädestiniert. Natürlich würden sich die Kinder über ein abschließendes Nix-ist-verboten-Fest sehr freuen, bei dem dann auch besprochen werden kann, was beim Einhalten oder eben auch Brechen der Klassenregeln geschehen könnte. Natürlich dürfen hierbei auch Einladungen von den Kindern verfasst werden 😉

Die Kinder werden dieses Buch lieben! Nicht zuletzt wegen der ungeschickten Versuche des kleinen Raben diese Regeln in seiner Umgebung einzuhalten. Da kommt schon die eine oder andere Regel durcheinander! Bitte-danke! 🙂

Ein witziges, freches und stark bebildertes Bilderbuch!

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Gisela Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne

Unsere Sinneswahrnehmungen sind die Grundlage für jegliche Form von Lernen: Sprechenlernen, Sprachentwicklung, Denken, Fühlen, Orientierung in der Welt und naturwissenschaftliches Forschen – nichts geht ohne eine differenzierte Sinneswahrnehmung!
In diesem ersten Band geht die erfolgreiche Spielpädagogik-Autorin Gisela Walter den vier Sinnen Sehen, Hören, Riechen und Schmecken auf den Grund. Mit zahlreichen Spielen, spannenden Experimenten und verblüffenden Sachinfos lernen Kinder von 3-10 Jahren alle Funktionen von Auge, Ohr, Nase und Mund genau kennen. Durch didaktische Tipps, griffige biologische Erklärungen und Hinweise zur kindlichen Entwicklung wird die Vermittlung in der Praxis zum Kinderspiel.


Der Titel mag für einige irreführend sein, denn in diesem Band wird, anders als der Titel suggeriert, auf vier Sinne eingegangen: den Seh-, Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn. Die Zielgruppen sind für dieses Buch umfangreich, es wurde für ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen, SpielpädagogInnen und Eltern geschrieben. Sehr ansprechende Illustrationen von Kerstin Heinlein verdeutlichen die Phänomene des menschlichen Körpers, veranschaulichen den Aufbau eines Auges oder zeigen einfach nur den Aufbau eines Spiels auf. In den jeweiligen Kapiteln sind die Spiele in verschiedene Themengruppen eingeteilt. Zu Beginn sind es Spiele, bei denen die Kinder den Aufbau des Sinnesorgans nachvollziehen können. Im weiteren Verlauf erleben die Kinder, wie das Sinnesorgan funktioniert und wofür diese Fähigkeiten sinnvoll sind. Die Aktivitäten laden die Kinder zum Ausprobieren, Erforschen, Erfinden und Lernen ein.

Bei allen Spielen ist ein kurzer Text vorangestellt, der über Besonderheiten oder Ziele des Spiels informiert. Weitere Sachinformationen zu den Sinnesorganen bereiten den „Spielleiter“ auf mögliche, weiterführende Fragen seitens der Kinder vor. Es wird bei jedem Spiel das empfohlene Alter, das Material und die geschätzte Spieldauer angegeben.

Viele Spiele können auch als „Experiment der Woche“ eingesetzt werden. Ein sehr einfaches und effektives Experiment auf Seite 64 greift das Thema Schallwellen auf und alles was man dafür braucht ist lediglich ein Lineal. Besonders toll finde ich persönlich das ebenfalls ohne weitere Hilfsmittel durchzuführende Experiment zum Thema „optische Täuschungen“. Jeder von uns hat einen „Phantom-Finger“. Habt ihr das gewusst? Nein? Dann auf Seite 45 unbedingt nachlesen und ausprobieren. 🙂

Die meisten Spiele lassen sich ohne viel Aufwand durchführen und werden die Kinder garantiert in Staunen versetzen! Ein Staunen, welches sich hoffentlich in Experimentierfreude und nachhaltige Neugierde auswirkt.

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Holde Kreul – Ich und meine Gefühle


Gefühle gehören zu uns, wie unsere Nasen oder unsere Hände. Das ist das wunderbare Schlusswort aus diesem Buch „Ich und meine Gefühle“ von Holde Kreul. Es verdeutlicht sehr schön, dass Menschen sowohl positive, als auch negative Gefühle haben. Doch nicht alle Emotionen darf man zeigen, sonst könnten sie andere Menschen verletzen. Ein hoch komplexes Thema, welches für Kinder heruntergebrochen wurde und von der studierten Psychologin sehr einfühlsam dargestellt wird.

Ein vorangestelltes Vorwort an die Erwachsenen, sensibilisiert sie für das Thema und zeigt die Komplexität dieses Themas auf. Kinder müssen lernen eigene Emotionen wahrzunehmen, die Gefühlswelt überhaupt erst kennen lernen und begreifen wie man mit ihnen verantwortungsvoll umgeht. Es wird explizit gesagt, dass dieses Bilderbuch Mut machen möchte, zu allen Gefühlen zu stehen und eigene Reaktionen zu überprüfen.

