Susanne Helene Becker – 99 neue Lesetipps: Bücher für die Grundschule

Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl an Kinder- und Jugendbüchern. Da den Überblick zu behalten ist schwer. Das Buch „99 neue Lesetipps“ gibt hier eine Orientierung über besondere Bücher, die zwischen 2005 und 2011 veröffentlicht wurden. Laut der Devise „Bücher von heute für Kinder von heute“  werden literarische Themen hervorgehoben, die die Kinder von heute beschäftigen und interessieren. Die Autorin stellt nicht nur die Bücher vor, sondern zeigt Möglichkeiten auf, wie sie in die tägliche Arbeit einbezogen werden können. Damit das Leseerlebnis ein Erfolg wird, sind zahlreiche Hinweise und nützliche Vorschläge und Anregungen in dem Buch zu finden.

Durch den sehr strukturierten Aufbau und den sehr benutzerfreundlichen Symbolen ist es sehr einfach sich in diesem Buch zurecht zu finden. Drei übergreifende Kapitel führen den Leser durch das Buch: 99 (und mehr) Lesetipps; Wissenswertes rund ums Lesen; Informationen rund um die Bücher. Den Großteil des Buches machen tatsächlich die wertvollen  Buchvorstellungen aus. Diese werden nach den folgenden Gattungen untergliedert: „Bilderbücher“, „Sachbücher“, „Kinderromane und -erzählungen“ und „Gedichte, Lieder und Sprachspiele“. Innerhalb der Gattungen werden die Bücher nach aufsteigendem Leseniveau sortiert, das stetig durch die Anzahl der Sterne dem Leser transparent gemacht wird. Neben dem Leseniveau wird auch das Vorleseniveau, das vor allem bei Bilderbüchern bedeutend ist, nach drei Niveaus unterschieden. Besonders nützlich empfinde ich den Steckbrief, den es zu jedem Buch gibt. Hier befindet sich die farbige Darstellung des Covers, weitere Angabe zu evtl. Auszeichnungen, Schlüsselwörter, die diesem Buch zuzuordnen sind, sowie der Leseanlass (z.B. Ferienanfang, Lesenacht, Sprachstandtest, vor dem Aufräumen etc.) Jedem Buch ist eine Doppelseite gewidmet und erlaubt jeweils einen Blick in das Buch, mal in Bildform und mal als Textausschnitt.

Den Kern bilden die drei Abschnitte „Darum geht es in dem Buch“ (Inhalt), „Das macht das Buch besonders“ (Gestaltung und lesepädagogische Überlegungen) und „So arbeiten Sie mit diesem Buch“. Der letztgenannte Bereich ist eng angelegt an das Kapitel „Wissenswertes rund ums Lesen“, das sich auf die Vorstellung und nähere Erläuterung einiger Methoden konzentriert. Des Weiteren finden sich hier die theoretischen Ansätze zu den Zielen der Leseförderung, sowie eine ausgearbeitete Kriterienliste für die Auswahl von Büchern. Im Unterkapitel „55 plus 9 Methoden für die Arbeit mit Büchern“ werden konkrete Vorschläge zu Themen wie Bilderbuchkino, Kamishibai, Bilderlupe, der rote Faden, Lesekiste, Stockpuppen etc. gemacht. Auf der Verlagsseite befinden sich  außerdem einige Kopiervorlagen zum Downloaden, wie Elternbriefe, Lesepass, Trimory, Comicwerkstatt, Adjektivlandkarte und vieles mehr.

Auf 336 Seiten finden sich wahre Schätze an Buchvorschlägen, von denen mir einige natürlich bekannt vorkamen, weil sie hier auf diesem Blog bereits rezensiert wurden und andere, die leider an mir gänzlich vorbeigegangen sind. Umso erfreuter war ich, sie hier nun neu entdecken zu dürfen. Die Praxisvorschläge sind abwechslungsreich und wirklich inspirierend. Dabei sind die Vorschläge oft in Einstieg, Bild- und textorientierte Aufgaben und Projekte und Gestaltende Aufgaben und Projekte gegliedert. Es lassen sich daher Hinweise sowohl für den Deutschunterricht, als auch den Kunstunterricht finden.

