Elisabeth Zöller und Verena Körting – Weihnachtsgeheimnisse überall

„Das Schönste an der Weinachtszeit ist, dass sie so geheimnisnvoll ist: Aus der verschlossenen Küche duftet es verführerisch, der Postbote bringt große und kleine Pakete, die man noch nicht öffnen darf, im Schrank werden Geschenke verborgen und die Oma entdeckt auf dem kalten Dachboden geheimnisvolle Blumen …

Auch Pia und Paul haben Weihnachtsgeheimnisse: Was machen die beiden zum Beispiel ganz früh morgens alleine im Wohnzimmer? Und wofür brauchen sie so viele bunte Kerzen? – Der Advent steckt voller Geheimnisse und Überraschungen. Komm mit, sie zu entdecken!“

Dieses Buch ist zugleich ein Adventskalender. Für jeden Tag steht eine Vorlesegeschichte über eine Doppelseite parat, auf der sich auch noch ein Puzzleteil befindet, welches ausgeschnitten auf das Adventsposter geklebt werden soll. Am Ende ergibt sich ein wunderschön weihnachtliches Bild als Poster (siehe Bild oben). Durch die Geschichten leiten die beiden Hauptfiguren Pia und Paul. Gemeinsam entdecken sie all die typischen Weihnachtsbräuche und lernen jede Menge dazu. Da wäre z.B. die Eisblume, die sie mit ihrer Oma auf dem Dachboden erspähen oder das Schreiben von Wunschzetteln, das Einkaufen von Stechpalmen und Mistelzweigen, das Philosophieren über Engel, das Backen von Weihnachtsgebäck und Bratäpfeln. Sie erfahren mehr über das Christkind und den Nikolaus und das interkulturelle Lernen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Denn was war das noch einmal mit dem Luciatag in Schweden?

Die Geschichten in diesem Buch machen so richtig Lust auf die Weihnachtszeit. Es vermittelt eine Atmosphäre von Besinnlichkeit, Stille und Vorfreude. Man erinnert sich an dieses aufregende Gefühl die Weihnachtskiste vom Dachboden holenzu dürfen, um dann schließend all die glänzenden Kugeln auf dem Weihnachtsbaum zu verteilen. Das gemütliche Backen und der wunderbare Duft, der sich in der ganzen Wohnung verteilt. Statt Schokolade zu essen, dürfen die Kinder hier selbst tätig werden und die kleinen Bilder sauber ausschneiden, um es auf dem richtigen Platz auf dem Adventsposter aufzukleben. Ich finde die Idee klasse! Das gemütliche abendliche Einkuscheln im Bett und „Weihnachtsgeheimnisse überall“ als Bettlektüre. Toll!
Lediglich die Illustrationen finde ich etwas starr und nur wenig verspielt, aber das ist ja Geschmackssache. 🙂

Dieser Adventskalender steigt definitiv die Vorfreude auf Weihnachten und ist auch noch lehrreich dazu!

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Karen McGhee – Das große Ravensburger Buch der Tiere

„Dieses umfassende und mit über 3000 farbigen Bildern reich illustrierte Standardwerk zeigt und erklärt die Vielfalt und den Artenreichtum der Tierwelt unserer Erde. Der übersichtliche Aufbau nach Tiergruppen, die fundierten Informationen und die erstklassigen Illustrationen machen das große Buch der Tiere zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.“

Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis stellt die sieben großen Unterteilungen in Die Welt der Tiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und wirbellose Tiere dar. Das Tierlexikon ist reich bebildert und verdeutlicht anhand von Zeichnungen und Fotos das Jagdverhalten, die unterschiedlichen Gattungen, bedrohte Tierarten, wissenswerte Eigenheiten und einige weitere Informationen dar. Ein kurzer einleitender Text beschreibt die Tiergruppe und was eben diese kennzeichnet. Neben dem deutschen Namen werden die Tiere auch mit dem wissenschaftlichen Namen vorgestellt.  Bei vielen Arten folgen noch einige Sätze mit interessanten Fakten. Eine Vebreitungskarte zeigt, wo wichtige Tiergruppen natürlicherweise leben.Im Anhang wird auf die Tiergrößen eingegangen. In einem tabellarischen Verlauf, welches alphabetisch angeordnet ist, findet der Leser den höchsten Wert, den ein normales Tier erreichen kann. Im Register können noch einmal die im Buch vorgestellten Tiere nachgeschlagen werden.

