Brigitte Endres und Sabine Wiemers – König Mops und die kleine Seiltänzerin

König Mops liebt Nockerln über alles! Er isst sie morgens, abends, mittags und sogar vor dem Schlafengehen. Eigentlich ist er mit seinem Leben mit den beiden Möpsen recht zufrieden, wenn da nicht der Hofmarschall wäre, der ihm versucht vor Augen zu führen, dass der kugelrunde König sich zu wenig bewegt und allgemein sehr ungesund lebt.

Eines Tages hat der Hofmarschall eine geniale Idee und ruft alle Prinzessinnen im Umland zur Geburtstagsfeier des Königs zusammen. Das Geburtstagsfest wird zur Brautschau, doch leider hat die eine Prinzessin eine Gurkennase, die andere Hasenzähne und die dritte riecht ganz furchtbar aus dem Mund. Nein, der König kann sich für keine der Prinzessinnen entscheiden. Doch als er die Seiltänzerin Tütü wie eine Schneeflocke auf einem Seil schwebend erblickt, ist es um ihn geschehen. Doch Tütü scheint genauso wählerisch zu sein, wie der König auch und stellt eine Bedingung …

Eine typische Märchengeschichte wird von Brigitte Endres als Grundlage für eine sehr aktuelle Thematik gewählt. Der König hat Gewichtsprobleme und wird durch den äußeren „Zwang“  in Form von Tütü dazu verdonnert das Seiltanzen zu lernen. Und so trainiert sich der König mit dem Ziel die Seiltänzerin dann endlich heiraten zu dürfen, rank und schlank. Leider kommt der Wille und die Motivation zum Abnehmen nicht vom König selbst, sondern wird ihm extern auferlegt. Das finde ich recht schade und so verliert die eigentlich sehr spritzige Geschichte für mich an bedeutsamer Sinnhaftigkeit.

Nichtsdestotrotz sind die Illustrationen sehr amüsant und heben sich durch einen unerschöpflichen Schatz an unterhaltsamen Details hervor.  Auch der sehr abwechslungsreiche Wortschatz bereitet Sprachbegeisterten durch Einsprengsel wie  krakeelen, mopsfidel, pumpern, gacksen, gicksen eine große  Freude.

PS:  Den kleinen Betrachtern fällt natürlich sofort der Fehler auf, dass das Bild zum Text auf Seite 31 nicht passt: „Der kleine König brachte sich das linke und Tütü das rechte Bein.“ Abgebildet ist es jedoch anders herum.

Eine etwas andere Märchengeschichte, die durch einen kleinen Dreher wundervoller hätte gestaltet werden können.

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Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter – Der Kleine und das Biest

Monster sind gemeine Ungeheuer, die nicht nur von ihrem Erscheinungsbild auf Kinder erschreckend wirken, sondern auch von ihrer Art her sehr angsteinflößend sind. Dumm nur, wenn man genau so ein Biest zu Hause hat und es ausgerechnet die eigene Mutter ist. In manchen Lebensumständen verwandeln sich Mütter in Biester und wirken abwesend, launisch, gleichgültig, depressiv und  emotional. Der Kleine weiß, dass sie dann viel Liebe, Zuneigung und Verständnis benötigen. Ein Treffen mit einer alten guten Freundin hilft genauso wie weinen, sich ablenken, spielen, einkaufen … und wenn man Glück hat, verwandelt sich das Biest irgendwann wieder in deine Mutter …

Dieses Bilderbuch zeigt ein herzzerreißendes Abbild der Gefühlswelt von Scheidungskindern. Die Illustrationen erinnern an ein Cartoon, was natürlich daran liegen mag, dass Uwe Heidschötter über diese Thematik zunächst für das ZDF einen Zeichentrickfilm entwickelt hat. Erst nach dem großen Erfolg entstand dieses Bilderbuch. Die meisten Illustrationen wirken überbelichtet und scheinen wie durch einen warmen Schleier hindurch zu schimmern. Die Traurigkeit bekommt dadurch ein noch größeres Gewicht und die Schatten, die die Hauptcharaktere besonders am Anfang immer begleiten, eine besondere Schärfe und Aufmerksamkeit.

