Karen McGhee – Das große Ravensburger Buch der Tiere

„Dieses umfassende und mit über 3000 farbigen Bildern reich illustrierte Standardwerk zeigt und erklärt die Vielfalt und den Artenreichtum der Tierwelt unserer Erde. Der übersichtliche Aufbau nach Tiergruppen, die fundierten Informationen und die erstklassigen Illustrationen machen das große Buch der Tiere zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.“

Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis stellt die sieben großen Unterteilungen in Die Welt der Tiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und wirbellose Tiere dar. Das Tierlexikon ist reich bebildert und verdeutlicht anhand von Zeichnungen und Fotos das Jagdverhalten, die unterschiedlichen Gattungen, bedrohte Tierarten, wissenswerte Eigenheiten und einige weitere Informationen dar. Ein kurzer einleitender Text beschreibt die Tiergruppe und was eben diese kennzeichnet. Neben dem deutschen Namen werden die Tiere auch mit dem wissenschaftlichen Namen vorgestellt.  Bei vielen Arten folgen noch einige Sätze mit interessanten Fakten. Eine Vebreitungskarte zeigt, wo wichtige Tiergruppen natürlicherweise leben.Im Anhang wird auf die Tiergrößen eingegangen. In einem tabellarischen Verlauf, welches alphabetisch angeordnet ist, findet der Leser den höchsten Wert, den ein normales Tier erreichen kann. Im Register können noch einmal die im Buch vorgestellten Tiere nachgeschlagen werden.

Der Hauptzweck dieses Buches ist, die Vielfalt an unterschiedlichen Tieren, die auf der Erde leben, dem Leser vorzustellen. Daher bekommt man durch die vielen Zeichnungen einen guten Überblick, wie sich die jeweiligen Tiere in einer Tiergruppe voneinander unterscheiden und was die besonderen Merkmale sind. Die Informationen zu den jeweiligen Tieren sind relativ kurz gehalten und bedürfen weiterer Nachforschungen.

 Das große Ravensburger Buch der Tiere bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Tieren auf unserer Erde.

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Dagmar Hoßfeld – Conni, Mandy und das große Wiedersehen

Die Klasse 6a wird von ihrer Lehrerin, Frau Lindwurm aka „the dragon“ mit einer aufregenden Neuigkeit überrascht. Ein Gegenbesuch in England steht an! Conni freut sich riesig endlich ihre Austauschschülerin Mandy wiederzusehen. Jeder bekommt die Aufgabe eine Liste mit 10 To-do bzw. To-see Punkten zu erstellen. Die Vorfreude ist riesig!
Ganz auf sich alleine gestellt in einem fremden Land… Auch der Ausflug nach London birgt so einige Abenteuer. Da wäre die Unberechenbare „tube“, das schreiende Kind bei Mandy zu Hause und das Liebeswirrwarr mit Phillip. Die Abschlussparty scheint perfekt, um herauszufinden ob Phillip sie denn nun auch mag…

Dieser Band ist die Fortsetzung von „Conni and the exchange student“ und Conni wird in diesem Band nun langsam erwachsen. Das Thema „Verliebtsein“ rückt immer deutlicher in den Vordergrund. Die Beschreibungen von Brighton und teilweise von London sind für diejenigen, die die beiden Städte besucht haben, eine Wonne. Man hat die Pier mit ihren Spielzeugautomaten vor Augen, die faszinierende Hauptstadt mit all ihren Besonderheiten. Die Beschreibungen der ganzen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten von England (Eurotunnel, Pfund, Guardwechsel etc. ) fand ich jedoch zeitweise übertrieben lehrreich. Sie wurden nicht wirklich in die Geschichte eingeflochten, sondern wirkten zu sehr aufgesetzt. Es las sich manchmal wie ein Lexikoneintrag und störte den Erzählfluss. Nichtsdestrotz ist die Handlung immer spannend gewesen, die ganzen Missgeschicke und Turbulenzen haben eine Prise Witz in die Geschichte gebracht.
Hier ist sich die Autorin wieder treu geblieben und hat die lustigen Deutsch-Englisch-Mischmasch-Phrasen miteingebunden, die Jedem ein Schmunzeln abverlangen werden.

Eine Kaufempfehlung für alle Mädchen ab 10, denen ein Austausch bevorsteht oder als Anregung für die Entscheidung dafür.


