Christina Steurich – 20 x Musik für 45 Minuten – Klasse 1/2

20 x Musik in 45 Minuten

Das Buch „20 x Musik in 45 Minuten“ präsentiert fachfremden Lehrkräften und auch erfahrenen Musikfachlehrern 20 ausgearbeiteten Stunden mit Materialien und Musikstücken. Für die Autorin waren die Kriterien „dem Lehrplan entsprechend“, „einfach zu erarbeiten“ und „den Schülern viel Spaß bereiten“ besonders wichtig. Die vorgestellten Stunden können sowohl für Vertretungsunterricht als auch für zusammengefasste Unterrichtsreihen eingesetzt werden.

Das Buch ist so aufgebaut, dass zunächst eine kurze Inhaltsangabe vorangestellt ist. Hier werden die Kompetenzbereiche, die Materialliste und evtl. Vorbereitungen aufgelistet. Daraufhin folgt der Stundenverlauf, mit genauer Beschreibung des Einstiegs, des Hauptteils und der Reflexion. Am Ende jeder Stunde gibt es Differenzierungsvorschläge, die dazu genutzt werden können, eine Unterrichtsidee zu vertiefen.

Alle benötigten Kopiervorlagen sind  im Buch enthalten. Auf der mitgelieferten CD befinden sich sämtliche Musikstücke und Rhythmen.

Zur besseren Übersicht einige beispielhafte Stundenthemen:

  • Ein Zoo mit vielen Stimmen
  • Höhe und Tiefe
  • Un poquito cantas
  • Handtrommeln ausprobieren
  • Unsere Instrumente
  • Bilder und ihre Wirkungen

Mit der Überschrift „Ganz einfach Musik unterrichten!“ lockt dieses Buch alle fachfremd Unterrichtende, die sich oft nicht qualifiziert genug finden und in Vertretungsstunden lieber Deutsch oder Mathematik unterrichten. Ich gehöre ebenfalls zu dieser Fraktion und bin doch erstaunt über die hier vorgestellten 20 Stundenvorschläge. In der Tat traue ich mir das zu, was Frau Steurich hier für die Schuleingangsphase zusammengestellt hat.

Der Aufbau ist klar gegliedert und enthält übersichtliche Lehrerinfos. Die Arbeitsblätter sind nicht überladen und enthalten sehr ansprechende Illustrationen. Besonders schön finde ich die anfängliche Sensibilisierung für die Höhen und Tiefen in der Musik und damit verbunden das Spiel mit der Stimme. Die anschließenden Aktivitäten inkludieren oft Strukturen des offenen Unterrichts (viel PA und GA) und sehr schöne Reflexionsvorschläge. Auch die Einbindung der Erarbeitung von Regeln für eine Vorstellung, sind im Musikunterricht äußerst bedeutsam. Die Einheit zu Instrumenten, bei der die Kinder auch selbst erproben, lauschen und untersuchen dürfen, entspricht der kindlichen Lernfreude und erweitert ihr Wissen in Bezug auf Name, Material und Klang. Und falls es etwas ruhiger zugehen soll, dürfen Kinder zu einer Geschichte und der dazu passenden Musik malen und kriteriengeleitet über die Bilder anderer reflektieren.
Insgesamt bin ich von diesem Buch positiv überrascht. Es ist sinnvoll aufgebaut, durchdacht konzipiert und mit entsprechenden Kompetenzen untermauert. Zwei Stundenvorschläge habe ich bereits ausprobiert und freue mich auf die kommenden!

20 x Musik für 45 Minuten

Sehr empfehlenswert, besonders für Fachfremde!

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Ulrike Lindner – Elternabend in der Grundschule

Elternabend in der Grundschule

Der Elternabend – eine Begegnung zwischen Eltern und Lehrern, die große Auswirkungen auf eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspartnerschaft hat. Hier wird der Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit gelegt – doch was muss man als Lehrer beachten? Welche Inhalte sind für die Tagesordnung relevant? Wie sieht eine ansprechende und lebendige Gestaltung aus?