In diesem Buch ist das Kind der Protagonist und zeigt aus in einer äußerst einfachen, kindgerechten und doch sehr mitfühlenden Perspektive, dass Trennungen und Scheidungen viele Veränderungen mit sich bringen. Auch die Welt des Kindes verändert sich, sie übernehmen automatisch mehr Verantwortung und erleben wie zwei Menschen, die sich zuvor geliebt haben, sich nun doch entfremden und nicht mehr allzu freundlich zueinander verhalten. Dem Kind wird nun eine sehr bedeutende Rolle in dem „Heilungsprozess“ für alle Beteiligten zugeschrieben.

Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, die den „Verwandlungsprozess“ beschleunigen können und verdeutlichen, dass manche Biester in der Tat mehr Zeit benötigen und damit verbunden mehr Fürsorge, Akzeptanz und Mitgefühl seitens der Kinder. Dieses Bilderbuch hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, da es schafft sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen Empathie zu wecken und mit dem kleinen Jungen diese schwierige Zeit quasi hautnah zu durchleben.

Der Zeichentrickfilm ist ebenfalls sehr sehenswert: Der Kleine und das Biest

Dieses Bilderbuch reißt einen emotional von der ersten Seite mit und hinterlässt eine traurige Schwere, Mitgefühl und aber auch Hoffnung!

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Delphine Godard und Nathalie Weil – Hatschi, Pups und Aua

In diesem Sachbuch werden Körpersensationen zum Thema gemacht. Warum werden blaue Flecken grün? Warum gähnen wir? Wie bekommt man Schluckauf? Warum werden nicht alle Menschen rot? Was hilft gegen Seitenstechen? Woher kommt das Pipi?Warum bekommt man Blasen? Muss man Narben vor der Sonne schützen?

Es sind Fragen, die die Kinder tatsächlich auch so beschäftigen. Die Antworten gehen gezielt auf die Funktion des Körpers ein und vermittelten sensationelle Fakten über den menschlichen Körper. Es werden  Themengebiete rund um Karies, Läuse, Schnupfen, Gähnen, Wunden, Blaue Flecken, Rotwerden, Sommersprossen, Erbrechen, Rülpsen, Fieber, Sonnebrand, Pickel und vieles mehr angeschnitten. Die beeindruckenden, ausklappbaren Schaubilder zeigen wie es in unserem Inneren aussieht.

Dieses Buch ist schrill, unkonventionell, aufregend und mit einer großen Ladung Wissen geballt. Nach dem Motto: Wer? Wie? Was? geht dieses Buch allen möglichen Fragen nach und schildert sehr ausführlich und mit herrlich witzigen Bildern die Phänomene des menschlichen Körpers. Dabei werden keine Themen ausgelassen, denn schließlich wollen Kinder in ihrem Wissensdurst ja tatsächlich wissen, warum Pipi gelb ist und warum es weh tut, wenn man zu lange nicht aufs Klo geht.

Auch als Erwachsener kann man hier  jede Menge dazu lernen und für die Fragen der Kinder gut gewappnet sein. Das am Anfang eingefügte Inhaltsverzeichnis erweist sich bei der Fülle an Themen als  sehr hilfreich. Auch das Stichwortverzeichnis hilft bei der Suche nach einer bestimmten Körpersensation.

Dieses Sachbuch animiert außerdem zur Erstellung eines eigenen Klassenbuches über Körpersensationen. Nachdem zuvor im fächerübergreifenden Unterricht die Fragen der Kinder gesammelt wurden, können sie sich als kleine Forscher auf die Suche nach den Antworten machen. Dazu bedarf es natürlich eines großen Fundus an Sachbüchern, Lexika und geeigneten Internetseiten. Ich habe es ausprobiert, es funktioniert! 🙂 Die Motivation war riesig!

