Jutta Degenhardt und Lars Baus – Die zauberhafte Wortverlosung

„Das sind alles Zauberworte“, erklärt Oma.
„Ich habe sie irgendwo gefunden und mitgenommen. Wenn ich sie lese, dann fliegen meine Gedanken los und jedes Wort führt mich an einen anderen Ort.“

Helenes Oma sammelt Wörter und legt sie sorgfältig in einer Wortsammlung ab. So ist das Los mit dem Wort „Niete“ für sie dennoch bedeutend, auch wenn sie nichts gewonnen hat. Es ist eine Erinnerung an eine gemeinsame Aktivität mit ihrer Enkelin. Helene ist ganz begeistert von dieser Idee und baut kurzerhand eine „Wortverlosung“ auf. Sie schreibt Wörter auf kleine Zettel, die sie einrollt und in Gummis wickelt. Passanten dürfen sich ein Zauberwort aussuchen und schon tauchen wir mit den Menschen in ihre Welt der „Wort-Assoziation“ ab.

Das verliebte Pärchen denkt bei dem Wort „Glut“ an ein Lagerfeuer mit Glut und Wärme. Ein Kind zieht das Wort „Glöckchen“ und schon stehen wir als Leser in einem warmen Wohnzimmer voller Weihnachtszauber. Das helle Klingeln des Glöckchens und das Schimmern der Kerzen erzeugen eine ganz wunderbare Atmosphäre.

Dieses Bilderbuch ist eine Odé an die Macht der Wörter und der Fantasie. Diese expressiven Bilder von Lars Baus evozieren eine unendliche Magie, um im unendlichen Chaos der Kreativität zu navigieren oder auch sich zu verlieren. Es bietet viel Guck-, Interpretations- und Diskussionsstoff. Thematisch lädt es regelrecht seelenvoll dazu ein, um dem Wortsinn hinterher zu jagen. Spannend wird es natürlich dann, wenn ein Wort viele unterschiedlichen Gedanken, Erinnerungen oder Assoziationen hervorruft.

Der Einsatz in der Unterrichtspraxis ist bereits in der Schuleingangsphase möglich, wenn Kinder nach dem Vorlesen des Bilderbuchs animiert werden, ihre Lieblingswörter aufzuschrieben und in eine Wortsammlung zu werfen. Eine künstlerische Ausgestaltung zu den Wörter auf Papierröllchen bietet sich ebenfalls an. Hierzu bietet das Bilderbuch auf der letzten Doppelseite ein wunderbares Add-On an, wo Kinder sich ein Zauberwort aussuchen dürfen.

(Amazon-Link)

„Adjektive erforschen“ – Arbeitsheft zum Bilderbuch „Der Wortschatz“

Das Arbeitsheft „Adjektive erforschen“ zum Bilderbuch „Der Wortschatz“ von Rebecca Gugger  wurde für die Jahrgänge 2 und 3 konzipiert und legt den Fokus auf die Erforschung von Adjektiven. Nach einer Übersicht zu den Merkregeln, können die Schülerinnen und Schüler selbstständig mit dem Arbeitsheft arbeiten.

Thematisch orientieren sich die Aufgaben immer an dem Bilderbuch. Die Lehrkraft kann entsprechend den Vorkenntnissen ihrer Lerngruppe die Angebote zusammenstellen. Ein Lösungsheft wurde dem Material zu Selbstkontrollzwecken beigelegt. Bei den Aufgabenformaten erproben sich die Schülerinnen und Schüler im angeleiteten Erweitern von zusammengesetzten Adjektiven, beschreiben die Hauptfigur mit vielen Adjektiven, erfinden eigene zusammengesetzte Adjektive und setzen diese gestalterisch-kreativ in Bildsprache um.

Aus dem Inhalt:

  • Adjektive finden
  • Eigenschaftswörter steigern
  • Vergleichsstufen
  • Zusammengesetzte Adjektive
  • neue Wortkreationen
  • spielerischer Umgang mit Sprache

Lorenz Pauli und Kathrin Schärer – 3 freche Mäuse

3 freche Mäuse

Während Mama Maus ganz schwarz und der Papa ganz weiß ist, sind ihre Kinder gefleckt. Die eine Maus hat ein E auf dem Rücken, die andere ein I und das dritte Kind ein N. So wurden sie auch nach ihrem Buchstaben benannt. Auf ihren Abenteuerreisen entdecken sie so manche Schriftzüge, die sie gekonnt und gewitzt durch ihren eigenen Buchstaben ersetzen. So entsteht aus „Haus zu verkaufen“ schnell „Hans zu verkaufen“ (siehe Bild unten). Sie verändern so Speisekarten, Schilder, Aushänge und können sogar zu dritt ein eigenes Wort erstellen (oder doch zwei?).

In der zweiten Geschichte versuchen Tiere 12 Goldstücke gerecht aufzuteilen. Bei dieser Zählgeschichte geht es um die Mengenaufteilung, das Dividieren und Nicht-austricksen-lassen.

Die Propellerfee hat 10 Wünsche zu vergeben. Doch leider ist ihr Propeller so laut, dass sie aus allen Wünschen etwas ganz anderes herbeizaubert, als die Wunschperson es sich gewünscht hat. Aus Pferd wird Herd, aus Schloss ein Ross. Wie gut, dass das Wunschkind bald den Dreh raus hat und sich was ganz Neues einfallen lässt, um sich bei der Propellerfee Gehör zu verschaffen.

Jedes Pädagogen-Herz wird bei diesem Buch höher schlagen! Mit viel Sprachwitz und -spielerei gelingt es Lorenz Pauli, der mich schon mit „mutig, mutig“ mehr als begeistern konnte, mit einfachen Erzählungen speziell für Leseanfänger das Mitdenken und das antizipierende Lesen zu fördern. Als Leser kommt man nicht umhin bei den Schriftzügen zu überlegen, welche Maus sich an welcher Stelle des Aushangs platziert oder wie die Goldstücke nun doch gerecht verteilt werden. Die Seiten sind spärlich beschriftet und mit großer Schriftart abgedruckt, also perfekt für Leseanfänger zur Selbstlektüre geeignet.

Dem Charme der doppelseitigen Illustrationen von Kathrin Schärer – mit Schwung, Dynamik und verspieltem Bezug zum Text gezeichnet – kann man sich nicht entziehen. Mit vielen Grautönen und gedeckter Farbauswahl, schafft sie es die Kernaussage des Textes gekonnt in Bildern umzusetzen.

Mit diesen Geschichten lässt sich wunderbar in der Praxis arbeiten: mit ausgeschnittenen Buchstaben in Mausform Wörter oder Sätze verändern, unterschiedlich viele Goldstücke an verschiedene Tiere „gerecht“ verteilen oder auch selbst einen Wunschzettel mit 10 Wünschen erstellen. Und vielleicht das passende Reimwort zum Wunsch finden?

3 freche Mäuse

Material

Drei Mäuse stehen zum Ausschneiden und Experimentieren bereit:

3 freche Mäuse_Wortspiele

Einfallsreich, pädagogisch wertvoll und sprachlich verspielt.

bei amazon.de