Ich bin von diesem Buch wirklich sehr angetan und kann es jedem Grundschullehrer und aber auch Eltern, die einige Vorschläge im Umgang mit Büchern benötigen, wärmstens ans Herz legen!
Dieses Buch macht es einem wirklich schwer, es wieder aus der Hand zu legen.

Eine große Inspirationsquelle in Bezug auf aktuelle Kinderliteratur, verknüpft mit sehr nützlichen praktischen Umsetzungsvorschlägen.

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Bine & Benjamin Brändle – Glucksi zieht nach Monsterstadt

Das fröhliche Monster „Glucksi“ zieht in eine neue Monsterstadt und benötigt für den Aufbau seines Fertighauses einen Hammer. Die Bewohner der witzigen Stadt erweisen sich als sehr hilfsbereit und wollen Glucksi auf seiner Suche, die sich als schwierig erweist, helfen. Er triftt auf seiner Suche viele andere Bewohner, die  durch einige  Eigenheiten geprägt sind. Da wäre z.B.  Dösi, das faule Monster, Grumpel, das motzige Monster oder auch Mucki, das starke Monster.

Als Glucksi endlich den Professor Hirni trifft, scheint der Bau seines Hauses in greifbarer Nähe … wenn da nicht eine besondere Überraschung auf Glucksi warten würde …

Bei diesem Bilderbuch können sich Kinder ab 4 Jahren auf eine tolle Unterhaltung freuen. Die Bandbreite an unterschiedlichen Charakteren ist groß und jede Begegnung mit Witz und Vergnügen verknüpft. Die auf jeder Doppelseite vorhandenen Klappen erhalten den Überraschungseffekt in dem Zusammentreffen mit den anderen Monstern und unterstützen die Entdeckungsfreude der Kinder.

Thematisch ist das Bilderbuch von Freundschaft, Kontaktknüpfung, Umzug und Hilfsbereitschaft gekennzeichnet. Die Geschichte kommt sehr leicht und spielerisch daher und wird von außerordentlich farbenfrohen Illustrationen gestützt. Hier dominieren Bilder voller Trubel und sich jagenden Ereignissen. Ein Pop-up Bild am Ende des Buches bietet einen großen Überraschungseffekt und ist ein passender Abschluss der schnellen Ereignisabfolge.

unterhaltsam, leicht und spielerisch


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Hermann Josef Winzen – Pfiffikus – Der Sprachgestalter und Mit Pfiffikus auf Wörterfang

Der Sprachgestalter ist ein praktisches Nachschlagewerk zur Wortschatzerweiterung und Ausdrucksverbesserung für Schülerinnen und Schüler (SuS) der Grundschule. Der Pfiffikus bietet zahlreiche wertvolle Formulierungs- und Überarbeitungshilfen für den Schreibprozess an. Auf den Klappen finden sich die Oberbegriffe für die jeweiligen Themen. Dabei handelt es sich nicht nur um Wörter, sondern auch um bestimmte Ausdrücke und geläufige Redensarten.

Folgende Themen sind in diesem Klappbuch zu finden:
sagen, gehen, sehen, denken/fühlen, machen, essen/trinken, schnell/langsam, leise/laut, groß/klein, stark/schwach, ganz/kaputt, zuerst/dann/inzwischen/zuletzt, Farben, Formen, Muster, Wie Menschen aussehen, Wie das Wetter ist, zufrieden/unzufrieden, Glück haben/Pech haben, aufgeregt/entspannt, vorsichtig/unvorsichtig, Mut haben/Angst haben, gefährlich/ungefährlich, verärgert/wütend, freundlich/unfreundlich, schön/nicht schön, dumm/klug

Die Mit Pfiffikus auf Wörterfang – Kopiervorlagen fassen 45 Arbeitsblätter, die sich darauf konzentrieren, den SuS den Umgang mit dem Nachschlagewerk nahe zu bringen. Erst wenn die Kinder wissen, wie man mit diesem Nachschlagewerk umgeht und die treffenden Wörter und Ausdrücke findet, erweist sich das Klappbuch als effektiv. Die Kopiervorlagen zielen darauf den SuS zu zeigen, welche Möglichkeiten in diesem Nachschlagewerk stecken.