Als Fan von Sachbüchern finde ich dieses Exemplar besonders horizonterweiternd und wahnsinnig gut gemacht!

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Francesco Pittau und Bernadette Gervais – Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Mein erstes Bildwörterbuch

 

 

Das Buch bietet eine spannende Reise durch die Wunder der vier Jahreszeiten. Beginnend mit dem Frühling, welches durch einen aufblühenden Zweig symbolisiert wird, werden Pflanzen und Tiere in deutscher, englischer und französischer Sprache vorgestellt. Durch die Klappen entdecken die Kinder z.B. den Wandel einer Kirschblüte, sehen nicht nur die Erdbeere von außen, sondern dank der Klappe auch von innen. Die Entwicklung des Frosches vom Froschlaich zu Kaulquappen, sowie die Wurzeln vieler Gemüsesorten, entsprechend der Jahreszeit, werden ebenso zum Thema gemacht.

Dieses praktische Ringbuch lebt von den  klaren, gradlinigen und schon fast puristischen Illustrationen. Die Bilder sind nicht mit Details überfrachtet, sondern konzentrieren sich auf das Wesentliche. Die naturgetreu gewählten Farben  spiegeln die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren sehr realistisch wider. Die Ausklappseiten entsprechen der kindlichen Entdeckungslust und verbergen einige Überraschungen, die die Neugierde stets aufrecht erhalten. Die Seiten sind sehr stabil und halten das ein oder andere Ziehen und Biegen gut aus.

Irgendwie schafft es dieses Bildwörterbuch, dass man sich darin verliert und ich beobachte auch sonst quirlige Kinder dabei, wie sie ganz vertieft den Wandel der einzelnen Pflanzen, das Innere vom Obst und die Naturphänomene ganz selbstständig für sich entdecken und mit Freude ihr erworbenes Wissen teilen möchten.

      

 

 

 

 

 

 

Ein spannendes, schön illustriertes und lehrreiches Bildwörterbuch.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter -: Mein erstes Bildwörterbuch

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Rachel Ward – Numbers: Den Tod im Griff

Das Finale der Trilogie spielt im Jahre 2030 und hat weiterhin Adam und Sarah als Protagonisten. Nach der großen Katastrophe in London ist Adam kein Unbekannter mehr. Auch zwei Jahre danach beherrscht  Chaos die Stadt und Sarah und Adam kämpfen jeden Tag um das Überleben. Im Wald haben sie zunächst eine sichere Bleibe gefunden und Menschen, denen sie vertrauen können, wären da nicht die Drachen auf den Motorrädern. Die Regierung ist Adam auf der Spur und möchte seine Gabe für bestimmte Zwecke nutzen. Als Adam sich weigert zu kooperieren, wird er gezwungen in eine grausame Welt voller Qual, Selbstsucht und Ungerechtigkeit einzutauchen. Das Entkommen scheint unmöglich …

Ich hatte zuvor die Befürchtung, dass die Protagonisten durch die nächste Generation, wie es im zweiten Band der Fall war, ausgetauscht werden würden. Umso erleichterter war ich Sarah und Adam vorzufinden. Im Verlauf des Buches konnte ich jedoch keinen wirklichen Draht mehr zu den beiden finden. Sie wirken zerrüttet, unnahbar und seelisch abgehärtet. Als Leser entfernt man sich immer weiter von ihrer Gefühlswelt und wird zum außenstehenden Beobachter.

Die Geschehnisse im Bunker empfand ich als unnötig brutal, in die Länge gezogen und viele Ereignisse haben sich wiederholt, ohne dass ich daraus einen Nutzen für die Geschichte ziehen konnte. Der Bösewicht wurde gut in die Geschichte eingebaut, sodass die Protagonisten im Vergleich nur wenig glänzen konnten, was schade ist. Auch die Bindung zwischen den beiden schien zu bröckeln und raubte den Zauber des Buches. Lediglich der Umgang mit Saul am Ende des Buches konnte noch einiges an Spannung herausreißen.