Die Autorin hebt ganz zu Beginn hervor, dass für Inhalt und Ablauf des Elternabends die Elternvertreter zuständig sind. Der Klassenlehrer ergänzt die Tagesordnung mit seinen Punkten, ist jedoch nicht der Gastgeber. Neben diesem wertvollen Hiweis, werden folgende thematischen Punkte behandelt: Vier Bausteine gelungener Elternarbeit; Den Elternabend planen und vorbereiten; Vor dem Elternabend; Die sechs Phasen des Elternabends; Beispiele aus der Praxis (zu den Schwerpunktthemen „Willkommen in der Grundschule“, „Leseförderung“, „Schulalltag“, „Hausaufgaben“, „Benotung“, „Richtig lernen“, „Medienkompetenz“; Rechtliche Grundlagen.

Die einzelnen Kapitel werden durch eingeblendete „Tipps“ zu dem jeweiligen Bereich ergänzt und durch passende Fotografien aus der Praxis unterstützt. Auch wird stets das entsprechende Material auf der CD-ROM durch kleine Hinweise mit der jeweiligen Nummer eingeblendet.

Besonders gut gefällt mir an diesem Ratgeber die Praxisnähe, neben einem wohldosierten Anteil an theoretischem Hintergundwissen. Die Dos-and-Don’ts sind übersichtlich, kurz und verständlich formuliert. Der Leitfaden punktet eindeutig mit kreativen Ideen, die nicht nur für die Einladung, sondern vor allem auch für die abwechslungsreiche Gestaltung des Elternabends genutzt werden können. Wie können sich Eltern vor dem Eintreffen der restlichen Elternschaft beschäftigen? Was wird für eine freundliche, ungezwungene Atmosphäre benötigt? Wodurch kann das Ankommen und die Orientierung erleichtert werden? Wie kann eine beispielhafte Tagesordnung aussehen? Welche Methoden wende ich an, ohne den Eltern das Gefühl zu vermitteln wieder Schulkind zu sein? Wie hole ich Eltern mit ins Boot und lasse sie aktiv am Schulleben ihrer Kinder teilhaben?

Die word-Dokumente auf der mitgelieferten CD schließen Muster (Einladung, Protokollbogen, Teilnehmerliste), aber auch Checklisten, konkrete Vorschläge und Kopiervorlagen zum Kapitel „Beispiele aus der Praxis“, Fragebögen, Methodenvorlagen (z.B. Moderationsmethode: Szenario, World Café Etikette) ein. Sie sind veränderbar und somit an die eigenen Bedürfnisse anpassbar.

Aus diesem Buch lassen sich sehr viele abwechslungsreiche und kreative Ideen schöpfen und den Klassenlehrer seine bisherigen Elternabende kritisch beleuchten. Daher ist es nicht nur für Berufsanfänger, sondern auch für erfahrene Lehrkräfte als Inspirationsquelle zu empfehlen. Das gibt Sicherheit und ein Extra-Pünktchen an Professionalität.

Elternabend in der Grundschule

Gute Mischung als Inspirationsquelle für innovative Elternabende!

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Nina Wilkening – 80 schnelle Spiele für die DaZ- und Sprachförderung

80 schnelle Spiele für die DaZ- und Sprachförderung

Die Spielideen von Nina Wilkening eignen sich für Kinder mit keinen bis wenig Deutschkenntnissen, als auch für Kinder, die bereits über gute Deutschkenntnisse verfügen und ihren Wortschatz ausbauen sollen. Die Spiele sind, dank der Kopiervorlagen (editierbar auf der mitgelieferten CD-ROM), ohne großen Aufwand umsetzbar. Durch die spielerischen Elemente ist die Motivation seitens der Kinder sicher. Die vielfältigen Übungsformate eignen sich für den Einstieg, als Energizer für Zwischendurch oder auch als Abschluss der Stunde. Sie können im Plenum, in der Kleingruppe oder mit einem Partner gespielt werden. Viele Spiele können mit Kindern ab der ersten Klasse, also auch als Nichtleser bzw. Erstleser, gespielt werden. Einige Spiele verzichten gänzlich auf das Schriftbild, oder enthalten lediglich einzelne Silben.

Das Buch gliedert sich in drei Teile: Spielvorschläge, die auf bestimmte inhaltliche Themen fokussieren (Adjektive, Verben, Nomen), Spielvorschläge, die sich nicht auf einen bestimmten sprachlichen Inhalt beschränken (Wettspiele, Wortschatzerweiterung) und schließlich folgen die Materialien als Kopiervorlagen.

Dieses Buch entfernt sich von der stark zu kritisierenden „Arbeitsblatt-Didaktik“. Hier sollen Kinder in ihrem spielerischen Trieb abgeholt, selbst aktiv werden und sich mit Inhalten handelnd auseinander setzen. Durch die positiven Emotionen, die mit den Übungsformaten verbunden werden, steigert auch die Behaltensleistung.

