Ute Krause – Wann gehen die wieder?

Der Ich-Erzähler, ein Räuberkind,  gehört einer Großfamilie an, deren Eltern sich getrennt haben. Mit Koffern bepackt, wandern die Räuberkinder nun von einem Elternteil zum anderen. Der Auslöser der misslichen Lage war ein böser Streit und so zog  der Räuberpapa eines Tages aus. Als die Räuberkinder ihn eines Tages besuchen, entdecken sie Papas neue Freundin, eine Prinzessin mit ganz vielen Prinzessinnenkindern. Doch irgendwie sind die kleinen Prinzen und Prinzessinnen richtig langweilig und so erkundigt sich der Ich-Erzähler beim Papa wie lange dieser Besuch denn gedenkt zu bleiben. Sein Papa versichert ihm, dass sie bleiben, denn sie gehören nun zur Familie. Weihnachten, Geburtstage, Betten und Regeln gab es nun doppelt. Einmal bei der Raübermama und dann noch einmal beim Räuberpapa mit seiner neuen Freundin. Diese Situation war nicht nur für die Eltern schwierig, sondern auch für die Kinder … Ein Dilemma, aus dem es einen Ausweg gibt!

Scheidungskinder und die daraus resultierenden Schwierigkeiten und aber auch gewinnbringende und positive Entwicklungen werden in diesem zauberhaft gezeichnetem Bilderbuch dargestellt. Die innere Zerrissenheit der Kinder mit den neuen Umständen zurecht zu kommen, die Angst und der Wunsch nach einem Leben, so wie es einmal war, wird hier sehr kindgerecht thematisiert. Eifersucht und Missgunst unter den „neuen“ Geschwistern werden genauso aufgezeigt, wie die Erkenntnis, dass eine noch größere Familie auch ihre guten Seiten hat. Die Suche der Eltern nach neuen Partnern, ihre Traurigkeit und eventuelle Schwierigkeiten mit dem neuen Partner, werden aus kindlicher Perspektive aufgezeigt, was sehr rührend wirkt. Bei diesem Bilderbuch stehen die Gefühle der Räuberkinder und deren Eltern im Vordergrund. Pädagogisch sehr wertvoll ist das Happy End der letzten Seite, das verdeutlicht, dass die neuen Umstände auch eine positive Wendung nehmen können und allen Beteiligten ein glückliches und zufriedenes Leben und den Zuhörern vor allem Zuversicht beschert.

Dieses durchaus sehr komplizierte Thema ist für viele Patchworkfamilien heutzutage sehr wichtig. Denn schließlich gibt es immer mehr Trennungs- und Scheidungskinder, die das Auseinandergehen ihrer Eltern sehr mitnimmt. Hier ist es besonders wichtig über Gefühle und die Veränderungen zu sprechen. Dieses Bilderbuch bietet einen wundervollen Gesprächsanlass für Kindergarten- und Grundschulkinder. Die Situationen und Bilder sind so sensibel und kindgerecht dargestellt, dass es ein Genuss ist, dieses Buch vorzulesen und zu betrachten. Ute Krause ist ein ganz wunderbares Werk gelungen!

Frech, bunt, originell und wahnsinnig bedeutsam!

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Christine Merz und Betina Gotzen-Beek – Lea Wirbelwind will in die Schule – unbedingt!

Lea ist ein richtig neugieriger Wirbelwind und kann nie still sitzen. Im Sommer will sie genauso wie ihre beste Freundin Marie in die Schule. Doch Leas Eltern zögern noch und sagen, dass man in der Schule still sitzen muss und da Lea das noch nicht kann, wollen sie es sich noch überlegen. Lea will sich jedoch selbst davon überzeugen, ob die Kinder in der Schule wirklich still sitzen müssen und lugt durch einige Fenster in unterschiedliche Klassenräume. Erleichtert muss sie feststellen, dass sie zwar manchmal still sitzen und schreiben müssen, aber nicht den ganzen Tag. Sie singen, forschen, arbeiten in Gruppen und toben alle zusammen auf dem Schulhof. Wird Lea nun doch noch vielleicht diesen Sommer in die Schule dürfen?

