Winfried Kain – Die positive Kraft der Bilderbücher

Winfried Kain leitet den Leser in dieses Buch mit dem Einführungskapitel „Vom Zauber der Bilderbücher“ ein. Hier verdeutlicht er wie tief Kinder die vorgelesenen Bilderbücher berühren, sie erstaunen lassen und faszinieren. Auch wenn sie uns ihre Empfindungen und Erlebnisse vielleicht sprachlich nicht mitteilen können, so werden Kinder trotzdem oft von den Bilderbüchern geprägt. Der Zauber zeigt sich jedoch auch in der Interaktion zwischen Kind und Erwachsenem, welche bei der gemeinsamen Betrachtung entsteht. Die Bedeutung von Bilderbüchern für die Entwicklung von Kindern wird in zweitem Kapitel herausgearbeitet, mit einem besonderen Augenmerk auf die Förderung allgemeiner kognitiver Fähigkeiten, emotionaler Kompetenzen und des sozialen Verständnisses.  Es wird ebenfalls auf die Bedeutung der Präsentation eingegangen, denn bekanntlich  gehört zum Betrachten und Vorlesen eine ansprechende Atmosphäre.  Es werden dem Vorleser Methoden an die Hand gegeben, die die Darbietung spannender und effektiver gestalten lassen. Den Großteil des Buches bildet die Vorstellung empfehlenswerter Bilderbücher, die alle strukturiert dargestellt werden. Zu jedem Buch gibt es ein farbliche Abbildung der Titelseite. Es folgt die Beschreibung des Inhalts und danach wird unter der Rubrik „Praktische Hinweise“ teils sehr ausführlich entsprechende Erläuterungen aufgeführt und mögliche Aktivitäten im Umgang mit dem Bilderbuch aufgezeigt. Die Darstellung der einzelnen Bilderbücher wurde thematisch geordnet dargestellt, z.B. nach den folgenden Themengebieten: Gefühle, Freundschaft, Selbstwert und Selbstvertrauen, Entdeckung des Körpers und der Sinne, Gesundheit und Behinderung, Über das Leben philosophieren etc.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz in meinem Bücherregal und hat einen Sonderplatz erhalten. Durch die sehr strukturierte Darstellung sind die gesuchten Bücher sehr leicht zu finden und ich bin auf viele Bücher gestoßen, die meine Wunschliste haben anwachsen lassen. Auch der theoretische Teil dieses Buches ist Gold wert und zwar nicht nur für Erzieherinnen, wie dieses Buch durch den Untertitel „Bilderbücher in Kindertageseinrichtungen pädagogisch einsetzen“ suggerieren mag, sondern auch für GrundschullehrerInnen oder auch für interessierte Eltern. Besonders die Darstellung der unterschiedlichen Strategien beim Vorlesen und die damit verbundene Einbindung der Kinder ist sehr empfehlenswert. Bilderbücher haben so viel positive Kraft, die hier so wunderbar verdeutlicht wird und so viele Aspekte, die dadurch gefördert werden, dass man als Leser am liebsten all diese wertvollen Informationen am liebsten wie ein Schwamm aufsaugen möchte.

Das Titelbild ist farbenfroh und präsentiert uns die bekannten und ins Herz geschlossenen Figuren wie Janosch, Frederick oder auch den Grüffelo. Dieses Buch von Winfried Kain zeigt uns auf eine wunderbare Weise, dass Bilderbücher eine unschätzbare Quelle für die pädagogische Arbeit sind!

 

Dieses Buch ist ein Muss, für alle, die Kindern vorlesen! (Eltern eingeschlossen)

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Frank Müller – Lesen und kreatives Schreiben

Dieses Buch zeigt Lehrerinnen und Lehrern, wie sie im Unterricht Freude am Lesen und Schreiben vermitteln, damit Schülerinnen und Schüler gern und freiwillig mit Texten umgehen.