Einige Spielformate sind bereits bekannt, wurden jedoch für bestimmte Kompetenzen umgewälzt und kommen daher in einem neuen Gewand daher. Zu jedem Spiel wird die geschätzte Dauer, Alter, Gruppengröße und das Material angegeben. Die Darstellung der einzelnen Spiele ist übersichtlich und die Varianten und Ziele erweisen sich als sinnvolle Ergänzungen. Leider ist das Buch nicht im A4-Format gedruckt worden, sodass die vorhandenen Kopiervorlagen mit einem Faktor von 122% hochkopiert oder von der CD gleich in der passenden Größe ausgedruckt werden müssen. Das ist etwas umständlich.
Mit wenigen Ausnahmen sind die Vorlagen zu sämtlichen Spielen als Blanko-Vorlage (Doc-Dokument) individuell an die Bedürfnisse der SuS anpassbar. Das ist ein großer Pluspunkt und eine beträchtliche Arbeitserleichterung. Das Spiel „Ja, bitte – Nein, danke“ zur situationsangemessenen Anwendung der Floskeln, konnte ich bereits mit großem Erfolg umsetzten. Die Kinder hatten sichtlich Spaß die verrückten Fragen zu beantworten und haben ganz nebenbei sich die Höflichkeitsformen angeeignet.

80 schnelle Spiele für die die DaZ- und Sprachförderung

Abwechslungsreiche Übungsformate + handelndes Lernen mit Spaß = hohe Behaltensleistung

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Anja Boretzki – Mir hat gut gefallen, dass …

Mir hat gut gefallen, dass ... Reflexionskarten

Der Verlag an der Ruhr bietet eine Sammlung an 88 Impulskarten in der Größe DIN-A4 für gezielte und begründete Reflexionen an. Die Karten sind allesamt farbig gestaltet und mit einer großen und gut sichtbaren Schrift versehen. Zur besseren Übersicht wurden die Reflexionskarten in folgende  sechs Themenfelder zusammengefasst:

  1. Reflexionen von Präsentationen
  2. Reflexionen von Gruppen-, Partner- und Einzelarbeit
  3. Tages- und Wochenreflexionen, Gesprächsanlässe für den Erzählkreis, Blitzlicht
  4. Zu sozialen Anlässen (warme Dusche)
  5. Themeneinstieg
  6. Themenabschluss

Jede Impulskarte ist durchnummeriert, um das Wiederfinden zu erleichtern. Da viele Karten für mehrere Bereiche gleichzeitig einsetzbar sind, wurde in einer gesonderten Tabelle jede Impulskarte mit einem farbigen Symbol markiert, welches die Bandbreite des möglichen Einsatzes darstellt.

Ergänzend zu den Karten finden sich 14 Symbole und Bilder, die zu Reflexionslandschaften umgestaltet werden können. Eine sich von sonnig zu regnerisch verändernde Wetterdarstellung kann zur visuell unterstützenden Reflexion von Gruppenarbeit herangezogen werden. Die leuchtende Glühbirne eignet sich sehr gut als grundsätzliches Symbol für die Unterrichtsphase „Reflexion“ bei der Tagestransparenz.

Bisher habe ich mir meine Reflexionskarten mühsam selbst zusammengestellt und farbig ausgedruckt. Oft habe ich eine Abwechslung in der Fragestellung bzw. der zu ergänzenden Anfangssätze vermisst. Diese Sammlung kommt sehr erfrischend und inspirierend daher. Die Satzanfänge sind durchweg in Sprechblasen gefasst, klar illustriert und ansprechend gestaltet.

Besonders praktisch ist die Übersicht mit allen Impulsen, die stets das Nachdenken anregen und auf das begründete Argumentieren fokussieren (was ich besonders schätze). Damit erspart man sich auch das stetige Nachfragen nach dem „Warum“. Das Reflektieren und Begründen will eben erst gelernt werden.

Um einen kleinen Einblick zu bekommen, wie die Karten aufgebaut sind, einige Beispiele:

Für das nächste Mal nehmen ich mir vor …
Bei meiner Arbeit hat mir geholfen, dass …
Schwierig fand ich … , weil …
Mehr wissen möchte ich über …

Mir hat gut gefallen, dass...