Fast jedes freut sich auf die Schule und damit verbunden auf die neuen Schulsachen und den Schulranzen. Sie alle haben eine bestimmte Vorstellung davon, was eine Schule ausmacht. Genau von dieser Vorfreude und Neugierde handelt dieses bunte Bilderbuch. Die Kinder bereiten sich auf ihre Rolle als Schulkind vor und sind schon ganz gespannt was sie denn nun in der Schule erwarten wird. Lea stimmt sich darauf ein, indem sie durch das Fenster späht und das Gesehene interpretiert. Daher ist das Bild von der Schule eher oberflächlich. Dennoch ist es wichtig, dass Kinder ein ungefähres Bild von den Abläufen in der Schule haben. Viele Grundschulen bieten einen Schnuppertag für Kindergärten an, an denen die Kindergartenkinder vorbeikommen dürfen, um sich selbst ein Bild von der zukünftigen Schule zu machen. Das ist auch ganz wichtig, um den Kindern die Angst vor dem „Unbekannten“ und „Neuem“ zu nehmen. Auch dieses Buch kann dazu genutzt werden, zukünftigen Schulkindern eine mögliche Angst zu nehmen, sie in ihrer Selbstsicherheit zu stärken oder einfach die Vorfreude zu steigern.

Ein schönes Geschenk für Kinder ab 5 Jahren, die bald in die Schule kommen.

 

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Philipp Winterberg und Lena Hesse – Da rein, da raus!

Jakob oder Neinkob? Ein kleiner Bengel, der seinen eigenen Kopf hat und die negativen Kommentare seiner Umwelt gar nicht wahrnimmt. Denn man hat ja bekanntlich zwei Ohren, also ist die Devise: Da rein, da raus! Die Kritik wird ignoriert und nur auf das Positive konzentiert.

Meine Lieblingsszene ist die auf Seite 7, wo der alte Opa aus dem Fenster schaut und Jakob wegen schlechter Manieren kritisiert. Das erinnert mich an meine Busaufsicht freitags. Ein älterer Mann schaut jeden Freitag genauso aus dem Fenster und achtet penibel darauf, dass kein Kind auch nur ansatzweise seinen Gehweg berührt. Genauso einen Blick hat er dann auch! Déjà-vu!

Natürlich bin ich auch dieses Mal von den Illustration begeistert! Diese Bilder sind fantastisch!

Dieses Buch wird sicherlich Kinder ansprechen, die ebenfalls ihren eigenen Kopf haben und Trotzphasen sind ja bekanntlich zur normalen menschlichen Entwicklung notwendig. Insofern werden sich die meisten Kinder bei diesem Buch angesprochen fühlen. Außerdem finde ich dieses Buch ein tolles Geschenk für stressgeplagte Kollegen, die sich vieles zu Herzen nehmen. Es gibt nun mal Dinge, die man einfach ignorieren muss: Da rein, da raus!

Wenig Text, viel Bild, viel Sinn!

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Dieses Buch ist KOSTENLOS als E-Book erhältlich!

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Nancy Walker-Guye und Alessandra Micheletti – Stille Nacht

Der kleine Bub, Niculin wohnt in einem kleinen Dorf  in den verschneiten Bergen. An Heiligabend sitzt er mit seinen Eltern in der Kirche und entdeckt ein Funkeln, was ihn nach draussen lockt. Er schleicht sich hinaus, um dem Glitzern auf den Grund zu gehen und entdeckt stattdessen zwei Erwachsene, die ganz verloren aussehen. Niculin erfährt, dass deren Zug im Schnee stecken geblieben ist und sie nun nach einer Pension suchen. Blöd nur, dass es in dem Dorf gar keine gibt. Als Niculin dann auch noch erfährt, dass die junge Frau schwanger ist, muss eine Lösung her. Doch wie kann Niculin helfen?