Der Autor – selbst Lehrer und Dozent – erläutert anhand zahlreicher Beispiele, wie sich durch Visualisierungen oder Augentraining ganz unterschiedliche Zugänge zum Lesen eröffnen lassen.  Kreatives Schreiben fördert das Buch durch assoziative, produktive und handlungsorientierte Methoden, die Kinder und Jugendliche so trainieren, dass sie selbstständig Texte verfassen können und wollen.  Alle Methoden werden nach einem einheitlichen Raster dargestellt:

– Zielangabe
– Vorgehensweise im Unterricht
– Stärken und Schwächen der Methode
– Ideen zur Weiterarbeit im Unterricht Umsetzung

Diese praxisorientierte Fundgrube ist in drei Kapitel gegliedert: Lesen, kreatives Schreiben und Lese- bzw. Schreibspiele. Die Darstellung der jeweiligen Methode ist durch diese Gliederung sehr übersichtlich und die Illustrationen sehr ansprechend und motivierend. Viele Arbeitsblätter würden sich durchaus genauso in der Praxis einsetzen lassen. Einige bedürften einiger Veränderungen und Anpassungen an die jeweilige Lerngruppe. Besonders erfrischend fand ich die Einbindung  der Dissonanzmethode zum Schwerpunkt „Argumentieren“. Das Thema Gedichte findet eine große Gewichtung, sodass Haiku, avenidas, Elfchen, Laternen-Gedicht und das Gegen-Gedicht erklärt und mit einigen Schülerbeispielen untermauert werden.

Ich betrachte dieses Buch eher als Inspirationsquelle für die ganze Bandbreite an den unterschiedlichsten Methoden für die Bereiche Lesen und Schreiben, um den Unterricht abwechslungsreicher gestalten zu können. Es sind viele guten Ideen dabei. Der Übersicht halber würde ich mir jedoch bei den Methoden einen groben Hinweis auf die jeweilige Klassenstufe wünschen. Denn die dargebotene Methodensammlung ist für alle Schulstufen und Schularten gedacht. Wer speziell etwas für Grundschüler sucht, muss sich jedoch mühselig zurecht finden. Vielleicht wären hier kurze Orientierungshinweise hinter der jeweiligen Methode möglich. Ein ganz kleiner Kritikpunkt zur Benutzerfreundlichkeit.

Eine wertvolle Zusammenfassung einiger Methoden zu den beiden Schwerpunkten des Deutschunterrichts.

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Andrea Erkert – Im Stuhlkreis die Adventszeit erleben

„In der gemütlichen Runde des Stuhlkreises lernen Kinder spielerisch und musikalisch die Bräuche und Traditionen der Vorweihnachtszeit kennen. Adventliche Rituale, Bewegungsspiele, Geschichten und Glockenklänge wecken die Vorfreude auf Weihnachten und sind wertvolle Begleiter für jeden Dezembertag. Sie lassen die Zeit des Wartens auf das große Fest zu etwas ganz Besonderem werden. Eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier im Stuhlkreis bildet den Höhepunkt.“

Die Adventszeit wird in den meisten Einrichtungen gefeiert und stellt einen großen Stellenwert im pädagogischen Alltag dar. Dieses Buch aus dem Ökotopia Verlag  nimmt den Stuhlkreis in den Fokus und trägt unterschiedliche Spiele und Rituale für diese Form zusammen. Es fördert das Miteinander und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Gruppe. Dieses Buch wird für Eltern-Kind-Gruppen, Kiga, Ganztag, Familie, außerschulische Kindergruppen und die Grundschule empfohlen. Ich würde den Einsatz dieses Buches eher im Kindergarten sehen, da einem hier mehr Zeit zur Verfügung steht, die für die meisten Spiele nötigen Vorbereitungen zu treffen. Für viele Spiele werden Materialien benötigt, die erst gebastelt werden müssen und das braucht natürlich Zeit.

