Christina Steinlein und Mieke Scheier – Ohne Wasser geht nichts!

Rezension

Aktuelle Sachbücher haben ein Konzept und tragen Fakten zusammen, die von Illustrationen getragen werden. Es ist nicht mehr die reine Wissensaneignung, sondern ein Netz, das tiefes Eintauchen in die Materie ermöglicht. Dieser Zug der Kinder an Sachbücher gelingt durch faszinierende, teils ungewohnte Darstellungen und vor allem eine mitreißende und gut verständliche und nachvollziehbare Erzählstimme. So können Themen aufbereitet werden, die nicht als erstes auf der Wunschliste von Kindern stehen. Sachbücher dürfen also Spaß machen und dass sie zusätzlich sachlichen Kriterien standhalten, zeigt uns die studierte Gewässerökologin Christina Steinlein.

Mit Ohne Wasser geht nichts! gelingt ihr ein Rundumschlag zum Thema. Es ist so breit aufgestellt, dass kaum ein Bereich unerwähnt bleibt. Das handliche Format und die durchdacht aufgeteilten Seiten, überladen jedoch zu keinem Zeitpunkt. Da die Themen in sich abgeschlossen sind, kann das Buch auch zwischendurch zur Seite gelegt werden, um die Informationen verarbeiten zu können.

Schließlich ist Wasser überall und lebensnotwendig, das verrät schon der Titel in einer konstitutiven Tonlage. Es ist die Grundlage des Lebens. Auch das ist Fakt. Wir brauchen es zum Kochen, morgens im Bad, begegnen es in Urlauben und sogar in uns finden wir Wasser und brauchen eine regelmäßige Zufuhr. „Wir sind Wasser“, könnte auch der Titel des Sachbuchs lauten. Vielleicht würde dann der Verantwortungsgedanke dem wertvollen Gut gegenüber auch steigen. Im Verlauf des Sachbuchs werden nämlich auch die Stolpersteine ersichtlich, mit denen sich die Menschheit beschäftigt, um die wichtigste Ressource zu bewahren. Dürren, heftige Stürme und Überschwemmungen haben an Intensität zugenommen. Der Klimawandel donnert an die Tür der Menschheit. Jeder kann im Kleinen beginnen etwas zu tun, auch dazu gibt es in dem bebilderten Sachbuch für Kinder ab 7 Jahren, Ideen, die nach sorgsamem Umgang rufen.

Blick ins Buch

Fazit

Ohne Wasser geht nichts! – die wichtigste Ressource sorgsam bewahren, ein Plädoyer!

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Emmanuelle Figueras und Claire de Gastold – Was riecht eigentlich die Schnecke?

Rezension

„Was riecht eigentlich die Schnecke?“ widmet sich dem Geruchssinn der Tiere auf eine recht unterhaltsame Art und Weise. Es beweist wieder einmal, dass Kindersachbücher keinesfalls trocken zu sein brauchen und trumpft mit fantastischen und spannenden Fakten auf.

Dabei geht es nicht ausschließlich um die Schnecke, sondern um tierische Riechorgane allgemein. So erfahren wir hinter den interaktiven Klappen, dass viele Tiere über Duftstoffe miteinander kommunizieren und dass ein Elefant der Weltmeister der Spürnasen ist. Die Naturwelt bringt Glanzleistungen hervor und so kommt es, dass Kaninchenmilch ein Pheromon enthält, um Kaninchenbabys augenblicklich zur Zitze der Mutter zu locken. Darüber hinaus verbessert Hunger den Geruchssinn und spornt Tiere zur Höchstleistung an. Der Geruchssinn hat viele Funktionen, sei es Orientierung, Futtersuche, Paarungsverhalten, Verteidigungsinstrument, Alarmanlage, Ortungssystem oder Schutzfunktion. Für viele Tiere ist er zum Überleben unentbehrlich.

Die kindgerechten und gut verständlichen Texte werden von großformatigen, in bedeckten Farben gehaltenen Illustrationen begleitet. Der Fokus liegt auch hier auf ungewöhnlichen Perspektiven, sodass wir den Sternmull von unten beobachten können und staunen wie seine rosa Zottelnase mit den 22 sternförmigen Nasententakeln aussieht.

Blick ins Buch

Fazit

Für alle naturbegeisterte Kinder, die Nischeninformationen mögen, ein Muss!

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Annika Siems und Wolfgang Dreyer – Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee

Rezension

Unter der schillernden Oberfläche der Ozeane, in vielen Metern Tiefe, beginnt eine geheimnisvolle und spannende Unterwasserwelt: Sie ist bevölkert von bizarren Lebewesen und ausgestattet mit wertvollen Rohstoffen auf dem Meeresboden. Auch wenn die Erdoberfläche über zwei Drittel mit Wasser bedeckt ist, ist gerade einmal 1% des Lebens im Dunkeln der Meere erforscht.

Dieses überdimensional große Kindersachbuch ab 8 Jahren, ist schon fast ein Ausstellungstück. So sehr beeindrucken Dank Siems meisterhafte Wissenschaftsillustrationen, die Gemälden ähneln. Das Layout und die einzelnen Seiten sind der geheimnisvollen Meeresschwärze nachempfunden und ziehen die Leser wie in einem Sog hinein. Die besondere Atmosphäre der Welt da unten, die dunkel, kalt und sauerstoffarm ist, mit ihren nahezu reglos verharrenden Fischen ist schon fast spürbar.

Bisher haben sich nur wenige Menschen zum Tiefseegrund gewagt. Wolfgang Dreyer nimmt uns mit einem Forschungsschiff zu einer voll mit spannenden Fakten geladenen Expedition. Die integrierten Informationen sind alle aktuell und verständlich verpackt. Es werden Begrifflichkeiten erläutert und ihrem Ursprung nach gedeutet.

Der Großteil der Tiefsee-Fische kann im Dunklen leuchten. Mit einer bestimmten Lichtausstrahlung können sie sowohl Partner als auch Beute anlocken. Die Kraft des Lichts ist für sie lebenswichtig, weil sie mit Stärke oder Schnelligkeit in der Kälte und Dunkelheit der Tiefsee nicht trumpfen können. Diese Anpassungsmechanismen und Tarnungsstrategien sind nicht nur für Kinder äußerst spannend. Erwachsene werden ebenfalls eine ordentliche Ladung an Wissen mitnehmen. Was ist Meeresschnee? Welche Gefahren bergen die Schwarzen Raucher? Im Nachwort wird eindringlich auf die Folgen von Eingriffen in das Ökosystem Tiefsee eingegangen. Die Tiefsee trägt schließlich eine große Mitverantwortung für grundlegende Stoffkreisläufe und das Klima auf der Erde.

Blick ins Buch

Fazit

„Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee“ weckt Begeisterung für Meeresbiologie.

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