Was dieses Buch auszeichnet sind vordergründig die Illustrationen. Davon lebt dieses Buch. Mich persönlich spricht das weihnachtliche und verschneite Titelbild sehr an. Da wünscht man sich doch glatt den Schnee herbei!  Alles sieht so friedlich,  besinnlich und harmonisch aus. So sehr mir die Zeichnungen der Landschaft gefallen, die Figuren sind in meinen Augen weniger gut gelungen. Sie erinnern mich seltsamerweise an die DDR.

Die Geschichte ist für mich schon fast christlich angelegt. Die Thematik der Hilfsbereitschaft steht ganz oben:

Spoiler Anfang (bitte zum Lesen markieren): Niculin bietet der notdürftigen Familie einen Zufluchtsort in seinem eigenen Zimmer an und bevor die Eltern zu Hause erscheinen, gebärt die Frau ihr Kind. Natürlich stehen die Waschschüssel und alle nötigen Utensilien schon bereit. Aus Dankbar keit wird das Neugeborene dann auch .... genannt! Na, Vermutungen? Richtig! Spoiler Ende!

Die Darstellung der Ereignisse hat leider nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Aber für christliche Einrichtungen könnte dieses Buch sehr interessant sein!


Für mich persönlich ist die Geschichte zu beschönigt und etwas realitätsfern. Dafür sind die Zeichnungen der winterlichen Landschaft ein wahrer Genuss!



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Elisabeth Zöller und Verena Körting – Weihnachtsgeheimnisse überall

„Das Schönste an der Weinachtszeit ist, dass sie so geheimnisnvoll ist: Aus der verschlossenen Küche duftet es verführerisch, der Postbote bringt große und kleine Pakete, die man noch nicht öffnen darf, im Schrank werden Geschenke verborgen und die Oma entdeckt auf dem kalten Dachboden geheimnisvolle Blumen …

Auch Pia und Paul haben Weihnachtsgeheimnisse: Was machen die beiden zum Beispiel ganz früh morgens alleine im Wohnzimmer? Und wofür brauchen sie so viele bunte Kerzen? – Der Advent steckt voller Geheimnisse und Überraschungen. Komm mit, sie zu entdecken!“

Dieses Buch ist zugleich ein Adventskalender. Für jeden Tag steht eine Vorlesegeschichte über eine Doppelseite parat, auf der sich auch noch ein Puzzleteil befindet, welches ausgeschnitten auf das Adventsposter geklebt werden soll. Am Ende ergibt sich ein wunderschön weihnachtliches Bild als Poster (siehe Bild oben). Durch die Geschichten leiten die beiden Hauptfiguren Pia und Paul. Gemeinsam entdecken sie all die typischen Weihnachtsbräuche und lernen jede Menge dazu. Da wäre z.B. die Eisblume, die sie mit ihrer Oma auf dem Dachboden erspähen oder das Schreiben von Wunschzetteln, das Einkaufen von Stechpalmen und Mistelzweigen, das Philosophieren über Engel, das Backen von Weihnachtsgebäck und Bratäpfeln. Sie erfahren mehr über das Christkind und den Nikolaus und das interkulturelle Lernen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Denn was war das noch einmal mit dem Luciatag in Schweden?