Mit 88 Karten ist dies eine stolze Sammlung und eine sehr hilfreiche Organisationshilfe. Die Anschaffung für den Preis lohnt sich allemal.

„Mir hat gut gefallen, dass …“: 88 Impulskarten für gezielte und begründete Reflexionen

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80 Bild-Impulse als Erzähl- und Schreibanlässe

80 Bild-Impulse

Die 80 Impulskarten sollen durch ihre dargestellten Reize Kinder zum Nachdenken, Träumen und Fantasieren einladen. Sie können als Ausgangspunkt für freies und kreatives Schreiben dienen oder auch als Impuls für das Erzählen und Philosophieren genutzt werden. Die Karten sind nach folgenden Themen geordnet und durchnummeriert worden: „Es war einmal …“,  „Ritter und Dinosaurier“, „Piraten“, „Weltall“, „Magisch, mystisch, gruselig“, „Fremde Länder“, „Kurioses“, „Sport“, „Tierisches“, „Unterwasserwelt“, „Aus dem Alltag“.

Den Bildkarten liegt ebenfalls eine Übersicht bei, die alle Bilder im Kleinformat, für eine leichte und schnelle Handhabung,  darstellt. Die kleinen Bilder dürfen auch als Kopie in das Tagebuch, passend zu der dazu ausgedachten Geschichte, ausgeschnitten und geklebt werden. Auf der Rückseite jeder Karte sind durchschnittlich drei Fragen zum gewählten Bild festgehalten. Sie sollen das Hineindenken anregen und zum „Weiterspinnen“ motivieren.

Die Bandbreite der ausgewählten Motive beinhaltet meistens Fotografien, aber auch einige wenige Comic-Bilder und  fantastisch angehauchte Darstellungen. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht und eventuell die Einbindung von Zeichnungen oder Wimmelbildern. Nichtsdestotrotz sind die gewählten Motive so offen oder auch verwunderlich und skurril, dass man sich dazu Gedanken machen muss. Sie lenken definitiv die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.

Besonders schön sind die offenen Fragen auf der Rückseite jedes Bildes. Man kennt das ja oft, dass Kinder sich zwar ein Bild aussuchen,  aber trotzdem nicht zum Schreiben kommen. Diese Gedankenanstöße können bei manchen Kindern Wunder bewirken. Ob als Schreibimpuls in der Freiarbeitsecke, zur Anregung einer Motivverfremdung im Kunstunterricht, stummer Impuls als Einstieg in ein neues Thema, als Bündelung von spontanen Gedanken innerhalb einer Bildergalerie, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Um die Haltbarkeit der Bildkarten zu erhöhen, sollten sie auf jeden Fall laminiert werden, da sie doch ziemlich dünn sind und schnell abgegriffen aussehen können.

Tipp an die Eltern: Lassen Sie Ihr Kind ruhig zu einem beliebig ausgewählten Bild eine Geschichte erfinden. Stellen Sie als Hilfestellung alle möglichen W-Fragen, um die inhaltliche Basis weiter auszubauen. Diese Fertigkeit kann schon sehr früh trainiert werden und macht die Kleinen zu großen Geschichtenerzählern! 😉

80 Bildimpulse als Erzähl- und Schreibanlass

– Da stimmt doch was nicht? Was fällt dir auf?

– Wie werden die anderen Kamele auf dieses gestreifte Kamel reagieren? Wird es eher etwas Besonderes sein oder eher etwas so Außergewöhnliches, dass die anderen Kamele es ausgrenzen werden?

– Wie werden die Zebras reagieren, wenn sie diesem gestreiften Kamel begegnen?

Bildkarten mit außergewöhnlichen und interessanten Fotografien, die zum Nachdenken anregen, motivierende Fragen zu jedem Bild beinhalten und vielfältig im Unterricht eingesetzt werden können.

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Monika Kerntke – 101 Rezepte für produktives Arbeitsverhalten

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Monika Kerntke gibt in ihrem Buch „101 Rezepte für produktives Arbeitsverhalten“ Tipps und Anregungen zur Modifizierung des Arbeitsverhaltens von SuS. Das oberste Ziel ist dabei die Kinder zur Übernahme von Verantwortung für das eigene Vorankommen zu erziehen und jegliche individuelle Defizite im Arbeitsverhalten auszugleichen. Mit konkreten Handlungsschritten und vorgefertigten Vorlagen und Materialien für die Hand der Kinder, sollen die SuS zuerst auf ihr Arbeitsverhalten aufmerksam gemacht werden, um anschließend gemeinsam zu überlegen, wie man dieses Problem angehen kann. Dem Reflexionsprozess wird stets eine große Bedeutung zugemessen und versucht mithilfe von Lernverträgen und Selbstbeobachtungsbögen die Kinder in ihrer Selbstverantwortung zu stärken.