Die Anordnung der Begriffe im Sprachgestalter und der dazugehörigen Synonyme ist sehr übersichtlich. Durch unterschiedliche Farben ist gleich erkennbar, welche Begriffe voneinander abzugrenzen sind und wo es sich um Ausdrücke und Redensarten handelt. Die farbigen Illustrationen unterstützen die Bedeutung der Begriffe und bringen eine schöne Abwechslung. Neben zahlreichen Verben, Adjektiven, Temporaladverbien, Farben und Formen findet sich eine tolle Übersicht über alle nötigen Wörter zur Personenbeschreibung und zur Darstellung der Wetterlage.

Allerdings ist das Zurechtfinden in der Fülle an Begriffen nicht ganz so einfach. Dafür erweist sich die vorbereitende Arbeit mit den Kopiervorlagen als sehr hilfreich. Dadurch bekommt man so langsam ein Gespür für die Bandbreite der Möglichkeiten mit diesem Sprachgestalter. Man findet Arbeitsblätter, die sich speziell auf die variantreiche Darstellung der Gefühle konzentrieren und die SuS nach Synonymen für „zufrieden“, „lustig“ oder „verärgert“ suchen lassen. Auch die Thematik Märchen findet Erwähnung, denn schließlich werden bei dieser Textsorte viele Redewendungen verwendet: „strotzte vor Kraft“/ „lief schon das Wasser im Munde zusammen“ etc. Ein Bilder-Quiz rundet die Sammlung der Kopiervorlagen ab, indem es darum geht, bestimmte Illustrationen im Nachschlagewerk zu suchen und ihre Bedeutung aufzuschreiben.

Die Lehrpläne halten Lehrerinnen und Lehrer dazu an, ihre SuS das Lernen zu lernen. Dieses Nachschlagewerk erweist sich als eine tolle Unterstützung nicht nur für Textplanungsphase, sondern auch für die Überarbeitung der eigenen Texte. Das Klappbuch kann nach erfolgreicher Einführung und Darstellung des Umgangs ein fester Bestandteil im Klassenraum werden, das je nach Wunsch und Bedarf von den SuS für ihre Texte hinzugezogen werden kann.

Doch auch für zu Hause ist dieses Klappbuch eine effektive Hilfe, wenn es darum geht treffende und abwechslungsreiche Begriffe und Ausdrücke zu finden, um den eigenen Text interessanter und wirkungsvoller klingen zu lassen.

Ein  Einblick in die Kopiervorlagen ist hier zu finden: Musterseiten(aus dem Finken Verlag)

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

Eine effektive, auf die Selbstständigkeit der Kinder aufbauende Formulierungshilfe für eigene Texte!

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Karl-Dieter Bünting – Wortarten entdecken

In den LBG Kopiervorlagen „Wortarten entdecken“ steht die Entwicklung und Förderung der Sprachkompetenz im Vordergrund. Das vielfältige Übungsmaterial wurde für die Jahrgangsstufen 3 und 4 entwickelt und dreht sich um die Welt der Sprache. Die Vorschläge zeigen, wie man mit Wortschatz und grammatischen Mustern umgeht und integriert  Übungformen wie Lückentexte und Kreuzworträtsel.

Insgesamt werden neun Wortarten angeschnitten bzw. behandelt: Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien, Pronomen, Präpositionen, Konjunktionen, Interjektionen und Numeralia. Das Buch geht davon aus, dass alle Wortarten bereits eingeführt wurden und konzentriert sich ausschließlich auf die Übung. Des Weiteren wird auf die Bausteine in der Gliederung eines Textes eingegangen und Absätze und Strophen in Gedichten und Liedern thematisiert. Deklination spielt ebenfalls eine Rolle, sowohl von Nomen, als auch von Adjektiven und Präpositionen. Den Schluss bildet in diesen Kopiervorlagen das Kapitel „Ordnungen im Wortschatz“. Hier sollen Wörter in Wortfamilien zusammengefasst, Wörter nach Ober- und Unterbegriffen sortiert und Antonyme gefunden werden.

Eine CD mit editierbaren Kopiervorlagen als PDF- und Word-Dokument bildet eine zusätzliche Ergänzung.

Die deutsche Wortgrammatik hat so ihre Tücken. Viele sprachliche Phänomene bedürfen daher intensiverer Auseinandersetzung und ergänzender Übung. Diese Kopiervorlagen bieten, nach sinnvoll gestalteten Kapiteln, eine Übersicht über die wichtigsten grammatischen Grundbegriffen und ihre Besonderheiten.