Die Geschichten in diesem Buch machen so richtig Lust auf die Weihnachtszeit. Es vermittelt eine Atmosphäre von Besinnlichkeit, Stille und Vorfreude. Man erinnert sich an dieses aufregende Gefühl die Weihnachtskiste vom Dachboden holenzu dürfen, um dann schließend all die glänzenden Kugeln auf dem Weihnachtsbaum zu verteilen. Das gemütliche Backen und der wunderbare Duft, der sich in der ganzen Wohnung verteilt. Statt Schokolade zu essen, dürfen die Kinder hier selbst tätig werden und die kleinen Bilder sauber ausschneiden, um es auf dem richtigen Platz auf dem Adventsposter aufzukleben. Ich finde die Idee klasse! Das gemütliche abendliche Einkuscheln im Bett und „Weihnachtsgeheimnisse überall“ als Bettlektüre. Toll!
Lediglich die Illustrationen finde ich etwas starr und nur wenig verspielt, aber das ist ja Geschmackssache. 🙂

Dieser Adventskalender steigt definitiv die Vorfreude auf Weihnachten und ist auch noch lehrreich dazu!

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Philipp Winterberg und Lena Hesse – Ein Brief aus der Arche

Die Postraben Alexa und Max haben einen besonderen Auftrag: Sie müssen einen Brief zum unheimlichsten Ort der Welt bringen: dem Wrack der Arche Noah. Beiden ist gar nicht wohl bei dem Gedanken. Was für furchterregende Ungeheuer mögen dort wohl leben? Doch als sie an der alten Arche ankommen, erleben sie eine Überraschung und treffen auf Wesen, deren Vorfahren die Arche nicht verließen, weil sie sich vor allem und jedem fürchteten: die Furchtlinge. Da der endgültige Zerfall der Arche droht, suchen sie verzweifelt ein neues, sicheres Zuhause. Ob die Postraben helfen können? Eine phantastische Geschichte über Angst, Hilfe von Freunden und Fabelwesen, die es nicht gibt. Oder doch?

Die Rezension erfolgt bei diesem Bilderbuch aus zweierlei Sicht. Einmal aus meiner, erwachsenen Perspektive und dann aus der Perspektive von 7-9 Jährigen, denen ich wöchentlich Bilderbücher vorlese. Ich wurde auch dieses Mal vom Lena Hesses Talent überzeugt. „Ole kann nicht schlafen“ fand ich schon so grandios! Und hier erneut satte, kräftige Farben, die Abbildungen schon fast dreidimensional.  Vor allem die „schlotternden Flügel“ sind wahnsinnig gut gelungen, sie simulieren ganz realitätsnah die Bewegungen der Vögel in der Luft.

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Die Furchtlinge sind doch gar nicht so furchtbare Ungeheuer, sondern niedliche Fabelwesen, die Angst vor der unheimlichen Welt da draußen haben und sich so lieber in dem Wrack der Arche Noah verkriechen. Die Rettung naht und zwar in Gestalt der zwei Postraben, die sich zuerst vor dem Anblick der Furchtlinge erschrecken. Das Entsetzen beruht jedoch auf beiden Seiten. Für die Kinder war diese Begegnung der Höhepunkt in der Geschichte, obwohl dann ein sehr aufmerksames Kind angemerkt hat, dass man die Gestalt der Furchtlinge vorher besser nicht gezeigt hätte (s. S. 6). Dann wäre die Spannung auch viel größer gewesen 🙂 Mit dem Ende war der Großteil der Kinder nicht so wirklich einverstanden. Es fehlte den meisten an Abenteuer, sie erwarteten mehr von der Reise und waren von dem plötzlichen Ende leicht überrascht. Das war für mich der Punkt hier anzuschließen und die ganzen Ideen, die die Kinder hatten, verschriftlichen zu lassen. Das Bilderbuch spricht ein wichtiges Thema an: Angst, aber damit verbunden auch Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Mir war es aber auch ein Anliegen die Kinder für den „sichersten Ort der Welt“ zu sensibilisieren und sie darstellen zu lassen, wovor sie persönlich Angst haben und wer oder was ihnen diese Angst nehmen kann. Daraus sind grandiose Rollenspiele entstanden und die Kinder fanden das Bilderbuch am Ende doch „ganz schön“ 🙂

An das Lesen bzw. Vorlesen sollte ein Gespräch anschließen, um die Thematik gemeinsam näher zu beleuchten und den tiefliegenden Sinn genauer zu erarbeiten.