Folgende inhaltliche Struktur liegt diesem Buch zugrunde:

  • Arbeiten mit der ganzen Klasse oder mit einzelnen Schülern?
  • Leistungsbereitschaft – Konzentration und Ausdauer
  • Zuverlässigkeit und Sorgfalt
  • Selbstständigkeit
  • Superstar am Schulhimmel

Das letzte Kapitel stellt eine umfassende Lerntipp-Kartei (22 Seiten) vor, die die SuS dazu anleiten soll das Beste aus sich zu machen. Hier können sie selbstständig nach Tipps für einen bestimmten Bereich des Arbeitsverhaltens suchen, an dem sie arbeiten wollen. Das komplette Büchlein sollte jedoch aufgrund der hohen Anforderung der Reflexionsfähigkeit ab der vierten Klasse eingesetzt werden.

Besonders hilfreich finde ich in diesem Buch die Denkanstöße, die in den Rubriken „Erläuterung der Hintergründe“ zu finden sind. Warum sind manche Kinder im Unterricht so unkonzentriert und lassen sich von dem leisesten Geräusch von ihrer Arbeit ablenken? Oft sind sie aber auch von sich selbst so abgelenkt, dass sie kaum zum Arbeiten kommen. Der Impuls der Autorin hierbei war, dass Fokussierung auf einen Unterrichtsgegenstand leichter zu erbringen ist, wenn alle Lerntypen angesprochen werden.  Ausschließlich mündlich gegebene Aufgabenstellungen erfordern von visuellen Lerntypen so viel Anstrengung der Übersetzungsleistung, dass sie schon alsbald abschalten. Die ständige Übersetzung  des auditiven Inputs in visuelle Inhalte ist für visuelle Lerntypen in der Tat so kräfteraubend, dass sie sich auf lange Sicht nicht mehr auf den Unterrichtsgegenstand konzentrieren können. Eine Erkenntnis für Lehrer, die viel bewirken kann: Um die Unterschiedlichkeit der Zugangsweisen zu Informationen zu berücksichtigen, empfiehlt die Autorin daher verstärkt Signalkarten im Unterricht einzusetzen.

Die Autorin hat die gängigsten Probleme in der Organisation des Arbeitsverhaltens herausgegriffen und stellt gut im Schulalltag umsetzbare Handlungsanregungen vor. Auf der mitgelieferten CD-ROM finden sich alle Kopiervorlagen in editierbarer Form wieder. Ich hätte mir gewünscht die Gestaltung der Arbeitsblätter etwas ansprechender und kindgerechter (größere Schrift, größerer Zeilenabstand) vorzufinden. Aber dafür ist die CD mit den bearbeitbaren Materialien hervorragend und die Vorlagen können den eigenen Bedürfnissen und der Lerngruppe entsprechend angepasst werden!

101 Rezepte

Wertvolle Denkanstöße und gut im Alltag umsetzbare Handlungsanregungen zur Verbesserung des Arbeitsverhaltens.

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Claudia Herdemeier – Rechenschwache Kinder individuell fördern

Rechenschwache Kinder sind vor allem im Grundschulalter schwer zu entdecken. Schließlich ist das zählende Rechnen die erste Strategie, die sie beigebracht bekommen. Sie nutzen ihre Finger, den Rechenrahmen oder die Rechenplättchen, um die Rechenoperationen erfolgreich zu bewerkstelligen. Im fortschreitenden Lernprozess eignet man sich weitere Strategien an, die das Zählen erleichtern und beschleunigen sollen. Viele Kinder verbleiben jedoch beim zählenden Rechnen und behelfen sich so mit selbst angeeigneten, nicht immer von Erfolg gekrönten Hilfsstratgien.

Das Umschalten auf sinnvolle Rechenstrategien und damit verbunden das Ablösen vom zählenden Rechnen ist das Ziel dieses Buchs.