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Jutta Wilke – Holundermond

„Wie verwunschen wirkt das Kloster im sanften Licht des Mondes. Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist. Entschlossen, das Rätsel zu lösen, stellt sie sich zusammen mit ihrem Freund Flavio den dunklen Kräften des Klosters entgegen.“

Nele ist 12 Jahre und muss die Trennung ihrer Eltern hautnah miterleben. Für sie bricht eine Welt zusammen und als ihr Vater, Jan, auch noch auszieht, scheint Nele die Situation nicht verkraften zu können. Sie gibt ihrer Mutter die alleinige Schuld, allein der Gedanke ihre Sommerferien bei Jan zu verbringen, tröstet sie. Doch als sie erfährt, dass das Ganze ins Wasser zu fallen droht, weil ihr Vater als Kunsthistoriker nach Wien bestellt wurde, um das mysteriöse Verschwinden von religiösen Gegenständen aufzudecken, bricht für sie die Welt zusammen. Kurzerhand packt sie ihren Rucksack und versteckt sich in Jans Auto. Als Jan ihr auf die Schliche kommt, sind sie bereits in Wien angekommen und beziehen zwei Zimmer in der Pension Holle, wo sie Flavio kennen lernt. Flavio ist der Sohn eines italienischen Cafebetreibers, äußerst neugierig und wissbegierig, nur seinen Geschichtslehrer Dr. Holzer kann er gar nicht leiden.
Nele und Flavio erleben so einige Abenteuer und geraten auf ihrer rasanten Spurensuche nicht zu selten selbst in Gefahr …

Der Titel des Buches Holundermond hätte treffender nicht sein können. Der Holunder hat magische Kräfte, die in diesem Buch auch ab und an zum Tragen kommen. Die Äste des Holunderbaums stellen sehr schön die ganzen Verzweigungen und Irrwege dar, die die Suche nach den Kirchendiebstählen mit sich bringt. Die Ereignisse im Buch überschlagen sich und obwohl sehr früh klar ist wer der Bösewicht ist, kehren unerwartete Personen ins Bild, die man als Leser nicht vorhersehen konnte. Das trägt zur Aufrechterhaltung der Spannung bei und das glücklicherweise bis zur letzten Seite. Die Beschreibung der Pension Holle empfand ich persönlich fantastisch, man konnte sich das genau vor seinem inneren Auge vorstellen, die Wandmalereien, der Duft des Kakaos, der Holunderbaum. Wie gerne wäre ich in so einem familiären und behaglichen Örtchen 🙂
Die Charaktere sind wunderbar dargestellt worden, man konnte ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen. Nebenbei erfährt der Leser so einiges über Geschichte, Kirchen und die Zustände des Jahres 1783. Hier und da habe ich schon gestutzt und konnte einiges nicht nachvollziehen, aber es hat dem Ganzen keinen Abbruch getan:

Achtung Spoiler! (zum Lesen bitte markieren)
Dieser Gedankenblitz von Nele bezüglich des Aufenthaltsortes ihres Vaters, war etwas seltsam, sie hätten ihn ja auch durch Zufälle finden können, denn sie waren ja eh auf der Suche nach den Schätzen… Weshalb konnte Samuel dann doch mit Johanna durch das Bild?

Was macht für mich ein gutes Buch aus? Wenn ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlinge und bereits nach den ersten Seiten denke: Wow! Mehr davon! Genau das war hier der Fall.
Auch Kinder und Jugendliche werden dieses Buch lieben, denn es ist auf Spannung, Fantasy, Rätsel und viel Abenteuer aufgebaut. Frau Wilke, wann gibt es das nächste Buch? 🙂

Holundermond ist ein super Griff für Kinder, Jugendliche und auch jung gebliebene Erwachsene!

Carlo Collodi (Mario Grasso) – Die Abenteuer des Pinocchio

„Die Geschichte von Pinocchio zählt zu den beliebtesten Klassikern bei Jung und Alt. Der freche Holzjunge, der sämtliche gut gemeinten Ratschläge der Erwachsenen in den Wind schlägt und sich immer weiter in Lügen verstrickt, ist durch seine lange Nase zu einer der bekanntesten Kinderbuchfiguren geworden. Mario Grasso hat Pinocchios Abenteuer von Carlo Collodi neu übersetzt und sie mit wunderbaren, farbenfrohen Illustrationen versehen, sodass die fantastische Welt zum Leben erweckt wird.“

Pinocchio, ein frecher Holzjunge, der seinen eigenen Sturrkopf besitzt; manche würden sogar behaupten, er hat gar einen Holzkopf. Er ist jedoch auch naiv, schelmisch, trotzig, aufmüpfig, ein notorischer Lügner und manchmal auch witzig. Bei jeder Lüge wird seine Nase ein Stück länger und länger.  Pinocchio erlebt so einiges an Abenteuern und lernt leider nur sehr langsam aus seinen Fehlern, auf die Ratschläge der anderen hört er nie. So kommt es häufig vor, dass er sich von einem Elend ins nächste stürzt und immer wieder auf den Kopf fällt. Diese Untaten bleiben jedoch nicht unbestraft, sein Vater Geppetto überlegt sich so einige Strafen. Doch sind diese auch wirklich angemessen und bringen sie den gewünschten Erfolg? Pinocchios größter Wunsch ist es ein normaler Junge zu werden, doch ist das realisierbar? Könnte ihm gar die Fee mit den blauen Haaren dabei helfen? Und was haben Eselsohren mit der Verwandlung zu tun?