Thematisch ist das Buch in 7 Kapitel unterteilt. Es beginnt mit unterschiedlichen Spielen zum Begrüßen und Verabschieden. Es folgen Entspannungsangebote und Ruhespiele, wie z.B. die Plätzchenmassage oder die Kerzenmeditation. Die Nikolausfeier wird ebenfalls unter die Lupe genommen und so werden Kinder in die Planung einer Feier integriert. Im vierten Kapitel geht es um Skigymnastik und die Schneeballschlacht. Hier können Kinder aktiv werden und hüpfen, springen, laufen etc. Daran schließend stehen die Sinne im Mittelpunkt und so darf gerochen, gegessen, gelauscht und gefühlt werden. In den letzten beiden Kapiteln wird auf die typischen Dinge der Weihnachtszeit eingegangen und das Weihnachtsfest vorbereitet, welches ebenfalls im Stuhlkreis durchgeführt werden kann. Eine Einladung für die Eltern steht als Kopiervorlage ebenfalls bereit.

Dieses Buch bietet einen guten Wechsel zwischen ruhigen und entspannten Phasen und etwas aktiveren Spielen, bei denen die Kinder sich so richtig austoben können. Eine passende CD darf dazu bestellt werden: Adventszeit im Stuhlkreis (CD-Sampler): Die schönsten Kinderlieder zur Weihnachtszeit
Sie beinhaltet 15 Lieder, von denen die meisten mir eher unbekannt waren. Viele Lieder sind ziemlich fetzig und haben Potenzial zum Ohrwurm zu werden.

In dem beiliegenden Booklet findet man die nötigen Texte und so darf beherzt mit eingestimmt werden. Im Buch befinden sich Hinweise zu den jeweiligen Tracks und wann sie sinnvoll eingesetzt werden können. Die CD ist jedoch kein Muss, sondern darf als Ergänzung betrachtet werden.

Eine wertvolle Sammlung einiger interessanter Stuhlkreisspiele.

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Gisela Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne

Unsere Sinneswahrnehmungen sind die Grundlage für jegliche Form von Lernen: Sprechenlernen, Sprachentwicklung, Denken, Fühlen, Orientierung in der Welt und naturwissenschaftliches Forschen – nichts geht ohne eine differenzierte Sinneswahrnehmung!
In diesem ersten Band geht die erfolgreiche Spielpädagogik-Autorin Gisela Walter den vier Sinnen Sehen, Hören, Riechen und Schmecken auf den Grund. Mit zahlreichen Spielen, spannenden Experimenten und verblüffenden Sachinfos lernen Kinder von 3-10 Jahren alle Funktionen von Auge, Ohr, Nase und Mund genau kennen. Durch didaktische Tipps, griffige biologische Erklärungen und Hinweise zur kindlichen Entwicklung wird die Vermittlung in der Praxis zum Kinderspiel.


Der Titel mag für einige irreführend sein, denn in diesem Band wird, anders als der Titel suggeriert, auf vier Sinne eingegangen: den Seh-, Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn. Die Zielgruppen sind für dieses Buch umfangreich, es wurde für ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen, SpielpädagogInnen und Eltern geschrieben. Sehr ansprechende Illustrationen von Kerstin Heinlein verdeutlichen die Phänomene des menschlichen Körpers, veranschaulichen den Aufbau eines Auges oder zeigen einfach nur den Aufbau eines Spiels auf. In den jeweiligen Kapiteln sind die Spiele in verschiedene Themengruppen eingeteilt. Zu Beginn sind es Spiele, bei denen die Kinder den Aufbau des Sinnesorgans nachvollziehen können. Im weiteren Verlauf erleben die Kinder, wie das Sinnesorgan funktioniert und wofür diese Fähigkeiten sinnvoll sind. Die Aktivitäten laden die Kinder zum Ausprobieren, Erforschen, Erfinden und Lernen ein.

Bei allen Spielen ist ein kurzer Text vorangestellt, der über Besonderheiten oder Ziele des Spiels informiert. Weitere Sachinformationen zu den Sinnesorganen bereiten den „Spielleiter“ auf mögliche, weiterführende Fragen seitens der Kinder vor. Es wird bei jedem Spiel das empfohlene Alter, das Material und die geschätzte Spieldauer angegeben.