Claudia Herdemeier stellt ein systematisches und praxiserprobtes Förderprogramm vor, das bei der Diagnose an den Stärken der Kinder anknüpft. Das Ziel dabei ist vom Standpunkt des Kindes aus, für ihn persönlich passende und somit individuelle Anschlussübungen zu finden. Dem Lehrenden wird eine Richtschnur vorgegeben, die nach Erfahrungswerten der Autorin zusammengestellt wurde und den üblichen Ablauf der Aneignugsstrategien darstellt.

Der Aufbau der Themen ist modulartig angelegt und orientiert sich am positiven Selbstkonzept der Kinder. Da viele Kinder durch Misserfolge bereits Schaden am Selbstkonzept genommen haben, wird hier versucht durch angepasste Übungen den Kindern wieder Mut zu machen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln.

Von der Zahlvorstellung und der Zahlenraum-Erarbeitung, über Zerlegungs- und Analogieaufgaben bis hin zum sicheren Kopfrechnen ohne Material, die Reihenfolge der Förderschwerpunkte ist sinnvoll erarbeitet worden. Dabei wird zuerst viel Wert auf ikonische (also bildliche) Darstellung gelegt. Erst im weiterem Verlauf sollen die Kinder sich vom bildlichen Rechnen lösen und symbolische Operationen ganz ohne Hilfsmaterial ausprobieren und verinnerlichen.

Bereits vorbereitete Arbeitsblätter sollen helfen Muster, Beziehungen und operative Strukturen zu entdecken. Zur optimalen Individualisierung können sämtliche Kopiervorlagen mithilfe der editierbaren Arbeitsblätter auf der beigelegten CD-ROM an die SuS individuell angepasst werden.

Dieses Buch öffnet einem wirklich die Augen und stellt Schritt für Schritt die notwendigen, aufeinander aufbauenden Teilschritte zur Ablösung vom zählenden Rechnen dar. Oft sind es wirklich klitzekleine Erkenntnisse, die die Kinder benötigen, um von einem Förderschwerpunkt zum nächsten zu gelangen.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes ist die genaue Vorstellung von differezierenden Übungen, die aufeinander aufbauen. Es werden notwendige Materialien zusammengefasst und die genaue Vorgehensweise bildlich untermauert. Die Automatisierung der erworbenen Erkenntnisse wird stets durch die beigelegten Arbeitsblätter realisiert. Sehr einfache und trotzdem effektvolle Spiele dienen dazu, dass es bei den SuS Klick macht und der Schleier für oft abstrakte Rechenopreationen fällt.

Ich habe bereits viele der vorgestellten Übungen ausprobiert und der „Aha-Effekt“ war deutlich zu erkennen. Manche Kinder brauchen eine kleinschrittige Vorgehensweise und die Ergründung des „Warums“. Wofür ist die „Kraft der 5“ dar? Erleichtert es mir das Rechnen?

Beispielübung aus dem Buch: Unteschiedliche Darstellungsformen von Zahlen sortieren

Mit diesem sehr durchdachten und kleinschrittigen Handwerkszeug können Kinder im Grundschulalter über das Lehrwerk hinaus ganz individuell gefördert werden, um sich vom zählenden Rechnen abzulösen.

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Ilona Holterdorf und Petra Proßowsky – Kleine Yoga-Rituale für jeden Tag

Die Umsetzung dieses Buch habe ich in der Praxis erlebt und war ganz begeistert! Eine Kollegin hat aus einer Notwendigkeit heraus, die Kinder sportlich beschäftigen zu müssen, eine Kinder-Yoga-Stunde im täglichen Stundenplan etabliert. Auf einem großen Teppich und ganz ohne Schuhe, konnten die Kinder ihre Muskeln durch spielerische und kindgerechte Aktivitäten entspannen und abwechselnd auch anspannen. Für sie war es in der abschließenden Reflexionsrunde das Highlight des Schultags und das sagt schon viel über die Effektivität und den Attraktivitätswert aus. Als Grundlage lag der Lehrkraft dieses Buch vor!

Auf insgesamt 140 Seiten wird eine große Bandbreite an Übungen und Spielen zum Abschalten, Entspannen und Regenerieren präsentiert. Die Yoga-ABC-Kartei (siehe Bild unten) beinhaltet alle vorgestellten Übungen, die meisten davon sind nach Tieren benannt oder stammen aus der unmittelbaren Lebenswelt der Kinder. So  können sie sich die Namen viel besser merken und haben einen direkten Bezug dazu. Der Affengruß erinnert sehr stark an das Trommeln eines Gorillas auf die Brust, der Fisch auf einer Flosse ist ebenfalls leicht zu merken, genauso wie die aufblühende Lotusblume.