Ein Kinderbuchklassiker mit dem ich aufgewachsen bin und es war eine Freude dieses Buch noch einmal zu lesen, denn so einige Missetaten hatte ich gar nicht mehr im Kopf. Die Gestaltung dieses Buches ist toll, der Einband aus Leinen verspricht so einige Lesejahre zu überstehen. Auch die Blätter an sich sind etwas fester und haben einen gelblichen Ton, welches das Buch noch eine Note edler erscheinen lässt. Die Abenteuer sind in 36 Kapitel unterteilt, im Inhaltsverzeichnis werden die Geschehnisse des jeweiligen Kapitels noch einmal kurz zusammengefasst. Die Illustrationen sind farbenfroh und sehr sauber ausgestaltet, sodass ich manchmal den Eindruck habe, die Zeichnungen wirken etwas starr und leblos, was jedoch der Geschichte von Pinocchio sehr nahe kommt.

Dieses Thema wird immer aktuell bleiben, so lange es Kinder gibt. Jedes Kind und damit auch die Eltern durchleben diese Trotzphase, die in der Entwicklung jedes Kindes nun mal ansteht, bei manchen ist es weniger, bei anderen mehr ausgeprägt. Aus jedem Abenteuer Pinocchios kann der Leser eine Lehre ziehen und sehen wie man sich eventuell nicht verhalten sollte. Dieses Buch bietet so vieles, dass es in keinem Kinderzimmer fehlen darf! Es ist nicht umsonst zum Kinderbuchklassiker geworden!

Eine wunderbare Ausgabe von Pinocchio! Unbedingt kaufen und lesen!

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Christoph Marzi und Monika Parciak – Helena und die Ratten in den Schatten

Klappentext:

„Du musst vorsichtig sein“, warnen die anderen Kinder Helena. „Da sind Ratten in den Schatten.“ Und vor denen, das weiß jeder in der Stadt mit den schiefen Dächern und den Zäunen wie spitze Zähne, muss man sich in Acht nehmen.
Sie stehlen das Licht aus den Lampen, sagt man. Und entführen alle, die sich in die Schatten verirren. Doch mit der Zeit vergisst Helena die Geschichten von den Ratten. Bis zu der Nacht, in der Chico, ihr Stoffäffchenfreund, vom Fensterbrett fällt – mitten hinein in den wilden Garten und die schwärzeste Dunkelheit. Da beschließt Helena, dass man manchmal mutig sein muss. Ganz allein macht sie sich auf den Weg, um herauszufinden, was wirklich in den Schatten ist.

Inhalt:

Helena und ihre Eltern sind neu in die Stadt gezogen und werden von allen Mitbewohnern dieses Städtchens vor den Ratten in den Schatten gewarnt. Sie solle niemals in die Schatten gehen, denn dann werden sie einen holen, so die Lehrerin. Denn alles was in den Schatten lebt, ist böse. Es sind nicht nur Zeitungen und Katzen, sondern sogar  Kinder und Erwachsene von den Schatten verschluckt worden. Doch mit der Zeit vergisst Helena all diese Geschichten, doch eines abends als ihr Stoffäffchen Chico von der Fensterbank hinunter in die Dunkelheit fällt, holen Helena diese Geschichten wieder ein. Doch Helena ruft sich in Erinnerung, dass man im Leben auch mal mutig sein muss und begibt sich in den Schatten auf die Suche nach ihrem Äffchen. Dabei lernt sie, dass im Leben manches doch mehr Schein als Sein ist und man sich nur was trauen muss.

Meinung:

Der „graphic novel“ besticht zuerst mit seinen wunderschönen Illustrationen, die aus der Hand der überaus begabten Monika Parciak stammen. Als Leser hat man das Gefühl, man würde sich nicht nur die  Bilder anschauen, sondern es läuft vor dem inneren Augen ein ganzer Film ab.  Aber auch die Geschichte und ihre Botschaft kann da durchaus mithalten. Der junge Leser erfährt, dass man nicht alles glauben sollte was man hört, sondern auch mal selbst hinaus in die dunkle und einem noch vielleicht unbekannte Welt gehen und eigene Erfahrungen machen sollte. Eine Geschichte über  Angst, Mut, Freundschaft, Neugier und Vertrauen, die am Ende eine Überraschung aufdeckt, mit der man nicht unbedingt gerechnet hätte.

Die Schrift ist ebenso verspielt, wie die Zeichnungen. Kommt das Wort „schief“ vor, da wird das auch schief geschrieben, das Wort „groß“ wird dann ebenfalls groß geschrieben und manche Zeilen machen gerne mal einen Bogen. Innovativ und für den Leser sehr erfrischend.

Das empfohlene Lesealter von 9 -11 Jahren würde ich grundsätzlich jedoch einhalten, weil die Geschichte den Kindern doch Angst einjagen könnte, da wären z.B. diese weit aufgerissenen Augen, an die man sich zuerst gewöhnen muss. Auch würde ich von diesem Buch als eine Gutenachtgeschichte abraten, vor allem wenn das Ende des Buches nciht an demselben  Abend aufgedeckt wird.

Fazit:

Ein außergewöhnlich schön illustriertes Kinderbuch mit einer ebenso gewichtigen Botschaft. Eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Bewertung:


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