Der letzte Punkt, den ich auch sehr sinnvoll und für wichtig erachte, findet im Verlauf des Buches oft Erwähnung. Mädchen und Jungen freuen sich, toben, brüllen, weinen, schmusen, verkriechen sich. Sie sind auf ihre Geschwister eifersüchtig, stampfen vor Wut auf den Boden, erröten vor Scham, verteidigen sich, sind aufgeregt, zittern vor Angst und noch eine ganze Bandbreite mehr. Jede Seite ist einem Gefühl gewidmet und verdeutlicht auch illustrativ sehr gelungen die Gefühlsregung der jeweiligen Figuren. Beim Brüllen entgegnen dem Leser Blitze, die rote Farbe dominiert das Bild und die Körperhaltung ist angespannt und verkrampft. Die Gefühlsregung ist eindeutig und sehr präzise dargestellt.

Dieses Bilderbuch trägt zur Entdeckung der eigenen Gefühlswelt bei und zeigt, dass Gefühle zum „Menschsein“ dazugehören. Dieses Buch darf in keinem Kindergarten fehlen!

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Christine Nöstlinger – Das große Nöstlinger Lesebuch

„Du musst immer lernen. Nichts lernen geht nicht. Wenn du bei mir nichts lernen musst,
dann hast du hinterher gelernt, dass es Lehrer gibt, bei denen man nichts lernen muss!“ (S. 26)

Das Lesebuch von Christine Nöstlinger versammelt die schönsten Geschichten der berühmten Autorin – kurze und längere, vor allem aber überraschende Geschichten, voller Fantasie und Humor, die allesmt zu Klassikern wurden. Mit vielen Bildern so bekannter Illustratoren wie Jutta Bauer, R.S. Berner, Wolf Elbruch, Nikolaus Heidelbach, Janosch, Axel Scheffler und Philip Waechter.

Insgesamt erwarten 35 Geschichten den Leser, manche gehen lediglich über eine Seite, andere schon mal über  36 Seiten. So auch meine absolute Lieblingsgeschichte „Der Hund geht in die Schule“. Hierbei handelt es sich um einen Hund, der versehentlich in einer Schule Unterschlupf sucht und am darauf folgenden Morgen von dem Direktor aufgefunden wird. Dieser vermutet, dass der Hund der neue Lehrer sei und stellt ihn seiner Klasse vor. Der Hund steht nun vor der Aufgabe, den Schülern etwas beizubringen. Und da lebensnahes Lernen vor allem steht, nimmt der Hund die Schüler mit in einen Gemüseladen. Unterwegs hüpfen sie auf einem Bein, damit wäre Sport abgedeckt. Dann zählen sie das Geld und rechnen das Wechselgeld nach, womit Mathe auch abgehackt wäre. Verkehrserziehung durfte natürlich auf dem Weg in das Dorf ebenfalls nicht fehlen. Wie der Hund die Kinder zum individuellen Schreiben bringt und einen schönen Schreibanlass schafft, erzählen die nachfolgenden Seiten.

Die Geschichten werden zwischendurch mit einigen sehr gelungen Zeichnungen (S. 257) geschmückt und einigen eher wenig ansprechenden (S. 57). Auch die Tochter von Christine Nöstlinger, Christiana Nöstlinger, hat sich in diesem Buch mit einigen Illustrationen verewigt.

Ich habe es sehr genossen, die unterschiedlichen Geschichten von Frau Nöstlinger zu lesen. Themen wie Trotz, Freundschaft, Sorgen, Angst, Erziehung, Bildung, Streit oder Liebe sind in diesem Lesebuch vertreten. Bei allen Geschichten schwingt, typisch  Christine Nöstlinger eben, so ein bisschen ironischer Unterton mit.

Ein Lesebuch nicht nur für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen, die hier noch einiges lernen können 🙂


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Christine Nöstlinger – Wir pfeifen auf den Gurkenkönig

An einem Ostersonntag taucht auf dem Tisch der Familie Hogelmann ein Gurkenkönig auf. Von seinem Volk verjagt sucht er nun bei dieser Familie Asyl. Während die meisten Familienmitglieder dem grammatikgestörtem König kritisch gegenüberstehen, nimmt sich der Familienvater und sein jüngster Sohn ihm seelenrührend an und umsorgt und hegt ihn liebevoll. Die Familie zerfällt an diesem Eindringling immer weiter, die Eltern verbringen die Nacht in unterschiedlichen Zimmern, der älteste Sohn hat Probleme in der Schule und traut sich damit nicht zu seinen Eltern. Der Kumi-Ori ist der Streit in Person und so beschliessen die übrigen Familienmitglieder diesem Missstand ein Ende zu setzen…