Alle Arbeitsblätter dienen der Übung und müssten daher schon im Unterricht vorher behandelt worden sein. Umso mehr irritiert mich daher der Titel „Wortarten entdecken“, denn hier wird eher die Wortbildung und der Umgang mit Wortarten erprobt und vertieft.

Die Arbeitsblätter sind grundsätzlich übersichtlich gestaltet. Ich hätte mir jedoch gewünscht den Anfangskommentar auf jedem Arbeitsblatt von der jeweiligen Aufgabenstellung noch deutlicher zu trennen, durch eine veränderte Schriftgröße oder fettgedruckte Buchstaben. Auch erscheinen mir einige wenige Arbeitsblätter ziemlich voll gepackt zu sein, was man jedoch als Anpassung an die jeweilige Lerngruppe auf den editierbaren Kopiervorlagen ganz einfach ändern kann.
Sinnvoll wären ebenfalls Lösungsblätter gewesen, um den Schülerinnen und Schüler eine Selbstkontrolle zu ermöglichen. Das stellt für mich das größte Manko dieser Kopiervorlagen dar.

Nichtsdestotrotz bietet dieses Buch abwechslungsreiche Übungsformate, viele authentische Fotografien, einige übersichtliche Graphiken und damit verbunden hoffentlich eine tiefere Einsicht seitens der Kinder in die deutsche Grammatik!

Anregende Arbeitsblätter zu Übungszwecken der grammatischen Mustern mit einigen wünschenswerten Verbesserungen.


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Hiawyn Oram und David Melling – Die fürchterlich schrecklichen Drei

ALARM! FÜRCHTERLICH SCHRECKLICHER DRACHE!

Der Drache betrachtet sich im Spiegel und ist überzeugt, dass er der schrecklichste Drache der Welt ist. Alle, die ihn erblicken, werden vor Angst erstarren, da ist er sich sicher. Und da er es nicht mehr aushält, die ewig erschrockenen Gesichter seiner Nachbarn zu sehen, beschliesst er mit seinem Hund davon zu ziehen. Auf seinem Weg entdeckt er jedoch eine schreckliche Hexe und einen schrecklichen Riesen, die ebenfalls so fürchterlich schrecklich aussehen, dass sie sich zusammenschliessen und gemeinsam weiterziehen. Bei einer Picknickpause läuft ihnen die kleine schweigsame und doch sehr vernünftige Pippiline über den Weg. Diese Begegnung birgt für die fürchterlich schrecklichen Drei eine große Überraschung in sich …

Drei wundersame und äußerst amüsante Gestalten sind von ihrem angsteinflößendem Aussehen so überzeugt, dass sie die eigene Angst auf ihre Umwelt projizieren. Sie schauen in den Spiegel und sehen fürchterliche Gestalten, die nur vor Hässlichkeit strotzen. Daher sind sie ganz schön überrascht, als ein kleines Mädchen sie als „lieb“ und „süß“ bezeichnet. Von dieser unvoreingenommenen Einstellung und der daraus resultierenden Unerschrockenheit des liebenswürdigen Mädchens erstaunt, beginnen die fürchterlich schrecklichen Drei ihre Wirkung auf die Außenwelt zu überdenken.

Achtung Spoiler (zum Lesen bitte markieren): Sie schauen erneut in den Spiegel und müssen feststellen, dass sie doch nicht so schrecklich aussehen, wie früher gedacht. (Spoiler Ende)

Ein schönes Bilderbuch mit feurigen und bunten Figuren über die Selbst- und Fremdwahrnehmung der eigenen Person. Wie sehe ich mich? Wie sehen mich die anderen? Ein Bilderbuch, das viele Gesprächsanlässe bietet, u.a. darüber dass die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung nicht übereinstimmen muss. Kinder bekommen durch die Diskussion der Thematik die Chance, ihrer Wirkung auf andere Menschen bewusster zu werden, verbunden mit der Erkenntnis darauf Einfluss  nehmen zu können, wie sie bei anderen ankommen.