Das Integrieren eines Nachwortes bewerte ich als positiv. Hier ist das Ende jedoch so offen geblieben, dass man denken könnte, wenn man es nicht anders wüsste, es würde noch ein Band folgen.

Der Zauber der ersten beiden Bände erlosch langsam. Schade!

 

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Rachel Ward – Numbers: Den Tod vor Augen

Der zweite Band der Trilogie Numbers von Rachel Ward greift die Geschichte von Adam, Jems und Spinnes Sohn, auf und zeigt die Schwierigkeiten eines Teenagers sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden. Er hat die Gabe seines Vaters geerbt, das Todesdatum seiner Mitmenschen zu sehen, sobald er ihnen in die Augen schaut. Dieses Können wurde jedoch mit der Zugabe vererbt, den Todesschmerz am eigenen Leib zu spüren. Diese Tatsache macht ihm zu schaffen und er kann sich nur schwer im Haus seiner Oma und der neuen Schule einleben. Dieses Anderssein quält ihn, bis zu dem Zeitpunkt, als er Sarah kennen lernt, denn sie scheint auch anders zu sein.

Das Buch spielt im Jahr 2028 und zeigt eine komplett veränderte Welt. Den Menschen werden Chips eingesetzt, die es der Regierung ermöglichen jeden Menschen anhand von Drohnen aufzusuchen und seinen Aufenthaltsort genau zu bestimmen. Ein Entkommen ist unmöglich. Die Welt ist zu einem Überwachungssystem geworden.

Adam wird von dem immer wiederkehrendem Todesdatum vom 01012028 geplagt, denn in jedem vierten Bürger Londons sieht er es. Für ihn ist klar, ein grausames Ereignis steht an. Wird er es verhindern können? Wird er die Menschen retten können? Und welche Rolle spielt Sarah dabei?

Die Rezension über den ersten Band ist hier nachzulesen.

Dieser Band schafft es sehr gut eine Verbindung zu den Protagonisten Sarah und Adam zu knüpfen. Die Erzählsicht wird von den beiden abwechselnd gestaltet, sodass man sich sehr gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzten kann. Die Erzählvorgänge sind rasant, ein Ereignis jagt das nächste und trotzdem bleibt genug Zeit, um mitzufiebern und die weiteren Geschehnisse vorauszusagen.

Die Idee, diese besondere Gabe mit der Darstellung einer möglichen Zukunft zu kombinieren, finde ich, wie bereits beim ersten Band, sehr gelungen. Das Spektrum wird hier nun um eine weitere Dimension der Gaben erweitert, was dem Band eine besondere Würze und Spannung verleiht und von Rachel Ward sehr gut umgesetzt wurde. Die Probleme der Jugendlichen und der Hauch an Sozialkritik sind gekonnt miteinander vernetzt.

Das Buch ist spannungsgeladen und trotzdem für meinen Geschmack zu vorhersagend. Lediglich das Ende hat mich positiv überrascht und die Erwartung auf das Finale der Trilogie steigen lassen.

Rasant, spannungsgeladen, unterhaltsam

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Martin Baltscheit und Ulf K. – Neues vom Philosofisch

Rezension

Der Philosofisch ist ziemlich nachdenklich und grübelt des Öfteren über die Wunder der Welt und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Er beschäftigt sich mit der Frage über Ebbe und Flut und den daraus resultierenden Ereignissen und den Sinn und Unsinn von Geschenken. Auch die jahreszeitlichen Veränderungen beschäftigen ihn und so setzt er seiner philosophischen Fantasie freien Lauf …