Viele Spiele können auch als „Experiment der Woche“ eingesetzt werden. Ein sehr einfaches und effektives Experiment auf Seite 64 greift das Thema Schallwellen auf und alles was man dafür braucht ist lediglich ein Lineal. Besonders toll finde ich persönlich das ebenfalls ohne weitere Hilfsmittel durchzuführende Experiment zum Thema „optische Täuschungen“. Jeder von uns hat einen „Phantom-Finger“. Habt ihr das gewusst? Nein? Dann auf Seite 45 unbedingt nachlesen und ausprobieren. 🙂

Die meisten Spiele lassen sich ohne viel Aufwand durchführen und werden die Kinder garantiert in Staunen versetzen! Ein Staunen, welches sich hoffentlich in Experimentierfreude und nachhaltige Neugierde auswirkt.

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Birte Hoffmann und Ramona Schwarz – It’s English time now!

Das Buch ist in 6 Kapitel aufgeteilt: Lehrplan, Leistung, Sprachenportfolio, Rahmenbedingungen schaffen, die ersten Wochen – konkrete Vorschläge und Lieder. Das Buch ist sehr praxisorientiert und bietet neben Beobachtungsbögen, Selbsteinschätzungstabellen, Spielvorschlägen und in Tabellenform ausgearbeiteten Unterrichtsreihen zu den Themen: What’s you name?, colours, numbers, at school und farm animals. Man findet hier neben den wunderbaren Good Morning und Good-bye songs auch jeweils ein Lied zu den oben genannten Themen. Im Anhang befinden sich sämtliche Bildkarten, Minibildkarten, Fragekarten bzw. Reflexionskarten, ausgearbeitete Arbeitsblätter, Storytelling-Material, differenzierte Brettspiele, Portfolio-Seiten und Piktogramme für die Darstellung des Stundenverlaufs. Im Theorieteil bietet das Buch einen Überblick über Methodik und Didaktik.
Dieses Buch ist super ausgearbeitet und kann sofort ohne jegliche weitere Materialien eingesetzt werden. Ich mag dieses Buch nicht mehr missen und wünsche mir noch mehr davon!

EDIT: Nachdem ich nun ein halbes Jahr mit diesem Buch gearbeitet habe, sind mir einige Flüchtigkeitsfehler aufgefallen, die es zu überarbeiten gilt. Oft ist der Verweis auf ein bestimmtes Medium falsch (S. 35). Ansonsten ist es immer noch eine tolle Unterrichtshilfe, die ich auch wieder in einer ersten Klasse einsetzen werde. Dieses Buch hat sich bewährt!

Das perfekte Buch für den Englischunterricht in der ersten Klasse!

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Ludger Brüning und Tobias Saum – Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen 2

Der Untertitel dieses zweiten Bandes heißt „Neue Strategien zur Schüleraktivierung – Individualisierung – Leistungsbeurteilung  – Schulentwicklung“. Das Buch wird mit einigen Unterrichtsmethoden, wie dem Gruppenturnier, Gruppenrallye oder der Strukturierte Debatte eingeleitet. Alles Unterrichtsmethoden, die mehr für die Sek I und Sek II geeignet sind. Denn für diese Methoden werden bereits gefestigte Lernkompetenzen vorausgesetzt, die viele Grundschüler noch nicht zu genüge ausgebaut haben, sodass es auch durchaus in einem Chaos enden kann.
Es geht im nächsten Kapitel doch recht stark theoretisch weiter, denn es wird auf die Begriffe „Concept Formation“ und „Concept Attainment“ näher eingegangen. Die Frage „Wie  können die SuS beim Kooperativen Lernen individuell gefördert werden?“ wird ebenfalls zu beantworten versucht, indem Strategien der Differenzierung nach Kompetenzniveau, Lerntempo und Interessen aufgezeigt werden. Die Leistungen können dann auch von den Schülern selbst benotet werden, wie das geht, zeigt Kapitel 5.  Zudem wird auf die Rolle der Lehrkräfte ein kurzer Blick geworfen. Wie sieht ein lernförderliches Lehrerverhalten während der Gruppenarbeit aus? Wann ist es nötig einzugreifen und was macht man während des „Nicht-Eingreifens“? Es werden zahlreiche Tipps gegeben und diese wiederum auch wieder begründet. Anhand von empirischen Untersuchungen wird die Wirksamkeit des Kooperativen Lernen belegt und letztlich Wege zu einer kooperativen Schule aufgezeigt.