Zur Persönlichkeitentwicklung kann nach dem Lesen ein Partnerinterview (…so sehe ich mich… (freundlich, ehrlich, langsam, stark, ordentlich etc.) … so sehe ich dich …) angeschlossen werden, was einem die Eigenwirkung auf andere Personen verdeutlichen kann.

Eine bedeutsame Thematik hinter schillernden und aufregenden Figuren geschickt versteckt.

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Tobias Krejtschi – Wipfelwärts und Wurzelwärts

Weit im Norden bewohnen zwei Wichte einen Baum, der eine staatliche Größe erreicht hat. Doch eines Tages beschließt der Wurzelwicht die schwindelerregende Höhe zu testen und macht sich auf den mühseligen Weg hoch hinaus in die Lüfte. Der Wipelwicht dagegen möchte den Grund des Baumes mit all seinen Wurzeln und der Dunkelheit erleben und klettert den weiten Weg hinunter. Beide begegnen auf ihrem Kletterweg einer diebischen Elster, einem fleißigen Specht, einer schläfrigen Eule, dem Bauzeichner Meister Biber und einigen weiteren Tieren des Nordens. An ihrem jeweiligen Ziel angekommen, hocken sie sich hin und sind zufrieden.

Tobias Krejtschi verwandelt mit diesem Leporello ein Buch in einen fast lebensechten Baum, zumindest was die Größe von 2,5o m betrifft. In ausgefaltetem Zustand macht diese Kletterpartie der beiden Wichte optisch ganz schön viel her.  Die Farben sind ausdrucksstark und doch in natürlichen Erdtönen gehalten. Kleine Details, wie das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch oder das Album „Girl in Oslo“ von Bigbang, welche in den Sammlungen der Tiere auftauchen, fesseln vor allem die elterliche  Aufmerksamkeit zusätzlich. Die typischen Eigenheiten der Tiere, wie z.B. eine schlafende Eule oder der klopfende Specht wurden schön herausgearbeitet.
Leider wurde das Potenzial, das in die äußere Erscheinung des Buches investiert wurde, beim Inhalt vernachlässigt. Hier fehlt die nötige Würze. Nicht nur der Ausgang „sie hocken sich hin und sind zufrieden“, sondern auch die jeweiligen Begegnungen mit den Tieren sind eher enttäuschend. Ich hätte mir mehr außergewöhnliche Interaktionen gewünscht und einen weiteren Überraschungseffekt auf der inhaltlichen Ebene.

Die äußere Gestaltung zeigt sich sehr gelungen und innovativ. Leider kann da der Inhalt nur begrenzt mithalten.

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Claire A. Novila – Bäume für Kenia

„Mutter der Bäume“ wird die Kenianerin Wangari Maathi genannt, die den Frauen ihres Landes beibrachte, ihr Land wieder aufzuforsten. 30 Millionen Bäume wurden durch sie neu gepflanzt. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis.

Claire A. Novila erzählt die Geschichte von Wangari Maathi nach, einem jungen Mädchen, dessen Herz von der Schönheit ihres Landes erfüllt war. Feigenbäume stellten ein Heiligtum für die Bevölkerung dar und ihre Ruhe durfte keinesfalls gestört werden. Als heranwachsendes Mädchen verließ sie Kenia, um an einem College in Amerika Biologie, die Wissenschaft alles Lebendigen, zu studieren. Sie kehrte nach fünf Jahren voller Hoffnung in ihr Heimatland zurück und erlebte eine veränderte Landschaft. Die Feigenbäume sind gefällt worden. In den Feldern wurden Feldfrüchte lediglich für den Export angebaut. Vor ihr erstreckte sich ein baumloses Land. Das Land war kahl wie eine Wüste. Hier war für Wangari klar, dass unbedingt etwas geschehen musste, um das Land und auch die Bevölkerung zu retten …

Die Autorin erzählt mit voller Hingabe die Bedeutung und die Auswirkungen der Abholzung der Wälder. Was passiert mit der obersten Erdschicht ohne Bäume und ihre Schatten? Welche Auswirkungen kann der Regen auf die Natur haben, wenn keine Bäume mehr da sind? Was bedeutet das für das Trinkwasser und die Ziegen und Kühe?