Als Einstieg in die Yoga-Stunde werden neun Anfangsrituale vorgeschlagen, die abwechselnd und immer erweiternd eingesetzt werden können. Es sind zum Teil Streck- und Dehnübungen oder einfach nur Lieder zur Auflockerung der Muskeln. Zur Förderung von Konzentration und Selbstbewusstsein stehen 17 Sprechverse, die rhythmisch gesprochen  werden und zusätzlich instrumental unterlegt werden können, zur Auswahl. Zahlreiche Kreisspiele und Massagen zur Entspannung runden das Angebot ab.

Es finden sich auch einige hilfreiche Reflexionsvorschläge für den gemeinsamen Abschluss einer Yoga-Stunde wieder.

Die mitgelieferte DVD gibt einen Einblick in eine mögliche Umsetzung dieser Übungen im Klassenzimmer. An einer Berliner Schule darf man Mäuschen spielen und Kinder bei ihren Spielen, Sprechversen und Übungen beobachten.

Dieses Buch kann tatsächlich ganz ohne Vorkenntnisse auf dem Yoga-Gebiet eingesetzt werden. Die Übungen sind alle unabhängig voneinander aufgebaut und können ganz individuell ausgesucht und jongliert werden. Es stellt sich schon bald heraus, welche Vorlieben vorherrschen. Die Anleitungen sind sehr kleinschrittig und unterstützen mit vielen Bildern den Ablauf der einzelnen Bewegungen.

Die ABC-Kartei kann auf farbiges Papier gedruckt und für Spiele laminiert werden. Auch als sich immer erweiterndes Plakat macht es viel her. Das dazu passende Bild ist auf jeder Übung abgebildet und verdeutlicht auch jüngeren Kindern, die noch nicht lesen können, was zu machen ist.

Die authentischen Umsetzungsbeispiele auf der DVD zeigen wie einfach die vorgeschlagenen Yoga-Rituale umgesetzt werden können. (Obwohl ich Yoga mit Schuhen und zwischen Tischen und Stühlen für nicht allzu sinnvoll halte…)

Durch die große Variationsbandbreite und keine strikt vorgegebene Vorgehensweise, stellt sich dieses Buch als das perfekte Yoga-Buch für jüngere Kinder heraus. In der Praxis durfte ich vor allem die Erfolge dieser Vorschläge sehen!

Die Verlagsseite gewährt einen Einblick in die ersten 20 Seiten: hier entlang.

Ein sehr empfehlenswertes Werk mit einfachen Yoga-Ritualen für jeden Tag!

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Dr. Jessica Lütge – 155 Spiele für gelingende Unterrichtsphasen

Auf 207 Seiten werden in diesem Sammelband 155 Spiele für die Klassen 1-4 vorgestellt. In zehn thematisch gegliederten Kapiteln sind Spiele zum Kennenlernen, Gruppenbildung, Vorwissenaktivierung, Unterrichtseinstieg, für mehr Kommunikation, für Kreativität und Kooperation, als Muntermacher für zwischendurch, zum Lerninhalte festigen und zum Stundenabschluss und vor den Ferien zu finden. Die Kapitel folgen grob der Chronologie des Unterrichts- bzw. Schuljahresablaufs.

Neben Spielen für Einstieg, Erarbeitung und Stundenabschluss, werden so genannte „soft skills“ wie Kommunikations- Teamfähigkeit, Kreativität, Problemlösen und Eigenverantwortung mit eingebunden. Die Darstellung der Spiele ist immer nach folgenden 7 Aspekten aufgebaut: Ziel, Dauer, Material, Sozialform, so geht’s, Variante, Kommentar. Während die ersten vier Kategorien ziemlich kurz gehalten werden, sind die darauf folgenden Bausteine ziemlich ausführlich beschrieben.

Kindern lernen durchs Spielen. Und zwar nicht nur im Kleinkindalter, sondern auch noch danach. Die Einbindung von Spielen in der Schulpraxis ist daher zur Selbtsverständlichkeit geworden. Der Unterricht wird so aufgelockert und erfährt durch sinnvoll eingesetzte Spiele einen Mehrwert, den man sich zunutze machen sollte. Spiele sorgen für eine angenehme Atmosphäre, motivieren und lassen die Konzentration wieder ansteigen – vor allem, wenn die Kinder die Sinnhaftigkeit und den persönlichen Nutzen des Spiels erkennen.