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Marion Goedelt – Guten Abend, gut‘ Nacht

Die beliebtesten Wiegen-, Abend- und Schlaflieder, stimmungsvoll illustriert von Marion Goedelt. Alle Lieder wurden speziell für dieses Buch eingesungen und auf Klavier und Gitarre eingespielt.

Insgesamt 14 Wiegen- und Schlaflieder wurden in diesem Buch zusammengefasst. Auf jeder Doppelseite wird dem Leser ein Lied präsentiert. Marion Goedelt hat die Lieder wunderbar interpretiert und fabelhafte, einfache Zeichnungen gezaubert. Wie das Titelbild es schon verrät, sind Schafe das leitende Motiv in diesem Buch. Mal auf der Schaukel, im Turm, schlafend unter einem Bäumchen oder einfach im Bett. Sie sind auf jeder Doppelseite zu entdecken.

Das jeweilige Lied ist mit Noten und Gitarrengriffen abgebildet und befindet sich ebenfalls auf der beiliegenden CD. Eingesungen wurden die Lieder allesamt von Monika Ballwein, die eine extrem hohe Stimmlage hat und man unmöglich mitsingen kann. Denn man muss jedes Mal enttäuscht feststellen, dass man stimmlich einfach nicht so hoch kommen kann. Umso erfreuter war ich zu jedem Lied eine Playback-Version vorzufinden, zu der man in seiner eigenen Stimmlage singen kann. Allerdings wäre es praktischer gewesen, alle Karaoke-Versionen nach den eingesungenen Liedern vorzufinden, um den Kindern das durchgängige Hören der Lieder zu ermöglichen. Mein „All-time-favourite“ Weißt du, wie viel Sternlein stehen ist natürlich auch dabei, genauso wie andere traditionelle Lieder wie z.B. Guten Abend, gut‘ Nacht, Der Mond ist aufgegangen, Schlaf, Kindchen, schlaf.

Ein schönes Geschenk, welches hoffentlich einige ruhige und selige Abende bescheren wird.


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Karl Rühmann und Martina Badstuber – Die Unfug-Feen

Für die Feen ist heute ein ganz besonderer Tag, denn heute dürfen sie so richtig Unfug treiben und brauchen keine Wünsche zu erfüllen. Dies ist der schönste Tag im Jahr! Und so machen sich die beiden Feen Linelotte und Tinaklara zu der kleinen Lisa  auf den Weg und bringen ihren Tag so richtig durcheinander. Auf einmal schaukelt das Bett wie wild, ihre Hausschuhe rasen ihr auf einmal davon und sogar das Frühstück macht sie selbstständig. Dieser Unfug muss ein Ende haben! Und so wendet Lisa einen Trick an, der sogar die frechen Unfug-Feen überrascht…

Eine Thematik, die alle Kinder anspricht: Unfug treiben!  Kinder spielen gerne Streiche, verstecken sich oder machen gerne Sachen, die nun einmal verboten sind, um ihre Grenzen auszutesten. So werden sich die meisten Kinder und vor allem Mädchen mit diesen Feen identifizieren können. Die Streiche der Feen sind nie böswillig, sondern in der Tat sehr amüsant und erheiternd. Die Wortverdrehungen bringen die zusätzliche Würze, denn aus Zauberstab wird schon einmal gerne ein Stauberzab oder aus verzaubert zervaubert. Das regt Kinder zu Experimenten mit Sprache ein und ist eine willkommene Abwechslung, auch mal mit Sprache Unfug treiben zu dürfen.

Die Bilder dieses Bilderbuchs sind nicht allzu überladen. Es werden die Gegenstände, die wichtig für die Handlung sind, in den Vordergrund gestellt. Knallige Farben setzen die richtigen Akzente.