Der Hauptzweck dieses Buches ist, die Vielfalt an unterschiedlichen Tieren, die auf der Erde leben, dem Leser vorzustellen. Daher bekommt man durch die vielen Zeichnungen einen guten Überblick, wie sich die jeweiligen Tiere in einer Tiergruppe voneinander unterscheiden und was die besonderen Merkmale sind. Die Informationen zu den jeweiligen Tieren sind relativ kurz gehalten und bedürfen weiterer Nachforschungen.

 Das große Ravensburger Buch der Tiere bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Tieren auf unserer Erde.

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Nele Moost und Annet Rudolph – Alles erlaubt? oder immer brav sein – das schafft keiner!

Das Bilderbuch Alles erlaubt? vom kleinen Rabe Socke erscheint nun bereits in der 19. Auflage. Ein Bilderbuchklassiker, der sich auf Regeln, Sich-Benehmen-Können und Bravsein konzentriert. Das Buch eröffnet mit einem Fest, bei dem es für alle Tiere das Lieblingsessen aller Kinder serviert wird: Spaghetti! Eine perfekte Gelegenheit, um auf Tischmanieren zu sprechen zu kommen. Schon bald endet das schöne Fest in einem Streit. Als der Hase dann zu bedenken gibt, dass Bravsein ziemlich schwer ist, macht sich der kleine Rabe auf den Weg, um sich bei seinen Freunden nach dem Bravsein zu erkundigen. Doch so recht weiß keiner was alles zum Bravsein dazugehört, außer natürlich dem Hasen. Mit ihm erstellt der Rabe eine ellenlange Liste, die es dann auswendig zu lernen gilt. Schließlich hat Rabe in ein paar Tagen Geburtstag und hofft, dass sein Alptraum nicht in Erfüllung geht und er stattdessen ein „Nix-ist-verboten-Fest“ feiern darf.

Dieses Buch zeigt ganz viele Regeln auf, die man natürlich nicht unkritisch betrachten sollte. Es liefert jede Menge Diskussionsstoff, darüber welche Regeln Sinn machen und welche einfach nur unsinnig sind. Genau hier ist der Spaß dieses Buches begraben. Viele Kinder werden im Kindergarten und in der Grundschule mit vielen Regeln konfrontiert, sodass manchen auch der Kopf schwirrt. So können sie sich mit dem kleinen Raben sehr gut identifizieren.
Alles erlaubt? ist für den Einsatz im Unterricht für das Erstellen von Klassenregeln prädestiniert. Natürlich würden sich die Kinder über ein abschließendes Nix-ist-verboten-Fest sehr freuen, bei dem dann auch besprochen werden kann, was beim Einhalten oder eben auch Brechen der Klassenregeln geschehen könnte. Natürlich dürfen hierbei auch Einladungen von den Kindern verfasst werden 😉

Die Kinder werden dieses Buch lieben! Nicht zuletzt wegen der ungeschickten Versuche des kleinen Raben diese Regeln in seiner Umgebung einzuhalten. Da kommt schon die eine oder andere Regel durcheinander! Bitte-danke! 🙂

Ein witziges, freches und stark bebildertes Bilderbuch!

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Holde Kreul – Ich und meine Gefühle


Gefühle gehören zu uns, wie unsere Nasen oder unsere Hände. Das ist das wunderbare Schlusswort aus diesem Buch „Ich und meine Gefühle“ von Holde Kreul. Es verdeutlicht sehr schön, dass Menschen sowohl positive, als auch negative Gefühle haben. Doch nicht alle Emotionen darf man zeigen, sonst könnten sie andere Menschen verletzen. Ein hoch komplexes Thema, welches für Kinder heruntergebrochen wurde und von der studierten Psychologin sehr einfühlsam dargestellt wird.