Alle Praxisbeispiele kommen ausschließlich aus der Sek I und Sek II, obwohl man das ein oder andere (z.B. die Gruppenrallye)  abgewandelt und vereinfacht auch in der Grundschule einsetzen kann. Auch das Cover verdeutlicht, dass das Buch eher für Lehrer älterer Schüler geeignet ist. Doch auch GrundschullehrerInnen können ihren Werkzeugkoffer erweitern und einige sehr wertvolle Ideen mitnehmen. Im Vergleich zum ersten Band empfand ich den Nachfolger etwas trockener und schwer verdaulich 🙂

Nichtsdestotrotz ist es ein bereicherndes Buch mit vielen guten Ideen für die Unterrichtspraxis!

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Ludger Brüning und Tobias Saum – Erfolgreich unterrichten duch Kooperatives Lernen

“ Mit kooperativem Lernen können Sie erfolgreich und motivierend unterrichten: Sie fördern fachliche, methodische und soziale Kompetenzen und stärken das Selbstwertgefühl.

Was sind die Kernelemente des Kooperativen Lernens, aus denen alle Formen kooperativen Arbeitens bestehen?
Wie setzen Sie die Strategien des Kooperativen Lernens so in Ihrem Unterricht ein, dass diese ihr ganzes Potenzial entfalten?
Wie verbindet man Kooperatives Lernen mit Frontalunterricht?
Welche Stolperseteine gibt es auf dem Weg zum kooperaiven Klassenzimmer?
Wie setzen Sie Kooperatives Lernen so ein, dass es Sie vom ersten Tag an entlastet?
Warum ist Kooperatives Lernen eigentlich so erfolgreich?

Ludger Brünning und Tobias Saum beantworten diese und viele andere Fragen
– praxisnah und übersichtlich
– mit vielen Unterrichtsbeispielen
mit Hintergründen aus der Lernforschung“

Der Klappentext preist das Buch ja ganz schön an. Aber werden tatsächlich all diese Fragen beantwortet und was hat es mit dem Kooperativen Lernen auf sich? Das waren meine Fragen, die ich zu klären suchte, als ich mich in diesem Buch einzulas. Das Ziel des Kooperativen Lernens ist die Aktivierung aller Schülerinnen und Schüler. Es geht nicht darum, dass Schülerinnen und Schüler präsentiertes Wissen übernehmen, sondern sich die angebotenen Informationen individuell erarbeiten und das neu erworbenen Wissen in die bereits vorhandenen Wissensstrukturen integriert wird. Diese Ansicht ist ja nun nicht neu. Was die beiden Autoren jedoch sehr anschaulich machen, ist wie man dieses Ziel ohne allzu viel Aufwand im Unterricht umsetzt. Es wird eine genaue Struktur vorgegeben, denn das Kooperative Lernen läuft nach einem Dreischritt ab: think, pair, share! Jedem dieser Grundprinzipien wird ein eigenes Kapitel gewidmet, indem anhand von Beispielen dargelegt wird, wie die Umsetzung im Klassenzimmer aussehen könnte. Die Unterrichtsbeispiele stammen allesamt aus der Sekundarstufe. Jedes Kapitel ist so aufgebaut, dass am Anfang die wesentlichen Aspekte kurz zusammengefasst werden und mithilfe einer Grafik dargestellt wird, was den Leser in diesem Kapitel erwartet. Es ist sehr übersichtlich und verständlich. Es folgen außerdem Übungen, in denen der Leser das Gelesene nun anwenden kann, oft in so einer Art Quiz. Besonders schön fand ich die Übung mit der Unterscheidung von Arbeitsformulierungen, die zu einer breiten  Schüleraktivierung führen oder eben nicht:

1.  Wer kann mir sagen, was ihr in der letzten Stunde gelernt habt?
2.  Denke eine Minute nach und tausche dich dann mit deinem Partner darüber aus, was wir in der vergangenen Stunde erarbeitet haben. Für die Partnerarbeit habt ihr zwei Minuten Zeit. Anschließend werde ich jemanden aufrufen.