Achtung Spoiler! (zum Lesen bitte Markieren) Lediglich Lisas Trick die Feen einzufangen, empfand ich als etwas gewaltsam.Ende 

Ein sprachspielerisches und lustiges Buch für Mädchen!

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Irmgard Harrer und Silke Leffler – Das Fabelbuch von Aesop bis heute

Das Fabelbuch ist in zehn Kapitel aufgeteilt. Jedes Kapitel beinhaltet mindestens vier Fabeln, die einer bestimmten Lehre zugehörig sind. Die  Kapitel werden mit einer DIN-A4 Seite eingeleitet, die die Lehre hervorhebt und mit einer Zeichnung unterstreicht. Folgende Lehren bilden die zehn Kapitel: Wer den Pfennig nicht ehrt, Wer andern eine Grube gräbt, Undank ist der Welten Lohn, Übe stets Bescheidenheit,  Wer nichts wagt, Geteilte Freude ist doppelte Freude, Erst denken, dann handeln, Wenn zwei sich streiten, Lebenlust & Lebensfrust und Wer zuletzt lacht.
Die meisten der Fabeln sind mir eher unbekannt und stammen aus Afrika oder Russland. Aber auch die Klassiker wie Aesop, Wilhelm Busch und Martin Luther sind genauso gut vertreten.
Dem Buch ist eine CD beigelegt, auf der alle Fabeln von Florentin Groll aufgenommen wurden. Die Gesamtspielzeit beträgt 76 Minuten. Jedes Kapitel wird mit einer sehr angenehmen, ruhigen Musik oder einigen Musikklängen eingeleitet. Die Stimme vom Herrn Groll ist ebenfalls sehr angenehm, es wird betont und nicht zu hastig vorgelesen.
Die Zeichnungen sind minimalistisch und lenken nicht von dem eigentlichen Text ab. Ich habe es sehr genossen die Weisheiten zu lesen, mich in jede Fabel zu vertiefen und die Lehre auf mich wirken zu lassen.

Ein in der Tat fabelhaftes Buch!

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Amanda Noll und Howard McWilliam – Ich brauche mein Monster

Toms Monster ist für eine Woche verreist, denn schließlich brauchen auch Monster mal Abwechslung und so geht es für Nick zum Fischen. Doch weil der kleine Tom ja so ganz ohne Monster nicht einschlafen kann, benötigt er Ersatz, also quasi eine Art Vertretung. Ein geeignetes Monster zu finden, welches Nicks Job übernehmen könnte, ist gar nicht so einfach. Paul hat keine Krallen, Ralf lackiert sich seine Krallen, Lucy ist ein Mädchen-Monster und so gar nicht gruselig und Anton ist einfach nur zum Lachen. Nick braucht seinen Monster!

Mache deinen Feind zum Freund! Nach dieser Devise versucht Amanda Noll das Ungeheuerliche als etwas Notwendiges und Positives darzustellen und so verliert sich das Dunkle und Angsteinflößende. Das Cover ist definitiv ein eye-catcher. Die Zeichnungen sind grandios, die Lichtvershältnisse fabelhaft hervorgehoben, die Betrachtung der Monster ein Genuss! Man ist jedes Mal gespannt, welches Monster sich denn nun als nächstes unter dem Bett versteckt und damit steigt die Spannung natürlich auf Nick! Das schrecklichste Monster zum Gruseln! Viele Kinder haben Angst im Dunkeln, dieses Buch kann ihnen diese Angst nehmen. Es hängt natürlich vom Kind ab, ich könnte mir auch vorstellen, dass manche Kinder erst recht ihrer Vorstellung freien Lauf lassen und sich dann abends ausmalen, welches Monster sich denn nun heute unter ihrem Bett verstecken könnte und so keinen Schlaf finden. Howard McWilliam hat wunderbare Arbeit geleistet und schon alleine wegen der Zeichnungen ist das Buch es wert gekauft zu werden.

Monsterfreunde werden sich freuen! – Ein witziges Buch mit fantastischen Illustrationen!

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