Ein vorangestelltes Vorwort an die Erwachsenen, sensibilisiert sie für das Thema und zeigt die Komplexität dieses Themas auf. Kinder müssen lernen eigene Emotionen wahrzunehmen, die Gefühlswelt überhaupt erst kennen lernen und begreifen wie man mit ihnen verantwortungsvoll umgeht. Es wird explizit gesagt, dass dieses Bilderbuch Mut machen möchte, zu allen Gefühlen zu stehen und eigene Reaktionen zu überprüfen.

Der letzte Punkt, den ich auch sehr sinnvoll und für wichtig erachte, findet im Verlauf des Buches oft Erwähnung. Mädchen und Jungen freuen sich, toben, brüllen, weinen, schmusen, verkriechen sich. Sie sind auf ihre Geschwister eifersüchtig, stampfen vor Wut auf den Boden, erröten vor Scham, verteidigen sich, sind aufgeregt, zittern vor Angst und noch eine ganze Bandbreite mehr. Jede Seite ist einem Gefühl gewidmet und verdeutlicht auch illustrativ sehr gelungen die Gefühlsregung der jeweiligen Figuren. Beim Brüllen entgegnen dem Leser Blitze, die rote Farbe dominiert das Bild und die Körperhaltung ist angespannt und verkrampft. Die Gefühlsregung ist eindeutig und sehr präzise dargestellt.

Dieses Bilderbuch trägt zur Entdeckung der eigenen Gefühlswelt bei und zeigt, dass Gefühle zum „Menschsein“ dazugehören. Dieses Buch darf in keinem Kindergarten fehlen!

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Christine Nöstlinger – Das große Nöstlinger Lesebuch

„Du musst immer lernen. Nichts lernen geht nicht. Wenn du bei mir nichts lernen musst,
dann hast du hinterher gelernt, dass es Lehrer gibt, bei denen man nichts lernen muss!“ (S. 26)

Das Lesebuch von Christine Nöstlinger versammelt die schönsten Geschichten der berühmten Autorin – kurze und längere, vor allem aber überraschende Geschichten, voller Fantasie und Humor, die allesmt zu Klassikern wurden. Mit vielen Bildern so bekannter Illustratoren wie Jutta Bauer, R.S. Berner, Wolf Elbruch, Nikolaus Heidelbach, Janosch, Axel Scheffler und Philip Waechter.

Insgesamt erwarten 35 Geschichten den Leser, manche gehen lediglich über eine Seite, andere schon mal über  36 Seiten. So auch meine absolute Lieblingsgeschichte „Der Hund geht in die Schule“. Hierbei handelt es sich um einen Hund, der versehentlich in einer Schule Unterschlupf sucht und am darauf folgenden Morgen von dem Direktor aufgefunden wird. Dieser vermutet, dass der Hund der neue Lehrer sei und stellt ihn seiner Klasse vor. Der Hund steht nun vor der Aufgabe, den Schülern etwas beizubringen. Und da lebensnahes Lernen vor allem steht, nimmt der Hund die Schüler mit in einen Gemüseladen. Unterwegs hüpfen sie auf einem Bein, damit wäre Sport abgedeckt. Dann zählen sie das Geld und rechnen das Wechselgeld nach, womit Mathe auch abgehackt wäre. Verkehrserziehung durfte natürlich auf dem Weg in das Dorf ebenfalls nicht fehlen. Wie der Hund die Kinder zum individuellen Schreiben bringt und einen schönen Schreibanlass schafft, erzählen die nachfolgenden Seiten.

Die Geschichten werden zwischendurch mit einigen sehr gelungen Zeichnungen (S. 257) geschmückt und einigen eher wenig ansprechenden (S. 57). Auch die Tochter von Christine Nöstlinger, Christiana Nöstlinger, hat sich in diesem Buch mit einigen Illustrationen verewigt.