Genau das habe ich in der Praxis ausprobiert und siehe da, der Unterschied ist enorm. Es gibt viele Kinder, die sich oftmals nicht trauen, auch wenn sie die Antwort wissen. Doch wenn man ihnen die Gelegenheit gibt, sich vorher auszutauschen, gewinnen sie mehr an Selbstvertrauen und es kommen sehr gute Antworten ans Licht. Ich nutze diese Form nun auch oft in den Reflexionsphasen und bin immer wieder erstaunt wie effektiv es ist.
Sehr aufschlußreich finde ich ebenfalls die Exkurse, die  zusätzliche wissenschaftliche Hintergrundinformationen in einer sehr verständlichen Sprache liefern.

Insgesamt bin ich von dem Buch so angetan, dass ich mir gleich Kooperatives Lernen im Englischunterricht. Die Kommunikationsfähigkeit fördern – vom ersten Schuljahr an bestellt habe. Ein praxisnahes Buch mit vielen Unterrichtsvorschlägen und Kopiervorlagen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, welches verdeutlicht, dass schüleraktivierende Unterrichtsformen sehr einfach umzusetzen und wahnsinnig effektiv sind. Auch für Grundschullehrer geeignet!

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Ursula Bredel, Nanna Fuhrhop und Christina Noack – Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Ein Blickfang ist das tolle Buchcover, welches den Leser, dabei vor allem die Lehrer und Eltern, in die Welt des Schriftspracherwerbes einführen soll. In der Einleitung versuchen die Autorinnen, die alle als Professorinnen an verschiedenen Hochschulen in Deutschland arbeiten, mit einer Studie zu schocken, die besagt, dass rund 7,5 Millionen Erwerbsfähiger in Deutschland keine zusammenhängenden Texte lesen und schreiben können. Von dieser Erkenntnis aus wird ein großer Bogen auf die Komplexität der deutschen Sprache geschlagen. Man taucht sehr tief in die Materie ein und dem einen oder anderen Lehramtsstudenten werden die  auftauchenden Begrifflichkeiten sehr an die Seminarinhalte erinnern: Oszillogramm, IPA, Knacklaute, phonetische Transkriptionen, Silbenkerne von unbetonten Silben, das silbenanalytische Modell etc. Für Eltern, die sich mit dieser Thematik noch nie beschäftigt haben, wird es sehr schwer, wenn nicht fast unmöglich sein diesen Inhalt zu durchdringen. Die meisten würden sich hiernach selbst als „funktionale Analphabetiker“ fühlen. Lehrer dagegen haben hierbei die Möglichkeit das möglicherweise eingerostete Wissen noch einmal aufzufrischen. Was mich jedoch zwischendurch gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorinnen die Lehrer als unwissende Pädagogen sehen und der Regelfall für sie so aussieht, dass sie Fehler einfach rot unterstreichen ohne der Ursache auf den Grund zu gehen (S. 101). Seit Jahren wird in den Seminaren betont, dass Fehler tolle Sprachanalyse darstellen und diese als Entwicklungsschritte anzusehen sind. Denn bekanntlich sind Fehler notwendige Entwicklungssschritte in jedem Lernprozess.
In den weiteren Kapiteln werden Rechtschreibtests (AFRA, Hamburger Schreibprobe) und Lesetests (ELFE, LTB) vorgestellt und auf die Lese- und Rechtschreibstörungen eingegangen. Den Kapitel „Zweitschrifterwerb“ dagegen fand ich persönlich sehr aufschlussreich und es wurden einige sehr interessante Punkte angesprochen, obwohl der Schreibstil doch sehr trocken ist und man sich durch jede Seite schon fast durchkämpfen musste.