Dieses kleine Büchlein ist umgeben von Wortspielereien und lustigen Einfällen, die das Philosophieren auf die Kinderebene bringen. Was wäre wenn? Wozu ist es gut? Der spritzige Fisch macht sich Gedanken über die wichtigen und aber auch unwichtigen Fragen dieser Welt. Dieses Buch ist in  drei  in sich abgeschlossene Kapitel unterteilt: Ebbe und Flut, Geschenkt!, Winter ade!, wobei das letzte Kapitel leider nicht so sehr überzeugt wie die ersten beiden. Die philosophischen Gedankenspiele sind alle in Reimform gehalten und werden durch farbenfrohe Illustrationen von Ulf K. unterstützt. Dieses Buch regt dazu an, sich eigene Vorstellungen nach dem „was wäre wenn-Schema“ zu machen, eigene philosophische Fragen zu formulieren, mögliche Konflikte im eigenen Umfeld zu erkennen und darauf Antworten zu finden. Die Orientierung an den Schlüsselproblemen des gesellschaftlichen Lebens kann angebahnt werden und die Klugheit aus der Tiefe als Beispiel genutzt werden, um das Nachdenkenswerte aufzudecken.

Blick ins Buch

Fazit

Ein kleines Buch, um das philosophische Denken und Gedankenreisen bei Kindern anzubahnen.

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Britta Koopmann und Dagmar Rucys – Schreibprofi

Der Schreibprofi wird vom Verlag für SuS ab dem 2. Schuljahr empfohlen und bietet zu 18 unterschiedlichen Themen* ein Angebot an sprachlichen Strukturen, Wörtern und Textbausteinen. Die Themen sind an die kindlichen Interessen und Schreibabsichten angelehnt und in einem übersichtlichen Klappensystem sortiert (siehe Bild unten). Die Textbausteine stellen eine ideale Grundlage für das generative Schreiben dar, welches den Kindern ermöglicht Texte auf Basis vorgegebener Textmuster zu schreiben. Durch das Austauschen einzelner individuell ausgewählter Textelemente können so eigene Texte produziert werden.

Ergänzt werden die Themen durch Beispieltexte, die den SuS einen Eindruck vermitteln, wie die fertigen Texte aussehen können. Die Kinder können sich dadurch inspirieren lassen oder sich einige Formulierungen abschauen und für den eigenen Text übernehmen. Jede Themenseiten beginnt mit der Konstruktion einfacher und kurzer Sätze und führt dann zu komplexeren Sätzen. Die Angebote zur Textproduktion sind alle farblich unterschiedlich, je nach Satzbaustein, gekennzeichnet.

Besonders für spracharme Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund stellt diese Schreibhilfe eine enorme Unterstützung dar. Mit diesem „Bauplan“ an kurzen und aber auch längeren Satzstrukturen sind den Kindern Schreiberfolge garantiert. Dabei entscheiden die Kinder individuell über die Variationen der angebotenen Strukturen und kombinieren nach persönlichen Möglichkeiten und Interessen die Satzbausteine. Leistungsstarke Kinder können den Schreibprofi für die Überarbeitung eigener Texte nutzen, um variable Ausdrücke einzubauen und den Text wirkungsvoller klingen zu lassen.

Die 36 Kopiervorlagen enthalten Übungen, mit denen das Schreiben von eigenen Texten vereinfacht werden soll. Die SuS erstellen zu Beginn des Schreibprozesses einen Mind-Map und planen anhand ausgewählter Wörter ihren eigenen Text. Daran schließend sollen Satzanfänge aus dem Schreibprofi für die Produktion eigener Texte genutzt werden. Die Übungen bauen alle nach demselben Muster auf und lassen leider wenig Abwechslung zu.