Ich habe es sehr genossen, die unterschiedlichen Geschichten von Frau Nöstlinger zu lesen. Themen wie Trotz, Freundschaft, Sorgen, Angst, Erziehung, Bildung, Streit oder Liebe sind in diesem Lesebuch vertreten. Bei allen Geschichten schwingt, typisch  Christine Nöstlinger eben, so ein bisschen ironischer Unterton mit.

Ein Lesebuch nicht nur für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen, die hier noch einiges lernen können 🙂


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Christine Nöstlinger – Wir pfeifen auf den Gurkenkönig

An einem Ostersonntag taucht auf dem Tisch der Familie Hogelmann ein Gurkenkönig auf. Von seinem Volk verjagt sucht er nun bei dieser Familie Asyl. Während die meisten Familienmitglieder dem grammatikgestörtem König kritisch gegenüberstehen, nimmt sich der Familienvater und sein jüngster Sohn ihm seelenrührend an und umsorgt und hegt ihn liebevoll. Die Familie zerfällt an diesem Eindringling immer weiter, die Eltern verbringen die Nacht in unterschiedlichen Zimmern, der älteste Sohn hat Probleme in der Schule und traut sich damit nicht zu seinen Eltern. Der Kumi-Ori ist der Streit in Person und so beschliessen die übrigen Familienmitglieder diesem Missstand ein Ende zu setzen…

Christine Nöstlinger hat erst vorgestern ihren 75. Geburtstag gefeiert. Von der mit jeglichen Preisen überhäuften Autorin habe ich bisher lediglich das Buch „Die feuerrote Friederike“ gelesen. Von dem Gurkenkönig habe ich lediglich gehört, jedoch nie selbst gelesen. Bis vor einer Woche!
Das Buch ist aus der Perspektive des ältesten Sohns geschrieben, „sein“ Schreibstil ist von einem Dialekt geprägt, bei dem man vor Namen sehr häufig einen Artikel entdeckt („die Martina hat gesagt…“). Da muss man sich  natürlich erst daran gewöhnen und aufpassen, dass man es am Ende des Buches nicht auch noch übernimmt. Mich persönlich hat die Geschichte rund um den Gurkenkönig eher weniger interessiert, obwohl seine Identität, mit den übertriebenen sprachlichen Fehlern, sehr gut herausgearbeitet wurde. Viel spannender fand ich die Familienprobleme, die Annäherung der Geschwister zueinander und die Schwierigkeiten von Wolfi in der Schule. Da mir der Kumi-Ori sehr unsympathisch war, erwischte ich mich nicht selten dabei, wie ich die Seiten, in denen es um den Gurkenkönig ging, übersprang. 😉 Frau Nöstlinger hat eine gewisse Portion Humor eingestreut, was einem auch mal ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat. Die Idee eine Gurke als Symbol für „Das Salz in der Suppe“ bzw. der Familie darzustellen, ist natürlich einzigartig.
Die zu der Sonderausgabe mitgelieferte CD, gelesen von dem Schauspieler Stefan Kaminski, ist sehr gelungen. Die Spannung wird erhalten, besondere Momente gekonnt hervorgehoben.

Ein etwas anderer Kinderbuchklassiker, den es durchaus zu lesen gilt.

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Philipp Winterberg und Lena Hesse – Ein Brief aus der Arche

Die Postraben Alexa und Max haben einen besonderen Auftrag: Sie müssen einen Brief zum unheimlichsten Ort der Welt bringen: dem Wrack der Arche Noah. Beiden ist gar nicht wohl bei dem Gedanken. Was für furchterregende Ungeheuer mögen dort wohl leben? Doch als sie an der alten Arche ankommen, erleben sie eine Überraschung und treffen auf Wesen, deren Vorfahren die Arche nicht verließen, weil sie sich vor allem und jedem fürchteten: die Furchtlinge. Da der endgültige Zerfall der Arche droht, suchen sie verzweifelt ein neues, sicheres Zuhause. Ob die Postraben helfen können? Eine phantastische Geschichte über Angst, Hilfe von Freunden und Fabelwesen, die es nicht gibt. Oder doch?