In bunten Aquarellbildern wird uns die Schönheit des Landes Kenia vor Augen geführt. Dabei wurde jedem einzelnen Blättchen ein Pinselstrich gewidmet. Die Bedeutung jedes Bäumes wird so einem noch einmal vor Augen geführt. Mit viel Sorgfalt und Liebe entfaltet sich die endlose Landschaft mit all den Wundern der Natur. Die Konsequenz der Entwaldung wird in aller herzzerreißender Ausführlichkeit beschrieben und gezeigt wie Wangari ihr Volk mobilisiert, um für das Land, welches sie nährt, Sorge zu tragen. Dieses wunderbare Bilderbuch zeigt, dass jeder mithelfen kann, die Erde zu pflegen und zu erhalten!

In der sehr ausführlichen Nachbemerkung der Autorin wird noch einmal die Geschichte von Wangari Maathai eingehend geschildert und endet mit dem Aufruf, der zugleich die Motivation für dieses Buch verdeutlicht:

Wofür sie lebte und arbeitete, sollte nicht vergessen werden.

Dieses Bilderbuch zeigt ebenfalls die einzelnen Schritte, vom Samensammeln, zum Anfeuchten, über Pflege der Setzlinge und die notwendige Wässerung. Daher ist dieses Buch für den unterrichtlichen Einsatz prädestiniert und wieso sollte man das Klassenzimmer nicht dafür nutzen, die Bepflanzung ins Leben zu rufen und eventuell auf einen Schulgarten auszuweiten?

PS: Pro Buchkauf geht je 1 Euro als Spende an die Plant-for-the-Planet Stiftung.

Ein bewegender Aufruf an die Menschen das grüne Kleid der Erde zu schützen!

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Aurélie Saillard – Mein erstes Lexikon vom Bauernhof

„Mein erstes Lexikon vom Bauernhof „erzählt von Kühen, Milch, Ziegen, Käse, Wolle und aber auch Gemüse und Obst. Ein ganzes Jahr mit der dazugehörigen Arbeit im Herbst, der Weinlese und der Ernte gehört genauso dazu, wie die Betrachtung der Bauernhöfe hier und anderswo. Jede Doppelseite widmet sich einem Schwerpunkt zu den eben erwähnten Gebieten und stellt mithilfe von großformatigen Fotografien und leicht verständlichen kurzen Texten die Welt des Bauernhofs dar.

Ich bin persönlich auf einem Bauernhof aufgewachsen und somit mit der Tier- und Pflanzenwelt ziemlich vertraut. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass viele Kinder absolut gar keine Vorstellung davon haben, dass z.B. eine Gurke aus einer Blüte erwächst. Daher halte ich dieses Lexikon, welches vom Aufbau dem von mir bereits rezensierten Buch „Mein erstes Lexikon der Tierkinder“ gleicht, für äußerst gelungen und horizonterweiternd. Hier erfahren die Kleinen alles über die Käseherstellung, den Feldanbau, die hochmodernen Feldmaschinen und die weltweiten Unterschiede in der Landwirtschaft. Es darf ein Blick auf die Reisfelder in Asien und die Olivenernte in Italien geworfen werden. Das Kindersachbuch zeigt in wundervollen Fotos wie z.B. die violette Blüte einer Artischocke aussieht oder dass Pilze in großen mit Erde gefüllten Säcken angebaut werden. Bereits sehr junge Kinder können dieses Sachbuch in die Hand nehmen und die oft selbst erklärenden Fotos betrachten und so mit den Erwachsenen nicht nur über die Landwirtschaft, sondern auch die Tiere und die uns umgebende Natur ins Gespräch kommen. Und vielleicht regt dieses Sachbuch die Kinder und Eltern sogar an, raus in die Natur zu gehen und die Natur, Tiere und die Landschaft persönlich zu erfahren, zu ertasten, zu riechen, zu erproben!

Die Aufmachung und der Inhalt sind äußerst ansprechend, übersichtlich, kindgemäß, umfassend und wissenserweiternd! Dieses Kindersachbuch macht Freude!