Die Idee SuS etwas Konkretes und Greifbares an die Hand zu geben, um ihnen den Schreibprozess zu vereinfachen, finde ich toll. Auf ganz individuelle Weise können so Texte verändert und ergänzt werden. Die Kinder bekommen hier nicht nur Ideen zur sprachlichen Umsetzung, sondern auch inhaltliche Impulse zu den unterschiedlichsten Themen. Die vorformulierten Beispieltexte wirken als Modelle und zeigen, wie so ein Text auf unterschiedlichen Niveaus aussehen kann. Lediglich die Illustrationen auf dem Klappbuch und dem Heft  wirken leicht veraltet und nicht ganz zeitgemäß. Da hätte ich mir eine Überarbeitung gewünscht. Ansonsten bin ich von dieser Hilfe mit vorbildlichen Texten und Satzbausteinen für die Schülerhand positiv überrascht und empfehle es als einen festen Bestandteil für die Schreibecke in jedem Klassenzimmer.

*Themen:
Alles über mich; Mein Zuhause; Wütend, traurig, froh; Als ich klein war – wenn ich groß bin; Kuscheltiere und Piratenschiff; Menschen um mich herum; Gesund und fit; Mein Lieblingstier; Im Zoo; Freizeit und Hobby; Feste feiern; Geld; Rund ums Buch; Es spukt; Ritter und Burgen; In der Märchenwelt; Abenteuer; Die Zeitmaschine

Ein  Einblick in die Kopiervorlagen ist hier zu finden: Musterseiten (aus dem Finken Verlag)

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

Anwenderfreundliches Nachschlagewerk für das Schreiben und Überarbeiten von eigenen Texten.

Susanne Helene Becker – 99 neue Lesetipps: Bücher für die Grundschule

Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl an Kinder- und Jugendbüchern. Da den Überblick zu behalten ist schwer. Das Buch „99 neue Lesetipps“ gibt hier eine Orientierung über besondere Bücher, die zwischen 2005 und 2011 veröffentlicht wurden. Laut der Devise „Bücher von heute für Kinder von heute“  werden literarische Themen hervorgehoben, die die Kinder von heute beschäftigen und interessieren. Die Autorin stellt nicht nur die Bücher vor, sondern zeigt Möglichkeiten auf, wie sie in die tägliche Arbeit einbezogen werden können. Damit das Leseerlebnis ein Erfolg wird, sind zahlreiche Hinweise und nützliche Vorschläge und Anregungen in dem Buch zu finden.

Durch den sehr strukturierten Aufbau und den sehr benutzerfreundlichen Symbolen ist es sehr einfach sich in diesem Buch zurecht zu finden. Drei übergreifende Kapitel führen den Leser durch das Buch: 99 (und mehr) Lesetipps; Wissenswertes rund ums Lesen; Informationen rund um die Bücher. Den Großteil des Buches machen tatsächlich die wertvollen  Buchvorstellungen aus. Diese werden nach den folgenden Gattungen untergliedert: „Bilderbücher“, „Sachbücher“, „Kinderromane und -erzählungen“ und „Gedichte, Lieder und Sprachspiele“. Innerhalb der Gattungen werden die Bücher nach aufsteigendem Leseniveau sortiert, das stetig durch die Anzahl der Sterne dem Leser transparent gemacht wird. Neben dem Leseniveau wird auch das Vorleseniveau, das vor allem bei Bilderbüchern bedeutend ist, nach drei Niveaus unterschieden. Besonders nützlich empfinde ich den Steckbrief, den es zu jedem Buch gibt. Hier befindet sich die farbige Darstellung des Covers, weitere Angabe zu evtl. Auszeichnungen, Schlüsselwörter, die diesem Buch zuzuordnen sind, sowie der Leseanlass (z.B. Ferienanfang, Lesenacht, Sprachstandtest, vor dem Aufräumen etc.) Jedem Buch ist eine Doppelseite gewidmet und erlaubt jeweils einen Blick in das Buch, mal in Bildform und mal als Textausschnitt.