Die Rezension erfolgt bei diesem Bilderbuch aus zweierlei Sicht. Einmal aus meiner, erwachsenen Perspektive und dann aus der Perspektive von 7-9 Jährigen, denen ich wöchentlich Bilderbücher vorlese. Ich wurde auch dieses Mal vom Lena Hesses Talent überzeugt. „Ole kann nicht schlafen“ fand ich schon so grandios! Und hier erneut satte, kräftige Farben, die Abbildungen schon fast dreidimensional.  Vor allem die „schlotternden Flügel“ sind wahnsinnig gut gelungen, sie simulieren ganz realitätsnah die Bewegungen der Vögel in der Luft.

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Die Furchtlinge sind doch gar nicht so furchtbare Ungeheuer, sondern niedliche Fabelwesen, die Angst vor der unheimlichen Welt da draußen haben und sich so lieber in dem Wrack der Arche Noah verkriechen. Die Rettung naht und zwar in Gestalt der zwei Postraben, die sich zuerst vor dem Anblick der Furchtlinge erschrecken. Das Entsetzen beruht jedoch auf beiden Seiten. Für die Kinder war diese Begegnung der Höhepunkt in der Geschichte, obwohl dann ein sehr aufmerksames Kind angemerkt hat, dass man die Gestalt der Furchtlinge vorher besser nicht gezeigt hätte (s. S. 6). Dann wäre die Spannung auch viel größer gewesen 🙂 Mit dem Ende war der Großteil der Kinder nicht so wirklich einverstanden. Es fehlte den meisten an Abenteuer, sie erwarteten mehr von der Reise und waren von dem plötzlichen Ende leicht überrascht. Das war für mich der Punkt hier anzuschließen und die ganzen Ideen, die die Kinder hatten, verschriftlichen zu lassen. Das Bilderbuch spricht ein wichtiges Thema an: Angst, aber damit verbunden auch Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Mir war es aber auch ein Anliegen die Kinder für den „sichersten Ort der Welt“ zu sensibilisieren und sie darstellen zu lassen, wovor sie persönlich Angst haben und wer oder was ihnen diese Angst nehmen kann. Daraus sind grandiose Rollenspiele entstanden und die Kinder fanden das Bilderbuch am Ende doch „ganz schön“ 🙂

An das Lesen bzw. Vorlesen sollte ein Gespräch anschließen, um die Thematik gemeinsam näher zu beleuchten und den tiefliegenden Sinn genauer zu erarbeiten.

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Marion Goedelt – Guten Abend, gut‘ Nacht

Die beliebtesten Wiegen-, Abend- und Schlaflieder, stimmungsvoll illustriert von Marion Goedelt. Alle Lieder wurden speziell für dieses Buch eingesungen und auf Klavier und Gitarre eingespielt.

Insgesamt 14 Wiegen- und Schlaflieder wurden in diesem Buch zusammengefasst. Auf jeder Doppelseite wird dem Leser ein Lied präsentiert. Marion Goedelt hat die Lieder wunderbar interpretiert und fabelhafte, einfache Zeichnungen gezaubert. Wie das Titelbild es schon verrät, sind Schafe das leitende Motiv in diesem Buch. Mal auf der Schaukel, im Turm, schlafend unter einem Bäumchen oder einfach im Bett. Sie sind auf jeder Doppelseite zu entdecken.

Das jeweilige Lied ist mit Noten und Gitarrengriffen abgebildet und befindet sich ebenfalls auf der beiliegenden CD. Eingesungen wurden die Lieder allesamt von Monika Ballwein, die eine extrem hohe Stimmlage hat und man unmöglich mitsingen kann. Denn man muss jedes Mal enttäuscht feststellen, dass man stimmlich einfach nicht so hoch kommen kann. Umso erfreuter war ich zu jedem Lied eine Playback-Version vorzufinden, zu der man in seiner eigenen Stimmlage singen kann. Allerdings wäre es praktischer gewesen, alle Karaoke-Versionen nach den eingesungenen Liedern vorzufinden, um den Kindern das durchgängige Hören der Lieder zu ermöglichen. Mein „All-time-favourite“ Weißt du, wie viel Sternlein stehen ist natürlich auch dabei, genauso wie andere traditionelle Lieder wie z.B. Guten Abend, gut‘ Nacht, Der Mond ist aufgegangen, Schlaf, Kindchen, schlaf.