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Rose Marie Donhauser – Draußen genießen: Sommerfeste, Grillen & Picknick

Die Einteilung in vier Kapitel gibt Anregungen, welche Rezepte für welche Anlässe geeignet sind. Im ersten Kapitel werden Gerichte zusammengefasst, die sich besonders gut für die Sommerküche eignen. Im Kapitel „Gartenfeste“ finden sich Rezepte , die problemlos und gut für vier Personen vorbereitet und auf einem Büffet angerichtet werden können. Für das „Picknick-Vergnügen“ ist es besonders wichtig, dass diese Gerichte sich für einen längeren Transport ins Grüne eignen. Im letzten Kapitel wird schließlich die Grillsaison eröffnet und dem Leser Gerichte präsentiert, die sich um das gekonnte Spiel mit dem Feuer drehen.

Alles was die Jahreszeit an Gemüse und Obst zu bieten hat, wird in diesem Schlemmerbuch aufgegriffen und die Leichtigkeit durch knackig-frische Salate, bunte Gemüsepfannen, würzigen Grillspießen oder  saftige Beerenkuchen unterstrichen.

Neben der großen Vielfalt an feinen Vorspeisen, Kleinigkeiten zum Snacken und Dippen, schnellen Küche und Aufwändigeres für besondere Anlässe, beeindrucken vor allem die Fotografien der Speisen, die gleich die Lust zum Nachkochen wecken. Dabei wird das Essen gekonnt in Szene gesetzt und die dekorative Komponente unterstrichen, gleich dem Motto „Das Auge isst mit!“. Die Fotos von frühlingshaften Landschaften laden zu Freiluftmahlzeiten ein und man kann als Leser es kaum erwarten seinen Picknickkorb aus dem Keller zu holen und den Grill endlich anzuschmeißen. Die meisten Gerichte werden leicht zubereitet, damit bei den warmen Temperaturen das Essen nicht allzu schwer im Magen liegt. Die Zutaten sind nicht allzu außergewöhnlich und lassen sich schnell besorgen bzw. im Küchenschrank zusammensuchen. Die „Das ist wirklich wichtig“-Tipps weisen auf besondere Schritte in der Zubereitung hin und verraten so einige Tricks für die Sommerküche.

Leider sind auch in diesem Buch nicht zu allen Rezepten Fotos vorhanden. Doch die Qualität und die Bandbreite der Gerichte entschädigt über diesen Verlust.

Ein tolles Mitbringsel zu Grillfesten, das eine erneute Einladung garantiert!

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Dagmar Reichel – Kochen für die Kleinen

„Kochen für die Kleinen“ hält in 4 Kapiteln unterschiedliche Rezepte für die kleinen Genießer bereit. Dabei reichen die Rezepte von Snacks für zwischendurch oder eine kleine Mahlzeit für unterwegs bis hin zu  Speisen zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das Buch ist für Kinder ab dem 2. und 3 Lebensjahr konzipiert und beinhaltet neben den Rezepten auch hilfreiche Hinweise zur gesunden Ernährung und Tipps zum Essverhalten. Neben den Zutaten werden jeweils besondere Werkzeuge, Varianten und der Zeitbedarf angegeben.

Die kleinen Genießer sind ja oft nicht wirklich zufrieden zu stellen. Viele Eltern erleben eine Phase, in der Kinder sich häufig weigern dieses oder jenes zu essen. Dieses Buch bietet neben bekannten und beliebten Rezepten (wie z.B. Kartoffelpuffer, Pfannkuchen, Armer Ritter) auch nicht allzu oft anzutreffende Vorschläge (wie z.B. Kiddy-Bircher, Ei im Gläschen). Zu den meisten Rezepten ist ein Foto vorhanden, welches einem zeigt wie das fertige Produkt aussehen könnte. Leider sind nicht für alle Rezepte Fotos vorhanden, sodass hier die eigene Vorstellungskraft gefragt ist. Viele der Rezepte können in Windeseile zubereitet werden und enthalten sehr wenige ausgefallene Gewürze oder Zutaten (Amarant-Pops, Tahin).

Ein Rezept- und Themenregister (Brotaufstrich, Suppen, Salate, Süßes, Getränke etc.) sollen das Wiederfinden bestimmter Rezepte erleichtern.

Da das Auge bei den kleinen Leckermäulen ebenfalls mitisst, werden Tipps gegeben, wie einige Gerichte aufgepeppt werden können und den Appetit bereits beim Anblick anregen.

Interessante und größtenteils innovative Rezepte, die nur leider nicht alle bebildert sind.

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