Für Eltern zu komplex. Für Lehrer nur teilweise hilfreich.

Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich bei Blogg dein Buch und dem Francke Verlag!

Das Buch kann hier bestellt werden.

Heinz Klippert und Frank Müller – Methodenlernen in der Grundschule

„Der Band enthält vielfältige Anregungen, wie Grundschüler/innen in elementarer Weise Lernkompetenz, Selbstständigkeit, Zielstrebigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit vermittelt werden kann. Konkret wird gezeigt, wie Grundschulkollegien ihre neue Lernkultur machbar, kleinschrittig und wirksam aufbauen (können).

Wie diese breit gefächerte Methodenschulung im Alltag der Grundschule gezielt angegangen werden kann, wird im vorliegenden Buch anhand zahlreicher Lern- und Trainingsarrangements gezeigt. Dokumentiert werden mehr als 100 erprobte und bewährte Unterrichtsbausteine mit unterschiedlicher fachlicher und methodischer Ausrichtung.“

Das Lernen lernen wird in der heutigen Schulpädagogik ganz groß geschrieben. Die Aufgabe des Lehrers ist es den Schülern die passenden Methoden an die Hand zu geben, damit sie sich selbstständig Wissen aneignen können. Erfolgreiches Lernen ist nämlich mehr als reine Stoffvermittlung, das Lernen soll mehrkanalig erfolgen und dafür benötigen die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Methoden.

Im ersten Kapitel von „Methodenlernen in der Grundschule – Bausteine für den Unterricht“ geht es um die Begründung bzw. Darlegung der Notwendigkeit zur Methodenschulung in der Grundschule. Es wird dafür plädiert, dass Methodenschulung notwendig und als Unterrichtsgegenstand eine große Bedeutung inne hat, die sich lohnt. Es wurden konkrete Lernspiralen zu gängigen Themen der Grundschule entwickelt, die folgenden Trainingschritten folgen: Sensibilisieren, Konkrete Übung, Reflektieren, Regeln klären, Regeln anwenden, Strategie verfeinern und Routine festigen.

Für das Fach Deutsch werden die meisten Lernspiralen vorgestellt, insgesamt 16. Unter anderem zu freiem Erzählen, Gedichte schreiben, Rollenspiel vorbereiten und durchführen. Die weiteren Lernspiralen werden Mathematik und Sachkunde zugeordnet, nur die wenigen Lernspiralen sind Musik und Religion. Zum Methodenbereich „Lern- und Arbeitstechniken“ einüben werden ebenfalls Trainigsspiralen präsentiert und zwar Ordnung am Arbeitsplatz halten, Unterstreichen und Markieren üben, Lernkärtchen herstellen etc. Aktives Zuhören und Nacherzählen, Kooperative Präsentationsformen üben, Umgang mit Konflikten in Gruppen lernen, sowie Regeln für die Gruppenarbeit entwickeln gehören dem Bereich „Kommunikation und Kooperation“ an. Das letztere habe ich selbst im Unterricht ausprobiert und die dazu gelieferten Arbeitsblätter genauso eingesetzt, wie es im Buch vorgeschlagen wurde. Es hat ohne Adoption super geklappt. Die Zeichnungen sind sehr ansprechend und zu jeder Spirale gibt es eine Übersicht über den Ablauf, sowie die Kurzfassung der Intention. Auch die Beschreibung der Arbeitsschritte ist verständlich und klar formuliert. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit Hinweisen und Beispielen zur schulinternen Umsetzung, wie Teamarbeit im Kollegium oder methodenzentrierte Elternveranstaltungen.

Dieses Buch lässt sich problemlos in der Praxis umsetzten, ohne aufwändiger Vorbereitung. Ein sehr gutes Buch für Lehrer und besonders Lehramtsanwärter, die hier so einiges an Werkzeug und theoretischen Erkenntnissen mitnehmen können.

Das Buch ist praxisnah,  ansprechend und verknüpft konkrete Methoden mit Inhalt. Die Investition lohnt sich!




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