Die in diesem Sammelband vorgestellten Spiele sind alle in der täglichen Unterrichtspraxis erprobt worden. Das merkt man vor allem der Kategorie „Kommentar“ an. Hier werden sinnvolle Differenzierungsvorschläge erwähnt oder auch auf die Gefahren eines Durcheinanders hingewiesen. Es sind stets wertvolle Tipps dabei, die bei der Planung sehr hilfreich sein können. Auch die Abwandlung der Spiele für ältere Kinder oder auch Erwachsene ist interessant und lobenswert.

Die meisten Spiele lassen sich mit geringem Aufwand und oft ohne Material umsetzen. Das finde ich sehr praktisch, vor allem wenn die Spiele als Muntermacher für zwischendurch einzusetzen sind und nicht in einer Materialschlacht enden.

Beim Durchlesen habe ich mich oft dabei erwischt wie ich meine Markierungsstreifen an meine Lieblingsspiele anbrachte. Am Ende wurde es durch die Vielzahl der Post-its so unübersichtlich, dass ich mich dazu entschloss wieder alle zu entfernen und dem Buch einen Platz in meinem „Regal der besten Methoden-Handbücher für jeden Tag“ zu widmen. Das Geld ist in diesem Alltagshelfer wirklich gut investiert!

Eine sehr gelungene Sammlung praktischer und alltagstauglicher Spiele für jede Gelegenheit.


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Alexandra Ferrarÿ – 111 Ideen für den geöffneten Unterricht

Unter dem Titel „111 Ideen für den geöffneten Unterricht“ verbergen sich Methoden für den Schulalltag und Organisationstipps, die sich geöffnete Arbeitsformen zum Thema gemacht haben. Geöffnetes Arbeiten sorgt für Individualisierung, Differenzierung und Handlungsorientierung und führt letztlich  zu selbstgesteuertem Lernen.

Nach einer kurzen Darstellung der theoretischen Hintergründe des offenen Arbeitens, folgt die Beschreibung der veränderten Schüler- und Lehrerrolle. Die insgesamt 111 Ideen wurden in 11 Kapitel aufgeteilt, u.a. zum Schwerpunkt Unterrichtseinstiege, Soziales Lernen und Gruppenförderung, Selbstständige Wissensaneignung oder auch Präsentationen. Zum Bereich Unterrichtseinstiege wird zum Beispiel die „Vier-Ecken-Methode“ näher erläutert. Nach der Beschreibung der Ziele und der nötigen Vorbereitung seitens der Lehrkraft, wird unter „So geht’s“ die Vorgehensweise dargelegt. Nach diesem Dreischritt werden auch alle übrigen Methoden vorgestellt.

Mit diesem Buch soll der Aufbau einer soliden methodischen Vielfalt forciert werden. Offene Unterrichtsformen gehören in der Lehrerausbildung zu den fundamentalen Themen, denn sie verhelfen den SuS zu mehr Eigenständigkeit und Selbstständigkeit und fördern das individuelle Lernen.

Dieses Buch soll eher als ein Nachschlagewerk betrachtet werden. Eine Methode reiht sich an die andere und kann durch die sehr sinnvolle Strukturierung der Kapitel dazu dienen sich in einem bestimmten Gebiet wie z.B. Selbst- und Fremdeinschätzung weiterzubilden und sich zusätzliche Anregungen zu holen. Da wäre zu der bereits erwähnten Thematik der Lernvertrag, das Könnerheft, das Portfolio oder die Selbsteinschätzung. Hierdurch kann der Umfang der Methodenkompetenz der Lehrkräfte erweitert werden und der offene Unterricht abwechslungsreich gestaltet werden.

Besonders für Lehramtanwärter im ersten und zweiten Ausbildungshalbjahr eignet sich dieses Buch, um sich in unterschiedliche offene Arbeitsformen einzuarbeiten und auch das theoretische Wissen um die Didaktik des weißen Blattes, des Werkstattunterrichts oder des Stationlernens anzueignen bzw. zu vertiefen.

Ein nützliches Nachschlagewerk zum offenen Arbeiten – übersichtlich und sinnvoll zusammengefasst.

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