Julia Dürr – Wo kommt unser Essen her?

Rezension

Das Buchcover ist bereits absolut begeisterungsfähig, denn es zeigt aus der Kinderperspektive, woher für sie das Essen kommt: schlicht und einfach aus dem Kühlschrank. Doch welchen Weg und Verarbeitungsprozess hat die Ware hinter sich, bis sie dort landet?

Die Autorin Julia Dürr fuhr quer durch Deutschland und besuchte Apfelhöfe, Milchhöfe, Bäckereien, Schlachtbetriebe, Gemüseanbauorte und Hühnerställe, ließ sich die Herstellung zeigen und machte sich Notizen und Skizzen für dieses großformatige Bilderbuch. Herausgekommen ist ein großer Bildband, mit einzelnen Beschriftungen versehen, der uns einen Einblick gewährt, wie es hinter den Kulissen und im Inneren aussieht. Nach der Darstellung des Betriebs, erfolgt die Beschreibung der Vorgehensweise, Hinweise zu Hilfswerkzeugen und dem gesamten Ablauf. So erfährt der Leser, dass Kühe in Milchbetrieben an Melkroboter angeschlossen werden und es dort automatische Kuhbürsten gibt.

Die Erklärungstexte sind leicht verständlich, jedoch auf der Seite ganz schön verteilt, sodass es einer Bündelung bedarf. Die Leseart ist nicht für alle Kinder einfach und braucht Eingewöhnung. Am ertragreichsten ist das Lesen dieses Buchs in Gemeinschaft und festigt sich erst durch Kommunikation und Austausch.

Die Illustrationen von Julia Dürr begeisterten mich schon in „Flitze-freche Zungenbrecher“ und auch hier passen die gediegenen Naturfarben sehr gut zur Thematik. Dabei werden manchmal große und kleine Betriebe gegenüber gestellt. Bei Brot wird ein Einblick in eine Backstube und eine Backfabrik gewährt, bei Fleisch in einen Hof und in einen Schlachtbetrieb, bei Apfel in eine Streuobstwiese und in eine Apfelplantage. Auch für Erwachsene ist es spannend zu erfahren, wie es im Fischerboot aussieht und wie so eine Fischfarm im Meer aufgebaut ist.

Fischfarm-Fische werden im Becken geboren.
Dort werden sie geimpft, damit sie später nicht krank werden.

Die Autorin regt dazu an, sich die Verpackungen genau anzuschauen. Sie gibt Tipps, wie in Detektivarbeit die Codes, Abkürzungen und Adressen entschlüsselt werden können. Die Adresse verrät, ob der Apfel einen weiten Weg hinter sich gebracht hat, die Webseite, ob die Tomaten in Erde oder Substrat gewachsen sind. Auch immer mehr QR-Codes geben Auskunft über die Herstellungsart und ob der Fisch aus einer Aquakultur kommt oder im Meer gefangen wurde. Für den letzten Satz, möchte ich schlussendlich Werbung machen, denn es heißt:

Ganz viel über dein Essen erfährst du auch, wenn du es selbst anpflanzt.

Blick ins Buch

Fazit

Modernes Sachbuch mit wertvollen Einblicken, verpackt in tolle Skizzen.

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Leonore Geißelbrecht – Tafener – Die Früchte-Detektive

Das vierte Band zur erfolgreichen Detektive-Reihe erscheint zum Thema „Früchte“. Am Anfang steht der Apfel und am Ende die Zitrusfrucht. Hier wird die gesunde Ernährung in den Fokus gerückt und in 4 Kapiteln auf die jeweiligen Früchte eingegangen. Unter „Obstgartenfrüchte“ verbergen sich u.a. Birne, Kirsche und Quitte. Hagebutte und Holunder tauchen unter „Wilde Heckenfrüchte“ wieder auf. Doch auch  Bananen, Kiwis und Weintrauben finden unter „Früchte aus dem Süden“ Erwähnung.

Die Autorin selbst bezeichnet das Buch als „eine Fundgrube an Verwertungs-Ideen“. Das Buch animiert auch zum Beobachten, Verändern, Untersuchen, Fantasieren, Toben, Spielen und Staunen.

Als Einführung jeder Früchteart wurde ein Steckbrief verfasst, der die wichtigsten Informationen übersichtlich darstellt. In Form von Notizzetteln werden die Besonderheiten kurz aufgeführt, wie z.B. die Eigenschaften und Taktiken der Pflanze, ihre Anpassungsfähigkeit, Verwandschaft, Wirkung und Ursprung. In den Aktionen werden diese Besonderheiten mit allen Sinnen erfasst, mit kleinen Experimenten selbst entdeckt und spielerisch vertieft. Die jeweiligen Kapitel werden mit Werk- und Bastelanregungen oder einfachen Rezepten, Geschichten, Reimen und Liedern ergänzt.

Im Frühjahr erwacht die Natur zum Leben. Es verändert sich so viel, dass diese Wunder zum Forschen herausfordern. Dieser Lernfreude wird in diesem Detektiv-Buch Rechnung getragen und der Inhalt auf sehr einfache Weise dargestellt, so dass es für jeden Laien verständlich ist. Ob das Basteln einer Apfellaterne, das Züchten einer Flaschenbirne, das Vorbereiten und Nähen eines Kirschkernkissens oder die Veranstaltung einer Spuckolympiade; die Ideen sind herrlich erfrischend und leicht umsetzbar. Besonders gut gefallen mir die Bastelideen zu den jeweiligen Obstsorten. Als Kind musste ich in der Schule mit jeglichen Obst- und Gemüsesorten etwas Witziges und Kreatives basteln. Dieses Buch bietet hierzu tolle Beispiele, die alle durch bunte Zeichnungen veranschaulicht werden. So wird aus einer Birne ein Igel, aus Hagebutte ein Augenverdreher und aus einer Zitrone ein Tintenfisch.

Der sehr umfassende Umgang mit den unterschiedlichen Früchten erweitert das Wissen der Kinder und ganz nebenbei wird die Lust auf den Verzehr des gesunden Obstes angeregt. Bereits beim Durchblättern wird der Tatendrang geweckt und die Lust auf das Pflanzen und Erforschen entfacht.

 

 

Ein kreatives Praxisbuch für den Kindergarten, Ganztag oder Grundschule mit einem großen Spaßfaktor und viel Fantasie.

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