Christine Nöstlinger hat erst vorgestern ihren 75. Geburtstag gefeiert. Von der mit jeglichen Preisen überhäuften Autorin habe ich bisher lediglich das Buch „Die feuerrote Friederike“ gelesen. Von dem Gurkenkönig habe ich lediglich gehört, jedoch nie selbst gelesen. Bis vor einer Woche!
Das Buch ist aus der Perspektive des ältesten Sohns geschrieben, „sein“ Schreibstil ist von einem Dialekt geprägt, bei dem man vor Namen sehr häufig einen Artikel entdeckt („die Martina hat gesagt…“). Da muss man sich  natürlich erst daran gewöhnen und aufpassen, dass man es am Ende des Buches nicht auch noch übernimmt. Mich persönlich hat die Geschichte rund um den Gurkenkönig eher weniger interessiert, obwohl seine Identität, mit den übertriebenen sprachlichen Fehlern, sehr gut herausgearbeitet wurde. Viel spannender fand ich die Familienprobleme, die Annäherung der Geschwister zueinander und die Schwierigkeiten von Wolfi in der Schule. Da mir der Kumi-Ori sehr unsympathisch war, erwischte ich mich nicht selten dabei, wie ich die Seiten, in denen es um den Gurkenkönig ging, übersprang. 😉 Frau Nöstlinger hat eine gewisse Portion Humor eingestreut, was einem auch mal ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat. Die Idee eine Gurke als Symbol für „Das Salz in der Suppe“ bzw. der Familie darzustellen, ist natürlich einzigartig.
Die zu der Sonderausgabe mitgelieferte CD, gelesen von dem Schauspieler Stefan Kaminski, ist sehr gelungen. Die Spannung wird erhalten, besondere Momente gekonnt hervorgehoben.

Ein etwas anderer Kinderbuchklassiker, den es durchaus zu lesen gilt.

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Philipp Winterberg und Lena Hesse – Ein Brief aus der Arche

Die Postraben Alexa und Max haben einen besonderen Auftrag: Sie müssen einen Brief zum unheimlichsten Ort der Welt bringen: dem Wrack der Arche Noah. Beiden ist gar nicht wohl bei dem Gedanken. Was für furchterregende Ungeheuer mögen dort wohl leben? Doch als sie an der alten Arche ankommen, erleben sie eine Überraschung und treffen auf Wesen, deren Vorfahren die Arche nicht verließen, weil sie sich vor allem und jedem fürchteten: die Furchtlinge. Da der endgültige Zerfall der Arche droht, suchen sie verzweifelt ein neues, sicheres Zuhause. Ob die Postraben helfen können? Eine phantastische Geschichte über Angst, Hilfe von Freunden und Fabelwesen, die es nicht gibt. Oder doch?

Die Rezension erfolgt bei diesem Bilderbuch aus zweierlei Sicht. Einmal aus meiner, erwachsenen Perspektive und dann aus der Perspektive von 7-9 Jährigen, denen ich wöchentlich Bilderbücher vorlese. Ich wurde auch dieses Mal vom Lena Hesses Talent überzeugt. „Ole kann nicht schlafen“ fand ich schon so grandios! Und hier erneut satte, kräftige Farben, die Abbildungen schon fast dreidimensional.  Vor allem die „schlotternden Flügel“ sind wahnsinnig gut gelungen, sie simulieren ganz realitätsnah die Bewegungen der Vögel in der Luft.

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Die Furchtlinge sind doch gar nicht so furchtbare Ungeheuer, sondern niedliche Fabelwesen, die Angst vor der unheimlichen Welt da draußen haben und sich so lieber in dem Wrack der Arche Noah verkriechen. Die Rettung naht und zwar in Gestalt der zwei Postraben, die sich zuerst vor dem Anblick der Furchtlinge erschrecken. Das Entsetzen beruht jedoch auf beiden Seiten. Für die Kinder war diese Begegnung der Höhepunkt in der Geschichte, obwohl dann ein sehr aufmerksames Kind angemerkt hat, dass man die Gestalt der Furchtlinge vorher besser nicht gezeigt hätte (s. S. 6). Dann wäre die Spannung auch viel größer gewesen 🙂 Mit dem Ende war der Großteil der Kinder nicht so wirklich einverstanden. Es fehlte den meisten an Abenteuer, sie erwarteten mehr von der Reise und waren von dem plötzlichen Ende leicht überrascht. Das war für mich der Punkt hier anzuschließen und die ganzen Ideen, die die Kinder hatten, verschriftlichen zu lassen. Das Bilderbuch spricht ein wichtiges Thema an: Angst, aber damit verbunden auch Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Mir war es aber auch ein Anliegen die Kinder für den „sichersten Ort der Welt“ zu sensibilisieren und sie darstellen zu lassen, wovor sie persönlich Angst haben und wer oder was ihnen diese Angst nehmen kann. Daraus sind grandiose Rollenspiele entstanden und die Kinder fanden das Bilderbuch am Ende doch „ganz schön“ 🙂

An das Lesen bzw. Vorlesen sollte ein Gespräch anschließen, um die Thematik gemeinsam näher zu beleuchten und den tiefliegenden Sinn genauer zu erarbeiten.

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