Ein schönes Geschenk, welches hoffentlich einige ruhige und selige Abende bescheren wird.


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Karl Rühmann und Martina Badstuber – Die Unfug-Feen

Für die Feen ist heute ein ganz besonderer Tag, denn heute dürfen sie so richtig Unfug treiben und brauchen keine Wünsche zu erfüllen. Dies ist der schönste Tag im Jahr! Und so machen sich die beiden Feen Linelotte und Tinaklara zu der kleinen Lisa  auf den Weg und bringen ihren Tag so richtig durcheinander. Auf einmal schaukelt das Bett wie wild, ihre Hausschuhe rasen ihr auf einmal davon und sogar das Frühstück macht sie selbstständig. Dieser Unfug muss ein Ende haben! Und so wendet Lisa einen Trick an, der sogar die frechen Unfug-Feen überrascht…

Eine Thematik, die alle Kinder anspricht: Unfug treiben!  Kinder spielen gerne Streiche, verstecken sich oder machen gerne Sachen, die nun einmal verboten sind, um ihre Grenzen auszutesten. So werden sich die meisten Kinder und vor allem Mädchen mit diesen Feen identifizieren können. Die Streiche der Feen sind nie böswillig, sondern in der Tat sehr amüsant und erheiternd. Die Wortverdrehungen bringen die zusätzliche Würze, denn aus Zauberstab wird schon einmal gerne ein Stauberzab oder aus verzaubert zervaubert. Das regt Kinder zu Experimenten mit Sprache ein und ist eine willkommene Abwechslung, auch mal mit Sprache Unfug treiben zu dürfen.

Die Bilder dieses Bilderbuchs sind nicht allzu überladen. Es werden die Gegenstände, die wichtig für die Handlung sind, in den Vordergrund gestellt. Knallige Farben setzen die richtigen Akzente.

Achtung Spoiler! (zum Lesen bitte Markieren) Lediglich Lisas Trick die Feen einzufangen, empfand ich als etwas gewaltsam.Ende 

Ein sprachspielerisches und lustiges Buch für Mädchen!

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Nicolas Ancion und Annette Boisnard – Ferdinands fantastischer Schulweg

Wie jeden Morgen packt Ferdinand seine Schultasche, es muss alles mit, auch sein flauschiges Kuscheltier. Schließlich muss er für seinen Schulweg gewappnet sein. Ferdinands Schulweg ist nämlich sehr aufregend. Jeden Tag begegnet er den schlimmsten Ungeheuern, überwindet die tiefsten Schluchten, verzaubert schöne Prinzessinnen, segelt auf seinem Piratenschiff durch einen wilden Sturm und noch so einiges mehr! Der Schulweg ist halt fantastisch oder ist es doch nur alles aus Ferdinands Fantasie entschlüpft?

Dieses Bilderbuch lebt von seinen Illustrationen. Der kleine, niedliche Ferdinand mit dem überdimensionalen Kopf trottet seinen Schulweg entlang und es sieht alles so wunderbar „normal“ und friedlich aus. Eine alte Dame spaziert mit ihrem Hund, doch schwups hat man die Seite umgeklappt, wird aus dem Hund ein furchterregender, stacheliger Drachen, den es nun zu besiegen gilt. Auf jeder Doppelseite entdeckt der Leser eine erst gewöhnliche Szene, die beim Umblättern eine wahrhaftige Überraschung inne hat. Ferdinand ist natürlich mittendrin und rettet die Welt, immer in passender Verkleidung. Man kann die Seiten ellenlang betrachten und man entdeckt auch nach dem fünften Lesen bzw. Betrachten immer wieder neue Details. Den Kindern macht es Spaß Vermutungen zu äußern, welches Abenteuer denn nun dieses Mal auf Ferdinand wartet.

Dieses Bilderbuch ist so richtig schön fantastisch!

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