Den Kern bilden die drei Abschnitte „Darum geht es in dem Buch“ (Inhalt), „Das macht das Buch besonders“ (Gestaltung und lesepädagogische Überlegungen) und „So arbeiten Sie mit diesem Buch“. Der letztgenannte Bereich ist eng angelegt an das Kapitel „Wissenswertes rund ums Lesen“, das sich auf die Vorstellung und nähere Erläuterung einiger Methoden konzentriert. Des Weiteren finden sich hier die theoretischen Ansätze zu den Zielen der Leseförderung, sowie eine ausgearbeitete Kriterienliste für die Auswahl von Büchern. Im Unterkapitel „55 plus 9 Methoden für die Arbeit mit Büchern“ werden konkrete Vorschläge zu Themen wie Bilderbuchkino, Kamishibai, Bilderlupe, der rote Faden, Lesekiste, Stockpuppen etc. gemacht. Auf der Verlagsseite befinden sich  außerdem einige Kopiervorlagen zum Downloaden, wie Elternbriefe, Lesepass, Trimory, Comicwerkstatt, Adjektivlandkarte und vieles mehr.

Auf 336 Seiten finden sich wahre Schätze an Buchvorschlägen, von denen mir einige natürlich bekannt vorkamen, weil sie hier auf diesem Blog bereits rezensiert wurden und andere, die leider an mir gänzlich vorbeigegangen sind. Umso erfreuter war ich, sie hier nun neu entdecken zu dürfen. Die Praxisvorschläge sind abwechslungsreich und wirklich inspirierend. Dabei sind die Vorschläge oft in Einstieg, Bild- und textorientierte Aufgaben und Projekte und Gestaltende Aufgaben und Projekte gegliedert. Es lassen sich daher Hinweise sowohl für den Deutschunterricht, als auch den Kunstunterricht finden.

Ich bin von diesem Buch wirklich sehr angetan und kann es jedem Grundschullehrer und aber auch Eltern, die einige Vorschläge im Umgang mit Büchern benötigen, wärmstens ans Herz legen!
Dieses Buch macht es einem wirklich schwer, es wieder aus der Hand zu legen.

Eine große Inspirationsquelle in Bezug auf aktuelle Kinderliteratur, verknüpft mit sehr nützlichen praktischen Umsetzungsvorschlägen.

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Bine & Benjamin Brändle – Glucksi zieht nach Monsterstadt

Das fröhliche Monster „Glucksi“ zieht in eine neue Monsterstadt und benötigt für den Aufbau seines Fertighauses einen Hammer. Die Bewohner der witzigen Stadt erweisen sich als sehr hilfsbereit und wollen Glucksi auf seiner Suche, die sich als schwierig erweist, helfen. Er triftt auf seiner Suche viele andere Bewohner, die  durch einige  Eigenheiten geprägt sind. Da wäre z.B.  Dösi, das faule Monster, Grumpel, das motzige Monster oder auch Mucki, das starke Monster.

Als Glucksi endlich den Professor Hirni trifft, scheint der Bau seines Hauses in greifbarer Nähe … wenn da nicht eine besondere Überraschung auf Glucksi warten würde …

Bei diesem Bilderbuch können sich Kinder ab 4 Jahren auf eine tolle Unterhaltung freuen. Die Bandbreite an unterschiedlichen Charakteren ist groß und jede Begegnung mit Witz und Vergnügen verknüpft. Die auf jeder Doppelseite vorhandenen Klappen erhalten den Überraschungseffekt in dem Zusammentreffen mit den anderen Monstern und unterstützen die Entdeckungsfreude der Kinder.

Thematisch ist das Bilderbuch von Freundschaft, Kontaktknüpfung, Umzug und Hilfsbereitschaft gekennzeichnet. Die Geschichte kommt sehr leicht und spielerisch daher und wird von außerordentlich farbenfrohen Illustrationen gestützt. Hier dominieren Bilder voller Trubel und sich jagenden Ereignissen. Ein Pop-up Bild am Ende des Buches bietet einen großen Überraschungseffekt und ist ein passender Abschluss der schnellen Ereignisabfolge.

unterhaltsam, leicht und spielerisch


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